BNA Portfolio Zeitgenössischer Dringlichkeiten

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BNA Portfolio Zeitgenössischer Dringlichkeiten
BNA Portfolio
Zeitgenössischer
Dringlichkeiten
BNA Portfolio
Contemporary Urgencies
in Germany
Royal Institute of Dutch Architects, Bond van Nederlandse Architecten BNA Dobberstein Lehner Stegerwald
2
inhalt
Vorwort, Fred Schoorl, Direktor BNA
03
Bna International, Mathias Lehner, Programmmanager
05
Bundesländer Berlin / Nordrhein-Westfalen / Bayern
Berlin & brandenburg
1 Berlin - Märkisches Viertel, Soziale Anforderungen an die Wohnungswirtschaft
2 Berlin - Europacity, das neue Berliner ‘Bahnhofsviertel’?
3 Berlin - IBA Berlin 2020, Internationale Bauausstellung
4 Berlin - EUREF-Campus, Transfomation eines Industriestandortes in eine Smart City
5 Berlin, Liegenschaftpolitik
6 Brandenburg, Leerstand durch Strukturwandel
07
Nordrhein-Westfalen
7 Düsseldorf - Innenstadt Süd-Ost, Etablierung von Standorteigentümergemeinschaften
8 Köln, Baulückenprogramm
9 Bielefeld, Energetisch Sanieren im Bestand
10 Mülheim an der Ruhr - Innenstadt, Transformation eines leerstehenden Warenhauses36
11 Nordrhein-Westfalen, Entwicklung von ehemaligen Bahnflächen
28
30
32
34
Bayern
12 Erlangen, Umwandlung Bahnhofsparkplatz zu Wohnraum
13 München, Siemens-Siedlung, Energetische Sanierung und Denkmalschutz
40
42
46
andere BundeslÄnder
14 Hessen - Frankfurt, Umwandlung von Büroflächen zu Wohnraum
15 Hamburg - Quartier Jenfelder Au, Energiegewinnung
48
50
52
Colofon
54
Royal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
10
12
16
18
20
24
26
38
www.bna-international.nl - www.dutcharchitects.org
3
4
Foto: Ineke Oostveen
Vorwort
Die Niederländer sind seit jeher international orientiert und mit ihren Deutschen Nachbarn auf vielfältige Weise
verbunden. Dieser internationalen Vernetzung in Europa kommt auch zur Lösungsfindung aktueller Aufgaben in
Europa – und weltweit – eine wachsende Bedeutung zu.
Als Teil unseres Programms BNA International trägt diese Publikation der Contemporainen Dringlichkeiten bei am
internationalen Engagement des Bundes der Niederländischen Architekten (BNA) – und der daran angeschlossenen
Architekturbüros.
Wenn wir uns umsehen, dann sehen wir, dass international und interkulturell arbeitende Architektenteams
ansprechende, und unerwartete Lösungen finden für gesellschaftliche und auch häufig grenzüberschreitende
Problemstellungen in der europäischen Stadt. Es geht dabei nicht selten auch um Aufgaben, die wir sowohl in den
Niederlanden, als auch Deutschland kennen.
Wir wünschen den Architekten und den Verantwortlichen der hier präsentierten Fallstudien dann auch, dass diese
Publikation zu neuen Synergien führt, wobei international zusammengestellte Teams von Niederländischen und
Deutschen Architekten vor dem Hintergrund ihres unterschiedlichen kulturellen, fachlichen und politischen Kontext
ihr Fachwissen, ihre Expertise und ihr gut nachbarschaftliches Engagement einsetzten können.
Wir sind überzeugt von ‚The Power of Architecture’ - und wir wollen diese gerade jetzt zusammen einsetzen für die
gesellschaftlichen Dringlichkeiten in Europa!
Fred Schoorl, Direktor BNA
Royal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
www.bna-international.nl - www.dutcharchitects.org
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Das Programm BNA International
Diese Publikation und seine Einbettung in das Programm BNA International stehen mit Deutschland als eines der
Fokusländer im Zeichen der Förderung von Deutsch-Niederländischer Zusammenarbeit. In diesem BNA Portfolio
befinden sich dann auch Problemstellungen, die wir zwar in den Niederlanden und in Deutschland kennen, durch
deren gemeinsame Bearbeitung wir aber zu neuen Lösungen kommen wollen.
Die 15 Fallstudien im Portfolio von Contemporainen Dringlichkeiten dienen als Basis zur gemeinsamen Lösungsfindung. Diese internationale und interkulturelle Zusammenarbeit findet in Workshops statt und im Beisein der jeweiligen Referenten. Der erfolgreiche und inspirierende Auftakt zu dieser Reihe fand am 8. Oktober im Rahmen der Expo
Real in München statt, wobei das Märkische Viertel, de Bahnhofsparkplatz in Erlangen und de Gründerzeitproblematik der Düsseldorfer Innenstadt bearbeitet wurden.
Das vorliegende Portfolio ist eine Auswahl verschiedener Aufgaben, und unterscheidet verschiedene Maßstäbe,
Flächentypen, aber auch mögliche programmatische Transformationen. Dabei spielt auch die Lage in der Stadt Zentrum oder Randlage - eine Rolle, sowie das strategische Entwicklungspotenzial: Impuls, Verbindung, Partizipation, Freiraum oder Verdichtung. Des Weiteren sehen wir in den verschiedenen Bundesländern ein weites Spektrum
auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Situation und der möglichen Handlungsstrategien.
Wir wünschen uns, und den Deutschen und Niederländischen Architekten viel Inspiration und einen erfolgreichen
interkulturellen Austausch, und den Verantwortlichen der Fallstudien erfrischende Perspektiven und inspirierende
Lösungsansätze – und natürlich einen gelungenen internationalen Dialog!
Mathias Lehner, Programmmanager BNA International
Royal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
www.bna-international.nl - www.dutcharchitects.org
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Gemeinsames Datenangebot der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder
03-12-12 23:06
Gebäude und Wohnen – Bautätigkeit und Wohnungen
Bundesland
2011
31.12.20113)
Baugenehmigungen, Wohnungen1) Baufertigstellungen, Wohnungen1) Wohnungsbestand2)
Anzahl
Baden-Württemberg
34.343
Bayern
52.010
Berlin
7.358
Brandenburg
7.854
Bremen
1.305
Hamburg
5.061
Hessen
15.955
Mecklenburg-Vorpommern
5.839
Niedersachsen
23.049
Nordrhein-Westfalen
38.822
Rheinland-Pfalz
12.094
Saarland
1.854
Sachsen
6.799
Sachsen-Anhalt
2.895
Schleswig-Holstein
9.440
Thüringen
3.633
Deutschland
228.311
1) In Wohn- und Nichtwohngebäuden, einschl. Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden.
1.000
28.027
42.204
4.491
6.381
716
3.729
11.720
4.503
18.020
34.442
9.239
1.279
5.371
1.982
8.203
2.803
183.110
5.030
6.066
1.903
1.285
356
897
2.895
901
3.829
8.618
1.964
515
2.327
1.305
1.414
1.168
40.474
2) In Wohn- und Nichtwohngebäuden, ohne Wohnungen in Wohnheimen.
3) Vorläufiges Ergebnis.
30.7. 2012
© Statistische Amt des Bundes und der Länder, 30-07-2012
© Statistische Ämter des Bundes und der Länder
Gemeinsames Datenangebot der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder
03-12-12 23:04
Gebiet und Bevölkerung – Fläche und Bevölkerung
Bundesland
31.12.2011
Bevölkerung2)
Fläche1)
Einwohner
insgesamt
männlich
weiblich
je km²
km²
Anzahl
Baden-Württemberg
35.751,48
10.786.227
5.320.449
5.465.778
302
Bayern
70.550,11
12.595.891
6.199.656
6.396.235
179
Berlin
887,70
3.501.872
1.717.645
1.784.227
3.945
Brandenburg
29.483,13
2.495.635
1.236.747
1.258.888
85
Bremen
419,24
661.301
322.777
338.524
1.577
Hamburg
755,16
1.798.836
880.972
917.864
2.382
Hessen
21.114,91
6.092.126
2.993.764
3.098.362
289
Mecklenburg-Vorpommern
23.190,76
1.634.734
809.203
825.531
70
Niedersachsen
47.612,88
7.913.502
3.895.921
4.017.581
166
Nordrhein-Westfalen
34.092,25
17.841.956
8.718.019
9.123.937
523
Rheinland-Pfalz
19.854,06
3.999.117
1.966.895
2.032.222
201
Saarland
2.568,75
1.013.352
493.714
519.638
394
Sachsen
18.419,71
4.137.051
2.028.026
2.109.025
225
Sachsen-Anhalt
20.449,54
2.313.280
1.133.863
1.179.417
113
Schleswig-Holstein
15.799,25
2.837.641
1.391.708
1.445.933
180
Thüringen
16.172,50
2.221.222
1.097.304
1.123.918
137
Deutschland
357.121,41
81.843.743
40.206.663
41.637.080
229
1) Fläche im Land Rheinland-Pfalz: Einschließlich des Gebietes "Gemeinsames deutsch-luxemburgisches Hoheitsgebiet" von 6,20 km2. Abweichungen
bei den Flächenangaben sind durch Runden der Zahlen möglich.
2) Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung.
Bundesland
31.12.2003 Veränderung 2011 gegenüber 2003 31.12.2003
© Statistische Amt desFläche
Bundes und derBevölkerung
Länder, 26-09-2012
1)
Einwohner
insgesamt
männlich
weiblich
http://www.statistik-portal.de/Statistik-Portal/de_jb08_jahrtab31.asp
km²
%
Baden-Württemberg
35.751,65
0,9
1,4
0,4
Bayern
70.549,19
1,4
2,0
0,8
Berlin
891,75
3,3
4,0
2,7
Brandenburg
29.477,16
−3,1
−2,8
−3,3
8Bremen
404,23
−0,3
0,6
−1,1
Hamburg
755,16
3,7
4,6
3,0
Hessen
21.114,72
–
0,4
−0,3
je km²
299
176
3.800
87
1.640
2.296
288
Pagina 1 van 1
DIe 16 bundeslÄnder
In grau die Schwerpunkte dieses Portfolios
In gelb die Hauptstädte
Royal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
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BERLIN & BRANDENBURG
Berlin
Berlin ist Deutschlands Hauptstadt und zugleich auch
die größte Stadt des Landes. Der Stadtstaat Berlin hat
eine Fläche von 888 Quadratkilometern und eine Einwohnerzahl von 3,5 Millionen Menschen. Senatspräsident und Regierender Bürgermeister ist Klaus Wowereit
(SPD).
Brandenburg
Das Bundesland Brandenburg umgibt vollständig die
Bundeshauptstadt Berlin. Die Fläche von Brandenburg beträgt 29.483 Quadratkilometer. In Brandenburg
leben 2,49 Millionen Menschen. Die Landeshauptstadt
ist Potsdam. Aktueller Ministerpräsident ist Matthias
Platzeck (SPD).
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O Fallstudie in Stadt
X Fallstudie im Bundesland
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1 Berlin - Märkisches Viertel
Soziale Anforderungen an die Wohnungswirtschaft
und Modernisierungsarbeiten machen das Märkische
Viertel gegenwärtig zu einer der größten Niedrigenergiesiedlungen Europas. Die technischen Maßnahmen
verlaufen somit erfolgreich, die die Zufriedenheit der Bewohner ist relativ hoch und die Leerstandsquote niedrig.
Schlagworte
Großwohnsiedlungen
Quartierentwicklung
Image
Kommunikation
Lage in Berlin Stadtrand
Fragestellung
Was sind soziale Anforderungen an die Wohnungswirtschaft in Großwohnsiedlungen? Welche Rolle spielt
die Architektur und die Gestaltung des öffentlichen
Raumes?
In jeder deutschen Großstadt gibt es sie: die sogenannten Großwohnsiedlungen. Im Osten werden sie auch
Plattenbau- oder Neubausiedlungen genannt. Zum Zeitpunkt ihrer Planung und Erstellung waren sie oft fortschrittliche Vorzeigeprojekte mit hohem Prestige für die
Architekten und ersten Bewohner. Heute stellen sie die
Kommunen meist vor eine zweifache Herausforderung:
wie können die Hochhaussiedlungen an heutige technische Standards angepasst werden und wie lässt sich
vermeiden, dass sie sich zu sozialen Brennpunkten
entwickeln?
Das gilt auch für das Märkische Viertel in Berlin. Die Bewohner der Satellitenstadt sind überwiegend zufrieden
mit ihrer Wohnumgebung. Aber im Rest von Berlin
geniesst die Siedlung kein gutes Ansehen. Neuzuzüge
sind mehrheitlich aus sozial benachteiligten Milieus
zu verzeichnen. Deshalb besteht die Gefahr, dass aus
dem Märkischen Viertel ein sozialer Problemfall wird.
Architektonische Lösungen müssen hier zusammen mit
sozialen und ökonomischen Konzepten wirken, um die
Attraktivität der Siedlung zu sichern.
Status
Andauernd. Die GESOBAU entschied sich 2007 für die
umfassende Modernisierung des Wohnbestandes im
Märkischen Viertels. Mit 6.500 modernisierten Wohnungen ist Mitte 2012 rund die Hälfte des Projekts
geschafft.
Daten von Berlin
Fläche
Einwohner:
Bevölkerungsdichte:
891km²
3,5 Millionen (Juli 2012)
3.947 Einwohner/km²
Daten vom Märkischen Viertel
Fläche
3,2 km²
Einwohner
35.417 (30. Juni 2012)
Bevölkerungsdichte
11.068 Einwohner/km²
Ansprechpartner
Die GESOBAU ist eines der führenden Wohnungsunternehmen in Berlin und bietet rund 100.000 Menschen
ein Zuhause und ist der größte Vermieter im Norden
Berlins. Als kommunales Unternehmen ist die GESOBAU
Eigentümerin von 15.000 der 17.000 Wohnungen im
Märkischen Viertel. Um die Attraktivität des Märkischen
Viertels zu erhalten sucht die GESOBAU nach Strategien
die soziale Mischung zu stärken und das Image der Siedlung zu verbessern. Im Rahmen ihres Programms „Gut
miteinander Wohnen!” engagiert sich die GESOBAU
aktiv für die sozialen Belange der Mieter und die folgenden Themenfelder: Kinder-, Jugend-, Familien-, Seniorenarbeit, Integrationsmaßnahmen, Bildung, Teilhabe und
Vernetzung von Bürgerschaftlichen-Engagement.
Kontakt
GESOBAU AG
Wilhelmsruher Damm 142, 13439 Berlin
Tel.: +49 (0)30 4073 1510
Web: www.gesobau.de
Helene Böhm,
Leiterin Soziales Management GESOBAU
Tel:
+49 (0)173 2391407
Email:[email protected]
Web: www.gut-miteinander-wohnen.de
Standortinformationen
Das Märkische Viertel (kurz MV) ist eine Großwohnsiedlung in Berlin. Die Satellitenstadt wurde zwischen 1963
bis 1974 gebaut und war mit ihren rund 17.000 Wohnungen für bis zu 50.000 Bewohner ausgelegt. Mehr als 35
in- und ausländische Architekten planten die Neubauten. Das MV liegt am Nord-Westlichen Stadtrands des
ehemaligen West-Berlins. Zeitgleich wurden die etwa
gleich große Gropiusstadt im Süd-Osten Bezirk Neukölln
und das etwas kleinere Falkenhagener Feld (Bezirk
Spandau) im Westen errichtet. In Ost-Berlin entstanden
etwas später Großbausiedlungen in Hohenschönhausen
(Bezirk Lichtenberg), Marzahn und Hellersdorf (beide im
Bezirk Marzahn-Hellersdorf). Umfangreiche SanierungsRoyal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
12
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Blick auf das Märkische Viertel Berlin. Foto: Bing
Die Gestaltung des Freiraumes, Märkisches Viertel Berlin. Foto: Gesobau AG
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Das Märkisches Viertel in der Nacht. Foto: Gesobau AG
Apostel Johannes Kirche, Dannenwalder Weg, Berlin Märkisches
Viertel. Foto: Sekamor
Nach der Sanierung, Märkisches Viertel Berlin. Foto: Gesobau AG
Nach der Sanierung, Märkisches Viertel Berlin. Foto: Gesobau AG
Royal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
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Luftbild, Das Märkische Viertel und die umgebenden Siedlungen. Foto: SenStadt
Luftbild, Blick auf das Zentrum des Märkischen Viertels. Foto: SenStadt
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2 Berlin - Europacity
das neue Berliner „Bahnhofsviertel”
Schlagworte
Transformation von städtischen Problemflächen
Wohnen in Eisenbahnnähe
Bahnhofsumgebung
Verkehrserschließung
Baukultur, langfristige Planungsperspektive
Lage in Berlin Zentrum, Bahnhofsnähe
Fragestellung
Wie kann das Umfeld des Berliner Hauptbahnhofs ein
lebendiger Stadtraum zum Wohnen und Arbeiten werden? Ein neuer Stadtteil entsteht auf ehemaligen Bahnund Industrieflächen entlang der historischen Berliner
Mauer.
Ziel der Entwicklung ist ein gemischt genutztes Quartier
mit unverwechselbaren und qualitätsvollen Stadträumen in unmittelbarer Nähe zu Charité, Regierungssitz,
Hauptbahnhof und dem Kulturstandort Hamburger
Bahnhof. Es soll ein neues „Stück Berlin” mit eigenem,
zukunftsfähigen, städtebaulichen Erscheinungsbild
entstehen, das mit neuen Bautypologien, neuen Technologien und neuen Formen des urbanen Lebens einen
Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung leistet.
Daten Europacity
Fläche 40ha
Ansprechpartner
CA Immo ist ein europäisches Immobilienunternehmen, das seine Erträge aus der Vermietung, der Entwicklung und dem Verkauf von Gewerbeimmobilien
erwirtschaftet. Das Unternehmen ist vor allem in
Zentraleuropa aktiv. Die Kernkompetenz des Konzerns
konzentriert sich auf zwei Schwerpunkte: Bewirtschaftung von Bestandsobjekten sowie Projektentwicklung
mit der Schaffung hochwertiger Immobilien bis hin
zu ganzen Stadtquartieren. Mit diesem umfassenden
Leistungsspektrum handelt CA Immo nachhaltig - auf
ökonomischer, ökologischer und sozialer Ebene.
Kontakt
Ingeborg Breithaupt
CA Immo Deutschland
Joachimstaler Straße 20
10719 Berlin
Tel:
+49 (0)30 26101426
Web: www.caimmo-deutschland.de
Status
Andauernd. Fertigstellung 2024 geplant.
Standortinformationen
Der Berliner Hauptbahnhof liegt im Zentrum der Stadt
in der Nähe des Regierungsviertels. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2006 hat sich dieser Bereich Berlins sehr
dynamisch entwickelt. Aber es ist noch kein lebendiges
„Bahnhofsviertel” gewachsen. Vielmehr wird die ursprünglich als „städtische Wüste” bezeichnete Gegend
heute immer noch recht leer und ist nur mit Fernzügen
gut zu erreichen.
Der Bahnhof ist mit etwa 300.000 täglichen Fahrgästen
einer der betriebsamsten Orte in Deutschland.
Gleichzeitig gibt es in Laufweite so gut wie keine Angebote für Einkaufen, Kultur und Freizeit.
Diese unbefriedigende Situation soll sich in den nächsten Jahren ändern. Im Norden entsteht im sogenannten
„Entwicklungsgebiet Heidestraße” ein neues Quartier.
Bis 2024 wird an der „Europacity” gebaut werden. Das
Areal ist mit 40ha eines der größten Entwicklungsprojekte der Hauptstadt.
Das Gebiet wird im Wesentlichen durch den entlang der
ehemaligen Mauer verlaufenden Kanal und die NordSüd-Trasse der Fernzüge definiert. Es erstreckt sich vom
Hauptbahnhof bis zum Nordhafen.
1. Preis: André Poitiers - Planungswettbewerb Europacity - Berliner
Stadthafen. Foto: CA Immo
Royal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
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Baumasse der Europacity, Berlin. Foto: CA Immo
Berlin um 1986
Das Planungsgebiet zur Zeit des Kalten Krieges mit eingezeichnetem Mauerverlauf. Foto: SenStadt
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3 Berlin - IBA Berlin 2020
Internationale Bauausstellung
Schlagworte
Zeitgenössische Herausforderungen der
Stadtentwicklung
Entwicklung der Metropole
Bürgerbeteiligung
Lage in Berlin Gesamtstädtisch
Fragestellung
Wie erkennt, nutzt und fördert eine Metropole gezielt
ihre Stärken? Was sind die „zeitgenössischen Dringlichkeiten” einer Stadt wie Berlin? Zur Klärung dieser
Fragen soll die” Internationale Bauausstellung” einen
substanziellen Beitrag leisten und eine lokale wie internationale Öffentlichkeit in die Auseinandersetzung mit
Stadtentwicklungsfragen einbeziehen.
Zielsetzung der IBA Berlin 2020 ist die Entwicklung
einer städtebaulichen Strategie für die Stadt der Zukunft: mehr Qualität, Ausstrahlung und Schönheit, für
mehr Chancengleichheit, mehr Energieeffizienz und
mehr Beteiligung, das sind Ziele eines nachhaltigen
Wachstums in Berlin. Die IBA Berlin 2020 soll dafür zugleich Motor und Versuchslabor sein indem unterschiedliche Akteure zusammengebracht werden und an der
Umsetzung des Ziels arbeiten: Kammern und Verbände,
Investoren, Immobilienbesitzer, Kreative und Raumpioniere und die lokale Kompetenz der Bürgerinnen und
Bürger in den Quartieren.
Status
Im Januar 2011 wurden erstmals Leitideen zur Durchführung einer IBA Berlin 2020 vorgelegt.
Standortinformationen
Internationalen Bauausstellungen sind ein Instrument
der Stadtentwicklung, die in Deutschland seit 1901 in
unregelmäßigen Abständen und an unterschiedlichen
Orten durchgeführt werden. In Berlin haben IBAs Tradition. 1957 fand die „Interbau” mit dem Schwerpunkt
„Wiederaufbau des Hansaviertels” statt. 1977–1987
veranstaltete Berlin eine IBA mit den Schwerpunkten
„Behutsame Stadterneuerung” und „Kritische Rekonstruktion”. Diese, auch IBA 1984 genannte Bauausstellung konzentrierte sich vor allem auf die Innenstadt
als Wohnstandort. Die räumliche Kulisse der IBA Berlin
2020 ist zunächst gesamtstädtisch und sucht die Eigeninitiative der Bevölkerung, auch hinsichtlich der Option
mit neuen ökonomischen Finanzierungsmodellen in
Zeiten knapper öffentlicher Kassen städtische Entwicklungsmaßnahmen durchzuführen. Gleichzeitig legt die
IBA Berlin 2020 aber einen ihrer Schwerpunkte auf die
Entwicklung des ehemaligen Flughafens Tempelhof.
Das 380 Hektar große Areal ist eine einzigartige innerstädtische Fläche. Hier geht es sowohl um die Frage
nach der Bedeutung urbaner Stadtlandschaften im Klimawandel, als auch um das allgemeine Potential leerer
Flächen und Gebäude in Berlin.
Ansprechpartner
Neben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und
den Akteuren, die an der Umsetzung von IBA-Projekten
beteiligt sind ist ein Kuratorium verantwortlich für die
inhaltliche Begleitung der IBA Berlin 2020. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hat das Kuratorium im Juni 2012
aus international erfahrenen und renommierten Fachleuten berufen. Mitglieder des IBA-Kuratoriums sind: Prof.
Kees Christiaanse, Professor für Architektur und Städtebau an der ETH Zürich, Nathalie de Vries, Partnerin des
Architekturbüros MVRDV, Rotterdam, Stefanie Frensch, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft
HOWOGE Berlin, Erhart Pfotenhauer, Geschäftsführer
Planungsgruppe proUrban, Berlin, Matthias Lilienthal,
Resident Professor im Home Workspace Program am
Ashkal Alwan Beirut/ Programmdirektor “Theater der
Welt 2014”, Mannheim, Jean-Philippe Vassal, Partner
des Architekturbüros Lacaton & Vassal, Paris.
mehr informationen
Gegenwärtig laufen noch die folgenden Internationalen
Bauausstellungen in Deutschland, Frankreich und der
Schweiz:
IBA Hamburg:
www.iba-hamburg.de
IBA Basel:
www.iba-basel.net/de
IBA Heidelberg:
www.heidelberg.de/servlet/PB/menu/1213166_l1/index.
html
IBA Thüringen:
www.iba-thueringen.de
Kontakt
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Joachim Günther
Projektleiter IBA Berlin 2020
Am Köllnischen Park 3
10179 Berlin
Tel.: +49 (0)30 9025 1515
Email: [email protected]
Web: www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/
baukultur/iba/index.shtml
Royal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
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www.bna-international.nl - www.dutcharchitects.org
Berlin um 1910
Der Tempelhofer Flughafen um 1910 mit angrenzenden Quartieren, Berlin, Foto: SenStadt
IBA Berlin 2020 Diskussionsveranstaltung. Foto: Theresa Becherer
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4 Berlin - EUREF-Campus
Transfomation eines Industriestandortes in eine Smart City
Schlagworte
Erneuerbare Energien
Smart City, Smart Grids
Elektromobilität, Forschungsstandort
Technische Herausforderungen der
Quartierentwicklung
Stadtplanung
Wohnen in Autobahn- und Eisenbahnnähe
Lage in Berlin
Zentral, ehemaliges
Industriegebiet mit
direkt angrenzenden
Wohnquartier
Fragestellung
Welche zeitgenössischen technischen Innovationen lassen sich in einem Pilotprojekt umsetzen? Die Suche nach
innovativen Lösungen für die ressourcenschonende
Stadtentwicklung läuft weltweit auf Hochtouren. Dabei
geht es um die Frage, wie Städte sparsamer, sauberer
und grüner werden können? Auch Deutschland versteht sich als Zukunftsstandort für Erneuerbare Energien. 2011 betrug deren Anteil bereits 20,3 Prozent am
Bruttostromverbrauch (2010: 17,1 Prozent). Neben der
überregionalen Verknüpfung der Energienetze ist die
Integration der neuen Technologien in die städtische Infrastruktur eine der wichtigsten Schlüsselaufgaben. Hier
geht es darum, bereits vorhandene Lösungen, wie das
Elektromobil, Solarpanele und intelligente Netzwerktechnik sinnvoll mit einander zu verbinden, zu sogenannten „Smart Cities”. Architekten und Stadtplaner sind
hierbei besonders gefordert.
Status
Planung und Umsetzung, Sanierung der Bestandsgebäude.
Start der Planung 2007. Vollausbau bis 2018 mit rund 25
Gebäuden und einem Wohnanteil von bis zu 15 Prozent.
Standortinformationen
Das ehemaligen Bahn- und Industrieareal rund um den
Schöneberger Gasometer ist ein bekannter Standort.
Nicht nur weil das 78 Meter hohe Stahlgerüst des ehemaligen Gasspeichers von weiten sichtbar ist. In dem
Gasometer befindet sich ein TV-Studio. Regelmäßig
werden somit auch Bilder des industriellen Charmes des
Standortes bundesweit ausgestrahlt.
In unmittelbarer Nähe befindet sich die Autobahn A103
mit dem Südkreuz, einer der größten S- und FernbahnKnotenpunkte der Hauptstadt. Zu Fuß oder mit dem
Fahrrad ist der EUREF-Campus nicht gut erschlossen.
Das Quartier ist auch als „Schöneberger Insel” bekannt.
Das dreieckige Areal ist von Bahn- und S-Bahndämmen
völlig umschlossen und nur mit einzelne Brücken oder
Unterführungen mit den umgebenden Quartieren ver-
bunden. Somit ist das Projekt EUREF-Campus nicht nur
aufgrund der technischen Ziele ein ambitioniertes Projekt, vielmehr ist die Entwicklung dieses Standorts eine
wirkliche städtebauliche Herausforderung.
mehr informationen
Alle Neubauten „Green Buildings” mit LEED-Gold-Zertifizierung
Begrenzung des Gebiets durch die Ringbahn (südlich)
die S-Bahn-Trasse (westlich) und die Cheruskerstraße
(östlich).
Daten euref-campus
Grundstücksfläche: ca. 55.000 m²
Geschossfläche: 165.000 m²
1.000 größtenteils unterirdische Stellplätze
Ansprechpartner
Vorstandsvorsitzender der EUREF AG ist der Architekt
Reinhard Müller. Seit 1979 entwickelte und initiierte er
mit seinem Team über 400 Immobilien-Projekte in Berlin
und den neuen Bundesländern mit einem Investitionsvolumen von über vier Milliarden Euro. Dabei spielt das
Thema Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle.
Auf dem sogenannten EUREF-Campus soll eine Vision
der „Intelligenten Stadt” prototypisch umgesetzt werden. Dafür stehen in den kommenden Jahren 600 Millionen Euro Investitionssumme bereit. Ökologisch und
ökonomisch nachhaltige Lösungen sollen den Büro- und
Wissenschaftscampus zu einem europaweit einmaligen
Quartier machen. Das besondere dieses Projekts bei
der Umsetzung ist der hohe Stellenwert von Planung,
Architektur und Bauen. So werden die Themen der
Energieversorgung und der vernetzten Mobilität bei der
städtebaulichen Entwicklung des Campus bereits mit
berücksichtigt.
Kontakt
EUREF AG
Torgauer Straße 12-15
10829 Berlin
Tel:
+49 30 264 767 50
Fax:
+49 30 264 767 49
Email: [email protected]
Web: www.eurefcampus.de/de/
Dr. Carsten Kreklau
Ansprechpartner Wissenschafts- und Unternehmenskooperation
Tel:
+49 (0)151 142 695 90
Email: ail [email protected]
Royal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
20
www.bna-international.nl - www.dutcharchitects.org
Blick auf den Gasometer aus dem benachbarten Quartier, Berlin, Foto: Till Krech
Blick zum Gasometer vom Bahnhof Südkreuz
Foto: Martin aka Maha
Neue Fußgängerbrücke zur „Schöneberger Insel” Berlin.
Foto: Bicycle Bob
21
Digitale farbige Orthophotos 2011 (DOP10-C)
Luftbild vom EUREF-Campus und den angrenzenden Quartieren in Berlin Schöneberg. Foto: SenStadt
Royal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
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Blick zum Gasometer vom Bahnhof Südkreuz
Foto: Martin aka Maha
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Berlin um 1910
Berlin 1910: Das Campus Areal ist gelb als „Englisches Gaswerk” markiert, noch mit der vierten Bahnverbindung.
Foto: SenStadt
Sanierung der Bestandsgebäude auf dem EUREF-Campus Berlin.
Foto: EUREF-Campus
Geplante Gebäude am Nordende des EUREF-Campus Berlin.
Foto: EUREF-Campus
23
5 Berlin
Liegenschaftspolitik
Schlagworte
Entwicklung städtischer Immobilien und
Grundstücke, Privatisierung
Bezahlbarer Wohnraum
Baukultur, Kommunikation
lage in berlin
Gesamtstädtisch
Fragestellung
Wie soll Berlin mit seinen städtischen Grundstücken
umgehen?
Die Stadt Berlin verfügt über circa 2.800 öffentliche
Grundstücke und Immobilien, die als vermarktbar
eingestuft werden. Um die Situation der städtischen
Finanzen zu verbessern, verkauft der dafür zuständige
Liegenschaftsfonds regelmäßig Objekte. Die Erlöse
fließen in den städtischen Haushalt. So nahm er etwa im
Jahr 2011 durch diese Verkäufe 157 Millionen Euro ein.
Die Grundstücke wurden bislang an die höchstbietenden Interessenten verkauft. Inzwischen ist eine Initiative
gegründet, die sich für einen neuen Umgang mit den
städtischen Liegenschaften einsetzt. Die Objekte sollen
in Zukunft an die Interessenten mit den besten Entwicklungskonzepten vergeben werden. Nach welchen
Kriterien sollen die Grundstücke privatisiert werden?
Architektonischer Anspruch und Baukultur werden in
Zukunft eine größere Rolle spielen.
Status
Nie Neuausrichtung der Liegenschaftspolitik wird
als Beschlussvorlage für das Abgeordnetenhaus vorbereitet. Würde Berlin im gleichen Umfang wie in den
vergangenen Jahren Grundstücke veräußern, wären die
Bestände in rund vier Jahren komplett vergeben.
Standortinformationen
Nach der Wiedervereinigung von Berlin erwartete man
einen enormen Wachstumsschub für die Stadt. Die Prognosen, die ein starkes Bevölkerungswachstum und die
Ansiedlung der Headquaters aller wichtigen deutschen
Konzerne voraussagten, erfüllten sich jedoch nicht.
Trotz einer dynamischen Stadtentwicklung und einiger
bemerkenswerten Bauprojekte, allen voran die Entwicklung des Potsdamerplatzes und des Regierungsviertels,
gab es in Berlin keinen Boom. Die neue deutsche Hauptstadt wuchs vor allem zusammen und verdichte sich
weiter aber und nicht so stark. Berlin ist bis heute von
Transferzahlungen abhängig und hatte im Jahr 2009 60
Milliarden Euro Schulden. Die allgemein geringe wirtschaftliche Entwicklung führte dazu, dass der Verkauf
von Immobilien und Grundstücke, die sich im Besitz der
Stadtverwaltung befinden, eine wichtige Säule zur Finanzierung des städtischen Haushaltes und der Haushalte der Bezirke wurde. Dank der sozialistischen Vergangenheit verfügte die Stadtverwaltung über ein großes
Immobilienportfolio. 5.500 Objekte hat der Liegenschaftsfonds als Treuhänder des Landes bisher verkauft.
Die aktuelle Eurokriese führt auch in Berlin nach vielen
„ruhigen” Jahren zu einer höheren Nachfrage nach Immobilien. Dieser Effekt macht das Finanzierungsmodell
noch attraktiver, hat aber auch Auswirkungen auf die
Mieten. So steigen nicht nur die Kaufpreise, sondern
auch die Berliner Mieten überdurchschnittlich.
Mehr Informationen
Süddeutsche Zeitung: „Mieten explodieren, die Spekulation boomt. Nun steht die Liegenschaftspolitik Berlins
an einem Wendepunkt - der Ausverkauf muss aufhören.
Denn die Hauptstadt ist zu arm für Geschäfte um jeden
Preis.” http://www.sueddeutsche.de/kultur/stadtentwicklung-in-berlin-endlich-wird-gestritten-1.1463846
Bündnis fordert Moratorium für Liegenschaftsverkäufe
und stellt Positionspapier für eine neue Liegenschaftspolitik vor http://stadt-neudenken.tumblr.com/
Daten
Noch verfügbare Fläche 799Ha,
Anzahl möglicher Grundstücke für den Geschosswohnungsbau: 211
Grundstücke die für den Verkehrswert vergeben werden: www.liegenschaftsfonds.de/site/index.php?id=255
Ansprechpartner
Die INITIATIVE STADT NEUDENKEN wurde im Sommer
2011 ins Leben gerufen, ein Team vernetzter Akteure
mit impulsgebenden Konzepten, die den qualifizierten
gesellschaftlichen Diskurs über eine neue Stadtentwicklungspolitik in Berlin und darüberhinaus fördern und
stärken wollen.
Anlass zur Gründung der Initiative war die Ausschreibung des Liegenschaftsfonds der Bauflächen am Blumengroßmarkt in Kreuzberg, entgegen eines laufenden
Beteiligungsverfahren des Bezirks. In einem offenen
Brief, protestierten 70 Repräsentanten der Berliner Kultur- und Architekturszene gegen die Ausschreibung und
forderten die Politik auf, eine neue Liegenschaftspolitik
einzuleiten.
Initiatoren/innen sind: Andreas Ammann (YOUNG CLIMATE SUMMIT), Leonie Baumann (Rektorin Kunsthochschule Berlin Weissensee), Arno Brandlhuber (Architekt,
Professor Akademie der Bildenden Künste Nürnberg),
Florian Schmidt (Stadtsoziologe)
Kontakt
Florian Schmidt
Initiative-Stadtneudenken
Email: [email protected]
Web: http://stadt-neudenken.tumblr.com/
Tel:
+49 (0)160 964 12 601
Liegenschaftsfonds: Frau Jana Münzenberger
Tel:
+49 (0) 30 / 22 33 67 86
Fax:
+49 (0) 30 / 22 33 67 80
Email: [email protected]
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Der Runde Tisch zur Liegenschaftspolitik in Berlin tagt 2012. Foto: Florian Schmidt
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6 Brandenburg
Leerstand
Schlagworte
Strukturwandel
Leerstand, Abriss
Soziale Entwicklung, Stadtentwicklung
Transformation von Quartieren
Lage in brandenburg
Gesamtstädtisch
Fragestellung
Die Urbanisierung ist ein globaler Trend. Inzwischen
leben weltweit mehr Menschen in Städten als auf dem
Land und die städtische Bevölkerung wächst in den
Boom-Regionen täglich. Politiker, Stadtplaner und Architekten stehen in diesen Regionen unter Zeitdruck,
um einen drohenden Wohnungsmangel zu verhindern.
Gleichzeitig gibt es weltweit aber auch Regionen und
Städte, in denen die Abwanderung größer ist und die
demzufolge schrumpfen. Besonders im Osten Deutschlands führt die hohe Zahl leerstehender Wohnungen
zu großen ökonomischen, ökologischen und sozialen
Problemen. Neben den Mietausfällen müssen die Kosten
für die Infrastruktur wie Strom und Wasserversorgung
auf weniger Haushalte umgelegt werden. Viele Systeme, wie das Abwasser, müssen erst noch auf eine
niedrigere Auslastung umgestellt werden. Um hierauf
mit adäquaten Strategien zu reagieren ist die Expertise
von Stadtplanern und Architekten unter völlig neuen
Vorzeichen gefragt: hier stehen sie weniger unter Zeitdruck, sondern müssen sie mit völlig neuen Lösungen
reagieren, um den Menschen die zurückbleiben, eine
lebenswerte Umwelt zu ermöglichen.
Status
Andauernd
Mehr Informationen
http://www.tagesspiegel.de/berlin/brandenburg/leerstand-in-brandenburg-in-mancher-stadt-steht-fast-jedevierte-wohnung-leer/4196536.html
Daten
Fläche: Einwohner
Bevölkerungsdichte:
Leere Wohnungen: 29.478 km²
2,4 Millionen
85 Einwohner/km²
31.000
Ansprechpartner
Die Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC) ist mit rund
18.000 Wohnungen der größte Vermieter im Land
Brandenburg und ist auch aktiv im Kauf und Verkauf
von Wohn- und Gewerbeimmobilien im Bundesland.
Das Unternehmen mit einer über 60 jährigen Firmengeschichte sieht sich auch dafür verantwortlich, dass das
fast 100.000 Einwohner zählende Zentrum der Niederlausitz stetig an Anziehungskraft gewinnt. Die Region in
der Nähe des mit Kanälen durchzogenen Spreewalds ist
ein attraktives Ziel für Touristen.
Die umfangreichen Modernisierungen in allen Cottbusser Stadtgebieten sind augenscheinlich und lassen
Häuser unterschiedlichsten Alters in neuem Glanz erstrahlen. Das trifft auf Bürgerhäuser aus der Gründerzeit
ebenso zu, wie auf solche, die einst im industriellen Plattenbau errichtet wurden.
Kontakt
Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC) GmbH
Werbener Str. 3, 03046 Cottbus
Tel.: +49 (0)355 / 78 26 – 0
Fax: +49 (0)78 / 26 227
Web: www.gwc-cottbus.de
Email: [email protected]
Standortinformationen
In allen Regionen Deutschlands gibt es sowohl Wachstums, also auch Schrumpfungsstandorte. In den
„Neuen Bundesländern” im Osten, ist dieses Phänomen
besonders ausgeprägt. Derzeit stehen in Brandenburg
rund 31.000 Wohnungen leer. In manchen Städten ist es
sogar jede vierte Wohnung. Für den Bevölkerungsrückgang gibt es unterschiedliche Gründe. Die schwache
Wirtschaftskraft macht viele Standorte unattraktiv, so
dass Menschen der „Arbeit hinterher ziehen”. Dieser
Effekt wird durch die demographische Entwicklung
verstärkt. So sind die Geburtenraten nach der deutschen
Wiedervereinigung stark eingebrochen. In schrumpfenden Städten sterben mehr Menschen, als dort geboren
werden. Dann gab es in den letzten zwei Jahrzehnten
einen weiteren Trend: die Familien die es sich leisten
konnten, haben die Stadt verlassen um auf dem Land
ein eigenes Haus zu bauen.
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Das Schloss Schwante in Brandenburg wurde 1741 gebaut. Heute
steht es leer. Foto: Omnola
Ein „Straßenzug”, abgerissene Gebäude in Hoyerswerda. Foto: Stacy
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NORDRHEIN-WESTFALEN
Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen hat eine Fläche von 34.092 Quadratkilometern und eine Einwohnerzahl von 17,84 Millionen Menschen. Damit ist Nordrhein-Westfalen das
Land mit den meisten Einwohnern in Deutschland. Die
Hauptstadt ist Düsseldorf, die größte Stadt Köln.
Aktuelle Ministerpräsidentin ist Hannelore Kraft (SPD).
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O Fallstudie in Stadt
X Fallstudie im Bundesland
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7 Düsseldorf - Innenstadt Süd-Ost
Etablierung von Standorteigentümergemeinschaften
Schlagworte
Kommunikation bei der Quartiersentwicklung
Standorteigentümergemeinschaften
Wohnen im Bahnhofsquartier
Aufwertung, Baukultur, Öffentlicher Raum
Lage in Düsseldorf
Zentrum, in
Bahnhofsnähe
Fragestellung
Welche Entwicklungsperspektiven gibt es für die
südöstliche Innenstadt in Düsseldorf?
Die Stadtverwaltung Düsseldorf hat die südöstliche
Innenstadt in der Nähe des Hauptbahnhofs als Entwicklungsgebiet definiert. Ziel ist das Gebiet aufzuwerten und funktionalen und gestalterischen Mängeln zu
begegnen.
Die Aufwertung soll zum einen durch öffentliche Investitionen wie dem Umbau von Straßen oder Plätzen
erfolgen. Die erhofften positiven Effekte sollen aber noch
verstärkt werden: durch die Etablierung von Standortgemeinschaften. Nur wenn private Anrainer ebenfalls
aktiv werden und sich an der Aufwertung beteiligen,
hat das Ziel, einen attraktiveren Stadtraum zu schaffen,
Chancen auf Erfolg. Die öffentlichen Investitionen sollen
dafür strategische Impulse geben und im Anschluss zu
privaten Investitionen führen.
Status
Offen. Bislang konnten allerdings noch keine StandortEigentümergemeinschaften etabliert werden. Stadtplanungsamt und Industrie- und Handelskammer haben
2008 eine Auftaktveranstaltung mit dem Motto „Gemeinsam für einen starken Standort” durchgeführt.
Auch auf zwei Folgeveranstaltungen 2009 stellte sich
heraus, dass allein mittels der aktuell vorhandenen
Kräfte eine langfristig erfolgreiche Umsetzung des
Konzepts nicht zu erreichen ist.
Standortinformationen
Düsseldorf ist Hauptstadt des größten deutschen
Bundeslandes. Im ausgehenden 19. Jahrhundert war
der Düsseldorfer Bahnhofsplatz ein Ort der Repräsentation: Er gehörte zur ersten Adresse der gründerzeitlich
expandierenden Stadt. Die Ausgestaltung des Platzes
und seiner rahmenden Gebäude zeugte vom Selbstbewusstsein des aufstrebenden Bürgertums. Im letzten
Jahrhundert veränderte sich ihre Bedeutung grundlegend: Mit der drastischen Zunahme des Verkehrs und
dem damit einhergehenden Flächenbedarf wurden die
Bahnhofsgegend immer mehr den funktionalen Erfordernissen angepasst und zu einem gesichtslosen Platz umgebaut. Verkehr wurde vom Ereignis zur Notwendigkeit.
Der ursprüngliche Stellenwert als erste Adresse ging
damit verloren. Das Bahnhofsumfeld wurde zu einem
stadträumlichen und sozialen Problem
mehr informationen
Die südöstliche Innenstadt ist der Bereich entlang der
nördlichen Oststraße und des Worringer Platzes sowie
zwischen Immermannstraße, Konrad-Adenauer-Platz
(Hauptbahnhof), Graf-Adolf-Straße und Berliner Allee.
Es handelt sich hierbei weder um einen administrativ
abgegrenzten Bereich noch um ein zusammengehöriges
und gewachsenes Viertel. Eine andere Bezeichnung als
„Entwicklungsgebiet Innenstadt Südost” ist für dieses
Gebiet nicht bekannt.
www.duesseldorf.de/planung/stadterneu/cityso/index.
shtml
Daten
Fläche
Einwohner
Bevölkerungsdichte
Ansprechpartner
Seit 2007 veranstaltet das Stadtplanungsamt jährlich den Dialog zur Stadtentwicklung, in dem die verschiedensten aktuellen Themen der Stadtentwicklung
aufgegriffen werden. Der Ausschuss für Planung und
Stadtentwicklung hat 2006 die Verwaltung beauftragt
die Prinzipien Transparenz, Dialog und Kooperation in
einem Bürgerforum zur Stadtentwicklung umzusetzen
und als fortlaufende Veranstaltungsreihe zu etablieren.
Der Dialog zur Stadtentwicklung stellt die genannten
Prinzipien im Spannungsfeld wirtschaftlicher Prosperität, nachhaltiger Lebensqualität und sozialer Ausgewogenheit in gesamtstädtischer Hinsicht gleichermaßen
sicher, wie die bürgernahe, dialog- und partizipationsorientierte Werkstattplanung vor Ort. Die Projektbearbeitung für das Entwicklungsgebiet südöstliche Innenstadt
erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Düsseldorf und der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf.
Kontakt
Jürgen David
Stadtplanungsamt, Stadtentwicklung und
Stadterneuerung Tel:
+49.(0)211.89-96746
Email: [email protected]
Web: www.duesseldorf.de/planung/stadterneu/cit
yso/index.shtml
Royal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
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0,4 km² geschätzt
5.776 (Dezember 2008)
14250 Einwohner/km²
www.bna-international.nl - www.dutcharchitects.org
Luftbild mit dem markierten Entwicklungsgebiet Innenstadt Süd-Ost, Düsseldorf. Foto: Amt für Stadt- und Regionalplanung
Die Düsseldorfer Innenstadt. Foto: Füxlein
Blick über die Dächer in der Düsseldorfer Innenstadt.
Foto: Eryk Pryzsucha
31
8 Köln
Baulückenprogramm
Schlagworte
Wohnungsknappheit
Bezahlbare Mieten
Nachverdichtung
Stadtentwicklung, Baukultur
Lage in Köln Gesamtstädtisch
Fragestellung
Wie kann einer drohenden Wohnungsknappheit in Köln
begegnet werden?
Experten rechnen mit einer Wohnungsnot in Köln.
Bleibt es bei den heutigen Bestands- und Neubauzahlen
würden schon in fünf Jahren circa 20.000 Wohnungen
fehlen.
Das Kölner Baulückenprogramm ist auf die Aktivierung
der privaten und städtischen Baulücken mit dem Ziel
ausgerichtet, die Grundstücke möglichst schnell mit
Wohnungen zu bebauen. Die Stadtverwaltung unterstützt bauwillige private Grundstückseigentümerinnen
und -eigentümer bei der Schließung von Baulücken
mit Beratung, Hilfe bei der Erstellung von Nutzungskonzepten und Wirtschaftlichkeitsberechnungen.
Status
Kontinuierliche Umsetzung. Bis heute konnten von
rund 6.000 erfassten offenen Baulücken beziehungsweise Mindernutzungen circa 3.800 Fälle endgültig
abgeschlossen werden. Hierdurch entstanden mehr als
22.000 neue Wohnungen, das sind rund sechs Wohneinheiten je Fall. Keine andere Stadt in Deutschland hat so
viele Baulücken geschlossen und so viele Wohnungen in
Baulücken geschaffen wie die Stadt Köln.
Standortinformationen
Köln ist mit über einer Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt in Deutschland und die größte Stadt im
Bundesland Nordrhein-Westfalen. Um den Wohnbau zu
fördern existieren unterschiedliche Programme in der
Stadt. Das Baulückenprogram hat die Ziele, erschwinglichen Wohnraum zu schaffen und städtebauliche Mängel
zu beseitigt. Dafür wurden sämtliche unbebauten und
mindergenutzten Grundstücke systematisch erfasst und
können von Architekten und Investoren online eingesehen werden. Zu jedem unbebauten Baugrundstück
wurden alle verfügbaren Informationen und Unterlagen
zusammengestellt. Danach sind alle Eigentümerinnen
und Eigentümer angeschrieben worden, um ihnen Hilfe
und Beratung anzubieten. Für die konkrete Durchführung der Baumaßnahmen werden darüber hinaus
staatliche Hilfen durch den Bund und durch das Land
Nordrhein-Westfalen gewährt.
mehr Informationen
www.welt.de/regionales/koeln/article106597214/2017werden-in-Koeln-ueber-20-000Wohnungen-fehlen.html
daten
Fläche:
405km²
Einwohner:
1 Million (Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 2510 Einwohner/km²
www.stadt-koeln.de/4/02522/
Ansprechpartner
Mit dem Wohnungsbauforum Köln besteht in der
größten Stadt Nordrhein-Westfalens ein starkes Beratungsgremium zu aktuellen wohnungspolitischen Fragestellungen. Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters
werden in Zusammenarbeit zwischen Verwaltung,
Politik sowie Verbänden und privatwirtschaftlichen Akteuren die Herausforderungen diskutiert und bearbeitet,
denen sich der Kölner Wohnungsmarkt zu stellen hat.
Mit der gemeinsamen Arbeit im Wohnungsbauforum
sind zwei wesentliche Funktionen verbunden: Zum
einen der offene und vertrauensvolle Austausch über
„private” und „öffentliche” Anliegen rund um den
Wohnungsbau in Köln und zum anderen die fachlich
fundierte Beratung von Politik und Verwaltung durch die
Akteure der Wohnungswirtschaft sowie die Mitwirkung
an der Willensbildung zu wohnstandortpolitischen Fragestellungen.
Kontakt
Herr Sieven
Amt für Wohnungswesen
Köln
Baulückenprogramm:
Tel:
+49 (0)221 / 221-22565
Royal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
32
www.bna-international.nl - www.dutcharchitects.org
Klassische Baulücke, Köln. Foto: Oliver Wald
Blick auf das Innere eines Wohnblocks in Köln. Foto: Dirk Olbertz
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9 Bielefeld
Energetisches Sanieren im Bestand
daten
Einwohner:
Fläche:
Bevölkerungsdichte: Schlagworte
Energieeffizienz
Nachhaltigkeit
Bezahlbare Mieten
Kommunikation
Lage in bielefeld
Gesamtstädtisch
Fragestellung
Wie kann der Wohnungsbestand in Bielefeld energieeffizient saniert werden?
Egal ob es um den Schutz der Umwelt, oder um die
Reduktion der Betriebskosten geht, die Notwendigkeit
eines ressourcenschonenden Umgangs mit Energie stellt
heute niemand mehr in Frage. Die Mehrheit der Neubauten in Deutschland entspricht den aktuellen Ansprüchen
an das Energiesparen. Allerdings sind Einsparpotentiale
vor allem bei Bestandsgebäuden relevant. Laut dem
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung betrifft das 18 Millionen Wohngebäuden und rund
1,7 Millionen Nichtwohngebäude, die zu 75% vor der
ersten Wärmeschutzverordnung 1978 errichtet wurden.
Die Bereitstellung von Warmwasser und Heizwärme
verursacht durchschnittlich mehr als 80% des Energieverbrauchs in privaten Haushalten. Das bedeutet, die
Dämmung und Modernisierung ist besonders wichtig.
Allein die Stadt Bielefeld hat 110.000 Wohnungen identifiziert, die unzureichend gedämmt sind. Viele Hauseigentümer haben diese Dringlichkeit noch nicht erkannt,
bzw. fürchten sich vor dem verbundenen Aufwand und
den Kosten.
Status
Fortlaufend
Standortinformationen
Die Stadt Bielefeld hat rund 320.000 Einwohner mit
circa 1200 Einwohnern je Km². In Bielefeld wurden
etwa 90 Prozent der 156.000 Wohneinheiten vor 1990
gebaut, davon sogar zwei Drittel vor 1968. Wegen der
niedrigen Energiepreise wurde in vielen Gebäuden auf
Wärmedämmung und sparsamen Energieverbrauch kein
Wert gelegt. In der Zwischenzeit sind Öl- und Gaspreise
stark angestiegen, so dass sich viele Hausbesitzer und
Mieter Gedanken über Einsparmöglichkeiten machen.
Um dieser Herausforderung zu begegnen, stellt Bielefeld
koordinierte Beratungsleistungen zur Verfügung. Diese
kann z.B. Aufschluss darüber geben, ob und wie der
Austausch von Heizungslagen, Fassadendämmungen,
Kombinationsmaßnahmen etc. am sinnvollsten gestaltet
werden kann, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen.
Ansprechpartner
Der Rat der Stadt Bielefeld hat am 19. Juni 2008 das
„Handlungsprogramm Klimaschutz” beschlossen und
sich damit verpflichtet, alles in seiner Macht Stehende
zu tun, um die Bielefelder Klimaziele zum Jahr 2020 zu
erreichen: Reduktion des CO2-Ausstoßes um 40 Prozent,
Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien auf 20 Prozent. Die Stadtverwaltung bietet mit ihrem städtischen
Energieberater Eigentümern koordinierte Beratungsleistungen an. Die Bürger und Hauseigentümer Bielefelds
können sich beraten lassen und sich zudem die sachkundige Beratung zu einer Altbausanierung mit bis zu 50 %
der Gesamtausgaben als Zuschuss fördern lassen.
Die Stadt Bielefeld ist Partner des INTERREG-IVBProjekts „Cradle to Cradle Business Innovation & Improvement Zones (C2C-BIZZ)”. In dem Projekt soll eine
Konzeption zur Entwicklung von Gewerbeflächen nach
der Cradle to Cradle Philosophie in Europa erarbeitet
werden. Das Cradle to Cradle-Prinzip (C2C) basiert auf
der Auffassung, dass Umweltschutz nur erfolgreich sein
kann, wenn Produkte im Hinblick auf ihren gesamten
Lebenszyklus entwickelt werden.
www.kommen.nrw.de/projekt_detail.asp?InfoID=9885
www.bielefeld.de/de/pbw/mub/as/
Kontakt
Rainer Friedrich, Stadt Bielefeld
Bauberatung
August-Bebel-Straße 92
33602 Bielefeld
Tel:
+49 (0)521/51-5600
Web: www.bielefeld.de
Royal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
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320.000
257km²
1.200 Einwohner/km²
www.bna-international.nl - www.dutcharchitects.org
Luftbild von Bielefeld. Foto: Presseamt
35
10 Mülheim an der Ruhr - Innenstadt
Transformation eines leerstehenden Warenhauses
Schlagworte
Nutzung und Vermarktung leerer Großimmobilien
Strukturwandel, Zwischennutzung, Nachnutzung
Transformation des Einzelhandels
Kommunikation, Bürgerbeteiligung
Wohnen in der Innenstadt und am Fluß
Abriss vs. Erhalt markanter Bauten
Lage in Mülheim
Zentrum
Fragestellung
Wie kann ein leer stehendes Warenhaus mitten im
Stadtzentrum sinnvoll genutzt werden?
Sowohl die Einkaufsgewohnheiten, als auch die lokalen
Angebote haben sich in den zurückliegenden Jahren
stark verändert, in Mülheim an der Ruhr genauso wie
im Rest von Deutschland. Ehemals erfolgreiche Einkaufsstraßen stehen leer und es werden neue Nutzungen gesucht. Obwohl Mülheim an der Ruhr verkehrstechnisch
hervorragend angebunden ist und eine der am besten
zu erreichenden Städte in Deutschland, hat sich die Innenstadt als Shopping Ziel langfristig nicht durchsetzen
können. Mitten in der Innenstadt steht ein großes
Warenhaus leer und ist inzwischen zu einer „schwierige” Großimmobilie geworden. Für die Vermietung gibt
es keinen Markt. Im Rahmen eines Forschungsprojekts
wird in Kooperation mit dem Bundesamt für Baus Stadt
und Raumforschung nach einer Nutzungsstrategie gesucht. Nach einjähriger Bearbeitungszeit stehen immer
mehr Vorzeichen auf „Abriss”.
Status
In Bearbeitung, Ausgang offen. Im Februar 2012 startete
mit einer großen Auftaktveranstaltung zum Bundesmodellprojekt „Innovationen für Innenstädte”, welches vom
Bundesinstitut für Bauwesen, Stadtentwicklung und
Raumordnung ausgelobt wurde, das Modellprojekt.
Standortinformationen
Das Mittelzentrum Mülheim an der Ruhr liegt im westlichen Ruhrgebiet zwischen Duisburg und Essen. Knapp
170.000 Menschen leben in der Stadt, mit circa 1800
Einwohnern / Km². Die einstige Industriestadt wandelt
sich zu einem Wirtschaftsstandort mit einem vielfältigen
Branchenmix. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der
Stadtkern von Mülheim an der Ruhr zu einer „modernen,
dynamischen City” ausgebaut. Die Schloßstraße war ein
zentrales Wiederaufbauprojekt wo viele repräsentative
Geschäftshäuser gebaut wurden.
daten
Gebäudetyp
Grundstücksflächen
Nutzbare Gebäudefläche
Fläche:
Einwohner:
Bevölkerungsdichte:
Ansprechpartner
Die Stadt Mülheim an der Ruhr hat sich beim Forschungsfeld „Innovationen für Innenstädte” im Rahmen
von ExWoSt (Experimenteller Wohnungs- und Städtebau) des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung (BMVBS) beworben.
Aus dem großen Bewerberkreis, zu dem 130 Städte und
Gemeinden gehörten, wurden mit Mülheim an der Ruhr
insgesamt 8 Projekte für das Modellprojekt ausgewählt.
Ausschlaggebend war die Durchführung einer so
genannten „Charrette” als Methode partizipativer,
strategischer Planung. Mit der Charrette im März 2012
gelang der Stadt Mülheim an der Ruhr ein fulminanter
Start sowohl in das Forschungsprojekt als auch die Neujustierung der Innenstadtentwicklung.
Dank umfangreicher Vorbereitung durch die Stadtverwaltung und engagierten Mitwirkens vieler Initiativen
in Mülheim an der Ruhr sowie durch die beteiligten
Hochschulen: der Bauhaus-Universität Weimar und dem
Masterstudiengang Städtebau NRW wurde die Charrette zu einem Erfolg.
Die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern war unerwartet hoch.
Viele Ideen, Skizzen und Anregungen wurden gesammelt und werden derzeit auf ihre Umsetzungsfähigkeit
hin geprüft.
Kontakt
Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Stadtentwicklung
Katrin Witzel
Tel.: +49 (0)208 455-6117
Fax: +49 (0)208 455-586117
Email: [email protected]
Web: www.muelheim-ruhr.de
ExWoSt
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
Dr. Manfred Fuhrich
Referat I 2 - Stadtentwicklung
Tel.: +49 (0)228 / 99401-2120
Email: [email protected]
Royal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
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Warenhaus
7.714 m²
25.000 m²
91km²
167.000 (Dez. 2011)
1831 Einwohner/km²
www.bna-international.nl - www.dutcharchitects.org
Blick auf den Kaufhof, Mülheim an der Ruhr, Foto: Stadtplanungsamt
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11 NORDRHEIN-WESTFALEN -
Entwicklung von ehemaligen Bahnflächen
Schlagworte
Transformation von Verkehrsflächen
Strukturwandel
LAge in nrw
Gesamtes Bundeland
Fragestellung
Wie können freiwerdende Bahnflächen in NRW entwickelt werden?
Der Personen- und Güterbahnverkehr ist noch eine wichtige Säule im Verkehrsmix von Nordrhein-Westfalen,
aber die für die Bahnanlagen notwendigen Flächen sind
kontinuierlich gesunken.
Die Transformation des Bahnnetzes stellt einzelne Kommunen zuweilen für sehr große Herausforderungen. Das
liegt vor allem daran, dass diese besondere Aufgabe
in vielen Kommunen einmalig ist. Oft fehlen Referenzprojekte und die entsprechende Erfahrung. Neben den
technischen und städtebaulichen Aufgaben kommen
immobilienwirtschaftliche Arbeitsschritte der Vermarktung hinzu.
Gleichzeit hat sich für die industriell ausgerichtete
Wirtschaft notwendige Verkehrsinfrastruktur in den
zurückliegenden Jahrzehnten so stark gewandelt, dass
von einer zunehmenden Zahl solcher urbanen Transformationsprojekte auszugehen ist. Wie können diese
Projekte effizient und zukunftsorientiert gemanaged
werden?
Status
Fortlaufend
www1.deutschebahn.com/ecm2-susstation/start/
projects/project_stationgreen.html
www.beg-nrw.de/veroeffentlichungen-1.html
www.beg-nrw.de/mediapool/78/781624/data/Geschaeftsgrundlage/090824_Wir_verstehen_Bhf_GESAMT_web.pdf
daten
Fläche: Einwohner:
Bevölkerungsdichte:
34.088km²
17,8 Millionen
523 Einwohner/km²
Ansprechpartner
Die BahnflächenEntwiclkungsGesellschaft wurde gegründet, um ein wiederkehrende Aufgabe landesweit
koordiniert, effizient und mit größtmöglicher Erfahrung
umzusetzen. So soll das Potential, das die Bahnflächen
in NRW darstellen, besser ausgeschöft und die damit
verbundenen Herausforderungen zu bewältigen werden. Die BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW
den Auftrag, die Liegenschaften in Kooperation mit den
Kommunen zu entwickeln und zu veräußern. Dafür arbeitet die BEG mit 205 Kommunen zusammen und koordiniert darüber hinaus die Nachnutzung von 460 Kilometer
stillgelegter Bahnfläche.
Kontakt
Dipl.-Ing. Thomas Lennertz
Geschäftsführer BahnflächenEntwicklungsGesellschaft
NRW mbH
Email: [email protected]
Web: www.beg-nrw.de/impressum-1.html
Tel:
+49 (0)201 / 747 660
Standortinformationen
Nordrhein-Westfalen ist ein traditioneller Standort der
Schwerindustrie und eine der wichtigsten Industrieregionen Europas. Gemessen am Landesbruttoprodukt ist
es das wirtschaftlich größte Bundesland Deutschlands.
Gegenwärtig vollzieht sich ein Strukturwandel der viele
Kommunen vor große planerische Herausforderungen
stellt, gleichzeitig aber auch die Chance bietet, die
ehemaligen Industrieflächen unter neuen Vorzeichen in
die Stadtstrukturen zu integrieren. Die IBA-Emscherpark
ist dafür ein prominentes Beispiel. Nordrhein-Westfalen
verfügt auch ohne die stillgelegten Trassen über das
dichteste Schienennetz in Deutschland. Die aktive
Streckenlänge beträgt über 6.000 km. Die BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW verfügt gegenwärtig
über einen Pool mit 2.160 Hektar verfügbarer Flächen.
In diesem Transformationsprozess geht es aber nicht
ausschließlich um Nach- oder Umnutzung. So entsteht in
Nordrhein-Westfalen gegenwärtig der erste klimatneutrale Bahnhof – als Gebäude mit Bahnhofsfunktion.
Royal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
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www.bna-international.nl - www.dutcharchitects.org
Brachliegende Bahnstrecke in der Nähe von Finnentrop. Foto: Axel Schwenke
Güterbahnhof Lippstadt. Foto: Michael Bruns
39
BAYERN
Bayern
Bayern im Süden ist mit einer Fläche von 70.550 Quadratkilometern das mit Abstand flächenmäßig größte
Bundesland. In Bayern leben rund 12,6 Millionen Menschen. Die Hauptstadt ist München. Aktueller Ministerpräsident ist Horst Seehofer (CSU).
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O Fallstudie in Stadt
X Fallstudie im Bundesland
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12 Erlangen
Umwandlung Bahnhofsparkplatz zu Wohnraum
Schlagworte
Transformation von städtischen
Problemflächen
Wohnen in Autobahn- und Eisenbahnnähe
Schallschutz
Verkehrserschliessung
Lage in erlangen
Zentrum, in
Bahnhofsnähe
Fragestellung
Welche Entwicklungsperspektive hat ein Großparkplatz
am Erlanger Bahnhof?
Der Stadt Erlangen stehen kaum geeignete Flächen zur
Ausweisung als Baufelder zur Schaffung neuen Wohnraums zur Verfügung. Da Erlangen mehr Arbeitsplätze
als Einwohner hat, besteht hierfür aber eine große
Nachfrage. Täglich pendeln viele Tausend Arbeitskräfte
in die Stadt. Vor diesem Hintergrund wächst der Druck,
auch für schwieriger zu entwickelnde Flächen Konzepte
zu erarbeiten. Hierzu zählt der Parkplatz am Bahnhof.
Auf dem zentralen Gelände stehen knapp 2000 Stellplätze zur Verfügung. Die Größe und die zentrale Lage
sprechen für eine optimierte Nutzung des Gebiets. Die
direkte Nachbarschaft zum Bahnhof, zur ICE-Bahnstrecke und zur Autobahn A73 lassen eine Entwicklung
von Wohnraum allerdings schwierig erscheinen.
Status
Research und Vorstudie
Standortinformationen
Der Parkplatzbereich wurde in diesem Jahr „Parkplatz
am Bahnhof” benannt. In der Bevölkerung ist der Bereich als „Großparkplatz” geläufig.
Lage zwischen der Autobahn A 73 (Nürnberg–Suhl) und
der ICE-Linie München–Berlin mit direkter Anbindung
an den Bahnhof Erlangen bzw. über die Münchener
Straße an die A73 (Anschlussstelle: Erlangen–Zentrum).
Auf dem Gelände befindet sich der Busbahnhof von
Erlangen, der insbesondere von Buslinien in die Nachbargemeinden angefahren wird. Die Fläche ist als
Ortsstraße gewidmet.
Daten von Erlangen
Fläche:
77 km²
Einwohner:
106.326 (31. Dez. 2011)[1] Bevölkerungsdichte:
1382 Einwohner je km²
platzstr/Kurzparken)
Begrenzung der angegebenen Fläche durch folgende
Straßen bzw. Grenzen:
Gerberei (nördlich), Münchener Straße (östlich, südlich),
Autobahn A73 (westlich)
Ansprechpartner
Zentrales Leitbild der Erlanger Stadtentwicklung und
Stadtplanung ist es, die Stadt unter Bewahrung ihres
Charakters als eine überschaubare kleine Großstadt,
gleichzeitig als attraktiven Wirtschafts- und Bildungsstandort mit den Kompetenzfeldern Medizin, Wissenschaft und Technik sowie als Wohnstandort mit hoher
Qualität weiterzuentwickeln.
Das Kernstück der Erlanger Stadtentwicklung ist die
Innenstadt. Bereits seit den späten 70er Jahren wurde
durch umfassende Maßnahmen die Attraktivität der Innenstadt erhöht. Beispielhaft sei die Umgestaltung des
Alt- und Neustädter Kirchenplatzes und die Umwandlung eines zentralen Abschnittes der Nürnberger Straße/
Hauptstraße in eine Fußgängerzone genannt, in die auch
der Schlossplatz/Marktplatz sowie der Rathausplatz
einbezogen wurden.
Mit städtebaulichen Initiativen zur Aufwertung der
Erlanger Innenstadt sollen weiterhin verstärkt Impulse ausgelöst und wirksame Maßnahmen umgesetzt
werden, die zur Steigerung der Attraktivität und Lebensqualität in den Innenstadtgebieten führen. Diese
Entwicklung wurde durch die Aufnahme großer Teile
der Erlanger Innenstadt in das Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt” im Jahre 2004
unterstützt.
Nachgeordnete Dienststellen des Referates für Planen
und Bauen der Stadt Erlangen mit ungefähr 400 Mitarbeitern sind: Bauaufsichtsamt , Entwässerungsbetrieb ,
Gebäudemanagement Erlangen GME, Liegenschaftsamt
, Projektgruppe Röthelheimpark, Stadtentwicklung u.
Stadtplanung, Tiefbauamt.
Kontakt
Referat für Planen und Bauen der Stadt Erlangen
Schuhstraße 30
91052 Erlangen
Web: www.erlangen.de
Tel:
+49 (0) 9131 86 1303
Josef Weber, Leiter Referat für Planen und Bauen der
Stadt Erlangen, [email protected]
Daten vom Planungsgebiet
Gesamtfläche: 51.000 m²
Bereich Busbahnhof: 7.500 m²
Bereich Parkhaus: 8.900 m², 900 Stellplätze
Bereich Felder 1,2,4: 800 Stellplätze (westl. Park
platzstr.)
Bereich Feld 3:
140 Stellplätze (östlich ParkRoyal Institute of Dutch Architects - Bond van Nederlandse Architecten BNA
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Kataster Ausschnitt vom Parkplatz am Bahnhof in Erlangen, Foto: Referat
für Planen und Bauen
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Die Autobahnabfahrt zum Parksplatz am Bahnhof in Erlangen. Foto: Tilmann-AB
Eine der Unterführungen zum Parkplatz am Bahnhof in Erlangen. Foto: Gaißenpeter
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Lageplan vom Parkplatz am Bahnhof in Erlangen. Foto: Referat für Planen und Bauen
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13 Bayern- Siemens-Siedlung
Energetische Sanierung und Denkmalschutz
Schlagworte
Dämmung
Sanierung vs. Denkmalschutz
Baukultur, Nachhaltigkeit
Bezahlbare Mieten
Lage in München
Stadtrand
Fragestellung
Wie kann das Ziel Energie zu sparen mit dem Denkmalschutz in Einklang gebracht werden?
In Deutschland ist der Schutz historischer Bauten eine
Aufgabe für die Länder. Ist ein Gebäude oder ein Ensemble in der „Denkmalliste” erfasst, überwachen die
Landesämter für Denkmalpflege streng die Einhaltung
ihrer Auflagen. Das Ziel des dafür geltenden Denkmalrechts ist es, dass die Denkmale dauerhaft erhalten
und nicht verfälscht, beschädigt, beeinträchtigt oder
zerstört und werden. Will ein Gebäudeeigentümer ein
unter Denkmalschutz stehendes Gebäude energetisch
sanieren, muss er das zuvor mit dem Denkmalamt klären
und die geplanten Maßnahmen genehmigen lassen.
Die für Neubauten gültige Energieeinsparverordnung
(EnEV), die Bauherren Standardanforderungen zum effizienten Energieverbrauch vorschreibt, gilt für Denkmäler
nicht. Hier entsteht möglicherweise ein Zielkonflikt:
unter Denkmalschutzbedingungen ist es schwieriger
eine Reduktion der Betriebskosten durch Energieeinsparungen zu erreichen. Die Sanierungsarbeiten werden
aufwendiger und damit teurer. Werden notwendige
Sanierungsaufgaben deshalb vermieden oder hinausgezögert, belastet dies nicht nur die Umwelt, sondern
gefährdet zuweilen regelrecht den denkmalgeschützen
Gebäudebestand. Die Siemens-Siedlung wurde denkmalkonform saniert. Die Kosten hierfür betrugen knapp
1.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Hierfür lässt
sich fast schon ein Neubau nach EnEV-Standard realisieren. Architekten, Ingenieure und Immobilienbetreiber
sind hier gefordert, nachhaltige Lösungen gemeinsam
mit den Denkmalschützern zu entwickeln.
Status
Umgesetzt
Standortinformationen
Die Siemens-Siedlung in München wurde 1954 fertiggestellt und setzte damals Maßstäbe für Architektur
und Baukultur. Der Architekt hatte bereits bei der
Konzeptentwicklung eng mit den Verantwortlichen von
Siemens zusammengearbeitet. Orientiert hatte er sich
an den fortschrittlichsten Siedlungen gesamt Europas.
Das Ergebnis fand ebenfalls internationale Anerkennung: Auf der Weltausstellung in Brüssel 1958 stand sie
im Deutschen Pavillon.
Es war die erste Hochhaussiedlung in Bayern. Insgesamt handelt es sich um 528 Wohnungen von 35 bis
114 Quadratmeter Größe, verteilt auf 13 verschiedene
Baukörper mit 45 Häusern: zwei 17-geschossige Punkthochhäuser auf Y-förmigem Grundriss.
Seit 1992 ist die „Boschetsrieder Siedlung” ein eingetragenes Baudenkmal und dementsprechend wurde
ihre neuerliche Sanierung mit einem hohen Anspruch
in Angriff genommen. Verantwortlich ist in München
das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Das Amt
überwacht etwa 120.000 Bau- und Kulturdenkmale und
ca. 600 geschützte Ensembles.
Mehr Informationen
Infos zur Dämmung: http://www.bauwelt.de/cms/bauwerk.html?id=2788787#.UKOSPvWwl_c
http://www.siemens.com/press/de/
pressemitteilungen/?press=/de/pressemitteilungen/2009/corporate_communication/axx20090342.htm
daten
Anzahl Wohnungen:
Kosten für die Sanierung
Ansprechpartner
Die GBW Gruppe mit Sitz in München ist mit 34.000
Wohnungen das größte Wohnungsunternehmen in
Bayern: Über 60 Prozent des Bestandes befindet sich in
den Ballungsgebieten München und Umland, Nürnberg/
Erlangen, Regensburg, Würzburg und Aschaffenburg.
Kerngeschäft der GBW Gruppe ist die Vermietung, Verwaltung und Bewirtschaftung der eigenen Wohnungsbestände.
Die Wohnbau GmbH ist ein über 85-jähriges Wohnungsunternehmen mit Verwaltungssitz in Bonn. Insgesamt verwaltet die Wohnbau GmbH derzeit mit ihrer
Tochtergesellschaft, der Wohnbau Service Bonn, rund
20.000 Wohnungen. Im Mittelpunkt steht die zukunftsgerechte Entwicklung ihres Wohnungsbestandes mit
Fokus auf die Steigerung der Energieeffizienz sowie
Umbauarbeiten für barrierearmes Wohnen. Die Leerstandsquote liegt bei unter 1 Prozent. In den letzten
zehn Jahren hat das Unternehmen rund 500 Mio. Euro
in Erwerbe und Neubaumaßnahmen investiert; davon
allein rund 200 Mio. Euro in München.
Kontakt
Katja Neese
Leitung PR/IR
Dom-Pedro-Str.19
80637 München
Email: [email protected]
Wohnbau GmbH
Ulrike Mück,
Tel:
0228 – 320 169
Email: [email protected]
Web: www.wohnbau-gmbh.de
Bilder: http://commons.wikimedia.org/wiki/
Category:Siemens-Siedlung_Munich?uselang=de
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ca 530
ca. 1.000€/m²
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4-geschossiger Wohnblock in der Siemens-Siedlung Muenchen-Obersendling Foto ODM
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ANDERE BUNDESLÄNDER
Hessen
Hessen liegt in der Mitte von Deutschland. Das Land
hat eine Fläche von 21.114 Quadratkilometern und eine
Bevölkerung von 6,0 Millionen Menschen. Hauptstadt ist
Wiesbaden, die größte Stadt des Landes ist aber Frankfurt mit dem größten Flughafen Mitteleuropas und dem
wichtigsten Finanz- und Börsenzentrum Deutschlands.
Aktueller Ministerpräsident ist Volker Bouffier (CDU).
Hamburg
Hamburg hat eine Fläche von 755 Quadratkilometern
und rund 1,8 Millionen Einwohner. Hamburg hat den
größten Hafen und ist als wichtiger Medienstandort
bekannt. Hamburg ist Deutschlands zweitgrößte Stadt.
Erster Bürgermeister in Hamburg ist Olaf Scholz (SPD).
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O Fsllstudie in Stadt
X Fallstudie im Bundesland
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14 Hessen - Frankfurt
Umwandlung von Büroflächen zu Wohnraum
Schlagworte
Strukturwandel
Wohnungsnot
Überkapazitäten an Büroflächen
Nachverdichtung
Bezahlbare Mieten
Lage in frankfurt
Gesamtstädtisch
Fragestellung
Wie können leer stehende Büroflächen in dringend
benötigten Wohnraum umgewandelt werden?
In der kommenden Dekade rechnet die Finanzmetropole
Frankfurt mit einem zusätzlichen Bevölkerungswachstum und einem Wohnungsbedarf von ca 20.000
Wohnungen, die bereits in einem Wohnbauland-Entwicklungsprogramm ausgewiesen sind. 65% dieser
Wohneinheiten sind in Bestandgebäuden vorgesehen.
Satzungsverfahren nach dem Baugesetzbuch oder der
Hessischen Bauordnung definiert. Aber auch informelle
Planungen - wie etwa städtebauliche Rahmenkonzepte
oder Bereiche unter Anwendung des besonderen
Städtebaurechts (Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgebiete) - können eine Festlegung als Vorbehaltsgebiet des Stadtplanungsamtes begründen.
www.frankfurtatexporeal.com/Leitthema-2012
www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=2855&_ffmpar[_
id_inhalt]=11627203
Kontakt
Nicole Altmann
Frankfurt am Main
Web: www.frankfurt.de
Tel:
+49 (0)69 / 212 36312
Stadtplanungsamt 61.G 2 Stadtentwicklungsplanung
Frankfurt
Status
Die Stadtverwaltung hat die Bedingungen für die Beantragung einer Nutzungsänderung gelockert. 2011 wurden so bereits circa 590 Wohneinheiten geschaffen, ein
Viertel aller Frankfurter Neubauten in dem Jahr.
Standortinformationen
In Frankfurt ist der Wohnraum knapp. Während bis in
die 90er Jahre Wohnraum in Bürofläche umgenutzt wurde, ist heute aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen die Nutzungsänderung in entgegengesetzter
Richtung festzustellen. Das Programm soll nicht nur den
Flächenverbrauch reduzieren, sondern auch dazu beitragen, dass ein Überhang an Gewerbe- und Büroflächen
abgebaut wird.
daten
Fläche: Einwohner:
Bevölkerungsdichte:
248km²
690.000
2.785 Einwohner/km²
Ansprechpartner
Für die Bauberatung und die Zustimmung der Gemeinde
zu Bauvorhaben in Frankfurt am Main sind sowohl die
Bauaufsicht Frankfurt als auch das Stadtplanungsamt
zuständig. Seit dem Jahr 2005 gilt eine gebündelte
Zuständigkeit der Bauaufsicht für die städtebauliche
Beratung, die bauplanungs- und bauordnungsrechtliche
Beurteilung und die Genehmigung von Bauvorhaben.
Eine Beratung und Beurteilung durch das Stadtplanungsamt erfolgt in besonderen, komplexen Fallkonstellationen sowie in den so genannten Vorbehaltsgebieten des
Stadtplanungsamtes, somit in den Bereichen mit aktuellen städtebaulichen Planungsaufgaben. Diese sind überwiegend durch formelle Bebauungsplan- und sonstige
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Blick über Frankfurt und den Main. Foto: Presseservice
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15 Hamburg - Quartier Jenfelder Au
Energiegewinnung
Schlagworte
Energieeffiziente Quartiersentwicklung
Brauchwasser Nutzung, Smart City
Transformation städtischer Restflächen
Konversion von Militärgelände
lage in hamburg
Stadtrand
Fragestellung
Wie können Entsorgungsaufgaben der Stadt für
Abwasser und Abfall mit den Versorgungsaufgaben im
Energiebereich unter der Berücksichtigung stadtplanerischer Aspekte kombiniert werden?
Vor dem Hintergrund knapper werdenden Ressourcen,
wozu auch die verfügbare innerstädtische Siedlungsfläche zählt, wird in Hamburg nach neuen Strategien der
Quartiersentwicklung gesucht.
Auf einem ehemaligen Kasernengelände soll ein neues
Stadtquartier mit 770 Wohneinheiten entstehen. Neben
anspruchsvollen Wärmedämm- und Lüftungsstandards
wird das Toilettenwasser (Schwarzwasser) vom sonstigen häuslichen Abwasser (Grauwasser) abgeleitet.
Für dieses Verfahren ist die „Jenfelder Au” ein bislang
einmaliger Praxistest.
status
Projektlaufzeit ist von November 2011 bis Oktober 2014.
Standortinformationen
Hamburg ist die zweitgrößte Stadt in Deutschland mit
circa 1,8 Millionen Einwohnern. Das geplante Bauvorhaben liegt in Hamburg Jenfeld im östlichen Teil
der Hansestadt. Teile Jenfelds gelten als sozialer Brennpunkt. Die Stadtstruktur von West-Jenfeld ist im
Wesentlichen von Einfamilienhäusern geprägt. Dort
befindet sich auch die Universität der Bundeswehr und
ein Alten-/Pflegeheim. Jenfeld-Ost ist deutlich jüngeren
Baujahres und ist durch Sozialwohnungen aus den 70erJahren geprägt. Dort ist die Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich hoch. Im Mittelpunkt von Jenfelds befindet
sich das Jenfelder Einkaufszentrum Jen.
Das Projektgelände ist ein ehemaliges Kasernenaral. Ein
Teil der Bestandsgebäude aus den Jahren 1934/35 wurde unter Denkmalschutz gestellt und soll gemeinsam
mit dem ehemaligen Exerzierplatz als Gesamtensemble
erhalten werden.
daten
Fläche: Wohnungen: für die Jenfelder Au durch, um Bauherren und Bauträgern die Ziele und Anforderungen des Projektes zu
vermitteln. Sie berät Investoren in der Planungsphase
und befördert damit die Umsetzung des innovativen
Energiekonzeptes und des HAMBURG WATER Cycle®
sowie die Vorstellungen von Städtebau und Architektur.
Ein Projektbeirat mit Vertretern aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft sowie Wissenschaft und Forschung
berät und begleitet das Verbundvorhaben.
Die Jenfelder Au ist ein Pilotprojekt im Rahmen der
„Nationalen Stadtentwicklungspolitik” des BMVBS/
BBSR (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung / Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung).
Das Projekt ist außerdem ein Referenzprojekt der Internationale Bauausstellung IBA Hamburg.
www.kreis-jenfeld.de/tl_files/content/Projekt/KREIS_
Projektbroschuere2012_web.pdf
Kontakt
Dipl.-Ing. Anne-Katrin Skambraks
Hamburg Wasser, Abtl. Zukunftstechnologie
HAMBURG WASSER
Ole Braukmann
Tel: +49 (0)40 7888 88 222
Email: [email protected]
Bei Fragen zum Projekt steht Ihnen seitens des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanung Ramona Goebel
als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
Tel: +49 (0)40 42881 3032
Email: [email protected]
Forschungsfragen
Bauhaus-Universität Weimar
Prof. Dr.-Ing. Jörg Londong
Coudraystr. 7, 99423 Weimar
Tel:
+49 3643 584615
Fax:
+49 3643 584648
IBA Hamburg GmbH
Am Zollhafen 12
20539 Hamburg
Tel:
Fax:
Email:
Web:
+49 (0)40 / 226 227 - 0
+49 (0)40 / 226 227 - 315
[email protected]
www.iba-hamburg.de
circa 35 Hektar
770
http://www.kreis-jenfeld.de/projekt.html
Ansprechpartner
Die ZEBAU GmbH führt die Energie- und Bauberatung
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Vor der Energiegewinnung wird das Abwasser mit Reinigungsmodulen bearbeitet. Foto Arbeitgeberverband Gesamtmetall
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colofon
BNA
Mathias Lehner
Gabrielle Hulskes
Planungsbüro Complizen, Berlin
Tore Dobberstein
STEGERWALD designs, Rotterdam
Michaela Stegerwald
Amsterdam, Dezember 2012
Der BNA hat mit grösster Sorgfalt den Inhalt dieses Portfolio’s
zusammengestellt. Das Streben nach einer korrekten und aktuellen
Wiedergabe der Information ist dem BNA sehr wichtig.
Wir haben versucht, alle Urheberrechte des Bildmaterials zu
wahren und haben im Vorfeld, um Erlaubnis für diese Veröffentlichung gefragt.
Sollten dennoch Personen oder Institutionen der Meinung sein,
dass ihre Rechte nicht respektiert wurden, bitten wir sie, um Kontakt aufzunehmen mit der Redaktion.
Contact
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Postbus 19606
1000 GP Amsterdam
T 0031 20 555 3666
F 0031 20 555 3699
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Mit freundlicher Unterstützung von:
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