Bremer Friedensforum Villa Ichon - Goetheplatz 4

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Bremer Friedensforum Villa Ichon - Goetheplatz 4
Bremer Friedensforum
Villa Ichon - Goetheplatz 4 - 28203 Bremen (0421) 3 96 18 92 (Ekkehard
Lentz), 6 44 14 70 (Hartmut Drewes),35 58 16 (Eva Böller/Ernst Busche), 49
24 08 (Armin Stolle),4 34 18 52 (Barbara Heller)
mailto:[email protected]
http://www.bremerfriedensforum.de
Spendenkonto: Postbank Hannover, BLZ 25010030, Kontonummer 123268-306
Newsletter Bremer Friedensforum 01/4. Januar 2006 (Weiterleitung empfohlen!)
Inhalt heute:
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"Atlas"-Verkauf perfekt
Ausstellung "Purple Hearts - Mein Herz brennt"
Demonstration zum Gedenken an Laye-Alama Condé
Podiumsdiskussion: Hauptsache abschieben?
Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz
Terminkalender
1. "Atlas"-Verkauf perfekt: Bremer Friedensforum teilt nicht die Freude von
Senator Kastendiek
Bremen. "ThyssenKrupp Technologies" und EADS haben am 30. Dezember 2005 den
Kaufvertrag für den Bremer U-Boot-Ausrüster "Atlas Elektronik" unterzeichnet. Für insgesamt 217 Millionen Euro übernehmen sie das 1.750 MitarbeiterInnen zählende Unternehmen, das außer in Bremen auch in Wedel produziert.
Dem Vernehmen nach hatte der französische Rüstungsriese "Thales" ein höheres Angebot gemacht, die Bundesregierung habe wegen der "strategischen Bedeutung" von "Atlas" auf eine deutsche Übernahme bestanden.
Bremens Wirtschaftssenator Jörg Kastendiek begrüßte den Verkauf, weil Thyssen-Krupp versprochen habe, weitere Marine-Elektronik-Aktivitäten in Bremen
zu konzentrieren. Der Konzern bestritt bisher bereits 60 Prozent des Auftragsvolumens von "Atlas" (taz Bremen Nr. 7859 vom 31.12.2005, Seite 25).
Das Bremer Friedensforum teilt in einer Erklärung nicht die Freude von
Wirtschaftssenator Jörg Kastendiek über den Kauf von "Atlas Elektronik".
Nach Auffassung des Friedensforums verstärkt sich mit dem "Deal" die Rüstung im maritimen Bereich und schafft – wie von den Übernahme-Firmen selbst
gesagt – "neue Export-Perspektiven". Wachsende Rüstungsgeschäfte erhöhen
die Kriegsgefahr in der Welt und verschärfen die Situation in Krisengebieten, wie der kürzlich beschlossene Export von zwei U-Booten nach Israel
deutlich mache, so das Forum. Bei der Kritik an der weiteren Entwicklung
des Rüstungsstandorts Bremen nimmt das Bremer Friedensforum Anleihe bei
Papst Benedikt XVI., der zu Weihnachten neben den Problemfeldern Armut,
Terrorismus und Umweltverschmutzung ausdrücklich auf die "zunehmende Rüstung" hinwies. Es soll schon etwas heißen, wenn dieses konservative Kirchenoberhaupt die Vermehrung von Waffen und Kriegsinstrumentarien als eine
der vier großen Bedrohungen der Menschheit nennt.
2. Ausstellung "Purple Hearts - Mein Herz brennt"
Bremen. "Purple Hearts - Mein Herz brennt" heißt eine Ausstellung zum Irakkrieg mit Fotos von Nina Berman (New York) und Dahr Jamail (Anchorage), die
die Villa Ichon in Kooperation mit dem Bremer Friedensforum vom 19. Januar
bis 17. Februar in der Villa Ichon, Goetheplatz 4, zeigt. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 11 bis 19 Uhr und samstags von 11 bis 13
1
Uhr. Weitere Informationen: http://www.villa-ichon.de. Die Ausstellung wird
am Donnerstag, 19. Januar, um 19.30 Uhr durch Annette Schiffmann (Heidelberg) eröffnet.
3. Demonstration zum Gedenken an Laye-Alama Condé
Bremen. Am 7. Januar 2005 starb Laye-Alama Condé, nachdem der an ihm durchgeführte gewaltsame Brechmitteleinsatz bereits am 27. Dezember 04 zum Hirntod geführt hatte. Wie mittlerweile durch ein zweites Gutachten eindeutig
belegt ist (Weser-Kurier, 26. November 05), starb Laye-Alama Condé an den
Folgen der gewaltsamen Brechmittelvergabe. Er erstickte aufgrund der großen
Menge an Wasser, die vom Arzt des ärztlichen Beweissicherungsdienstes unter
Zwang mittels einer Sonde in seinen Magen gepumpt wurde und die seine Lungen überflutete. Die politisch Verantwortlichen dagegen haben die "Brechmittel-Affäre" überlebt; Innensenator Röwekamp stieg sogar bald darauf zum
Bürgermeister auf. In Bremen wurde nach wütenden Protesten die zwangsweise
Brechmittelvergabe ausgesetzt, in Hamburg und Berlin wird das Verfahren
weiter praktiziert. Zum Gedenken an Laya-Alama Condé und zur Erinnerung der
schnell vergessenden Öffentlichkeit findet am kommenden Samstag, 7. Januar,
eine Demonstration statt. Treffpunkt: 12 Uhr, Obernstraße/Ecke Ansgarikirchhof. Wer möchte, kann gerne Blumen und/oder Kerzen mitbringen. Ein
Flugblatt gibt es zum Download (deutsch, english & francais):
http://thecaravan.org/files/caravan/laye-alma_conde.pdf
4. Podiumsdiskussion: Hauptsache abschieben?
Bremen. "Hauptsache abschieben? Gesundheitliche Begutachtung von Flüchtlingen in Bremen und Hamburg", lautet das Thema einer Podiumsdiskussion am
Montag, 16. Januar, um 19.30 Uhr im Forum Kirche an der Hollerallee 75.
Bremens Innensenator Thomas Röwekamp beabsichtigt, bei der Begutachtung der
Reisefähigkeit von abzuschiebenden Flüchtlingen mit dem ärztlichen Dienst
Hamburg zu kooperieren. Zunächst in einem "Probelauf" von drei Fällen, aber
vielleicht auch grundsätzlich. Ziel sei es, "die Abschiebung ausreisepflichtiger Ausländer zu erleichtern". Bisher ist das Hauptgesundheitsamt
Bremen für die Begutachtung zuständig, das über dafür qualifizierte Kräfte
verfügt und nach abgestimmten Richtlinien untersucht. Welche Folgen hätte
eine Auslagerung nach Hamburg für eine unabhängige und qualifizierte Begutachtung von Asylsuchenden in Bremen? Anne Harms von der kirchlichen Beratungsstelle "Fluchtpunkt" in Hamburg berichtet über die fragwürdige Hamburger Begutachtungspraxis und diskutiert mit Dr. Jochen Zenker (Hauptgesundheitsamt Bremen)und Danja Schönhöfer (Flüchtlingsinitiative Bremen e.V.).
Vertreter der Ärztekammer Bremen, des Innensenators und der Senatorin für
Frauen, Jugend, Gesund und Soziales sind angefragt. Moderation: Britta
Ratsch-Menke (Ökumenische Ausländerarbeit Bremen e.V.)
5. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz
Bremen. Am Samstag, 14. Januar, findet in der Berliner Humboldt-Universität
die 11. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz statt. Das Hauptthema "Mit
dem Sozialismus rechnen" befasst sich mit dem entfesselten globalen Kapitalismus, dessen Grenzen sich immer deutlicher zeigen. (Infos zu Referenten
und Podiumsdiskussion siehe http://www.jungewelt.de; dort Plakat der RLK
anklicken). Sozial- und Bildungsabbau auf lokaler und regionaler Ebene,
rassistische Ausgrenzung, Verschärfung der Inneren Sicherheit und die Propaganda für "deutsche Truppen in alle Welt!" (unter dem Deckmantel "Krieg
gegen den Terror") fordern uns dazu heraus, über die Fragen der Organisierung des Widerstandes hinaus grundlegende Fragen einer gesellschaftlichen
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Alternative zu entwickeln. Die Konferenz ist ein wichtiger Ort, an dem die
West- und Ost-Linke einmal im Jahr zusammenkommt, diskutiert und Perspektiven anreißt. Handzettel und Plakate zur Mobilisierung für die RLK 2006 sind
über das Regionalbüro der jungen welt in Bremen, Hemmstraße 212 (JanReiners-Zentrum) kostenlos erhältlich. Weitere Informationen:
mailto:[email protected] und Jürgen Heiser (Mobil 0174-972 99 29).
6. Terminkalender
Jeden Donnerstag, 17 bis 18 Uhr, Mahnwache des Bremer Friedensforums auf
dem Bremer Marktplatz
Jeden Freitag, 17 Uhr, Kundgebung der "Nordbremer Bürger gegen Krieg", HBVegesack, Gerhard-Rohlfs-Straße/Breite Straße
Donnerstag, 4. Januar, 18.30 Uhr, Villa Ichon, Zusammenkunft des Bremer
Friedensforums
Donnerstag, 12. Januar, 17 Uhr, Universität, Sportturm, Raum C3190, Fortsetzung des Projekts: "Neue Technologien, Menschenbild und Ethik vor dem
Hintergrund der Liberalisierungs- und Globalisierungsoffensive" mit Referat
von Agnes Höveling "Privatisierung von Wissen durch "geistige Eigentumsrechte" und von Bildung"
Dienstag, 17. Januar 2006, Villa Ichon, Goetheplatz 4, 20 Uhr, Vortrag
Prof. Dr. Jörg Huffschmid: "EU in der Krise? Europa zwischen Sozial- und
Kapitalunion", Veranstalter: Marxistische Abendschule Bremen
Donnerstag, 26. Januar, 20 Uhr, Villa Ichon, Goetheplatz 4, Vortrag Prof.
Dr. Jörg Wollenberg: "Ein Rotarmist in der Bremer 'Lila Eule', Erich Wollenberg - ein Wanderer zwischen den politischen Fronten", Veranstalter:
Marxistische Abendschule Bremen
Dienstag, 31. Januar, 20 Uhr, Villa Ichon, Goetheplatz 4, Vortrag Dr. Werner Seppmann: "Leo Kofler - Theoretiker des revolutionären Humanismus – zum
10. Todestag", Veranstalter: Marxistische Abendschule Bremen
Mittwoch, 1. Februar 2006, 19.30 Uhr, Gewerkschaftshaus Bremen, Bahnhofsplatz 22/28, "Dass Auschwitz nicht noch einmal sei: Der Auschwitz-Prozess Ein Lehrstück deutscher Geschichtsaufarbeitung", Referent: Dr. Ulrich
Schneider, Historiker, Bundessprecher der VVN-BdA, Generalsekretär der
Fédération Internationale des Résistants (FIR); Veranstalter: VVN-BdA, DGBJugend, Bremer Friedensforum u.a.
Donnerstag, 9. Februar, 20 Uhr, Villa Ichon, Goetheplatz 4, Referat Karin
Leukefeld "Zur Lage und den Perspektiven im Irak"; Veranstalter: Bremer
Friedensforum u.a.
Mittwoch, 15. März, 19.30 Uhr, Forum Kirche, Hollerallee 75, Vortrag Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin im Diakonischen Werk der EKD, Vorsitzende
des weltweiten Netzwerkes ACT "Action by churches together" zum Thema: "Humanitäre Hilfe-Geisel der Militärpolitik?" - in Kooperation mit Brot für
die Welt/Diakonisches Werk, dem Bremer Friedensforum und der Ökumenischen
Initiative Bremen
Die Villa Ichon stellt aus:
--------------------------von Donnerstag, 19. Januar bis Freitag, 17. Februar: "Purple Hearts – Mein
Herz brennt" - eine Ausstellung der New Yorker Fotografin Nina Berman zum
Irak-Krieg
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und von Montag, 23. Januar bis Montag, 6. Februar: "On a move" – Mumia AbuJamal und die Todesstrafe in den USA - Dokumentation und Bilder zusammengestellt von Christine Vogelsang.
Öffnungszeiten der Villa Ichon: Mo.-Fr. 11-19 Uhr, Sa. 11-13 Uhr; außer
während Veranstaltungen; an Sonn- und Feiertagen geschlossen. Telefon: 0421
/ 32 79 61, Internet: http://www.villa-ichon.de
In eigener Sache
Bleiben Sie bitte auch im neuen Jahr dem Bremer Friedensforum gewogen und
sparen Sie nicht mit Vorschlägen, Ergänzungen, Texten und anderen Reaktionen für den Newsletter an: mailto:[email protected]
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Quellenangabe ausdrücklich erlaubt! Bei dieser Gelegenheit möchten wir auch
gern darauf hinweisen, dass das Bremer Friedensforum auf ehrenamtlicher Basis arbeitet und auf Spenden angewiesen ist: Konto Ekkehard Lentz (für das
Bremer Friedensforum) bei der Postbank Hannover, BLZ 25010030, Kontonummer
123268-306.
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