Erfahrungsbericht Schweden, Stockholm WiSe14/15

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Erfahrungsbericht Schweden, Stockholm WiSe14/15
Erfahrungsbericht Schweden, Stockholm WiSe14/15
Vorbereitung
Als Digitale Medien Student war Bewerbungsfrist Anfang Dezember und im Januar waren die
Plätze bereits bekannt. Da die Info-Veranstaltung zu den Bewerbungsfristen allerdings erst im
November war, ist es zu empfehlen im Vorfeld auf der Uni-Seite zu schauen und ggf. schon einen
Lebenslauf zu erstellen.
Nach Annahme meines Platzes in Stockholm auf deutscher Seite, sollte ich mich mit meiner
Partneruni in Kontakt setzen. Die erste Erfahrung war, dass mein Koordinator mich nominieren
muss und ich dann Unterlagen zur offiziellen Annahme zurückbekomme.
Nachdem ich dann nominiert wurde und die besagten Unterlagen erhalten habe, war ich auch
schon fest an der Uni in Stockholm eingeschrieben.
Unterkunft
Die Uni in Stockholm bietet für ca. 50% ihrer Gaststudenten eine Unterkunft in einem
Studentenwohnheim. Die verbleibende Hälfte ist selber verantwortlich sich etwas zu suchen. Die
Vergabe der Uni eigenen Wohnungen erfolgt über ein Losverfahren. Das „Housing Office“ soll
einem normalerweise die nötigen Informationen geben, aber es schadet nicht bei der
Kontaktperson nachzufragen.
Ich persönlich hatte Glück bei der Wohnungsverlosung der Uni und kam in einem Wohnheim
namens „Idun“ unter, welches sich auf der „Norrmalm“ nähe „St. Eriksplan“(U-Bahn Station)
befindet. Ich war mit meiner Freundin in einem 20,2m² großen Zimmer, inklusive Klo und
Küchenzeile, dazu ein Etagenbett, ein Tisch und Stühle. Also ziemlich klein, als wäre man in einer
Jugendherberge. Pro Person betrug die Miete ca. 280€, dazu gehörten Strom, warm Wasser,
Müllentsorgung, Waschmöglichkeiten, Internet, eben alles was zu einer Wohnung dazu gehört.
Weitere große Wohnheime sind „Lappis“ oder „Kungshamra“.
Wer bei der Begrüßungsveranstaltung immer noch keine Wohnung gefunden hat, kann bei der
Verlosung der Wohnungen, wo die Studenten abgesagt haben, teilnehmen. Ansonsten bleibt nur
das zelten auf dem Campus, bis etwas gefunden wurde, oder Herbergen oder Ähnliches.
Formalitäten
Wer nur ein Semester in Stockholm studiert, bekommt eine vorübergehende Personen-Nr.
zugewiesen, quasi für einen Langzeit-Besucher. Wer mehr als ein Semester bleibt muss sich
offiziell dort registrieren, wie das funktioniert und wo man sich melden muss wird in der
Begrüßungsveranstaltung erklärt, ebenso wird dort erklärt, wie und wo man am besten ein
schwedisches Konto eröffnet und was zu tun ist, wenn man erkrankt oder sich verletzt.
Ich selber habe ein deutsches Konto eröffnet, bei einer Bank, bei der ich ohne Extrakosten im
Ausland Geldgeschäfte tätigen kann.
Ein empfehlenswertes Dokument ist eine Immatrikulationsbescheinigung aus Deutschland, da eine
Kopie dieser mitten im Semester für ERASMUS hochgeladen werden soll.
Allgemein zur Uni
Der Hauptcampus „Frescati“ befindet sich im Stadtgebiet von Stockholm. Der Campus für
„Computer & System Science“ liegt wiederum außerhalb in „Kista“. Von „Lappis“ fährt man ca.
10min bis „Frescati“ und 60min bis „Kista“. Von Idun braucht man ca. 30min zu beiden
Unigeländen.
Wer ein günstiges Fahrrad findet, kann in Stockholm gut und viel Radfahren, allerdings regnet es
des öfteren und im Winter ist Schnee selten zu meiden. Alternativ kann man eine „SL-Card“
erwerben, mit der man alle Busse, U-Bahnen und Pendelzüge benutzen kann. Vergünstigt gibt es
diese allerdings nur für Mitglieder einer Studentunion(100SEK Beitrittsgebühr). Die Preise des SLTickets reduzieren sich dabei von 2300SEK auf 1590SEK für 90Tage, zusätzlich gibt es noch viele
Rabatte und Boni, über die man sich vor Ort informieren kann(wechseln ständig).
Die Uni in „Kista“ hat keine Mensa, aber eine kleine Cafeteria für Kaffee, Sandwiches und andere
kleine Snacks. Wer warmes Mittagessen möchte, bringt sich entweder sein Essen mit und wärmt
es in einer öffentlichen Mikrowelle in der Uni auf, oder geht in den Food Court der benachbarten
Mall.
In der Uni gibt es Internet Zugang über Wlan, wer „eduroam“ Zugang hat, kann diesen dort
problemlos nutzen, andere müssen vor Ort einen Account erstellen. „Eduroam“ ist neben der Uni
auch an großen öffentlichen Plätzen verfügbar, wie Hauptbahnhof, Flughafen(Arlanda) oder
Bibliothek(diese ist mit dem erhaltenen Studentenausweis zugänglich).
Der Studententrakt der Uni in „Kista“ ist nur über eine Zugangskarte erreichbar, wie diese zu
erlangen ist, wird in der Eröffnungsveranstaltung erklärt und die ersten zwei Wochen gibt es eine
Provisorische. Für die Vorlesungen gibt es hauptsächlich zwei große Hörsäle, einen kleinen und
einen Seminarraum. Neben diesen gibt es jede Menge Studentenräume, die online buchbar sind,
um sich zum lernen oder für Gruppenarbeiten ein stilles Plätzchen zu reservieren.
Neben dem Lehrbetrieb werden von der Studentunion regelmäßig Pub-nights, Karaoke-, so wie
Spieleabende organisiert.
Akademisches Leben
Vor Reiseantritt möchte die Uni in Stockholm gerne ein Learning Agreement haben, damit man in
den jeweiligen Veranstaltungen mit Priorität in die Veranstaltungen eingetragen werden kann.
Dieses kann man zwischen durch und spätestens vor Ort noch ändern, aber es sollte so schnell es
geht eines vorliegen.
Als Kurse stehen überwiegend englischsprachige Master-Kurse und einige englische BachelorKurse zur Verfügung. Wer auf schwedisch studieren möchte, muss einen B2 Nachweis vorzeigen.
Die Kurse sind auf der Website der Uni zu finden und als „exchange student courses...“ zu finden.
Es findet eine Einführungswoche für Auslandsstudierende statt. Auf dem Programm steht eine
allgemeine Begrüßungs- und Informationsveranstaltung, ein Besuch bei Ikea, eine
Begrüßungsveranstaltung des jeweiligen Departments und einige Aktivitäten um die Stadt kennen
zu lernen.
Studentenjobs
Wer als Student arbeiten möchte, kann dies über Angebote machen, welche na der Uni
ausgeschrieben und beworben werden, hierfür reichen in der Regel gute Englischkenntnisse. Wer
über diese Angebote hinaus etwas sucht, muss Glück haben oder Schwedisch
sprechen(zumindest wurde es so bei der Begrüßung geschildert).
Nach dem Aufenthalt
Meine Vorlesungen gingen bis kurz vor Weihnachten, danach hatte ich nur noch 2 Prüfungen im
Januar.
Nachdem alle Kurse eingetragen waren, wurde mein Transcript of Records an den International
Koordinator in Bremen gesendet, in meinem Fall kümmerte dieser sich direkt um die Anerkennung.
Für die Einreichung bei ERSMUS ist eine offizielle Druckvariante online verfügbar(einziger
Unterschied ist der fehlende Stempel).
Dieser Prozess kann einige Zeit in Anspruch nehmen, je nachdem wie schnell die Kurse in
Schweden eingetragen sind und wie schnell anschließend die Uni in Bremen ist, wenn die
Einhaltung der Fristen knapp wird, einfach bei den Betroffenen noch einmal nachhaken.
Besonderheiten
Wer in Schweden Sport machen möchte, sollte sich zuerst nach Sportvereinen umhören, da diese
teilweise billiger sind und höheres Spielniveau anbieten, außerdem ist dies ein guter Ort um einige
Schweden zu treffen. Ansonsten bietet die Uni ein buntes Programm an Aktivitäten und einige
Gruppen treffen sich auch einfach privat zum Wandern oder Ähnlichem.
Wer im Winter nach Schweden kommt sollte sich außerdem auf kaltes, nasses Wetter einstellen.
Dieses reicht von wochenlangem dauerhaftem Grau mit Regen, bis hin zu hohen Minusgraden
(-18°C in meinem Semester) mit Schneefall.
Fazit
Ich habe Schweden und Stockholm aus verschiedenen Gründen ausgesucht. Zum einen habe ich
Verwandte dort und somit bereits einiges Gesehen und eine Gewisse Verbindung zu dem Land.
Des weiteren hat die Kursauswahl zu meinen damals aktuellen Zielen und Vorstellungen gepasst.
Durch den Aufenthalt habe ich mich persönlich weiter entwickelt, besonders im Bereich
Eigenständigkeit und Selbstorganisation, zum anderen konnte ich durch einige Kurse
herausfinden, welche möglichen Arbeitsgebiete mir liegen und Spaß machen und welche ich in
Zukunft lieber meiden möchte.

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