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HANSI LANG
Album: Spiele Leben (Live CD+DVD)
Spiele Leben
MONCD126 (CD+DVD in Doppel-Jewelcase)
VÖ 06.02.2015
VERTRIEB
Rough Trade (AUT, digital)
www.hansilang.com
Wir schreiben das Jahr 2015, und es liegt eine Stimmung in der Luft wie zuletzt Anfang der achtziger
Jahre des vorigen Jahrhunderts. Eine Sehnsucht, eine fiebrige Aufbruchsstimmung, eine Erwartung
an kommende Dinge.
Wanda, eine Wiener Formation mit lässiger Scheiss-mich-nix-Attitüde, ist die Band der Saison.
Gemeinsam mit seelenverwandten Gruppen wie Bilderbuch, Kreisky oder Ja, Panik rockt man die
Feuilletons und Radiostationen auch jenseits der Grenzen. Alte Helden wie Minisex oder Chuzpe
veröffentlichen nach langen Pausen wieder Platten (und sie klingen frisch und hungrig!), neue Heroen
wie Ernst Molden und Der Nino aus Wien tun sich zusammen, um die Austropop-Vergangenheit
durch den Fleischwolf zu drehen. Bei Generationentreffen zwischen Ö3- und FM4-Apologeten wird
gemeinsam „Der schönste Mann von Wien“ besungen. Und das Selbstbewusstsein dieser Stadt
schwingt sich zu neuen, lichten Höhen empor.
Und dann fällt – wie zufällig – der Name Hansi Lang. In einem Interview mit Wanda, wo die Band
nach ihren Einflüssen und Vorbildern gefragt wird. Zunächst kommt man auf Falco. „Ich glaube, das
ist eine uralte Sehnsucht nach Mythen und nach Legenden, die auch immer sehr aufschlussreich
sind“, wird Marco Michael Wanda zitiert. „Wenn man es will, findet man sich selbst in solch
ausformulierten Biographien wieder. Deswegen fasziniert Menschen immer solch ein Mythos um eine
Person. Ich glaube, dass das die Sehnsucht des Publikums ist, nach einer deutschsprachigen Musik,
die intelligent, aber auch ehrlich ist. Uns schmeichelt der Vergleich.“ Und dann fällt der Name Hansi
Lang. Und es ist kein Zufall, dass hier der Hans auf den Hans trifft und beide zusammen auf einen
heutigen Bewunderer.
Schnitt. „Wir haben immer gewusst, es wird der Hansi.“ Jetzt spricht Thomas Rabitsch, langjähriger
Freund und musikalischer Wegbegleiter von Lang wie auch von Falco. „Aber es ist der andere Hansi
geworden. Wir haben wirklich geglaubt: Wenn einer ein Riesenstar wird, dann ist das der Hansi Lang.
Dass das der andere Hans wurde, Falco, das kam schon sehr unerwartet.“
Nun: das ist eine sehr offene, fast ernüchternde Aussage (zu finden im Buch „WienPop. Fünf
Jahrzehnte Musikgeschichte, erzählt von 130 Protagonisten.“, erschienen im Falter Verlag). Aber sie
erzählt uns – auch – etwas vom Mythos und der Strahlkraft und der Person Hansi Langs. Und der
Sehnsucht des Publikums nach einer deutschsprachigen Musik, die intelligent, aber auch ehrlich ist.
Hier ist sie zu finden. In den besten Live-Dokumenten – abseits der bekannten Studio-Alben von
Hansi Lang –, die aufzutreiben waren.
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1982, im „Metropol“, da sind die Aufbruchsstimmung, der Furor, die Gier nach Neuem geradezu
greifbar. Zwar huldigt man mit „Love Me Tender“ ol’ Elvis (eine nicht unüberraschende Einlage!), aber
es ist eine halb ergriffene, halb ironische Remineszenz an die Frühzeit des Rock’n’Roll. 1997, im
„Rockhaus“ (das heute gar nicht mehr existiert), dominieren die Reife und Abgeklärtheit eines
Musikers, der alles gesehen hatte – bis auf eine durchschlagende Weltkarriere á la Falco. Was ihm in
den Augen seiner Bewunderer nichts von seinem Nimbus nahm. Und nimmt.
„Live Is Life“ sang eine andere österreichische Band, und sie landete damit – eher zufällig – einen
Welterfolg. La la lala la. Das rücksichtslose Sich-Exponieren – rücksichtslos vor allem auch
gegenüber dem eigenen Ich – zum Imperativ zu erklären und das Leben zum Gesamtkunstwerk, das
schaffen dagegen nur wahre Künstlernaturen. 2015 wäre Hansi Lang 60 Jahre alt geworden. Dass er
dieses Alter nicht erreicht hat, ist einer schicksalshaften Konsequenz geschuldet, die er mit seinem
Freund und Musikerkollegen Hans Hölzel teilt.
Keine Angst: einer tiefergreifenden Mythologisierung bedarf es nicht. Lang-Fans wissen, was sie
erwarten dürfen. Und was sie erwartet. Biografische Daten und weiterführende Details hält der digitale
Kosmos parat. Noch mehr Wortbeiwerk hemmt nur den Genuß dieser Tondoumente. Deren Songs,
deren Kraft und deren Dringlichkeit unglaublich heutig ist. Und unfassbar erotisch.
„Falco schläft mit uns“, sagen Wanda. Aber Hansi Lang – der sanftere, der lustvollere, der
verbindlichere Liebhaber – wartet schon. Wir spielen Leben.
CD: Rockhaus, 1997
DVD: Metropol, 1981
Promotion & Interview-Anfragen:
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