Das Osterlamm Behindert oder alt

Commentaren

Transcriptie

Das Osterlamm Behindert oder alt
1/2015
Das Osterlamm
Behindert oder alt - Na und?
Serie "Artgerechte Tierhaltung"
Teil 8: Schafe
Inhalt
Inhalt
Seite
Seite
2
3
Inhalt
Editorial
Seite 4
Das Osterlamm
Focus
Seite
4
Das Osterlamm
Umwelt
In eigener Sache
Seite 8
Seite 10
Seite 11
Seite 13
Das Jahr 2014 in Zahlen
Mein Freiwilliges Ökologisches Jahr
beim ETN e.V.
Der ETN e.V. unterstützt den ,Förderverein
Stadttauben Wuppertal e.V.'
Tiere von Hof Huppenhardt suchen
ein Zuhause
Magazin
Seite 15
Seite 16
Seite 18
Seite 19
Fortbestand der Wildvogelpflegestelle von
Projekt Blue Sea e.V. durch Unterstützung
der ETN-Stiftung gesichert
Behindert oder alt - Na und?
Gefahrtiergesetz in Nordrhein-Westfalen
Im Namen der Tiere
Ein Gesetz eröffnet Perspektiven für
Mastputen, Zuchtsauen & Co.
Seite 21
Seite 24
Kaltwasserkorallen
Artenvielfalt in kühler Umgebung
Aufzucht von Jungvögeln
Aber bitte richtig!
Service
Seite 28
Seite 32
Seite 33
Seite 34
Serie "Mehr Platz für wilde Tiere"
Teil 3: Von Blümchen und Bienchen
Buchtipps
Respektierchen
Unsere Seite für Kinder
Serie "Artgerechte Tierhaltung"
Teil 8: Schafe
Partner
Seite 42
Seite 45
Seite 46
Seite 48
Seite 49
Euro-P.A.S. - Tierschutz vor Ort
Mindestlohn
Konsequenzen für den Tierschutz
Hunde aus dem Tierheim Oelzschau
suchen ein Zuhause
Unsere Katzenfallen sind stets im Einsatz ...
Unsere Einsatzgebiete in Europa
News
Seite 50
News
Seite 28
Serie "Mehr Platz für wilde Tiere"
Teil 3: Von Blümchen und Bienchen
Impressum
Herausgeber
Redaktion
Europäischer Tier- und Naturschutz e.V.
Hof Huppenhardt, D - 53804 Much
Tel.: 0 22 45 - 61 90-0
Fax: 0 22 45 - 61 90-11
eMail: [email protected]
VR 2454, Amtsgericht Siegburg
Der ETN e.V. ist als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt.
Julia Vasbender
eMail: [email protected]
Tel.: 0 22 45 - 61 90-0
Mitgliederverwaltung ETN e.V.
Hof Huppenhardt, D - 53804 Much
Tel.: 0 22 45 - 61 90-17
Fax: 0 22 45 - 61 90-11
eMail: [email protected]
2
ETN im Internet
www.etnev.de
Druck
Hofmann Druck GmbH & Co. KG
90411 Nürnberg
Cover - Andrew Petrie
Rückseite - Sabine-Susann Singler, pixelio.de
Bilder laut Quellenangabe sowie sxc.hu
Alle Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt.
Für unverlangt eingesandte Beiträge übernehmen Herausgeber und Redaktion keine Gewähr. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen und/oder zu überarbeiten.
Der Bezugspreis ist im Mitgliedspreis enthalten.
Unser Beitrag zum Umweltschutz:
Der Inhalt von „Respektiere“ ist mit Blick
auf Nachhaltigkeit auf ein RecyclingPapier mit 100%-igem Altpapieranteil gedruckt.
Respektiere
Editorial
Liebe Mitglieder und Freunde
des ETN,
es tut sich etwas in Sachen Tierschutz beim deutschen
Gesetzgeber, zu wenig zwar, aber ein Anfang ist gemacht. So war der ETN e.V. beispielsweise Anfang
des Jahres zu einer Anhörung zur Ergänzung der
Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung zum Thema
Mastputen geladen. Hier will das Land NRW einen
Vorschlag an den Bundesrat abgeben, der die Haltungsbedingungen von Mastputen deutlich verbessern
soll. Lobenswert ist außerdem die Anstrengung der
nordrheinwestfälischen Landesregierung, ein Gefahrtiergesetz zur Haltung gefährlicher Tiere auf den Weg
zu bringen. Hierzu finden Sie einen Artikel auf Seite
18 der aktuellen ‚Respektiere‘. Auch ein neues Jagdgesetz soll in NRW auf den Weg gebracht werden,
das allerdings deutlich hinter den Erwartungen aller
Tierschützer zurückbleibt.
Doch so viel sich in einigen Bundesländern in Sachen
Tierschutz tut, so wenig geschieht auf Bundesebene.
Noch immer versäumt es die Bundesregierung beispielsweise, in den zehn Offshore-Schutzgebieten in
Nord- und Ostsee geeignete Schutzmaßnahmen umzusetzen. Seevögel, Schweinswale, Sandbänke und
Riffe werden hier unvermindert durch Fischerei, Sandund Kiesabbau und durch die Suche nach Öl- und
Gasvorkommen bedroht. Mit diesem Versäumnis steht
unsere Bundesregierung nicht alleine da. Auch auf
EU- sowie auf globaler Ebene wird dem Meeresschutz
noch immer ein viel zu geringer Stellenwert beigemessen, was nicht nur Überfischung und Vermüllung der
Meere zur Folge hat, sondern auch einzigartige Le-
Respektiere
bensräume bedroht, die bislang kaum erforscht sind.
Einer dieser bis jetzt wenig bekannten, aber umso
faszinierenderen Lebensräume sind die Riffe der
Kaltwasserkorallen, die sich zahlreich entlang von
Kontinentalschelfen und unterseeischen Bergketten
erstrecken. Einen Einblick in diese beeindruckende
Unterwasserwelt liefert unser Bericht auf Seite 21.
In Hinblick auf das Osterfest liegt ein besonderes
Augenmerk dieser ‚Respektiere‘-Ausgabe auf dem
Thema Schaf- und Lämmerhaltung. Im Tierschutz ist
die artgerechte Haltung von Schafen bisher nur ein
Randthema, und die Meinungen darüber, welche
Anforderungen an eine artgerechte Schafhaltung
gestellt werden können beziehungsweise sollten, gehen unter Schäfern, Hobbyhaltern und Tierschützern
teilweise weit auseinander. Deshalb würde es uns
besonders freuen, wenn wir mit unseren Beiträgen
zu diesem Thema Schafhaltern und Tierfreunden einige neue Denkansätze geben könnten.
Wir danken Ihnen, liebe Mitglieder und Spender,
für die fortwährende Unterstützung unserer Projekte
und wünschen Ihnen eine schöne Frühlingszeit!
Ihr ETN-Team
3
Focus
An Feiertagen will man sich und der Familie etwas Gutes tun, einmal ausspannen,
Dinge erledigen, für die man sonst nie Zeit hat und vielleicht auch ein besonderes
Essen genießen. Was für Weihnachten die Weihnachtsgans oder der Truthahn, ist für
Ostern in einigen Haushalten das Osterlamm.
4
Respektiere
Foto: Günter Havlena, pixelio.de
Das Osterlamm
Focus
I
m kalten Winter geboren,
hat das Osterlamm im April
genau die „Schlachtreife“ die
vom Verbraucher gewünscht
ist. Das Fleisch ist noch zart,
und trotzdem ist schon genug
dran am Lämmchen, um ein
ordentliches Menü zu kreieren.
Zwar ist die Vorstellung, ein
Tierbaby zu essen, für einige Menschen durchaus gewöhnungsbedürftig, aber man
tröstet sich mit dem Gedanken,
dass Schafe schließlich noch
relativ naturnah und artgerecht
gehalten werden. Doch ist das
wirklich so? Leben Lämmer
bis zu ihrem Tod glücklich
und zufrieden mit ihrer Herde
auf satten, grünen Weiden?
Und ist es nicht grundsätzlich
ethisch verwerflich, Tierbabys
zu essen?
Lammfleisch wird heute nicht mehr
nur zu Ostern verzehrt, sondern
findet auch im Alltag zunehmend
Platz auf dem deutschen Speiseplan.
Lammfleisch stammt per Definition
von Schafjungtieren, die jünger
als ein Jahr sind, alles andere darf
nicht mehr als Lamm bezeichnet
werden. Die Haupteinnahmequelle
für Schäfereibetriebe ist eben dieses
Lammfleisch; Fleisch von Schafen,
die älter als ein Jahr sind, wird
kaum nachgefragt. Lammfleisch ist
besonders beliebt, da es noch sehr
zart und rosa ist, mit zunehmendem
Alter des Tieres verlieren sich diese
Eigenschaften. Neben normalem
Lammfleisch gibt es auch noch das
Milchlamm, das bei der Schlachtung
Will man diese beiden Süßen wirklich essen?
Foto: Rosel Eckstein, pixelio.de
nicht älter als sechs Monate sein darf
und - wie der Name schon sagt - noch
bei der Mutter trinkt. Das Milchlamm
wird als besondere Delikatesse verkauft.
Den Gedanken, ein Tier zu töten,
das noch von der Mutter gesäugt
wird, kann man - je nachdem, welche
Einstellung man zum Fleischessen im
allgemeinen hat - als ekelerregend,
unappetitlich oder zumindest als
seltsam bezeichnen. Niemand würde
schließlich beim liebsten Haustier der
Deutschen, dem Hund, auf die Idee
kommen, einen säugenden Welpen
zu töten. Doch beim Schaf handelt es
sich eben um ein Nutztier, da denkt
man anders: „Das Osterlamm wird
Foto: Erwin Lorenzen, pixelio.de
Respektiere
geboren, um gegessen zu werden,
hatte einige Monate ein erfülltes Leben
und wurde bis zu seiner Schlachtung
artgerecht gehalten.“ Soweit die
Argumente. Doch wie immer sollte
man sich fragen, ob diese Vorstellung
tatsächlich der Wahrheit entspricht.
Der Mythos vom glücklichen
Lamm
In der Tat gehört die Schafhaltung heute
noch zu den wenigen Tierhaltungen,
die weitestgehend von den Einflüssen
der industriellen Massentierhaltung
verschont geblieben ist. Schafe
werden nicht - wie beispielsweise
Mastschweine - ihr ganzes Leben
lang in riesigen Mastanlagen in enge
Boxen gepfercht, sondern dürfen
zumindest während der Weidesaison
frische Luft und grünes Gras genießen.
Verglichen mit anderen Tierarten,
die mittlerweile gänzlich zu einem
Industrieprodukt degradiert wurden,
haben es die Schafe also in der
Tat gut getroffen. Allerdings liefert
der Vergleich mit tierquälerischer
Massentierhaltung noch lange keinen
Beweis dafür, dass es bei der Haltung
von Schafen nichts zu beanstanden
gibt. Vorweg sei gesagt, dass es
natürlich
viele
Schäfereibetriebe
gibt, die ihre Tiere gewissenhaft
pflegen und beaufsichtigen, alle
gesetzlichen Bestimmungen einhalten
und den Tieren unnötigen Stress bei
Transport und Schlachtung ersparen.
Doch es gibt eben - wie in anderen
Wirtschaftszweigen - auch hier
„schwarze Schafe“, also Betriebe,
5
Focus
bei denen das „glückliche Lamm“
tatsächlich nur ein Mythos ist.
Oft sieht man beispielsweise im Winter
Schafherden mit neugeborenen oder
nur wenige Tage alten Lämmern,
die selbst bei Schnee, Eisregen oder
Temperaturen unter dem Gefrierpunkt
noch bei der Herde bleiben. Zwar
sind Schafe ausgesprochen robust,
doch neugeborene Lämmer verfügen
aufgrund
ihrer
unzureichenden
Bewollung noch nicht über den
nötigen Schutz vor Nässe und Kälte.
Die Tierärztliche Vereinigung für
Tierschutz e.V. (TVT) empfiehlt deshalb
für Sauglämmer bis zur vierten
Lebenswoche und für Mutterschafe kurz
vor der Ablammung einen Stall oder
Unterstand, der vor Schnee und Regen
schützt. Längst nicht jeder Schäfer
oder Hobby-Schafhalter hält sich an
diese Empfehlung, denn schließlich
ist das regelmäßige Beobachten
und Aufstallen von Lämmern und
Mutterschafen besonders bei großen
Herden ein erheblicher Zeitaufwand.
Und so erfrieren immer wieder Lämmer
bei Minusgraden - leise und von der
Öffentlichkeit meist unbemerkt. Die
gesetzlichen
Regelungen
greifen
leider nicht in allen Bundesländern
die Empfehlungen des TVT auf; eine
bundesweit einheitliche Gesetzeslage
gibt es, wie so oft, nicht.
Foto: Stefan Schwarz, pixelio.de
kalten Jahreszeit. Bei geschlossener
Schneedecke oder auf Weiden
mit spärlichem Bewuchs heißt das
auch, dass mit Heu, Silage oder gar
Kraftfutter zugefüttert werden muss,
um den Energiebedarf der Tiere zu
decken. Geschieht dies nicht, leiden
nicht nur erwachsene Schafe Hunger,
auch Lämmer sind hier wieder
die Leidtragenden. Denn werden
Des weiteren empfohlen und leider
von zahlreichen Schafhaltern nicht
beachtet wird eine ausreichende
und dem Bedarf angepasste Ernährung,
insbesondere
in
der
Bei geschlossener Schneedecke haben es auch Schafe schwer, noch etwas
Fressbares zu finden.
6
Foto:
oben: daniel stricker, pixelio.de
unten: cyan, freeimages.com
trächtige oder säugende Mütter nicht
ausreichend versorgt, verkümmern die
Lämmer und haben der Witterung
wenig entgegenzusetzen. Abermals
ist die Folge ein stilles, langes Leiden
der ach so niedlichen Osterlämmer.
Selbst die Versorgung ihrer Schafe mit
Wasser scheint bei einigen Schäfern
keine Selbstverständlichkeit zu sein.
Zu hören sind Aussagen
wie „Schafe können den
Schnee fressen“, „Meine
Schafe trinken nichts, wenn
sie Gras fressen“ oder
gar „Schafe benötigen
kein Wasser“. Bei solchen
Kommentaren ist man
geneigt, am gesunden
Menschenverstand jener
Schafhalter zu zweifeln.
Natürlich trinken Schafe
weniger
als
andere
Großtiere und sind in
der Lage, im Laufe ihres
Stoffwechsels viel Wasser
zu resorbieren. Dennoch
reicht in den meisten Fällen das mit
der Nahrung und mit dem Schnee
aufgenommene
Wasser
längst
nicht aus. Insbesondere säugende
Muttertiere trinken sieben bis zehn
Liter am Tag - das ist mit dem Fressen
von Schnee unmöglich zu schaffen!
Bei einigen (Hobby-)Schäfern scheitert
die Versorgung also schon an den
Grundbedürfnissen der Tiere: An der
Versorgung mit Wasser, Futter und
dem Schutz vor Hitze oder Kälte. Je
nach Schafrasse, Haltungsform und
Region betragen die Verlustraten bei
Lämmern in Deutschland zwischen
6-13 Prozent, vielfach liegen sie auch
darüber. In solchen Fällen noch von
glücklichen, artgerecht aufgezogenen
Respektiere
Focus
Zweifel, ob diese Methode für die
Betriebe wirtschaftlich sein kann.
Letzten Endes bleibt allen Überlegungen zum Trotz die Frage
bestehen, ob Tierbabys wirklich auf
den Teller gehören. Letztlich muss
jeder diese Frage für sich selbst
beantworten. Böse Zungen könnten
behaupten, dass es in vielen Fällen für
die Tiere sogar besser wäre, sie gleich
nach der Geburt zu verspeisen, erspart
man ihnen damit doch monate- oder
jahrelanges Dahinvegetieren in engen,
schmutzigen Mastbetrieben.
Der Sarkasmus in dieser
Aussage mag berechtigt
sein, Lösungsansätze bietet
er allerdings nicht.
Rechts: Erfrorenes Lamm
Fotos: Eckard Wendt, AGfaN e.V
Lämmern zu reden, geht an der
Wahrheit meilenweit vorbei, und das
Osterlamm bleibt einem angesichts
derartiger Zustände schnell im Halse
stecken.
Tierbabys auf dem Speiseplan
Doch auch bei artgerecht gehaltenen
Lämmern, die rundum versorgt ein
schönes, kurzes Leben geführt haben,
kann man sich die Frage stellen, ob
es wirklich nötig ist, Tierbabys, die
teilweise nicht einmal von der Mutter
entwöhnt sind, zu essen. Dieses
Phänomen findet man freilich nicht
nur bei Schafen; bei Schweinen ist
das Spanferkel überaus beliebt, und
bei Hühnern gilt das Stubenküken als
besondere Spezialität. Bei letzterem
handelt es sich um drei bis fünf Wochen
alte Hühner, die bis zu fünfhundert
Gramm wiegen dürfen. Ursprünglich
stammt der Begriff „Stubenküken“ aus
Norddeutschland, wo die Küken früher
in der Stube, also im Haus, gemästet
wurden. Heute sind Stubenküken
eine Delikatesse, und ihre Mast hat
nichts mehr mit einer Aufzucht in
„gemütlicher
Wohnatmosphäre“
zu tun. Stubenküken werden, wie
andere Masthähnchen auch, längst
in konventionellen Mastbetrieben
gezüchtet.
Immerhin gab es in der Vergangenheit
Untersuchungen, ob man männliche
Legehybriden, also Küken von
Respektiere
Legehennen, die für eine lange Mast
nicht taugen und deshalb zu Millionen
geschreddert oder vergast werden,
vielleicht für die Mast als Stubenküken
einsetzen kann. Dieser Ansatz würde
zumindest das sinnlose Töten dieser
Küken beenden. Allerdings bestehen
Ein Vegetarier oder Veganer
wiederum würde sich der
Thematik
völlig
anders
nähern und die Frage stellen,
ob es nicht grundsätzlich
verwerflich ist, Tiere zu
essen - gleichgültig welchen
Alters. Aber wie gesagt, das
muss ein jeder für sich selbst
beantworten …
Foto: Péronne vd Ham, pixelio.de
Dieses Lamm blieb im Geburtskanal stecken
und verendete. Auch das Mutterschaf wäre
ohne das Eingreifen tierlieber Menschen gestorben; der Schäfer kümmerte sich nicht.
7
In eigener Sache
Das Jahr 2014 in Zahlen
Der ETN e.V. kann auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2014 zurückblicken. Mit Ihrer Unterstützung, liebe Leserinnen und Leser, konnten wir viel erreichen - die Zahlen sprechen für sich! Hier eine kleine Übersicht:
Unser Einsatz im Ausland
Niemals zuvor wurden durch den
ETN so viele Tiere kastriert wie im
vergangenen Jahr. Insgesamt wurden
von unserem Tierärzte-Team und
heimischen Tierärzten 8.787 Hunde
und Katzen kastriert.
10 Kastrationsaktionen in 6 verschiedenen Ländern wurden durchgeführt,
womit
das
ETN-Tierärzteteam
auf eine Gesamtzahl von mehr
als
100
Kastrationskampagnen
seit dem Jahr 2004 kommt. In
diesem Zeitraum erstreckten sich
unsere Kastrationsaktionen auf 13
verschiedene Länder.
tausendfaches weiteres Tierleid
verhindern.
Die Kastration von Straßentieren
ist die einzig effiziente Lösung,
um den Tieren vor Ort dauerhaft
zu helfen. Doch angesichts
der dramatischen Situation
in der Ost-Ukraine war im
Jahr 2014 auch Soforthilfe
in Form von Futter- und
Medikamentenspenden gefragt.
Insgesamt spendeten Sie, liebe
Mitglieder und Freunde des
ETN, beinahe 20.000 Euro für
unsere Notfall-Hilfsaktion für die
Tierheime der Ost-Ukraine sowie
das Tierheim Sirius in Kiew,
und jeder Cent wurde von
uns direkt an die bedürftigen
Tierschützer weitergeleitet. Im
Namen der Tiere sagen wir
noch einmal „Danke“ an alle
Spender!
Unsere Tierschutzhöfe
und Partnervereine
Auch in Deutschland leisteten
wir im vergangenen Jahr
direkte Hilfe für Tiere in Not. Auf
unserem Hof in Bad Karlshafen
nahmen wir trotz umfangreicher
Umbaumaßnahmen und damit
verbundenem
Platzmangel
insgesamt 96 Katzen und
203 Hunde auf, 97 Katzen
und 175 Hunde fanden ein
neues Zuhause. Viele dieser
Tiere kamen auch aus dem
Ausland zu uns und konnten
durch den Transport zum
ETN vor dem sicheren
Tod bewahrt werden.
Allein in der Ukraine konnten vom
ETN geschulte, ansässige Tierärzte
im letzten Jahr 3.048 Hunde und
Katzen kastrieren und damit in Zeiten
von Bürgerkrieg und Hungersnot
8
diese
stolz.
Vermittlungszahl
besonders
Neben
den
ETN-eigenen
Tierschutzhöfen leisten wir auch Hilfe
bei der Tierschutzarbeit
anderer
Vereine. Momentan hat der ETN
73 Partnervereine, die wir je nach
Bedarf projektbezogen (zum Beispiel
bei Kastrationsaktionen) unterstützen.
Zu unseren Partnervereinen gehören
Tierheime
im
Inund
Ausland, Tierschutzvereine und Naturschutzvereine wie beispielsweise
‚Project Blue Sea e.V.‘ mit Sitz in
Herne.
Da Tier- und Naturschutz im Kleinen
beginnt, betreute der ETN e.V. im
Jahr 2014 schon zum dritten Mal
zwei Krötenzäune in der Nähe von
Hof Huppenhardt. Insgesamt konnten
Auf
unserem
Tierschutzhof Hof Huppenhardt wurden 10 Pferde
vermittelt, darunter auch
einige Tiere, die wir
von einer Fohlenauktion
in
Maishofen
(Österreich)
gerettet haben. Da wir auf
Hof Huppenhardt viele alte
und nicht mehr reitbare Pferde
beherbergen, deren Vermittlung
sehr schwierig ist, sind wir auf
Respektiere
In eigener Sache
dadurch mehr als 400 Amphibien
sicher über die Straße transportiert und
somit vor dem Tod im Straßenverkehr
bewahrt werden, darunter Erdkröten,
Grasfrösche, Springfrösche, Berg-,
Teich- und Fadenmolche. Eine kleine
Maßnahme, die Großes bewirkt,
denn viele Amphibienarten sind in
ihrem Bestand stark bedroht.
Projekte der ETN-Stiftung
Die ETN-Stiftung unterstützt seit dem
Sommer 2014 den rumänischen
Verein ‚Dog Rescue Romania‘, der
von Rudi und Garofita Hofmann
in Bukarest gegründet wurde. Der
Verein betreibt ein eigenes Tierheim
und eine Klinik für Straßentiere und
betreut außerdem ein städtisches
Tierheim in der Stadt Braila. Die
ETN-Stiftung finanzierte einen Teil
der Ausstattung der Streunerklinik mit
11.000 Euro, zusätzlich erhielt der
Verein eine monatliche Unterstützung
für die Kastration
Straßentieren.
von
Auch der Verein ‚Project
Blue Sea e.V.‘ wurde von
der ETN-Stiftung unterstützt
(siehe Bericht auf Seite 15).
4.400 Euro erhielt der
Verein für die Renovierung
seiner Vogelpflegestation,
in der verletzte und verölte
Wildvögel
fachkundig
gepflegt und anschließend
wieder ausgewildert werden. Außerdem wurde die
Wanderausstellung
von
‚Project Blue Sea‘ zum
Thema „Müll im Meer“ mit
5.000 Euro finanziert.
Die
Wanderausstellung,
deren Fokus vor allem auf
dem Plastikmüll in den Weltmeeren
liegt,
war
derart
erfolgreich,
dass es mittlerweile eine zweite
Wanderausstellung gibt.
Auch Kastrations- und Bildungsprojekte wurden im Jahr
2014 von der ETN-Stiftung
finanziell unterstützt.
Politischer Einsatz
Konkret nicht bezifferbar,
aber
unheimlich
wertvoll
ist auch unser Einsatz für
den Tier- und Naturschutz
auf politischer Ebene. So
ist der ETN beispielsweise
Mitglied
im
Hessischen
Tierschutzbeirat,
der
die
hessische Landesregierung in
allen Fragen des Tierschutzes
berät. Ferner engagieren wir
uns gemeinsam mit anderen
Naturschutzvereinen in einem
Bündnis für eine ökologische
Jagd und machen von unserem Mitspracherecht im
Respektiere
Rahmen des Verbandsklagerechts
in Nordrhein-Westfalen Gebrauch.
Auf lokaler Ebene gehen wir uns
von
aufmerksamen
Tierfreunden
gemeldeten Verstößen gegen das
Tierschutzgesetz
durch
private
Tierhalter nach und setzen uns auf
Demonstrationen und Aktionstagen
beispielsweise für ein ökologisches
Jagdgesetz oder gegen die Massentötung von Hunden in Rumänien
ein. Unsere Flyer, Newsletter sowie
unser Internetauftritt geben Auskunft
über die Arbeit des ETN und aktuelle
Tier- und Naturschutzthemen.
Insgesamt können wir auf viele
erfolgreiche Aktionen im Jahr 2014
zurückblicken, die ohne Ihre Hilfe,
liebe Mitglieder und Freunde des ETN,
nicht möglich gewesen wären. Auch
im Jahr 2015 geben wir wieder unser
Bestes für den Tier- und Naturschutz
und hoffen, dass Sie uns weiterhin auf
diesem Weg begleiten.
9
In eigener Sache
Mein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim ETN e.V.
Ein halbes Jahr ist vorbei
unabhängig voneinander von Hof
Huppenhardt und dem Prinzip des
FÖJs berichteten, entwickelte sich
bei mir ein Plan für das kommende
Jahr. Einige Monate später erhielt
ich dann tatsächlich die Zusage
vom ETN.
Bei der Arbeit: Hier wird bald ein
Steingarten entstehen.
A
ls vor gut eineinhalb Jahren
mein letztes Schuljahr anbrach,
stellte sich mir die Frage, was
ich im Anschluss machen wollte.
Einen
konkreten
Berufswunsch
hatte ich noch nicht, und weder ein
Auslandsjahr noch ein
Freiwilliges
Soziales
Jahr konnten mich
ernsthaft
begeistern.
Von einem Freiwilligen
Ökologischen
Jahr
(FÖJ) hatte ich zu
dem Zeitpunkt noch
nie
etwas
gehört.
Erst als mir Bekannte
Am 1. August 2014 hatten
Larissa, meine FÖJ-Kollegin, und
ich schließlich unseren ersten
Arbeitstag und wurden von den
übrigen
Mitarbeitern
herzlich
aufgenommen. Unsere 39-StundenWoche teilten wir auf verschiedene
Tätigkeiten auf, um eine möglichst
große Bandbreite an Aufgaben
kennenzulernen. In der ersten
Hälfte der Woche arbeiten wir
auf dem Hof. Dies beinhaltet
neben der Pflege und Beschäftigung
der Tiere auch, sie gegebenenfalls
an Menschen zu gewöhnen. Die
verbleibende Wochenhälfte widmen
wir verschiedenen FÖJ-Projekten wie
beispielsweise dem Anlegen eines
Steingartens oder der Überarbeitung
der Homepage des ETN, insbesondere
der Vermittlungsseite.
Meine FÖJ-Kollegin
Larissa mit Esel Felix
Nachdem nun schon die erste Hälfte
meines FÖJs um ist, kann ich mit
Bestimmtheit sagen, dass es für mich die
richtige Entscheidung war, zwischen
Schulzeit und Studium praktische
Arbeitserfahrung zu sammeln. Die
Arbeit mit den Tieren empfinde ich
als besonders motivierend, da sie
die Aufmerksamkeit, die man ihnen
schenkt, mit Vertrauen und Zuneigung
belohnen. Besonders unser in sich
gekehrtes Hängebauchschwein Wurzel hat uns dies bewiesen, nachdem
wir ihn mit viel Geduld dazu animieren
konnten, wieder ein Leben außerhalb
seiner Hütte zu führen.
Ich würde das FÖJ jedem weiterempfehlen, der Interesse an Natur
und Umwelt hat, da es viele Einblicke
in das damit verbundene Berufsfeld
bietet. Ich für meinen Teil habe bereits
viele neue und kostbare Erfahrungen
gesammelt und bin gespannt, was das
nächste halbe Jahr für mich bereithält.
Janina Felder
oben: Beschäftigungsmaterial für die Tiere des
Hofs zu erstellen, ist eine meiner Aufgaben.
Eine mit Mais gefüllte Futtertonne lässt sich beispielsweise zu einem spannenden Spielzeug
umfunktionieren, wenn man Löcher in die Außenwände bohrt.
links: Schwein Bifi und ich
10
Respektiere
Foto: Peter Freitag, pixelio.de
In eigener Sache
Der ETN e.V. unterstützt den ‚Förderverein
Stadttauben Wuppertal e.V.‘
S
tadttauben sind aus dem Bild einer
Großstadt nicht wegzudenken,
doch ebenso zahlreich wie sie
sind, so unbeliebt sind sie auch. Die
Tauben finden in den Städten in den
Essensresten der Menschen genügend
Futter, sie finden in alten Gebäuden
und Bahnhöfen Nischen, um zu
nisten und vermehren sich dadurch
ungehindert. Den Stadtverwaltungen
sind vor allem die Verschmutzungen
durch Taubenkot ein Dorn im Auge.
Doch das Problem ist wie immer
hausgemacht,
denn
bei
den
Stadttauben handelt es sich fast
ausschließlich um ehemalige Brieftauben und deren Nachkommen.
Brieftauben, die den Heimflug
nicht geschafft haben und deshalb
vom Züchter auch nicht wirklich
vermisst werden, finden allzu oft
Unterschlupf in Städten, wo sie sich
dann mit anderen Brieftauben oder
ihren wilden Verwandten paaren.
Vergiftungsaktionen oder Abschüsse,
wie sie in manchen Städten stattfinden,
sind nicht nur tierschutzwidrig,
sondern lösen das Problem auch
nicht, denn die verbleibenden Tiere
vermehren sich trotzdem weiterhin,
Erster Entwurf des neuen Anbaus
Respektiere
Foto: Gabi Schoenemann, pixelio.de
und zusätzlich kommen immer wieder
neue Brieftauben hinzu.
Ein Lösungsansatz für
Wuppertal
In Wuppertal, einer Stadt im
Bergischen Land (NRW), hat man
das Problem erkannt und folgt
nun dem Beispiel anderer Städte
wie Aachen oder Bonn, die ein
gezieltes,
tierschutzgerechtes
Stadttaubenmanagement betreiben.
In Wuppertal nisten die Tauben
besonders gerne in den Bahnhöfen
oder entlang der Schiene der
berühmten Schwebebahn, was
die Wuppertaler Stadtwerke, die
auch für den Verkehrsbetrieb
zuständig sind, nicht unbedingt
erfreut. Aus diesem Grund haben
sich die Wuppertaler Stadtwerke
auch zu einem der federführenden
Unterstützer des Stadttaubenprojektes
entwickelt.
Seit 2008 werden in Wuppertal
Taubenschläge betrieben, in denen die Tiere gefüttert und somit
an
den
Standort
gebunden
werden. Sie erhalten außerdem
Nistmöglichkeiten, so dass die Eier
in den Taubenschlägen regelmäßig
gegen Kunsteier ausgetauscht werden
können und somit weiterer Nachwuchs
verhindert wird. Momentan gibt es
in Wuppertal drei Taubenschläge,
wobei einer vom Tierschutzverein
Wuppertal und zwei vom Förderverein
Stadttauben Wuppertal e.V. betrieben
wird. Insgesamt werden in den
Taubenschlägen rund zweitausend
Tiere betreut, davon allein achthundert
Tiere in den beiden Taubenschlägen
des Fördervereins.
11
In eigener Sache
Eier austauschen und somit den
Taubenbestand in den betreuten
Stadtteilen relativ konstant halten.
Einziges Problem ist hier die stete
Zuwanderung von Brieftauben. Diese
Leistung ist umso bemerkenswerter,
wenn man bedenkt, dass der
‚Förderverein Stadttauben Wuppertal
e.V.‘ nur aus acht Personen besteht
und von den Wuppertaler Bürgern
kaum Spenden erhält. So viel
Engagement muss belohnt werden,
und so entschloss sich der ETN e.V.
zur Unterstützung des Projektes.
Mittelfristig plant der Verein außerdem
den Bau eines Taubenschlags im
neuen Hauptbahnhof der Stadt.
Wenn Sie den ‚Förderverein Stadttauben Wuppertal e.V.‘ ebenfalls
unterstützen möchten, können Sie auf
folgendes Konto spenden:
Dieser Taubenschlag in Wuppertal-Oberbarmen, ein Container, der
von den Stadtwerken Wuppertal gespendet wurde, soll durch einen Anbau
erweitert werden.
Da sich einer der Taubenschläge
(im Stadtteil Oberbarmen) als zu
klein erwies, und mehrere Hundert
weitere Tiere auf den umliegenden
Gebäuden auf ihren “Einzug“ in den
Taubenschlag warten, soll dieser nun
mit finanzieller Unterstützung des ETN
e.V. erweitert werden. Der Anbau
soll dann zusätzlichen Platz für rund
zweihundert Tiere bieten.
Der Schutz von Stadttauben
- Eine Wuppertaler
Erfolgsgeschichte
Die Zusammenarbeit der Stadt
Wuppertal mit dem Förderverein
Stadttauben Wuppertal e.V. ist
12
Stadtsparkasse Wuppertal
IBAN:
DE51 3305 0000 0000 715607
BIC: WUPSDE33XXX
vorbildlich und dringend zur
Nachahmung empfohlen. Der
Taubenschlag in Oberbarmen
wurde
beispielsweise
von
den
Stadtwerken
Wuppertal
gesponsert, und seit Oktober
2014 bezahlt die Stadt einen fest
angestellten Taubenwart, der den
vom Förderverein betriebenen
Taubenschlag im alten Rathaus
der Stadt säubert und die Tauben
pflegt und betreut.
So könnte der Förderverein in
Kooperation mit der Stadt seit
Bestehen der Taubenschläge
beinahe sechstausenddreihundert
Am Einflugloch des Taubenschlags
herrscht reges Treiben.
Respektiere
In eigener Sache
Scarlett
Respektiere
Scarlett ist ebenfalls eine Württemberger
Staatsprämien-Stute,
die im Vielseitigkeitssport bis zur
Klasse L erfolgreich war. Seit einer
schweren Verletzung während eines
Vielseitigkeitsturniers
wurde
sie allerdings nicht mehr geritten.
Stattdessen wurde sie als Zuchtstute
eingesetzt und gebar neun Fohlen.
Die Trennung von ihrer letzten Tochter
fiel ihr sehr schwer, da die beiden
eine sehr enge Bindung hatten. Auch
wenn sich Scarlett von diesem Verlust
mittlerweile erholt hat, präsentiert
sie sich in ihrer neuen Herde eher
als Einzelgängerin. Im Umgang mit
Menschen zeigt sie sich gut erzogen,
ist gelassen und umgänglich. Da
Scarlett sehr sensibel ist, würde ihr
ein Zuhause mit einem ruhigen Partner
oder einer ruhigen Partnerin gut tun.
Da sie zum Koppen tendiert, sollte sie
in einen Offenstall vermittelt werden.
Lilly
Lilly, ein Ouessantschaf-Mix, wurde
zusammen mit ihrer Mutter Mona
an einen Schlachter verkauft, von
lieben Menschen freigekauft und
anschließend zu uns nach Hof
Huppenhardt
gebracht.
Mutter
Mona war zu diesem Zeitpunkt fast
blind, doch zum Glück konnten wir
ihr Augenlicht durch eine rasche
Behandlung retten. Tochter Lilly war
anfangs so wild, dass sie uns zunächst
fast aus dem Stallfenster sprang.
Mittlerweile ist Lilly jedoch zahm und
lässt sich anfassen. Besonderes gerne
lässt sie sich am Kopf kraulen. In ihrer
kleinen Herde hat sie sich gut eingelebt
Lilly
Scarlett und Goldfee
Scarlett und Goldfee wurden vom
Tierschutzverein Pforzheim vor der
Schlachtung bewahrt, nachdem die
Pferdehaltung an ihrem alten Standort
behördlich verboten worden war.
Anschließend erklärte sich der ETN
e.V. bereit, die beiden Stuten auf Hof
Huppenhardt aufzunehmen.
„Golda“, wie Goldfee bei uns mittlerweile genannt wird, ist eine
Württemberger Staatsprämien-Stute,
die nur wenige Wochen geritten
wurde. Danach verbrachte sie ihr
Leben auf einer großen Koppel und
wurde als Zuchtstute genutzt. In ihrer
neuen Herde hat sich Golda gut
eingefügt. Eine besondere Beziehung
hat sie zu der Stute Leyona aufgebaut;
seit ihrer ersten Begegnung sind die
beiden unzertrennlich. Menschen
gegenüber verhält sich Golda interessiert. Besucht man sie auf der
Weide, kommt sie einem in der Regel
entgegen oder begleitet einen über
die Wiese. Da sie aber nie richtig
erzogen wurde, kooperiert sie auch
nur bei den Dingen gut, auf die sie
Lust hat. Für Golda würden wir uns
über ein schönes Zuhause mit viel
Platz freuen. Wenn die Möglichkeit
besteht, vermitteln wir sie auch gerne
zusammen mit ihrer Freundin Leyona.
Stella
Goldfee
Tiere von Hof Huppenhardt
suchen ein Zuhause
und versteht sich gut mit Artgenossen.
Was Lilly nun noch fehlt, ist ein neues
Zuhause bei lieben Menschen, die
Erfahrung in der Schafhaltung haben.
Stella
Stella ist eine deutsche Edelziege.
Sie wurde auf Hof Huppenhardt
geboren, nachdem ihre damals
trächtige Mutter Manuela zusammen
mit anderen Ziegen und Schafen
am Straßenrand gefunden und zu
uns gebracht wurde. Stella teilt sich
ein Gehege mit mehreren Ziegen
13
In eigener Sache
und Schafen, mit denen sie sich gut
versteht. In der Gruppe verhält sie sich
unauffällig, lässt sich aber auch nicht
alles gefallen. Setzt man sich zu ihr
ins Gehege, ist sie interessiert und
kommt sofort angelaufen.
Stella beschnuppert jeden Besucher
ausgiebig in der Hoffnung, man habe
ihr eine Leckerei mitgebracht. Sie lässt
sich anfassen, verliert nach ein paar
Minuten allerdings die Lust. Mit etwas
Geduld würde sie bestimmt auch
lernen, Streicheleinheiten für längere
Zeit zu genießen. Für Stella wäre ein
gemeinsames Zuhause mit ihrer Mutter
Manuela oder dem Ziegenbock Jack
schön; sie kann aber auch alleine zu
anderen Ziegen vermittelt werden.
Bette
Bette
Bette ist ein Buntes Bentheimer
Schwein und kommt von einem
Tierarzt, der privat eine kleine
Schweinezucht betrieb. Sie durfte
sich frei auf dem Hof bewegen und
wählte nachts den Misthaufen als
Chantalle
Chantalle ist eine PerlhuhnHenne, die zusammen mit
ihrem mittlerweile verstorbenen
Partner auf Hof Huppenhardt
abgegeben wurde. Zurzeit lebt
sie zusammen mit Schafen,
Enten und Hühnern in einer
Voliere; abends geht sie von
alleine in den Stall. Leider ist
sie noch sehr schreckhaft und
meldet ganz nach PerlhuhnManier jede größere Unruhe
in der Voliere durch empörtes
Geschrei. Chantalle verträgt
sich zwar gut mit den anderen
Hühnern, doch können diese
die fehlenden Artgenossen
nicht ersetzen. Daher sucht
sie dringend ein Zuhause bei
weiteren Perlhühnern.
14
Chantalle
Stella
ihren Schlafplatz. Als der Mann
seine Schweinezucht wegen
eines Umzugs aufgab, wollte
er Bette, das Lieblingsschwein
seiner Frau, gut versorgt wissen
und gab sie an den ETN. Die
gutmütige Schweinedame ist
sehr zutraulich und liebt es, sich
ausgiebig kraulen zu lassen.
Gerne möchten wir Bette in
ein schönes Zuhause mit
anderen Artgenossen und
einer großen Fläche zum
Umgraben vermitteln.
Bei Interesse melden Sie sich
bitte unter 0 22 45 – 61 90 0
oder [email protected]
Respektiere
Magazin
Fortbestand der Wildvogelpflegestelle von
Project Blue Sea e.V. durch Unterstützung
der ETN-Stiftung gesichert
M
it Hilfe der Europäischen
Tier- und Naturschutzstiftung
konnte der ETN-Partner ‚Project Blue Sea e.V.‘ seine Wildvogelpflegestelle renovieren, um diese auch
zukünftig betriebsfähig zu halten (wir
berichteten bereits im ‚Respektiere‘Magazin 2/2014 darüber). Nun
sind alle notwendigen Arbeiten abgeschlossen, und die neue Saison kann
beginnen.
Ein bereits renovierter Raum
unserer Auffangstation
Respektiere
Die Reparaturen gestalteten sich teilweise schwierig, und es gab so manch
böse Überraschung. Im
Zuge der Dachreparaturarbeiten wurde beispielsweise festgestellt, dass nicht
nur eine neue Beschichtung mit Bitumen-Schweißbahnen notwendig war,
sondern die komplette
Dach-Unterkonstruktion erneuert werden musste, da diese von Wasser durchtränkt und
aufgeweicht war. Aber Dank der
tollen Unterstützung freiwilliger
Helfer konnten sämtliche Hindernisse aus dem Weg geräumt und
alle Arbeiten fachmännisch erledigt werden.
Die Wildvogelpflegestelle besteht nun schon seit acht Jahren,
und der weitere Betrieb dieses
Refugiums für hilfsbedürftige Vögel war gefährdet,
da schlichtweg keine finanziellen Mittel vorhanden
waren, um die dringend
benötigten Reparaturen am Gebäude durchzuführen. Ebenso
konnten auch Anschaffungen für
erforderliches neues Equipment
nicht getätigt werden. Als die Europäische Tier- und Naturschutzstiftung davon erfuhr, dass sich
die Betreiber der Pflegestelle in
dieser Notlage befanden, wurde schnell und unbürokratisch
geholfen.
Das Flachdach der Station war
völlig durchweicht.
Die neue Aufzuchtbox erwartet
ihre ersten Patienten.
Vereinsvorstand Sascha Regmann und
Silvana Schneider, die Leiterin der Vogelpflegestelle, möchten sich an dieser Stelle beim ETN sowie bei Philipp,
Michael und Frank für die wertvolle
Unterstützung und die professionelle
und kostengünstige Mithilfe bei den
Umbaumaßnahmen bedanken.
15
Magazin
Behindert oder alt - Na und?
- Ein Text des TSV Leipziger Land / Tierheim Oelzschau Behinderte und alte und/oder kranke Tiere haben es nicht leicht in einer Gesellschaft, die nach
Schönheit, Vollkommenheit und Perfektion strebt. Aber dennoch gibt es sie, die Menschen mit dem
ganz besonders großen Herzen für gerade diese Ausnahmetiere.
W
ir arbeiten seit vielen
Jahren mit dem deutschen Tierschutzverein ‚Tierhilfe Hoffnung‘ mit Sitz
in Dettenhausen zusammen, der
das weltgrößte Tierheim, die
Smeura in Rumänien, betreibt.
In Rumänien haben Tiere, insbesondere Hunde, einen ganz anderen Stellenwert in der Gesellschaft, was unter anderem dazu
führt, dass man ihnen weniger
Beachtung und Rücksichtnahme zuteil werden lässt. Durch
Unfälle, Unachtsamkeit und Gewalt werden Tiere oft so schwer
verletzt, dass bleibende Behinderungen das Ergebnis sind.
Dreibeinige Hunde sind ein
alltägliches Bild. In den vielen
Jahren unserer Zusammenarbeit
haben wir mehr als zehn „Dreibeiner“ aus Rumänien übernommen und vermittelt. Anfangs war
16
dies noch schwieriger; das Bild
eines „Dreibeiners“ noch exotisch. Heute ist das glücklicherweise anders. Die Menschen
haben gelernt, dass behinderte
Hunde keinesfalls bedauernswerte Wesen sind, sondern
meist ein fröhliches Gemüt und
ganz besonders große Lebensfreude haben.
Familie Löschenkohl (3 Kinder)
adoptierte die dreibeinige Hündin „Leila“ und schrieb uns folgendes:
Trotz ihres Handicaps (fehlendes Vorderbein) gräbt Leila,
zu unserem Leidwesen, tiefe Löcher in den Garten. Man fragt
sich, wie sie das hinkriegt. Leila
hat sich zu einem ganz „norma-
Respektiere
Magazin
len“ Hund entwickelt. Aus der
anfangs verängstigten Hündin
ist ein fröhlicher, lauffreudiger
und temperamentvoller Hund
geworden. Wir können mit ihr
alle Dinge machen, die ein
Hund ohne Handicap auch
kann. Natürlich sind der Ausdauer Grenzen gesetzt, die sie
dann aber auch zeigt. Leila hat
mit ihrer Behinderung keine Probleme, ihr menschliches Umfeld
leider manchmal schon. Doch
viele Menschen bewundern unsere Leila auch, wie toll sie rennt
und mit anderen Hunden tobt.
Trotz ihrer schlechten Erfah-
Respektiere
rungen in den ersten 2 Lebensjahren hat sie einen sehr engen
Bezug zu uns und ist unseren
Kindern ein ganz normaler vierbeiniger Kumpel.
Derart Positives kann auch Familie Hirsch berichten, die nicht
nur behinderte, sondern auch
alte Hunde aufnimmt:
Ein behinderter Hund aus dem
Tierheim – warum tut man sich
das an?
Diese Frage wird uns nicht selten gestellt.
Blind, taub, dreibeinig, querschnittsgelähmt, – haben „Haustiere“ mit diesen Behinderungen
wirklich keine Vermittlungschancen? Haben sie überhaupt „Lebensqualität“? Sollte man sie
besser einschläfern?
Solche Fragen stellen sich insbesondere in einem Tierheim immer wieder, da beispielsweise
Hunde mit schweren Behinderungen im Tierheim sicher nicht
sehr glücklich werden. In einer
„eigenen“ Familie, insbesondere vielleicht auch zusammen mit
anderen Artgenossen, sieht die
Situation allerdings ganz anders aus. Erfreulicherweise sind
behinderte Tiere nicht unvermittelbar. Es finden sich manchmal
Menschen, die es als echte Aufgabe ansehen, einem solchen
Lebewesen ein schönes Zuhause zu schenken.
Unsere 6 Hunde, darunter 2 blinde und 1 querschnittsgelähmtes
Dackelmädchen (mit Rolli und
Rutschsack), sind typische Beispiele dafür. Alle vertragen sich
von Anfang an bestens, freuen
sich über jede Gelegenheit zu
einer „Gassirunde“ sowie über
Leckerlis und Schmusestunden
wie jeder andere „gesunde“
Hund auch. Und es ist unglaublich, wie schnell sie eine ganz
enge Bindung zu „Mutti“ und
„Vati“ aufbauen, ihre anfängliche Resignation und Angst
bzw. Schreckhaftigkeit verlieren, sich gerne helfen lassen
und ihren „Besitzern“ ganz viel
an Liebe zurückgeben.
Machen Sie doch auch einmal den Versuch, und aus einer „Pflegestelle“ wird dann
vielleicht eine glückliche und
(hunde-)lebenslange Beziehung
...
17
Magazin
Gefahrtiergesetz
in Nordrhein-Westfalen
Vogelspinnen sollen nach dem neuen
Gesetz zu den anzeigepflichtigen
Tieren gehören.
Foto: sikapaulus, pixelio.de
ihres Terrariums der betreffenden Tierart angemessen waren. Die Verabschiedung eines Gefahrtiergesetzes
kommt demnach nicht nur der Sicherheit der Bevölkerung zugute, sondern
wird unzähligen Tieren erhebliches
Leid ersparen.
I
m Oktober letzten Jahres stellte Umweltminister Remmel den Entwurf
eines Gefahrtiergesetzes für NRW
vor. Das Gesetz soll die Haltung potenziell gefährlicher Tiere regeln und
die einiger sehr gefährlicher Arten
sogar verbieten. Verboten wird beispielsweise die Haltung verschiedener
sehr gefährlicher Spinnenarten und
Skorpione, Giftschlangen, Großechsen, Großkatzen und verschiedener
Primaten. Anzeigepflichtig soll die
Haltung von Tieren mit geringerer
Gefährlichkeit werden, unter anderem verschiedene giftige Fischarten,
Riesenschlangen, verschiedene Vogelspinnen, Schnappschildkröten und
wildlebende Katzenarten. Für die Haltung dieser Tiere sollen einige Auflagen gelten, so muss der Besitzer zum
Beispiel einen Sachkundenachweis
erbringen, bestimmte bauliche Vorkehrungen zur Erhöhung der Sicherheit
treffen und eine Haftpflichtversicherung für die Tiere abschließen.
Der ETN e.V. begrüßt den Gesetzentwurf grundsätzlich, da viele der
genannten Tierarten von Privatleuten
kaum artgerecht gehalten werden
können, und das Gesetz somit helfen
kann, tierquälerische und unsachge-
18
mäße Haltungen von Wildtieren und
Exoten zu verhindern. Besonders der
Nachweis der Sachkunde stellt eine
längst überfällige Forderung dar,
denn insbesondere Reptilien, die zunehmend in deutschen Privathaushalten zu finden sind, stellen ausnahmslos besondere Ansprüche an die
Haltungsbedingungen, denen
häufig nicht nachgekommen
wird. Die Tiere sind in Zoohandlungen oder auf Terraristikbörsen leicht zu erwerben,
und die Käufer werden meist
schlecht über die Ansprüche
und Eigenschaften der Tiere
informiert. So ergab beispielsweise eine deutschlandweite
Untersuchung der Universität
Leipzig, dass lediglich bei
10% der befragten Reptilienhalter Größe und Ausstattung
Nach Ansicht des ETN geht der Gesetzentwurf aber nicht weit genug.
Zusätzlich zu den vorgeschlagenen
Verboten und Pflichten im Gefahrtiergesetz sollte außerdem auch der Verkauf gefährlicher, anzeigepflichtiger
Tiere stärker reglementiert werden.
Wer eines der gelisteten Tiere kaufen
oder übernehmen möchte, sollte bereits
beim Kauf seinen Sachkundenachweis
vorzeigen müssen. Der Verkäufer muss
Die Grüne Mamba (Dendroaspis viridis) ist eine der
Giftschlangen, deren Haltung
verboten werden soll.
Foto: Michael Lorenzet,
pixelio.de
Respektiere
Magazin
dies dann dokumentieren, so dass Behörden gegebenenfalls darauf zugreifen können. So könnte von vornherein
eine bessere Kontrolle von Haltern
gefährlicher Tiere erfolgen, und eine
Sachkunde des Halters wird von Anfang an besser gewährleistet als bei
einer reinen Anzeigepflicht. Bei einer
Anzeigepflicht, wie im Gesetzentwurf
vorgesehen, ist es nämlich denkbar,
dass viele Halter dieser Verpflichtung
nicht nachkommen, und solch illegale
Haltungen gefährlicher Tiere von den
Behörden dann nicht wahrgenommen
werden.
Darüber hinaus schließt das Gesetz
Zirkusse und gewerbliche Betriebe von
den Regelungen aus, was aus Sicht
des Tierschutzes nicht nachvollziehbar
ist. Insbesondere Wildtiere und Exoten in Zirkussen vegetieren oft in viel
zu kleinen Käfigen vor sich hin und
sind während ihrer Auftritte tagtäglich
enormem Stress ausgesetzt. Zirkussen
und gewerblichen Betrieben ist es aufgrund von Platzmangel und baulicher
Restriktionen meist nicht möglich, die
Tiere artgerecht und sicher zu verwahren, wodurch nicht nur die Tiere erheblich leiden, sondern auch Besucher
und Kunden unangemessenen Risiken
ausgesetzt werden.
Grundsätzlich stellt das Gefahrtiergesetz für NRW aber einen Schritt in
die richtige Richtung dar, da es die
Haltung von Wildtieren und Exoten
prinzipiell erschwert und nur wirklich
sachkundigen und passionierten Besitzern die legale Haltung der Tiere
ermöglicht. Insgesamt wäre eine
deutschlandweit einheitliche Regelung
wünschenswert, denn im Moment unterscheiden sich die Gesetze von Bundesland zu Bundesland stark. NRW
ist das neunte Land, das ein Gefahrtiergesetz einführt, und neben Hessen
und Berlin das dritte, das die Haltung
bestimmter gefährlicher Tiere ganz
verbietet. Auch ein bundesweites Verbot gewerblicher Tierbörsen ist aus
Tierschutzsicht unverzichtbar.
Im Namen der Tiere
Ein Gesetz eröffnet Perspektiven
für Mastputen, Zuchtsauen & Co.
E
ndlich haben die Tiere in mittlerweile fünf Bundesländern
(Tendenz steigend) auch eine
juristische Stimme. Das im Tierschutz
relativ neue Verbandsklagerecht bestimmt, dass Vereine und Verbände
die Rechte der Tiere an deren Stelle
auch gerichtlich einfordern können
(siehe auch Respektiere 1/2014).
Doch warum ist das eine gute Nachricht, und was bedeutet dieses Klagerecht eigentlich in der Praxis?
Das Besondere an der Regelung ist,
dass normalerweise nur derjenige
klagen kann, dessen Rechte verletzt
werden. Da Tiere aber keinen Anwalt
beauftragen und nicht vor einem Gericht ihre Rechte einfordern können
- oder an wie viele Mastschweine im
Zeugenstand können Sie sich spontan
erinnern? -, sind bestimmte Tier- und
Naturschutzvereine seit kurzem berechtigt, sozusagen in Vertretung der
Tiere auch Klagen einzureichen und
deren Rechte wirkungsvoll zu verteidigen. Der ETN e.V. ist einer der aner-
kannten Vereine, die in NRW dieses
Recht wahrnehmen dürfen.
Das hat weitreichende Konsequenzen.
So konnten Vereine bis jetzt beispielsweise Verstöße gegen das Tierschutzgesetz nur bei den Behörden anzeigen und hatten darüber hinaus keinen
Einfluss mehr. Wird jetzt dem ETN ein
Fall bekannt, in dem beispielsweise
ein Mastbetrieb seinen Tieren nicht
den gesetzlich vorgeschriebenen Platz
zugesteht, kann der Verein die Zustände vor Ort von einem Gericht überprüfen lassen und seine eigene Sichtweise einbringen. Auf diese Weise kann
er den Bedürfnissen der Tiere direkt
eine Stimme geben und ist nicht allein
auf die Entscheidungen der Behörden
angewiesen.
Aus unserer Sicht sind die gesetzlichen
Vorschriften allerdings an vielen Stellen nicht ausreichend. Deswegen ist
am neuen Verbandsklagerecht nicht
das Klagerecht an sich am wichtigsten,
sondern eher die Möglichkeiten, die
Foto: Bettina Stolze, pixelio.de
Respektiere
19
Magazin
es mit sich bringt. Denn wer ein Recht
zur Klage hat, muss auch Informationen bekommen. Woher sollte er sonst
wissen, ob und wogegen er sich stark
machen möchte? So hat der ETN unter anderem das Recht, in die Genehmigung von Bauvorhaben einbezogen zu werden. Die Vereine erhalten
eine Benachrichtigung und können
anschließend Einsicht in
die Akten einfordern. Wenn
also zum Beispiel ein neuer
Schweinestall für die Mast
gebaut werden soll, können
alle zugelassenen Vereine
den Antrag genau prüfen, Bedenken äußern und Aspekte
einbringen, die den Behörden
vielleicht nicht bekannt, nicht
bewusst oder schlicht egal sind.
Das Thema Schweinemast ist
ein gutes und brandaktuelles
Beispiel für einen Fall, in dem
der Tierschutz von seinen neuen
Rechten Gebrauch macht. Sauen
in großen Zuchtbetrieben werden
einen guten Teil ihres Lebens in engen Kastenständen gehalten. Laut
der Verordnung zur Haltung von
Nutztieren (der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung – die juristische
Sprache liebt solche Wortungetüme
sehr) müssen diese Kastenstände
65-70 cm breit sein. An ein Umdrehen in diesen Ständen ist ohnehin
nicht zu denken. Gemäß derselben
Verordnung müssen die Tiere jedoch
die Möglichkeit haben, ungehindert
aufzustehen, sich hinzulegen und alle
Gliedmaßen sowie den Kopf auszustrecken. Genau an diesem Punkt hat
die Organisation Animal Rights Watch
(ARIWA) einen Ansatzpunkt gefunden. Denn Sauen werden heutzutage
oft zwischen neunzig Zentimetern und
einem Meter hoch und können sich
daher in den schmalen Kästen nicht
mehr ausstrecken, wie es die Verordnung doch ausdrücklich vorsieht.
Also brachte ARIWA diese Bedenken
in einigen Verfahren zur Genehmigung von neuen Schweineställen zur
Sprache - eine Möglichkeit, die dem
Verein nur durch das neue Verbandsklagerecht zur Verfügung steht. Zuvor
hatte kein Verein die Möglichkeit, sich
zu Baugenehmigungen zu äußern, da
diese eine Sache zwischen Landwirten
20
Foto: Stefan Schwarz, pixelio.de
Thorben Wengert, pixelio.de
Ende kann das neue Verbandsklagerecht so zu einer echten Verbesserung
im Leben der Schweine führen. Ein
großer Gewinn!
und Behörden waren. Erst durch das
neue Gesetz müssen die anerkannten
Tierschutzvereine Einblick in die Akten
erhalten und dürfen sich dazu äußern.
Das große Ziel ist natürlich, die Kastenstände komplett abzuschaffen und
Schweine nur noch in Gruppen zu
halten. Dies kann über die Einwände
zur Breite der Kastenstände indirekt
erreicht werden. Ab einer Breite von
einem Meter lohnen diese sich nämlich nicht mehr; ein Meter wäre aber
mindestens nötig, um auch großen
Tieren ein ausgestrecktes Liegen zu
ermöglichen. So, wie es das Gesetz
auch vorsieht. ARIWA plant nun, Klage gegen die zu engen Kastenstände
einzureichen. Gleichzeitig soll in einer Arbeitsgruppe, an der auch der
ETN teilnehmen wird, gemeinsam mit
dem Ministerium über eine Änderung
der Verordnung beraten werden. Am
Ein ähnliches Vorgehen erhoffen sich
der ETN, ARIWA und die anderen
Partnervereine, die seit Februar 2015
ein gemeinsames Büro zum Verbandsklagerecht betreiben, auch für künftige Projekte dieser Art. Das ist viel
Arbeit und - im Fall der Klage - auch
ein finanzielles Risiko. Das gemeinsame Büro in Düsseldorf soll daher die
Kräfte der anerkannten Vereine bündeln und die Zusammenarbeit koordinieren. Das Expertenwissen der einzelnen Partner wird optimal genutzt
und die Arbeit verteilt. So können die
Rechte der Tiere nicht nur im Fall von
Bauanträgen für Mastställe, sondern
in vielen unterschiedlichen Bereichen
wie der Ausarbeitung von neuen Gesetzesvorschlägen, der Genehmigung
und Kontrolle von Tierversuchen oder
der Bekämpfung von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz mit vereinten Kräften wahrgenommen werden.
Wichtig im Sinne des Tierschutzes ist
vor allem das mit dem Recht zu klagen
verbundene Recht auf Information und
Mitwirkung. Ein tatsächliches gerichtliches Verfahren wird hoffentlich die
Ausnahme bleiben.
Respektiere
Kaltwasserkorallen
Umwelt
Artenvielfalt in kühler Umgebung
Foto: Torsten Gudescheit, pixelio.de
Wer kennt nicht die Bilder bunter Korallenriffe auf tropischen Atollen und in seichten Meeresbuchten? Sonnenschein, warmes, azurblaues Wasser, Palmenstrände …
Aber es geht auch anders, wie man seit einigen Jahren weiß. Korallenriffe sind nicht
an tropische, lichtdurchflutete Gewässer gebunden, sondern finden sich auch in Tiefen von über dreitausend Metern, wo ständige Dunkelheit und Temperaturen um vier
Grad Celsius herrschen.
Respektiere
21
Umwelt
K
orallen
gehören
zu
den
Nesseltieren, sind also eng
verwandt mit Quallen, leben
im Gegensatz zu diesen aber sessil,
das heißt, festsitzend an einem Ort.
Kolonien von Korallen bestehen aus
vielen einzelnen zylinderförmigen
Polypen, die mit ihren Fußscheiben
am Untergrund festsitzen und um
ihre Mundöffnung herum zahlreiche
Tentakeln besitzen, die sie dazu
befähigen, Plankton aus dem Wasser
zu fangen. Neben Hornkorallen
und solchen mit ledernem Skelett
sind überwiegend die Steinkorallen
(Scleractinia) für die Bildung großer
Riffe verantwortlich, da sie zu den
kalkabscheidenden Korallen gehören.
Denkt man an diese typischen
riffbildenden Korallen, hat man als
erstes die wärmeliebenden Arten vor
Augen, die in tropischen Gewässern
nah unter der Oberfläche leben und
solch eindrucksvolle Strukturen wie
beispielsweise das Great Barrier Reef
vor Australien ausbilden. Doch wie sich
in den vergangenen Jahren gezeigt
hat, findet man große Korallenriffe
längst nicht nur in warmen Gewässern.
Mittlerweile sind mehr als 3.400
Arten von Kaltwasserkorallen bekannt,
die perfekt an ein Leben in tiefen
Gewässern mit Wassertemperaturen
von durchschnittlich vier Grad Celsius
angepasst sind.
Verwandt und doch so
unterschiedlich
Warmwasserkorallen in tropischen
Riffen leben im Gegensatz zu
ihren „kalten“ Verwandten in den
lichtdurchfluteten, oberen Bereichen
von warmen Gewässern, und das
Tropisches Riff
Foto: Dieter Schütz, pixelio.de
22
hat einen Grund: Tropische
Korallen leben in Symbiose mit
Einzellern, den sogenannten
Zooxanthellen, die sie in ihrem
Gewebe
einlagern.
Diese
einzelligen Algen betreiben
Photosynthese und versorgen
dadurch den Korallenpolyp
mit Zucker und anderen
Nährstoffen - die Korallen sind
also nicht auf Nahrungszufuhr
von außerhalb angewiesen.
Da Photosynthese nur in hellen
Teil eines Kaltwasserkorallenriffs in der Antarktis
Tiefenzonen funktioniert, könFoto: J. Gutt, W. Dimmer, Alfred-Wegener-Institut_
nen Warmwasserkorallen nur
Marum, University of Bremen
in der Nähe der Oberfläche
existieren. Ihre Verwandten,
die Kaltwasserkorallen, leben
dagegen in völlig finsteren
Tiefen - die Einlagerung von Algen einer Tiefe von zwanzig Metern,
macht für sie keinen Sinn. Die der Großteil der Individuen ist
Polypen sind auf externe Nahrung aber zwischen zweihundert und
angewiesen und „gehen“ deshalb vierhundert Metern tief zu finden.
regelrecht auf die Jagd. Mit ihren Doch wie überall im Tierreich gibt es
Tentakeln fischen die einzelnen auch unter den Kaltwasserkorallen
Polypen Plankton, Kleinstlebewesen Ausnahmeerscheinungen, die an
und andere schwebende Partikel, die extreme Bedingungen angepasst sind
an ihnen vorbeigetrieben werden, und beispielsweise Tiefen von über
aus dem Wasser. In den kalten, dreitausend Metern oder Bereiche mit
sauerstoffreichen
Tiefengewässern Wassertemperaturen von einem Grad
gibt es davon reichlich. Aus Celsius besiedeln (so beispielsweise
antarktische
Tiefseekoralle
diesem Grund konzentrieren sich die
Kaltwasserkorallen auch auf Bereiche, Flabellum impensum). Die Polypen
in denen eine starke Strömung der Korallen können einzeln am
herrscht. Die starke Wasserbewegung Meeresboden haften oder Kolonien
hilft den festsitzenden Tieren auch bilden, die riesige Kalkhügel von bis
bei der Fortpflanzung, indem sie Eier zu dreihundert Metern Höhe formen
und Spermien über weite Strecken können. Solche Berge können mehrere
transportiert und so zur Ausbreitung Kilometer lang und viele Millionen
der Korallen beiträgt. Außerdem sorgt Jahre alt sein. Der Grund für dieses
die Strömung dafür, dass sich kein biblische Alter liegt im langsamen
Sand oder Abfall auf den Korallen Wachstum der Kaltwasserkorallen
und der zumindest ehemaligen
ablagert, der sie ersticken könnte.
Unberührtheit ihres Lebensraumes;
selbst Einzeltiere werden teilweise
Leben in Finsternis
Die
ersten
Funde
von über eintausend Jahre alt.
Kaltwasserkorallen
wurden
schon vor mehreren hundert Die Riffe der Kaltwasserkorallen
Jahren gemacht, als Ko- beherbergen aber nicht nur unzählige
rallenbruchstücke
immer Korallenpolypen, sondern bieten auch
wieder
in
Fischernetzen zahlreichen anderen Fischen, Krebsen
hängen blieben. Aber erst seit und weiteren wirbellosen Tieren
es moderne Tauch-U-Boote Zuflucht. Allein im Nordatlantik wurden
und -roboter gibt, wurde bisher 1.300 Arten identifiziert, die
das gesamte Ausmaß der in und mit den Riffen leben. So sind
einzigartige
Korallenriffe sichtbar. Riffe von Kaltwasserkorallenriffe
Kaltwasserkorallen erstrecken Zufluchtsorte der Tiefsee und formen
eigenes,
außergewöhnliches
sich in allen Weltmeeren ihr
an Kontinentalrändern, an Ökosystem.
Seebergen,
entlang
des
Mittelatlantischen
Rückens,
in der Antarktis und in
Fjorden. Teilweise findet
man die Korallen schon in
Respektiere
Umwelt
Fischbestände
ausbeuten,
sondern den Tiefseeboden über
Kilometer umpflügen und alle
darauf wachsenden Strukturen
zerstören. Die zerbrechlichen
Korallenstrukturen haben den
tonnenschweren Netzen nichts
entgegenzusetzen, und so
werden über Millionen Jahre
gewachsene Strukturen mit
nur einer Fangfahrt komplett
zerstört. Da Kaltwasserkorallen
aufgrund
der
extremen
Madrepora sp. – Eine Steinkorallenart, die in
Bedingungen in ihrem Umfeld
Kaltwasserkorallenriffen zu finden ist.
sehr langsam wachsen, sind
(Foto „Madrepora coral“. Lizenziert unter Public
Riffe, die durch Schleppnetze
Domain über Wikimedia Commons - http://comzerstört wurden, und damit
mons.wikimedia.org/wiki/File:Madrepora_coral.
auch der Lebensraum für
jpg#mediaviewer/File:Madrepora_coral.jpg)
zahlreiche
Tiefseebewohner
unwiederbringlich
verloren.
Norwegische Wissenschaftler
schätzen, dass dreißig bis
Bedrohung durch die Fischerei
– Selbst die Tiefsee bleibt nicht fünfzig Prozent der Kaltwasserkorallen
in norwegischen Gewässern heute
verschont
Obwohl bisher kaum erforscht, bereits zerstört sind.
sind die Korallenriffe in der Tiefe
bereits bedroht. Bis in eine Tiefe Doch die Fischtrawler sind nicht
von 2.000 Metern reichen nämlich das einzige Problem, auch der
die Grundschleppnetze der riesigen Klimawandel bedroht die Korallenriffe
Fischtrawler, die nicht nur die letzten zunehmend. Sowohl Kalt- als auch
Warmwasserkorallen bilden ihre
Kalkskelette aus Aragonit, einer
Kalkart, die sich in saurem Wasser
besonders leicht löst. Durch den
zunehmenden CO2-Anstieg in der
Atmosphäre nimmt der Ozean auch
mehr CO2 auf, welches im Wasser
zu Kohlensäure umgewandelt wird.
Dies führt dazu, dass der pH-Wert
des Wassers sinkt; das Wasser wird
also saurer. Kalkstrukturen lösen
sich in saurem Milieu auf, unser
vermehrter CO2-Ausstoß ist mithin
eine direkte Bedrohung für die Riffe
der Kaltwasserkorallen und ihrer
tropischen Verwandten.
Erste Schutzmaßnahmen, um die
Kaltwasserkorallen zumindest vor dem
Zugriff der Fischtrawler zu bewahren,
sind in Norwegen und Großbritannien
bereits angelaufen, doch um diesen
einzigartigen
Lebensraum
vor
den Folgen des Klimawandels zu
schützen, ist jeder Einzelne gefragt.
Nur wenn jeder Konsument seinen
Energieverbrauch und CO2-Ausstoß
reduziert, werden wir auch in
Zukunft noch Kaltwasserkorallenriffe
bestaunen können.
A: Eine Lebensgemeinschaft auf einem unberührten Seeberg
B: Seeberg, nachdem ein Grundschleppnetz über die Fläche geschleppt wurde.
(Foto: CSIRO Marine Research, Linzenziert unter CC BY 2.5
(http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], über Wikimedia Commons)
Respektiere
23
Foto: Thomas Max Müller, pixelio.de
Umwelt
Aufzucht von Jungvögeln
Aber bitte richtig!
24
Respektiere
Umwelt
J
etzt im Frühjahr beginnt wieder die
Brutzeit der heimischen Vögel, und
schnell kann es auch passieren,
dass man als Spaziergänger einen
vermeintlich hilflosen Jungvogel entdeckt. Angesichts solch eines kleinen,
zerrupften Vogelbabys kommt man
dann schnell auf die Idee, es mit nach
Hause zu nehmen und von Hand
großzuziehen. Doch die Aufzucht
von Jungvögeln ist nicht immer ganz
leicht; viele Arten haben spezielle
Bedürfnisse, und oft tut man den
Tieren einen größeren Gefallen, wenn
man die Aufzucht einem Fachmann
überlässt.
Für all diejenigen, die trotzdem einen
Vogel selbst aufziehen möchten,
weil es beispielsweise keine andere
Möglichkeit gibt, wollen wir hier ein
paar nützliche Ratschläge geben.
Nicht jeder Vogel muss
„gerettet“ werden
Am häufigsten werden Jungvögel
aufgelesen, wenn sie schon fast
vollständig befiedert, aber noch nicht
flügge, also noch nicht flugfähig sind.
Dies ist die Phase, in der Jungvögel
beginnen, ihre Umgebung außerhalb
des Nestes kennenzulernen und ihre
Flugfähigkeit und die eigenständige
Nahrungssuche zu trainieren. Sie
werden dann je nach Vogelart noch
einige Tage bis Wochen von den
Eltern außerhalb des Nestes versorgt.
Die Eltern sind also meist irgendwo in
der Nähe, um Nahrung zu suchen,
als Spaziergänger sieht man sie aber
nicht unbedingt. Diese Phase im Leben
eines Vogels ist sehr gefährlich, da
die flugunfähigen Jungtiere leichte
Beute für Katzen sind. Dennoch
besteht hier nicht per se
die Notwendigkeit, den
Jungvogel mit nach Hause
zu nehmen.
Wenn Sie nicht sicher
sind, ob der gefundene
Vogel noch versorgt wird,
verstecken Sie sich so weit
entfernt wie möglich und
beobachten sie ihn. Ruft
er laut, und kommt selbst
nach ein bis zwei Stunden
Beobachtung kein Elternteil
mit Futter, ist der Jungvogel
wahrscheinlich
wirklich
verlassen und kann ohne
Ihre Hilfe nicht überleben.
Finden Sie einen befiederten Jungvogel an
einem gefährlichen Ort,
beispielsweise am Rand
einer Straße, können Sie
ihn vorsichtig an einen
sicheren Ort, also zu einem
Gebüsch oder ähnlichem,
tragen. Dieser Ort sollte
jedoch nicht weiter als
fünfundzwanzig
Meter
vom Fundort entfernt sein,
damit die Elterntiere den
Jungvogel auf jeden Fall
wiederfinden. Da Vögel
ihre Jungtiere auch dann
noch annehmen, wenn man
sie angefasst hat, gehen Sie
damit kein Risiko ein.
Ein verletzter Jungvogel benötigt
immer Hilfe, denn in der Natur
haben verletzte und gehandicapte
Tiere
kaum
Überlebenschancen.
Sollten Sie einen verletzten
Vogel finden, muss dieser
professionell, am besten von
einem fachkundigen Tierarzt,
versorgt werden. Ebenfalls
benötigen Nestlinge, das
heißt unbefiederte Jungtiere,
die eigentlich noch im Nest
sein müssten, Ihre Hilfe,
wenn sie außerhalb des
Nestes gefunden werden.
Die Tiere werden außerhalb
des Nestes nicht von ihren
Eltern gefüttert oder gewärmt
und werden daher mit
Sicherheit sterben, wenn
man ihnen nicht hilft. Falls
Dieses Amselküken hat sich einen gefährlichen
Sie das dazugehörige Nest
Platz ausgesucht. Es sollte vorsichtig von der
identifizieren können, sollten
Straße aufgehoben und ins sichere Gebüsch
Sie den Vogel vorsichtig
gesetzt werden.
wieder hineinsetzen und
Foto: Harry Kroppach, pixelio.de
Respektiere
Ein Nest mit jungen Bluthänflingen
Foto: Peter Hill, pixelio.de
Hausrotschwanz bei der Fütterung
Foto: Klaus-Peter Buyken, pixelio.de
eine Weile aus sicherer Entfernung
beobachten, ob er dort auch bleibt.
Kann das Nest nicht ausfindig gemacht
werden, sollte man den Jungvogel in
seine Obhut nehmen.
Jungvogel aufgenommen Was nun?
Als erstes gilt es, das Tier auf
Verletzungen zu untersuchen. Dabei
sollte man nicht nur auf Wunden
achten, sondern auch beobachten,
ob der Vogel sein Gleichgewicht
halten kann, ein Flügel herabhängt, er
Durchfall hat oder stark abgemagert
ist. Letzteres erkennt man durch
vorsichtiges Abtasten des Brustbeins.
Steht es deutlich hervor, ist das Tier
unterernährt. Fühlt sich der Vogel
kalt an, wärmen Sie ihn vorsichtig in
Ihrer Hand, und legen Sie ihn dann
in ein mit Wollsocken gepolstertes
und mit einer Wärmflasche oder
Wärmelampe beheiztes Nest (35
bis 38 Grad). Bitte polstern Sie das
25
Umwelt
Nest nicht mit Watte oder Fäden
ziehendem Material aus, das sich
um die Beine und den Schnabel des
Vogels wickeln könnte.
Um den Vogel artgerecht ernähren
zu können, muss zunächst die Art
sicher bestimmt werden. Sind Sie
sich unsicher, wenden Sie sich bitte
an einen Fachmann, denn eine nicht
artgerechte Fütterung kann für den
Vogel schlimme Folgen haben. Erste
Notfallmaßnahme vor der eigentlichen
Foto: Susanne Richter, pixelio.de - links: angelina, pixelio.de
Junge Kohlmeise
Foto: Ina Mitschke,pixelio.de
Fütterung ist die Gabe einer vom Spitzwegerich und Hirtentäschel
Traubenzuckerlösung,
die füttern. Weitere, detaillierte Inman tropfenweise seitlich formationen zum Aufzuchtfutter für
an den Schnabel gibt. Der verschiedene Vogelarten finden Sie
Vogel schluckt den Tropfen unter www.wildvogelhilfe.org.
dann von selbst herunter.
Eine Gabe direkt in den Ebenso wie ein nicht artgerechtes
Schnabel kann dazu führen, Futter kann auch eine zu umfangreiche
dass das Tier erstickt! Um Fütterung am Anfang gefährlich
herauszufinden,
welches werden - daher bitte mit kleinen
Futter für „Ihren“ Vogel am Portionen beginnen! Die Häufigkeit der
besten geeignet ist, können Futtergaben richtet sich nach Vogelart,
Sie auch eine Auffangstation Alter und Ernährungszustand des
kontaktieren, oft haben diese Tieres; generelle Angaben sind also
Stationen das benötigte schwierig. Normalerweise werden
Futter vorrätig. Für den Jungvögel von Sonnenaufgang bis
Anfang kann man sich in Sonnenuntergang gefüttert. Lediglich
der Zoohandlung Beoperlen, sehr junge Nestlinge, die noch
Handaufzuchtfutter
für keine Woche alt sind, sollten auch
Papageien oder Heimchen besorgen; nachts alle zwei Stunden gefüttert
auch Fliegen und Blattläuse sind gut werden. Halten Sie sich immer an Ihr
geeignet. Auf keinen Fall darf man Fütterungsintervall, damit dem Tier
Trockenfutter oder Mehlwürmer
verfüttern.
Letztere
werden
zwar im Zoohandel als Jungvogelfutter verkauft, können
aber
Mangelerscheinungen,
Gefiederdefekte oder Verdauungsstörungen hervorrufen.
Auch Regenwürmer sind nur
bedingt geeignet, denn sie
werden nur von Drosseln, Staren
und Rabenvögeln vertragen.
Bitte beachten Sie,
dass nicht jede Vogelart Insekten frisst,
es
gibt
durchaus
auch Vegetarier oder
Nestlinge sind noch völlig hilflos und benötigen,
Gemischtköstler. Solche
falls sie außerhalb des Nestes gefunden werden,
Arten kann man mit
immer Hilfe.
Gräsersamen, Samen
Foto: M. Großmann, pixelio.de
Sobald er selbständiger wird, sollte
jeder Jungvogel eine Bademöglichkeit in
der Voliere haben, damit sein Gefieder
ausreichend eingefettet wird.
26
Respektiere
Umwelt
Pausen für die Verdauung bleiben,
auch wenn ein Jungvogel bei Ihrem
Anblick permanent bettelt. Als
Faustregel gilt: Je älter der Jungvogel,
desto länger die Abstände zwischen
den Futtergaben.
Damit der Jungvogel seine
Flugmuskulatur ausreichend
trainieren kann, benötigt
das Tier aber regelmäßigen
Freiflug.
Die Einrichtung des Käfigs
sollte
sich
nach
dem
natürlichen Lebensraum und
dem Verhalten der jeweiligen
Vogelart richten. So kann
man Amseln, die ihr Futter
im Laub am Boden suchen,
beispielsweise Erde und
Laub auf den Käfigboden
geben. Meisen, die vor
Diese junge Amsel lebt nicht mehr im Nest.
allem im Geäst unterwegs
Sie ist noch nicht flügge und wird von den Eltern am
sind, benötigen zahlreiche
Boden gefüttert. Solange der Jungvogel nicht verletzt
Äste in der Voliere und
ist und von den Eltern versorgt wird, besteht kein
Kleiber und Spechte ein
Grund, das Tier mit nach Hause zu nehmen!
großes Rindenstück, an dem
Foto: Rolf Handke, pixelio.de
sie sich festkrallen können.
Eine Bademöglichkeit darf
in keinem Käfig fehlen,
denn nur durch das Baden und die ein Küken gefunden, sollte das Jungtier
anschließende
Gefiederreinigung am besten bei einer Wildvogelstation
werden die Federn ausreichend abgegeben werden. Ist auch dies
eingefettet, so dass der nicht möglich, muss man die Disziplin
Vogel nach dem Auswildern aufbringen, engen Kontakt mit dem
Vogel außerhalb der Fütterung zu
bei Regen nicht durchnässt.
vermeiden, was besonders Kindern
Edelfinken, Gimpel und oft schwerfällt. Doch schließlich ist
Sperlinge, deren Nahrung das Ziel ja, einen gesunden und
zu einem großen Teil aus selbständigen Vogel heranzuziehen,
Körnern und pflanzlichen der später in der freien Natur
Materialien besteht, müssen realistische Überlebenschancen hat.
vor
der
Auswilderung Dafür lohnt es sich, Abstand zu halten.
lernen, selbständig Körner
zu knacken. Dafür gibt man Insgesamt ist die Aufzucht von
anfangs entweder gekeimte Jungvögeln eine sehr anstrengende
oder
gewalzte
Körner und zeitraubende Aufgabe, bei der
unter das Futter und erhöht man sich immer dessen bewusst
den Anteil ganzer Körner sein sollte, dass es sich bei dem
langsam, bis der Vogel Zögling um ein Wildtier handelt.
Das Betteln von Nestlingen nennt man „Sperren“.
gelernt hat, eigenständig Wer die nötige Distanz nicht wahren
Foto: SarahC., pixelio.de
oder die Zeit für die Versorgung
Körner zu fressen.
nicht aufbringen kann, sollte den
Wichtig bei der Aufzucht ist Jungvogel lieber einer Auffangstation
es, darauf zu achten, dass anvertrauen, denn manchmal kann
der Jungvogel nicht auf den es verantwortungsvoller sein, ein Tier
Menschen fehlgeprägt wird, in sichere Obhut abzugeben als es
denn ein auf Menschen selbst zu pflegen.
geprägter Vogel wird auch
Infos
und
detaillierte
nach der Auswilderung Weitere
immer wieder die Nähe Anleitungen finden Sie unter www.
des Menschen suchen und wildvogelhilfe.org
damit schnell ein Opfer von
Katzen. Am einfachsten kann
man solch eine Fehlprägung
vermeiden, indem man
mehrere Jungvögel aufzieht,
wobei es sich auch nicht
zwingend um dieselbe Art
Foto: blitzmaerker, pixelio.de
handeln muss. Hat man nur
Der Abschied naht
Wildvögel sind keine Haustiere
und sollten deshalb in die Freiheit
entlassen werden, sobald sie flügge
sind. Nesthocker, also Vögel, die bis
zum Erreichen der Selbständigkeit
im Nest bleiben (beispielsweise
Singvögel und Rabenvögel), werden
von Tag zu Tag selbständiger und
beginnen,
normalerweise
unter
Aufsicht
der
Vogeleltern,
ihre
Umgebung zu erkunden. Auch wenn
der Vogel in dieser Phase noch
von Ihnen gefüttert wird, sollten
Wasser und Futter nun immer zur
freien Verfügung bereitstehen. Auch
muss nun der Käfig der Größe und
dem Erkundungsdrang des Vogels
angepasst werden; eine Voliere
bietet Platz für erste Flugversuche.
Respektiere
27
Service
Serie "Mehr Platz für wilde Tiere"
28
Respektiere
Foto: Ines Weinert, pixelio.de
Teil 3: Von Blümchen
und Bienchen
Service
Honig- und Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen gehören zu den Insekten, die
die Hauptaufgabe der Blütenbestäubung übernehmen, sowohl bei Wildblumen und
Bäumen als auch im landwirtschaftlichen Bereich. Doch in den letzten Jahren können
die Insekten dieser Aufgabe immer weniger nachkommen, denn nicht nur die Anzahl
der Honigbienen geht zurück, auch Wildbienen und andere wilde Bestäuber werden
zunehmend seltener.
G
rund für den Bestandseinbruch
der Honigbiene innerhalb der
letzten Jahre ist die Ausbreitung
der Varroamilbe, ein Parasit aus
Asien, der neben der Bienenbrut
auch erwachsene Tiere befällt und
binnen kurzer Zeit einen ganzen Stock
auslöschen kann. Zudem belegen
einige
neuere
wissenschaftliche
Studien, was Imker schon lange
vermuten: Der Einsatz bestimmter
Pestizide, die beispielsweise die
Wirkstoffgruppe der Neocotinoide
enthalten, wirken sich schädigend
auf das Nervensystem und die
allgemeine Fitness der Bienenvölker
aus. Doch die Nutzung von Pestiziden
ist nicht der einzige Faktor im
Bereich der Landwirtschaft, der sich
negativ auf bestäubende Insekten
auswirkt. Ein bedeutender Faktor
ist der in den letzten Jahrzehnten
stetig angewachsene Anteil an
Monokulturen. Die Intensivierung der
Landwirtschaft hat eine Verarmung der
pflanzlichen Artenvielfalt nach sich
gezogen; viele Wildblumen, die früher
allgegenwärtig waren, sind heute
kaum noch zu finden. Im traditionellen
Acker- und Getreideanbau haben
Wildkräuter keinen Platz mehr,
und im Bereich der Kulturpflanzen
bieten nur Raps und Obstbäume
regional ausreichend Pollen und
Nektar. Nach deren Blüte bricht die
Nahrungsversorgung der Insekten im
Juni fast vollständig zusammen; die
Folge ist Nahrungsmangel und eine
stetige Schwächung von Honigbienen
und wilden Insekten. Auch Wiesen
und Weiden bieten heute kaum
mehr Nahrung, da meist vor der
Blüte gemäht wird, und die Flora der
Grünflächen immer einseitiger wird.
Wie kann ich Bestäuber
fördern?
Nicht nur Landwirte können durch
Grünstreifen, Untersaaten oder Flächenstilllegung Insekten zu mehr
Nahrungspflanzen verhelfen, auch
jeder privater Gartenbesitzer kann
etwas zum Schutz von Biene und Co.
beitragen. Nektar und Pollen müssen
vom Frühjahr bis zum Herbst verfügbar
sein, was sich durch den gezielten
Anbau von Pflanzen mit verschiedenen
Blühzeitpunkten erreichen lässt.
Im Gemüsebeet kann man beispielsweise Gründüngungspflanzen
(z.B. Phacelia, Buchweizen, Senf,
Kleearten) nicht nur nach der Ernte,
sondern auch vor der Aussaat oder als
Zwischenfrucht anbauen. Das reichert
den Boden mit Nährstoffen an und
bietet Insekten über einen
breiten Zeitraum Nahrung.
Nicht nur schön anzusehen,
sondern auch sehr nützlich
ist es, wenn man einzelne
Gemüse (z.B. Zwiebeln
oder Möhren) auch einmal
aufblühen lässt.
Auch Kräuter kann man
aufblühen
lassen,
sie
werden besonders gerne
von Insekten besucht. Da
man sie dann nicht mehr
verwenden kann, sollte der
Bienenfreund also einfach
ein paar Kräuter mehr
aussäen.
Schon ein kleiner, ungenutzter Grünstreifen
neben Ackerflächen kann Bestäubern das
Überleben erleichtern.
Foto: Günter Rupprich, pixelio.de
Respektiere
Im Blumenbeet gilt: Zuchtformen mit gefüllten Blüten
Blüte einer Gemüsezwiebel
Foto: M. Großmann, pixelio.de
(beispielsweise bei Narzissen oder
Dahlien) enthalten keinen Nektar
mehr, sie sind also schön anzusehen,
für Bienen aber vollkommen nutzlos.
Ein Garten mit möglichst vielen
verschiedenen Stauden, Frühblühern
und Sommerblumen bietet auch den
teilweise sehr stark auf eine Pflanzenart
spezialisierten Wildbienen Nahrung.
Die bevorzugten Nahrungspflanzen
wie
beispielsweise
Fetthenne
oder Rainfarn sind dabei auf die
Rüssellänge der Wildbienen abgestimmt. Schwebfliegen findet man
hingegen häufig auf Doldenblütlern,
Strohblumen
oder
Herbstastern,
während Hummeln meist Blumen mit
röhrenförmigen Blüten (z.B. Fingerhut,
Enzian, Rittersporn und Lupinen)
bevorzugen.
Wer einen größeren Garten hat, der
kann einzelne Ecken oder Flächen auch
wild wachsen lassen. So wird sich auf
einem vorher eher öden Rasenstück
schnell
eine
Wildblumenwiese
entwickeln;
unter
Umständen
kann man dieser Entwicklung mit
bienenfreundlichen Saatmischungen
ein wenig auf die Sprünge helfen.
Solche Wildblumenwiesen sollte man
dann selbstverständlich auch nicht
29
Service
Geranien sind beliebt, aber für
Biene und Co. nutzlos.
Foto: Rolf Handke, pixelio.de
öfter als ein- oder zweimal im Jahr
mähen.
Keine Wüsten in Balkonkasten
und Co. schaffen
Balkonkästen und Pflanzgefäße sind
oft hübsch mit allerlei Zierblumen
bepflanzt, bilden aber für bestäubende
Insekten allzu oft bunte Wüsten.
Denn die beliebtesten Balkonblumen
wie Geranien, Fleißige Lieschen und
Petunien haben wenig bis gar keinen
Nektar.
An Stelle dieser Balkonpflanzen kann
man trockenheitsverträgliche, niedrig
wachsende Gartenstauden, die Fächerblume, eine farbenprächtige
Alternative zur Geranie, oder für
Balkongefäße geeignete Sommerblumenmischungen verwenden.
oft hohe Torfanteile und ist daher
für Wildstauden meist ungeeignet.
Besser eignen sich eigene Mischungen
aus
Gartenerde,
Grün- oder Rindenkompost und
Sand. Über den Winter sollten
Dauerbepflanzungen nicht austrocknen, also Gießen nicht vergessen!
Bei der Pflanzenauswahl ist zu
beachten, dass wärme- und
trockenheitstolerante Wildpflanzen grundätzlich besser mit
den speziellen Bedingungen in
Blumenkästen
zurechtkommen.
Für sonnige Standorte kann man
beispielsweise die Kartäusernelke
oder
den
Frühlingsthymian
nehmen,
für
Pflanzkübel
im
Halbschatten eignen sich Rotes
Seifenkraut, Katzenminze und die
Knäuelglockenblume.
Zahlreiche Tipps und Tricks sowie Listen
mit Bepflanzungsvorschlägen finden
sich auch unter www.bluehendelandschaft.de
Auch Insekten brauchen ein
Zuhause
Insbesondere bei den Wildbienen
ist
neben
Nahrungsknappheit
auch das Fehlen geeigneter Nistmöglichkeiten verantwortlich für den
Bestandrückgang vieler Arten. Mit
einem Insektenhotel oder kleineren
Einzelbehausungen
kann
man
Wildbienen und anderen Insekten
über diese Not hinweghelfen.
Hummeln gründen in jedem Jahr
einen neuen Staat; dazu macht
sich die Königin im Frühjahr auf
die Suche nach einem geeigneten
Nistplatz. Wenn Sie den Hummeln
bei ihrer Suche behilflich sein wollen,
können Sie mit einfachen Mitteln
ein Hummelhotel in Ihrem Garten
errichten. Dazu benötigen Sie
einen Tontopf (mindestens zwanzig
Zentimeter Durchmesser) mit einem
Loch im Boden, einen gewölbten
Dachziegel und Holzwolle. Der
Tontopf wird mit Holzwolle ausgestopft
und so im Garten vergraben, dass er
mit dem Boden nach oben ungefähr
ein bis zwei Zentimeter aus der
Erde herausragt. Damit es in das
Einflugsloch
nicht
hineinregnet,
wird ein gewölbter Dachziegel über
den Topf gelegt.
Mit ein wenig mehr Aufwand kann man
auch für verschiedene Insektenarten
ein komplettes Insektenhotel bauen.
Ein Insektenhotel kann unterschiedliche
Elemente enthalten:
Angebohrte Stamm- und Astscheiben
Viele Wildbienenarten wie Masken-,
Blattschneider-, Mauer- und Löcherbienen nutzen in der Natur Fraßgänge
von Käfern im Holz, um dort ihre
Auch heimische Wildpflanzen eignen
sich gut für Blumenkästen, wenn
man einige Dinge beachtet. Da die
mehrjährigen, winterfesten Pflanzen
auch im Winter draußen stehen
bleiben, sollten die Pflanzgefäße
frostsicher sein und eine gute Drainage
besitzen. Normale Blumenerde enthält
Hier bleibt wenig Platz für Biene und Co.
Foto: siepmannH, pixelio.de
30
Insektenhotel mit Lehmfläche (unten links) für
grabende Wildbienenarten
Foto: Rainer Sturm, pixelio.de
Respektiere
Service
Foto:
links: MEG, pixelio.de
links unten: I. Rotsch, pixelio.de
unten: M Berthold, pixelio.de
Foto: Peter Bohot, pixelio.de
Eier abzulegen. Im Insektenhotel
kann man solche Nistmöglichkeiten
schaffen, indem man in Holzblöcke
oder dicke Holzscheiben Löcher mit
einem Durchmesser von zwei bis
neun Millimetern bohrt. Man sollte
dazu kein Holz von Nadelbäumen
verwenden, da es zu weich ist, und
zusätzlich darauf achten, dass das
Holz gut durchgetrocknet ist.
Lehmfüllung
Eine Holzkiste mit einer mindestens
fünfzehn Zentimeter dicken Lehmschicht bietet grabenden Wespen- und
Bienenarten Platz für ihre Nistgänge.
Um grabende Arten anzulocken, kann
man Löcher von vier bis neun Millimeter
Durchmesser und drei Zentimeter
Tiefe vorbohren. Die Bienenweibchen
werden dadurch animiert, sich
Respektiere
anzusiedeln und die Gänge fortzusetzen.
Lochziegel
Loch- und Gitterziegel
eignen sich gut als
Nisthilfe für im Mauerwerk nistende
Wildbienenarten. Löcher in Gitterziegeln sind meist viel zu groß;
Abhilfe kann man hier schaffen, indem
man Pflanzenröhrchen, beispielsweise
aus Bambus, in die Hohlräume
schiebt. Die Röhrchen kann man
entweder so dicht aneinandersetzen,
dass sie von alleine halten, oder man
befestigt sie mit Lehm. Außerdem
sollten sie an der Rückseite mit Lehm
verschlossen werden und eine leichte
Neigung nach unten besitzen, damit
kein Regenwasser hineinlaufen kann.
Pflanzenstängel, Zweigabschnitte
Hohle und markhaltige Abschnitte
von Brombeer-, Holunder-, Schilf-,
Forsythien- oder Bambusstängeln
liefern vielen Insektenarten geeigneten
Wohnraum.
Zuerst
müssen die Pflanzenröhrchen von
Blättern und Seitentrieben befreit
und in Stücke von mindestens
zehn Zentimeter Länge geschnitten
werden. Schneidet man die Stängel
so, dass am hinteren Ende ein Knoten
liegt, sind sie auf natürliche Weise
verschlossen. Nach einer gewissen
Trocknungszeit kann man die Stängel
bündeln, an regengeschützter Stelle
einzeln aufhängen oder in seinem
Insektenhotel unterbringen. Damit die
Stängel nicht aus dem Insektenhotel
herausfallen oder von Vögeln
herausgezogen werden, kann man
Kaninchendraht davor spannen. Hat
man keine Lust, auf die Suche nach
Pflanzenstängeln zu gehen, leisten
eingerollte Schilfrohrmatten aus dem
Baumarkt ebenfalls gute Dienste.
Wichtig beim Bau und bei der
Anbringung
eines
Insektenhotels
ist, dass es eine Rückwand und ein
Dach besitzt und an einem regenund
windgeschützten,
sonnigen
Platz aufgestellt wird. Keinesfalls
sollte man auf die Idee kommen, das
Insektenhotel im Winter oder Frühjahr
zu säubern und dabei verschlossene
Löcher oder Stängel zu öffnen, denn
dadurch
würden
überwinternde
Insekten oder ihre Brut getötet.
Insektenhotels müssen nicht groß und
klobig sein, sondern können auch sehr
dekorativ aussehen.
Foto: Ute Mulder, pixelio.de
31
Service/Buchtipps
Die Herausgeberin, Ann-C
atrin Schmidt, wünscht
sich, mit diesem kleinen
Buch ein Mitgefühl für
die Straßenhunde zu wecke
n. Mitgefühl für die
Hunde, die alle eine Gesch
ichte auf den Straßen
Rumäniens erlebt haben
!
Jedes einzelne Hundeherz ist es
wert, Geduld, Zeit und Wertschätzu
ng
entgegengebracht
Vagabonzi
Von Huib Rutten
Der Bildband ‚Vagabonzi‘ zeigt
in eindrucksvollen Schwarz-WeißBildern das alltägliche Leben der
Hunde in Rumänien; auf der Straße
und im größten Tierheim der Welt,
der Smeura. Die eindringlichen
Fotografien zeigen junge und alte
Hunde, kranke und gesunde, Hunde,
die sich in kleinen Rudeln auf den
Straßen behaupten müssen, die sich
vertrauensvoll an die Mitarbeiter des
Tierheims Smeura schmiegen, Hunde,
die betteln, vielleicht verängstigt, aber
niemals aggressiv oder bedrohlich
daherkommen. Die Fotos sind nicht
auf Effekthascherei aus, Rutten zeigt
kein inszeniertes Tierelend, sondern
rumänischen Hundealltag - und
gerade deshalb sind die Bilder
besonders eindringlich.
Bei Bestellungen direkt beim Verlag
fließen der Tierhilfe Hoffnung e.V. und
ihrem Tierheim SMEURA in Pitesti fünf
Euro pro Bildband zu.
Vagabonzi - Straßenhunde in
Rumänien
Fotografien von Huib Rutten
Strandjutter Verlag, 2013
100 Seiten, gebunden, € 29,90
ISBN-13: 978-3981630909
zu bekommen.
Imparati
Jedes einzelne Tier hat ein Recht
auf Schutz und dafür,
Von Huib Rutten
dass wir uns für sie einsetzen!
‚Imparati‘ („Könige“) ist ein weiterer
Bildband des Fotografen Huib
Rutten, der ungewöhnliche und
originelle Aufnahmen einiger Hunde
aus der Smeura zeigt. Das Buch ist
nicht im Buchhandel erhältlich und
kann ausschließlich direkt über den
Fotografen bestellt werden unter
[email protected] oder telefonisch unter 01 60-93 84 98 09
Es kostet zwölf Euro inklusive Versand,
und der Erlös geht ebenfalls an die
Tierhilfe Hoffnung e.V.
Bestellen können Sie das
Softcoverbuch, 43 Seiten
direkt bei der
Tierhilfe Hoffnung e.V.
telefonisch unter 07157
-61341 oder
per Mail unter kontak
[email protected]
zu einer
Schutzgebühr von 13
€ inklusive Versand innerh
alb Deutschlands.
Der Erlös des Buches
kommt zu einhundert
Prozent der Tierhilfe
Hoffnung e.v. zugute.
„Dieses Büchlein schild
ert auf rührende Weise
und mit ausdrucksvollen
Zeichnungen das Schick
sal eines namenlosen kleinen
[email protected]
[email protected]@KKDSYSK
HBGFTSLHSHGLLDHMSD
Ich wünsche mir von
Herzen, dass das Buch
zum Nachdenken anregt und zur
aktiven Hilfe motiviert!“
Dr. Wolf-Dieter Hirsch
www.tierhilfe-hoffnung
.de
Hilflos – Eindrücke aus dem
Leben eines rumänischen
Straßenhundes
Von Ann-Cathrin Schmidt
Das Büchlein schildert auf rührende
Weise mit ausdrucksstarken Zeichnungen
das Schicksal eines namenlosen rumänischen Straßenhundes. Der Erlös des
Buches kommt zu einhundert Prozent der
Tierhilfe Hoffnung e.V. zugute.
Bestellt werden kann es für dreizehn Euro
direkt bei der Tierhilfe Hoffnung e.V.
unter 0 71 57-6 13 41 oder
per Mail unter
[email protected]
Bestellmöglichkeiten direkt beim
Verlag:
per Mail unter [email protected]
per Post bei Strandjutter, Heeper
Straße 372, 33719 Bielefeld
oder telefonisch unter
05 21-5 21 35 19
32
Respektiere
Service/Respektierchen
Der Vogelzug
Wo sind die Vögel
eigentlich im Winter?
Bald ist es wieder soweit: Die Zugvögel, die im Herbst Richtung Süden gezogen sind, kehren
zurück und kündigen damit den nahenden Frühling an. Doch wo waren sie den Winter über,
und wieso fliegen sie überhaupt weg?
Foto: Andreas Dengs, www.photofreaks.ws, pixelio.de, Jewgenia Stasiok, pixelio.de, Thomas Max Müller, pixelio.de
V
iele Vogelarten, die nur den
Sommer bei uns verbringen,
fliegen beispielsweise nach
Afrika oder Südeuropa, wenn es
hier kälter wird. Und das aus gutem
Grund: Wenn bei uns der Winter naht,
werden Insekten und Samen knapp,
und es gibt nicht mehr genug Nahrung
für alle Vögel. Umgekehrt versammeln
sich in den Winterquartieren so viele
Vögel, dass das Nahrungsangebot
nicht ausreichen würde, um dort auch
zu brüten und Jungvögel aufzuziehen.
Daher kehren die Zugvögel in den
Norden zurück, wenn es dort wieder
wärmer wird. Welche Vogelarten in
wärmere Gebiete ziehen und welche
nicht ist übrigens genetisch festgelegt.
Der Drang, im Herbst auf Reisen zu
gehen, wird also von den Eltern an
ihre Jungen vererbt.
Vögel gut vor. Da sie zum
Teil über Wüsten und
Meere oft mehrere Tage
am Stück fliegen müssen,
brauchen die Vögel Fettreserven, um die nötige
Energie aufzubringen.
Da die lange Reise der Vögel sehr
kräftezehrend ist, bereiten sich die
Deshalb versuchen sie,
kurz vor Beginn ihrer
Reise so viel wie möglich
zuzunehmen.
Respektiere
Um während des Flugs
Kräfte
zu
schonen,
fliegen die Vögel oftmals
in Formationen. Eine
der wohl bekanntesten
Aufstellungen sieht aus
wie ein „V“. Der Vogel, der
ganz vorne fliegt, wendet
gegen den Luftwiderstand
besonders viel Kraft auf.
Die hinter ihm fliegenden
Tiere haben es leichter,
sie können sozusagen
im Windschatten des
Vordermanns
fliegen.
Deshalb wechseln sich
die Vögel mit der Führung
regelmäßig ab.
Ein besonders beeindruckendes
Phänomen am Vogelzug ist der
Orientierungssinn
der
Vögel.
Obwohl sie meist mehrere tausend
Kilometer zurücklegen, finden sie
ihr Quartier vom vergangenen Jahr
wieder. Dabei können sie sowohl bei
Tag als auch bei Nacht reisen; egal,
ob der Himmel bedeckt ist oder nicht.
Zu ihrer Orientierung nutzen die Vögel
oft verschiedene Informationen. Die
ganze Erde ist von einem sogenannten
Erdmagnetfeld umgeben, das von
Vögeln wahrgenommen werden kann
und ihnen bei der Orientierung hilft.
Diese Fähigkeit wird „der innere
Kompass“ der Vögel genannt. Einige
Vögel können sich außerdem am
Stand von Sonne und Sternen oder
an Auffälligkeiten in der Landschaft
orientieren.
Wenn ihr die heimkehrenden Vögel
beobachten wollt, ist zwischen März
und Mai die beste Zeit dafür. Da die
vielen Heimkehrer oft lautstark auf sich
aufmerksam machen, kann man ihre
Ankunft kaum verpassen.
33
Service
Serie "Artgerechte Tierhaltung"
34
Respektiere
Foto: luise, pixelio.de
Teil 8: Schafe
Service
An der artgerechten Haltung von Schafen scheiden sich mitunter die Geister, denn
sowohl die Bedingungen bei verschiedenen Haltungsformen als auch die Einstellung
von Berufs-, Nebenerwerbs- und Hobbyhaltern differieren oft sehr stark.
Um die Schafhaltung wirtschaftlich zu gestalten, machen Schäfereien oft Abstriche
bei der Pflege und Betreuung der Tiere, doch dies ist aus Sicht des Tierschutzes nicht
vertretbar. Der folgende Artikel soll erste Anhaltspunkte zu einer artgerechten Schafhaltung geben, ersetzt aber natürlich auf keinen Fall die theoretische und praktische
Weiterbildung.
S
chafe gelten gemeinhin als
dumm, was wohl vor allem
aus dem Herdenverhalten der
Tiere resultiert. Es kann der Eindruck
entstehen, dass Schafe scheinbar
kopflos mit der ganzen Herde vor
Dingen davonrennen. Doch Schafe
sind weder dumm, noch rennen sie
kopflos vor etwas weg – wer das
behauptet, hat eine Schafherde noch
nie richtig beobachtet. Schafe sind
Herdentiere; die Herde bietet ihnen
bei Gefahr und in unbekannten
Situationen Sicherheit. Entdecken sie
eine potenzielle Gefahr, entfernen
sich die Tiere gemeinsam ein Stück
von der Gefahrenquelle, bleiben dann
stehen und schätzen die Situation
erneut ein. Sie orientieren sich dabei
sehr stark an ihrem Leittier, wobei es
sich meist um ein älteres, erfahrenes
Mutterschaf handelt. Schafe können
sehr gut beobachten. So erkennen
sie beispielsweise schon an der
Körperhaltung eines Menschen, ob
oben: Graue gehörnte Heidschnucke - Ein robustes Landschaf
Foto: Bernd Kasper, pixelio.de
rechts: Shropshire-Schafe
gehören zu den mittelgroßen
Fleischschafrassen.
Respektiere
dieser sie einfangen will und somit
eine „Gefahr“ darstellt, oder ob es sich
um einen harmlosen Spaziergänger
handelt. Ein nicht handzahmes Schaf
ohne Schäferhund oder Pferch zu
fangen, kann damit schon einmal ein
Ding der Unmöglichkeit werden …
Obwohl Schafe sich nur in der
Herde wohlfühlen, verhalten sie sich
individuell doch sehr unterschiedlich.
Jemandem,
der
beispielsweise
eine Herde Deichschafe betrachtet,
erscheinen die Tiere auf den ersten
Blick alle gleich. Doch in Wirklichkeit
ähnelt kein einziges Schaf dem
anderen haargenau, und auch die
Charaktereigenschaften der einzelnen
Tiere unterscheiden sich sehr stark.
Zwar legen die Vertreter einer Rasse
oft rassetypische Verhaltensweisen an
den Tag, doch dabei hat freilich jedes
Tier seinen eigenen Kopf. Manche
Schafe bleiben trotz viel Zuwendung
zeitlebens eher scheu, andere werden
zu wahren Knuddelschafen, einige
sind vorwitzig und gehen gerne ihre
eigenen Wege, andere bleiben eher
vorsichtig und orientieren sich nur
Foto: CarolaE., pixelio.de
an ihrer Herde. Macht man sich die
Mühe und beschäftigt sich einmal
eingehender mit Schafen und deren
Verhaltensweisen, entdeckt man,
dass Schafe intelligente und sehr
liebenswerte Haustiere sind, die die
Zuwendung ihres „Schäfers“ sehr
genießen, sich aber immer ein Stück
Unzähmbarkeit bewahren. Jeder, der
Schafe um ihrer selbst willen hält,
anstatt sie nur als Schlachtkörper
anzusehen, wird das Wesen und
die Individualität dieser kleinen
Wiederkäuer sehr schnell schätzen
lernen.
Die Vielfalt der Schafrassen
Weltweit
gibt
es
ungefähr
sechshundert Schafrassen; allein in
Deutschland sind sechzig Rassen in
Zuchtbüchern beschrieben.
Dabei unterteilt man grob in
Fleischschafrassen, Merinos, Bergschafe, Landschafe, Milchschafe
und die exotischeren Haarschafe.
Bevor man sich eine Schafherde
zulegt, sollte man sich eingehend
über die Bedürfnisse der jeweiligen
Rasse informieren, denn jede hat
ihre Eigenart und stellt bestimmte
Anforderungen an die Haltung.
35
weiche Weiden nicht gut geeignet, da
dort der Abrieb der Klauen zu gering
ist.
Kamerunschafe gehören zu den
Haarschafen, das heißt, sie
haben kein Wollvlies. Sie stammen
eigentlich aus Westafrika, werden
aber zunehmend auch in Deutschland
gehalten. Da sie keine Wolle haben,
sind sie recht empfindlich gegenüber
nasser Kälte und sollten daher immer
Zugang zu einem Stall haben.
Merinos haben beispielsweise eine
sehr feine Wolle und sind deshalb
nicht so tolerant gegenüber nasskaltem
Wetter wie andere Schafrassen.
Merinoschafe müssen daher immer
die Chance haben, einen trockenen
Platz aufzusuchen.
Zu den Fleischschafrassen gehören
beispielsweise Texel, Schwarz- und
Weißköpfige Fleischschafe, Dorper
und Shropshire. Fleischschafe sind auf
eine starke Bemuskelung im frühen Alter
gezüchtet, neigen dementsprechend
im hohen Alter aber auch eher zu
Gelenkproblemen. Sie sind auf Futter
guter Qualität angewiesen und zur
Koppelhaltung auf hochwertigen
Weiden gut geeignet.
Milchschafe, in Deutschland allen
voran das Ostfriesische Milchschaf,
sind sehr anhänglich und sensibel. In
Herden mit mehr als fünfundzwanzig
Tieren fühlen sie sich nicht wohl.
Eindeutiges Merkmal der Milchschafe
ist der unbewollte Schwanz.
Landrassen wie Heidschnucken,
Skudden, Pommersches Landschaf
oder Rhönschaf werden heute vor
allem in der Landschaftspflege
eingesetzt, da sie recht geringe
Futteransprüche stellen. Bei ihnen ist
eine allzu reichhaltige Fütterung auf
fetten Weiden ungünstig, da sie dann
leicht verfetten, was im Alter ebenfalls
Gelenkprobleme mit sich bringen
kann. Sie gelten als pflegeleicht,
trotzdem sollte man ihnen aber
dieselbe Betreuung zuteilwerden
lassen wie anderen Schafen auch.
Bergschafe sind auch heute noch
vor allem in der alpinen Region zu
Hause. Zu den Bergschafen zählen
die verschiedenen Steinschafarten,
das Walliser Schwarznasenschaf
oder das Alpenschaf. Bergschafe
zeichnen sich durch eine besondere
Trittsicherheit und sehr feste Klauen
aus. Aus diesem Grund sind für sie
36
Grundlegende Bedürfnisse,
Fütterung
Eigentlich sollte es selbstverständlich
sein, dass Schafe Zugang zu
Mineralien, Salz und Wasser erhalten,
aber geht man mit offenen Augen
an Schafweiden vorbei, wird man
schnell entdecken, dass dies für viele
Schafhalter nicht selbstverständlich ist.
Zwar trinken Schafe nicht so viel wie
beispielsweise Pferde und können an
taureichen Tagen ihren Wasserbedarf
über die Nahrung decken, doch
heißt das nicht, dass Schafe kein
zusätzliches Wasser benötigen. Jedes
Tier sollte jederzeit die Möglichkeit zur
Wasseraufnahme haben, selbst wenn
es dann nur zwei Schlucke trinkt!
Auch im Winter, wenn die Tiere die
Möglichkeit haben Schnee zu fressen,
sollte immer Wasser vorhanden sein,
denn allein über den Schnee können
Schafe ihren Wasserbedarf nicht
decken.
Mineralzusätze gibt es als Leckschalen,
Lecksteine oder als loses Pulver. Was
dem Schaf schmeckt, ist je nach Tier
unterschiedlich.
Unbedingt
sollte
man darauf achten, ausschließlich
Mineralien für Schafe zu benutzen,
Schafe sind Herdentiere.
Foto:
links: Rainer Sturm, pixelio.de
unten: Herbert Walter Krick, pixelio.de
Respektiere
Foto: M. Großmann, pixelio.de
Service
Service
Konventionelle Schur im Sitzen
Foto: iStock.com, FlairImages
denn Futterzusätze für Kühe oder
Pferde enthalten Kupfer, das bei
Schafen schnell zu einer Vergiftung
führt.
Salz gibt es ebenfalls in loser Form
oder als Salzstein, mittlerweile wird
eher die Fütterung von losem Salz
empfohlen. Salzsteine werden nämlich
oft vom ranghöchsten Tier „besetzt“,
so dass die anderen Schafe kaum die
Möglichkeit haben, Salz aufzunehmen.
Ist der Stein dann bei feuchtem Wetter
womöglich aufgeweicht, kann es
vorkommen, dass einzelne ranghohe
Tiere zu viel Salz aufnehmen und eine
Salzvergiftung bekommen. Mit einer
kontrollierten Salzfütterung aus der
Hand lassen sich solche Probleme
vermeiden.
Überleben die Schafe
schwere
Pansenacidosen,
haben
sie
oft noch lange mit
Verdauungsstörungen
zu kämpfen. Aus diesem
Grund sollte man allzu
eifrige Spaziergänger,
die
fremden
Tieren
partout mit Brot und
Gemüseabfällen etwas
„Gutes“ tun wollen, mit
einem Schild auf ein
Fütterungsverbot hinweisen.
Grundsätzlich könnte ein Schaf über
den Sommer mit Gras und über den
Winter mit Heu ernährt werden.
Bei guter Qualität reicht dieses für
gesunde, junge Schafe als Grundfutter
aus.
Tragende und säugende Mutterschafe,
kranke, alte oder ausgemergelte Tiere
haben aber einen höheren Nährstoffbedarf und benötigen mithin eine
Zufütterung. Dazu eignen sich fertige
Pellets, die man im Futterhandel
kaufen kann, lose Rübenschnitzel und
in geringem Maße auch Getreide.
Letzteres sollte man vorsichtig und
in geringen Mengen zufüttern, da
hier sonst ebenfalls die Gefahr einer
Pansenacidose besteht.
Die Weide
Es gibt verschiedene Systeme der
Beweidung, die sich nach der
Größe der Weidefläche und der
Anzahl der Schafe richten. Auf einer
Standweide werden die Schafe
Zur Grundfütterung sei eines vorab
gesagt: Der Verdauungstrakt von
Schafen ist sehr empfindlich; Schafe
sind keine Müllschlucker! Schafe sind
Wiederkäuer und besitzen als solche
vier Mägen: Pansen, Netzmagen,
Blättermagen und Labmagen. In
Mit mobilen Elektronetzen kann
diesen Mägen herrscht - sowohl
man viele Schafe einzäunen
was den pH-Wert als auch den
und Portionsweiden auf einfache
Bakterienbestand angeht - ein
Weise unterteilen.
sensibles Gleichgewicht, das bei
Foto: Peter Blüm, pixelio.de
falscher Fütterung schnell aus
den Fugen gerät.
Bei der Fütterung sind deshalb
Essensreste und Gartenabfälle
tabu, lediglich getrocknetes
Brot kann man dann und wann
als Lockmittel geben. Zuviel
Brot kann allerdings eine
Pansenacidose (Übersäuerung)
hervorrufen.
Dabei
treten
durch
die
Veränderung
des pH-Wertes ins Saure
Ve r d a u u n g s b e s c h w e r d e n
und
in
schweren
Fällen
Kreislaufversagen ein.
Respektiere
über die gesamte Vegetationsperiode
hinweg gehalten, die Weide wird nicht
gewechselt. Hier ist ein entscheidender
Nachteil, dass oft genutzte Plätze
schnell morastig werden, die Klauen
der Tiere aufweichen, und die Bakterienbelastung steigt – eine perfekte
Voraussetzung für die Ausbreitung
gefährlicher Klauenkrankheiten wie
beispielsweise Moderhinke. Auch der
Parasitendruck (Bandwürmer etc.) ist
auf einer Standweide höher, dies wird
vor allem zum Problem, wenn man
nicht regelmäßig entwurmt oder eine
Wurmkur nicht greift.
Bei einem Umtriebsweidesystem
hat man mehrere Weiden zur
Verfügung, die die Tiere in einer
festgelegten
Reihenfolge
nutzen.
Dabei hat es sich bewährt, eine Weide
immer mindestens vierundzwanzig
Tage ruhen zu lassen, um das Risiko
einer Neuinfektion mit Endoparasiten
zu vermeiden. Dieses System eignet
sich für die Gesunderhaltung der
Schafe sehr gut; man benötigt aber
viel Platz, und auf jeder Wiese muss
ein Unterstand vorhanden sein.
Optimal für die Zusammensetzung
des Weidegrases wäre hier eine
Mähnutzung zwischen zwei Beweidungen, dies ist aber oft vor
allem an Hangwiesen praktisch nicht
möglich.
Bei einer Portionsweide wird den
Schafen regelmäßig ein neues Stück
einer Weide zugeteilt. Dafür kann
man die Flächen mit Elektrozäunen
abtrennen.
37
Foto: Peter Togel
Service
Wichtig beim Umtrieb auf eine neue,
frisch gewachsene Weide oder beim
ersten Weidegang nach längerem
Aufenthalt im Stall ist, dass
die Schafe vor dem Umtrieb
ausreichend mit Raufutter/
Heu gefüttert wurden und
satt sind. Ansonsten fressen
sie unter Umständen zu
viel vom frischen Gras oder
Klee, und der Pansen wird
mit dem plötzlichen Anstieg
des
Proteingehaltes
nicht
fertig. Eine Pansenblähung
kann die Folge sein, die im
schlimmsten Fall tödlich endet.
Eine Pansenblähung erkennt
man daran, dass das Tier vor
allem an der linken Flanke
(dort sitzt der Pansen) einen
stark aufgetriebenen Bauch
hat. Dies ist die Folge einer
vermehrten kleinschaumigen
Gasbildung im Pansen, die von dem
Tier nicht durch Rülpsen abgegeben
werden kann. Der Pansen bläht sich
immer weiter auf, drückt zunehmend
auf die Atmungsorgane und die
Venen, so dass das Tier schließlich
durch Kreislaufversagen stirbt. Eine oft
lebensrettende Notfallmaßnahme ist
das Einflößen von Wasser vermischt
mit ein paar Tropfen Spülmittel.
Auch Schafe benötigen
einen Stall!
Schafe sind, wenn sie genügend
Wolle haben, sehr tolerant gegenüber
Kälte und Nässe. Bei trockener Kälte
können viele Rassen bis zu einer
Temperatur von -15 Grad Celsius
draußen bleiben. Schafrassen mit
feiner Wolle (z.B. Merinos) und
Haarschafe sind allerdings weniger
robust.
Es ist aber freilich ein Unterschied, ob
Schafe draußen bleiben „können“,
oder ob sie bei schlechtem Wetter
auch wirklich draußen bleiben
„wollen“. Nicht nur ältere Schafe
flüchten bei stärkerem Regen oder
Schnee umgehend in den Stall, sie
wissen diesen Komfort durchaus zu
schätzen. Zumindest ein geschützter
Unterstand sollte also auf jeder
unten: Bergschaf
in den Alpen
Foto: iStock.com,
typhoonski
Weide vorhanden sein. Das freut nicht
nur die Schafe, sondern auch den
Gesetzgeber, denn in der TierschutzNutztierhaltungsverordnung (§ 3,
Abs. 2) ist festgelegt, dass allen
Nutztieren ausreichend Schutz vor
Witterungseinflüssen geboten werden
muss. In der Ablammzeit ist ein Stall
besonders wichtig, da Lämmer nur eine
begrenzte Kälte- und Hitzetoleranz
besitzen, und neugeborene Tiere im
Winter schnell erfrieren können.
Beim Schafstall gilt als Faustregel,
dass ein Schaf mindestens zwei
Quadratmeter Platz haben sollte. Der
Stall muss gut belüftet sein, Durchzug
sollte man vermeiden. Gebräuchlich
ist bei Schafen die Tiefstreu, das
heißt, die Einstreu wird über mehrere
Wochen
hinweg
übereinander
geschichtet. Sie bietet somit einen
weichen und warmen Untergrund,
und es wird erst im Frühjahr, wenn
die Tiere wieder Weidegang haben
oder die Verschmutzung zu stark
wird, ausgemistet. Diese Art der
Einstreu stellt aber auch gewisse
Anforderungen an den Tierhalter,
denn nach einiger Zeit fängt der Stall
fürchterlich an zu stinken, und die
ammoniakhaltige Luft wird zu einer
Belastung für die Atemwege der Tiere.
Abhilfe schafft ein Überstreuen der
Einstreu mit (sehr feinem) Steinmehl;
außerdem sollten stark verschmutzte
Stellen entfernt werden. Ist die Luft
auf Nasenhöhe der Tiere zu stark
Ein Schafstall muss nicht gleich so ein
Luxusmodell wie dieser hier sein.
Wichtig ist, dass er hell und gut belüftet ist
und idealerweise einen direkten
Weidezugang hat.
Foto: iStock.com, Lokibaho
38
Respektiere
Service
mit Ammoniak belastet, muss
ausgemistet werden. Nach dem
Ausmisten sollte der Stall mit Kalk
ausgestreut werden, da dieser
auf Bakterien und Ektoparasiten
abtötend wirkt. Aber Vorsicht
bei Branntkalk, er entwickelt in
Kontakt mit Feuchtigkeit Wärme
und kann herumliegendes Stroh
entzünden!
Wenn die Wolle lästig
wird …
… benötigen bewollte Schafrassen
eine Schur. Die Schur sollte nicht
vor den Eisheiligen Mitte Mai
erfolgen, viele Schafhalter warten
auch die Schafskälte im Juni
noch ab. Früher wurden für die
Schur spezielle Scheren benutzt,
heute
erleichtern
elektrische
Schermaschinen die Arbeit. Viele
Hobbyhalter größerer Herden
oder professionelle Schäfer bieten
in ihrer Umgebung das Scheren
anderer Schafe an, und oft ist es
eine gute Idee, dieses Angebot
auch anzunehmen. Allerdings
gehen viele Schafscherer nicht
gerade zimperlich mit den Tieren
um, so dass das Scheren für
kranke und alte Schafe schnell
zur Tortur werden kann. Will man
dies vermeiden, hat man zwei
Möglichkeiten: Entweder geht
man auf die Suche nach einem
Schafscherer, der vorsichtiger ans
Werk geht, oder man lernt das
Scheren selbst. Dazu sollte man
in jedem Fall (!) einen Lehrgang
besuchen und sich Techniken
und den Umgang mit Schaf
und Schermaschine zeigen lassen
und bei Bedarf auch bei der Schur
selbst Hilfe hinzuholen. Mit einer
Schermaschine kann man dem Tier
spielend leicht Sehnen durchtrennen,
tiefe Hautwunden zufügen oder
Schlagadern verletzen; wenn einem
also die Gesundheit seines Tieres
(und das Vorhandensein der eigenen
zehn Finger) wichtig ist, sollte man das
Scheren bei Profis erlernen!
Krankheiten und Klauenpflege
Auf Schafkrankheiten soll hier nicht
im Detail eingegangen werden, da
viele Krankheiten nur mit sehr viel
Erfahrung und mithilfe des Tierarztes
diagnostiziert werden können.
Grundsätzlich ist eine gründliche
Beobachtung jedes Tieres der Herde
das A und O, denn beobachtet
man seine Tiere gut, bemerkt man
Respektiere
links: Gängige Werkzeuge für die
Klauenpflege: Klauenschere und
-messer
Foto unten: Odan Jaeger
erste
Krankheitsanzeichen
meist
sehr schnell. Neben offensichtlichen
Krankheitsanzeichen
wie
Humpeln,
Futterverweigerung
oder
Apathie zeigen oft schon kleine
Verhaltensänderungen, dass etwas
nicht stimmt. Sondert sich das Tier von
der Herde ab, liegt es häufiger als
normalerweise, lässt es sich nicht mehr
so gerne anfassen, wird es beim Füttern
mäkelig? Anzeichen für Schmerzen
sind außerdem Zähneknirschen und
ein Hochziehen des Bauches oder
der Oberlippe. Letzteres erfolgt auch,
wenn die Tiere flehmen (Wittern eines
bestimmten Geruches), wobei hierbei
allerdings das Maul ein Stück geöffnet
ist, und man sieht, dass das Tier
ganz offensichtlich auf einen Geruch
reagiert.
Die häufigsten Krankheiten beim
Schaf sind Verdauungs- und Stoff-
wechselstörungen
sowie
Klauenkrankheiten
(beispielsweise
Moderhinke,
Klauenabszesse
und
-geschwüre, hohle Wände). Durch
artgerechte, den Bedürfnissen des
einzelnen Tieres angepasste Fütterung
und
regelmäßige,
fachgerechte
Klauenpflege kann man vielen
dieser Krankheiten vorbeugen. Die
richtige Pflege der Klauen kann
man in Seminaren (angeboten von
Schafzüchtervereinen)
erlernen
und sich von erfahrenen Schäfern
zeigen lassen. Theoretische Grundlagen kann man sich auch gut
aus
Büchern
erarbeiten
(siehe
Buchtipp). Die Klauenpflege sollte in
regelmäßigen Abständen erfolgen
und nicht erst dann, wenn ein Schaf
ein offensichtliches Problem hat.
Die Abstände der Kontrollen richten
sich nach der Qualität der Klauen
der einzelnen Tiere sowie nach der
Beschaffenheit des Untergrundes,
39
Service
die entscheidend für den Abrieb der
Klauen ist.
Werkzeuge für die Klauenpflege sind
Klauenschere und scharfe Messer
(z.B. Kopulierhippen, wie sie im
Obstanbau genutzt werden), aber vor
allem unerfahrene Schafhalter sollten
im Umgang mit dem Messer sehr
vorsichtig sein.
Hartnäckig hält sich vor allem unter
älteren Schafhaltern die Ansicht, man
müsse Klauen auf jeden Fall immer
blutig schneiden, und beispielsweise
die Spitze sehr stark kürzen. Diese
Ansicht entbehrt jeglicher Grundlage,
denn jede Verletzung kann auch eine
Eintrittsstelle für Bakterien und somit
Ausgangspunkt von Infektionen sein.
Grundsätzlich sollte man beim reinen
Pflegeschnitt nur so weit schneiden,
bis die natürliche Form der Klaue
wieder hergestellt und schadhaftes
Horn abgetragen ist. Ein blutiger /
chirurgischer Schnitt kann allerdings
bei bereits erkrankten Klauen, also
beispielsweise bei der Eröffnung von
Abszessen oder dem Entfernen von
Geschwüren nötig sein, sollte aber
am besten von einem Fachmann
durchgeführt werden.
Sucht man einen schafkundigen
Tierarzt, erweist sich dies manchmal
leider als ein recht langwieriges
Unterfangen, da längst nicht alle
Tierärzte, die auch Großtiere betreuen,
Ahnung von kleinen Wiederkäuern
haben. Manche Tierärzte, die
eigentlich auf Pferde spezialisiert
sind, haben aber Erfahrung in der
Behandlung von Schafen,
daher kann es sinnvoll
sein,
Pferdetierärzte
in
seine Suche mit einzubeziehen.
Dies ist auch von Vorteil, da es für
Schafe leider nur ein begrenztes
Repertoire an Medikamenten gibt,
viele
Pferdemedikamente
aber
problemlos auf Schafe umgewidmet
werden können. So wird das
Behandlungsrepertoire
gegenüber
den üblichen - und leider immer
noch viel zu häufig verabreichten Antibiotikapräparaten erweitert.
Eine Anmerkung noch zum Thema
„Krankheiten“: Immer wieder sterben
Lämmer völlig unnötig an TetanusInfektionen, die durch das Kupieren
ihres Schwanzes mittels Gummiring
entstanden sind. Der Gummiring wird
dabei zwischen zwei Schwanzwirbel
gesetzt, und das Schwanzende stirbt
dadurch langsam ab. Bei Lämmern,
die jünger als acht Tage sind, ist diese
Prozedur ohne Betäubung erlaubt.
Abgesehen davon, dass auch sehr
junge Lämmer Schmerzen empfinden
(auch Säuglingen kann man nicht
einfach einen Finger abschneiden!)
und solch ein Eingriff ohne Betäubung
Tierquälerei ist, verursacht das
langsame Absterben des Schwanzes
über lange Zeit heftige Schmerzen
und schafft einen Nährboden für
Tetanuserreger. Der Eingriff wird
von Schäfern mit einer „besseren
Hygiene“ gerechtfertigt, da lange,
bewollte Schwänze bei Durchfall oder
bei der Geburt stark verschmutzen und
Platz für Fliegenmadenbefall bieten
können. Dies lässt sich allerdings
auch leicht verhindern, indem man
Foto:
oben: Lania1
links: angieconscious, pixelio.de
40
Mit Heucobs, Rübenschnitzeln und Kraftfutter
können auch alte Schafe, die bereits
einen Teil ihrer Zähne verloren haben,
gut gefüttert werden.
den Schwanz von Mutterschafen vor
dem Ablammen schert und Durchfall
adäquat behandelt beziehungsweise
darauf achtet, dass er erst gar nicht
auftritt. Eine Verstümmelung der Tiere
ist nicht notwendig!
Das alte Schaf
Sieht man sich einmal in den
Schafherden in seiner näheren
Umgebung um, wird man vor allem
Lämmer und Schafe bis ins mittlere
Alter entdecken. Die Lebenserwartung
eines Schafes liegt je nach Rasse bei
maximal fünfzehn Jahren, es gibt aber
manchmal auch deutlich ältere Tiere.
Diese Tiere sind zugegebenermaßen
eher selten, denn in Schäfereien und
bei vielen Hobbyhaltern werden
Schafe spätestens dann geschlachtet,
wenn das Fleisch gerade noch zu
vermarkten ist. Haben sie sich als gute
Muttertiere erwiesen, dürfen sie meist
auch noch länger leben; ein hohes
Alter erreichen sie in der Regel aber
nicht.
Insgesamt sind Tierhalter, die alte,
nicht mehr ganz gesunde Schafe
halten, also eher die Ausnahme. Damit
einhergehend gibt es faktisch auch kein
einziges Pharmaunternehmen, das sich
schon einmal mit den Alterszipperlein
von Schafen beschäftigt hat. Bei alten
Schafen tritt relativ häufig Arthrose auf,
besonders bei massigen Rassen und
Fleischschafrassen wie beispielsweise
Texelschafen. Da das oberste Zuchtziel
hier der Fleischertrag und nicht die
Langlebigkeit des Tieres ist, kommen
Gelenkerkrankungen im Alter oft vor.
Viele Schafhalter sind der Meinung,
dass die Haltung eines Schafes mit
Arthrose Tierquälerei ist, und man das
Tier in jedem Fall schlachten muss.
Respektiere
Service
Hier drängt sich aber die Vermutung
auf, dass tatsächlich nicht Gedanken
des Tierschutzes, sondern finanzielle
Abwägungen im Vordergrund stehen,
da die Behandlung eines alten
Schafes wesentlich kostspieliger ist als
die Anschaffung eines neuen Tieres.
Foto: skyro
Entgegen der landläufigen Ansicht
lässt sich die Arthrose beim Schaf mit
pflanzlichen Mitteln gut abmildern,
wodurch dem Tier viel Lebensqualität
zurückgegeben wird. Mittel der
Wahl sind zum Beispiel geschnittene
Weidenrinde (enthält den Wirkstoff
Salicin, eine Vorstufe des Wirkstoffes,
der in Aspirin enthalten ist),
Kräuterpellets mit Weihrauch und
Teufelskralle
und
verschiedene
homöopathische
Komplexoder
Einzelmittel. Akupunktur, ob mit
Nadeln oder Laser, hilft ebenfalls
sehr gut - das Schaf sollte dafür
aber handzahm sein. Die meisten
pflanzlichen Mittel wurden für Pferde
entwickelt, und viele Hersteller haben
keine Erfahrung mit der Dosierung
für Wiederkäuer. Man kommt also
unter Umständen nicht daran vorbei,
mit der Dosierung der Mittel zu
experimentieren. Nach Erfahrung der
Autorin reicht es nicht
aus, die Dosierung für
ein Pferd entsprechend
auf das Gewicht eines
Schafes umzurechnen,
da dann die Dosis
oftmals viel zu niedrig
ist. Für Schafe ist
es leider oft nötig,
die Dosierung eines
Ponies zu nutzen,
um eine Wirkung zu
erzielen. Auch tritt
ein Effekt manchmal
deutlich später ein als
beim Pferd, es ist also
etwas Geduld gefragt.
Alte Schafe haben
neben Gelenkproblemen oft noch weitere
Wehwehchen,
die
besondere
Herausforderungen an den Halter stellen:
Teilweise verlieren die Tiere, wie
Pferde auch, im Alter ihre Zähne.
Gras kann dann normalerweise
trotzdem noch gefressen werden,
aber man sollte das Gewicht der Tiere
gut im Auge behalten und zusätzlich
eingeweichte Heucobs füttern, da Heu
oft nur noch schlecht genutzt werden
kann. Insgesamt magern alte Tiere
Respektiere
schneller ab, deshalb sollte Kraftfutter
zugefüttert werden. Um abgemagerte
Tiere aufzupäppeln, bietet sich
außerdem Milchleistungsfutter an, das
von einigen Schäfern genutzt wird.
Hier muss man allerdings einen Schäfer
ausfindig machen, der bereit ist,
etwas von seinem Futter zu verkaufen,
da die Mindestabgabemenge bei
Futterhändlern für Privathalter viel zu
hoch ist.
Bei der Schur muss man bei alten Tieren
besonders vorsichtig sein, da ihre
Haut oft sehr faltig ist, so dass rasch
Schnittverletzungen entstehen. Man tut
seinem Tier außerdem einen Gefallen,
wenn man es im Stehen schert. Leider
nutzen nur wenige Schafscherer diese
Methode, da sie recht umständlich
ist, und man am besten ein Podest
bauen sollte, auf das man das Schaf
stellen kann. Auch wenn man einige
Zeit suchen muss, bis man jemanden
findet, der Schafe im Stehen scheren
kann oder will, lohnt sich die Mühe,
denn ein altes Tier kann während der
Schur Kreislaufprobleme bekommen
und hat unter Umständen Schmerzen
in der Hüfte, wenn es - in der Regel
relativ unsanft - hingesetzt wird.
Vertrauen danken.
Menschen, die darüber nachdenken,
sich ein Schaf lediglich als Ersatz für
den Rasenmäher anzuschaffen und
sich weder Wissen aneignen noch
Zeit investieren wollen, sei diese
Schäferweisheit ans Herz gelegt:
Hast du von Schafen keinen
Schimmer, vergiss den
Schafkauf gleich für immer!
Julia Vasbender
(Hobbyschafhaltung in der Familie seit
fünfundzwanzig Jahren)
Buchempfehlungen:
Schafe halten
Von Hugo Rieder
Ulmer Verlag
ISBN 978-3-8001-6416-5
Dieses Buch vermittelt in übersichtlicher Form die Grundlagen der
Schafhaltung, ist allerdings stark auf
Halter ausgerichtet, die mit ihren
Tieren Geld verdienen wollen. Einige
Ansätze sind daher aus Tierschutzsicht
etwas fragwürdig, trotzdem ist ‚Schafe
halten‘ ein wertvolles Buch für den
Anfänger.
Klauenpflege Schaf und Ziege
Von Heinz Strobel
Ulmer Verlag
ISBN 978-3-8001-5851-5
Sehr übersichtlich und praxisbezogen
werden hier die Grundlagen der
Klauenpflege,
wichtige
Krankheitsbilder, Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung erläutert.
Als Ergänzung zu praktischen Lehrgängen ist das Buch perfekt geeignet.
Abschließend sei gesagt, dass man
an Schafen, sowohl an alten als
auch an jungen Tieren, sehr viel
Freude haben kann, wenn man sie
mit Herz und Verstand versorgt. Für
eine ausgeglichene und bis ins hohe
Alter gesunde Schafherde muss man
Geduld, Zeit und unter Umständen
auch einiges an Geld aufbringen,
- die Tiere werden es Ihnen durch ihr
Homöopathie für Schafe und
Ziegen
Von Christine Erkens
Ulmer Verlag
ISBN 978-3-8001-4840-0
Dieses Buch ist relativ kurz und
überschaubar gehalten, als Einstieg
in die Materie aber sehr gut geeignet.
Es beschreibt viele Mittel, die sich in
der Praxis bewährt haben, und sollte
deshalb in der Stallapotheke nicht
fehlen.
41
Partner
Von Euro-P.A.S. errichtete Hundehütten für Streuner, die vor allem
im Winter Schutz bieten sollen.
Euro-P.A.S. - Tierschutz vor Ort
auf dem Land, haben keine
Arbeit und mithin auch kein
Geld. Dennoch teilen sie
ihr weniges Essen und ihren
Schlafplatz gerne mit den
Tieren.“
I
st der kleine Tierschutzverein EuroP.A.S. e.V. in Deutschland nur mäßig bekannt, so kennen ihn Tierfreunde aus Serbien/Belgrad umso
besser: Euro-P.A.S., seit 2009 Partnerverein des ETN e.V., hat es sich zur
Aufgabe gemacht, in Serbien direkt
zu helfen, um die Lebensqualität der
Haus- und Streunertiere dauerhaft zu
verbessern. Das kann nur durch Hilfe
vor Ort geschehen. Von Massenvermittlungen nimmt der Verein klar Abstand. „Die Tiere brauchen vor Ort
Hilfe, die Tierhalter und Tierschützer
brauchen Unterstützung. Es bewegt
sich viel im serbischen Tierschutz;
langsam, aber stetig. Die Menschen
vor Ort wollen den Tieren helfen, aber
es fehlen ihnen in den meisten Fällen
schlichtweg die Mittel“, so Claudia
Jevtić, erster Vorstand von Euro-P.A.S.
„Vor zwanzig Jahren herrschte hier
noch Krieg - viele Menschen, gerade
42
der saniert werden, und es gab sogar
einen neuen Zaun.
Gerade jetzt im Winter ist die Situation in Serbien besonders schlimm.
Damit Straßentiere nicht buchstäblich
eingeschneit werden, stellt Euro-P.A.S.
seit vielen Jahren Hundehütten in Parks
und Wohnanlagen auf, und auch einheimische Tierfreunde errichten den
bedürftigen Tieren Unterschlupfmöglichkeiten. Wer mit offenen Augen
durch die Stadtteile von Belgrad geht,
sieht diese so wichtigen Rückzugsplätze vielerorts.
Im Mai 2014 wurde Obrenovac, eine Vorstadt von Belgrad, von einer Jahrhundertflut heimgesucht. Die Kleinstadt wurde
von den gewaltigen Wassermassen
fast vollständig zerstört, Flutwellen
unterspülten nahezu alle Häuser, tausende Tiere ertranken. Gemeinsam
mit örtlichen Tierschutzorganisationen
konnte Euro-P.A.S. lebenswichtige Soforthilfe leisten:
Für das zerstörte Tierheim Drazevac (bei Obrenovac) wurde
wochenlang Futter geliefert,
ebenso Trinkwasser, denn
sämtliche
Wasserleitungen
waren zerstört. Detlef N., ein
Ingenieur aus Deutschland
und Mitglied von Euro-P.A.S.,
flog kurzerhand nach Belgrad, um vor Ort mit anzupacken. Dank der Spenden, die
für die Flutopfer in Obrenovac
geleistet wurden, und Detlefs
Detlef, ein Mitglied von Euro-P.A.S., leistete nach der
fachmännischer Hilfe konnte
Flut wichtige Hilfe beim Wiederaufbau.
das Tierheim Obrenovac wie-
Respektiere
Partner
ßen Andrang findet, kann nur so lange durchgeführt werden, wie uns die
finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Daher bitten wir um jede
noch so kleine finanzielle Unterstützung; jeder einzelne Euro
zählt, um die Lebensqualität der Tiere
vor Ort dauerhaft verbessern zu können“, sagt Andrea Pilger, Kassenwartin des Vereins. „Derzeit werden im
Rahmen der Aktion täglich fünf Kastrationen durchgeführt, und täglich
kommen neue Anmeldungen hinzu.
Unsere Aktion kommt viel besser bei
den Menschen an als die von den serbischen Behörden vor zwei Jahren angebotenen Kastrationen für Haustiere.
Es würde vielen ungeborenen Katzenund Hundewelpen viel Leid ersparen,
wenn noch viele, viele Tiere kastriert
werden können.“
Das Spendenkonto des Vereins:
Euro-P.A.S. e.V.
Sparkasse Fürstenfeldbruck
Kontonummer: 31259922,
Bankleitzahl : 70053070
IBAN: DE87 7005 3070 0031
2599 22
BIC: BYLADEM1FFB
Selbstverständlich stellt der Verein auf
Wunsch auch eine Spendenquittung aus.
Bitte hierfür unbedingt die Adresse angeben!
Das aktuelle Projekt des deutschserbischen Tierschutzvereins ist eine
Kastrationsaktion in der Stadt Obrenovac: In Kooperation mit zwei Tierarztpraxen können Einheimische einen Termin zur Kastration ihrer Hunde
und Katzen vereinbaren. Die Kastrationskosten übernimmt Euro-P.A.S.,
die Kosten für das Chippen und die
Tollwutimpfung zahlt der Besitzer. Im
Rahmen dieser Aktion werden auch
Straßentiere kastriert. Die Kosten für
die Operation, den Chip, die Tollwutimpfung sowie den darauffolgenden,
zehntägigen stationären Aufenthalt
trägt ebenfalls Euro-P.A.S.
„Diese so immens wichtigen Aktionen
vor Ort sind nur durch unsere Spender
realisierbar. Da wir kaum Vermittlungen tätigen, sondern
fast ausschließlich vor Ort in
Belgrad helfen, erhalten wir
Respektiere
auch keine Schutzgebühren
wie andere Vereine. Unsere
Hilfsmöglichkeiten sind also
ausschließlich von den Spendeneingängen abhängig. Auch
die Kastrationsaktion, die sehr gro-
Auch wenn Euro-P.A.S. kaum Vermittlungen tätigt, sucht dennoch das ein
oder andere Tier, das nicht mehr alleine auf der Straße überleben konnte,
auf diesem Weg ein Zuhause. EuroP.A.S. arbeitet mit Hundepensionen
vor Ort zusammen, die
Monat für Monat sehr
viel Geld kosten. Besonders für die im Folgenden
vorgestellten, wunderhübschen „Langzeitinsassen“
der Hundepension wünschen wir uns ein schönes
Zuhause! Sie sitzen schon
seit 2009 (!!!) dort und
haben keine einzige Anfrage. Wir wissen nicht,
warum – vielleicht, weil
sie etwas größer sind?
Wasserspenden für die Flutopfer
43
Partner
Futterspenden für die Flutopfer
Raynard
Dieser wunderschöne Rüde mit seinen smaragdgrünen
Augen, der das Ballspielen so liebt und mit anderen
Hunden, egal ob Rüden oder Hündinnen, bestens klarkommt, wartet schon so lange auf „seinen“ Menschen!
Er wünscht sich so sehr eine eigene, ruhige Bezugsperson. In der Hundepension ist er nur einer von vielen,
und man merkt, dass er darüber sehr traurig ist. Mit
Katzen versteht er sich leider nicht. Er ist 2007 geboren, kastriert, geimpft und gechipt und ungefähr sechzig Zentimeter groß.
44
Zelenko
Auch Zelenko sitzt schon seit 2009 in der Hundepension - ohne eine einzige Anfrage. Zelenko
ist ebenfalls 2007 geboren und ungefähr sechzig
Zentimeter groß.
Selbstverständlich ist auch er kastriert, geimpft und
gechipt. Zelenko ist ein neugieriges, verspieltes
Kerlchen, aber Katzen hat er zum Fressen gerne im wahrsten Sinne des Wortes. Zelenko kann nur
mit Geschirr geführt werden, da er mit eingewachsenem Halsband gefunden wurde und seither Panik bekommt, wenn man ihm etwas um den Hals
fixieren möchte.
Respektiere
Partner
Mindestlohn
Konsequenzen für den Tierschutz
Zur Situation im Tierheim Oelzschau
S
eit des Gesetzentscheids zur
Zahlung des Mindestlohns ab Januar 2015 kann man fast täglich
in Zeitungen lesen, welche Branchen
Schlimmes befürchten, und wie sie die
steigenden Lohnkosten kompensieren
wollen: Durch Kündigungen, Kurzarbeit, Preiserhöhungen oder gar Geschäftsschließungen.
Das alles können die Tierheime nicht
tun und müssen dennoch wie alle anderen Arbeitgeber auch den Mindestlohn für die Mitarbeiter zahlen. Wir
können die ohnehin schon zu dünne
Personaldecke nicht weiter ausdünnen. Denn wer sollte dann die ordnungsgemäße Pflege und Versorgung
der Tiere übernehmen? Und wie sollen wir Preise erhöhen? Die Schutzgebühren sind ein wichtiger Beitrag zur
Gesamtfinanzierung der Tierheime,
aber eine Erhöhung hat Grenzen.
Respektiere
Wird es höhere finanzielle Leistungen
der Kommunen als Fundtierpauschale geben? Dies wäre ein Weg, aber
die Kommunen sind zu einer kostendeckenden Zahlung selten bereit und
verweisen auf ihre ebenfalls klammen
Kassen.
Auch wir wollen, dass unsere Mitarbeiter fair bezahlt werden, das ist
keine Frage, aber die Frage ist: Wie
können wir das schaffen? Die ersten
Tierheime haben schon Alarm gegeben: Das Geld reicht unter diesen Umständen nur noch kurze Zeit.
Für einige Branchen sieht die Gesetzgebung Ausnahmen vor, nicht aber für
Tierheime. Der Gesetzgeber hat uns
Tierschutzvereine einfach übersehen
und vergessen - jedenfalls ist das unser
Gefühl. Wir hätten Ideen für eine Lösung gehabt, aber man hat uns nicht
gefragt. Eine Idee wäre beispielsweise
eine Art Kombi-Lohn für alle gemeinnützigen Vereine, die ja letztendlich
die Aufgaben der Gesellschaft übernehmen und dafür ganz viel freiwillige
Arbeit leisten.
Doch Jammern nützt nichts; wir müssen es schaffen, denn wir sind unseren Tieren verpflichtet. Aber: Alleine
schaffen wir das nicht, ganz dringend
brauchen wir Spenden und die Unterstützung durch Tierfreunde. Bitte vergessen Sie uns wenigstens nicht!
TSV Leipziger Land e.V.
Betreiber des Tierheims Oelzschau
Spendenkonto:
IBAN:
DE 54 8605 5592 1100 4040 97
BIC: WELADE8LXXX
Sparkasse Leipzig
45
Partner
Hunde aus dem Tierheim Oelzschau
suchen ein Zuhause
Name: BOBBY
Geschlecht: männlich
Alter: 2 Jahre, geboren 2012
Rasse: Mix
Größe: sehr groß
Im Tierheim seit: 06.03.2014
Bobby ist sehr stürmisch und geradezu
süchtig nach Bewegung. Das ist kein
Wunder, denn er hat Nachholbedarf
ohne Ende. Seit seiner Welpenzeit
lag er zwei Jahre lang nur an einer
schweren, kurzen Eisenkette auf einem
Schrottplatz. Er durfte nichts sehen,
nichts erleben, keine Bewegung und
keinen Umgang mit Artgenossen
haben. Wenn er sich erlaubte,
gelegentlich einmal zu bellen, bekam
er mit einer Eisenstange Schläge auf
den Kopf.
46
Für Bobby suchen wir
hundeerfahrene
Halter,
die ihm eine Aufgabe
geben und ihm vieles
beibringen. Er hat es
mehr als verdient!
Name: NURI
Geschlecht: männlich
Alter: 1,5 Jahre, geboren 05/2013
Rasse: Mischling
Größe: groß, ca. 80 cm
Im Tierheim seit: 22.05.2014
Nuri ist ein sanfter Riese, der sich seiner
Größe und Kraft nicht bewusst zu sein
scheint. Er ist mit Artgenossen sehr
gut verträglich, auch mit sehr kleinen
Rassen. Welpen und besonders kleine
Hunde fühlen sich bei ihm immer gut
aufgehoben.
Nuri ist menschenbezogen, zutraulich, fröhlich, verspielt und sehr
temperamentvoll. Er benötigt seinem
Alter und seiner Größe entsprechend
viel Auslauf und Beschäftigung. Nuri
muss noch vieles lernen, aber er wird
daran große Freude haben, wenn er
dabei gleichzeitig auch etwas erleben
darf.
Nuri wurde ursprünglich aus einer
Tötungsstation gerettet und kam über
den ETN e.V. zu uns.
Name: PAVLOV
Geschlecht: männlich, kastriert
Rasse: Deutscher Schäferhund-Mix
Alter: 10 Jahre, geboren ca. 10/2004
Größe: mittel, ca. 55 cm
Im Tierheim seit: 04.09.2014
Pavlov stammt ursprünglich aus
Rumänien. Dort lebte er schon einige
Zeit vor einem Hotel auf
der Straße, wo er aber gut
versorgt wurde. Aufgrund
des Tötungsgesetzes wurde
er im Tierheim SMEURA in
Sicherheit gebracht.
Nuri
Bobby
Dennoch ist Bobby zu
Menschen
lieb
und
zutraulich, allerdings auch
etwas „grobmotorisch“.
Das Kommando „Sitz!“
kennt er bereits; er wird
aber noch vieles mehr
lernen müssen …
Seit einigen Wochen
geht Bobby mit seinem
Gassigeher täglich große
Runden spazieren. An der
Leine läuft er sehr gut und
entspannt.
Pavlov ist ein sehr menschenbezogener, aufgeschlossener und freundlicher Rüde.
Trotz seines Alters ist er
noch sehr bewegungsfreudig
und agil und wird sich über
ausgedehnte Spaziergänge
mit seinen neuen Menschen
freuen. Mit Artgenossen ist
Pavlov verträglich, da er
auch in Rumänien in einem
größeren Rudel gelebt hat.
Respektiere
Wir hoffen, für ihn liebe Menschen
zu finden, bei denen er noch viel
lernen und erleben darf und endlich
die Zuwendung und Aufmerksamkeit
bekommt, die er verdient hat.
Bei seinen Vorbesitzern hatte
Benno tagsüber ein großes
Grundstück, auf dem er sich
frei bewegen konnte (so
hatte er kein Problem damit, alleine
zu sein), und abends war er mit im
Haus, wo er auch geschlafen hat.
Möbel, Hausschuhe oder sonstiges
hat er nie zerstört. Er mag sehr gerne
Kuscheltiere (die dann aber nicht sehr
lange leben) und Ballspielen. An
die im Haus lebenden Katzen und
Meerschweinchen hatte er sich auch
recht schnell gewöhnt.
Benno
kennt
alle
gängigen
Kommandos (‚Sitz‘ und ‚Platz‘ auch
mit den jeweiligen Handzeichen)
und befolgt sie auch. Er läuft sehr gut
an der Leine. Mit anderen Hunden
verträgt er sich in der Regel gut. Auch
fährt er gerne im Auto mit. Zu seinen
Besonderheiten zählt seine große
Angst vor Gewitter und Feuerwerk.
Name: CHARLOTTA
Geschlecht: weiblich, kastriert
Alter: 1 Jahr, geboren
ca. 09/2013
Rasse: Mischling
Größe: klein, ca. 35 cm
Im Tierheim seit: 31.07.2014
Anfangs zeigt sich Charlotta fremden
Personen gegenüber etwas ängstlich,
weshalb sie auch nicht mit jedem
Gassi geht. Sie hat im Tierheim
schon viel durch ihre Gassigeher
dazugelernt, allerdings hat sie
noch
Nachholbedarf.
Charlotta
ist freundlich zu Artgenossen, und
inzwischen hat sie gelernt, dass
auch Menschen durchaus prima sein
können. Über Personen, die sie kennt,
freut sie sich inzwischen sehr; da steht
ihr kleines, wackelndes Hinterteil nicht
still … Charlotta braucht geduldige
Menschen mit Einfühlungsvermögen,
die sich langsam ihr Vertrauen
erarbeiten.
Ab und zu hat die Kleine allerdings
ihren ganz eigenen Kopf, den sie
dann auch versucht, durchzusetzen
(beispielsweise wenn sie eine andere
Strecke laufen will als der Mensch am
anderen Ende der Leine). Aus diesem
Grund sollte ihre Erziehung liebevoll
und gleichzeitig sehr konsequent
gestaltet werden.
Benno
Name: BENNO
Geschlecht: männlich, kastriert
Alter: 5,5 Jahre, geboren
ca. 02/2009
Rasse: Bernhardiner
Größe: groß
Im Tierheim seit: 30.09.2014
Das sagen seine Vorbesitzer
über Benno: Benno hat
einen ausgebildeten Wachinstinkt. Leider ist dieser
Beschützerinstinkt
nach
der Geburt eines Kindes in
seiner alten Familie noch
intensiver geworden, so
dass die Eltern das Risiko
für ihre Familie und Freunde
als zu hoch einschätzten.
Gegenüber den Mitgliedern
seiner Familie zeigte sich
Benno als sehr anhänglich
und verschmust und wollte
(und durfte) überall dabei
sein. Benno ist kastriert.
Charlotta
Pavlov
Partner
Respektiere
47
Partner
Unsere Katzenfallen sind stets im Einsatz …
Die eigens für unsere 55 Neuankömmlinge aus
Serbien gebaute Katzenbehausung.
I
n Zeiten der großen wirtschaftlichen Krise in ganz
Italien ist es hier zum
Problem für die Menschen
geworden,
neben
den
alltäglichen Sorgen um das
tägliche Brot auch noch Geld
für die Haustiere auszugeben.
Tierliebe Menschen, die vorher
Straßentiere gefüttert und
verletzte Tiere zum Tierarzt
gebracht haben, wenden sich
ab, können sich nicht anders
verhalten, weil der Staat sein
Volk mit täglich immer neuen
Steuerlasten aussaugt.
hat seine Notwendigkeiten.
Kolonien von Straßenkatzen
und streunende Hunderudel
haben nicht nur Mangel an
täglicher Ernährung, sondern werden nun von den
Tierschützern auch nicht mehr
kastriert.
Die Veterinärbehörden, die
von Amts wegen verpflichtet
wären, Kastrationen gratis
vorzunehmen,
bequemen
sich,
zwei
Katzen
pro
Woche zu behandeln. Ein
Ding der Unmöglichkeit, an
einem gewissen Tag gerade
einmal zwei Katzen, noch
dazu gleichen Geschlechts,
einzufangen und oftmals
kilometerweit zum Kastrieren
zu bringen.
Insofern ist es nur zu verständlich, dass sich gerade
auf dem Land immer mehr
Leute an uns wenden und
um die Übernahme von Kastrationskosten bitten, um so die
Population der wild lebenden
Katzen einzudämmen.
Wir helfen, wo wir können
und so viel wir können damit die Samtpfoten sich
nicht vermehren, nicht von
gewissenlosen Menschen vergiftet oder in anderer Weise
misshandelt
werden.
Am
Ende eines Monats spricht die
Tierarztrechnung Bände, und
das, obwohl wir natürlich mit
Sonderpreisen und auch mit
Sonderbehandlung
können.
rechnen
Es ist uns ein großes Anliegen,
dass die kastrierten Tiere auch
weiterhin gefüttert werden.
In unseren umliegenden Ortschaften füttern wir selbst an
diversen Stellen, aber darüber
hinaus unterstützen wir auch
viele tierliebe Damen, die in
ganz Italien Katzen betreuen:
Von Grosseto bis Rom, über die
Insel Elba bis hin nach L‘Aquila
- damit die Miezen, vor allem
im Winter, einmal am Tag
Nahrung finden können.
Niemand von uns Katzenbetreuern kann es sich leisten,
eine größere Population von
Samtpfoten nur mit Fertigfutter
zu versorgen. Wir alle kochen
für die Tiere. Wir kochen
das, was man beim Bäcker,
im Supermarkt oder beim
Metzger geschenkt bekommt.
Und dieses Futter, in großen
Eimern
auf
Futterrunden
mitgenommen, wird mit Dosenfutter angereichert und zu
festen Zeiten ausgeteilt. Auf
diese Weise gewöhnen sich
die Tiere an den Kontakt zum
Menschen, und man hat es
am Ende leichter, sie für die
Kastration, aber auch für eine
eventuell notwendige, andere
Behandlung einzufangen.
Wir danken dem Europäischen
Tier- und Naturschutz e.V. an
dieser Stelle noch einmal
für
die
Unterstützung
einer größeren Kastrationsaktion!
Helga Wallrath
www.sos-animaliinternational.com
Nur noch wenige Privatpersonen können es sich
leisten, Tiere zur Kastration zu
bringen, denn auch der Tierarzt
48
Die Katzen aus Serbien fühlen sich in ihrem
neuen Heim sehr wohl.
Respektiere
Partner
Unsere Einsatzgebiete in Europa
Der ETN e.V. setzt zahlreiche Projekte im Tier- und
Naturschutzbereich um. Er ist zudem ein zuverlässiger und starker Partner für nahezu einhundert
Vereine im In- und Ausland. In Zusammenarbeit mit dem ETN e.V. leisten unsere
Partner europaweit anerkennenswerte Tierschutzarbeit. Sie setzen
sich unter den schwierigsten Bedingungen für die Tiere vor Ort
ein. Ohne diese Tierschutzarbeit an der Basis würden
viele Tierheime schlichtweg
nicht existieren, blieben
Abertausende von Straßentieren unversorgt und
Respektiere
unkastriert. Unzählige Tiere wären dem Tod geweiht.
Unsere Partner im In- und Ausland sind genauso wie wir als
ETN e.V. immer für die Belange der Tiere da. Sollten Sie,
liebe ETN-Freunde, uns oder unsere Partner brauchen, scheuen Sie sich bitte nicht!
Nehmen Sie Kontakt auf! Wir helfen!
Tel.: 0 22 45-61 90-0 oder
e-Mail: [email protected]
Die Kontaktdaten unserer Partner
finden Sie auch unter www.etnev.de.
49
Foto: Jürgen Weingarten, pixelio.de
News
Luxemburg verbietet
Fuchsjagd
Luxemburg hat einen wichtigen
Schritt im Bereich Wildtierschutz
getan und ist damit Deutschland weit
voraus: Ab April dürfen dort für ein
Jahr keine Füchse mehr geschossen
werden. Aus dem Umweltministerium
hieß es, man gehe davon aus, dass
sich die Fuchspopulation am besten
selbst reguliere. Nach einem halben
Jahr sollen die Auswirkungen des
Verbots auf den Bestand noch einmal
geprüft werden. Erwartungsgemäß
kritisierten Luxemburgs Jagdverband
und
Landwirtschaftskammer
den
Beschluss, doch die Regierung
folgt damit den Empfehlungen von
Biologen und Naturschutzverbänden,
die schon lange belegen können,
dass Fuchsbestände auf Bejagung mit
erhöhter Vermehrung reagieren.
Es ist zu hoffen, dass Deutschland
dem guten Beispiel Luxemburgs bald
folgen wird.
Foto: paukereks, pixelio.de
50
Die Rückkehr des Wolfs
nach NRW
Im Januar teilte das Umweltministerium
mit, dass es Belege für eine Rückkehr
des Wolfs in das Bundesland
Nordrhein-Westfalen gibt. Nach mehr
als 170 Jahren fand man im Kreis
Minden-Lübbecke an der Grenze
zu Niedersachsen zum ersten Mal
wieder DNA-Spuren eines Wolfs.
Bis zur endgültigen Neubesiedlung
wird vermutlich noch einige Zeit
vergehen, aber schon diese ersten
Anzeichen geben Grund zur Freude.
Sollte der Wolf endgültig nach
NRW zurückkehren, wird man ihn
aufgrund seiner natürlichen Scheu vor
dem Menschen vermutlich dennoch
nicht zu Gesicht bekommen. Einzig
Schafhalter sollten vorbereitet sein
und ihre Weiden dann adäquat
einzäunen.
Hochzeitstauben
– Tierquälerei am
schönsten Tag des
Lebens
Bei Hochzeiten etabliert
sich zunehmend der
Brauch, weiße Tauben
vor der Kirche fliegen
zu lassen, da diese als
Symbol für Glück und
Treue gelten.
Die
Hochzeitspaare
nehmen
wohl
an,
dass
diese
Tauben
anschließend wie „normale“ Brieftauben in
ihren
Taubenschlag
Foto: Hartmann Jenal
zurückfliegen
und
das
Ritual
dementsprechend gut überstehen.
Leider ist das eher die Ausnahme,
denn viele Hochzeitstauben verenden
auf ihrem Flug zurück zum Heimatort
oder werden völlig entkräftet von
Tierfreunden aufgesammelt. Weiße
Tauben
werden
speziell
ihrer
Farbe wegen gezüchtet; andere
Fähigkeiten,
wie
beispielsweise
der Orientierungssinn, sind bei
den Tieren dieser Zuchtform häufig
weniger stark ausgeprägt. Bei
Tauben, die besonders billig vermietet
werden, handelt es sich zudem
häufig um Lach- oder Pfauentauben,
deren
Orientierungssinn
noch
schlechter ausgebildet ist als der
hochgezüchteter weißer Brieftauben.
Tiere, die nicht zum Heimatschlag
zurückfinden,
verhungern
oder
werden von Greifvögeln geschlagen.
Respektiere
News
Taubenzüchter und Unternehmen,
die
Hochzeitstauben
vermieten,
verschweigen dieses Detail, so
dass viele Hochzeitspaare meist
unwissentlich am schönsten Tag ihres
Lebens Tierquälerei unterstützen.
Alle angehenden Brautpaare bitten
wir deshalb, auf dieses Ritual zu
verzichten, denn auch ohne diese
Tierquälerei kann die Hochzeit ein
unvergessliches Erlebnis werden.
Übrigens: Auch der aus den
USA zu uns herübergeschwappte
Brauch, Schmetterlinge nach der
Trauzeremonie fliegen zu lassen, ist
Tierquälerei. Zwar werden die Tiere
für den Transport „heruntergekühlt“,
doch auf dem Postweg wird oft
nicht gerade zaghaft mit ihnen
umgegangen. Exotische Falter sind
nach dem Freilassen zum Tode
verurteilt, da sie in unserem Klima nicht
überleben können. Zudem stellt das
Freilassen nicht heimischer Wildtiere
eine Faunenverfälschung dar. Doch
auch wenn ausschließlich heimische
Schmetterlingsarten „genutzt“ werden,
muss man sich fragen, ob ein einziger
schöner Moment den erheblichen
Stress für die Tiere rechtfertigt …
Fotos: Jürgen Weingarten, pixelio.de, Rudolpho Duba, pixelio.de, Rike, pixelio.de
Redaktioneller Hinweis
Da sich die offizielle Eröffnungsfeier
der Streunerklinik von ‚Dog Rescue Romania‘ in Bukarest aus
organisatorischen Gründen verschoben hat, berichten wir nicht - wie in
Ausgabe 4/2014 angekündigt - im
aktuellen Heft über das Projekt, sondern
werden erst in der Sommerausgabe
von ‚Respektiere‘ darüber schreiben.
Obwohl die Klinik noch nicht offiziell
eröffnet wurde, arbeitet das Ehepaar
Hofmann dort bereits seit Wochen unter
Hochdruck und behandelt im Moment
vor allem Notfälle. Auch Kastrationen
werden durchgeführt. Dies wurde
durch die finanzielle Unterstützung der
ETN-Stiftung ermöglicht.
Respektiere
51
Bitte heraustrennen und senden an:
Europäischer Tier- und
Naturschutz e.V.
Hof Huppenhardt
D-53804 Much
Europäischer Tier- und Naturschutz e.V.
als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt
Mitgliederservice: D-53804 Much, Hof Huppenhardt, Tel.: 0 22 45-61 90-17
Fax: 0 22 45-61 90-11, e-Mail: [email protected]
Ja, ich möchte den ETN e.V. mit meiner Mitgliedschaft unterstützen. Ich erhalte
automatisch das Mitgliedsmagazin „Respektiere“. Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.
Mein Jahresbeitrag beträgt
Euro. Vor- und Zuname:
(Jährlicher Mitgliedsbeitrag mindestens 36,00 Euro!
Nur jährliche Zahlungsweise)
Straße:
Zahlungsweise:
PLZ, Ort:
Geb.-Datum:
jährl.
1/2-jährl.
Telefon:
1/4-jährl.
Die Dauer der Mitgliedschaft berechnet sich ab Antragstellung und wird
ab diesem Zeitpunkt für ein Jahr erklärt. Sie verlängert sich um ein weiteres Jahr, falls nicht drei Monate vor Ablauf der Jahresfrist schriftlich
gekündigt wird. Mitgliedschaft ab 18 Jahren.
eMail:
DatumUnterschrift
Überweisungsauftrag/Zahlschein-Kassenbeleg
WICHTIGER HINWEIS! Bitte verwenden Sie diesen Vordruck zum Überweisen!
Wenn Sie kein Konto haben, können sie den Vordruck zur Bareinzahlung benutzen.
Bei Überweisung: Bitte Ihre Konto-Nr. einsetzen und Auftrag unterschreiben.
(Name und Sitz des beauftragten Kreditinstituts
Europäischer Tier- u. Naturschutz e.V.
DE75370502990007007022
COKSDE33XXX
(BIC des Kontoinhabers)
Benutzen Sie bitte diesen Vordruck
für die Überweisung des Betrages von
Ihrem Konto oder zur Bareinzahlung.
Den Vordruck bitte nicht beschädigen,
knicken, bestempeln oder beschmutzen.
Beleg / Quittung für den Auftraggeber
Konto-Nr. des Auftraggebers
Empfänger
Europäischer Tier- und Naturschutz e.V.,
Hof Huppenhardt, D-53804 Much
Verwendungszweck
Spende / Betrag
Kontoinhaber / Einzahler/in
Spende / Respektiere 1/2015
Bestätigung Kreditinstitut / Datum
Den Mitglieds­beitrag überweise ich auf das ETN-Konto:
Kreissparkasse Köln • BIC: COKS DE33 XXX • IBAN: DE 45 37050299 0007007077
(Bitte warten Sie Ihre Beitragsrechnung ab.)
Erteilung einer Einzugsermächtigung und eines SEPA-Lastschriftmandats
1. Ich ermächtige den ETN e.V. widerruflich, die von mir zu entrichtenden Zahlungen von meinem Konto einzuziehen.
2. Sepa-Lastschriftmandat:
Ich ermächtige den ETN e.V., Zahlungen von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die vom ETN e.V. auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen.
Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages
verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.
Vor dem ersten Einzug einer Sepa-Basislastschrift wird mich der ETN e.V. über den
Einzug in dieser Verfahrensart unterrichten.
Gläubiger-Identifikationsnummer: DE88ZZZ00000043587
Mandatsreferenz: Wird separat mitgeteilt
Bitte helfen Sie
durch
Ihre
Mitglied-
schaft oder eine Spende, das Tierelend zu
lindern! Mit dem beilie-
Name Kreditinstitut:
genden Antrag können
Sie unkompliziert Mit-
BIC:
glied werden.
IBAN:
ausfüllen und an den
Einfach heraustrennen,
ETN schicken.
Ort, Datum
Unterschrift
Hinweis: Ihre Mitgliedschaft kann auch leicht
über
www.etnev.de
beantragt werden.
Der Zahlungsbeleg gilt
bis Euro 200,00 als
Spendenbescheinigung
zur Vorlage beim Finanzamt.
Bei einem Betrag von
mehr als Euro 200,00
erhalten Sie von uns unaufgefordert eine Spendenbescheinigung,
wenn uns Ihre vollständige Adresse vorliegt.
Foto: Robert Proksa