Erfahrungsbericht - Akademisches Auslandsamt

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Erfahrungsbericht - Akademisches Auslandsamt
Erfahrungsbericht
Name: V e r o n i k a, H a f n e r
Austauschjahr: WS14/15
Gastuniversität: Università degli Studi di Bari „Aldo Moro“
Stadt: Bari
Land: Italien
Aus Spam-Schutzgründen wird die E-Mail-Adresse nicht im Internet veröffentlicht,
kann aber im Akademischen Auslandsamt erfragt werden.
Für mich war klar, dass ich ein Auslandssemester in Italien machen möchte, da ich in der
Schule schon ein bisschen Italienisch gelernt habe und das nur sehr ungerne wieder verlernen möchte. Also habe ich mich im Vorhinein bei einer Informationsveranstaltung über das
ERASMUS Programm informiert und mir fest vorgenommen ein Auslandssemester zu machen.
Als es an die Städtewahl ging wusste ich selbst nicht so genau wohin ich gern wollte und
habe mich deshalb ins Blaue hinein für Bari entschieden, ohne vorher jemals etwas davon
gehört zu haben, einfach so weil es sehr weit im Süden am Meer liegt und ich diese zwei
Punkte als sehr positiv gesehen habe.
Nachdem ich die Zusage erhalten habe, habe ich mir vor meinem Abflug zugegebenermaßen nicht besonders viele Gedanken gemacht, wie ich dort leben werde usw., was sich aber
im Endeffekt auch als nicht notwendig herausgestellt hat.
So habe ich für den 28.09.2014 meinen Flug gebucht und bin auf nach Bari. Ein bisschen
beruhigt war ich allerdings schon, da ich vorher schon ein Gespräch mit einer Studentin hatte, die auch schon einmal ein Jahr in Bari verbracht hat und mir versichert hat, dass ich mir
keine Sorgen machen solle und sich dort so gut wie alles von alleine regelt.
In Bari angekommen habe ich zum Glück direkt einen Shuttlebus gefunden der mich vom
Flughafen für 4€ zum Bahnhof gebracht hat und ich von dort aus gut das B&B erreichen
konnte, dass ich im Voraus für 2 Nächte gebucht hatte.
Am nächsten Morgen hatte ich mit einer in Bari ansässigen Organisation, speziell für Erasmus Studenten, ein Treffen in deren Büro vereinbart um uns gemeinsam auf Wohnungssuche zu machen. Also bin ich am nächsten Morgen dort hin und wurde freundlich von lauter
jungen Menschen, selbst Studenten, empfangen um uns anschließend mit 2 Spaniern auf
die Suche nach einer Bleibe zu machen.
Insgesamt habe ich um die 7 Wohnungen besichtigt und mich schlussendlich für ein kleines
Apartment im Stadtzentrum, in welchem noch 2 Italienerinnen leben, welche ich später kennengelernt habe.
Gezahlt habe ich für die Wohnung 285€ kalt und am Anfang des Monats kam immer der
Vermieter zur Abrechnung der Nebenkosten, die aber nie mehr als 17€ waren. Insgesamt
war die Miete für die Größe und Substanz der Wohnung vielleicht etwas hochgegriffen, aber
für mich voll in Ordnung in Betracht der Lage. Es gibt aber durchaus auch günstigere Wohnungen die auch nicht weit außerhalb sind.
Der etwas seltsame, für deutsche Verhältnisse undenkbare, Mietvertrag ( wobei es schon
ungewöhnlich ist, dass ich überhaupt eine Art Vertrag hatte ) war schnell unterschrieben und
ich konnte mein Zimmer beziehen.
Später lernte ich dann meine Mitbewohnerinnen kennen mit denen ich mich auch gut verstand.
Die Universität befindet sich im Zentrum von Bari und wäre von meiner Wohnung aus super
zu erreichen gewesen. Allerdings gibt es 3 Fakultäten die nicht im Zentrum, sondern etwas
weiter außerhalb untergebracht sind. So auch meine Fakultät die „Economia“, weshalb ich
gezwungenermaßen immer mit dem Bus dort hinfahren musste. Leider ist das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln im Süden Italiens alles nicht so toll geregelt wie bei uns, und so musste ich auch mal eine dreiviertel Stunde auf den Bus warten. In manchen Situationen mag das
nervig sein, aber man muss sich eben darauf einstellen und zum Beispiel in Prüfungssituationen oder ähnlichem ein bisschen früher losgehen. Wenn man aber versucht das alles mit
ein bisschen mehr Gelassenheit zu sehen, was am Anfang sicher schwer fällt, kann das
schon fast wieder sympathisch sein.
Für meine Zeit in Bari habe ich mir eine Monatskarte für den Bus gekauft, was sich auf jeden
Fall lohnt, wenn die Uni so weit entfernt ist. Die Karte kostet 12€ im Monat. Eine Fahrt 1€.
Die Universität ist etwas in die Jahre gekommen und nicht das, was wir aus Deutschland
gewohnt sind. Aber wenn man mit dem Gedanken dort ist, nicht die nächsten Jahre dort verbringen zu müssen kann man sich auf jeden Fall damit arrangieren. Außerdem spielt sich
das Leben eines Erasmus Studenten ja nun wirklich nicht hauptsächlich in den Universitätsgebäuden ab.
Die Vorlesungen werden in einem sehr veralteten Modus gehalten. Ohne Power-Point oder
ähnliches und ohne Skripte, die zur Verfügung gestellt werden. So schreiben die italienischen Studenten alles in ihren Heften haargenau mit und der Professor redet in den teilweise
3-stündigen Vorlesungen vor sich hin. Aber auch um das muss man sich nicht großartig Sorgen machen, wenn man sich am Anfang der Veranstaltung einmal bei den Professoren vorstellt und fragt ob man Materialien (eventuell sogar auf Englisch) zur Verfügung gestellt bekommen kann, um für die Prüfungen zu lernen. In den meisten Fällen sind die Professoren
da sehr kooperativ.
Eine Mensa oder ähnliches gibt es an der Universität nicht, aber ich hatte eigentlich immer
Zeit zuhause oder sonst irgendwo etwas zu essen.
Essen gehen ist dort im Vergleich zu Deutschland sowieso relativ billig, wenn man zum Beispiel Pizza essen geht. Deshalb machen das die Italiener auch grundsätzlich öfters als wir in
Deutschland.
Die Lebensmittel in den Supermärkten sind für meinen Geschmack etwas teuer. Vor allem
Markenprodukte oder Dinge wie Joghurt und Müsli sind teuer, da das in Italien nicht so gegessen wird.
Allerdings kann man überall leckeres Obst und Gemüse kaufen und zum Beispiel auch auf
Märkten einkaufen.
Im Nachhinein finde ich persönlich es fast ein bisschen Schade, dass ich mein Auslandssemester während eines Wintersemesters gemacht habe, weil das Wetter im Sommer dort im
Süden sicher toll zu genießen wäre. Besonders mit dem Meer vor der Haustüre.
Aber auch während meines Aufenthaltes war es bis Ende Oktober möglich die sonnigen Tage am Stadtstrand zu genießen. Dieser ist zwar nicht besonders schön, aber um ein bisschen zu relaxen oder einen Spritz zu genießen durch seine Nähe optimal.
Das Wetter war aber auch die ganze Zeit über relativ gut, wenn man das Wetter in Deutschland zu diesen Zeiten bedenkt. Es scheint oft die Sonne und auch im Januar hatte es selten
unter 10 Grad. Also eine gute Gelegenheit den deutschen Winter einmal auszulassen.
Durch die Treffen mit den Erasmus Organisationen, die meist auch aus Studenten bestehen
und dort zu Hauf zu finden sind, war es leicht schnell andere Gleichgesinnte zu finden und
es haben sich in kurzer Zeit tolle Freundschaften entwickelt. Es besteht quasi die Möglichkeit
so gut wie jeden Tag etwas mit diesen Organisationen zu unternehmen, allerdings haben wir
es am Ende bevorzugt etwas alleine zu planen, da es doch etwas anstrengend ist sich mit so
vielen Leuten abzustimmen und sich einig zu werden.
Von Bari aus ist Vieles mit dem Zug super zu erreichen und die Preise sind ein Witz wenn
man an unsere Deutsche Bahn denkt.
Es gibt dort in Apulien auch wirklich wunderschöne Ortschaften zu besichtigen. Auch Neapel
ist beispielsweise mit dem Fernbus für wenig Geld in circa 3 Stunden zu erreichen.
Einem wird also bestimmt nicht langweilig.
Anfangs habe ich mir Sorgen wegen der Sprache gemacht, da mein Italienisch alles andere
als perfekt war, allerdings hat sich auch das schnell gelegt, weil man die Kenntnisse dann
nach einer gewissen Zeit doch wieder abrufen kann und auch schnell Neues dazu lernt.
Meine Vorahnung, dass dort aber so gut wie niemand Englisch sprechen wird, wurde allerdings bestätigt. Was aber, wenn man aus demselben Grund wie ich dort hingeht, nämlich um
die italienische Sprache besser zu lernen, sehr von Nutzen ist.
Insgesamt kann ich solch einen Auslandsaufenthalt nur jedem Studenten empfehlen, weil es
eine tolle Erfahrung für einen selber und für das Leben ist so etwas einmal gemacht zu haben.
Außerdem kann ich jetzt besser Italienisch sprechen und damit mein eigentliches Ziel so
ziemlich erreicht.