Innen_Kowi_03_2014

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Innen_Kowi_03_2014
Zeitschrift
Schriftleitung: Prof. Dr. Bachmaier, Dr. Ing. Friedrich,
Dipl. Ing. Schulze, Dipl. Volksw. Mollenkotten
Heft 03/2014
Aus dem Inhalt
Neuheiten auf der IFAT
Wasser- und Abwasserbranche präsentiert sich ideenreich
75
Der Kölner Weg zur Modernisierung der Kläranlagen
Von Michael Snoek76
Wasserbetriebe investieren 1,7 Milliarden Euro ins Berliner Kanalnetz
78
Planung, Technik, Administration – Hand in Hand vorgehen und schützen
Von Alexandra Bartschat78
Trinkwasser ist preiswertes Lebensmittel
80
Berliner Trinkwasser 15 Prozent preiswerter
80
Güteschutz Kanal: Wer bezahlt, bestellt!
82
Wasser – worauf die Kommunen achten sollten
84
DeSiFloc – Deponiesickerwasser Flockung
85
Anlage zur Phosphorrückgewinnung aus Schweinegülle
für die GreenTec Awards 2014 nominiert
86
Mit der automatischen Netzvereinfachung des Wasserverteilungsmodells konnte die Stadt Toronto über eine Million Dollar sparen
87
Schritt für Schritt zur optimalen Kläranlage
Von Norbert Barlmeyer89
Eine neue Generation Spindelschieber
Von Joachim Reichert91
BMWi Markterschließungsprogramm Kenia 2014
95
Netzunabhängige Messwerteerfassung
Von Stephan Frank95
EBRO ARMATUREN erhält Großauftrag für UF-Anlage in Aserbaidschan
Premiere in Nürnberg
99
99
15 in einer Woche: Schnell abbindendes Spezialmaterial dichtet
korrodierte Schächte und Abscheider auf Industriebrache dauerhaft ab 100
Biogas dauerhaft im Griff
102
Sanierung des Mittleren-Isar-Kanals
104
Ohne Befreiung von der EEG-Umlage
stehen Kunststoffrecycler vor dem Aus
105
Modulbau – für Kommunen oft die bessere Lösung
Von Annette Rauhaus106
Mehr Dachbegrünung durch KfW-Förderprogramm
108
ÖPNV 2013: mehr Fahrgäste, steigende Einnahmen, höhere Kosten
108
Auf dem Weg zur autarken Energieversorgung
Neue Stromtrassen für die Energiewende
Eigenstrom-Projekt geht in Betrieb
109
110
111
NABU-Renaturierungprojekt „Untere Havelniederung“
Von Sibylle Eßer M.A.112
Online-Bibliothek mit praktischen Zusatzfunktionen
114
GaLaBau erwirtschaftet 6,33 Mrd. Euro in 2013
114
Kölner Netzwerk der Daseinsvorsorge formuliert Forderungen an Europa116
Aus der Industrie – IFAT Spezial
117
Veranstaltungen
147
Diese Ausgabe enthält Beilagen folgender Firmen:
Haufe-Lexware GmbH & Co.KG,
Munzinger Str. 9, 79111 Freiburg
HPK Holz Pro Klima
Berliner Freiheit 26, 53111 Bonn
Versorgungswirtschaft
Hansastraße 15, 80686 München
Kommunalwirtschaft 03/2014
73
Zeitschrift für das gesamte Verwaltungswesen, die sozialen und wirtschaftlichen Aufgaben
der Städte, Landkreise und Landgemeinden
Organ des Vereins für Kommunalwirtschaft und Kommunalpolitik e.V.
Gegründet
im Jahre 1910
in Berlin
Verlagsort Wuppertal
Verlag
Kommunal-Verlag
Fachverlag für Kommunalwirtschaft und Umwelttechnik
Wuppertal
Heft 03
2014
Neuheiten auf der IFAT
Wasser- und Abwasserbranche präsentiert sich ideenreich
Trinkwassergewinnung und Abwasserbehandlung sowie die dazugehörigen Transport-, Management- und Überwachungsaufgaben
zählen zu den zentralen Ausstellungsthemen der weltweit führenden
Umwelttechnologiemesse IFAT. Vom 5. bis 9. Mai 2014 wird die Branche auf dem Münchner Messegelände erneut zeigen, dass bei allen
Teilaspekten der Wasser- und Abwasserwirtschaft noch immer Raum
für Innovationen ist. Hier einige Beispiele, die Aussteller im Vorfeld auf
dem Medien Dialog am 7. und 8. Januar präsentierten.
Wie der Wasserkreislauf selbst, so ist auch die Wasser- und Abwasserbranche in ständiger Bewegung. Innovative Produkte ersetzen Vorgängerlösungen, während sich Firmen und Märkte in neuen
Konstellationen ordnen. Beispielsweise hat Siemens im November
letzten Jahres seine Geschäftseinheit „Water Technologies“, die
Systeme zur Behandlung von Wasser und Abwasser entwickelt und
vermarktet hatte, verkauft. Die im Mai dieses Jahres anstehende, internationale Umwelttechnologiemesse IFAT ist für den Weltkonzern
die Gelegenheit, dem Markt zu zeigen, dass sich Siemens im Wassergeschäft jetzt auf Automatisierungs-, Steuerungs- und Antriebslösungen für Industrie und Kommunen konzentriert. Auf der Messe
präsentiert Siemens unter anderem die modulare Wasser-Managementsoftware Siwa. Mit ihr lässt sich die Betriebsführung in komplexen Wasser- und Abwassernetzen computergestützt simulieren und
optimieren. Mit dem Modul „Leak“ können nach Firmenangaben außerdem Leckagen in Wassertransportsystemen erkannt und geortet
werden.
Die einen verkaufen, die anderen kaufen: Durch den Erwerb des USamerikanischen Unternehmens Ashbrook Simon-Hartley im Jahr
2012 hat Alfa Laval sein Produktspektrum für die industrielle und
kommunale Abwasserbehandlung abgerundet. Eines der Ergebnisse
dieser Verbindung ist der von Alfa Laval neu auf den Markt gebrachte
Scheibenfilter Iso-Disc, der auf bewährten Technologien des eingekauften Know-hows basiert. Sein Einsatzbereich umfasst unter anderem die tertiäre Filtration, die Behandlung von Prozessströmen und
die Oberflächenwasseraufbereitung. Die quadratischen oder rechteckigen Iso-Disc-Filterplatten passen laut Angaben von Alfa Laval
problemlos in bestehende Filtertanks und Becken. Sie eignen sich
deshalb auch zur Nachrüstung und erfordern als treibende Kraft nur
eine 30 cm hohe Wassersäule.
Die Rotamat-Rechen und -Siebanlagen des Herstellers Huber SE
sind weltweit bereits tausendfach in der Abwasserreinigung installiert. Als Neuentwicklung in dieser Produktfamilie wird auf der IFAT
die Siebanlage RPPS Star ausgestellt. Nach Firmenangabe ermöglicht sie mit ihrer sternförmigen Siebtrommel einen großen Durchsatz
bei hoher Abscheideleistung. Ebenfalls neu im Rotamat-Segment ist
Kommunalwirtschaft 03/2014
die Feinstsiebanlage RoMem Liquid. Aufgrund ihrer großen Siebfläche können mit ihr Algen, Trübstoffe und Haare energiesparend aus
dem Abwasserstrom entfernt werden. Zudem steigert RoMem Liquid
laut den Huber-Experten die Betriebsstabilität von Membranbelebungsanlagen.
Ohne Pumpen ist eine moderne Wasserwirtschaft undenkbar. Entsprechend vielfältig ist der Markt und entsprechend groß ist die
Zahl der hierzu auf der IFAT ausstellenden Unternehmen. Bei zu fördernden Medien mit hohem Trockensubstanzgehalt, beispielsweise
entwässerte Schlämme oder Gülle, Silage und Bioabfälle für die Biogas-Vergärung, haben sich Exzenterschneckenpumpen in der Praxis
bewährt. Ihr Förderprinzip basiert auf einem Rotor, der sich oszillierend in einem feststehenden Stator dreht. Gerade die Gestaltung des
Stators bietet immer noch Optimierungsansätze. So präsentiert der
Hersteller Netzsch einen neuen Stator, der die Instandhaltung vereinfacht. Da bei dem iFD-Stator 2.0 das Elastomer nicht im Stator
einvulkanisiert ist, sondern nur formschlüssig eingespannt, kann er
laut Netzsch bei Abnutzung einfach herausgenommen und als sortenreiner Abfall entsorgt werden. Ebenso schnell ist ein neuer Stator
eingesetzt und fixiert. Zudem verringert die Konstruktion die nötigen
Drehmomente für Start und Betrieb und reduziert so die Energiekosten.
Einen neuen Werkstoff für die Statoren seiner Exzenterpumpen hat
der Pumpenhersteller Allweiler im Programm: Alldur wurde speziell
zur Förderung von abrasiven Abwässern entwickelt. Die Rezeptur
des Elastomers ist darauf abgestimmt, sehr hohen Widerstand gegen
mechanische Einwirkungen zu leisten. Dies erhöht die Standzeit des
Stators und damit der gesamten Pumpe.
Weitere Informationen unter: www.ifat.de.
75
Der Kölner Weg zur Modernisierung der Kläranlagen
Das Beispiel der Ertüchtigung der Zwischenklärung im Großklarwerk Köln-Stammheim
Von Michael Snoek – Dipl.-Ing. Planung und Bau Klarwerke und Sonderbauwerke, StEB Köln, AöR
Das Modernisierungsprogramm für die Kläranlagen der
Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR (StEB) — der so genannte Kölner Weg — wurde ausgehend von der Frage zu
den mittel- und langfristigen Zielen der Weiterentwicklung
Anlagen entwickelt Dabei spielten sowohl der notwendige
jährliche Investitionsbedarf als auch die personellen Kapazitäten zur Umsetzung des Programms eine zentrale Rolle Vor
diesem Hintergrund wurden wichtige Aspekte wie Kosten,
Zukunftsfähigkeit, Umwelt und Betriebssicherheit in einem
Strategiekonzept zusammengefasst. Sie bilden den Rahmen
für die insgesamt acht bis zwölf Großprojekte mit einem geplanten Investitionsvolumen von 8 bis 20 Mio. Euro und einer
Laufzeit von drei bis sechs Jahren. Mit der Einführung eines
Projektmanagements wurden zudem klare Zielvorgaben und
zeitliche, finanzielle, räumliche und personelle Abgrenzungen
vereinbart.
Um die Großprojekte erfolgreich abwickeln zu können, entwickelte man bereits in der Vorbereitung konkrete Projektinhalte auf Basis der strategischen Planung. Dazu zählen im
Wesentlichen:
– die Aufbauorganisation mit der Funktionsbeschreibung
aller Projektbeteiligten.
– die Ablauforganisation mit der Definition von Regelabläufen wie Planfreigaben, Besprechungsorganisation.
– ein Berichtswesen an den Bauherren mit laufenden Informationen über Kosten, Termine, Projektänderungen etc.
Als zentrales Projektdokumentations- und Kommunikationselement dient ein Statusbericht, der alle wesentlichen Informationen zur Verfügung stellt und in übergeordnete Berichte
wie Mittelabfluss und Mittelverschiebungen einfließt.
Sanierung und Umbau der Zwischenklärung
in Stammheim — ein Großprojekt
Allein im Großklärwerk Köln-Stammheim werden derzeit sieben Projekte geplant beziehungsweise ausgeführt. Eines davon betrifft die Sanierung und den Umbau des verfahrenstechnischen Bereichs Zwischenklärung. Hier setzt sich in zwölf
Zwischenklarbecken der Schlamm der Hochlastbelebung ab
und verbleibt teilweise im Kreislauf. Das vom Schlamm befreite Abwasser fliest anschließend der Schwachlastbelebung
zu. Derweil wird der überschüssige Belebtschlamm der Faulung zugeführt.
In der Vorbereitungsstufe wurde ein Projektorganisationshandbuch (POHB) erstellt, in dem als Ziele das Einhalten der
Kostenobergrenze in Hohe von 13,4 Mio. Euro sowie ein Bauende im Jahr 2014 und das Erreichen minimaler Jahreskosten
bei einer festgelegten Nutzungsdauer der maschinentechnischen Ausrüstung festgelegt wurden. Zusätzlich wurde als
Qualitätsziel ein Nutzerbedarfsprogramm erstellt, in welchem
die funktionellen Probleme und Anforderungen beschrieben
sind.
Die Vergabe der Planungsleistungen erfolgte nach dem Beschluss durch den Vorstand im August 2009 entsprechend
der Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen (VOF). Für
die EU-weite Ausschreibung war es dabei hilfreich, dass sich
der zu beschreibende Planungsinhalt und -umfang bereits
aus dem Handbuch ergab. Ausgeschrieben wurden General-
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planerleistungen analog zu den Leistungsphasen 1 bis 9 gemäß §56 der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure
(HOAI). Da dies auch gegebenenfalls erforderliche zusätzliche
Leistungen wie zum Beispiel Hydraulik, verfahrenstechnische
Beschreibung, Rohrleitungs- und Instrumenten-Schema umfasste, wurde eine geschlossene Gesamtbetrachtung des
Projektbereiches möglich. Das VOF-Verfahren bot hier die
Plattform, hochqualifizierte Planungsbüros in Teams kennenzulernen und vertraglich zu verpflichten.
In der Planungsstufe wurden die Projektanforderungen in Varianten überführt und anhand der nachfolgend aufgeführten
Zielvorgaben bewertet:
– Erneuerung der Bandräumer
– Ertüchtigung sämtlicher Betonkanäle,
Kunststoff-Abdeckungen
– Schutz vor Grundwasserandrang
– Funktionale Ertüchtigungen der Zwischenklärung
– Hydraulische Ertüchtigungen der Zwischenklärung
Dennoch konnte die Kostenobergrenze nicht eingehalten werden, da einige zusätzliche Maßnahmen erforderlich wurden.
So musste der geregelte Schlammabzug für die Becken 1 bis
12 mit zugehöriger Maschinentechnik gewährleistet werden,
zudem bedurfte es eines begehbaren Rohrkanals im Zulauf
zur Aufnahme zusätzlicher Maschinentechnik vor Becken 7
bis 12. Auch der Neubau eines zusätzlichen Ablaufkanals war
notwendig geworden.
Daher wurde ein Projektänderungsantrag erstellt und vom
Vorstand als Baubeschluss freigegeben. Dieser ermöglichte
es, die Kostenobergrenze auf 17,7 Millionen Euro anzuheben.
Mit der weiteren Planung wurde im Januar 2010 begonnen.
Anhand der Kostenberechnung konnte zugeordnet werden,
ob die einzelnen Aufwendungen investiv (abschreibungsrelevant) oder operativ (nicht abschreibungsrelevant) sind. Dieser
Verteilungsschlüssel wird bei jeder Projektrechnung angewendet und führt zu einem zeitnahen Abfluss der operativen
Mittel, wobei die abschreibungsrelevanten Aufwendungen
den parallel vorhandenen und/oder neu zu bildenden Wirtschaftsgütern zugeordnet werden. Damit ist eine zeitnahe
Aktivierung nach Inbetriebnahme einzelner Anlagenteile beziehungsweise Wirtschaftsguter möglich. Mit dem Erstellen
der Verdingungsunterlagen und der Leistungsverzeichnisse
lag ein Katalog von Kosteneinsparpotenzialen vor. Ware der
Vergabegrenzwert überschritten worden, hatte zusätzlich
eine Kostensteuerung vorgenommen werden können.
Der Verlauf der Arbeiten
Die Hauptleistungen wurden im November 2011 vergeben. In
der Folge ergaben sich erhebliche Vergabegewinne vor rund
1,6 Millionen Euro. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit hat sich
diese Kostenreduzierung zumindest teilweise bestätigt. Die
Kostenobergrenze wurde über eine weitere, im Marz 2013
freigegebene Projektänderungsanzeige auf 1,2 Millionen
Euro nach unten korrigiert. Mit Baubeginn im November 2011
wurde zudem ein regelmäßiger Turnus für Bau-, Projekt- und
Koordinationsbesprechungen festgelegt.
Ende 2012 wurden die Zu- und Ablaufe sowie die Ertüchtigung der Zwischenklarbecken 7 und 8, das neue Verteilerbau-
Kommunalwirtschaft 03/2014
werk und der Medienkanal fertig gestellt. Auch die Arbeiten
an den Zwischenklarbecken 9 und 10 wurden termingerecht
im Juni 2013 fertig gestellt. Die Zwischenklarbecken 11 und
12 werden zusätzlich zum Ablaufkanal im Bereich der Becken
7 bis 12 im November 2013 abgeschlossen. Darüber hinaus
wird bis Ende 2013 ein Schwimmschlammpumpwerk fertig
gestellt. Die Zwischenklarbecken 1 bis 6 werden als Block
unter verfahrenstechnischer Umstellung der gesamten Klaranlage für rund sechs Monate von einem Adsorptions-Belebungsverfahren (AB-Verfahren) auf eine einstufige Anlage
außer Betrieb genommen und umgebaut.
Résumé: Qualität als fundierte Basis
Diese Ergebnisse machen deutlich: Mit der Einführung des
Projektmanagements wurde die langfristige Kosten- und Planungssicherheit erheblich verbessert. Das zeigt sich auch darin, dass sich die Zusammenarbeit mit den Planern durch ein
steigendes Mas an Verbindlichkeit und Orientierung an den
Projektzielen auszeichnet. Insgesamt hat die Projektarbeit sowohl hinsichtlich der Qualität als auch bezüglich der Effizienz
erheblich zugenommen. So zeigen bereits die vorliegenden
Ergebnisse aus den Vor- und Entwurfsplanungen eine deutlich verbesserte Qualität gegenüber jenen der Vergangenheit.
Das ermöglicht zugleich, dass wesentliche Projektentscheidungen für die meisten Projekte jetzt oder in naher Zukunft
auf einer fundierten Basis getroffen werden können.
Wir danken für die Nachdruckgenehmigung aus:
Kompetenz Wasser, Heft 22 November 2013 D. 25-27 ff.
Das Richtige zur richtigen Zeit
Wasserbetriebe investieren 1,7 Milliarden Euro ins Berliner Kanalnetz
Die Berliner Wasserbetriebe investieren pro Jahr rund 110
Millionen Euro in den Ausbau, die Erneuerung und in die Sanierung ihrer 9.650 Kilometer langen Kanalnetze. Dazu kommen weitere rund 20 Millionen Euro pro Jahr an Aufwand für
Instandhaltung und kleinere Reparaturen.
„Wir tun in Abstimmung mit unserem Gesellschafter, dem
Land Berlin, das Richtige zur richtigen Zeit. Nachdem in
den vergangenen Jahren viel in die Ersterschließung von
Quartieren am Stadtrand geflossen ist, steht nun mit deutlich verstärktem Mitteleinsatz die Pflege des Bestands der
Kanalisation in der Kernstadt im Fokus. Dazu gehört auch
die vorrangige Sanierung dringender Schäden. Auf Basis
der 2011 verabschiedeten Strategie werden bis zum Jahr
2030 rund 1,7 Milliarden Euro in die Sanierung der Kanalisation investiert.“ So kommentiert Vorstandschef Jörg Simon
den gestern von der Berliner Bauwirtschaft geforderten
noch darüber hinaus gehenden Ausbau der Kanalsanierungsinvestitionen. Beim Umgang mit ihren über 18.700
Kilometer langen Rohr- und Kanalnetzen folgen die Wasserbetriebe den technischen Notwendigkeiten der Ver- und
Entsorgungssicherheit genauso wie den Anforderungen der
Trink- und Grundwasserqualität, der Stadtentwicklung, der
Verkehrskoordinierung und den finanziellen Auswirkungen
der Investitionen. Dieses Management der verschiedenen
Anforderungen ist nachhaltig und mit dem Land Berlin abgestimmt. Die Sicherung bester Trinkwasserqualität durch
den Schutz der Wasserressourcen ist für die Berliner Wasserbetriebe essenziell, weil sie die Grundlage ihrer Arbeit
sind.
Weitere Informationen unter: www.bwb.de.
Planung, Technik, Administration – Hand in Hand vorgehen und schützen
DWA/BWK- Seminar „Starkregen und Überflutungsvorsorge“ informiert
Von Alexandra Bartschat – Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, DWA
Meteorologen warnen: Sintflutartige Regengüsse nehmen in
Zukunft eher zu als ab, Niederschläge werden heftiger. Wenn
die Wassermassen aber erst einmal da sind, können Technisches Hilfswerk, Feuerwehren und Anwohner allerdings
nur noch wenig tun, um Schäden zu begrenzen. Aber es gibt
Möglichkeiten, vorzusorgen. Diejenigen, die Vorkehrungen
treffen könnten, sind sich über die Gefahren von urbanen
Sturzfluten oftmals jedoch gar nicht im Klaren.
Eine verbandsübergreifende Seminarreihe des Bundes der
Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau e. V. (BWK) und der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) soll nun Betroffene und kommunale Akteure für das Thema „Starkregen und
Überflutungsvorsorge“ sensibilisieren. Mitte Februar fand die
Auftaktveranstaltung in Karlsruhe statt, bundesweit werden
noch drei weitere folgen. Denn – so die Botschaft der Veranstalter - das Risikomanagement von Sturzfluten ist nicht nur
Sache der Wasserwirtschaft, sondern muss als kommunale
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Gemeinschaftsaufgabe betrachtet werden. Neben den örtlichen Entwässerungsbetrieben gehören mit ins Boot: Stadt-,
Raumordnungs-, Grünflächen- und Straßenplaner, Architekten, Politiker, Katastrophenschützer, Rettungskräfte und,
ebenso wichtig, auch die Bürgerinnen und Bürger.
Schwachstellen finden – Maßnahmen ergreifen
Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sie von Überschwemmungen auch betroffen sein können, wenn sie nicht
in der Nähe eines Gewässers leben. Aber rund die Hälfte aller
Überflutungsschäden stammt nicht von Flüssen, die ihr Bett
verlassen, sondern wird durch Sturzfluten verursacht. Diese
können überall auftreten. Das macht die Vorsorge schwierig,
da Starkregen nach wie vor schwer, zumindest nur mit kurzer Vorwarnzeit vorausgesagt werden können. Problemlos
möglich ist es jedoch, Schwachstellen in Kommunen und
Privatbesitz zu identifizieren. Sind die gefährdeten Bereiche
bekannt, kann man gegen die Gefahr auch etwas tun.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Das Ingenieurbüro Beck hat zum Beispiel für Wuppertal
Feuerwehreinsätze aufgezeichnet, um kommunale Gefahrenstellen zu ermitteln und hieraus Voraussagen für künftige
Einsätze abzuleiten. „Man kommt nicht drum herum, rauszugehen und mit Buntstift und Karte zu dokumentieren, wie
die Situation vor Ort aussieht“, erläutert Dipl.-Ing. Reinhard
Beck sein weiteres Vorgehen. Es sei nicht immer so, dass
die Kanäle voll seien. Oft gelange das Wasser gar nicht erst
hinein, erklärt er. Es laufe über Gullys oder Schächte einfach
hinweg, weil sie an falschen Stellen eingebaut wurden, der
Einlaufquerschnitt der Gitterroste zu gering ist oder weil sie
durch Erde und Blätter verstopft sind. Gute Erfahrungen habe
Wuppertal bei der Überflutungsvorsorge auch mit dem DWAHochwasseraudit gemacht.
Dr.-Ing. Marc Illgen ergänzt, dass gezielt nur gehandelt werden könne, wenn die risikobehafteten Bereiche – eingeteilt
nach Siedlungsgebieten mit unterschiedlichem Schadenspotenzial – bekannt seien. Risikomanagement heiße, die
Maßnahmen zur Vorsorge und Bewältigung von Extremwetterereignissen zu bündeln und zu koordinieren. Daher sein
Appell: „Man muss miteinander reden! Wir Techniker können
viel, aber wir können es nicht allein.“ Bisher wurde in den
Kommunen eher sektoral gearbeitet. Nun sei jedoch der interdisziplinäre Blick gefragt.
Viele Disziplinen, ein Ziel
Um den Blick über den Tellerrand geht es auch den Ingenieuren Dr.-Ing. Hans Göppert, Dipl.-Ing. (FH) Albrecht Dörr
und Dipl.-Ing. Sabine David. So könne das Wegenetz zum
Beispiel gezielt zur Wasserkanalisierung genutzt werden.
Straßen könnten neben ihren genuinen Aufgaben auch wasserwirtschaftliche Funktionen erfüllen. Dies müsse den Straßenplanern aber auch bewusst sein. So könne zum Beispiel
für einzelne Straßenzüge festgelegt werden, ob es sinnvoll
sei, sie zur Zwischenspeicherung von Wasser heranzuziehen oder ob das Wasser im Gegenteil so schnell wie möglich abgeleitet werden müsse. Die Stadtplanung nehme bei
der Minderung des Überflutungsrisikos eine Schlüsselrolle
ein. So könnten über Flächennutzungs- und Bebauungspläne Nutzungseinschränkungen festgelegt werden. Wenn bestimmte Bereiche aber nur beispielsweise für Grünanlagen
in Frage kommen, stehen sie für die Wertschöpfung nicht
mehr zur Verfügung. Angesichts leerer kommunaler Kassen
komme es hier durchaus zu Interessenskonflikten. Auch innerkommunale Abstimmungs- und Zuständigkeitsprobleme
seien nicht zu unterschätzen, ebenso wie das Gerangel um
die Finanztöpfe.
Umso wichtiger sei es, dass neben den Kommunen beim
Überflutungsschutz auch die Privatleute selbst tätig würden.
Schutzmaßnahmen, die die Kommunen viele Millionen kosteten – zum Beispiel der Bau eines Regenrückhaltebeckens
– seien für den einzelnen Bürger oft verhältnismäßig preisgünstig zu haben. Es sei eher eine Frage der Bewusstseinsbildung als eine Frage der Finanzierung. Eine Straße lasse
sich nicht so einfach umbauen, Hauseingänge zu schützen,
das gehe aber schon.
Beitrag der Kommunen: Hilfe zur Selbsthilfe
Die Ingenieure Dipl.-Ing. Henry Hille und Dipl.-Ing. (FH) M. Sc.
Simone Stöhr haben auch gleich ein ganzes Bündel an Vorschlägen für private Vorsorgemaßnahmen parat. Zwar sei es
Aufgabe der Kommunen, die Bürger über die Gefährdungslage von Grundstücken zu informieren oder Checklisten bereitzustellen. Die Grundstückseigentümer müssten sich dann
Kommunalwirtschaft 03/2014
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aber selbst ein Bild davon machen, wie stark und an welchen
Stellen ihr Besitz gefährdet sei. Manchmal reiche es schon,
sich zu überlegen, was passieren würde, wenn ums eigene
Haus zehn Zentimeter Wasser stünden. Wäre der Keller, die
Garage oder sogar das Erdgeschoss von einer Überschwemmung betroffen? Falls ja, auf welche Summe ließe sich der
materielle Schaden beziffern, den das eindringende Wasser
bewirkt? Investitionen in den technisch-konstruktiven Objektschutz, aber auch Änderungen im Verhalten könnten diese Schäden oftmals verhindern, zumindest eindämmen, so
die Ingenieure weiter.
Die Kommunen könnten nicht für einen lückenlosen Überschwemmungsschutz sorgen. Aufgabe der Kommunen sei
es jedoch, die Betroffenen aufzuklären und zu beraten. Stöhr
stellt daher auch fest: „Wir leiden unter einer verzerrten Risikowahrnehmung. Wir kennen das Schreckensereignis, bereiten uns aber nicht darauf vor, dass es tatsächlich eintreten
könnte.“ Informationen, die die Problematik lediglich pauschal behandelten, hätten wenig Nutzen. Sie müssten stattdessen individuell auf die Anliegen der lokalen Verhältnisse
ausgerichtet sein. Es gelte, anschauliche Darstellungen zu
erarbeiten und durch Informationsveranstaltungen, persönliche Beratungen oder Ausstellungen zum Thema das Bewusstsein von persönlicher Betroffenheit zu schaffen. Aber
auch Infobriefe, Broschüren, das Internet, soziale Netzwerke,
Lehrpfade, Spiele, Filme oder Überflutungsmarken an Hauswänden oder Mauern seien hilfreich. „Es geht darum, dem
Bürger die Gefahr plakativ näherzubringen, niedrigschwellig
und verständlich“, so Stöhr weiter. Nur ein informierter Bürger könne im Ereignisfall planvoll handeln. Bürger müssten
erkennen, dass dem öffentlichen Handeln Grenzen gesetzt
sind.
Weitere Informationen unter:
www.starkregengefahr.de und www.hochwasser-pass.de.
BDEW zur Trinkwasserpreis-Statistik des Statistischen Bundesamtes:
Trinkwasser ist preiswertes Lebensmittel
Bezug von einem Liter Trinkwasser kostet 0,17 Cent / Strukturunterschiede bedingen unterschiedliche Kosten und Preise in
Deutschland
Das Statistische Bundesamt hat heute die neue Entgeltstatistik „Trinkwasser“ veröffentlicht. Demnach sind die Trinkwasserpreise und -gebühren in Deutschland im vergangenen Jahr
nur sehr moderat gestiegen. Kosteten nach Angaben des
Statistischen Bundesamtes 1000 Liter Trinkwasser Anfang
des Jahres 2012 durchschnittlich rund 1,67 Euro, waren es zu
Beginn des Jahres 2013 rund 1,69 Euro (2011: 1,66 Euro). Die
Grundgebühr stieg im gleichen Zeitraum von durchschnittlich 68,84 Euro auf 70,98 Euro (2011: 67,33 Euro). Damit wird
die sehr moderate Preis-Entwicklung der vergangenen Jahre
fortgeschrieben. Umgerechnet kostet der Bezug eines Liters
qualitativ hochwertigen Trinkwassers damit durchschnittlich
knapp 0,17 Cent.
„Die trotz erheblicher Investitionen in Anlagen und Netze moderate Preisentwicklung der vergangenen Jahre ist auch auf
die Umsetzung von Effizienzpotenzialen in der Anlagen- und
Prozessoptimierung zurückzuführen. Neben Instrumenten
wie Qualitäts- und Umweltmanagementsystemen sowie
dem Investitionscontrolling leisten dabei auch die freiwilligen
Benchmarking-Projekte der Wasserwirtschaft einen wichtigen
Beitrag“, sagte Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer
Wasser/Abwasser heute in Berlin. Das Statistische Bundesamt selbst weist darauf hin, dass unterschiedlich hohe Wasserpreise in Deutschland ihre Ursache in unterschiedlichen
topografischen und geologischen Gegebenheiten, Unterschieden in der jeweiligen Siedlungsstruktur oder auch unterschiedlich hohen Netzinvestitionen haben. „Es geht um
eine Vielzahl höchst unterschiedlicher Bedingungen bei der
Wassergewinnung, der Wasseraufbereitung und der Verteilung an die Kunden über ihre Leitungsnetze. Hinzu kommen
unterschiedliche regionale Umweltauflagen, die die Versorger
erfüllen. Folge dieser sehr verschiedenen Strukturen vor Ort
sind unterschiedliche Kosten, die wiederum zu deutlichen
und gerechtfertigten Preisunterschieden führen können“, so
Weyand. Die Kunden in Deutschland schätzen die Leistungen der Wasserversorger – sowohl mit Blick auf die hohe
Trinkwasser-Qualität als auch mit Blick auf die Preise: Laut
BDEW-Kundenbarometer 2013, mit dem der Branchenverband die Meinung der Bundesbürger zur Wasserwirtschaft
erhebt, bewerten rund 80 Prozent der Befragten den Preis für
Trinkwasser als angemessen bis sehr gut.
Weitere Informationen unter: www.bdew.de.
Berliner Trinkwasser 15 Prozent preiswerter
Gutschriften für 2012 und 2013 sind endgültig
Das Berliner Trinkwasser wird günstiger. In seiner ersten Sitzung nach dem vollständigen Rückkauf der Berliner Wasserbetriebe durch das Land hat der Aufsichtsrat unter Vorsitz von
Finanzsenator Dr. Ulrich Nußbaum heute die Preissenkung um
15 Prozent für die Jahre 2014 und 2015 beschlossen. Damit
kostet seit dem 1. Januar 2014 ein Kubikmeter Trinkwasser
1,813 € statt 2,169 €. Die Grundpreise bleiben gleich.
Stadtwerke nehmen Arbeit auf:
Regionaler Ökostrom und Dienstleistungen im Fokus
Des Weiteren bleiben die Gutschriften für die Jahre 2012 und
2013 endgültig. Die Berliner Wasserkunden erhalten für die
Zudem hat der Aufsichtsrat die Gründung der Berliner Stadtwerke GmbH beschlossen. Damit setzen die Berliner Wasser-
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vergangenen beiden Jahre jeweils durchschnittlich 13,50 €
rückvergütet. Mit der Preissenkung und der Erstattung für
2013 fällt die Jahresrechnung 2014 – bei gleicher Wassermenge – für die Berliner also in mehrfacher Hinsicht geringer aus.
Kommunalwirtschaft 03/2014
betriebe den Willen des Abgeordnetenhauses um, das am 24.
Oktober 2013 den Aufbau eines Stadtwerks unter dem Dach
der Wasserbetriebe beschlossen hatte. Die Berliner Stadtwerke werden sich auf Energiedienstleistungen für Unternehmen sowie Investitionen in Ökostrom vor allem aus der Region konzentrieren. Als erster Schritt soll dafür die Errichtung
von Windrädern auf den Rieselfeldern der Berliner Stadtgüter
geprüft werden. Aufsichtsratsvorsitzender Nußbaum: Wichtige Beschlüsse für Berlin und die Berliner. „Wir haben heu-
te mit der Festschreibung der 15-prozentigen Senkung des
Trinkwasserpreises und der Gründung des Stadtwerks zwei
wichtige Beschlüsse für das Land und die Berlinerinnen und
Berliner getroffen“, erklärt Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Ulrich Nußbaum. „Die Berliner Wasserbetriebe werden nach der
Rekommunalisierung noch stärker als bisher eine verantwortliche Rolle für Berlin übernehmen.“
Weitere Informationen unter: www.bwb.de.
Güteschutz Kanal: Wer bezahlt, bestellt!
„Ob überhaupt ein Zertifikat gefordert wird und wenn ja, welches Zertifikat, entscheidet allein der Auftraggeber“*
Das übergeordnete Ziel einer Gütesicherung ist die mangelfreie Leistung. Öffentliche und private Auftraggeber suchen
deshalb geeignete Unternehmen. Besonders solche, die
eine systematische Gütesicherung mit strukturierter Eigenüberwachung durchführen. Auftraggeber vergewissern sich,
dass Bieter in fachtechnischer Hinsicht geeignet sind, den
konkreten Auftrag auszuführen. Eine Unterstützung bei dieser
Aufgabe sind Systeme zur Bewertung von Fachkunde, fachtechnischer Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Bieter. Die vorwettbewerbliche Ausstellung von Nachweisen zur
technischen Leistungsfähigkeit erleichtert dem Auftraggeber
so die Prüfung, ob ein Bieter zur Ausführung einer konkreten
Maßnahme in Frage kommt.
Grundlage sind u.a.: „Die Prüfung der Eignung [...] obliegt [...]
dem Auftraggeber. Er allein hat darüber zu befinden, ob er
einem Bieter eine fachgerechte und reibungslose Vertragserfüllung zutraut.“ (OLG Koblenz, Beschluss vom 15.10.2009,
1 Verg 9/09). „Auftraggeber können Präqualifikationssysteme
einrichten oder zulassen, mit denen die Eignung von Unternehmen nachgewiesen werden kann.“ (Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen, GWB §97 (4a)).
Geeignete Systeme vorhanden
Öffentliche Auftraggeber und Auftragnehmer haben mit der
Gütesicherung Kanalbau gemeinsam differenzierte Anforderungen an die Qualifikation ausführender Unternehmen formuliert. Diese Anforderungen haben Auftraggeber zur Grundlage ihrer Eignungsprüfung gemacht. Auftraggeber legen bei
der Prüfung, ob Unternehmen diese Anforderungen erfüllen,
besonderen Wert auf Neutralität. Daher sind sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer in der Gütegemeinschaft Kanalbau vertreten. Es besteht damit ein grundlegender struktureller Unterschied zwischen der Gütesicherung RAL-GZ 961
und anderen Zertifizierungen, die ausschließlich von Seiten
der Unternehmen getragen sind.
Auftraggeber entscheidet
Beim Thema „Prüfung der Bietereignung im Rahmen der öffentlichen Auftragsvergabe“ gilt grundsätzlich, dass gleichwertige Nachweise vom Auftraggeber anerkannt werden.
Was in diesem Zusammenhang jedoch als gleichwertig anzusehen ist, kann der Auftraggeber bezogen auf den konkreten
Einzelfall bewerten und entscheiden. Er trägt die Verantwortung für die Prüfung der Bietereignung und damit für die
Beauftragung eines qualifizierten Unternehmens. Bei dieser
Prüfung kann er sich auf die Zuarbeit von Dienstleistern stützen, wie zum Beispiel die der Gütegemeinschaft Kanalbau
oder anderer Prüforganisationen. Der Auftraggeber kann um-
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gekehrt jedoch nicht gezwungen sein, Prüfergebnisse Dritter
ohne inhaltliche Prüfung zu übernehmen. Zumal dann, wenn
er aus eigener Erfahrung abweichende Einschätzungen bzgl.
der Qualifikation eines Unternehmens hat. Damit stehen
unterschiedliche Prüforganisationen in einem Wettbewerb
bezogen auf die Verlässlichkeit ihrer eigenen Leistung bzw.
bezogen auf die Aussagekraft des von ihnen ausgestellten
Nachweises.
In jüngster Vergangenheit gab es Versuche von Prüforganisationen, die Anerkennung des eigenen Systems bzw. der
eigenen Prüfergebnisse durch Auftraggeber zu erzwingen.
Diese Versuche sind gescheitert, sowohl im Geltungsbereich
der Sektorenrichtlinie 2004/17/EG als auch im Anwendungsbereich der VOB, für welchen z.B. aktuell die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau
und Verkehr eine pointierte Klarstellung* formuliert hat.
Dies bedeutet, dass ein Auftraggeber Beurkundungen von
Zertifizierern nicht gegen besseres Wissen bzw. gegen eigene Erkenntnisse und Erfahrungen anerkennen muss. Es bleibt
dabei: der jeweilige Auftraggeber selbst kann und muss bewerten, ob die vorgelegten Nachweise, die von ihm in der
Ausschreibung definierten Eignungsanforderungen gleichwertig belegen. Denn die Bewertung der Aussagekraft ausgestellter Nachweise im konkreten Einzelfall kann ausschließlich vom Auftraggeber selbst vorgenommen werden.
Höchste Ansprüche
Weiterhin ist es für Auftraggeber und Unternehmen wichtig,
dass Transparenz und – ganz wichtig – ein einheitliches Anforderungsniveau bestehen. Daher ist die zentrale Bewertung
der Prüfberichte durch genau ein Gremium maßgebend für
die Wirksamkeit der Gütesicherung. Der grundsätzlich und
zwangsläufig vorhandene Bewertungsspielraum soll durch
ein Fachgremium des Vertrauens in einheitlicher Weise konsequent ausgefüllt werden. Die Aufgabe der unabhängigen
Bewertung der Bietereignung – sozusagen als Dienstleister
des Auftraggebers – stellt allerhöchste Ansprüche an die Unparteilichkeit sowohl in Bezug auf wirtschaftliche Aspekte als
auch hinsichtlich der Interessensneutralität.
Hierauf haben Auftraggeber und Auftragnehmer das System
Gütesicherung Kanalbau einvernehmlich ausgerichtet. Firmen mit Gütezeichen Kanalbau melden alle Baustellen und
folglich können alle Maßnahmen unangekündigt besucht
werden, um Qualifikation, Technische Leistungsfähigkeit und
Zuverlässigkeit des Unternehmens kontinuierlich zu bewerten. Darüber hinaus hat der Auftraggeber innerhalb der RALGütesicherung die Möglichkeit, Baustellenprüfungen selbst
Kommunalwirtschaft 03/2014
zu veranlassen. Zudem beinhaltet die RAL-Gütesicherung
Kanalbau eine abgestuftes Ahndungssystem, dass bei festgestellten Mängeln in der Gütesicherung zur Anwendung
kommt. Hierbei werden vom Güteausschuss verschiedenste
Maßnahmen beschlossen, zum Beispiel zusätzliche Auflagen, Verwarnungen oder der befristete oder dauernde Zeichenentzug.
Gemeinsam beschlossen
Alle Prüfberichte werden dem Güteausschuss zur Bewertung
vorgelegt. Damit beurteilt ein ehrenamtlich tätiges und vom
Prüfergebnis unabhängiges Gremium mit direkter Vertretung
von Auftraggeber-Interessen bei Gütezeichenverleihung und
Beschluss von Ahndungsmaßnahmen. Hinzu kommt: Wichtige Entscheidungen, wie z.B. die Änderung der Güte- und
Prüfbestimmungen werden in der Mitgliederversammlung
der Gütegemeinschaft mit paritätischen Stimmen von Auftraggebern und Auftragnehmern beschlossen. Änderungen
durchlaufen das RAL-Revisionsverfahren mit Beteiligung der
einschlägigen Fach- und Verkehrskreise.
Die Aufgabe der Bewertung der Bietereignung erfordert vom
Auftraggeber Vertrauen in das von ihm zum Maßstab gemachte Referenzsystem. Auftraggeber wollen sicher sein,
dass ihre Interessen in der Prüforganisation vertreten sind.
Nicht zuletzt deshalb, weil sie auf die Aussagekraft des Qualifikationsnachweises und die Gütesicherung auf der Baustelle
vertrauen wollen, um einen fairen Wettbewerb zwischen qualifizierten Bietern zu ermöglichen.
Die RAL-Gütesicherung Kanalbau hat sich dieses Vertrauen
bei vielen Auftraggebern erworben infolge der hohen Spezialisierung und damit einhergehenden Fachkompetenz im
speziellen Bereich Kanalbau, der Neutralität der Organisation
sowie der Transparenz in Bezug auf Prüfabläufe, handelnde
Personen und Prüfungsergebnisse. Auftraggeber wissen,
Auftraggeber haben innerhalb der RAL-Gütesicherung die
Möglichkeit, Baustellenprüfungen zu veranlassen.
Foto: Güteschutz Kanalbau
dass ihre Interessen in der RAL-Gütesicherung gleichberechtigt vertreten sind und stützen sich seit mehr als 20 Jahren
auf dieses System.
Zusätzlich können Auftraggeber – wie die Gütezeicheninhaber selbst – innerhalb der RAL-Gütesicherung Kanalbau auf
ein umfangreiches Dienstleistungspaket rund um das Thema
Qualitätssicherung zurückgreifen. Hierzu gehören beispielsweise Fachveranstaltungen wie Erfahrungsaustausche und
Seminare sowie ein umfangreiches und kostenloses Programm von Informationsschriften. Alle Informationen hierzu
stehen auf der Homepage der Gütegemeinschaft zur Verfügung unter www.kanalbau.com.
Weitere Informationen unter: www.kanalbau.com.
Anmerkung:
*Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau
und Verkehr.
Wasser – worauf die Kommunen achten sollten
Die Novellierung der Trinkwasserverordnung hat die rechtsichere und kostensparende Trink- und Brauchwasseraufbereitung zum Thema gemacht. Sie hat aber auch dafür gesorgt,
dass die Kommunen in Deutschland sensibel mit dem Thema
umgehen.
Nachdem es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Legionellen-infektionen durch Kläranlagen gekommen ist, man
erinnere sich an Ulm im Jahr 2010 und Warstein im September 2013, wird deren Bekämpfung für die Kommunen immer
aktueller. Nach der Meinung von Fachleuten muss befürchtet
werden, dass bedingt durch den Klimawandel mit höheren
Sommertemperaturen und aufgrund weiterer Wassersparbemühungen von Industrie und Gewerbe die Abwassertemperaturen im Sommer auch in kommunalen Kläranlagen derart
ansteigen, dass vermehrt mit einem Legionellenwachstum in
den Belebtschlammbecken gerechnet werden muss.
Bisher sind nach vorliegenden Erkenntnissen vor allem nicht
regelmäßig gewartete aerosolerzeugende Wassersysteme,
wie Verdunstungskühlanlagen, Trinkwasserinstallationen sowie Schwimm- und Badebecken Quellen für Infektionen. Also
ist in erster Linie auf den Schutz des Wassers vor Verkeimung
zu achten: Legionellen und andere Mikroorganismen, die in
Rohrleitungen und Wasserbehältern einen so genannten Bio-
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film bilden, können beim Verbrauch des Wassers Krankheitserreger freisetzen. Daneben ist der Schutz vor Verkalkung der
Rohrsysteme wichtig, um kostenintensive Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten zu vermeiden. Und - der Energie- und
Kostenaufwand für die Warmwasseraufbereitung muss so
gering wie möglich gehalten werden.
Nun ist ein modernes Gerät auf dem Markt, das alle diese Bedürfnisse einer wirtschaftlichen und rechtssicheren Trink- und
Brauchwasseraufbereitung befriedigt. Der Calcit-Generator
der WiFiT-Wassertechnik vereint alle Vorteile in einer Apparatur. Die physikalische Wasserbehandlung durch den CalcitGenerator sorgt dafür, dass sich keine Kalksblagerungen in
den Rohrleitungssystemen mehr bilden können.
Damit wird der Bildung von Biofilm entgegen gewirkt. Gleichzeitig bekämpft die von Fachleuten empfohlene thermische
Dauerdesinfektion von etwa 60° C die Bildung von Legionellen und anderen Mikroorganismen, wie Pseudemonaden.
Durch Abrasion (also den Abschliff mittels Calcit-Kristallen
die das Gerät erzeugt) kann sich unter Einsatz des Calcit-Generators kein Kalk mehr im Rohrsystem ablagern. Rostwasser – meist in älteren Systemen – verschwindet durch eine
sich im Betrieb bildende Metall-Karbonat-Schutzschicht.
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Wasserenthärtern, die
Kommunalwirtschaft 03/2014
durch Ionenaustausch die für die menschliche Gesundheit
wichtigen Mineralien eliminieren, schützt der Calcit-Generator durch eine Härte-Stabilisierung dauerhaft vor Kalk, wobei
die für die menschliche Gesundheit wichtigen Mineralien und
Spurenelemente im Wasser verbleiben. Beachten sollten die
Verantwortlichen in den Kommunen, dass sich die Investition
in den Calcit-Generator innerhalb kurzer Zeit amortisiert.
Die laufende Reinigung und der Schutz des bestehenden
Trinkwasserrohrsystems ersparen kostenintensive Reparaturund Instandsetzungsarbeiten. Es entstehen keine Kosten,
weil auf chemische Desinfektionsmittel verzichtet werden
kann und dennoch ist eine zuverlässige und rechtssichere
Trink- und Brauchwasseraufbereitung garantiert. Zudem ist
der Calcit-Generator umweltfreundlich.
In Wassererhitzern und Boilern wird die Bildung isolierender
Kalkablagerungen verhindert und dadurch reduzieren sich die
Aufheiz – und Pumpenlaufzeiten. Diese Nachhaltigkeit senkt
den Energieaufwand. Um die Kapitalreserven der Kommunen
zu schonen und für Liquidität zu sorgen, ist der Calcit-Generator auch im Leasing erhältlich.
Weitere Informationen unter: www.calcit-generator.eu.
DeSiFloc – Deponiesickerwasser Flockung
Unser Verfahren zur effizienten Behandlung von Deponiesickerwasser
Die Situation
Deponiesickerwasser beinhaltet einen Cocktail unterschiedlichster Schadstoffe. Neben der Gruppe der biologisch abbaubaren Stickstoffe existiert eine hohe Anzahl von weiteren
organischen und anorganischen Schadstoffgruppen, die nur
zum Teil oder gar nicht biologisch abgebaut werden können.
Diese Stoffe müssen durch eine kostenintensive chemischphysikalische Behandlungsstufe aus dem Deponiesickerwasser entfernt werden.
Unsere Lösung
Das Konzept „DeSiFloc“ zur Deponiesickerwasserbehandlung beinhaltet ein neuartiges, patentiertes Verfahren, mit
dem eine Abtrennung von Schadstoffen, im Vergleich zu kon-
ventionellen Verfahren, sehr viel effizienter möglich ist. Das
Herzstück des neuartigen Verfahrens findet nach der biologischen Vorbehandlung seine Anwendung. Die biologisch
nicht abbaubaren bzw. nicht abgebauten Schadstoffe werden durch das Verfahren „FlocFormer“ gezielt ausgeflockt
und können aus dem Abwasserstrom herausgefiltert werden.
Die Betriebskosten des neuen Verfahrens sind sehr günstig.
Mit dem Einsatz des FlocFormer-Verfahrens kann die Verfahrensführung der Deponiesickerwasserbehandlung im Vergleich zur konventionellen Behandlung verfahrenstechnisch
und ökonomisch schlüssiger durchgeführt werden. Für das
Gesamtsystem liegt der Fokus hierbei darauf, alle Schadstoffe, bis auf die Stickstoffkomponenten, die weiterhin biologisch abgebaut werden sollen, kostengünstig durch das
FlocFormer Verfahren aus dem Abwasser zu entfernen. Hier
eine Kundenaussage.
Die messbaren Vorteile
– Die Investition beträgt nur ca.50%, im Vergleich zum
Dekantereinsatz.
– Der Energieverbrauch beträgt nur ca.12,5 % im Vergleich
zu einem Dekantereinsatz (ca. 20 kW zu ca. 2,5 kW).
– Die Standzeit des Aktivkohlefilters erhöht sich um den
Faktor 2,5 (weniger Personal, geringere Stillstandszeit).
– Der CSB-Eingangswert in den Aktivkohlefilter erfüllt fast
schon den Abgabegrenzwert.
– Der Aktivekohlefilter hat (fast) nur noch Polizeifunktion
(60% geringere Aktivkohlekosten).
– Die Lärmbelastung durch Maschinenlärm sinkt rapide ab
(durch Langsamläufer FlocFormer und Scheibeneindicker).
Mit dem neuen Verfahren wird jedem Schritt der Verfahrenskette „Deponiesickerwasserbehandlung“ eine bestimmte
Aufgabe zugeordnet. Da nun Spezialisten für die einzelnen
Verfahrenschritte eingesetzt werden, ist die Gesamtleistung
des Systems besser zu optimieren. Dadurch wird der Betrieb
der Anlage wirtschaftlicher. Zusätzlich kann die Anlage flexibler auf sich ändernde Rahmenbedingungen, wie variierende Schadstoffkonzentration oder Volumenströme, eingestellt werden. Gezielte Ausflockung der Schadstoffe aus dem
Cocktail ´Deponiesickerwasser´ ist mit DeSiFloc wesentlich
zielgerichteter und effizienter möglich als mit herkömmlichen
Methoden.
Vergleich FlocFormer-Verfahren mit konventionellem Verfahren: (Hinweis: COD = CSB)
vorher
nachher
Weitere Informationen unter:
www.aquen.de/deponiesickerwasser.html.
Alltech Dosieranlagen GmbH Pressemitteilung
Anlage zur Phosphorrückgewinnung aus Schweinegülle
für die GreenTec Awards 2014 nominiert
Die Alltech Dosieranlagen GmbH hat eine Anlage zur Rückgewinnung von Phosphor aus Schweinegülle auf Basis des
am Karlsruher Institut für Technologie entstandenen P-RoCVerfahrens (Phoshorous Recovery from waste and process
water by Crystallisation of Cacium Phosphate) entwickelt.
Alltech ist mit diesem Projekt für Europas größten Umweltund Wirtschaftspreis, die GreenTec Awards 2014 in der Kategorie Recycling & Ressourcen nominiert.
Phosphor – essentieller Nährstoff und endliche Ressource
Phosphor (P) ist eines der wichtigsten Nährstoffelemente des
Organismus. Es spielt sowohl als Energieträger als auch als
Bauelement der DNA zur Übermittlung genetischer Informationen eine Schlüsselrolle. Als essentieller Nährstoff ist Phosphor nicht substituierbar und wird somit bei Mangel zum
limitierenden Wachstumsfaktor für jeden Organismus. Angesichts der Schlüsselrolle von Phosphor und der Endlichkeit
der P-Ressourcen wird die Notwendigkeit der Rückgewinnung deutlich. Denn die geogenen Vorkommen von Phosphor
reichen nach Schätzungen noch ca. 70 Jahre.
Kristallisationsverfahren zur Nährstoffrückgewinnung
Phosphor wird in Westeuropa zu 80 % für die Herstellung von
Düngemitteln verwendet. Alltech entwickelte eine Demonstrationsanlage zur Aufbereitung von Schweinegülle zur Phosphorrückgewinnung und Schaffung eines Sekundärrohstoffes.
Gülle wird vor der Ausbringung i. d. R. vorbehandelt – zur Nut-
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zung von Energie vorzugsweise in Co-Fermentationsanlagen.
Nach der Fermentation entsteht ein Substrat, das landwirtschaftlich verwertet wird und den Nährstoffkreislauf schließen
soll. Die bemessenden Parameter für die landwirtschaftliche
Verwertung des Substrates sind Phosphor und Stickstoff. Diese limitieren die Ausbringmengen je Flächeneinheit, d. h. ein
hoher Phosphor-Gehalt im Substrat führt dazu, dass zusätzliche Flächen zur Substratausbringung angepachtet werden
müssen und weitere Mineraldüngergaben z. B. für Sonderkulturen erforderlich werden. Separiert man die Nährstoffe – v. a.
Stickstoff und Phosphor – vor oder parallel zum Fermentationsprozess aus der Gülle, so wird zum einen der Gärprozess
stabilisiert, was eine Erhöhung der Methanausbeute zur Folge
haben kann, und zum anderen die Nährstoffe in eine transportfähige und dosierbare Verwertungsform überführt. Damit
wird die regionale Absetzbarkeit des Substrates gewährleistet
und zusätzlich Düngemittel gewonnen. Die Nährstoffgewinnung erfolgt mit einem Kristallisationsverfahren, das recht einfach in den Güllestrom eingepasst werden kann.
Wichtige Bedeutung für den Umweltschutz
Der Phosphoreintrag in Gewässer aus diffusen Quellen beträgt nach Angaben der LAWA (2003) ca. 58 %. Davon kommen 46 % aus Erosion und Abschwemmung. Somit steht
die Überdüngung von landwirtschaftlichen Nutzflächen in
direktem Zusammenhang mit der Eutrophierung von Gewässern. Eine weitere Umweltbelastung durch Gülle stellen
Emissionen dar. Wird Schweinegülle ohne Vorbehandlung
auf landwirtschaftliche Flächen aufgebracht, so entsteht bei
Kommunalwirtschaft 03/2014
der Umsetzung zusammen mit den Bodenbakterien Lachgas,
was eine hohe Relevanz für die Erwärmung der Erde (Treibhauseffekt) und die Zerstörung der Ozonschicht hat. Eine umweltschonende Gülleausbringung (bedarfsgerechte, bodennahe Ausbringung) und Stallmistwirtschaft reduziert dieses
Problem nur zum Teil.
Demonstrationsanlage von Alltech geht an den Start
aus Schweinegülle war zum einen die Tatsache der NichtSubstituierbarkeit des Rohstoffes Phosphor und zum anderen die gleichzeitige Begrenztheit der Vorkommen. Gefördert
wurde die Entwicklung der Demonstrationsanlage durch die
Europäische Union und das Land Baden-Württemberg. Die
Demonstrationsanlage zur Phosphorrückgewinnung wird am
22. Januar am Standort der Landesanstalt für Schweinezucht
in Boxberg (Baden-Württemberg) in Betrieb genommen.
Ursprung für die Idee zu einer Rückgewinnung von Phosphor
Weitere Informationen unter: www.alltech-dosieranlagen.de.
Mit der automatischen Netzvereinfachung des Wasserverteilungsmodells
konnte die Stadt Toronto über eine Million Dollar sparen
Die Stadt erfüllt mit der Netzvereinfachung des Wasserverteilungsmodells die Modellanforderungen
zweier Abteilungen für erhebliche Kosteneinsparungen
Die Stadt Toronto betreibt und wartet ein umfangreiches
Wasserverteilungsnetzwerk mit über 3.500 Meilen Hauptleitungen, über 65.000 Ventilen, knapp 42.000 Hydranten und
450.000 Anschlüssen; außerdem ist das Wassernetzwerk
in manchen Bereichen über 150 Jahre alt. Das kanadische
Klima begünstigt Rohrbrüche und mögliche Dienstunterbrechungen. Aus diesen Gründen sind Daten über die Wasserinfrastruktur entscheidend für Betrieb und Wartung eines Systems dieser Größe, Komplexität und diesen Alters.
Die Arbeitsgruppe für Erfassung und Kartographie der
technischen Dienste der Stadt Toronto betreibt einen Baubestandsplan, der das tatsächliche Netzwerk mit 307.956
Rohren/Segmenten abbildet. Die Systemarchitektur umfasst
MicroStation, GeoGraphics, Bentley Water und Oracle. Das
Bentley Water-Datenmodell wurde erweitert und enthält nun
Attribute von Einrichtungen, mit denen Datenbank und Arbeitsverwaltungssystem der Stadt befüllt werden können.
Projekt
Die Bestandsverwaltungsgruppe der Stadt ist einer der
Hauptnutzer der Daten, da diese das Wassernetzwerk modellieren und den Haupt-Arbeitsplan verwalten müssen. Die
zur Erhaltung der Detailstufe (Level of Detail LoD) des physikalischen Wassernetzwerks erforderliche steigende Anzahl
Projektübersicht
Projekt:
Toronto Water Integrated Network
Skeletonization (TWINS)
Kunde: Stadt Toronto
BE Awards-Kategorie: Öffentliche Bauarbeiten
Projektziele:
Erstellung eines vereinfachten
Zwillingsnetzwerks für die
Bestandsverwaltungsgruppe
Kurze Fakten:
– Vereinfachung bedeutet in diesem Fall die Reduktion
eines Netzwerkmodells zur Maximierung von Effizienz, Geschwindigkeit und Überschaubarkeit des
Wasserverteilungsmodells.
– Die Bestandsverwaltungsgruppe der Stadt hatte
Schwierigkeiten mit der steigenden Komplexität des
Modells.
– Das Skelebrator-Modul von Haestad Methods WaterGEMS von Bentley lieferte die Technologie zur
Automatisierung des Vereinfachungsprozesses, ohne
dabei die hydraulische Genauigkeit des Modells und
die Netzwerkstruktur zu verlieren.
Verwendete Lösungen von Bentley:
– MicroStation
– MicroStation GeoGraphics
– Bentley Water
– WaterGEMS
grafischer Elemente und entsprechender Datenbankeinträge
stellt jedoch ein Risiko für die Anstrengungen der Bestandsverwaltungsgruppe dar. Es gab Bedenken, dass eine Erhöhung der LoD die Komplexität der Arbeit steigern würde,
ohne zusätzlichen Wert im Bereich Modellierung zu bringen.
Der Standard für das Wassernetzwerk wurde in der Stadtverwaltung ausführlich debattiert. Glücklicherweise fiel die
Anforderung zur Senkung dieses Risikos mit dem Aufkauf
von Haestad Methods durch Bentley und der Möglichkeit der
Stadt zur Nutzung von WaterGEMS zusammen.
Die Netzvereinfachung besteht darin, dass im Modell für die
Wasserverteilung nur diejenigen Komponenten des hydraulischen Netzwerks integriert werden, die eine entscheidende
Auswirkung auf das Systemverhalten haben. Haestad Methods WaterGEMS von Bentley ermöglicht die automatische
Netzvereinfachung des physikalischen Wassernetzwerks zur
Erstellung eines für verschiedene Geschäftsanforderungen
angemessenen Zwillingsnetzwerks. In finanzieller Hinsicht
wurden die Einsparungen durch die Implementierung eines
vereinfachten Zwillingsnetzwerks für die gesamte Stadt
(LoD-Umwandlung des physikalischen Wassernetzwerks) auf
600.000 kanadische Dollar geschätzt, mit weiteren zukünftigen Einsparungen im Wartungsbereich in Höhe von 500.000
kanadischen Dollar im Verlauf der kommenden zehn Jahre.
Das Skelebrator-Modul des neu erworbenen WaterGEMS bietet die einzigartige Möglichkeit, ein vereinfachtes Zwillingsnetzwerk für die Bestandsverwaltungsgruppe bereitzustellen
und entsprechende Risiken für Modellierungsaktivitäten auszuschließen. Die Stadt Toronto konnte das Skelebrator-Modul als Bentley SELECT-Kunde zu einem äußerst günstigen
Preis erwerben, der in keinem Verhältnis zu den geschätzten Kosten für Erstellung und Wartung eines vereinfachten
Netzwerks über die nächsten zehn Jahre steht. “Durch die
automatische Vereinfachung unseres komplexen Wassernetzwerks von einer sehr hohen auf eine etwas einfachere
Detailstufe konnten wir mithilfe von WaterGEMS die Anforderungen zweier Nutzergruppen vereinen und dabei über eine
Million (kanadische) Dollar einsparen”, so Bob Gaspirc, Leiter
der Kartographierungsabteilung, Stadt Toronto.
Das physikalische Netzwerk enthält 307.956 Rohre, das
Zwillingsnetzwerk dagegen nur 76.989 Rohre und somit ein
Viertel der Komplexität. Die nicht modellierten Teile des physikalischen Wassernetzwerks werden nicht ignoriert. Stattdessen werden die Auswirkungen dieser Komponenten auf
das System in denjenigen Teilen des physikalischen Wassernetzwerks berücksichtigt, die im Zwillingsnetzwerk enthalten
sind.
Mithilfe der Bentley-Technologie wurden nicht nur zwei verschiedene Nutzergruppen vereint, sondern auch zwei verschiedene Datenmodelle und zwei verschiedene Geschäftsbereiche. Der Prozess ist automatisiert, wiederholbar und
nachhaltig.
Die Lösung ist skalierbar und flexibel und ermöglicht die Vereinfachung zusätzlicher Benutzer mit unterschiedlichen Anforderungen und entsprechender LoD.
Die Erstellung des Zwillings-Wassernetzwerks der Stadt begann mit dem Aufkauf von WaterGEMS. Das Projekt begann
im Dezember 2004. Die Erstellung der Umwandlungsregeln
dauerte etwa fünf Arbeitstage, und die Testumwandlung wurde im Januar 2005 bestätigt. Das bestehende Netzwerk wurde kurz darauf abgeschlossen, gleichzeitig mit dem Start der
Haupt-Arbeitsplanung.
Ohne die Erstellung dieses Zwillings hätte die Gefahr bestanden, dass die Arbeit von Bestandsverwaltung und Kapitalplanung durch die steigende LoD des physikalischen Wassernetzes deutlich erschwert würde.
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Kommunalwirtschaft 03/2014
Schritt für Schritt zur optimalen Kläranlage
Von Norbert Barlmeyer – Bielefeld
Für jede Kläranlage gibt es zwei gravierende Kostenblöcke: die Abwasserabgabe und die Energiekosten für die
Erzeugung der Prozeßluft für die Belebungsbecken. Beide Kostenblöcke
konnte die Kläranlage Kaiserslautern
in drei Schritten entscheidend senken.
Der grundlegende Umbau der Belebungsbecken 2008 für 1,3 Millionen
hatte sich bereits nach nur drei Jahren
über die reduzierte Abwasserabgabe
amortisiert. Dann führte der Austausch
von zwei alten Turboverdichtern gegen
zwei neue Aerzener Drehkolbenverdichter der Baureihe Delta Hybrid zu
einer zusätzlichen Energie-Einsparung
von ca. 13 % bei der ProzessluftErzeugung und seitdem zu einer monatlichen Reduzierung des EnergieBedarfs von insgesamt ca. 250.000
auf nur noch 140.000 kWh. Und aktuell
wird in einem Feldversuch geprüft, ob
der Austausch weiterer alter Turboverdichter – diesmal jedoch gegen
luftgelagerte Turbogebläse der neuen
Aerzener Baureihe ´AT-Turbo Generation 5´ – die Energieeffizienz der Prozeßluft-Erzeugung noch weiter verbessern
kann. Erste Erkenntnisse lassen eine
weitere jährliche Energie-Einsparung
von ca. 60.000 Euro und jährlich ca.
15.000 Euro weniger Wartungskosten
erwarten.
In der Kläranlage Kaiserslautern (Ausbaugröße für 210.000 EW, Abwasser-Aufkommen ca. 60.000 m³/Tag)
durchfloß das Abwasser die drei rechteckigen Kaskadenbecken (Gesamtvolumen 22.500 m³) bis 2008 mit vorgeschaltete Denitrifikation. Die Belüftung
erfolgte über feinblasige Membranbelüftungsteller, 42 Rührwerke übernahmen zusätzlich die Umwälzung des
Abwassers, und sechs Turboverdichter erzeugten in zwei Gruppen die Prozeßluft:
– 3 Turboverdichter für Becken 1
und 2 (Einblastiefe 4 m)
Höchstdruck 0,4 bis 0,45 bar,
Liefermenge max. je 10.000 Nm³/h,
– 3 Turboverdichter für Becken 3
(Einblastiefe 6 m)
Höchstdruck 0,6 bar, Liefermenge
max. je 5.000 Nm³/h.
Die Turboverdichter, davon jeweils
eine Redundanz-Anlage, wurden im
Rahmen der Kläranlagenbemessung
bei der Installation der dritten Reinigungsstufe, im Jahre 1996 ermittelt.
Sie arbeiteten mit einer Konstantdruck-Regelung und beanspruchten
bereits ca. 45 % des gesamten Ener-
Kommunalwirtschaft 03/2014
giebedarfs der Kläranlage. Meßsonden
im Becken stellten die optimale Luftversorgung sicher, Druck und Menge
wurden durch Regelungsorgane in
den Verdichtern geregelt. Die Verteilung zu den Becken erfolgte über Irisblenden im Rohrleitungssystem. Die
eingesetzten Turbos der klassischen
Bauform mit Gleit- oder Wälzlagerung
entsprechen schon lange nicht mehr
dem aktuellen Stand der Technik. Sie
arbeiten mit vorgeschaltetem Getriebe
und Drehstrom-Asynchronmotor mit
fester Drehzahl. Die Anlagen bauen
sehr groß und verursachen einen hohen Wartungsaufwand.
Schritt 1: Umbau der Belebungsbecken
In den drei Belebungsbecken wurde
2008 mit einem Kostenaufwand von
1,3 Millionen Euro ein komplett neues
Verfahrens- und Belüftungskonzept
realisiert. Seitdem durchfließt das Abwasser die Becken nach dem Prinzip
der Pfropfenströmung. Außerdem
wurden die Membranbelüftungsteller
durch feinblasig arbeitende Membranplatten-Belüfter der Fa. Messner Umwelttechnik ersetzt. Diese Maßnahmen
verbesserten den Wert für den Parameter NGes des in die benachbarte
Lauter eingeleiteten gereinigten Abwassers von 13,0 auf 10,4 mg/l. Alleine durch eine deutliche Senkung der
Energiekosten hätte sich die Gesamtinvestition von 1,3 Millionen Euro bereits nach nur vier Jahren amortisiert.
Zusätzlich reduzierte sich die Höhe
der Abwasserabgabe dauerhaft, und
darüber hinaus konnte die Maßnahme
gegen die Abwasserabgabe verrechnet werden.
Nach dem Beckenumbau wird die
Prozeßluft nicht mehr mit konstantem
Druck, sondern bedarfsabhängig belastungs- oder zeitabhängig eingetragen. Die Belüftung wird jetzt über eine
Gleitdruckregelung und eine abgestimmte Steuerungstechnik gefahren.
Durch diese Maßnahmen sank der
Energiebedarf für die Prozeßluft-Erzeugung bereits um ca. 40 %, durch
den zusätzlichen Verzicht auf die nicht
mehr benötigten 42 Rührwerke sogar
auf ca. 58 %. Als Folge waren die vorhandenen Turboverdichter speziell am
unteren Leistungslimit jetzt deutlich
zu groß ausgelegt, so daß wertvolle
elektrische Energie verschenkt wurde.
Deshalb wurden zunächst neue Bedarfsmengen ermittelt und zusätzliche
89
Blick auf die drei Belebungsbecken
praktische Versuche gefahren. Es wurde sogar der Rückbau der Turboverdichter zu kleineren Leistungen erwogen.
Schließlich wollte man zwei Turbokompressoren durch kleinere Drehkolbengebläse ersetzen, die kombiniert arbeiten
sollten.
Schritt 2: Zwei neue Aerzener Drehkolbenverdichter
„Nach Gesprächen mit mehreren Anbietern tauschten wir im
Frühjahr 2010 zwei alte Turbokompressoren jedoch nicht gegen herkömmliche Drehkolbengebläse, sondern gegen zwei
Aerzener Drehkolbenverdichter der damals neuen Baureihe
Delta Hybrid aus, weil sie uns durch ihre technischen Daten,
ihren niedrigeren Energiebedarf und durch sehr positive Referenzen überzeugten. Aerzener Anlagen waren uns allerdings
auch schon bestens bekannt, weil sie schon in mehreren
Kläranlagen arbeiteten, die über eine Tochtergesellschaft betriebenen werden“, erklärt Betriebsleiter Joachim Steidel. Die
ölfrei verdichtenden Delta Hybrid-Aggregate vereinigen die
Vorteile von Drehkolbengebläsen und Schraubenverdichtern
in idealer Weise. Dabei tendieren die Maschinen für niedrigere
Drücke mit einem innovativen verwundenen Kolbenprofil eher
zu einem Gebläse, für höhere Drücke mit einem speziellen
3+4-Schraubenprofil eher zu einem Verdichter. Sie überzeugen durch eine deutlich verbesserte Energie-Effizienz und
bieten Energie-Einsparungen bis 15 %, niedrige Wartungsund Servicekosten, hohe Zuverlässigkeit und eine robuste
Lagerkonstruktion (Lebensdauer 60.000 Bh). Im Oktober
2010 wurden dann folgende Aggregate installiert:
– für Becken 1 und 2 (Druckbereich 0,4 bis 0,45 bar)
1 Delta Hybrid-Aggregat D75L
(Maximalleistung 4.100 Nm³/h),
– für Becken 3 (Druckbereich 0,6 bar)
1 Delta Hybrid-Aggregat Typ D62S
(Maximalleistung 3.001 Nm³/h).
Beide Aggregate deckten in den zugeordneten Becken den
Grund- und Schwachlastbereich ab, bei größerem Bedarf
startete der vorhandene Turboverdichter. Durch diesen Austausch von zwei fünfzehn Jahre alten Turboverdichtern gegen
zwei Aerzener Drehkolbenverdichter Delta Hybrid reduzierte
sich der Energie-Aufwand für die Erzeugung der Belebungsluft sofort um 13 % pro Jahr.
Schritt 3: Neues Aerzener Turbogebläse
„AT-Turbo Generation 5“
Eine intensive Untersuchung der Bedarfsmengen-Häufigkeiten in den Becken 1 und 2 zeigte, dass der Austausch
der hier eingesetzten großen Turboverdichter (Liefermenge
90
10.000 Nm³/h) gegen eine bedarfsgerechte Anlage zu weiteren Energie-Einsparungen führen wird. Deshalb entschied
man sich Ende 2012 zu einem Feldversuch, für den die Aerzener Maschinenfabrik ein Turbogebläse der neuen Baureihe ´AT-Turbo Generation 5´ zur Verfügung stellte. Diese neue
Baureihe war erstmalig auf der IFAT 2012 vorgestellt worden.
Diese Anlage (Liefermenge 6.000 Nm³/h) hat den häufigsten
Betriebsbereich zwischen 5.000 und 6.000 Nm³/h alleine abgedeckt. Im Schwachlastbereich unter 4.100 Nm³/h wurde
der bereits 2010 installierte Aerzener Drehkolbenverdichter
der Baureihe Delta Hybrid genutzt. Bei einem Bedarf über
6.000 Nm³/h arbeiteten beide Anlagen im Verbund. Dieser
Feldversuch soll vor allem folgende Frage beantworten:
– Kann ein Aerzener ´AT-Turbo Generation 5´ in Kombination
mit einem Aerzener Drehkolbenverdichter der Baureihe
Delta Hybrid die Energieeffizienz der Prozeßluft-Erzeugung
der Kläranlage weiter verbessern?
Die Aerzener Maschinenfabrik hat die Technologie der luftgelagerten, drehzahlgeregelten Turbogebläse zu einem neuen Aggregatekonzept, der „Generation 5“, weiterentwickelt.
Dabei standen als bewährte „Vor-Produkte“ die Drehkolbengebläse Delta Blower und die Drehkolbenverdichter Delta
Hybrid mit ihren modularen Baukastensystemen und den
vielfältigen Kundenvorteilen Pate. Die neuen Turbogebläse
AT-Turbo Generation 5 stehen für folgende Leistungsbereiche
zur Verfügung:
– Volumenströme: 17 – 220 m³/min (1.000 – 13.200 m³/h)
– Druckbereich: 400 – 1000 mbar, höhere Drücke auf Anfrage
Blick auf die Verdichter-Station mit Aerzener Feldtest-Turboverdichter, einem alten Turboverdichter, zwei Aerzener Drehkolbenverdichter Delta HYBRID und zwei weiteren alten Turboverdichtern (von vorne nach hinten)
Die neuen AT-Turbogebläse „Generation 5“ zeichnen sich
durch eine weitere Verbesserung der Energieeffizienz, durch
niedrige Wartungs- und Servicekosten, hohe Zuverlässigkeit
und dank der absolut ölfreien, berührungs- und vibrationsfreien Luftspaltlagerung auch durch Langlebigkeit aus. Sie
arbeiten sehr leise, können durch Side-by-Side-Aufstellung
platzsparend installiert werden und sind durch ihre integrierte
Touch-Screen-Steuerung sehr bedienerfreundlich. Bei diesen
Anlagen kann die warme Abluft erstmalig über einen besonderen Flansch abgeleitet werden. Das bedeutet für den Betreiber: kühle Betriebsräume, keine unnötige Erwärmung der
Belebungsbecken und bei Bedarf kostenlose Abwärme.
Idealer Prozeßluft-Erzeuger für Verbund-Systeme
Mit den neuen Turbogebläsen der Baureihe ´AT-Turbo Generation 5´ hat die Aerzener Maschinenfabrik die Erzeugung von
Kommunalwirtschaft 03/2014
Prozeßluft für biologisch arbeitende Kläranlagen mit höchstmöglicher Energie-Effizienz und Versorgungssicherheit realisiert. In der Regel läßt sich der Prozeßluft-Bedarf einer
Kläranlage nur im Verbund von verschiedenen Maschinentypen mit unterschiedlichen Leistungen realisieren, die sich
durch ihre konstruktiven Eigenarten und Leistungsbereiche
als ideale Grund- und Spitzenlast-Anlagen definieren lassen.
Dann können die physikalischen Vorteile einer Strömungsmaschine (hohe Energieeffizienz im Auslegungspunkt) mit den
Vorteilen von Drehkolbenmaschinen (hohe Regelbarkeit und
guter Wirkungsgrad auch im Teillastbetrieb) ideal vereinigt
werden. Hier erweisen sich die Anlagen der neuen regelbaren
Baureihe AT-Turbogebläse Generation 5 als ideale GrundlastErzeuger. Als optimale Erzeuger von Spitzen- und Schwachlast-Bedarf liefert Aerzen die regelbaren Drehkolbengebläse
der Baureihe Delta Blower und die regelbaren Drehkolbenverdichter der Baureihe Delta Hybrid.
Zusätzliche jährliche Energie-Einsparungen
von ca. 60.000 Euro
„Fest steht, dass die Energie-Effizienz der Prozeßluft-Erzeugung weiter optimiert wird“, erklärte Abwassermeister
Thorsten Jung im Januar 2014 und verwies auf die bisher
schon vorhandenen Daten des Feldversuchs und auf Berechnungen auf der Basis der Daten der aktuell für die Becken 1
und 2 eingesetzten Aerzener Anlagen-Kombination. Die zwei
seit 2010 vorhandenen Aerzener Drehkolbenverdichter Delta Hybrid, die sich nach Auskunft von Joachim Steidel und
Thorsten Jung bisher hervorragend bewährt haben, werden
für alle drei Becken als gemeinsam arbeitende RedundanzAnlagen vorgehalten. Eine Delta Hybrid-Anlage soll aber
auch zusätzlich in den Becken 1 und 2 zur Abdeckung von
Schwachlast-Bedarf eingesetzt werden. Nach den bisherigen
Erkenntnissen kann das angedachte Konzept mit drei neuen
Turbogebläsen und den zwei seit 2010 vorhandenen Delta
Hybrid-Drehkolbenverdichtern die Energie-Bilanz der Prozeßluft-Erzeugung durch jährliche Energie-Einsparungen von
ca. 60.000 Euro noch einmal entscheidend verbessern. Zusätzlich werden sich die Wartungskosten durch den Betrieb
ausschließlich neuer Anlagen um ca. 15.000 Euro reduzieren.
Deshalb erwarten die Betreiber hier eine Amortisationszeit
von höchstens fünf Jahren.
Aerzener Feldtest-Turboverdichter
Inzwischen interessieren sich bereits weitere Klärwerksbetreiber für das in Kaiserslautern realisierte neue Konzept
und die damit gemachten positiven Erfahrungen. Als erfolgreicher Dienstleister bietet die Wasser-Versorgung-Energie
GmbH (WVE GmbH) Kaiserslautern, ein Tochterunternehmen
der Stadt Kaiserslautern, aufbauend auf den eigenen Erfahrungen anderen Unternehmen tatkräftige Unterstützung in allen Fragen der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.
Die Leistungen der WVE beginnen bei der kompetenten Beratung über die optimale Prozeßluft-Erzeugung, den optimalen
Prozeßluft-Eintrag, bis hin zu KomplettLösungen, wie zum
Beispiel die Umrüstung von Belebungsanlagen auf Rohr-/
Pfropfenströmung. Auf Wunsch übernimmt WVE sogar als
Generalunternehmer den Umbau von Kläranlagen und garantiert für Energieeinsparung und Auslaufwerte. Basis dieser Erkenntnisse ist eine weitreichende Datenerfassung und
intensive Auswertung des IST-Zustandes zur Ermittlung des
für die jeweilige Anwendung optimalen Aggregats. Allgemein
hat der Kombinationsbetrieb, bestehend aus den Aerzener
Turbogebläsen und Drehkolbenverdichtern, deutlich bewiesen, daß die Vereinigung beider Maschinen-Technologien die
Energie-Effizienz der Prozeßluft-Erzeugung in einer Kläranlage deutlich verbessern kann.
Weitere Informationen unter: www.aerzener.de.
Eine neue Generation Spindelschieber
Von Joachim Reichert – Marktsegmentleiter Abwasser
bei der VAG-Armaturen GmbH
Bevölkerungswachstum, Urbanisation
und daraus resultierend der Schutz
unserer Umwelt erfordern anspruchsvolle Anlagen- und Prozesstechnik.
Damit steigen auch die Anforderungen der Planer und Betreiber von
Anlagen der Abwasserentsorgung an
die Funktionssicherheit und Zuverlässigkeit der eingesetzten Armaturen.
Zusätzlich orientieren sich Planer,
Anlagenbauer, wie auch die Betreiber
bei der Auswahl der Armaturen unter
wirtschaftlichen Gesichtspunkten verstärkt an universell einsetzbaren Fabrikaten mit Montagevorteilen und einem
hohen Maß an Betriebssicherheit. Es
Kommunalwirtschaft 03/2014
werden höchste Anforderungen an
Qualität und Bedienungsfreundlichkeit der Armaturen gestellt. Sämtliche Bauteile müssen den absolut
störungsfreien und vollautomatischen
Betrieb von Abwasseraufbereitungsanlagen ermöglichen. Armaturen von
VAG sind für einen störungsfreien
Betrieb konzipiert, bei bestimmungsgemäßer Anwendung auch über Jahrzehnte hinweg.
Definition Spindelschieber
Seit Abwässer kontrolliert abgeleitet
werden, kommen in den Abwasser-
91
bauwerken, Kanälen und Schächten diverse Absperrarmaturen zum Einsatz. Diese werden direkt an die Betonwände
der Bauwerke, in offene Kanäle oder Gerinne, sowie am Auslauf von Rohrleitungen und Kanälen montiert. Die Bauarten
unterscheiden sich dadurch wesentlich von den Armaturen,
welche in Rohrleitungen montiert werden. Gehäuselose Armaturen sind Konstruktionen ohne ein den Abschlusskörper
vollständig umschließendes Gehäuse. Der Abschlusskörper,
eine Platte oder Tafel, wird in der Regel über eine Gewindespindel in einem Rahmen auf und ab bewegt. Gemäß der
Grunddefinition von Armaturen bewegt sich der Abschlusskörper senkrecht zur Fließachse des Mediums, weshalb man
grundsätzlich von einem Schieber sprechen kann. Im Abwasserbereich werden diese Schieber dann auch als Spindelschieber bezeichnet.
– Bedarfsgerechte Herstellung passend zu den
Bauwerksöffnungen
Grundsätzlich erfüllen Armaturen aus Guss auch heute noch
diese Anforderungen, allerdings gibt es konstruktionsbedingte Nachteile:
– Hohes Gewicht erschwert Handling und Transport
– Spezielle Befestigungstechnik zum sauberen Anschluss an
Bauwerkswände erforderlich
– Unterschiedliche Medien/Abwässer erfordern spezielle
Werkstoffe ( z. B. Ni-Resist )
– Eingeschränkte Flexibilität bei der Herstellung bestimmter
Abmessungen
Hierbei ist eine sog. vierseitige – oder dreiseitige Abdichtung gegeben
Bild 3: Spindelschieber aus Gusseisen
Bild 1:
Bild 2:
Schieber 4-seitig dichtend Schütz 3-seitig dichtend
Bei Schiebern kann der anstehende Wasserdruck Werte über
dem Öffnungsquerschnitt der Armatur annehmen, während
bei Schützen der maximal mögliche Wasserdruck durch die
Höhe H des Abschlusskörpers begrenzt ist.
Einsatz gehäuseloser Armaturen
Gehäuselose Armaturen finden ihren Einsatz z. B. in Klärwerken, Regenrückhaltebecken sowie in Schachtbauwerken von
Entwässerungssystemen, ferner werden sie in Anlagen zum
Hochwasserschutz installiert und sind in industriellen Beckenanlagen zu finden.
Seit Anfang/ Mitte der 80er Jahre werden gehäuselose Armaturen hauptsächlich aus Edelstahl hergestellt. Die Schweißund Bearbeitungstechniken für diesen Werkstoff wurden
weiter entwickelt, die Vielfalt der Edelstähle für verschiedene
Anwendungsgebiete hat stetig zugenommen. Ebenso wurde
die Befestigung durch Klebeanker weiterentwickelt, was eine
einfachere Montage ermöglicht.
Die Vorteile gehäuseloser Armaturen aus Edelstahl sind unbestritten:
– Höchste Korrosionsbeständigkeit durch Verwendung
verschiedener Edelstähle
– Geringeres Gewicht ermöglicht einfacheres Handling
– Dichtungssysteme weichdichtend
– Höhere Flexibilität bei der Herstellung hinsichtlich
Abmessungen
– Wirtschaftlich günstiger (wirtschaftlicher) herzustellen
Das Haupteinsatzgebiet ist der Abwasserbereich, weshalb
diese Armaturen hinreichend robust und betriebssicher sein
müssen. Die Aufgaben sind in erster Linie das Absperren bestimmter Bereiche, ferner – etwa bei Abzugsbecken – die Niveauregulierung mit Hilfe sogenannter Absenkschieber oder
Schütze. Der Wasserspiegel wird reguliert, indem das Medium den auf eine definierte Höhe eingestellten Abschlusskörper überströmt. In Klärwerken werden hiermit beispielsweise
Flüssigkeiten verschiedener Dichte getrennt.
Geschichte und Entwicklung gehäuseloser Armaturen
Ursprünglich wurden gehäuselose Armaturen aus Gusswerkstoffen hergestellt, um folgende Anforderungen zu erfüllen:
– Robuste und „unverwüstliche“ Konstruktion für sicheren
Betrieb
– Korrosionssicherheit der mit Abwasser in Berührung
kommenden Bauteile
– Zuverlässige Abdichtung der Abwasserkanäle/-öffnungen
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Bild 4: Spindelschieber aus Edelstahl
Kommunalwirtschaft 03/2014
Für gehäuselose Armaturen gibt es bis heute in Deutschland
keine mit den Anforderungen für Rohrleitungsarmaturen vergleichbare Grundnorm. Die maßgebende Norm DIN 19569
erlaubt den Herstellern relativ freie Konstruktionen.
In Bezug auf die Dichtigkeit – eine wesentliche Produkteigenschaft von Armaturen – erscheinen die Vorgaben dieser Norm
geradezu anachronistisch.
Nennweitenabhängig erlaubt diese Norm im Vergleich zu
ausländischen Standards hier unverhältnismäßig hohe Leckagewerte:
Bild 5: Vergleich verschiedener Standardwerte
VAG setzt von Anfang an deutlich höhere eigene Standards
für die Dichtheit. Eines der Grundziele war, höchstens 5%
des zulässigen Normwertes für die eigenen Schieber zuzulassen, in diesem Fall 9 Liter/Stunde anstelle von 180 Liter/
Stunde für eine Armatur mit einer Dichtlinie von 1,0 m, was
einem quadratischen Schieber von 250 x 250 mm, also einer
eher kleinen Armatur entspricht.
Bild 6: VAG EROX®plus
Spindelschieber
des Armaturenrahmens
gibt die Strukturfestigkeit als Basis für
das Dichtsystem. Hier
gab das eigentlich alte
Konstruktionsprinzip des
Guss-Schiebers den
immer noch gültigen und
notwendigen Impuls,
einen soliden Grundrahmen zu konstruieren
–D
ie rückseitige Rahmendichtung gleicht
Wandunebenheiten aus,
der formstabile Rahmen
gibt dem Dichtsystem
die nötige Arbeitsbasis
zuverlässig. (lässt das
Dichtsystem zuverlässig
arbeiten)
–D
as patentierte Gleit-Keil-Dichtsystem wurde aus den
beiden derzeit vorherrschenden Dichtsystemen für Spindelschieber entwickelt. Die bewährte Gleitführung einer
Schieberplatte im Rahmen wurde mit der Anpress-Verstärkung von Keilpaaren in einer revolutionären Art und Weise
kombiniert. Hierbei ermöglichen „in Reihe“ geschaltete
Keilpaare auf Schieberplatte und Keil-Schlitten eine über
alle Nennweiten zweckmäßig zu wählende Anordnung von
Keilen zur Erhöhung der Dichtleistung in der Endlage.
Dieser eigene Anspruch wurde bis zur Forderung nach nahezu absoluter Dichtheit gesteigert. Ergebnis dieser Entwicklung ist der bekannte VAG EROX® Spindelschieber.
Dieser Spindelschieber erreicht seine Dichtleistung jedoch
nur unter folgenden Bedingungen:
– Nahezu ideale = top-ebene (absolut ebene)
Installationswand
– Gleichzeitig 100% korrekt durchgeführte Montage
Die Bedeutung dieser Anforderungen steigt drastisch bei
wachsender Nennweite der Armatur (> DN 1000).
Mit zunehmender Erfahrung im internationalen Anlagengeschäft begann VAG die Entwicklung einer neuen Schiebergeneration mit folgenden Entwicklungszielen:
– Eine Rahmenkonstruktion, die einen sicheren, stabilen
Anschluss an die Bauwerkswände ermöglicht
– Ein Dichtsystem, das eine zuverlässige Dichtleistung
garantiert
– Ein möglichst universell einsetzbares Design für
notwendige Form- und Funktionsvarianten
Diese neue Generation heißt VAG EROX®plus Spindelschieber und kombiniert die konstruktiven Vorteile verschiedener
Bauprinzipien.
Der neue VAG EROX®plus Spindelschieber hat folgende
Merkmale:
– Die bewusste Trennung der funktionalen Dichtebenen
Wand / Rahmen und Rahmen / Schieberplatte erlaubt ein
Dichtsystem, welches vom Anschluss an die Installationswand entkoppelt ist. Die äußerst biegesteife Konstruktion
Kommunalwirtschaft 03/2014
93
Beim neuen, patentierten VAG Gleitkeilsystem sind Keile auf
der Schieberplatte aufgeschweißt während ein Edelstahl“Schlitten“ die beweglichen Keile aufnimmt. Das gesamte
System gleitet über nahezu den kompletten Hub auf und ab.
Bild 7: VAG Gleitkeilsystem
Kurz vor Erreichen der Endposition wird der Keilschlitten
gestoppt. Durch die Weiterbewegung der Schieberplatte
verschieben sich die Keile gegeneinander und pressen die
Schieberplatte gegen das vertikale Dichtungsprofil.
Die hervorragende Dichtleistung des VAG EROX®plus Spindelschiebers basiert auf folgenden 3 Merkmalen:
1. Das Verriegelungssystem unterstützt im Bereich der oberen
Querdichtung.
Bild 8: Verriegelungssystem
des
VAG
EROX®plus Spindelschiebers
2. Das große Profil der
Bodendichtung sorgt
für sicheren Kontakt zwischen Platte
und Dichtung – auch
bei Verformung der
Schieberplatte
Bild 9: Einstellung
Endanschlag
beim
VAG EROX®plus Spindelschieber
3. Die „Reihenschaltung“ der Keile ermöglicht geringe Keilabstände
Bild 10: Reihenschaltung Keile des VAG
EROX®plus Spindelschiebers
Die Feld-Tests der
neuen Armatur verliefen selbst unter sehr
rauen Bedingungen
äußerst positiv. Im hier
dargestellten Fall hatten die im Abwasser
befindlichen Inhaltsstoffe keinen negativen Einfluss auf die
Funktion des Dichtsystems.
94
Bild 11: Testeinbau
eines VAG EROX®plus
Spindelschiebers
auf Hilfsrahmen montiert
Die
Bauweise
des
Schiebers lässt sich auf
die in der Praxis geforderten Varianten
– Kanalschütze bzw.
Spindelschieber
übertragen
– Absenkvarianten
übertragen
– Sohlgleiche Einbauten
übertragen.
Neben dem Schieber mit revolutionärem Dichtsystem wurde
das passend abgestimmte VAG REMO Fernantriebssystem
mit entwickelt, welches insbesondere die Antriebsarten
– steigende Spindel ( für überflutete Einbaufälle )
– offene oder geschlossene Rahmenbauweise
als adaptierbare Standardmöglichkeiten bietet.
Der neue VAG EROX®plus Spindelschieber ist standardmäßig im Werkstoff Edelstahl 1.4301 (A2), sowie aus 1.4571 (A4)
in den Nennweiten 150/150 – 1200/1200 mm zusammen mit
dem umfangreichen VAG REMO Fernantriebssystem kurzfristig ab Lager verfügbar.
Zusammenfassung
Als Weiterentwicklung des VAG EROX® Spindelschiebers ist
der neue VAG EROX®plus Spindelschieber die Innovation
im Bereich von Spindelschiebern am Markt. Er dient als Absperr- und Regulierarmatur mit offener oder geschlossener
Rahmenkonstruktion aus Edelstahl zur Wandmontage. Seine
besonders robuste Konstruktion mit neu entwickeltem, patentierten Dichtsystem eignet sich bestens für Anwendungen
mit höchsten Anforderungen an die Dichtigkeit im Abwasser,
in kommunalen Kläranlagen, in Regenrückhaltebecken, im
Hochwasser – und Havarieschutz, sowie in Abwasseranlagen
der Industrie und in Kraftwerken.
Die Kompaktarmatur als selbsttragende Rahmenkonstruktion ist betriebsfertig vormontiert und ermöglicht daher eine
schnelle Montage sowie Inbetriebnahme. Das neuentwickelte
und patentierte VAG Gleit-Keil-System, welches von VAG Ingenieuren als Ergebnis langjähriger Erfahrung entwickelt wurde, sorgt nicht nur für niedrige Betätigungskräfte, sondern
durch die Verpressung zwischen Schieberplatte und Profildichtung in der Endlage auch für eine verbesserte Dichtheit.
Spindelschieber aus Edelstahl stellen eindeutig die wirtschaftlichere Lösung für heutige Anwendungen in der Abwasserwirtschaft dar. VAG hat die volle Verfügbarkeit über alle gängigen Größen, Einbausituationen und Antriebsausführungen
ob Handbetätigung, Elektro- oder Pneumatikantriebe. Selbst
für Spindelschieber nach anderen Normen (z.B. nach AWWA)
und auch für jeden, noch so komplizierten Einsatzfall bietet
VAG die richtige Lösung an.
Weitere Informationen unter:
www.vag-group.com.
Kommunalwirtschaft 03/2014
BMWi Markterschließungsprogramm Kenia 2014
Wasserversorgung und Abwasserentsorgung
Die trAIDe GmbH wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ausgewählt, um deutsche Unternehmen aus dem Bereich Wasserversorgung und Abwasserentsorgung bei der erfolgreichen Positionierung ihrer
Produkte und Dienstleistungen in Kenia zu unterstützen. Die
makroökonomischen Kennzahlen der letzten Jahre verdeutlichen, dass Kenia der wirtschaftliche Motor der gesamten
Region Ostafrika ist.
Das Projekt
Das Geschäftsanbahnungsprojekt „Wasserversorgung und
Abwasserentsorgung Kenia 2014“ ist Bestandteil des Markterschließungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und wird aufgrund eines Beschlusses des
Deutschen Bundestages gefördert. Die Anzahl der Teilnehmer für dieses Projekt ist auf 12 deutsche Unternehmen begrenzt. Bei Projektteilnahme wird, je nach Unternehmensgröße, ein Eigenbeitrag von 500 E bis 1.000 E (brutto) erhoben,
hinzu kommen Reise- und Aufenthaltskosten. Der Fokus des
Projektes liegt auf der von der trAIDe GmbH organisierten
Geschäftsanbahnungsreise nach Nairobi, die vom 30.Juni bis
zum 03. Juli 2014 (27. KW) stattfinden wird.
Projektziel ist es, für deutsche Unternehmen Geschäftsmöglichkeiten im Wasserwirtschaftsektor in Kenia aufzuzeigen
sowie mit passenden lokalen Geschäftspartnern zusammenzubringen.
Der Teilnehmernutzen
– Persönliche Treffen mit Ihren passenden, handverlesenen
Partnern für Geschäftsgespräche
– Möglichkeit der Vorstellung Ihres Produkt- und Dienstleistungsportfolios vor kenianischen Vertretern der Gesundheitsbranche
– Auswahl Ihrer potenziellen Geschäftspartner anhand Ihres
persönlichen Anforderungsprofils
– Erhalt wichtiger Informationen zur kenianischen Wirtschaft
und branchenspezifischer Daten
Wir empfehlen interessierten Unternehmen sich möglichst
frühzeitig, direkt bei der trAIDe GmbH, anzumelden (Kontaktdetails finden Sie unten).
Weitere Informationen unter:
www.traide.de und www.traide.de/kenia-wasserwirtschaft.
Netzunabhängige Messwerteerfassung
Von Stephan Frank – NIVUS GmbH, Eppingen
Die Forderung nach einem engmaschigen Messdatennetz in
wasser- und abwassertechnischen Einrichtungen steigt rasant an. Dabei treiben steigende Gebühren, gesetzliche Vorgaben, notwendige Überwachungen von Sonderbauwerken
sowie der Hochwasserschutz den Ausbau dazu notwendiger
Messpunkte stetig voran. Zwingend müssen für die Gesamtbetrachtung auch Messdaten aus Gebieten mit schlechter
Infrastruktur und fehlendem Energienetz einbezogen werden.
Systeme zur netzunabhängigen Messwerterfassung sind bei
der Auswahl, der Planung und dem Betrieb differenziert zu
netzversorgten Anlagen zu betrachten.
Der folgende Leitfaden beleuchtet die Möglichkeiten der netzunabhängigen Messwerterfassung unter Berücksichtigung
der fehlenden Energieversorgung am Messpunkt, der Gefahr
von Vandalismus, dem Messdatentransfer und der Inbetriebnahme der Messtechnik aus Sicht der betrieblichen Praxis.
Abschließend werden exemplarisch die Gesamtkostenblöcke
eines Messsystems aufgezeigt. Hierbei wird rasch deutlich,
dass der reine Vergleich der Anschaffungskosten die echten
Kosten über die gesamte Betriebszeit nicht darstellt.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Einleitung
Das wachsende Bewusstsein für einen ökonomischen und
ökologischen Einsatz der Ressourcen sowie eine Vielzahl gesetzlicher Bestimmungen, die unter anderem nach einem lückenlosen Nachweis der Wirksamkeit von Gewässerschutzeinrichtungen und Sonderbauwerken verlangen, erfordern
den Betrieb eines engmaschigen Messdatennetzes. Daneben steigen die Forderungen nach Frühwarnsystemen bei der
Überwachung von Hochwasserschutzeinrichtungen, Flüssen
und Grundwasser-pegelständen. Um alle Handlungsalternativen rechtzeitig ausschöpfen zu können, müssen die ermittelten Messdaten unmittelbar und zuverlässig zur Verfügung
stehen.
In einer abwassertechnischen Anlage mit bestehender Infrastruktur ist die messtechnische Überwachung mit netzversorgten Systemen unproblematisch und kann mit standardisierten Komponenten ausgeführt werden. Eine enorme
Herausforderung stellt dagegen der Betrieb von Messstellen
in nicht urbanen Gebieten dar. Die Planer und Betreiber müssen sich folgenden Problematiken stellen:
– Fehlende Energieversorgung
95
– Schlechte Zugänglichkeit der Messpunkte
– Gefahr von Vandalismus
– Transfer der Messdaten
– Personalleinsatz für die Inbetriebnahme
und den Betrieb der Anlagen
– Baulich / optische Vorgaben,
z.B. in Landschaftsschutzgebieten
– Bewältigung des ansteigenden Messdatenvolumens
Planungskriterien
Energieversorgung
Bei der Planung einer Messstelle ohne Netzversorgung ist
zunächst die Frage nach der alternativen Energiequelle zu
klären. Mittlerweile sind viele Möglichkeiten, Energie autark
bereitzustellen, am Markt verfügbar. Das Angebot reicht von
Solarzellen über Windkraftanlagen bis hin zu Brennstoffzellen. In der Regel erweisen sich solche Ansätze jedoch wegen
der hohen Kosten und des Aufwandes als nicht praktikabel.
Das Ziel ist es, die benötigte Messtechnik langfristig und mit
minimalem Wartungsaufwand mit integrierten Batterien oder
Akkumulatoren zu betreiben.
Mittlerweile sind Messsysteme am Markt erhältlich, die auf einen minimalen Energieverbrauch optimiert sind. Hierbei muss
allerdings das Gesamtsystem betrachtet werden. Wichtig ist
das optimale Zusammenspiel des Messumformers und der
Messsonde. Zum Beispiel ist der Anschluss von Radarsonden, die eine Messzeit von bis zu 30 Sekunden benötigen, an
einen energie-optimierten Messumformer wenig zielführend.
Hier bieten sich speziell entwickelte Ultraschallsensoren mit
einer benötigten Messzeit von lediglich 3 Sekunden an. Im
Vergleich zu herkömmlichen Sensoren wird dadurch eine
etwa 10-fach längere Betriebszeit erreicht.
resultierenden notwendigen Querverdrahtungen und der vergrößerte Platzbedarf erhöhen das Gefahrenpotential enorm.
Die Darstellung (Bild 1) zeigt einen exemplarischen Aufbau
eines Mess-systems, an welches Messsonden direkt angeschlossen werden können und in dem alle notwenigen
Komponenten in einem Gehäuse untergebracht sind. Durch
die richtige Auswahl der Messsysteme ist es nur in seltenen
Fällen notwendig, die eingesetzten Akkumulatoren mit einer
Solaranlage zu unterstützen. Hier gilt die Formel: Je energieeffizienter das Messsystem ist, desto kleiner ist die benötigte Solarfläche und umso uninteressanter wird die Anlage
für einen Diebstahl. Solaranlagen aus dem Konsumerbereich
sind in der Regel wenig robust ausgeführt. Die Glasflächen
sind nicht gegen äußere Krafteinwirkungen geschützt. Mittlerweile wurden speziell für die Messwertaufnahme in nicht
urbanen Bereichen Solaranlagen mit dem Schutzgrad IP 68
in robusten, schlagfesten Druckgussgehäusen realisiert. Die
Solarfläche wird hierbei zusätzlich durch ein Sicherheitsglas
geschützt.
Zur Reduzierung der Angriffsfläche und für eine schnelle Installation sind alle not-wendigen Komponenten (z.B. Messsignalauswertung, Pufferakkus, Laderegelung etc.) im Solargehäuse
untergebracht. Die notwendigen Sensoren können dadurch
direkt an das Solarmodul angeschlossen werden (Bild 2).
Schutz vor Vandalismus
Die Gefahr von Vandalismus kann nicht vollständig ausgeschlossen werden. Es gibt jedoch Lösungsansätze, um die
Angriffspunkte auf ein minimales Maß zu reduzieren. Empfehlenswert sind grundsätzlich Messsysteme, die alle benötigten Komponenten zur Versorgung der Messsonden, Messsignalauswertung, Datenspeicherung, Datentransfer und
Energieversorgung in einem Gehäuse mit minimaler Baugröße vereinen. Die Verwendung mehrerer Gehäuse, die daraus
Bild 2: Exemplarische Darstellung eines robusten Solarsystems mit GPRS Datenübertragung
Messdatentransfer
Die fehlende Infrastruktur am Messpunkt wirft während der
Planungsphase die Frage nach dem Transfer der Messdaten
auf. Hierbei wird häufig ein signifikanter Zielkonflikt zwischen
der wachsenden Anzahl an Messpunkten und einer dünner
werdenden Personaldecke deutlich. Das regelmäßige Anfahren der Messpunkte zum Auslesen der Messdaten ist sehr
personal- und zeitintensiv. Ein weiterer wesentlicher Nachteil bei dieser Vorgehensweise ist, dass zu keinem Zeitpunkt
Echtzeitdaten zur Planung oder Reaktion auf Ereignisse zur
Verfügung stehen. Es können lediglich historische Datensätze für Auswertungen herangezogen werden.
Bild 1: Exemplarische Darstellung eines Messsystems mit
GPRS Datenübertragung und internem Akku
96
Seit einiger Zeit etabliert sich für den Datentransfer die Übermittelung der Messdaten mittels GPRS (General Packet Radio
Service als Dienst im GSM Netz). Dieser Dienst wird von allen
bekannten GSM Netzbetreibern (z.B. Deutsche Telekom, O2
etc.) zur Verfügung gestellt. Dazu muss das Messsystem mit
Kommunalwirtschaft 03/2014
einem GPRS-Modem ausgerüstet werden. Solche Modems
sind mittlerweile in allen Bauformen und für verschiedene Anwendungsbereiche erhältlich. Für den Bereich der netzunabhängigen Messwert-erfassung eignen sich Messsysteme mit
bereits eingebautem Modem. Dadurch können Querverdrahtungen vermieden werden.
Zur Nutzung des GPRS-Dienstes muss mit einem ausgewählten Netzbetreiber ein Telekommunikationsvertrag
abgeschlossen werden. Dieser regelt unter anderem die
Abrechnungsgebühren und Modalitäten. Nach Abschluss
eines Vertrages wird vom Netzbetreiber eine SIM-Karte zur
Verfügung gestellt. Diese muss in das Messgerät eingesetzt
werden. Herkömmliche GPRS-Modems stellen hierfür einen
SIM-Karteneinschub zur Verfügung.
Bild 4:
SIM-Karteneinschub am
Modem
Der notwendige Vertragsabschluss stellt die Betreiber vor
wichtige Fragen, z.B:
– Welcher Anbieter ist der Richtige?
– Welches Netz ist am Messpunkt verfügbar?
– Wie hoch ist das zu erwartende Datenvolumen und wie
hoch sind die Kosten?
Bild 5: Gesamtsystem mit
integriertem Modem und
gesteckter SIM-Karte
– Wie verwalte ich die
Telekommunikationsverträge?
– Wie schütze ich mich
vor einer Kostenexplosion?
– Wie können die benötigten SIM-Karten
verwaltet werden?
– Wie können wiederkehrende Zahlungsflüsse
bewältigt werden?
– Wie sind die laufenden
Kosten in der Kostenplanung unterzubringen?
Die Planung, Recherche, Kostenvergleiche, Organisation
und Verwaltung dieser administrativen Dinge übersteigt nicht
selten den Aufwand der eigentlichen Messaufgabe, z.B. der
Messung eines einfachen Pegelwertes. Im Gegensatz zu
herkömmlichen Modems gibt es innovative Lösungen, die
durch die Verwendung von sogenannten SIM-Modulen den
Einsatz von SIM-Karten überflüssig machen. Die SIM-Module werden fest auf der Elektronik des Messgerätes verbaut.
Oxidation der Kontaktflächen der SIM-Karten und damit verbundene Kommunikationsausfälle gehören der Vergangenheit an. Die SIM-Module sind fester Bestandteil des Gerätes
und werden als Einheit angeboten. Der Betreiber hat somit
lediglich einen Ansprechpartner und muss bei Rückfragen
nicht zwischen dem Gerätehersteller und dem Netzbetreiber
differenzieren.
Ein großer Vorteil stellt hier die Netzproviderunabhängigkeit
dar. Das System bucht sich in das beste GSM-Netz am Messpunkt ein. Dadurch entfällt die Recherche nach dem verfügbaren Netzprovider von Messpunkt zu Messpunkt. Dieses
Verfahren bietet zusätzlich die höchste Verfügbarkeit, da bei
Netzüberlastung- oder Ausfall ein automatischer Netzwechsel erfolgt.
Der Einsatz der SIM-Module erlaubt die Verwendung des
GPRS-Dienstes ohne Abschluss eines Kommunikationsvertrages. Somit entfällt die Recherche nach dem richtigen Netzbetreiber, die Überwachung der Vertragsfristen, der Vergleich
von Leistungen und vielem mehr.
Eine der wichtigsten Entscheidungsgrundlagen bei der Wahl
des richtigen Anbieters ist die absolute Kostensicherheit der
Übertragungsgebühren. Bei der Verwendung der SIM-Module werden Fixpreise und Abrechnungsmodelle angeboten,
die mit einem PrePaid-Modell vergleichbar sind. Es werden
auf Grundlage der vorgesehenen Nutzung Datenpakete berechnet, die sämtliche Kosten für einen bestimmten Zeitraum
beinhalten. Dabei ist für den Betreiber irrelevant, welcher
Netzanbieter vom SIM-Modul am Messpunkt gewählt wird.
Die Kosten werden bei Beginn der Laufzeit als Einmalbetrag
entrichtet. Dieses bietet z.B. im Rahmen von Förderprojekten
einen entscheidenden Vorteil, da hierbei in der Regel die Anschaffungskosten, nicht aber die Kosten für den Betrieb gefördert werden. Das PrePaid-Modell schafft die Möglichkeit,
die laufenden Übertragungskosten in die Anschaffungskosten zu übernehmen und spart zusätzlich die Aufwendungen
eines monatlichen Zahlungsflusses, der bei herkömmlichen
SIM-Kartenverträgen Standard ist.
Das Verfahren arbeitet weltweit nach dem gleichen Prinzip
und ist somit auch bei grenznahem Einsatz unproblematisch
einsetzbar.
Inbetriebnahme von Messsystemen
mit GPRS Datenfernübertragung
Das Verdrahten von Messsonden und elektrischen Anschlüssen gehört mittlerweile zum betrieblichen Alltag. Die Parametereinstellungen für eine GPRS-Datenfernübertragung
vorzunehmen stellt jedoch viele Anlagenbetreiber vor eine
große Herausforderung. Zu den technischen Hürden kommt
zusätzlich die Angst, dass bei fehlerhaften Einstellungen hohe
Übertragungskosten erzeugt werden, die nicht selten den Anschaffungspreis des Gerätes um ein vielfaches übersteigen.
Bei herkömmlichen Systemen müssen der Messumformer
und die SIM-Karte aufeinander abgestimmt werden. Dieses
erfolgt durch die Einstellung netzbetreiberspezifischer Parameter im Messumformer. Dafür sind zusätzliches Equipment,
Softwaretools und somit entsprechendes Know-How notwendig. Bei der Erstinbetriebnahme der Messsysteme müssen für die Einstellungen, Tests, Recherchen der richtigen
Parameter (z.B. APN, PIN, etc.) gewöhnlich eine bis zwei Arbeitsstunden eingeplant werden.
Messsonden anschließen – Akku einstecken – fertig!
So einfach es klingt, so einfach ist auch die Verwendung von
Messsystemen mit integriertem SIM-Modul. Hierbei sind keine weiteren Einstellungen notwendig. Gerade im Störfall treten die Vorteile der Geräte voll zu Tage, da ein Gerätewechsel
von jedem Mitarbeiter auch ohne Programmierkenntnisse
und Wissen über die jeweils verwendeten SIM-Karteneinstellungen durchgeführt werden kann.
98
Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
Viel zu häufig werden bei der Entscheidung für ein Messdatenerfassungssystem lediglich die Anschaffungskosten
betrachtet. Vielmehr ist es aber für den Betreiber essentiell,
die Gesamtkosten eines Systems (Total Cost of Ownership)
über die gesamte Laufzeit zu beleuchten. Anhand der unten
gezeigten Grafik werden die wichtigsten Kostenblöcke exemplarisch aufgezeigt.
Bild 6: Übersicht über die Gesamtbetriebskosten
Werden zum Beispiel Messgeräte mit internen SIM-Modulen
mit herkömmlichen GPRS-Geräten verglichen, so werden die
Anschaffungskosten der Geräte mit SIM-Modulen zunächst
etwas höher ausfallen. Über die gesamte Betriebszeit gesehen und nach der Betrachtung der Gesamtkosten werden
diese Messgeräte jedoch einen klaren Kostenvorteil durch
Einsparungen in den restlichen Kostenblöcken aufzeigen.
Weiterverarbeitung der gemessenen Daten
Neben der Auswahl des optimalen Messsystems zur netzunabhängigen Messwertaufnahme ist die Weiterverarbeitung der gemessenen Daten die zweite Säule bei der Konzeption der Gesamtanlage. Hierfür sind unterschiedlichste
Systeme auf dem Markt erhältlich. Die Auswahl muss zwingend mit den Anforderungen und dem Bestand des Betreibers abgeglichen werden. Als Favoriten kristallisieren sich
die Lösungen heraus, die ohne Programmierkenntnisse einzurichten und zu bedienen sind und gleichzeitig universelle
Schnittstellen zur Anbindung an bestehende Leitsysteme
bieten.
Fazit
Es gibt mittlerweile viele unterschiedliche technische Lösungen für die netzunabhängige Messwerterfassung. Dabei
gibt es wie beschrieben einige Hürden und wichtige Punkte,
die von Beginn an berücksichtigt werden müssen. Innovative
Gesamtlösungen, wie z.B. die Entwicklung der SIM-Module
und energieeffizienter Messsysteme versetzen den Betreiber
jedoch in die Lage, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Wesentlich ist der sichere, ökologische und ökonomische
Betrieb der Anlage und nicht die Verwaltung von Telekommunikationsverträgen oder intensivem Personaleinsatz.
Es zeigt sich bei der Auswahl des richtigen netzunabhängigem Messsystems, dass die auf den ersten Blick billigste
Lösung nicht immer die günstigste ist.
Weitere Informationen unter: www.nivus.de.
Kommunalwirtschaft 03/2014
EBRO ARMATUREN erhält Großauftrag für UF-Anlage in Aserbaidschan
EBRO ARMATUREN erhielt von HidroLotus den Auftrag über
die Lieferung von über 2000 Armaturen. HidroLotus ist ein
Joint Venture von Azeri Hidro-Gruppe und der türkischen Lotus Gruppe.
Die UF-Wasseraufbereitungsanlage wird in Baku gebaut und
hat eine Kapazität von 520.000 m³ pro Tag. Sie wird zukünftig
einen beträchtlichen Teil der Trinkwasserversorgung für drei
Millionen Menschen in der Hauptstadt übernehmen.
EBRO ARMATUREN hat Absperr- und Regelarmaturen geliefert in den Nennweiten DN 50 – DN 1200 in den Gehäuse-
versionen Zwischenflansch (Typ Z 011-A) und Doppelflansch
(Typ F012-A) sowie eine geringe Stückzahl PTFE-ausgekleideter Klappen des Typs T 200. Die weichdichtenden Armaturen für Betriebsdrücke bis 10 bar wurden hauptsächlich
mit Edelstahl Scheiben mit Rilsan Beschichtung ausgestattet. Die Betätigung erfolgt manuell oder pneumatisch durch
EBRO Schwenkantriebe Typ EB in doppelt- und einfachwirkender Ausführung und mit Schaltkästen Typ MSK. Die Regelarmaturen sind mit elektrischen Antrieben Fabrikat Auma
automatisiert. Zum Lieferumfang gehörten zudem auch Ringkolbenventile, Kugelhähne und Rückschlagklappen. Der Wert
des Auftrags beläuft sich auf 3 Millionen Euro.
SCHNURRER lieferte für Großprofilkanal FBS-Stahlbetonfertigteile
Premiere in Nürnberg
Nach 106 Jahren wurde es Zeit: der Großprofilkanal mit den
lichten Abmessungen 1600/2000 mm in der Gibitzenhofstraße
in Nürnberg Ortsteil Steinbühl musste über rund 25 m erneuert werden. Dazu wurden von SCHNURRER, Weiden, neun
Stahlbetonfertigteile (Rohrhauben) passgenau hergestellt.
Einwandfreie Funktionsfähigkeit über einen Zeitraum von
mehr als 100 Jahren, ist mit aus Beton gefertigten Kanälen keine Seltenheit. Im 21. Jahrhundert werden Rohre und
Schächte aus Beton und Stahlbeton nach den FBS-Qualitätsrichtlinien, auf Grund der heute möglichen Produktionsund Betontechnologie in einer wesentlich höheren Qualität
gefertigt. Über die Nutzungsdauer von Kanälen, die mit FBSProdukten gebaut wurden, müssen sich Bauherren daher
keine Gedanken machen. Die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (SUN) begeht Ihre Großprofile in einem
5-jährigen Turnus. Bei der letzten Untersuchung in der Gibitzenhofstraße wurden Risse und Verschiebungen festgestellt,
die nicht mehr tragbar waren.
den Ausfall dieser Linie benötigt werden, nur in den Sommerferien zur Verfügung steht, standen für die gesamte Maßnahme maximal sechs Wochen Bauzeit zur Verfügung. Seitens
der SUN wurden ca. 1,5 Wochen für die Wiederherstellung
des Straßenbahngleises und der Fahrbahn veranschlagt. Im
Vergleich zu der Errichtung Anfang des 20. Jahrhunderts in
Ortbeton, kamen auf Grund der kurzen Bauzeit von ca. 4,5
Wochen für die Fa. Scharnagl, Weiden ausschließlich Fertigteilsegmente in Frage. Die Innenabmessungen der Fertigteile
des zu erneuernden Teilabschnittes wurden durch die JOSEF
SCHNURRER GmbH & Co. KG aus Weiden millimetergenau
gefertigt, da sich die neuen Rohrhauben mitten im Strang
Nach 106 Jahren wurde es Zeit
für einen neuen Betonkanal
Die Teilerneuerung des Profilkanals wurde ausgeschrieben.
Da sich dieser Kanal unter einer Straßenbahnlinie befindet
und die zusätzlich erforderliche Anzahl von Bussen, die durch
Bei der Untersuchung des über 100 Jahre alten Kanals wurden Risse und Verschiebungen festgestellt. Foto: SUN
Kommunalwirtschaft 03/2014
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und ausbetoniert. Nach dem Anbinden der Hausanschlüsse
in die bereits im Werk seitens des Herstellers eingebrachten
Steinzeugdichtelemente wurde die Baugrube bis ca. 30 cm
über den Rohrscheitel mit Flüssigboden verfüllt. Kommentar von Ralph Schwarz von der SUN: Die Qualitätskontrolle
durch den Bauherrenvertreter vor Ort zeigte keinerlei Anlass
zur Unzufriedenheit. Die Oberflächen waren ausgesprochen
glatt und frei von Unregelmäßigkeiten. Die Nuten für den
späteren Einbau der Einstemmdichtungen waren maßhaltig
und scharfkantig. Die Teile waren durchnummeriert, damit die
eingebauten Stutzen zu den Hausanschlüssen passen. Nach
dem Versetzen der Fertigteile zeigte sich die Maßgenauigkeit
der Kanalhauben: es waren keine Versätze festzustellen.
Rohrhauben mit Nut für die Einstemmdichtung.
Foto: SCHNURRER
befinden. Aus diesem Grund war es enorm wichtig, die Innenabmessungen zu 100% einzuhalten. Die Gestaltung der
Außenkontur stimmte die JOSEF SCHNURRER GmbH & Co.
KG auf Ihr Schalungssystem ab. Erneuert wurden nur die
Hauben, da eine Um- oder Überleitung des Trockenwetterabflusses nicht möglich war. Nach dem der alte Kanal freigelegt war, wurde dieser durch die Fa. Scharnagl bis auf Banketthöhe abgebrochen. Die grobe Abbruchebene wurde mit
Elektrohämmern Zentimetergenau auf die erforderliche Tiefe
gebracht, gereinigt und es wurde eine plane Aufstellfläche
für die neuen Hauben hergestellt. Die Hauben wurden auf ein
selbstklebendes Dichtungsband versetzt und ausgerichtet.
Von außen wurden die Fugen mit Polymerbitumen-Schweißbahnen und von innen mit Einstemmdichtungen abgedichtet. Die Anschlüsse an den Altbestand wurden eingeschalt
Die Rohrhauben
wurden auf ein
selbstklebendes
Dichtungsband
versetzt und
ausgerichtet.
Foto: Scharnagl
Undichte Abwasserbauwerke schnell und fachgerecht sanieren
15 in einer Woche: Schnell abbindendes Spezialmaterial dichtet korrodierte
Schächte und Abscheider auf Industriebrache dauerhaft ab
Schmutzwasserschächte, Fett- und Ölabscheider zählen
zu den sicherheitskritischen Bereichen im Gewerbebau: Je
nachdem welche Stoffe durch sie laufen, reicht schon eine
kleine Leckage zur Kontamination des umgebenden Bodens
oder gar des Grundwassers aus. Bei der Neunutzung aufgelassener Fabrikgebäude oder Industriebrachen können über
Jahre kaum gewartete und verwitterte Abwasserinstallationen
daher zum Problem werden – so auch beim Verkauf eines Teils
des alten Philips-Geländes in Aachen. Lediglich zwei Wochen
hatte die beauftragte Kanaltechnikfirma Rohrsan Zeit, um 15
Schächte sowie einen Fettabscheider instand zu setzen. Um
innerhalb dieser knappen Frist die vorhandenen Löcher zu
schließen und die Betonwände dauerhaft zu schützen, nutzte
das Unternehmen eine Kombination sehr schnell abbindender
Mörtel und Beschichtungen des Bausanierungsspezialisten
IPA. Damit waren alle Schachtanlagen nach nur fünf und der
Abscheider nach drei Tagen wieder funktionstüchtig.
Schon seit 2009 wurde das Gelände an der Aachener Weisshauserstraße nicht mehr genutzt. Als ein Kaufinteressent
Mitte 2013 die Bedingung stellte, dass das Abwassersystem
intakt und gemäß § 61 a des Landeswassergesetzes (LWG)
Nordrhein-Westfalen dicht sein müsse, wurden die ent-
100
sprechenden Schächte erstmals inspiziert und gravierende
Mängel festgestellt. „An 15 Schächten fand sich neben den
herkömmlichen Schäden eine zum Teil massive Grundwasserinfiltration“, berichtet Michael Schreiber, Geschäftsführer
der Rohrsan Rohr- und Kanaltechnik GbR. „Auch beim Fettabscheider der hauseigenen Kantine drückte Grundwasser
durch den Boden. Außerdem war er stark korrodiert, die Zuschlagstoffe im Beton waren deutlich sichtbar.“
Da bereits ein fester Termin zur Übergabe des Objekts vereinbart war, blieben für die notwendigen Sanierungsarbeiten
nur zwei Wochen Zeit. Jeder zusätzliche Tag wäre mit Konventionalstrafen belegt worden. Herkömmliche Mörtel und
Abdichtmassen fielen damit aus, da sie zum Abbinden teils
sehr lange brauchen und sich die folgenden Arbeitsschritte
dadurch verzögert hätten. Auch sind längst nicht alle Materialen für den Einsatz in so feuchter Umgebung und mit permanentem Wassereintritt geeignet. Um ein passendes Abdichtsystem zu finden, arbeitete das Unternehmen daher mit
der IPA Bauchemische Produkte GmbH zusammen, die auf
Mittel zur Instandsetzung von Abwasserbauwerken und Abscheidern spezialisiert ist. „Vorteil dieser Produkte ist, dass
sie sich sehr leicht und sicher verarbeiten lassen und nach
Kommunalwirtschaft 03/2014
dem Aufbringen schnell belastbar sind. Immerhin spielt der
Faktor Zeit in der Schacht- und Abscheidersanierung generell eine große Rolle“, so Schreiber. Hinzu kam, dass der Gebietsleiter von IPA für Nordrhein-Westfalen, Martin Lokotsch,
die Maßnahme vor Ort begleitete und die Kanaltechniker mit
seinem Fachwissen unterstützte, indem er beispielsweise die
zu beachtenden Parameter oder die richtigen Mischverhältnisse erklärte. Auf diese Weise konnte sichergestellt werden,
dass die Ergebnisse von Beginn an den Anforderungen an die
Dichtheit entsprachen.
gen und abgerieben. Eine Erleichterung war dabei die hohe
Stellfähigkeit des Materials, durch die es auch dicker aufgetragen werden kann, ohne unter seinem eigenen Gewicht
wieder von der Wand zu rutschen, wie Schreiber bestätigt:
„Die maximale Schichtdicke lag bei uns bei etwa 20 mm.“
Als Abbindezeit reichen etwa 20 Minuten, bei dem Objekt in
Aachen ließ Rohrsan den Mörtel sogar über Nacht trocknen.
Zügige Sanierung dank schnell abbindender Mörtel
Zum Abschluss wurde die Innenseite des Abscheiders noch
zum Schutz vor aggressiven Medien mit IPA Polyschicht überzogen, einer hochbeständigen Polymer-Silikat-Beschichtung,
die pH-Werten von 0 bis 14 zuverlässig widersteht. Damit
kann der Untergrund künftig nicht mehr von Fetten, Ölen,
Reinigungsmitteln oder sogar biogener Schwefelsäure angegriffen werden. Das Zwei-Komponenten-System aus Bindemittel und Härter wurde nach DIBT Z-59.12-374 zugelassen,
ist allerdings noch recht neu auf dem Markt, weshalb Fachmann Lokotsch hier insbesondere bei der Anmischung und
Verarbeitung half. „Aufgrund ihrer Konsistenz ließ sich die
Beschichtung einfach mit Flachpinsel und einer Farbrolle auf
die reprofilierte Fläche aufbringen“, berichtet Rohrsan-Geschäftsführer Schreiber. „Die notwendige Schichtdicke von 2
mm wurde so in zwei aufeinander folgenden Arbeitsgängen
erreicht.“ Das Gemisch haftet auf mineralischem Untergrund
ebenso wie auf Beton und Stahl, wodurch Behälterwände
und auch etwaige Edelstahl-Komponenten der Anlagen nahtlos damit bestrichen werden konnten. Seine volle Belastbarkeit erreicht es nach 12 bis 24 Stunden.
Um die geeigneten Ausgangsbedingungen für die Sanierung
zu schaffen, wurden die Schächte zunächst soweit möglich geleert und alle bindungsstörenden Elemente, wie lose
Bruchstücke oder auch die Reste der Chlor-Kautschuk-Beschichtung im Abscheider, entfernt. Risse, Ausbrüche und
Löcher wurden anschließend mit IPANEX Stopfmörtel verschlossen. „Dabei handelt es sich um einen mineralischen
Schnellbindemörtel, der sogar gegen eindringendes Wasser
in Leckagen eingesetzt werden kann. Der manuelle Druck
von der einen Seite und der Wasserdruck von der anderen
Seite komprimieren dabei das Material und sorgen für eine
feste Bindung mit den umgebenden Wandflächen“, erläutert
Lokotsch. Der Stopfmörtel wird dazu plastisch angerührt und
vorgeformt, bevor er in die Öffnung gepresst wird. Da er bereits nach zwei Minuten endgültig abgebunden ist, kann so
sehr schnell eine grundlegende Dichtheit als Basis für weitere
Arbeitsgänge hergestellt werden. Die Druckfestigkeit dieses
Mörtels liegt nach einem Tag bei 25 N/mm², nach 28 Tagen
bei 90 N/mm². Zudem ist das Material quellfähig: Solang es
in Kontakt mit Wasser steht, wird dadurch der sonst oft zu
beobachtende Volumenschwund kompensiert, was die Haltbarkeit der Abdichtung erhöht.
Aufgrund der raschen Abbindung konnten die Rohrsan-Mitarbeiter direkt im Anschluss mit der Reprofilierung der Betonoberflächen beginnen. Dazu wurde IPA Unimörtel Rapid
verwendet, ein schrumpfarmer, chloridfreier Reparaturmörtel. „Dieser erfüllt zweierlei Funktionen: Zuerst wird eine
schlämmfähige Anmischung zur Verbesserung der Haftung
mit Quaste oder Bürste als Grundierung eingearbeitet. Anschließend wird der Mörtel steifplastisch angerührt und damit in einer Schicht die neue Oberfläche hergestellt“, so der
Baustoffexperte. Um eine glatte Wandung zu erhalten, wurde
diese zweite Lage einfach durch die Sanierer sauber abgezo-
Polymer-Silikat-Schicht schützt dauerhaft
vor Säuren und Laugen
In Anbetracht der knapp bemessenen Sanierungsfrist, war
vor allem dieses schnelle Aushärten und Abbinden der IPAProdukte essentiell, da auf diese Weise die verschiedenen
Bearbeitungsschritte direkt hintereinander durchgeführt werden konnten. Insgesamt dauerte die Sanierung des Abscheiders damit nur zwei Tage. Die Prüfung am Morgen des dritten
Tages ergab bereits „dicht ohne Wasserverlust“, so dass die
Anlage sofort wieder in Betrieb genommen werden konnte.
Auch die 15 Schmutzwasserschächte waren innerhalb von 5
Tagen wiederhergestellt und frei von Infiltrationen. So konnte
das Gelände mit funktionstüchtigem Abwassersystem termingerecht übergeben werden.
Weitere Informationen unter:
www.rohrsan.de und www.ipa.de.
Biogas dauerhaft im Griff
– Neues OPTISONIC 7300 Biogas UltraschallDurchflussmessgerät für Biogas-Anwendungen
– Speziell entwickelt um die Einschränkungen des Ultraschallprinzips bei Biogas-Anwendungen zu überwinden
– Direkte Messung des Methananteils
KROHNE stellt den OPTISONIC 7300 Biogas als Durchflussmessgerät für Biogas-Anwendungen vor. Das Gerät ist eine
spezielle Ausführung des OPTISONIC 7300 Ultraschall-Gasdurchflussmessgeräts für Prozessgas-Anwendungen.
Die Durchflussmessung von Biogas birgt aufgrund des niedrigen Drucks und kleinen Durchflussraten sowie Änderungen
in der Gaszusammensetzung einige Herausforderungen:
Biogas enthält je nach Rohstoff und Prozess 50-70 Vol.-%
102
Methan. Der restliche Teil besteht aus CO2 (30-50 Vol.-%)
und kleinen Mengen H2S, O2 und N2. Während das Gas in
der Folge auf 100 mbarg verdichtet werden kann, beträgt der
Druck bei der Messung von rohem Biogas, d. h. unmittelbar
nach der Vergärung, meist nur 50-60 mbarg. Dieses Biogas
ist zugleich mit Wasser gesättigt, bei Abkühlung kann 5-6
Vol.-% freies flüssiges Wasser in der Rohrleitung auftreten.
Der Temperaturbereich in dieser Anwendung reicht von etwas über Umgebungstemperatur bis 50°C / 122°F. Rückflüsse können auftreten, auch die Anlagerung von Bakterien und
im Durchflussmessgerät (Scaling) ist möglich. Zudem können
die Prozessbedingungen variieren – wird die Messung beispielsweise direkt nach der Fermentation durchgeführt, kann
es zu plötzlichen Temperaturstürzen kommen, wenn dem
Fermentationstank neuer Schlamm zugeführt wird.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Verschiedene Durchflussmessprinzipien wurden für diese Rohbiogas-Anwendungen getestet: Während Differenzdruck-Durchflussmessgeräte (Messblenden)
aufgrund des hohen Druckverlusts nicht zum Einsatz kommen, haben Wirbelfrequenz-Durchflussmessgeräte mit sehr niedrigen Drücken und Durchflussgeschwindigkeiten zu kämpfen und thermische Masse-Durchflussmessgeräte sind
empfindlich gegenüber Wasser im Gas. Ultraschall ist das einzige Prinzip, dass
Rückfluss misst, jedoch werden die Schallsignale durch CO2 und einen hohen
Wasseranteil stark gedämpft. In Kombination mit einem hohen Preis im Verhältnis
zu anderen Messprinzipien werden Ultraschall-Durchflussmessgeräte daher für
Biogas-Anwendungen bislang nur eingeschränkt verwendet.
Der OPTISONIC 7300 Biogas wurde eigens entwickelt, um die Einschränkungen
des Ultraschall-Messprinzips in Biogas-Anwendungen zu überwinden: Seine Signalwandler übertragen ein stärkeres Ultraschallsignal in das Gas und die spezielle Signalverarbeitung ermöglicht eine bessere Erkennung von kleinen, stark
gedämpften Schallsignalen. Das mechanische Design der Signalwandler und der
Signalwandler-Taschen machen die Messung zudem unempfindlich gegenüber
flüssigen Wasseranteilen und biologischem Scaling.
Der Messwertaufnehmer des OPTISONIC 7300 Biogas hat keine Einschnürung
und kommt ohne bewegliche Teile aus. Da in Wasser gelöstes H2S eine korrosive Lösung ergibt, sind das Messrohr aus Edelstahl der Güteklasse 1.4404/316L
und die Signalwandler aus NACE-zugelassenem Titan Grad 29 gefertigt, um eine
optimale Korrosionsbeständigkeit zu garantieren. Der OPTISONIC 7300 Biogas
verfügt über Losflansche, um das Gesamtgewicht zu verringern, da Biogas keine
hohen Drücke aufweist und das Gerät teilweise in Rohrleitungen aus Kunststoff
eingesetzt wird. Mit Luftkalibrierung beträgt die Messgenauigkeit 1 % des gemessenen Durchflusses bei 1 m/s / 3,28 ft/s Durchflussgeschwindigkeit. Wenn eine
Genauigkeit von 2% ausreichend ist, kann die Trockenkalibrierung als Alternative
zu einem wesentlich niedrigeren Preis gewählt werden.
Das neue OPTISONIC
7300 Biogas UltraschallDurchflussmessgerät für
Biogas-Anwendungen
Da der Methananteil in Biogas variieren kann, ist es für den Betrieb einer Biogasanlage möglicherweise notwendig, den genauen Anteil zu kennen – z. B. wenn es
als Kraftstoff für Gasmotoren in einer KWK-Anlage verwendet wird. Der OPTISONIC 7300 Biogas ist mit einem integrierten Temperatursensor ausgestattet, der in
Kombination mit der gemessenen Schallgeschwindigkeit die direkte Messung des
Methananteils über die Berechnung der molaren Masse ermöglicht. Der OPTISONIC 7300 Biogas bietet auch die Berechnung des Normvolumens mit Hilfe eines
separaten Drucksensors. Die Elektronik umfasst Diagnosefunktionen zur Validierung der Funktionen von Durchflussmessgerät und Prozess. Zur Übertragung der
Messwerte stehen 4…20mA- und Pulsausgänge zur Verfügung. Inbegriffen sind
auch HART und Modbus (optional) für die Feldkommunikation.
Der OPTISONIC 7300 Biogas ist für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen (Zone 1) zertifiziert und ist in den gängigen Nennweiten DN50, 80, 100,
150, 200 / 2, 3, 4, 6 und 8" verfügbar.
Weitere Informationen unter: www.krohne.com.
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Sanierung des Mittleren-Isar-Kanals
Unterwassereinbau einer geosynthetischen Betonmatte
werden, es galt außerdem einen
Mindestabfluss von etwa 18 m³/s
zu berücksichtigen.
Die Nichtabsenkung des Wasserspiegels sollte Bauherrn und Kraftwerksbetreiber Eon einen weiteren
ökonomischen Vorteil bieten: Während der nächtlichen Stillstandszeiten auf der Baustelle (von 20 Uhr
bis 6 Uhr), sollten die Kraftwerke
des Mittleren-Isar-Kanals im Normalbetrieb Energie erzeugen, um
unnötige Ertragsausfälle zu vermeiden.
Zur Sanierung der oben genannten
insgesamt 3 km langen Abschnitte
wurde ein verlässliches Dichtungssystem gesucht, das im Unterwassereinbau direkt auf der gealterten
Bestandsoberfläche
hergestellt
werden kann.
Das System Incomat® Standard
Verlegeponton während des Einbaus der Sohldichtung
Im Rahmen der Sanierung der Oberflächenabdichtung eines 3
km langen Teilabschnitts des zur Stromerzeugung genutzten
Mittleren-Isar-Kanals (MIK) wurden innerhalb weniger Monate
etwa 150.000 m² geosynthetische Betonmatte des Typs Incomat® Standard eingebaut. Die besondere Herausforderung
des Projektes war dabei die Verlegung unter Wasser bei Aufrechterhaltung des nächtlichen Kraftwerkbetriebs.
Der nordöstlich von München gelegene etwa 64 km lange
Mittlere-Isar-Kanal wurde bereits in den 1920er Jahren erbaut.
Er hat ein Fassungsvermögen von etwa 150 m³/s. Die Kraftwerkstreppe des Kanals besteht aus sieben Laufwasserkraftwerken mit einer Gesamtleistung von knapp 130 MW. Damit
erzeugt er jährlich circa 580 GWh Energie aus Wasserkraft,
ausreichend für etwa 160.000 Vier-Personen-Haushalte.
Nach fast 90-jähriger Betriebszeit waren deutliche Altersspuren an der Betondichtung zu erkennen. Insbesondere
im Bereich der Wasserwechselzone zeigten sich starke Beschädigungen des Betongefüges. Abplatzungen und Risse
rund um die Arbeitsfugen wurden durch Pflanzenwachstum
stellenweise zusätzlich beansprucht. Im Zuge umfangreicher
Inspektionen waren ebenso großflächig erodierte Zonen erkennbar.
Zwischen 1997 und 2009 wurden bereits weite Abschnitte mit
konventionellen Sanierungsverfahren instandgesetzt. Grundvoraussetzung für die Bauausführung war stets die Trockenlegung oder zumindest eine teilweise Absenkung des Wasserspiegels.
In den 2013 zu sanierenden Stauhaltungen 4a und 5 war eine
solche Absenkung sowohl aus betrieblichen als auch aus
wasserrechtlichen Gründen nicht möglich. Die Sanierungsarbeiten mussten nicht nur vollständig unter Wasser ausgeführt
104
Bereits 2009 wurde ein etwa 150
m langer Testabschnitt mit der geosynthetischen Betonmatte Incomat® Standard der Firma HUESKER saniert. Die Ergebnisse
und Erkenntnisse der Ausführung konnten technisch und wirtschaftlich überzeugen, so dass die Sanierung der Haltungen
4a und 5 schließlich in Incomat® Bauweise ausgeschrieben
wurde. Den Zuschlag für die Bauausführung erhielt die Firma Hagn Umwelttechnik aus Olching mit dem Vorschlag des
neuartigen Einbauverfahrens.
Incomat® Standard besteht aus zwei synthetischen Gewebelagen, die durch Stegbändchen miteinander verbunden
sind. Der dazwischen liegende Hohlraum wird am Einsatzort mit fließfähigem Beton verfüllt. Das Gewebe übernimmt
dabei die Funktion einer verlorenen Schalung, wodurch sich
innerhalb kürzester Zeit – auch auf steil geneigten Flächen, im
Trockenen wie auch unter Wasser – ein robustes Betondeckwerk herstellen lässt. Die Mächtigkeit des Deckwerks kann
durch die variable Länge der Stegbändchen bestimmt werden. (Konventionelle Schalungsarbeiten entfallen komplett.)
Einzelne Incomat® Bahnen können werkseitig zu Panels bis
zu etwa 1.000 m² vorkonfektioniert und exakt an die projektspezifischen Gegebenheiten angepasst werden. Durch den
hohen Grad der Vorfertigung und die Möglichkeit großflächige und maßgeschneiderte Segmente herzustellen, lässt
sich der Aufwand auf der Baustelle deutlich reduzieren. Die
Panels können am Einsatzort vernäht oder durch Reißverschlüsse miteinander verbunden werden.
Über Füllschläuche wird die Incomat® Matte mit fließfähigem,
feinkörnigem Beton gefüllt. Nach dem Aushärten stellt das
System ein robustes Betondeckwerk dar. Die erforderliche
Dichtigkeit wird durch den Füllbeton und die festzulegende
Dicke der Matte erreicht. Die bei der Sanierung der Haltungen
4a und 5 eingesetzte geotextile Schalung hat eine mittlere
Dicke von etwa 12 cm und eine Mindestdicke von 10 cm.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Besondere Herausforderungen
Neben der Produktion einer beachtlichen Menge Incomat®
Standard innerhalb nur weniger Monate, war vor allem die
flexible und qualitativ hochwertige Konfektion ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Ausführung der Maßnahme. Einzelne Bahnen wurden verbunden, ein Schutzvlies
unterseitig angebracht und Reißverschlüsse, Einfüllstutzen
sowie Gurtbänder unterschiedlicher Länge als Verlegehilfe
oder Fixierungsbänder montiert.
Durch das innovative Einbauverfahren ergaben sich in der
Gestaltung der Panels neuartige, anspruchsvolle Details, die
nicht nur im Entwurf, sondern auch in Ausführung und Kontrolle höchste Sorgfalt abverlangten.
Kaum ein anderes Dichtungssystem lässt sich auf geneigten
Flächen unter Wasser derart zuverlässig einbauen wie Incomat® Standard. Das flexible Schalungsgewebe war robust
genug, um den Beanspruchungen während des Einbaus
standzuhalten und adaptierte sich perfekt an die Geometrie
des Untergrunds. Eine nachträgliche Überdeckung der Dichtung war nicht notwendig.
Das innovative Verfahren erlaubte nicht nur bis zu 3.000 m²
Incomat® pro Tag einzubauen, es war auch möglich, über
Nacht die Abflussleitung zu erhöhen und den Kraftwerksbetrieb wiederaufzunehmen.
Die Kontrolle der Durchlässigkeit der hergestellten Dichtung
wurde kontinuierlich durch die Prüfung entnommener Bohrkerne sichergestellt.
Die reibungslose Abstimmung zwischen allen Beteiligten
war entscheidende Grundlage für das Gelingen dieser spannenden Herausforderung.
Weitere Informationen unter: www.huesker.com.
Ohne Befreiung von der EEG-Umlage stehen Kunststoffrecycler vor dem Aus
Vor ernsthaften Konsequenzen für die Kunststoffrecyclingunternehmen durch den Wegfall der EEG-Umlagebefreiung
warnte gestern bvse-Vizepräsident Herbert Snell bei der Jahrespressekonferenz des Verbandes. Den Kunststoffrecyclingunternehmen, die seit fast zehn Jahren die EEG-Umlagebefreiung in Anspruch nehmen konnten, hat das Bundesamt für
Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 2014 erstmals keine
positiven Bescheide mehr erteilt. Dies bringt die energieintensiven Betriebe in teils existenzielle Schwierigkeiten, wie Snell
berichtete. Gleichzeitig stünde das Recycling der Kunststoffverpackungen aus dem Gelben Sack vor dem Aus. Er forderte
deshalb, die EEG-Umlagebefreiung auch 2014 zu gewähren
und bei der Neufassung des EEG die Kunststoffrecyclingbranche in die Ausgleichsregelung einzubeziehen.
Recyclinggranulate sind das Ergebnis
eines Produktionsprozesses!
Begründet wird der plötzliche Wegfall der Umlagebefreiung
damit, dass das Kunststoffrecycling kein Produktionsprozess
sei, sondern als Rückgewinnung von Wertstoffen aus Abfällen einzustufen ist. Diese Meinung teilt der bvse-Fachverband
Kunststoffrecycling nicht: Genau wie Altpapier und Schrott
stellen Kunststoffabfälle einen Rohstoff für die Produktion dar.
Für die kunststoffverarbeitende Industrie mache es keinen
Unterschied, ob sie Granulate verarbeitet, die aus Recyclingmaterialien oder aus Erdöl hergestellt werden. „Was jedoch
wirklich einen Unterschied macht, ist der Umweltnutzen: Auch
wenn Kunststoffrecycling energieintensiv ist, ist der Energieaufwand deutlich geringer als bei der Herstellung von Neuware. Durch die sich daraus ergebende CO2-Einsparungen
leistet das Kunststoffrecycling einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz“, erläuterte Snell.
Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr
Die Kunststoffrecycler in Deutschland stehen in direktem
Wettbewerb zu internationalen Recyclingunternehmen, die
erheblich geringere Energiekosten zu tragen haben, als auch
zu den nationalen Herstellern von Neuware, die die EEG-Umlagebefreiung nach wie vor erhalten. Snell forderte deshalb:
„Es darf keine Schlechterstellung der Kunststoffrecycler im
Vergleich zu den Herstellern von Neuware geben!“
Weitere Informationen unter:
www.bvse.de.
Modulbau – für Kommunen oft die bessere Lösung
Nachhaltig, kalkulierbar, flexibel
Von Annette Rauhaus – Filderstadt
Öffentliche Bauvorhaben stehen häufig in der Kritik. Aus dem
Ruder laufende Kosten und verzögerte Fertigstellungen produzieren negative Schlagzeilen. Baustellenlärm und Verkehrsbehinderungen führen zu anhaltenden Beeinträchtigungen.
Gleichzeitig stecken Kommunen in der Zwickmühle zwischen
klammen Kassen und großem Investitionsbedarf. Doch Bauen
geht auch anders. Das Zauberwort lautet Modulbau.
Moderner Modulbau wird immer noch unterschätzt. Dabei hat
er sein negatives Image des hässlichen Notbehelfs inhaltlich
längst hinter sich gelassen. Das gilt sowohl für Qualität und
Werthaltigkeit als auch für die architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten. Dies beweisen neue modular gebaute Verwaltungs- und Bürogebäude, Kitas, Schulen und Unis mittlerweile jeden Tag. Selbst Objekte mit speziellen Anforderungen an
Gebäudetechnik, Sicherheit und Hygiene wie Kliniken oder
Pflegeheime lassen sich mit Modulen planen und umsetzen.
Dem Massivbau mindestens ebenbürtig
Die Anwendungs- und Nutzungsmöglichkeiten von Modulbauten sind denen des Massivbaus inzwischen mindestens
ebenbürtig. Die Gründe dafür liegen in der rasanten Weiterentwicklung der industriellen Produktion im letzten Jahrhundert. Denn die serielle Vorfertigung der Module unter
gleichbleibenden Bedingungen ermöglicht eine Effizienz und
konstante Qualität, wie sie im Massivbau nur schwer umzusetzen ist. Daraus ergeben sich für Bauherren eine Reihe
ganz konkreter Vorteile.
Drei Fragen an Michael Lauer
(Dipl. Ing. Architekt , Vertriebsleiter Nord bei der ALHO Systembau GmbH und ehemaliger Leiter des Bauamtes Betzdorf/Sieg)
Was macht den Modulbau für kommunale Entscheider interessant?
Preis und Fertigstellungstermin lassen sich bei einem Modulbau bereits vorab exakt berechnen, die Bauzeit beträgt nur ein Bruchteil
eines Massivbaus. Deshalb kann ALHO für jeden Bauauftrag einen
Fixtermin zum Festpreis anbieten. Auf diese Weise ist ein in Modulbauweise erstelltes Objekt für Bauherren kalkulierbar.
Wie steht es um Qualität und Nachhaltigkeit moderner Modulgebäude?
Durch die industrielle Fertigung lassen sich Module bestens qualitativ überwachen und sind im Hinblick auf Sicherheit und Umweltfreundlichkeit stets auf dem neuesten Stand. Module von ALHO
sind statisch typengeprüft, lassen sich zu 100 Prozent recyceln, sind
mit einem Brandschutzgutachten versehen und aufgrund ihrer
Nachhaltigkeit von der DGNB zertifiziert. Insbesondere im Hinblick auf die Betriebskostensind die ALHO Modulgebäude sehr
effizient.
Welche Gestaltungsmöglichkeiten bietet der Modulbau?
Modulbauten stellen heute eine dem Massivbau absolut ebenbürtige Alternative dar. Praktisch jedes kubische Gebäude lässt sich
auch in Modulbauweise erstellen, wobei gerade die Innenraumgestaltung durch die Leichtbauweise hoch flexibel ist. Aber auch die
Fassadengestaltung lässt keine Wünsche offen, so dass ein Gebäude
optimal an den Bedarf seiner Nutzer angepasst werden kann.
106
ALHO – Gebäude aus der Raumfabrik
Seit fast 50 Jahren produziert ALHO modulare Gebäude aus
Raummodulen. Das familiengeführte Unternehmen mit Stammsitz
in Friesenhagen gehört mit europaweit rund 750 Mitarbeitern zu
den Marktführern der Branche.
Gebäude von ALHO werden in modernen Fertigungshallen witterungsunabhängig als montagefertige Raummodule produziert und
auf der Baustelle zusammengefügt. Durch zertifizierte Prozessabläufe und die industrielle Vorfertigung überzeugen sie mit einem
gleichbleibend hohen Qualitäts¬standard.
In bis zu 70 Prozent verkürzter Bauzeit im Vergleich zur konventionellen Bauweise, zum Festpreis und Fixtermin entstehen individuell
geplante, hochwertige Gebäude wie Schulen, Kindergärten, Büround Verwaltungsgebäude oder Gesundheitsimmobilien.
Einer davon ist die Planung und Realisierung des Gebäudes aus einer Hand. Sämtliche am Bau beteiligten Gewerke
arbeiten im Auftrag des Modulherstellers und unter seinem
Dach. Das vereinfacht die Ausschreibungen, verbessert die
Zusammenarbeit an notwendigen Schnittstellen und verhindert Baufehler. Bauherr und Architekt benötigen von Anfang
bis Ende nur einen einzigen Ansprechpartner – eine enorme
organisatorische Erleichterung. Aber nicht nur das, sondern
auch ein gewaltiger finanzieller Vorteil für die kommunale
Haushaltskasse. Denn durch die individuelle Fertigung kann
der Modulhersteller seine Kosten durch Baugruppen und
Stücklisten so exakt kalkulieren, dass für jedes Bauvorhaben
ein garantierter Fixpreis genannt und eingehalten wird.
Garantierte Preise und Termine
Damit fallen Entscheidungen zwischen Sanierung des Altbestands oder Neubau leicht. So wie bei der Franz-KadeSchule in Idstein, erstellt von der ALHO Systembau GmbH,
Friesenhagen. Eine Sanierung des vorhandenen Schulgebäudes aus dem Jahr 1932 hätte weder Kosteneinsparungen
gebracht noch die räumliche Situation für Schüler und Lehrer
zufriedenstellend gebessert. „Wir haben nun ein sehr gutes
Raumkonzept realisiert und es war schön zu sehen, wie kreativ man mit Modulen bauen kann“, erklärt die Rektorin Beate
Brunzel. Die Schulkinder waren beim Bau ihres „fliegenden
Klassenzimmers“ mit Begeisterung dabei.
Ebenso garantieren Modulbau-Unternehmer einen fixen Fertigstellungstermin. Denn abgesehen von Fundament und
Modulmontage vor Ort sind die Arbeiten anders als beim
Massivbau komplett witterungsunabhängig. Darüber hinaus
laufen die Arbeitsprozesse parallel. Während die Baustelle
eingerichtet und das Fundament gegossen wird, entstehen
im Herstellerwerk gleichzeitig die Raummodule. Der Vorfertigungsgrad ist so hoch, dass er nahezu den gesamten Innenausbau umfasst. Wände, Decken und Böden sind eingesetzt
und oft bis zum endgültigen Finish ausgeführt. Fenster und
Treppen sind bereits verbaut. Sämtliche Elektro-, Heizungs-,
und Lüftungsanlagen sind vorinstalliert. Die Raummodule mit
sanitären Anlagen sind nicht nur gefliest, sondern auch mit
Sanitärobjekten ausgestattet - bis hin zu Trennwänden, behindertengerechten Haltegriffen oder Accessoires wie Handtuchhaltern.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Kurze Bauphase,
geringe Lärmbelastung
Bei der Montage der Module auf der
Baustelle wird ebenfalls parallel gearbeitet. Sind die ersten Module gesetzt,
kann dort sofort mit den abschließenden Arbeiten begonnen werden,
während sich das nächste Stockwerk
noch in der Produktion befindet. Die
Bauphase vor Ort reduziert sich in der
Regel auf wenige Wochen. Auch die
Lärm- und Staubbelastung ist weitaus
geringer als bei herkömmlicher Bauweise. Selbst ein Anbau an ein bestehendes Krankenhaus im laufenden Betrieb
lässt sich ohne große Einschränkungen
durchführen. Das zeigt die Erweiterung des Kreisklinikums Siegen im
Jahr 2013. Über 9.000 Quadratmeter
Geschossfläche mit rund 220 Patientenplätzen wurde hier von der ALHO
Systembau GmbH in Rekordzeit an
die Bestandsgebäude angeschlossen,
während gleichzeitig nebenan die Patienten behandelt und betreut wurden.
Bertram Müller, Geschäftsführer der
Kreisklinikum Siegen GmbH, erzählt:
„Wir haben uns vor diesem Hintergrund
intensiv mit den Möglichkeiten des Modulbaus beschäftigt. Das gab uns die
Gewissheit: Mit der Modulbauweise
können wir unser Projekt im vorgegebenen Zeitfenster ohne Qualitätseinbußen und mit hoher Kostensicherheit
realisieren.“
Konstante Herstellungsqualität
Zahlreiche Qualitäten des Modulbaus
sind konstruktionsbedingt. Bei der Vorfertigung im Werk werden die Module
ständigen Qualitätskontrollen unterzogen. Jedes Raummodul besteht aus
einer industriell angefertigten Stahlrahmenkonstruktion mit typengeprüfter
Statik, die in verschiedenen Größen
ausgebildet werden kann. Bis zu sieben
Geschosse lassen sich aufeinandersetzen. Alle Innenwände, Decken und
Böden werden in Leicht- und Trockenbauweise erstellt. Somit können baufeuchtebedingte Mängel oder Schwindund Setzrisse gar nicht erst entstehen.
Aus dem zweischaligen Wand- und
Deckenaufbau resultiert gleichzeitig
ein hervorragender Schallschutz. Das
ergeben Messungen für Luft- und Trittschall in fertigen Modulbauten.
Die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen an Brandschutz und Raumklima
bekommt der Bauherr ebenfalls gleich
mitgeliefert. Brandschutzklassen zwischen F30 und F120 sind problemlos
realisierbar und gutachterlich bestätigt.
ALHO setzt ausschließlich geprüfte und
emissionsarme Materialien ein.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Gebäudetechnik nach Wahl
In punkto Energieeffizienz und Gebäudetechnik kann sich moderner Modulbau sehen lassen. Die von der EnEV
geforderter Werte werden in der Regel
sogar unterschritten. Ein Jahresprimärenergiebedarf auf Passivhausniveau ist
realisierbar. In Modulbauweise erstellte
Gebäude sind darüber hinaus mit allen
Energieversorgungsarten und regenerativen Technologien kombinierbar. So
wurde auf den Dachflächen der Idsteiner
Franz-Kade-Schule beispielsweise eine
Photovoltaikanlage installiert. Zusammen mit einem Blockheizkraftwerk wird
dadurch die nötige Heiz-, Warmwasserund Stromversorgung gewährleistet –
gänzlich unabhängig von örtlichen Versorgern und steigenden Energiepreisen.
Dauerhaft von Wert
Das Schlagwort Nachhaltigkeit lässt
kommunale Entscheider aber auch bei
Themen wie Langlebigkeit, Flexibilität,
Recycling oder Ressourcenschonung
aufhorchen. Hier schneidet der moderne
Modulbau sogar besser ab als konventionelle Bauweisen. Zum einen ist der
Einsatz von Rohstoffen und Energien
in der industriellen Fertigung leichter
zu optimieren. Zum zweiten lassen sich
moderne Raummodule zu fast 100 Prozent recyceln, und zum dritten ist die
modulare Gebäudekonstruktion so flexibel, dass sie sich ohne größere Umstände einem geänderten Bedarf anpassen
lässt. Denn die freitragende Stahlrahmenkonstruktion erspart die Ausführung
tragender Wände im Gebäudeinneren,
Raumgrößen und Grundrisse sind also
nahezu beliebig veränderbar. Darüber
hinaus ist ein Modulbau verhältnismäßig leicht aufzustocken, anzubauen
oder sogar komplett an einen anderen
Ort zu versetzen. Die Lebensdauer der
Gebäude steht der von Massivbauten
in nichts nach. Die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB)
hat an die ALHO Systembau GmbH als
ersten Modulhersteller Deutschlands
ein Mehrfach-Zertifikat in Silber für sein
Kita-Bausystem vergeben. Als Referenzobjekt diente die Kita „Berliner Viertel“
in Mainz, die sowohl unter ökologischen
wie ökonomischen Aspekten hervorragende Bewertungen erhielt und bei
der Zertifizierung eine Gesamtnote von
1,6 und somit das Zertifikat in Silber
erreichte. Insgesamt bietet moderner
Modulbau gerade den Kommunen also
zahlreiche handfeste Vorteile und stellt
deshalb nicht nur eine vollwertige Alternative zum konventionellen Bau sondern oft auch die bessere Lösung dar.
Weitere Informationen unter: www.alho.com.
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BGL setzt sich erfolgreich für staatliche Förderung grüner Technologien ein
Mehr Dachbegrünung durch KfW-Förderprogramm
Hauseigentümer können ab jetzt eine staatliche Förderung für
die Anlage einer Dachbegrünung nutzen. Dies teilte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Garten-, Landschaftsund Sportplatzbau e.V. (BGL) Hermann Kurth mit. Im Rahmen
des KfW-Förderprogramms „Energieeffizient Sanieren“ wird
die grüne Technologie der Dachbegrünung somit erstmals in
die Liste förderfähiger Maßnahmen, die zum 1. Juni 2014 aktualisiert und veröffentlicht wird, aufgenommen. „Mit der Förderung der Dachbegrünung durch die KfW ist es uns gelungen,
eine zentrale Forderung des BGL nach einer stärkeren Berücksichtigung der grünen Technologien, die wir auch in der Charta
Zukunft Stadt und Grün formuliert haben, durchzusetzen. Wir
haben damit einen zusätzlichen finanziellen Anreiz geschaffen,
der das verstärkte Bauen mit Grün zielgerichtet unterstützt“,
erläutert Hermann Kurth das erfolgreiche Ergebnis der BGLBemühungen gegenüber der Bundesregierung.
KfW-Fördermöglichkeit
für den Einsatz von Dachbegrünung nutzen
Im KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ werden die mit
der energetischen Sanierung verbundenen Maßnahmen – z. B.
jetzt auch die Anlage eines Gründaches als Wärmedämmung –
gefördert. So vergibt die Staatsbank bis zu 75.000 Euro Kredit
für jede Wohneinheit beim KfW-Effizienzhaus oder bis 50.000
Euro bei Einzelmaßnahmen für einen Zinssatz von nur 1 Prozent im Jahr. Überdies gewährt die KfW Hauseigentümern einen Tilgungszuschuss als zusätzlichen finanziellen Anreiz. Der
Standortgerechte Sedum-Kraut-Gras-Mischung für die extensive Dachbegrünungen wählt man vor allem für Dächer,
die nicht begehbar sind.
Tilgungszuschuss reduziert das Darlehen und verkürzt gleichzeitig die Laufzeit. So können bis zu 13.125 Euro gespart werden. Die KfW vergibt die Kredite aber nicht direkt, sondern nur
über andere Banken. Erster Ansprechpartner dafür ist meist
die Hausbank. Der Hauseigentümer kann aber jede beliebige
Bank wählen, die KfW-Kredite anbietet. Die Bank prüft die Finanzierung, schließt den Kreditvertrag mit dem Kunden ab und
haftet gegenüber der KfW für die Rückzahlung.
Weitere Informationen unter: www.galabau.de.
ÖPNV 2013: mehr Fahrgäste, steigende Einnahmen, höhere Kosten
Durchwachsene Bilanz für die deutschen Bus- und Bahnunternehmen: Im vergangenen Jahr stiegen zwar die Fahrgastzahlen
im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erneut, diesmal
um 0,8 % auf über 9,8 Milliarden. Und auch die Einnahmen
aus dem Ticketverkauf legten um 3,3 % auf insgesamt über
elf Milliarden Euro zu. Dennoch ist die wirtschaftliche Lage der
ÖPNV-Unternehmen schwieriger geworden. Deutlich höhere
Kosten, unter anderem bei Busanmietungen (+ 4,5 %) und
Personal (+ 1,1 %), belasten das Gesamtergebnis und führen
dazu, dass der Kostendeckungsgrad sinkt: von durchschnittlich 77,9 % auf 77,1 %.
VDV-Präsident Jürgen Fenske zur aktuellen Bilanz: „Das letzte
Jahr brachte für die Branche Licht und Schatten. Es ist ein Erfolg, dass wir die Fahrgastzahlen auf hohem Niveau erneut steigern konnten. Und auch die deutliche Zunahme bei den Ticketeinnahmen ist ein erfreuliches Ergebnis. Allerdings zeigt der
sinkende Kostendeckungsgrad, dass die Einsparungsbemühungen der Unternehmen und die Einnahmen durch die Fahrgäste alleine nicht mehr ausreichen, um das immer umfangreichere Bus- und Bahnangebot entsprechend zu finanzieren.“
Busverkehr mit leichtem Zuwachs
bei Fahrgastzahlen und Verkehrsleistung
Positiv entwickelt hat sich im letzten Jahr die Nachfrage im
Busbereich. Die Fahrgastzahlen sind hier zwar im Verhältnis
zu Eisenbahn und Tram (jeweils +1%) mit 0,5 % nur halb so
stark gestiegen. Das ist zwar eine Verbesserung zu den Vorjahren, als die Nachfrage vor allem beim regionalen Busverkehr
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eher stagnierte oder sogar sank: „Trotzdem bleibt es bei der
schwierigen Situation des ÖPNV im ländlichen Raum. Das dortige Busangebot wird zu 70 - 80 % von Schülern genutzt. Die
dort tätigen Verkehrsunternehmen spüren den demografischen
Wandel und die rückläufigen Schülerzahlen am deutlichsten“,
so Fenske. Auch die Verkehrsleistung (gefahrene Kilometer pro
Fahrgast) ist bei den Bussen um + 0,3 % gestiegen. Insgesamt
erbrachten die Busse und Bahnen im Nahverkehr letztes Jahr
92,5 Milliarden Personenkilometer, das sind über 253 Millionen
Kilometer pro Tag, ein erneuter Rekordwert.
Öffentliche Mittel für den ÖPNV sinken seit 10 Jahren
Der VDV appelliert an Bund und Länder angesichts steigender
Kosten und zunehmender Verkehrsleistung, die Kofinanzierung des ÖPNV nicht weiter zurückzufahren. In den vergangenen zehn Jahren sanken die Zahlungen der öffentlichen Hand
um fast 250 Millionen Euro (-6,4 %). Im selben Zeitraum stiegen die Fahrgastzahlen um 7,4 %, die Kosten sogar um rund
12 %. „Die fehlenden öffentlichen Gelder haben die Unternehmen durch Einsparungen und die Kunden durch Ticketpreiserhöhungen bislang weitestgehend kompensiert. Doch gerade
angesichts der anstehenden Sanierungsinvestitionen im ÖPNV
von mindestens vier Milliarden Euro muss allen verantwortlichen Politikern klar sein, dass es ohne zusätzliche öffentliche
Gelder keine Modernisierung oder große Angebotserweiterung des ÖPNV mehr geben wird. Ohne weitere Unterstützung
von Bund und Ländern können die Städte, Kommunen und
Gemeinden die notwendigen Investitionen in die ÖPNV-Infrastruktur nicht stemmen“, so Fenske abschließend.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Auf dem Weg zur autarken Energieversorgung
Kommunen erweitern gemeinsame Biogasanlage
2005 investierten die Gemeinden Schönaich, Weil im Schönbuch, Dettenhausen und die Stadt Holzgerlingen über zwei
Millionen Euro in eine interkommunale solare Klärschlammtrocknungsanlage. Der zu trocknende Klärschlamm war zunächst bei allen drei Kläranlagen nur aerob stabilisiert. Im
Jahr 2007 wurde aus der Not eine Tugend gemacht und den
Geruchsproblemen mit dem Bau einer Schlammfaulung der
Lipp GmbH als Kombinationsbehälter auf der Kläranlage
Schönaich begegnet. Da sich das System bewährt hat, wird
nun ein zweiter Kombinationsbehälter gebaut zur Erhöhung
des Energiegewinns, der Betriebssicherheit und zur Ausweitung der interkommunalen Zusammenarbeit.
„Die rund 3.000 m2 große solare Klärschlammtrocknungsanlage besteht aus insgesamt vier Glashäusern, in denen der
Schlamm aus drei Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von
rund 40.000 Einwohnern trocknet“, erklärt Günther Eisele,
Geschäftsführer bei der ISW GmbH & Co. KG. Die Kommunen entschieden sich seinerzeit aufgrund umweltpolitischer
Gesichtspunkte für den Bau dieser Einrichtung: Da der Klärschlamm, der zu den Endprodukten bei der Abwasserreinigung gehört, gelagert, transportiert und verwertet werden
muss und nicht mehr wie früher üblich bodengebunden in
der Landwirtschaft entsorgt werden darf, wurde eine alternative Lösung notwendig. Hinzu kam, dass die Beförderung
des aus zu 75 Prozent aus Wasser bestehenden Schlamms
auch vor dem Hintergrund des Anstiegs der Transport- und
Entsorgungskosten ökologisch nicht mehr tragbar war.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Obwohl die Anlage durch Trocknung die Menge an Klärschlamm
von etwa 4.000 Tonnen auf zirka 1.300 Tonnen im Jahr reduziert, geriet sie bereits in ihrem ersten Betriebsjahr aufgrund
wiederholt auftretender Geruchsprobleme in die Kritik. Schuld
daran war zum einen die unter geothermischen Aspekten als
ungünstig geltende Lage und zum anderen der sehr hohe Anteil
organischer Bestandteile im zu trocknenden Schlamm.
Energiegewinnung durch Klärschlamm
deckt 30 Prozent des Eigenbedarfs ab
Um diesem Problem entgegenzuwirken, wurde 2007 eine
Biogasanlage der Firma Lipp installiert, die auf einem Faulbehälter mit einem Volumen von 550 Kubikmetern basiert.
Die im mesophilen Bereich liegende Prozesstemperatur von
circa 35 °C im Faulturm wird von Heizspiralen im Boden und
in den Seitenwänden garantiert und lässt den Klärschlamm
gären, wodurch Faulgas freigesetzt wird. Das entstandene
Gas entweicht in den darüber liegenden, integrierten 220
m3 fassenden Gasspeicher und wird vor Ort in einem Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Mit
der gewonnenen Energie können der Faulbehälter und die
Betriebsräume beheizt werden, zusätzlich lässt sich der gewonnene Strom für den Betrieb in der Kläranlage verwenden.
„Durch den Bau der Biogasanlage gewinnen wir jährlich rund
300.000 Kilowattstunden und decken circa 30 Prozent unseres Eigenbedarfs ab“, so Roland Ruckaberle, Klärmeister
und Betriebsleiter der Verbandskläranlage Schönaich.
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Erhöhung der Faulgasproduktion
und Schlammreduzierung
Um ihr Energiekonzept weiter zu verbessern, beauftragten
die Kommunen Lipp jetzt mit dem Bau eines neuen Biogasbehälters. „Das gute Preis-Leistungsverhältnis und die Tatsache, dass der Vielfalt der vergärbaren Substrate durch den
Einsatz weiterer Module kaum Grenzen gesetzt sind, haben
uns überzeugt“, erklärte Ruckaberle die Wahl. Ziel der Erweiterung ist eine Erhöhung der Faulgasproduktion und die
Realisierung einer energieintelligenten Kläranlage. „Hierzu
müssen jedoch“, so Eisele, „bei laufendem Betrieb umfangreiche Umbaumaßnahmen vorgenommen werden. Die alten
Faul- und Gasbehälter aus dem Jahr 1974 werden zunächst
abgerissen. Danach erfolgt die Installation des neuen Kombinationsbehälters. Da der Platz hierfür sehr beengt ist, kommt
die speziell von Lipp entwickelte Montagemethode beson-
ders zum Tragen.“ Lipp-Systeme können in jeder Höhe realisiert werden und sind bezüglich Durchmesser und Material
variabel.
Zukünftig soll durch den zweiten Kombinationsbehälter die
Energieleistung verbessert und die Schlammmenge sowie
das Geruchsproblem weiter reduziert werden. Die Vorteile der
zweiten Anlage erklärt Eisele: „Beide Behälter können dann
parallel oder nacheinander arbeiten, was die Sicherheit bei
Außerbetriebnahme einer Faulung erhöht. Zudem wird der
Zweckverband Gruppenklärwerk in der Lage sein, externe
nicht stabilisierte Schlämme kleinerer benachbarter Kläranlagen zur Mitausfaulung anzunehmen.“ Dank der Nutzung
von Synergieeffekten kann so noch ökologischer gearbeitet
werden.
Weitere Informationen unter: www.lipp-system.de.
Köster GmbH realisiert Verlegearbeiten für Offshore-Windpark Nordergründe
Neue Stromtrassen für die Energiewende
Der Ausbau der erneuerbaren Energien zieht konsequent
den Ausbau der bestehenden Stromnetze nach sich. Beim
geplanten Offshore-Windpark Nordergründe in der Nordsee
wurde hierfür ein wichtiger Schritt abgeschlossen: Als Partner
der ABB AG waren die Tiefbau-Spezialisten der Köster GmbH
an den Verlegearbeiten der dafür benötigten Stromtrasse beteiligt.
Noch vor Baubeginn des Offshore-Windpark Nordergründe
etwa 15 km nordöstlich der Insel Wangerooge realisierte die
Köster GmbH mit einem Partner im Auftrag der ABB AG die
dazugehörige Stromverbindung der Landkabeltrasse vom
Deich bis zum Umspannwerk Inhausen bei Wilhelmshaven.
Der gemeinsame Auftrag begann mit der rund 250 m langen
Anlandungsbohrung unter dem Deich hindurch aus dem Wattenmeer heraus. Im Horizontalspülbohrverfahren verlegte die
Köster GmbH ein Schutzrohr mit einem Außendurchmesser
von 500 mm.
Auf der Landseite hinter dem Deich endet das Schutzrohr
in einem Übergangsschacht. Von dort verlegte die Köster
GmbH die Hochspannungskabel über eine 3.800 m lange
Trasse bis zum Umspannwerk Inhausen. Die Tiefbauarbeiten
in diesem Bereich erfolgten abschnittsweise über offene Gräben mit rund 1,20 m Tiefe. Entscheidend für den Erfolg dieser
Arbeiten war eine exakte Arbeitsplanung: Da die Kabel auf
Kabeltrommeln geliefert wurden, war die Länge der Einzelstücke vordefiniert. Nach etwa 1.300 m musste dann bei allen
drei parallel verlegten Kabeln je eine Muffe montiert werden,
mit der die nächsten Teilstücke angeschlossen wurden. Andererseits darf der Graben auch nicht allzu lange offenstehen,
da ansteigendes Grundwasser oder die Witterung die Grabenwände einfallen lassen könnte. „Dann hätten wir den Graben in sehr arbeitsaufwendiger Handarbeit wieder herstellen
müssen“, erläutert Jürgen Höchst, Vertriebsingenieur der Köster GmbH und verantwortlich für die Arbeitsvorbereitung in
diesem Projekt.
Weitere Herausforderungen für die Köster GmbH stellten
die Kreuzungen der Landtrasse mit einem weiteren Deich,
einer Straße und einer Bahntrasse dar. Mit dem Horizontalspülbohrverfahren unterquerten die Tiefbau-Spezialisten
diese jeweils grabenlos mit einem Schutzrohr. Die Tiefbauer
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wurden hier mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, eine
HDD-Bohrung mit einem horizontalen Radius von lediglich
15 m herzustellen. „Nur durch eine geschickte Umplanung
konnten wir die Bohrungen erfolgreich umsetzen“, führt Jürgen Höchst aus. „Vor allem kam es darauf an, dass wir dabei
den genehmigten Arbeitsstreifen nicht verlassen.“ Darüber
hinaus musste bei zwei Bohrungen die Richtung des Kabels
gleich zeitig vertikal und horizontal geändert werden. Dazu
Jürgen Höchst: „Um das Kabel nicht zu beschädigen, war
eine äußerst präzise Planung und Einhaltung der Biegeradien
notwendig. Dank des Know-hows unserer Experten konnten
wir die Vorgaben exakt umsetzen.“
Die Köster GmbH schloss die Arbeiten an der Landtrasse
2013 erfolgreich ab. Seit Frühjahr 2014 entstehen auf einer
Fläche von dreieinhalb Quadratkilometern für den Windpark
Nordergründe 18 Windkraftanlagen im bis zu 14 m tiefen
Wasser. Sie werden jeweils maximal sechs Megawatt Strom
produzieren.
Weitere Informationen unter: www.koester-bau.de.
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Urbana realisiert modernes Energiekonzept mit 2.100 Wohnungen
Eigenstrom-Projekt geht in Betrieb
In Berlin setzt der Hamburger Energiedienstleister Urbana derzeit ein Eigenstrom-Projekt um, das in dieser Größenordnung deutschlandweit einzigartig
ist: 2.100 Wohneinheiten sollen ab April neben Wärme zusätzlich mit Eigenstrom versorgt werden. Das Projekt zeigt, wie die unabhängige, ökologische
und ökonomische Energieversorgung von morgen aussieht: effiziente KWKAnlagen für die Eigenstromproduktion kombiniert mit Smart-Meter-Lösungen
und sicherer, schneller Datenabwicklung. Im Hintergrund kümmert sich Urbana um den gesamten Prozess – von der Lieferung des Gesamtenergiebedarfs
über die Installation der Smart Meter und deren Auslesung bis hin zur Abrechnung. Gateway und ICT-Infrastruktur liefert Urbanas Kooperationspartner
Deutsche Telekom.
Urbana gilt als Vorreiter für integrierte Energieversorgungskonzepte. Bei dem
nun startenden Projekt wird das Berliner Quartier mittels dezentraler Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) neben Wärme auch direkt mit dem vor Ort erzeugten Strom
versorgt. „Das ist höchst effizient und deshalb umweltfreundlich und kostengünstig. Ab April soll planmäßig die Versorgung mit Strom beginnen“, erklärt UrbanaVorstand Jan-Christoph Maiwaldt. „Unser oberstes Ziel ist es, den Strom immer
preiswerter anzubieten als der örtliche Grundversorger in dessen niedrigstem Tarif.“ Für den Mieter sind – abhängig von Haushaltsgröße und Tarif – Einsparungen
von rund 100 Euro pro Jahr möglich.
Die Vorteile der Eigenstromvermarktung liegen auf der Hand: Durch dezentrale
Kraft-Wärme-Kopplung-Lösungen (KWK) werden Wärme und Strom hocheffizient im Gebäude produziert. Dank des direkten Verbrauchs vor Ort wird das
zentrale Stromnetz nicht benötigt: „Genau hier liegen weitere Einsparpotenziale
verborgen. Energieverluste bei der Netzdurchleitung entfallen und aufgrund der
Nichtnutzung der Netze somit auch die sogenannten Netznutzungsentgelte“, erläutert Frank Martin Jarmer, Geschäftsführer bei Urbana und Experte für Eigenstrom. Die Wohnanlage werde somit ökonomisch wie ökologisch aufgewertet
– und die Mieter seien nicht von großen Versorgern abhängig.
Zentrales Datenmanagement über Smart Meter Gateway
Urbana und Deutsche Telekom ergänzen sich perfekt beim Thema Eigenstrom.
„Als Deutsche Telekom haben wir die geeigneten Hochsicherheits-Rechenzentren und die Infrastruktur, um die Verbrauchsdaten zu verschlüsseln, zu übertragen und aufzubereiten“, sagt Dr. Frank Schmidt, Leiter Energie bei der Deutschen
Telekom. So hat der Mieter jederzeit Zugang zu seinem aktuellen Verbrauch, Verlaufskurven der letzten Woche, des letzten Monats oder Jahres sowie zur jährlichen Abrechnung. Schätzungen sind nicht mehr notwendig und niemand muss
künftig unliebsame Überraschungen fürchten.
Außerdem ist Deutsche Telekom Experte für digitale Geschäftsprozesse, kann
ein einfaches Handling von Massendaten gewährleisten und erfüllt hinsichtlich
der IT-Sicherheit die Anforderungen des Bundesministeriums für Sicherheit in
der Informationstechnik (BSI). Die Branchenlösung auf Basis von SAP reduziert
die Komplexität für den Anwender, ist stets auf dem neuesten Stand der Anforderungen der Bundesnetzagentur und wird pro Zählpunkt abgerechnet. „Dieser
Pauschalpreis beinhaltet sogar die SAP-Lizenzen – das ist einzigartig“, so Dr.
Frank Schmidt.
Blockheizkraftwerk trägt die Grundlastwärmeversorgung
Vor der Umsetzung macht sich Urbana – ab einer Größenordnung von 5 kW
– ein genaues Bild von der gegebenen Versorgungsinfrastruktur. In der Regel
integriert der Energiedienstleister funktionstüchtige Altkesselstrukturen in das
neue Versorgungskonzept, um diese zu Spitzenlastzeiten zuschalten zu können.
Die Grundlastwärmeversorgung trägt jedoch das BHKW, das daneben positioniert und in entsprechender Größe dimensioniert wird. Der vom BHKW vor Ort
produzierte Strom deckt rund 50 Prozent des Bedarfs in der Liegenschaft. Die
restlichen 50 Prozent des Strombedarfs kommen über das Urbana-Bilanzkreismanagement in die Liegenschaft. Maiwaldt: „So vernetzen wir smart den zentralen und dezentralen Strommarkt im Auftrag unserer Kunden.“
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Klimaziele
werden ohne aufwendige Modernisierung erreicht
Für den Vermieter und Hauseigentümer hat Eigenstrom zwei
zentrale Vorteile: Erstens wird die Attraktivität ihrer Wohnungen erhöht dank neuer Erlösmöglichkeiten und Einsparung von Verbrauchskosten. Und zweitens werden der Primärenergiefaktor der Liegenschaft und die Klimaziele ohne
aufwendige energetische Modernisierungsmaßnahmen an
der Gebäudehülle optimiert. Den Trend, dass die Wohnungswirtschaft im Energiebereich mehr Verantwortung übernehmen möchte, kann Jan-Christoph Maiwaldt bestätigen: „Wir
führen bereits intensive Gespräche mit vielen Wohnungsunternehmen, die nach Lösungen zur Eigenstromproduktion
suchen. Im Rahmen unserer zahlreichen Analysen vor Ort
stellten wir bei den meisten großen Anlagen ein enormes Potenzial für unsere nachhaltige Lösung fest. Dank unserer jahrzehntelangen Erfahrung als kompetenter Energiedienstleister
für die Wohnungswirtschaft konzipieren wir für jeden Kunden
eine für ihn sinnvolle Lösung.“
Beitrag zur Umsetzung der Energiewende
KWK-Anlagen und Eigenstrom tragen wesentlich zur Umsetzung der Energiewende bei: Zum einen reduziert Eigenstrom aufgrund der netzentlastenden Wirkung sofort und
nachhaltig die Investitionen, die zur Stabilisierung sowie
zum Ausbau des Stromnetzes getätigt werden müssen. Zum
anderen ermöglichen KWK-Anlagen aufgrund ihrer sehr hohen Energieeffizienz kurzfristige Einsparungen im CO2-Ausstoß. Damit wird schon heute die von der Politik geforderte
„schnelle Wende auf dem Wärmemarkt“ (Bundesumweltministerin Barbara Hendricks) erreicht. „Genau das tut Urbana
mit seiner innovativen Direktvermarktung von Strom. Da es
der Politik derzeit noch nicht gelingt die notwendigen Anreize bei der Wohnungswirtschaft und beim Endverbraucher
zu schaffen, nehmen wir derzeit eine Vorreiterrolle ein“, sagt
Maiwaldt.
Weitere Informationen unter:
www.urbana.de.
NABU-Renaturierungprojekt „Untere Havelniederung“
Von Sibylle Eßer M.A. – Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG), Bonn
Mit seinem 18.700 Hektar umfassenden Projektgebiet ist das
NABU-Flussrenaturierungsvorhaben „Untere Havelniederung“ das derzeit größte in Europa. Nirgendwo in der Europäischen Union wird so viel für naturnahe Fluss- und Auenlandschaften getan wie an der Havel zwischen Pritzerbe und der
Hansestadt Havelberg. In den kommenden Jahren werden
auf insgesamt 100 Flusskilometern Altarme angeschlossen
und Ufer wieder naturnah gestaltet. Mehr als 1.100 bedrohte
und geschützte Arten finden in dieser besonderen Flussund Auenlandschaft wichtige Rückzugsorte. Das Projekt will
Fischotter, Eisvogel, Esche, Maifisch, Sumpfdotterblume und
Flussregenpfeifer wieder ein sicheres Zuhause bieten. Die
Renaturierung hat aber noch weitere Aufgaben: Großräumlich sollen Deichabschnitte zurückgebaut und damit Überflutungsgrünland zum Hochwasserschutz gewonnen werden.
Ein Großvorhaben dieser Art passt gut mit der 2015 in der
Havelregion stattfindenden Bundesgartenschau zusammen,
die eine breite, bundesweite Öffentlichkeit auf dieses Projekt
lenken kann und andererseits auch Gäste mit dem Naturerlebnis anlässlich eines BUGA-Besuches faszinieren wird. So
ist der NABU einer der wichtigsten Kooperationspartner der
Gartenschau geworden.
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Die „Untere Havelniederung“ ist das größte Feuchtgebiet im
Binnenland des westlichen Mitteleuropa.
Von der Wasserstraße wieder zurück
zur ökologisch intakten Landschaft
Um zu verstehen, worin der Wert des Renaturierungsprogrammes liegt, muss man wissen, dass die Havel vor ihrer
Regulierung viele kleine Nebenflüsse hatte. Ihr Wasser war
glasklar und auch in trockenen Sommern unterschritt ihre
Fließgeschwindigkeit selten einen halben Meter pro Sekunde. Breite Sandstrände säumten ihre Ufer, und die Hauptströmung verlief zwischen größeren Sandbänken in einer
tiefen Rinne. Schon im Mittelalter griff der Mensch in die
natürliche Gewässerdynamik des Flusses ein, ohne jedoch
seinen Charakter dadurch wesentlich zu verändern. Erst mit
ihrer durchgehenden Regulierung ab 1880 wurden die vielfältigen ökologischen Funktionen der Havel auf die einer
Wasserstraße reduziert und ihre Überflutungsflächen großflächig eingedeicht. Die Folge: Der Fluss weist heute nur noch
wenige Verzweigungen auf, es fehlen z.B. die für Fische lebensnotwendigen Sandufer, Kiesbänke und tiefen Kolke. Im
Sommer kommt die Havel in den Stauhaltungen beinahe zum
Stehen. Das für das Elbe-Hochwasser einstmals verfügbare
Überflutungsvolumen der Niederung wurde halbiert. Bereits
heute fehlt dem Fluss ein Viertel seines Wasser-Volumens.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Die Feuchtgebiete der Unteren Havelniederung sind vor dem Hintergrund dieser
Entwicklung ernsthaft in ihrer Existenz gefährdet, insbesondere die an die Überflutungszyklen gebundenen Lebensgemeinschaften und Arten. Durch den Rückbau
wird man den natürlichen Landschaftsraum wiederherstellen.
Cross Media für eine große Öffentlichkeit mit der BUGA 2015 Havelregion
Unter dem Motto „Von Dom zu Dom – das Blaue Band der Havel“ möchte der
Zweckverband der BUGA 2015 dieses Flussrenaturierungsprojekt in seine Öffentlichkeitsarbeit einbinden. Erstmals ist damit ein Fluss Teil einer Bundesgartenschau. Die BUGA findet auf 90 Kilometern entlang der Havel statt und ist deshalb
eng mit dem Landschaftsraum verbunden. Natur pur in idyllischer Ruhe ohne einen permanenten Lärmteppich – das ist das „Pfund“, mit dem die BUGA 2015 so
auch neben auserlesenen Parks in ihren fünf Kernstädten werben kann. NABU und
BUGA-Zweckverband betonen die Einzigartigkeit, die sich aus der Verbindung zwischen konventioneller Schau und Flussrenaturierung ergibt. Während der Durchführungszeit ist der NABU mit den Infopavillons auf den BUGA Geländen vertreten,
das Projekt wird sicher auch mit Bausteinen im „Grünen Klassenzimmer“, dem
Unterrichtsprogramm in freier Natur, vertreten sein, das den Schulklassen angeboten wird. Die beiden Presse- und Marketingabteilungen werden cross media
Ideen entwickeln. Der NABU berichtet regelmäßig in seiner Mitgliederzeitung „Natur“ über die BUGA und die BUGA umgekehrt in ihrer Zeitung „BUGABOTE“ über
das Projektprogramm. „Infopunkte an allen fünf Standorten der BUGA Havelregion
werden zusätzlich Veranstaltungen auf dem Wasser und Besuche der Renaturierungsarbeiten anbieten“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller anlässlich
der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages.
„Zur BUGA werden wir wahrscheinlich ein Phänomen erleben: Unsere Gäste werden sowohl die gestalteten Parks als auch die naturnahe Havelregion genießen. Im
Grunde handelt es sich um eine 90 Kilometer lange Gartenschau, in der ursprüngliche Landschaft, eine artenreiche Tierwelt und die eigentlichen Gartenschau-Parks
in den fünf BUGA-Kommunen miteinander verschmelzen“, sagte Erhard Skupch,
Geschäftsführer des BUGA-Zweckverbandes.
Zusammenarbeit kurbelt den sanften Tourismus an
„Davon profitieren sowohl die stressgeplagten Großstadtmenschen wie auch die
Natur selbst. Die vielfältigen Lebensbereiche der Havelregion sollen in ihrer Einzigartigkeit und Vielfältigkeit wahrgenommen werden – das Wissen um sie kann sie
schützen und letztlich erhalten“, so Skupch. Von der Renaturierung profitiere auch
die gesamte Region, da neben dem Gewässer- und Artenschutz auch Naturtouristen angelockt werden, so NABU-Bundesgeschäftsführer Miller. „Im Rahmen der
BUGA 2015 wird sich die Untere Havel als ökologisches Rückgrat einer lebendigen
und vielfältigen Region präsentieren können „Wir freuen uns sehr, dass die bisher
umfangreichste Bundesgartenschau und das größte Flussrenaturierungsprojekt
Europas sich vereinen.
Weitere Informationen unter:
www.nabu.de/aktionenundprojekte/unterehavel und www.bundesgartenschau.de.
Kommunalwirtschaft 03/2014
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Neues Grundfos ePaper-Portal:
Online-Bibliothek mit praktischen Zusatzfunktionen
Mit einem neuen ePaper-Portal baut Grundfos sein umfangreiches Online-Informationsangebot für Planer und Installateure weiter aus. In dem über www.grundfos.de zugänglichen
Portal stellt das Unternehmen seine Kataloge, Preislisten,
Prospekte und Datenblätter mit detaillierten technischen Informationen online zur Verfügung. Nutzer können die Dokumente nicht nur lesen und downloaden, sondern daraus auch
eigene Dokumente zusammenstellen und versenden, etwa
als auftragsbezogene Dokumentation. Die Information ist
somit jederzeit verfügbar, immer aktuell und bedarfsgerecht
organisiert. Neben viel genutzten Planungstools wie WebCAPS und AppCAPS für Smartphones bestätigt Grundfos
mit dem ePaper-Portal seine Vorreiterrolle bei elektronischen
Informations¬angeboten.
Hintergrund für die Entwicklung des neuen ePaper-Portals ist
eine repräsentative Befragung, die TNS Infratest im Auftrag
von Grundfos durchgeführt hat und an der sich rund 2.000
Planer und Installateure in Deutschland, Österreich und der
Schweiz beteiligt haben. Demnach nutzen zwei Drittel der
Befragten lieber elektronische als gedruckte Information. Dabei ist für 87% das gängige pdf-Format die bevorzugte Form.
Vor allem Datenhefte, Produktbroschüren und Programmübersichten werden als elektronische Planungshilfen genutzt.
Informationen auf CD oder DVD gelten wegen der unsicheren
Aktualität für viele nicht mehr als zeitgemäß. Mobile Applikationen finden derzeit zwar noch nicht auf breiter Linie Zuspruch, sind aber bei den unter 30-jährigen schon für jeden
Dritten die bevorzugte Form der Technischen Dokumentation.
nach Stichwörtern suchen und die Ansichten verändern. Für
die weitere Nutzung lassen sich nicht nur die ganzen Dokumente als pdf-Datei speichern, sondern mit der Funktion
'Paperclip' auch beliebige Seiten auswählen, speichern oder
zu individuellen pdf-Dokumenten zusammenstellen. Die neu
zusammengestellten Dokumente lassen sich im Portal mit
einem eigenen Deckblatt und Kundendaten versehen, herunterladen oder direkt per E-Mail versenden.
Das neue Grundfos ePaper-Portal ist genau auf diese Anforderungen zugeschnitten. Im Unterschied zum herkömmlichen
Download stehen dabei vielfältige Funktionen zum Suchen
und Organisieren zur Verfügung. So kann man nach Produkten und einzelnen Schlagwörtern suchen und bekommt
die passenden Dokumente mit Seitenangabe und farblich unterlegtem Suchergebnis angezeigt.
Die Vorteile liegen auf der Hand. Mit dem ePaper-Portal stehen produktbezogene Informationen rund um die Uhr und an
jedem Ort zur Verfügung. Statt Datenträger oder gedrucktes
Material mitzuführen, dessen Aktualität ungewiss ist, können
Planer und Installateure einfach bei Bedarf auf die erforderlichen Dokumente auf neuestem Stand zugreifen, egal ob im
Büro oder auf der Baustelle. Mit den praxisnahen Zusatzfunktionen des Portals lassen sich die gewünschten Informationen zielgenau finden und bedarfsgerecht organisieren. Das
ermöglicht schnelle, auftragsbezogene Dokumentationen,
bei denen Projektbeteiligte sofort die relevante Information
zur Hand haben, ohne unnötige andere Inhalte.
In den Dokumenten selbst kann man online lesen, blättern,
Weitere Informationen unter: www.grundfos.de.
Rekordumsatz:
GaLaBau erwirtschaftet 6,33 Mrd. Euro in 2013
Die GaLaBau-Branche ist weiterhin auf Wachstumskurs.
„Trotz des langen Winters zu Anfang des Jahres 2013 hat der
Garten- und Landschaftsbau im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von 6,33 Mrd. Euro erzielt und damit zum wiederholten Mal eine Rekordmarke gesetzt.
Dieses stetig wachsende Bedürfnis nach mehr lebendigem
Grün lässt die Nachfrage nach Dienstleistungen rund ums
Bauen mit Grün weiter steigen. So hat die GaLaBau-Branche
seit 2005 kontinuierlich ihren Gesamtumsatz von 4,24 Mrd.
Euro auf nunmehr 6,33 Mrd. Euro in 2013 gesteigert.
Mit einem Umsatzplus von über 200 Mio. Euro verzeichnete
die grüne Branche ein Umsatz-Wachstum von fast 4 Prozent
gegenüber dem Vorjahr“, freute sich BGL-Präsident August
Forster über die anhaltend positive Entwicklung der Branche.
„Grün - hier besonders Grün in der Stadt - wird in Zukunft
noch weiter an Bedeutung gewinnen“, hob Forster hervor.
„Immer mehr Menschen wünschen sich ein grünes Umfeld in
ihrer direkten Umgebung: Denn Grün schafft Lebensqualität ob im privaten Garten oder in öffentlichen und gewerblichen
Parkanlagen. Überdies macht urbanes Grün Standorte attraktiv und steigert den Wert von Immobilien“, betonte Forster.
Arbeitsmarkt im GaLaBau boomt:
2013 erneut Anstieg der Beschäftigtenzahl
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Für das aktuelle Rekord-Ergebnis sind die 16.522 Fachbetriebe mit ihren insgesamt 103.551 Beschäftigten verantwortlich. Damit stieg 2013 auch die Zahl der Fachbetriebe
gegenüber 2012 (16.267 Betriebe) um 1,57 Prozent. Die Zahl
der Beschäftigten stieg gegenüber 2012 (100.434 Beschäftigte) sogar um 3,09 Prozent auf die neue Rekordmarke von
103.551 Personen. Die Insolvenzquote der Branche belief
sich in 2013 auf 0,62 Prozent und lag damit unter dem Vorjahr
Kommunalwirtschaft 03/2014
(2012: 0,64 Prozent). Bei den über 3.500 Mitgliedsbetrieben
lag die Insolvenzquote im vergangenen Jahr mit 0,49 Prozent
erneut niedriger als bei den Nichtmitgliedern (0,65 Prozent).
BGL-Präsident Forster: „Die GaLaBau-Branche mit seinen
überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen hat sich zu
einem hoch technisierten und innovativen Wirtschaftszweig
entwickelt, der ausgezeichnete berufliche Zukunftsperspektive bietet. Auch ein Ergebnis der vorrausschauenden und
zukunftsorientierten Tarifpolitik.“
Zur wiederum gestiegenen Nachfrage nach grünen Dienstleistungen habe die gestiegene Investitionsbereitschaft in „lebendiges Grün“ beigetragen. Besonders die arbeitsfreundlichen Temperaturen in der zweiten Jahreshälfte ermöglichten
es den GaLaBau-Betrieben, die Aufträge ihrer Kunden oft
noch im November und Dezember erledigen zu können – so
konnten die Betriebe die witterungsbedingten Einbußen zu
Anfang des Jahres mehr als aufholen.
„Um weiterhin als Wachstumsmotor der Branche zu fungieren, gilt es auch in Zukunft stabile und florierende Märkte zu
bedienen. Die herausragende Stellung der Branche muss für
unsere Mitgliedsbetriebe weiterhin Ansporn sein, ihre Eigenkapitalbasis weiter zu stärken, ihre Mitarbeiter zu schulen,
ihre Kundenbeziehungen stetig zu verbessern und kontinuierlich Innovationen zu entwickeln“, so Forster. „Nur erfolgreiche
Betriebe setzen sich im Markt durch und sichern gleichzeitig
Arbeitsplätze und damit das wirtschaftliche Überleben“, fügt
Forster an.
Marktanteil im Privatgarten-Bereich
auf über 56 Prozent ausgebaut
Im nunmehr zwölften Jahr in Folge setzte sich in 2013 die
positive Entwicklung des Privatgarten-Bereichs bei der Auftragsvergabe fort. Die Auftraggeberstruktur stieg von 56,0
Prozent in 2012 im Bereich der privaten Hausgärten leicht an
und verbesserte sich in 2013 auf 56,3 Prozent des Gesamtumsatzes von rund 6,33 Mrd. Euro.
Öffentliches Grün bietet Umsatzchancen
für den Garten- und Landschaftsbau
Im öffentlichen Bereich lag die Auftraggeberstruktur nach
Umsatzanteil in 2013 mit 17,7 Prozent leicht über dem Ergebnis des Vorjahres (2012: 17,3 Prozent), real stieg der Umsatz
jedoch leicht von 1,05 Mrd. Euro in 2012 auf 1,12 Mrd. Euro
in 2013. Der Wohnungsbau stieg merklich an und machte im
Vorjahr einen Anteil von 11,0 Prozent (2012: 8,3 Prozent) aus.
Die Industrie lag mit 6,1 Prozent leicht unter dem Wert von
2012 (6,8 Prozent). Bei den Generalunternehmern wurde mit
4,6 Prozent gegenüber 2012 (7,8 Prozent) ein sinkender Umsatzanteil verzeichnet. Sonstige lagen bei 4,3 Prozent (2012:
3,8 Prozent).
„Für die Zukunft sehen wir besonders im Bereich öffentliches
und gewerbliches Grün ein großes Umsatzpotential. Die steigende Nachfrage nach Grün in den Städten wird auch bei
den Verantwortlichen die Notwendigkeit von mehr attraktiv
gestalteten öffentlichen Grünanlagen und grünen Freiräumen wachsen lassen. Nicht nur privates Grün sondern auch
lebendiges Grün in Parks und Firmengärten möchten die
Menschen genießen. Politisch haben wir Landschaftsgärtner
zusammen mit bisher 21 Unterzeichnern aus Wirtschaft und
Gesellschaft die Charta Zukunft Stadt und Grün verfasst, die
diesem Wunsch nach Grün in der Stadt gegenüber der Politik Ausdruck verleiht“, so BGL-Präsident Forster. Er machte
Kommunalwirtschaft 03/2014
115
deutlich, dass Städte ein grünes Gesicht brauchen. Die Charta „Zukunft Stadt und Grün“ zeigt das Potenzial und den Nutzen von urbanem Grün auf. Ziel der Unterzeichner ist es, in
Politik und Verwaltung das Lösungspotenzial von urbanem
Grün in den Vordergrund zu rücken. Statt großer Standards
müsse der Blick für kleine und schnell umzusetzende Lösungen geöffnet werden.
Stärkster Umsatzträger auch in 2013
weiterhin die Neuanlage von Grün
BGL-Präsident Forster: „Die Neuanlage von Grün war auch
im vergangenen Jahr wieder der stärkste Umsatzträger. Der
Bereich stellte mit 76 Prozent Anteil am Umsatz erneut den
Arbeitsschwerpunkt im Garten- und Landschaftsbau dar.“
Leicht gestiegen ist der Anteil am Umsatz bei der Pflege bestehender Anlagen. Er machte 2013 mit 21 Prozent etwas
mehr als ein Fünftel des Umsatzes aus.
Erfolgreiche Nachwuchswerbung
hält Ausbildungsquote stabil bei neun Prozent
BGL-Präsident August Forster: „Im Gegensatz zu vielen Betrieben aus Industrie und Handwerk haben wir in den letzten Jahren mit unserer kontinuierlichen und engagierten Nachwuchswerbung die Zahl der Ausbildungsplätze kontinuierlich erhöht.“
In diesem Zusammenhang erläutert Forster: „Die Ausbildungsquote, gemessen an den gewerblichen Arbeitskräften, lag in
2013 bei knapp neun Prozent und damit weiterhin stabil. Insgesamt ließen sich von über 10.000 Auszubildenden in gewerblichen Garten- und Landschaftsbau-Betrieben im vergangenen
Jahr 6.749 junge Menschen zu Landschaftsgärtnern ausbilden.
Damit steht der GaLaBau weiterhin an der Spitze des gesamten
Die steigende Nachfrage nach Grün in den Städten wird auch
bei den Verantwortlichen die Notwendigkeit von mehr attraktiv gestalteten öffentlichen Grünanlagen und grünen Freiräumen wachsen lassen. Nicht nur privates Grün sondern auch
lebendiges Grün in Parks und Firmengärten möchten die
Menschen genießen. Foto: BGL
Gartenbaues.“ 2012 waren es 6.736 Auszubildende im Gartenund Landschaftsbau. Die Ausbildungsquote sank zwar gegenüber 2012 leicht, die Zahl der Auszubildenden blieb in 2013
aber vor dem Hintergrund der stetig abnehmenden Zahl von
Schulabgängern dennoch auf einem hohen Niveau.
Weitere Informationen unter: www.galabau.de.
Gemeinwohlorientierte Infrastruktur statt reinem Wettbewerbsdenken:
Kölner Netzwerk der Daseinsvorsorge formuliert Forderungen an Europa
Das Kölner Netzwerk der Daseinsvorsorge diskutierte heute
im Historischen Rathaus der Stadt Köln mit Spitzenvertretern
aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft aus Köln
und der Region über die Zukunft der kommunalen Daseinsvorsorge. Dabei standen Fragen der künftigen Möglichkeiten
der Erbringung von kommunalen Daseinsvorsorgeleistungen
angesichts der wachsenden Einschränkungen durch gesetzliche Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene im Zentrum.
Frau Scho-Antwerpes fasste die Problematik zusammen:
„Wir sehen, dass unser kommunaler Handlungsspielraum
durch europäische Gesetzesinitiativen eingeschränkt werden
kann. Die erst kürzlich geführte Debatte um mögliche Wasserprivatisierungen ist hierfür ein eindrückliches Beispiel.“
Daher sei es insbesondere im Vorfeld der kommenden Europawahl notwendig, Erwartungen an die europäische Politik
aus kommunaler Sicht zu richten.
Die Teilnehmer der Fachforen für „Kommunale Unternehmen“
(Energie, Wasser, Verkehr u.a.), „Bildung, Soziales, Kultur“
sowie „Versorgung mit Finanzdienstleistungen“ kritisierten
den Vor-rang des Wettbewerbsgedankens im Bereich dieser Leistungen auf EU-Ebene, da hier öffentliche und kommunale Aufgaben erfüllt werden. Sie forderten von Europa
die Anerkennung der tragenden Rolle der kommunalen Daseinsvorsorge. Denn diese gewährleistet eine sichere und
116
leistungsfähige Grundversorgung mit Energie, Wasser, flächendeckendem öffentlichen Verkehr, Entsorgung, sozialem
Wohnungsbau sowie Angeboten aus den Bereichen Soziales,
Kultur und Bildung und ist somit das Rückgrat für die Entwicklung von Unternehmen und Menschen.
Einhellig stimmte man überein, dass ein Umdenken von der
reinen Wettbewerbsperspektive hin zu einem nachhaltigen
Ansatz für die Daseinsvorsorge nötig sei. Die EU-Kommission solle in ihrer Gesetzgebung zum Beispiel stärker auf
eine hohe Qualität, Bezahlbarkeit sowie auf Um-welt- und
Sozialstandards achten. Des Weiteren solle sie kommunale
Unternehmen als Partner für die Erreichung ihrer Ziele verstehen. „Die EU möchte mit ihrer Europa 2020-Strategie die
Energieeffizienz um 20% verbessern. Gerade hier bieten sich
kommunale Unternehmen durch ihre Aktivitäten im Wohn-,
Energie-, Fernwärme- und Verkehrsbereich sowie ihre Bürger- und Wohnortnähe als ideale Partner an“, so Dr. Dieter
Steinkamp, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke
Köln GmbH.
Das Kölner Netzwerk der Daseinsvorsorge wird basierend
auf den heutigen Forderungen der Öffentlichkeit am xx. März
eine Resolution zur Europawahl 2014 vorstellen.
Weitere Informationen unter:
www.stadtwerkekoeln.de.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Aus der Industrie – IFAT Spezial
KSB auf der IFAT 2014
Auf der diesjährigen IFAT in München präsentiert sich die
KSB Aktiengesellschaft, Frankenthal, als Komplettanbieter
von Pumpen und Systemen für den Wassertransport, die
Wasseraufbereitung, die Entwässerung, den Abwassertransport sowie die Abwasser-behandlung.
Ein Höhepunkt der Präsentation wird eine neue Ausführung
des hocheffizienten Abwassertransportsystems AmaDS³
sein. Die Anlage ist eine Kombination aus einem patentierten,
trocken aufgestellten Feststoff-Trennsystem und zwei Abwasserpumpen in Prozessbauweise. Aufgrund des großen
Markterfolges, den der Pumpenhersteller in den letzten Jahren mit dieser sehr energiesparenden Art des Abwassertransportes hatte, wird diese Baureihe weiter ausgebaut. So zeigt
man auf der IFAT eine Bauform, die für besonders enge Platzverhältnisse konstruiert wurde.
Zum ersten Mal stellt KSB in München einen neu entwickelten
permanentmagneterregten Synchronantrieb für 6-Zoll-Unterwassermotorpumpen aus. Dieser benötigt zur Erzeugung
seines Drehmoments im Gegensatz zu Asynchronmotoren
keinen Strom im Läufer, da er sein Rotorfeld durch Magnete
erzeugt. Deshalb hat dieser Antrieb keine Stromwärmeverluste im Läufer und kann deutlich bessere Wirkungsgrade erreichen als der klassische Asynchronmotor. Dank einer sehr
hohen Leistungsdichte ist der Antrieb sehr kompakt. Für seinen Betrieb ist ein Frequenzumrichter erforderlich.
Natürlich wird auch die jüngste Ausführung des von KSB in
Serie gefertigten Synchron-Reluktanzmotors SuPremE zu
sehen sein. Dieser hat im Gegensatz zu Asynchronmotoren
auch noch einen guten Wirkungsgrad, wenn er nicht mit voller Leistung läuft. Genau das kommt in der Realität aber sehr
häufig vor, da viele Antriebe im geregelten Betrieb hauptsächlich mit abgesenkter Drehzahl arbeiten.
Er wird in Kombination mit der neuesten Ausführung der
meistverkauften Wassernormpumpe der Welt – der Etanorm
– zu sehen sein. Dank ihrer sparsamen Hydraulik erfüllt die
Baureihe heute schon die EU-Anforderungen (ErP-Richtlinie)
der Durchführungsverordnung 547/2012/EU für Wasserpumpen, die 2015 in Kraft treten.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Ein Höhepunkt der
Präsentation wird
eine neue Ausführung des hocheffizienten Abwassertransportsystems
AmaDS³ sein (KSB
Aktiengesellschaft,
Frankenthal).
D re h z a h l re g e l s y steme, wie der neue
in München gezeigte
PumpDrive,
bieten die Möglichkeit,
durch die Anpassung der Förderleistung an den tatsächlichen Bedarf,
Energiekosten
zu
senken. Alle Baugrößen haben ein durchgängiges Design bis
zu einer Motorleistung von 55 kW. Sie können auf dem Motor, an der Wand oder im Schaltschrank verbaut werden und
sind die einzigen Drehzahlregler, die neben Asynchron- auch
Synchron-Reluktanzmotoren ansteuern können. Für größere
Leistungen bis 1,4 MW stehen Frequenzumrichter in Buchformat mit der Schutzart IP20 zum Einbau in einen Schaltschrank zur Verfügung.
Als Repräsentanten für das große Armaturenprogramm zeigt
der Frankenthaler Hersteller weichdichtende Absperrklappen der Baureihe Isoria und BOAX. In dem französischen La
Roche-Chalais und im spanischen in Burgos fertigt KSB Absperrklappen für den Wassertransport sowie die Wasseraufbereitung bis zu einer Nennweite von 4,7 Metern.
Auf einem Extra-Bereich stellt die KSB-Service GmbH ihr
umfangreiches Portfolio vor. Dieses reicht von klassischen Instandhaltungsthemen über Energie-Effiziensberatung bis hin
zu Retrofitting und Reverse-Engineering.
Weitere Informationen unter: www.ksb.com.
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Naturnahe Regenwasserbehandlung leicht gemacht:
Minimaler Aufwand – Maximale Leistung
Von Dipl.-Agr.-Ing. Claus Huwe – Produktmanager Hauraton
Parkplätze, Straßen, Gebäude: Die intensive Versiegelung von
Flächen stellt Kommunen heute zunehmend vor die Herausforderung, trotz intensiver Bebauung für einen naturnahen
Wasserkreislauf zu sorgen. Eine ausreichende dezentrale Behandlung sowie eine kontrollierte und effektive Versickerung
von Niederschlagswasser gewinnen dabei zunehmend an
Bedeutung. Ein wichtiger Faktor hierfür sind sicher planbare
und überschaubare Kosten. Gemeint sind nicht allein die Investitionsaufwendungen beim Einbau eines Systems. Eine
besonders große Bedeutung haben die Betriebskosten, also
die laufenden Kosten zur Wartung des Systems.
Ein großes Filterflächenverhältnis garantiert
langfristig eine kontrollierte und aufwandsreduzierte
Funktionsfähigkeit des Behandlungssystems
Die optimale Versickerung des Regenwassers ist essentiell
für die Grundwasserneubildung. So wird der natürliche Wasserhaushalt und damit das ökologische Gleichgewicht erhalten. Um eine Überlastung der kommunalen Kanalisation, aber
auch Kellerrückstaus und Straßenüberschwemmungen zu
verhindern, bietet die fachgerechte Versickerung vor Ort eine
effektive Lösung. Kommunen setzen daher im Zuge von Sanierungen und Neubauten zunehmend auf dezentrale Versickerungssysteme, die das Regenwasser möglichst verlustfrei
auffangen, von Schadstofflasten reinigen und anschließend in
das Grundwasser versickern. Neben der wirksamen Niederschlagsbehandlung sind Aufwand und Kosten entscheidend.
Ausschlaggebend sind hier neben den Anlagen- und Einbaukosten insbesondere die betrieblichen Kosten, die entstehen,
um die dezentralen Systeme funktionsfähig zu halten. Dies
ist bei einer zentralen Niederschlagswasserbehandlung nicht
anders.
Entscheidend für den zu leistenden betrieblichen Aufwand
ist neben der Einfachheit der konstruktiven Ausführung vor
allem das Filterflächenverhältnis. Das Verhältnis von Filterfläche zu daran angeschlossener versiegelter Fläche bestimmt
die Menge der Fest- und Schadstoffe, die sich mit dem Regenwasserabfluss auf der Filterfläche ansammeln kann. Es
gilt: Je kleiner das Filterflächenverhältnis, desto höher der
Wartungsaufwand. Um Durchlässigkeit und Schadstoffbindevermögen zu gewährleisten, müssen die Systeme mit Filtermaterial anlagenabhängig in definierten Abständen geprüft
und gewartet werden. Ein geringes Filterflächenverhältnis bedeutet, dass nur eine kleine Filterfläche zur Verfügung steht,
auf der sich die Feststoffe von den im Vergleich viel größeren
angeschlossenen Entwässerungsflächen ablagern können.
Angespannte kommunale Haushaltslagen verhindern häufig,
dass wichtige ökologische Ziele, z.B. Niederschlag auf naturnahe Weise in den Wasserkreislauf zurückzuführen, rasch
umgesetzt werden. Den Kommunen ist wichtig, dass durch
Einbau und Betrieb keine unkalkulierbaren Kosten entstehen.
Möglichst lange Wartungsintervalle und eine unkomplizierte
Durchführung sind hier entscheidende Faktoren. Aber auch
Wirksamkeit, Effektivität und Dauerhaftigkeit der Systeme
dürfen nicht auf der Strecke bleiben.
Wenn es gilt, eine Fläche mit einem neuen Entwässerungssystem auszustatten, haben Kommunen die Qual der Wahl: Dezentrale Filtersysteme zur Regenwasserbehandlung gibt es
in ganz verschiedenen Ausführungen. Je nach Anforderung
kann die Entscheidung für lineare, großflächige Systeme in
Form von Filtersubstratrinnen und Sickermulden fallen oder
aber für punktförmige Systeme, genauer Kleinstfilter, wie
Schachtanlagen oder Einsätze für Straßenabläufe.
Die betrieblichen Kosten – gleichzusetzen mit dem Wartungsaufwand – können je nach Anlagentyp erheblich variieren und sind ein maßgeblicher Faktor in der Gesamtkostenbilanz.
Welche Eigenschaften würden ein ideales dezentrales Behandlungssystem also ausmachen? Neben moderaten Anschaffungs- und Einbaukosten und geringen Wartungskosten
sollte das System eine ausreichende Kapazität besitzen, um
auch hohe Niederschlagsaufkommen zu bewältigen; es sollte
das aufgefangene Niederschlagswasser maximal reinigen
und verlustfrei versickern. Wie real dieser Anspruch ist, wird
im Folgenden anhand der relevanten Parameter erläutert.
118
Die Wirkungsweise am Markt befindlicher Filtersysteme besteht darin, Schadstoffpartikel durch einen entsprechenden
Filterwiderstand zurückzuhalten. Das Filtermaterial reinigt
dabei das aufgefangene Oberflächenwasser: Durch Absorption und Adsorption können auch gelöste Schadstoffe im Regenabfluss dauerhaft in einem dafür geeigneten Filtermaterial
gebunden werden.
Das erhöht den Wartungsaufwand enorm, da so das Filtersubstrat in wesentlich kürzeren Intervallen ausgetauscht werden muss. Des Weiteren spielt die Größe des verfügbaren
Verfüllvolumens eine wichtige Rolle. Denn je mehr Fassungsvermögen und Speichervolumen in einem Filtersystem zur
Verfügung steht, desto länger dauert eine Verfüllung. Auch
einem möglichen Rückgang von hydraulischer Leistung wird
dadurch effektiv entgegen gewirkt.
Regenwasser sauber ins Grundwasser zurückführen:
Drainfix Clean mit großem Retentionsvolumen
für starke Regenereignisse
Je größer Filterfläche, Substrat- und Verfüllvolumen sind,
umso länger bleiben Durchlässigkeit, Schadstoffbindevermögen und hydraulische Leistung erhalten.
Das Rinnenfiltersystem Drainfix Clean von Hauraton bietet mit
sechs Kilogramm Filtersubstrat je Quadratmeter angeschlossener Fläche (Au) und einem Filterflächenverhältnis von zwei
Prozent über 120 Jahre Bindeleistung für gelöste Schwermetalle. Die langen Standzeiten ermöglichen lange Wartungsabstände. Dies hält den Kostenaufwand gering. Das verfügbare Verfüll- und Retentionsvolumen ist mit 60 Kubikmeter je
Hektar angeschlossener Fläche (Au) sechsmal größer als das
Volumen, das beispielsweise für Regenklärbecken nach dem
Arbeitsblatt DWA A 166 gefordert wird.
Ein Überlaufen des Systems wird damit selbst bei extremen
Regenereignissen, die kurz aber sehr intensiv sind, verhindert. So gelangt kein Wasser ungereinigt in den natürlichen
Wasserhaushalt zurück. Anders ist das bei Systemen ohne
bzw. mit nur kleinen Retentionsvolumina: Diese sind auf
Überläufe angewiesen. Überlaufendes Niederschlagswasser
gelangt hier ungereinigt in den Wasserkreislauf.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Die jährlichen betrieblichen Kosten zur Wartung des Drainfix Clean Systems
Dagegen ermöglicht Drainfix Clean durch eine stufenlose
Anpassung des Filterflächenverhältnisses jederzeit eine vollständige Abflussbehandlung, auch bei Starkregenereignissen. Das aufgefangene Regenwasser läuft selbst bei hohem
Niederschlagsaufkommen nicht über und kann so verlustfrei
und gereinigt in das Grundwasser versickert werden. Bei
geringeren Anforderungen kann mit deutlich kleineren Filterflächenverhältnissen beispielsweise auch eine Teilstrombehandlung mit rkrit = 15 l/(s*ha) gemäß Trennerlass in Nordrheinwestfalen realisiert werden.
tieferliegenden Filtersubstratschichten gebunden. Dabei wird
eine hohe Ausgangsdurchlässigkeit rasch reduziert, vor allem
bei großen angeschlossenen Flächen. Für die Wartung bedeutet das, dass häufige und jeweils komplette Filterwechsel
und zum Teil auch Spülungen von Filterkörpern erforderlich
werden. Neben schadstoffhaltigem Material ist dann auch
das Spülwasser zu entsorgen. Durch die kompletten Filterwechsel fallen wesentlich größere, schadstoffbelastete Feststoffmengen an, die sachgerecht und kostenaufwendig zu
entsorgen sind.
Vorteil Oberflächenfiltration:
Bei sehr guter Reinigungsleistung wird eine
einfache und kostengünstige Wartung ermöglicht
Durch die Wahl der Oberflächenfiltration mit ca. 2,0-04 m/s
ist die Bemessungsdurchlässigkeit von Drainfix Clean nur
um den Faktor 10 größer, als die Betriebsdurchlässigkeit, die
sich unter Feststofflast bei Grünmulden einstellt (ca. 2,0-05
m/s). Systeme der Tiefenfiltration mit Bemessungsdurchlässigkeiten um 2,0-03 m/s sind jedoch bereits um den Faktor
100 durchlässiger. Da an diese Systeme meist wesentlich
größere Entwässerungsflächen angeschlossen sind, werden auch deutlich höhere Feststoffmengen eingetragen. Für
den gleichzeitigen Erhalt der höheren Durchlässigkeiten sind
daher erheblich häufigere Wartungen mit kompletten Filterwechseln und Spülungen erforderlich.
Je nach Anlagentyp kann zwischen Oberflächen- und Tiefenfiltration unterschieden werden. Das System Drainfix Clean
nutzt die Vorteile der Oberflächenfiltration: Mit einem angepassten Filtersubstrat wird der für die Oberflächenfiltration
benötigte Filterwiderstand erreicht. Feststoffe, Feinstpartikel
und gelöste Schadstoffe können so bereits an der Substratoberfläche gebunden werden.
Mit einer enorm hohen Reinigungsleistung von mehr als 99
Prozent werden an der Filteroberfläche bei optimaler Sauerstoffversorgung auch Abbauprozesse organischer Stoffe gewährleistet. Die Bioaktivitäten dienen dem Erhalt der Durchlässigkeit.
Betriebsbedingt ergibt sich daher bereits nach wenigen Jahren eine deutlich höhere Gesamtkostenbilanz, die sich aus
Produktanschaffung, Einbau und Betrieb errechnet.
Die Oberflächenfiltration und die lange Bindeleistung des
Filtersubstrats ermöglichen ein leicht anzuwendendes Wartungsverfahren. Lediglich die Substratoberfläche muss, zusammen mit einem geringen Anteil Filtersubstrat, von Zeit zu
Zeit abgeschält werden. Das Schälgut wird abgesaugt und
entnommenes Filtersubstrat ersetzt. Bei einem Filterflächenverhältnis von zwei Prozent und einem Feststoffanfall von 600
kg/(ha*a) ist dieser Vorgang nur in großen Wartungsabständen, etwa alle acht Jahre notwendig. Einfache Schäl- und
Absaughilfen gestalten auch das Wartungsverfahren selbst
zeit- und kostensparend. Je angeschlossenem Quadratmeter
Entwässerungsfläche ergeben sich so nur geringe betriebliche Kosten pro Jahr.
Viel aufwendiger im Betrieb sind Systeme, deren Wirkungsprinzip auf der Tiefenfiltration beruht: Diese arbeiten mit
durchlässigeren Substraten. Feine Partikel werden erst in den
Kommunalwirtschaft 03/2014
119
Vorteil trockenfallendes System: Abbau organischer
Stoffe verlängert Wartungsintervalle zusätzlich
Ein Plus bei der Reinigungsleistung von Rinnenfiltern bieten
gut belüftete, trockenfallende Systeme. Sie bewirken einen
guten biochemischen Abbau des organischen Anteils eingetragener Fest- und Schadstoffe.
Beim Drainfix Clean-Rinnenfilter handelt es sich um ein solches trockenfallendes System. Dauereinstau und damit einhergehende Fäulnis organischer Stoffe haben keine Chance.
Weiterhin wird die Gefahr der Verstopfung von Filterporen in
einstauendem Wasser durch eine überbordende Vermehrung
von Mikroorganismen (Biokolmation) wirksam verhindert. Die
Kombination eines trockenfallenden Systems mit dem Wirkungsprinzip der Oberflächenfiltration ist dabei ideal: Denn
die Oberflächenfiltration gewährleistet eine sehr gute Sauerstoffversorgung und fördert den raschen biochemischen
Abbau organischer Stoffe. Auch Mineralölkohlenwasserstoffe
und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
werden an der Filteroberfläche abgebaut. entstehende Kohlendioxid kann rasch abgeleitet und somit eine Behinderung
weiterer Abbauprozesse vermieden werden.
Organische Stoffe können im Straßenschmutz über 40 Prozent des Feststoffanteils betragen. Da ist eine gute biochemische Zersetzung von organischen Stoffen durch Kleinlebwesen und Mikroorganismen ein wichtiges Plus. Zudem wird
zusätzliches Porenvolumen geschaffen. Dies erlaubt dem
Drainfix Clean-Filterrinnensystem einen langfristigen Erhalt
der Betriebsdurchlässigkeit und damit lange Wartungsabstände.
Abtrocknender, feinpartikulärer Straßenschmutz weist in
Bezug auf andere Materialien, an denen er lagert, stark
schrumpfende Eigenschaften auf. Dank der ausgeprägten
Oberflächenfiltration bei Drainfix Clean werden diese Feinpartikel bereits an der Filteroberfläche zurückgehalten und
können nicht in das Filtersubstrat eingetragen werden. Bei
abtrocknenden Systemen, die auf dem Wirkungsprinzip der
Tiefenfiltration beruhen, besteht eine Kurzschlussgefahr
durch tiefe Schrumpfrisse, die innerhalb eines Filterkörpers
entstehen können. Bei trockenfallender Oberflächenfiltration ist das ausgeschlossen. Lediglich an der Filteroberfläche
können Schrumpfungsprozesse auftreten. Sie sind nicht nur
ungefährlich, sondern tragen sogar zum Erhalt einer guten
Betriebsdurchlässigkeit bei.
Aufgrund seines anpasst großen Filterflächenverhältnisses,
seines großen Retentionsvolumens und dem System der
Oberflächenfiltration gewährleistet Drainfix Clean als trockenfallendes System einen enorm reduzierten betrieblichen
Aufwand im Vergleich zu anderen Systemen. Darüber hinaus
lässt sich mit der hohen Schadstoffrückhalteleistung das
Grundwasser gesund erhalten. Das kommt gleichzeitig kommunalen Kassen und der Umwelt zugute.
Weitere Informationen unter: www.hauraton.com.
FBS-Gemeinschaftsstand auf der IFAT 2014
Gemeinsames Motto – gemeinsamer Stand
„Mit FBS-Betonbauteilen hinterlassen Sie nachhaltig einen
guten Eindruck“ heisst das übergeordnete Motto der Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre e.V. (FBS) und
ihrer Mitgliedsfirmen auf der internationalen Fachmesse IFAT
2014.
Der Gemeinschaftsstand in Halle B5 331/430 bietet zum dritten Mal in Folge den beteiligten Mitgliedsunternehmen und
Fördermitgliedern die Möglichkeit, der Fachöffentlichkeit
ihr Unternehmen und ihre Produkte zu präsentieren. Auf einer rund 400 m2 großen Ausstellungsfläche erhalten Besucher aktuelle Informationen rund um Nachhaltigkeit, Betone,
moderne Anwendungs- und Fertigungstechnologien sowie
Betonbauteile für die Kanalisation, die den veränderten Klimabedingungen und Umweltansprüchen genügen. Mit dabei: BERDING BETON GmbH, BFS Betonfertigteile Systeme
GmbH, Betonwerk Müller GmbH & Co.KG, Finger Baustoffe
GmbH, Josef Schnurrer GmbH & Co.KG, Hawkeye Pedershaab, Hans Rinninger & Sohn GmbH & Co.KG und die
Schlosser-Pfeiffer GmbH.
Geballte FBS-Qualität unter einem Dach
Seit über 25 Jahren setzen sich die FBS und ihre Mitglieder für einen hohen Qualitätsstandard von Betonrohren
und -schächten ein. Das FBSQualitätszeichen steht für ein
Höchstmaß an Fertigungs- und Produktqualität bei der Herstellung von Betonbauteilen. Besondere Aufmerksamkeit gilt
hierbei den Aspekten der Nachhaltigkeit. Hierzu zählt unter
120
FBS-Gemeinschaftsstand in Halle B5 331/430 Grafik: FBS
anderem die Verwendung von ökologisch günstigen Werkstoffen für den Bau von Abwasserleitungen und -kanälen. Bei
der Kanalinstandhaltung ist es in vielen Fällen nachhaltiger,
einen Kanal zu erneuern, anstatt ihn zu sanieren. Auch die
FBS-Hochschuleninitiative ist wieder Thema in München.
Studierende werden mit dem Vortragspaket „Planung, Bau
und Betrieb von Abwasserleitungen und -kanälen“ nachhaltig gefördert. Auf dem Messestand finden eine Reihe von
Fachvorträgen statt. Eingeladen sind Vertreter aus Kommunen und Tiefbauämtern, Ingenieurbüros, bauausführenden
Unternehmen und Verbänden sowie Universitäten, Hoch und
Fachschulen.
Weitere Informationen unter: www.fbsrohre.de.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Leitungen präzise orten mit SEWERIN-Technologie
Bei Betrieb und Instandhaltung von Rohr- und Kabelnetzen
ist die Dokumentation der Leitungslagen nicht selten lückenhaft. Zudem verlaufen Leitungen nicht nur im urbanen Umfeld
unter Straßen, Plätzen und Wegen, sondern auch in unbebautem Gebiet. Die genaue Kenntnis der jeweiligen Leitungslage reduziert den Instandhaltungsaufwand und vermeidet
zuverlässig Fehl- oder Sondierungsgrabungen. Die Produkte
zur Leitungsortung von SEWERIN bieten umfangreiche Lösungen für unterschiedliche Arbeitssituationen.
Das Aushängeschild im Bereich Rohr- und Kabelortung von
SEWERIN ist das neue UT 9000. Seit kurzem ergänzt zusätzlich das UT 830 das Produktportfolio. Beide Geräte zeichnen
sich durch ein vollkommen neues, ergonomisches Design
und zahlreiche technische Features aus, die dem Anwender
die Arbeit deutlich erleichtern. Das „Raumwunder“ UtiliTrac
mit dem zusammenfaltbaren Gehäuse und dem, in den Koffer integrierten Generator, stellt eine weitere, platzsparende
Lösung dar.
Glasfaser-Sonden-Systeme von SEWERIN, die sowohl mit
dem UT 9000 als auch dem UtiliTrac zum Einsatz kommen,
ermöglichen die Ortung von nicht-metallischen Leitungsverläufen in Gas- und Wasserrohrnetzen sowie im Abwassernetz.
Dieses umfangreiche Geräteprogramm erfüllt die Anforderungen ganz verschiedener Anwender auf unterschiedlichen
Märkten.
Das UT 9000 besticht durch innovative Technik. Hervorragend ausbalanciert, leicht und dennoch robust, das sind
die Bedingungen, die das UT 9000 mit Leichtigkeit erfüllt.
Es überzeugt zudem mit einem hochauflösenden und auch
unter starker Sonneneinstrahlung hervorragend ablesbaren
Display und einer großartig strukturierten, schnell verständlichen Menüführung zur intuitiven Handhabung. Das UT 9000
ist mit seinen mehr als 70 Frequenzen eines der flexibelsten
Leitungsortungsgeräte am Markt. Mit der einzigartigen Möglichkeit, vor der Besendung einer Leitung die vorhandenen
Umgebungsfrequenzen zu scannen, bietet das UT 9000 Hilfestellung bei der Wahl der richtigen Frequenz. Unerwünschte Störfelder werden erfolgreich unterbunden, und das Orten
von versehentlich mit besendeten Leitungen vermieden.
Via Funkkommunikation zwischen Empfänger und Generator
können Sendeleistung und Frequenzen zur optimalen Ortung
angepasst werden. Mit einem der leistungsstärksten Generatoren überzeugt das UT 9000 gerade bei der Ortung sehr
langer Leitungsabschnitte. Auch Betreiber von Kabelnetzen
und deren Wartungspersonal werden die Vorzüge des UT
9000 schnell zu schätzen wissen. Denn das Gerät eignet sich
nicht nur zur Suche der Leitungen, sondern kann auch bei der
Kabelfehlersuche effektiv eingesetzt werden.
oberhalb der zu ortenden Leitung ist einzigartig. Die PEAKFunktion ist eine zusätzliche Besonderheit. Mit dieser Funktion werden auf Knopfdruck alle umgebenden Leitungen ausgeblendet, die auf Grund der hohen Frequenz mit besendet
werden.
Bereits seit einigen Jahren setzt der UtiliTrac R1XX Maßstäbe
in der Rohr- und Kabelortung. Das zusammenfaltbare Gerät
zeigt dem Anwender die Lage der gesuchten Leitung dreidimensional an. Der Koffer beherbergt außerdem den Generator. Mit einem Gesamtgewicht von weniger als 7 kg ist der
UtiliTrac absolut feldtauglich für jeden Anwender, der im Feld
oder auf Baustellen Rohr- oder Kabelnetze zu orten hat. Auf
der IFAT wird SEWERIN das neue, breit aufgestellte Leitungsortungs-Programm ausführlich vorstellen. Bereits im Vorfeld
können Interessierte mit den SEWERIN-Vertriebsingenieuren
einen Vorstellungstermin vereinbaren.
Weitere Informationen unter: www.sewerin.com.
Das UT 830 ermöglicht mit der Ortungsfrequenz von 83 kHz
die punktgenaue Lokalisation einer Leitung über isolierte Anschlussstellen hinaus. Es ist daher besonders für die Ortung
erdverlegter Gas und Wasserleitungen geeignet. Die vollautomatische Tiefenmessung ermöglicht den genauen Überblick über die Leitungslage. Die Detektion von Haupt- und
abgehenden Leitungen gelingt mit dem UT 830 spielend einfach. Die Möglichkeit zur passiven Ortung von Strom- und
KKS-Leitungen macht es auch im Baugewerbe zum idealen
Begleiter. Die einfache Bedienung des UT 830 reduziert Trainingszeiten drastisch. Auch wenig erfahrenen Anwendern eröffnet sich das Bedienkonzept nahezu intuitiv. Die schnelle
und zuverlässige optische Darstellung von Richtungspfeilen
Kommunalwirtschaft 03/2014
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Mit German Water Partnership auf der IFAT 2014
German Water Partnership, Partner der Messe München,
wird auf der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfallund Rohstoffwirtschaft vom 5. bis 9. Mai 2014 in München
auf einem Gemeinschaftsstand die deutsche Wasserexpertise
präsentieren sowie zahlreiche Aktivitäten im Rahmen des international aufgestellten Fachforums für Wasser und Abwasser durchführen und mitgestalten.
und Lösungsansätze im Bereich nachhaltiges Wassermanagement in der MENA-Region gemeinsam mit ACWUA. Ein
weiteres Thema ist die „Zukunftsfähige Siedlungswasserwirtschaft“, mit dem auch auf die BDZ/GWP-Konferenz am
07.05.2014 hingewiesen wird.
GWP-Gemeinschaftsstand,
Halle 5A Stand 111/210 und 112
Die Deutsch-Iranische Konferenz (Konferenzraum A21/22)
am Vormittag gehört sicher zu den GWP-Programm-Höhepunkten auf der IFAT. In Anwesenheit des Iranischen Ministers für Energie, Hamid Chitchian, stehen die aktuellen und
zukünftigen Möglichkeiten und Herausforderungen in der
deutsch-iranischen Zusammenarbeit zur Diskussion. Die kontinuierliche Öffnung des Landes bietet für den Wasser- und
Abwassersektor sicherlich ein großes Entwicklungspotenzial.
Auf rund 450 m² präsentiert German Water Partnership
(GWP) gemeinsam mit mehr als 20 Mitgliedern die Expertise
der deutschen Wasserwirtschaft und -forschung. Die Mitglieder stellen ihre Produkte und Innovationen sowie ihr Knowhow und ihre Konzepte für nachhaltige Lösungen im Wasser-,
Abwasser- und Energiesektor für den weltweiten Einsatz vor.
GWP informiert über seine Ziele und Leistungsangebote zur
Kontakt- und Geschäftsanbahnung in den internationalen
Wassermärkten.
Als geschätzter Partner wird sich das Bundesministerium für
Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
ebenfalls präsentieren.
Ein Programm für viele Interessen
Forum Halle A5 – Wasser-Abwasser, 05.05.-09.05.2014
In der Halle A5 bietet dieses Forum eine ideale Plattform zum
Austausch und zur Diskussion mit internationalen Experten
zu wasserwirtschaftlichen Problemstellungen. In Ergänzung
dazu finden Veranstaltungen mit Partnern statt, an denen
GWP beteiligt und/oder Mitveranstalter ist. Die Programmpunkte (in zeitlicher Reihenfolge) im Einzelnen:
05.05.2014
Mit dem Themenblock „Intelligent urbanization – Chancen
und Herausforderungen sowie Lösungen für Städte und Regionen“ startet das Forum. Referenten seitens GWP sind:
Friedrich Barth, GWP-Geschäftsführer; Dr. Richard Vestner,
Dorsch International Consultants und Dr. Gerit Ermel.
Im Rahmen der Session „Capacity Development? – just Training or more?” in Halle B0 – Vortragsbereich 1 THINK GREEN
/ THINK FUTURE stellt GWP die erste gesamtdeutsche Capacity Development-Strategie vor und diskutiert mit internationalen Experten Erfahrungen, Bedarfe und Ansätze. Diese
Veranstaltung erfolgt in Gemeinschaft mit DWA Deutsche
Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.
mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, UNHABITAT, UNESCO-UNEVOC und UNW-DPC.
06.05.2014
Die Fortsetzung des Themenblocks „Intelligent urbanization
– Best Practice Wasser“ fokussiert die deutsch-chinesische
Kooperation im „Innovationszentrum Clean Water“ in Shanghai. Dargestellt werden die Herausforderungen, Projekte
122
Referenten sind u.a.: Reinhold Ollig, Prof. Max Dohmann.
07.05.2014
Die BDZ/GWP-Konferenz „Zukunftsfähige Siedlungswasserwirtschaft“ (Konferenzraum A41) schließt thematisch an die
Beiträge des Blocks „Intelligent urbanization“ an. Stichworte
sind die dezentralen und semizentralen Lösungen von Abwasserbehandlungen in den verschiedenen Lebensräumen
und Kontinenten.
Referenten sind u.a.: Dr. Ingo Töws, Dr. Roland Müller,
Prof. Martin Wagner, Stefan Reuter.
08.05.2014
Zwei Länderspecials gestalten den Tag. Das Länderspecial
Indien am Vormittag, moderiert von GWP-Geschäftsführer
Friedrich Barth, sowie das von GWP gemeinsam mit dem
BMUB organisierte Länderspecial Türkei am Nachmittag,
moderiert von Haluk Dogu, hält Themen zu wasserwirtschaftlichen Herausforderungen und Rahmenbedingungen in den
jeweiligen Regionen bereit: Effiziente Abwassertechnik, Regierungszusammenarbeit, Finanzierung, Kooperationen in
der Wasserwirtschaft, Kommunale Gesetzgebung und der
Einsatz innovativer Verfahren in der Wasser- und Abwasserwirtschaft bieten einen Gesamtüberblick zu Möglichkeiten
und Machbarkeiten von Projekten und versprechen damit einen höchst informativen Tag.
Informationsveranstaltung GWP (13:00-14:00 Uhr) – für Interessierte und neue Mitglieder. Friedrich Barth, GWP-Geschäftsführer, stellt die Ziele, die Inhalte und die Gremien
des Vereins vor. Christine von Lonski, Leiterin operatives
Geschäft, berichtet über die verschiedenen Aktivitäten, wie
z.B. Geschäftsanbahnungen, internationale Messen, Delegationsreisen etc. Zwei Unternehmen berichten über ihre Erfahrungen im Rahmen ihrer Mitgliedschaft.
Ein „Get-together“ ab 17:00 Uhr bietet allen GWP-Interessierten, Partnern und Freunden auf dem Stand die Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen und Austausch.
Weitere Informationen unter:
www.germanwaterpartnership.de.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Sieben auf einen Streich: Komplettangebot von Pumpen,
Zubehör und Service für den Abwasser- und Umweltbereich
Zerkleinern, pumpen, dosieren, mischen – die mit der Förderung flüssiger Medien verbundenen Aufgaben sind vielfältig,
besonders im Abwasser- und Umweltbereich. Dabei sind hier
– wie auch in der Biogas-Produktion – reibungslose Abläufe
essentiell. Störungen in den Systeme erzeugen erhebliche
Probleme. Die NETZSCH Pumpen & Systeme GmbH bietet
daher für diese Bereiche unterschiedlichste Pumpenlösungen,
Zubehör und Serviceleistungen aufeinander abgestimmt aus
einer Hand an: von verschiedenen Pumpentypen, wie Pumpen mit Flanschanschlüssen, verschiedenste Ausführungen
der Trichterpumpe, Mischpumpen, Eintauchpumpen, TORNADO Drehkolbenpumpen über NETZSCH Zerkleinerer und
Zubehör wie das aBP-Modul zur Verhinderung von Brückenbildung und den Trockenlaufschutz bis hin zur Überholung in
die Jahre gekommener Pumpen. Das gesamte Produkt-Portfolio mit seinen flexiblen Konfigurations- und Einsatzmöglichkeiten wird auf der diesjährigen IFAT vorgestellt.
Seit über 60 Jahren entwirft und fertigt NETZSCH im bayerischen Waldkraiburg Pumpen und Zerkleinerer. Der ursprünglich auf die Exzenterschneckenpumpe spezialisierte
Betrieb entwickelte sich in dieser Zeit auch zum Experten für
Drehkolbenpumpen. Bei der Wahl der geeigneten Pumpe für
einen bestimmten Anwendungsfall werden die Kunden anforderungsbezogen und umfassend beraten. Die NEMO® Exzenterschneckenpumpen eignen sich besonders für Drücke
bis 48 bar (höhere Drücke auf Anfrage) und für Medien mit
hohem Trockensubstanzgehalt, beispielsweise entwässerte
Schlämme oder Gülle, Silage und Bioabfälle für die BiogasVergärung. Ihr Förderprinzip basiert auf einem Rotor, der sich
oszillierend in einem feststehenden Stator dreht. Bedingt
durch die Geometriepaarung ergeben sich zwischen Rotor
und Stator Förderkammern, in denen das Medium durch
die Drehbewegung des Rotors im Stator von der Saug- zur
Druckseite transportiert wird. Dies geschieht unabhängig von
seiner Konsistenz oder Viskosität volumen- und druckstabil.
Für besonders viskose Medien kann zusätzlich eine Förderschnecke eingebaut werden. Bei der Biogaserzeugung
kommt unter anderem die NEMO® B.Max® Mischpumpe zum
Einsatz, die über speziell ausgerichtete Zuführstutzen für
Gülle verfügt und damit die Vorvermischung verschiedener
Substrate innerhalb der Pumpe optimiert. Das homogenisierte Substrat gelangt so in den Fermenter, wo es sofort von
den Bakterien verarbeitet werden kann. Das Bilden einer
Schwimmschicht wird vermieden. Der Mischaufwand im Fermenter wird dadurch reduziert.
Der innovative iFD-Stator 2.0 für NEMO® Exzenterschneckenpumpen macht die Instandhaltung besonders leicht: Da
das Elastomer nicht im Stator einvulkanisiert ist, sondern nur
formschlüssig eingespannt, kann er bei Abnutzung einfach
herausgenommen und als sortenreiner Abfall entsorgt werden. Ebenso schnell ist ein neuer Stator eingesetzt und fixiert,
da er sich im nichtgespannten Zustand leicht auf den Rotor
aufschieben lässt. Seine Entwicklung wurde von der Stiftung
„Umwelt“ gefördert. Zudem verringert die Konstruktion die
nötigen Drehmomente für Start und Betrieb und reduziert so
die Energiekosten.
Robuste Pumpen
für schwierige Bedingungen und Medien
In Bereichen mit beengten Platzverhältnissen oder für mobile
Einsätze bietet sich die kompakte und robuste TORNADO®
124
Drehkolbenpumpe an. Dank ihres großen freien Kugeldurchgangs handhabt sie auch stückige Medien ohne Verstopfungsgefahr. Mit einer Förderleistung von bis zu 1.000 m³/h
bewältigt die TORNADO® selbst große Abwassermengen.
Beim Modell T2 gibt es auch die Möglichkeit den Motor
oberhalb des Förderraums anzuflanschen, wodurch eine der
kürzesten Pumpen auf dem Markt entsteht. Diese Bauform
ist besonders geeignet auch auf einem Transportanhänger
(TORNADO® Mobil) oder einer Fahrvorrichtung montiert und
mobil von Einsatzort zu Einsatzort verfahren zu werden.
Der Riementrieb der T2 gewährleistet einen sehr ruhigen Lauf,
einen ölfreien Betrieb und vermeidet einen Totalschaden, wie
er bei konventionellen Synchronisationsgetrieben auftreten
kann. Das Besondere des Riementriebs liegt im Doppelzahnriemen, der Kraftübertragung und Synchronisation der Kolben in einem ermöglicht.
Beiden Pumpenarten gemeinsam ist es, dass sie in Ausführung und Werkstoffauswahl jeweils den Medieneigenschaften
und Förderaufgaben angepasst werden. Auf diese Weise wird
ein langer, verschleißarmer Betrieb sichergestellt. Darüber hinaus arbeiten die NEMO®- und TORNADO®-Pumpen drehrichtungsreversibel und in ihrem Fördervolumen proportional
zur Drehzahl. Letzteres führt zu einer hohen Dosiergenauigkeit.
Beide Pumpenarten sind mit Fokus auf eine unkomplizierte
Wartung und Reinigung konstruiert. Beispielsweise lassen
sich nach Lösen des Pumpendeckels die Drehkolben und
der Gehäuseeinsatz der T2 einfach demontieren, da ein freier
Zugriff auf den Pumpenraum von Flansch zu Flansch gewährleistet ist. Die Flansche der Rohrleitungen müssen dazu nicht
gelöst werden. Die Befestigung der Kolben erfolgt außerhalb
des Pumpenraums.
Flexibel anpassbar durch Zubehör
Je nach Anwendungsanforderungen können die Pumpen
durch unterschiedliches Zubehör ergänzt werden. Dazu zählt
unter anderem das aBP-Modul®, das die Brückenbildung
beim Einfüllen stichfester oder krümeliger Medien verhindert.
Dazu wird ein Aufsatz auf den Trichter der Pumpe gesetzt, der
innen an den Längsseiten jeweils ein Edelstahl-Speichenrad
trägt. Mittels zweier Schneckengetriebe werden diese unabhängig voneinander gegeneinander gedreht. Die sich dabei
entwickelnden Scherkräfte reißen Materialbrücken schon
im Entstehen auseinander, noch bevor es zu Verstopfung
kommen kann. Zum Schutz vor Schäden durch Trockenlauf
des Stators können die NEMO®-Pumpen mit einem StatorProtektor ausgerüstet werden. Hinzu kommen Kontaktmanometer zur Messung von Über- oder Unterdruck, Druckmessumformer, Frequenzumrichter, Fahrvorrichtungen und
Steuerungen.
Störstoffe effizient entfernen
Zur sicheren Förderung von Medien mit groben Störstoffen,
wie sie sich häufig in Abwässern befinden, aber auch zur
Zerkleinerung des Substrats für die Biogas-Produktion bietet NETZSCH verschiedene Zerkleinerer an. Der kompakte
Grobstoffzerkleinerer M-Ovas® arbeitet mit einer doppelseitig verwendbaren Schneidplatte aus gehärtetem Stahl und
Kommunalwirtschaft 03/2014
einem Messerkopf mit Hartmetall-Schneiden, der von einer
Schwungscheibe unterstützt wird. Schwerstoffe, zum Beispiel Steine, werden beim Durchströmen der Anlage in einem
integrierten Sammelabscheider aufgefangen, und können
über dessen separate Reinigungs- und Ablassöffnung entfernt werden. Sind die Feststoffe besonders groß oder stabil,
kommt stattdessen der NETSCH Doppelwellenzerkleinerer
zum Einsatz. Bei diesem sind die Schneidwerke als einteilige
Cartridge-Elemente mit je sechs Messern aus Spezialstahl
sowie sechs Distanzscheiben ausgeführt, die zur Wartung
einfach als Einheit ausgetauscht werden können. Zudem
kann sich das System durch die wechselnde, sehr langsame
Drehzahl selbst reinigen. Sein Durchsatz liegt bei bis zu 300
m³/h bei einem Trockenrückstandsgehalt von bis zu 10 Prozent.
Bei allen Belangen steht das Serviceteam von NETZSCH
dem Kunden auch vor und nach dem Kauf der Pumpe zu Seite. So bietet das Unternehmen Vor-Ort-Schulungen an den
neuen Geräten an und begleitet auch die Inbetriebnahme. Im
Schadensfall helfen die Spezialisten bei der Fehlersuche oder
sorgen mit ihren internationalen Niederlassungen dafür, dass
Original-Ersatzteile innerhalb kürzester Zeit weltweit geliefert
werden können. Auch ältere Anlagen werden mit den passenden Komponenten versorgt oder auf Wunsch mit neuer
Technologie aufgerüstet. Dieser Service in Kombination mit
dem breiten Produktportfolio und dessen Einsatzmöglichkeiten helfen dabei, Standzeiten zu erhöhen, Betriebskosten
zu senken und für jedes Medium die passende Pumpe zu finden.
IFAT 2014 ihre Produkte ausstellen. Das Team des Bereiches
„Umwelt & Energie“ freut sich, Kunden und Interessenten
über Neuheiten und technischen Besonderheiten ihrer Produkte in der Pumpentechnologie anhand von Exponaten zu
zeigen und zu erklären.
Die NETZSCH Pumpen & Systeme GmbH wird im Mai auf der
Weitere Informationen unter: www.netzsch.com.
Durch ihre Robustheit und den unempfindlichen Riementrieb
sorgt die Drehkolbenpumpe TORNADO® T2 für hohe Betriebssicherheit.
Kärcher Scheuersaugmaschine B 150 R für vielfältige Anwendungsgebiete
Komfortabel, schnell und mit Allrad
Einfachheit in der Bedienung, Freiheit in der Wahl der Ausstattung – dafür steht die neue Aufsitz-Scheuersaugmaschine
B 150 R von Kärcher. Denn das batteriebetriebene Gerät vereint Anwenderfreundlichkeit mit einer Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten. Zu diesen gehören unter anderem eine
Reinigungsmitteldosierung, ein Tankspülsystem und zwei
zusätzliche Seitenbesen. Damit lässt sich das Gerät auf den
Bedarf der Kunden aus Industrie, Logistik, Gebäudereinigung
und Öffentlichem Dienst zuschneiden. Die kompakte Maschine ist sehr wendig und zeichnet sich durch eine hohe Flächenleistung von bis zu 9.000
m² in der Stunde aus.
Die B 150 R erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 10
km/h. Der Allradantrieb sorgt
dabei für eine sehr gute Traktion auch auf glatten Belägen
und an Steigungen von bis zu
18 % wie in Parkhäusern, wo
die Maschine problemlos zum
Einsatz kommen kann.
Der Kunde hat die Freiheit, die
B 150 R nach seinen Bedürfnissen zu konfigurieren. Zu den
Wahlmöglichkeiten gehört beispielsweise eine elektronische
Kommunalwirtschaft 03/2014
Dosiereinrichtung, die bei Bedarf Reinigungsmittelkonzentrat
über zwei 2,5-l-Behälter in der gewünschten Menge von 0,5
bis 3 % zudosiert. So kann auf unterschiedliche Verschmutzungsgrade selbst während der Fahrt reagiert werden. Mit
dem automatischen Spülsystem wird der Schmutzwassertank durch eingebaute Düsen nach der Anwendung hygienisch, komfortabel und zeitsparend gereinigt.
Auch bei der Befüllung des Frischwassertanks kann Rüstzeit
gespart werden: Entscheidet sich der Kunde für die Option
Bürstenform BR/BD
Theoretische Flächenleistung
Arbeitsbreite
Saugbreite
Leistung: - Fahrmotor
- Bürstenmotor
- Saugturbine
Batterie
Tankvolumen
Gewicht (ohne Batterie)
Abmessungen LxBxH
Steigfähigkeit
Auto Fill
B 150 R Standard
B 150 R Advanced
Walze/ScheibeWalze/Scheibe
5.400 m²/h
9.000 m²/h
750 / 900 mm
750 / 900 mm
1060 mm
1060 mm
2.500 W
2.870 W
600/750 W
600/750 W
750 W
750 W
180-240 Ah (36 V)
180-240 Ah (36 V)
150 l
150 l
260 kg
290 kg
1400x790x1660 mm
1400x790x1660 mm
max. 15 %
max. 18 %
–
ja
125
Die neue Kärcher Aufsitz-Scheuersaugmaschine B 150 R
Auto-Fill, muss die Befüllung des Frischwassertanks nicht
kontrolliert werden. Über einen Schlauch wird der Tank an
das Wassernetz angeschlossen. Sobald der maximale Füllstand erreicht ist, stoppt die Wasserzufuhr automatisch. Der
Anwender kann währenddessen anderen Aufgaben nachgehen. Je nach Einsatzgebiet kann die Scheuersaugmaschi-
ne mit Walzen- oder Scheibenbürsten (Breite: 75 cm oder
90 cm) ausgestattet werden. Die Bürsten lassen sich ohne
Werkzeug mit wenigen Handgriffen wechseln. Abhängig vom
zu reinigenden Untergrund wird die Drehgeschwindigkeit der
Walzenbürsten mit der Antriebstechnik FACT – Flexible Application Control Technology – anpasst. Das Ein-Knopf-System
und ein großes Display machen die Bedienung der Maschine noch einfacher: Leicht verständliche Symbole zeigen die
Funktionen an, die schnell und unkompliziert gewählt werden
können. Das eingebaute Ladegerät ermöglicht ein Aufladen
der Batterie an jeder Steckdose – unabhängig von einer fest
installierten Ladestation. Eine kurze Einlernzeit wird durch
das System KIK (Kärcher Intelligent Key) gewährleistet. Hierbei werden unterschiedlichen Berechtigungen über farblich
markierte Schlüssel (gelb für Bediener, grau für Objektleiter,
rot für Servicetechniker) vergeben. So legt der Objektleiter
Parameter für die Anwendung vorab fest. Dadurch sind Fehler bei der Bedienung nahezu ausgeschlossen. Besonders
energiesparend und umweltschonend reinigt die Maschine
im eco!efficiency-Modus, der für die Unterhaltsreinigung der
meisten Böden völlig ausreichend ist. Hierbei wird mit niedriger Turbinenleistung und reduzierter Wassermenge gearbeitet.
Weitere Informationen unter: www.karcher.de.
SIMONA auf der IFAT 2014
Die SIMONA AG, einer der führenden Hersteller von thermoplastischen Kunststoffprodukten, zeigt auf der IFAT 2014 (5.
bis 9. Mai 2014 in München) zahlreiche Innovationen umweltund sicherheitsrelevanter Rohrleitungssysteme. Neben anschaulichen Exponaten werden die SIMONA® Rohrsysteme
dem Fachpublikum auch interaktiv präsentiert.
Weltweit erster nahtloser Bogen bis da 1.000 mm
SIMONA erweitert die Produktgruppe der nahtlosen Bögen
um den Dimensionsbereich da 710 mm bis da 1.000 mm. Damit ist SIMONA der erste Produzent, der nahtlose Bögen bis
zu dieser Größe fertigt. Im Gegensatz zu segmentgeschweißten Bögen sind die nahtlosen Bögen voll druckbelastbar und
haben aufgrund der glatten Innenfläche sehr gute hydraulische Eigenschaften. Mit einem eindrucksvollen Exponat da
1.000 mm wird die Innovation auf der Messe präsentiert.
SIMODUAL² Industriedoppelrohre –
Standardisiertes Komplettsystem
für den sicheren Transport aggressiver Medien
Mit einem standardisierten Komplettsystem erweitert die
SIMONA AG ihr Angebot für sicherheitsrelevante Anwendungen. Einzigartig am SIMODUAL² Doppelrohrsystem ist
SIMONA® Mehrschichtrohre
126
die volle Druckbelastbarkeit des Schutz-rohres, die eine
Aufrechterhaltung der Prozessstabilität auch im Havariefall
gewährleistet. Ferner werden beim SIMODUAL² Doppelrohr
die Festpunkte mechanisch fixiert und nicht geschweißt.
Das verkürzt die Installationszeiten und trägt zu Kosteneinsparungen bei. Neben den Rohrmodulen ist ein komplettes
Formteilprogramm in doppelwandiger Ausführung erhältlich.
Verschiedenste Werkstoffkombinationen aus PE und PP bei
Medien- und Schutzrohr sind hierbei realisierbar.
SIMONA® Mehrschichtrohre mit funktionalen
Schichten – Abriebfeste Transportleitungen
für höchste Beanspruchungen
Beim hydraulischen Transport feststoffhaltiger Medien, wie
z.B. Sand, Kies oder Lockergestein, werden die Innenflächen
eines Kunststoffrohres durch Abrieb und Schläge stark belastet. Die coextrudierten SIMONA® PE 100 Rohre werden mit
additiven oder integrierten Innenschichten aus höhermolekularem PE oder modifizierten Polyolefinen gefertigt. Sie weisen
eine hohe Abriebfestigkeit auf und halten dadurch extremen
mechanischen Belastungen stand. Die coextrudierten Rohre
sind bis da 630 mm/SDR 11 erhältlich.
SIMONA® Doppelrohrsystem – Nachhaltige Lösungen
für den Einsatz in Trinkwasserschutzzonen
Die SIMONA® Doppelrohrsysteme für wassergefährdende
Medien fangen eventuell austretendes Schmutzwasser aus
dem Medienrohr im Schutzrohr auf. Über Prüfvorrichtungen
in angeschlossenen Schachtbauwerken kann die Havarie geortet und das Abwasser sicher entsorgt werden. Eine Dichtheitsprüfung des Zwischenraumes ist während des Betriebes
jederzeit möglich. SIMONA® Doppelrohrsysteme sind sowohl
im Druck- als auch im Freispiegelbereich einsetzbar. Neben
Doppelrohrrevisionsschächten bietet SIMONA auch alle gängigen Doppelrohrformteile an.
Kommunalwirtschaft 03/2014
SIMONA® SPC RC-Line Schutzmantelrohre und
SIMOFUSE® Rohrmodule – Kanalsanierungen
mit zertifizierten Produkttypen
Die SIMONA® SPC RC-Line Schutzmantelrohre sind coextrudierte Mehrschichtrohre. Sie bestehen aus einem PE 100
RC Kernrohr und einem additiven Schutzmantel aus extrem
abriebfestem Polypropylen. Die SIMONA® Schutzmantelrohre erfüllen die Anforderungen nach der PAS 1075 und sind
durch den TÜV Süddeutschland fremdüberwacht.
Die SIMOFUSE® Verbindungstechnik wurde für Druckanwendungen weiterentwickelt und transportiert mit einem
Betriebsdruck von bis zu 8 bar das Medium sicher und leckagefrei durch das Erdreich. Die entsprechende Produktzertifizierung ist durch die Materialprüfanstalt (MPA) Darmstadt
erfolgt. Durch das Stecksystem sind die Rohrmodule auch
unter beengten Verhält-nissen einfach zu verschweißen.
SIMONA® PP Rohre und Formteile
in der Wasseraufbereitung –
Systemkomponenten aus einer Hand
SIMONA® bietet für die Bereiche der Wasseraufbereitung in
Wasserwerken oder Entsalzungsanlagen zuverlässige Komplettsysteme aus PE und PP. Als einer der wenigen Produzenten fertigt SIMONA die Rohre in Dimensionen bis da 1.200
mm. Neben extrudierten Rohren und druckklassengerechten
Spritzgusskomponenten kann auch eine Vielzahl an Sonderformteilen nach Kundenwunsch in der eigenen Kunststoffwerkstatt realisiert werden.
SIMODUAL²
SIMONA® Wasserrohrleitungssysteme –
Umfassendes Produktprogramm für Anwendungen
im Ver- und Entsorgungsbereich
Die SIMONA® Wasserrohrleitungssysteme sind innovative
Komplettrohrsysteme aus hochwertigen Kunststoffen – sei es
für die offene oder grabenlose Sanierung oder die Neuverlegung. Große Flexibilität und Beständigkeit gepaart mit hoher
Funktionalität zeichnen die SIMONA® Rohrsysteme aus. Im
Gegensatz zu traditionellen Werkstoffen leiten sie Abwasser
schadlos ab, ohne dass es austritt und unkontrolliert versickert, und fördern Trink-wasser sauber und zuverlässig ans
Ziel.
Weitere Informationen unter: www.simona.de.
Sichere Desinfektion von Reinwasser
mit innovativer Wedeco UV-Technologie von Xylem
Neben vielen Pumpen und Systemen rund um Wasserverund Abwasserentsorgung zeigt das Unternehmen auf der
IFAT 2014 in München auch Produkte der UV-Technologie.
Auf insgesamt drei Messeständen präsentiert sich der Wassertechnologie-Spezialist: in Halle A3, Stand 420 zum Thema
Mikroverunreinigungen sowie in Halle A5 Stand 135/234 zum
Thema Messen und Analysieren. Der größte Stand mit rund
500 Quadratmetern befindet sich in Halle A6, Stand 439/539.
Hier wird die ganze Wasserwelt von Xylem zu sehen sein.
Mit den UV-Baureihen von Wedeco bietet Xylem sichere,
effiziente und umweltgerechte Lösungen zur Reinigung, die
den zuverlässigen Betrieb gewährleisten. Herzstück der Wedeco UV-Systeme sind die leistungsstarken UV-Strahler. Sie
haben einen lange Lebensdauer, arbeiten kontinuierlich auch
bei schwankenden Wassertemperaturen und sind durch ihren
besonders hohen Wirkungsgrad herkömmlichen Strahlern
weit überlegen. Bei der Entwicklung der Wedeco UV-Systeme
stellte die Wartungsfreundlichkeit ein wichtiges Kriterium dar.
Durch Einsatz modernster Lösungen konnte der Wartungsaufwand auf ein Mindestmaß reduziert werden. Wedeco Produkte sind somit innovative, effiziente, zuverlässige und wartungsfreundliche Lösungen zur chemikalienfreien Reinigung.
Wasser – das wichtigste Lebensmittel auf der Erde und wichtigster Bestandteil in industriellen Herstellungsprozessen und
der Landwirtschaft. Doch häufig treten Verunreinigungen
durch Mikroorganismen auf. Viren, Bakterien oder Parasiten,
Kommunalwirtschaft 03/2014
die nicht mit einfachen Filtertechniken entfernt werden können. Mit der Wedeco UV-Technologie von Xylem können diese gefährlichen Begleiter auf umweltfreundliche Art und ohne
Einsatz chemischer Stoffe unschädlich gemacht werden.
Wie funktioniert UV-Desinfektion?
UV-Licht ist ein natürlicher Bestandteil des Sonnenlichts. Die
Wellenlänge des UV-Lichtes von 100 bis 400 Nanometern hat
mit ihrer hohen Energie die einzigartige Fähigkeit, Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Parasiten etc.) im Wasser und in der
Luft zu inaktivieren, indem Sie direkt auf den Erbinformationsträger einwirken. Durch die Veränderung der DNA wird die
Zellteilung des Mikroorganismus unterbunden – er kann sich
nicht mehr vermehren und verliert seine gesundheitsschädigende Wirkung. Mit der UV-Technologie ist es möglich, mehr
als 99,99 % aller Krankheitserreger innerhalb von Sekunden
abzutöten Eine Vermehrung dieser Organismen, welche Infektionen und Krankheiten hervorrufen können, wird also durch
den Einsatz von UV-Licht gestoppt. Anders als chemische
Reinigungsmethoden, ist UV-Licht „einfach" nur Lichtenergie,
die die DNA gefährlicher Mikroorganismen zersetzt. Dadurch
werden alle wichtigen Lebensfunktionen zerstört und der Mikroorganismus stirbt ab. Da keine Chemie eingesetzt wird,
können auch keine gefährlichen Rückstände oder Nebenprodukte in Badegewässer oder Trinkwasser gelangen.
Weitere Informationen unter:
www.xylemwatersolutions.com/de.
127
DIRINGER & SCHEIDEL ROHRSANIERUNG auf der IFAT 2014
Wegweisende Technologien und neues Standkonzept
Anlässlich der IFAT 2014 in München präsentiert die DIRINGER & SCHEIDEL ROHRSANIERUNG GmbH & Co. KG vom
5. bis zum 9. Mai auf 144 m² Standfläche eine breitgefächerte Produktpalette für alle gängigen Verfahren der grabenlosen Leitungssanierung. Zu den Ausstellungsschwerpunkten auf dem neu gestalteten Messestand (Standnummer
B5.411/510), der mit der D&S Rohrsanierung, der Pipe-RoboTec GmbH & Co. KG und der schweizerischen Gfenntech AG
geballtes Sanierungs-Know-how unter einem gemeinsamen
Dach vereint, zählt neben dem sogenannten RS Blue-LineVerfahren die RedEx®-Manschettentechnik.
Manschettentechnik für begehbare Rohrleitungen
Wichtigster Baustein des speziell für die Sanierung von
Trinkwasser-, Kraftwerk-, Löschwasserleitungen und Rohrleitungen in der industriellen Produktion entwickelten RSBlueLiner®-Systems ist ein elastischer Glas-Filz-Schlauch
mit allen erforderlichen Zulassungen, auch für den Trinkwassereinsatz. Der üblicherweise für Nennweiten von DN 100 bis
1000 DN und in Wanddicken von 5 bis 21 mm produzierte
Schlauch wird in einer mobilen, eigens für dieses System
entwickelten Tränkanlage vor Ort mit einem 2-KomponentenEpoxidharz getränkt.
Geballtes Know-how
„Ein Vorteil des Liners ist seine Bogengängigkeit bis 45°, bei
Radien > 3 D auch mehr. So ist der Liner auch für die Sanierung von Dückerleitungen einsetzbar“, erläutert D&S-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Stefan Schikora. Aufwendige Messund Regeltechnik garantiert kontrollierte Verfahrensabläufe;
prozessrelevante Daten wie Tag, Uhrzeit, Komponententemperatur und Kalibrierparameter wie Rollenabstand, Antriebsgeschwindigkeit und Vakuumdruck werden dabei kontinuierlich aufgezeichnet. Schikora: „Mit der 07. März 2014
Aufnahme des RS Blue-Line-Verfahrens in unser Portfolio reagieren wir auf die verstärkte Nachfrage nach bogengängigen
Sanierungstechniken im Druckbereich und unterstreichen unseren Anspruch, unseren Kunden wirtschaftliche, speziell auf
ihren Bedarf zugeschnittene Komplettlösungen auf höchstem
Qualitätsniveau und für sämtliche gängigen Verfahren für die
Sanierung unterirdischer Leitungsinfrastruktur zu bieten –
vom Berstlining über Compact Pipe, DS CityLiner, DynTec,
Haus- und Industrieliner bis hin zu Robotertechnik, UV-Liner
und Zementmörtelauskleidung.“
Mit der RedEx®-Innendichtmanschette bietet Pipe-Robo-Tec
seinen Kunden jetzt erstmals auch eine Lösung für begehbare Rohrleitungen in Nennweitenbereichen von DN 800 bis
DN 6000. Die RedEx®-Innendichtmanschette eignet sich für
den Einsatz in Temperaturbereichen zwischen -20° und 140°
und für verschiedenste Medien wie Trinkwasser, Brauchwasser, Abwasser, Salzwasser, Öl, Gas, Laugen und Säuren;
darüber hinaus kann die RedEx®-Innendichtmanschette als
Liner-Endmanschette (LEM) DN 200-1200 eingesetzt werden.
Neu ist auch das Standkonzept, mit dem die DIRINGER &
SCHEIDEL ROHRSANIERUNG GmbH & Co. KG sich in München präsentiert, und das erstmals Lösungen von D&S, PipeRobo-Tec und Gfenntech auf einem Ausstellungsstand vereint. Spezialisiert auf die Entwicklung und den Vertrieb von
Kameratechnik, Hausanschlussrobotern und Hydraulikmotoren, stellen Pipe-Robo-Tec und die Schweizer Gfenntech
dem Markt hochtechnisierte und leistungsstarke Komponenten rund um die Robotertechnik zur Verfügung. Schikora:
„Unsere gemeinsamen Kunden werden zukünftig nicht nur
von umfangreichen, auf ihre speziellen Anforderungen zugeschnittenen Dienstleistungspaketen profitieren, sondern außerdem von geballtem Know-how, einer schnellen Auftragsabwicklung und einer bestens eingespielten Logistik.“
Sämtliche von der D&S Rohrsanierung für die Sanierung
eingesetzten Geräte werden im Unternehmen gewartet, instandgesetzt und weiterentwickelt. Gemäß seinem Selbstverständnis als Anbieter von Komplettlösungen setzt die D&S
Rohrsanierung konsequent auf die Rundum-Betreuung seiner Kunden vor und während der Baumaßnahme. Engagierte
Mitarbeiter sowie ein flächendeckendes Netz von Standorten sorgen für Kundennähe, dank der Vielfalt und Leistungsstärke der D&S-Produktpalette profitieren die Auftraggeber
des Unternehmens von individuellen Baulösungen aus einer
Hand, die gleichermaßen technisch ausgefeilt wie wirtschaftlich sind.
Weitere Informationen unter: www.dus-rohrsanierung.de.
Hannover: Nadelfilz-Schlauchliner baut Druck gegen Grundwasser auf
Der Mischwassersammler Hindenburgstraße gehört zu den
ältesten Abwasserkanälen der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Im Vorfeld einer umfangreichen Straßenbaumaßnahme begannen im Herbst 2013 die Arbeiten zur
Sanierung des rund 1 Kilometer langen Sammlers. Das vom
Ingenieurbüro Hellriegel, Hannover, entwickelte Sanierungskonzept sah die Renovation per Schlauchlining vor; nach
öffentlicher Ausschreibung kam bei dem Projekt letztlich die
Aarsleff Rohrsanierung GmbH mit ihrem Warmwasser-härtenden-Verfahren zum Zuge.
In Jahre 1894, so steht es in den Plänen, wurde in der
Hindenburgstraße einer der ersten Sammelkanäle des
heute rund 2.500 Kilometer langen Hannoveraner Abwassernetzes gebaut, der auch nach 120 Jahren noch seinen
128
Dienst tut. Jedoch nicht, ohne dass der Dauerbetrieb Spuren an dem Kanal hinterlassen hätte, dessen Nennweite
von Steinzeugrohren DN 250 bis zum gemauerten Eiprofil
866/1300 reicht.
Routinemäßige TV-Inspektionen hatten den Sammler bereits
als Sanierungsfall identifiziert. Schäden aller Art bis hin zu
Deformationen in einem begehbaren Abschnitt wurden dabei dokumentiert und im Rahmen der ingenieurtechnischen
Sanierungsplanung durch das Ingenieurbüro Hellriegel in
den Altrohrzustand 2 bzw. 3 nach DWA M 127/2 eingestuft.
Als für 2013/14 ein kompletter Neuaufbau der Fahrbahn der
Hindenburgstraße (einschließlich Rückbau des Gleiskörpers
einer ehemaligen Stadtbahntrasse) anstand, wurde der Kanal
jedoch von einem latenten zum akuten Problem.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Die Vorgaben, die das Ingenieurbüro von Dipl.-Ing. Rüdiger
Stapf, dem Leiter Kanalsanierung bei der Stadtentwässerung, bekam, waren anspruchsvoll. Einerseits galt es, den
offenen Neubau zu vermeiden, da die hierfür monatelang
notwendige Grundwasserabsenkung schwere Schäden im
unmittelbar benachbarten Hannoveraner Stadtwald, der Eilenriede, hätte hervorrufen können. Andererseits musste der
Kanal unbedingt noch vor Beginn der Straßenbauarbeiten
auf einem Kilometer Länge so weit ertüchtig werden, dass
er weitere 50 Jahre seinen Dienst tun kann. Um dabei aber
nicht die hydraulische Kapazität des Sammlers entscheidend
zu verringern, entschied man sich im Sanierungskonzept für
eine Renovation mit der Schlauchlining-Technologie – und
hier im Detail wiederum für die Warmwasser-härtende Verfahrensvariante.
Mit Ausschlag gebend für diese Entscheidung war der teils
massive Grundwassereintritt in den undichten Kanal. Umfangreiche Injektionsmaßnahmen zur Abdichtung gegen
Grundwassereintritt wollte man vermeiden – der erforderliche
Arbeitsgang wäre eine technisch und wirtschaftlich unkalkulierbare Größe gewesen – und zudem ein Risiko für den, angesichts der oberirdischen Maßnahmen, ohnehin sensiblen
Bauzeitplan. Also sollten Synthesefaser-Schlauchliner mit
– gegenüber den statischen Erfordernissen quasi „überdimensionierten“ Wandstärken per Wasserdruck eingebaut
werden – die das infiltrierende Grundwasser verdrängen bzw.
draußen halten würden. Genau dies ist eine Stärke des in der
Hindenburgstraße zum Einsatz kommenden Verfahrens: Der
mit thermoreaktivem UP-Harz getränkte mehrlagige Synthesefaserliner wird im Inversionsverfahren von einer über dem
Schacht stehenden Wassersäule in den Kanal eingekrempelt
und drückt dabei vorhandenes Restwasser vor sich her in
Richtung Haltungsende. Somit wird die mechanische Belastung des Altrohres während des Einbaus auf ein Minimum
reduziert. Gegen den formschlüssig an der Wand liegenden
Liner hat auch das jenseits des Kanals anstehende Grundwasser keine Chance mehr einzudringen. Insgesamt 11 Einzel-Inversionen in Längen bis zu 225 Metern waren letztlich
notwendig, um den Sammler in der Hindenburgstraße für die
anstehenden Baumaßnahmen fit zu machen.
Bei diesem Projekt wurden 1.022 Meter Liner erfolgreich eingebaut. Die spektakulärste Installation des Projektes fand am
30. November 2013 statt, als ein Eiprofil 1100/733 über 225
Meter Länge saniert wurde. Der dabei eingebaute Liner war
23 Millimeter dick und wog 16 Tonnen. Das Gesamtgewicht
des Sondertransportes lag bei 54 Tonnen, inklusive Transportkiste und Eis, in welches der Liner während der Anlieferung verpackt war, um eine vorzeitige Härtung zu vermeiden.
Mit Hilfe eines hydraulisch betriebenen Förderbandes und
mit einem hydrostatischem Wasserdruck von 5 Meter Wassersäule wurde der Schlauchliner in den Kanal gekrempelt,
formschlüssig an das Altrohr gepresst und ausgehärtet. Die
Dauer des Aufheiz-, Halte- und Abkühlprozesses gemäß Verfahrenshandbuch betrug insgesamt 48 Stunden. Für die Be-
Kommunalwirtschaft 03/2014
Stadtentwässerung Hannover:
30 Kilometer Sanierung jährlich
Rund 2.500 Kilometer lang ist das Entwässerungssystem der
Stadt Hannover und bis zu 140 Jahre alt. Der größte Kanal
ist ein gemauertes Maulprofil 3600/2110. Das im Jahr 2008
aufgelegte Instandhaltungsprogramm sieht vor, dass jedes
Jahr 250 Kilometer des Netzes inspiziert und bis zu 30 Kilometer Kanäle saniert werden. Bei der Sanierung kam in bislang 25 Prozent der Fälle der offene Neubau zum Einsatz.
Von den grabenlosen Sanierungsmaßnahmen werden 40%
durch Renovation und 60% als punktuelle Reparatureinsätze ausgeführt. Insgesamt investiert die Stadtentwässerung Hannover jedes Jahr rund 26 Millionen Euro in die
Überwachung und Sanierung. Bis 2030 soll so zumindest der
öffentliche Anteil des Abwassersystems auf Vordermann
gebracht sein. Deutlich länger wird es dauern, die Grundstücksanschlusskanäle auf den gleichen Stand zu bringen.
Hier geht man von einem Zeitrahmen bis 2030 allein für die
Überprüfung aus. Derzeit werden die Mischwasseranschlüsse in der Innenstadt inspiziert und ausgewertet.
reitstellung der notwendigen Energie wurde eine zusätzliche
mobile Heizanlage in den Heißwasserkreislauf integriert.
Vor dem Einbau der Liner waren allerdings umfangreiche Vorarbeiten in der Form notwendig, dass dicke Kalksinterkrusten
entfernt werden mussten, die der jahrzehntelange Grundwasserzufluss an den Wänden aufgebaut hatte. Des Weiteren
wurden rund 20 Anschlussleitungen offen erneuert, die nach
Installation der Hauptkanal-Liner von innen her wieder angebunden wurden. Bei der vorangehenden Inspektion der Anschlüsse wurden systematisch „tote“ Anschlüsse identifiziert.
Die allein dadurch entstehenden Einsparungen, dass diese
nach der Sanierung nicht wieder angeschlossen werden
müssen, bezeichnet Dipl.-Ing. Rüdiger Stapf als durchaus erheblich. Vor allem aber wurden sämtliche Schächte im Verlauf
der Trasse abgebrochen und durch Neubauten ersetzt; das
erleichterte im Nachgang den Einbau vor allem der großkalibrigen Liner.
Zu einem organisatorisch sehr anspruchsvollen Projekt mit
hohen Anforderungen an die reibungslose Zusammenarbeit
des Auftraggeber, des baubetreuenden Ingenieurbüros Hellriegel und der Aarsleff Rohrsanierung GmbH, Zweigniederlassung Northeim wurde die Sanierung des Sammlers in der
Hindenburgstraße durch die Verflechtung mit den zeitgleich
verlaufenden bzw. unmittelbar nachfolgenden Straßen- und
Gleisbauarbeiten. Perfekte Kommunikation und hohe Flexibilität der Beteiligten sorgten aber dafür, dass letztlich alles
„rund“ und erfolgreich lief- trotz der Unwägbarkeiten, die eine
grabenlose Kanalsanierung speziell im Herbst/Winter-Quartal
naturgemäß mit sich bringt.
129
Hoher Wirkungsgrad durch optimierte Motoren und Hydrauliken:
HOMA stellt neue Tauchmotorpumpen-Generation vor
Energieeffizienz ist inzwischen auch in der Abwasserentsorgung von höchster Bedeutung, bestimmt sie doch maßgeblich die Wirtschaftlichkeit. Um daher den Wirkungsgrad der
hier verwendeten Tauchmotorpumpen noch weiter zu erhöhen, hat die auf diese Technologie spezialisierte HOMA Pumpenfabrik GmbH jetzt Motor und Hydraulik ihrer Aggregate
neu konzipiert: Nicht nur die Effizienz der Motoren wurde verbessert, dank einer permanenten Motorkühlung können auch
alle Typen der neuen EffTec-Baureihe getaucht oder trocken
betrieben werden. Hierbei sind vielfältige Überwachungsmöglichkeiten schon ab der kleinsten Motorgröße realisierbar. Die Hydrauliken wurden mechanisch optimiert, wodurch
sie sich nun neben ihrem hohen Wirkungsgrad auch durch
eine besondere Laufruhe auszeichnen, was die Lebensdauer
der insgesamt bereits sehr robusten Konstruktion zusätzlich
erhöht. Die Neuentwicklungen werden zusammen mit den
bewährten Schneidwerkpumpen von HOMA auf der IFAT in
München erstmals präsentiert.
„Eine Tauchmotorpumpe muss in all ihren Komponenten –
sowohl Motor als auch Hydraulik – effizient arbeiten, um den
größtmöglichen Gesamtwirkungsgrad und damit den geringsten Energieverbrauch erreichen zu können“, erklärt Martin
Senkowski, Leiter Konstruktion und Entwicklung bei HOMA.
Zu diesem Zweck entwickelte das Unternehmen, dessen
Kernkompetenz in diesem Bereich liegt, zunächst ein neues
Konzept für die Motoren, die sich nun wahlweise nass oder
trocken aufstellen lassen. Möglich wird dies durch das PermaCool-System, eine neuartige, permanente Motorkühlung.
Darüber hinaus erlaubt es die neue Motorengeneration, noch
spezifischer auf Sonderwünsche der Kunden einzugehen:
Unter anderem wurde bei der Konstruktion der Aggregate
darauf Wert gelegt, dass alle üblichen Überwachungseinrichtungen selbst bei kleinen Motorgrößen realisierbar sind.
So kann beispielsweise ein Schwimmer als Leckageüberwachung der oberen Gleitringdichtung verwendet oder das zum
Patent angemeldete Pumpendiagnosesystem HOMA VICON
eingesetzt werden.
Erhöhung der Wirkungsgrade
bei geringer Verstopfungsgefahr
Gleichzeitig sorgt das neue Design dafür, dass sich der Kühlmantel nicht mit Feststoffen zusetzen kann, wodurch eine
hohe Betriebssicherheit erreicht wird. Dies wird noch unterstützt durch die mechanisch sehr robuste Konstruktion und
die geringe Wicklungstemperatur, die zu einer niedrigeren
thermischen Beanspruchung und damit zu einer längeren
Lebensdauer führt. Der Wirkungsgrad der Motoren konnte
deutlich verbessert werden, die Modelle der EffTec-Baureihe
erreichen damit die Klasse Premium Efficiency IE 3.
Um einen hohen Gesamtwirkungsgrad zu erzielen, wurden
zusammen mit den Motoren auch die Hydrauliken verändert:
Insbesondere die wesentlichen Komponenten jeder Kreiselpumpe, das Laufrad und das Pumpengehäuse, wurden komplett neu entwickelt. „Die Beschaffenheit des Abwassers hat
sich in den letzten Jahren deutlich verändert, es enthält immer mehr Feststoffe und immer weniger Wasser. Daher wird
eine Pumpe benötigt, die auch unter solchen Bedingungen
zuverlässig arbeitet“, erläutert Senkowski. Die neue Baureihe
verwendet deshalb ausschließlich geschlossene Einkanalräder mit großen Kugeldurchgängen, das heißt einem großen freien Durchgang für Feststoffe. Für die technisch sehr
130
Um einen hohen Gesamtwirkungsgrad zu erzielen, wurden bei
der EffTec-Baureihe sowohl die Motoren als auch die Hydrauliken neu konzipiert: Insbesondere die wesentlichen Komponenten jeder Kreiselpumpe, das Laufrad und das Pumpengehäuse, wurden komplett neu entwickelt.
Quelle: HOMA Pumpenfabrik GmbH
schwierige Optimierung dieser Komponenten griff HOMA auf
seine jahrzehntelange Erfahrung zurück und kombinierte diese mit modernster Strömungssimulationssoftware. Auf diese
Weise konnten die Wirkungsgrade der Einkanalräder deutlich
verbessert werden, bei weiterhin geringer Verstopfungsgefahr. Zudem wurde die Hydrauliken mechanisch dahingehend
überarbeitet, dass die EffTec-Baureihe eine sehr hohe Laufruhe aufweist, die die Beanspruchung aller Bauteile minimiert.
Bewährte Schneidwerkstechnik
für feststoffhaltige Fördermedien
Auf der IFAT 2014 in München werden die Neuentwicklungen
in Halle A6, Stand 123/224 erstmals präsentiert. Darüber
hinaus werden hier auch die bekannten HOMA-Schneidwerkpumpen für Abwassertechnik ausgestellt, die zu den
technisch führenden Lösungen auf dem Markt zählen. So zerkleinert das vorgeschaltete, 55 HRC harte Edelstahl-Schneidwerk der Barracuda GRP-Baureihe Feststoffe im Fördermedium zuverlässig, wodurch in den nachfolgenden Leitungen
auch Rohre mit kleineren Durchmessern verbaut werden
können. Für Pumpstationen mit großen Fördermengen wurde
daneben das ASC-System mit einem freien Durchgang bis
100 mm entwickelt, das in seiner einstellbaren Schneideinrichtung zwei rotierende und ein feststehendes HartmetallMesser der Härte 90 HRA verbindet und so gleich doppelt vor
einem Blockieren der Pumpe schützt.
Für erste Gespräche und konkrete Anfragen zu allen Produkten steht das HOMA-Vetriebsteam auf der IFAT interessierten Besuchern zur Verfügung.
Weitere Informationen unter: www.homapumpen.de.
Kommunalwirtschaft 03/2014
TALIS Group – mit Tradition zur Innovation
– ERHARD: Weltpremiere der Absperrklappe ROCO wave bei Leitmesse IFAT
– SCHMIEDING: Wasserzähleranlagen schließen durch besondere konische
Abdichtungsform eine Verkalkung nahezu aus
– STRATE: neues, leichtes Be- und Entlüftungsventil aus Kunststoff
– FRISCHHUT: Innovation Hydro-Max DN 100
Wenn am 5. Mai die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-,
Abfall- und Rohstoffwirtschaft IFAT in München ihre Pforten
öffnet, zeigt das Unternehmen ERHARD, einer der weltweit
bedeutendsten Hersteller von Wasserarmaturen, erstmalig die innovative Absperrklappe ROCO wave. Am gemeinschaftlichen, 240 m² großen Messestand in Halle A4. 441/540
zeigen drei weitere Unternehmen der TALIS Group, FRISCHHUT, SCHMIEDING und STRATE, der Fachbranche ebenfalls
neueste Produkte und moderne Technologien.
Die ERHARD Erfolgs-Welle
ERHARD ist einer der weltweit führenden Hersteller von
Wasserarmaturen mit über 143-jähriger Erfahrung. Produkte
von ERHARD regeln, steuern und sichern heute weltweit die
Wasserversorgung – und das in allen Größenbereichen von
der Hausanschlussarmatur bis zur Armatur für Kraftwerke.
Daneben verfügt ERHARD über ein breites Produktportfolio
im Abwasserbereich sowie an Armaturen für Industrie Großanlagen.
Seit über 60 Jahren stehen Absperrklappen von ERHARD für
den aktuellsten Stand der Technik. Für weiteren Fortschritt in
der Branche sorgt das Unternehmen nun durch die Markteinführung einer modernen doppelexzentrischen Absperrklappe: ROCO wave.
Die ERHARD Produktreihe umfasst mit den Absperrklappen
ROCO Premium und EAK zwei unterschiedliche Baureihen
mit verschiedensten technischen Eigenschaften. Zur Ablösung beider Modellreihen dient die neue Absperrklappengeneration ROCO wave. Ihre Konstruktion greift einige Komponenten der bisherigen ROCO Premium auf, ergänzt aber
auch eigene neue Details. Die Nennweiten DN 150 – DN 1600
und Druckstufen PN 10 – PN 40 basieren auf dem gleichen
Design, eine Unterscheidung wie bisher ist also nicht mehr
notwendig.
Durch die ROCO wave wird ein neuer Standard im Bereich
Absperrklappen definiert. Innovative Detaillösungen sorgen
für Spitzenwerte bei Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit. Robert Kampfl, entwickelnder Ingenieur resümiert:
„Die ROCO wave ist das Ergebnis der Kombination aus 143
Jahren Erfahrung und den innovativsten Konstruktionstools
und Fertigungsverfahren unserer Zeit.“
SCHMIEDING, STRATE & FRISCHHUT
mit fortschrittlichen Neuerungen
SCHMIEDING ist vor allem im Bereich der kommunalen Gasund Wasserversorgung der kompetente Partner mit modernen, marktgerechten Lösungen – und das schon seit 1874.
Die 140-jährige Erfahrung präsentiert das Unternehmen auf
der IFAT anhand der Wasserzähleranlage und dem Z-Anbohrsystem. Die regulierbaren SCHMIEDING-Wasserzähleranlagen zeichnen sich durch ihre besondere konische Abdichtungsform aus, die eine Verkalkung nahezu ausschließt.
Das Z-Anbohrsystem von SCHMIEDING ist ein Komplettprogramm kompakter Hausanschlussarmaturen zur schnellen
und einfachen Anbohrung von allen Rohrleitungen verschiedenster Materialien ohne Hilfsabsperrung.
STRATE repräsentiert seit mehr als 60 Jahren eine gewachsene und umfassende Produkt- und Problemlösungskompetenz in der Abwassertechnik. Pünktlich zur IFAT stellt das
Unternehmen ein neues, leichtes Be- und Entlüftungsventil
aus dem Hochleistungskunststoff PPA vor, das speziell für
den Einsatz auf Abwasserdruckrohrleitungen entwickelt
worden ist. Das Kunststoffventil ist das Ergebnis einer gemeinschaftlichen Entwicklung; es verbindet das Know-how
der bekannten TALIS-Unternehmen ERHARD, STRATE und
BAYARD.
Die Experten für Gusseisen – FRISCHHUT – stehen seit
sechs Jahrzehnten für Qualität „Made in Germany“. Am Messestand zeigen sie ihr Portfolio und allen voran die Innovation Hydro-Max DN 100. Der Beregnungshydrant mit automatischer Entwässerung und Zwangsspülung entstand aus
der Vereinigung der Erfahrungen der Fertigung von Über- und
Unterflurhydranten und dem seit Jahren bewährten System
„Heide Spezial“. Konstruktionsleiter Martin Herker: „Unser
neuer Beregnungshydrant Hydro-Max DN 100 ist nicht nur
größer, sondern deutlich besser. Auf Grund seiner höheren
Durchlaufmenge ist er dreifach leistungsfähiger als bestehende.“
Weitere Informationen unter: www.talis-group.com.
Kommunalwirtschaft 03/2014
131
REHAU setzt neue Maßstäbe
Der Countdown für die nächste IFAT in München läuft: Nur
noch wenige Wochen und die Fachmesse wird vom 05. bis
zum 09.05.2014 ihre Pforten für das Fachpublikum öffnen.
Der Systemanbieter REHAU stellt dieses Jahr unter dem Motto „REHAU setzt neue Maßstäbe“ einige Neuheiten und bewährte Programme in den Mittelpunkt seines Messeauftritts.
Neues aus der Kanaltechnik
Auf dem REHAU Messestand lernen die Besucher der IFAT
unter anderem das Schachtprogramm AWASCHACHT kennen. Mit den Schächten DN 1000, 800 und 600 sowie passenden Rohr- und Anschlusssystemen aus hochwertigem
Polypropylen bietet der Polymerspezialist für jede Anwendung eine bedarfsgerechte Lösung. Umfassende Serviceleistungen runden das Programm ab.
REHAU arbeitet in der Kanaltechnik stetig an Weiterentwicklungen und stellt deshalb ein neues Verfahren zur Sanierung
von korrodierten oder undichten Betonschächten vor. Bei
der Schacht-in-Schacht-Sanierung wird in den bestehenden
Betonschacht ein AWASCHACHT der nächstkleineren Nennweite eingesetzt. Der alte Schacht verbleibt als sogenannte
„verlorene Schalung“ im Boden. Das vorhandene und meist
beschädigte Gerinne wird ausgestemmt und durch ein präzise vorgefertigtes PP-Gerinne ersetzt. Mittels Absperrblasen
wird das AWASCHACHT-Unterteil schließlich sohlgleich zum
Kanalrohr ausgerichtet. Der noch verbleibende Ringspalt zwischen neuem und altem Schacht wird mit hydraulisch abbindendem Spezialvergussmörtel ausgegossen. Es entsteht ein
neuer, wasserdichter Schacht, der nicht nur statisch selbsttragend, sondern auch chemisch und thermisch belastbar ist
– eine wirtschaftliche und vor allem dauerhafte Lösung.
Die langjährig bewährten Hochlastkanalrohrsysteme AWADUKT PP SN10 und AWADUKT HPP SN16 setzen ebenfalls
neue Maßstäbe – und das nicht nur in Bezug auf die Erfüllung
der Eigenschaften der Norm DIN EN 1852.
Eine universelle Verbindung von Kanalrohrsystemen fast aller
Materialien und Durchmesser stellt REHAU mit AWADUKT
FLEX CONNECT vor. Die neue Rohrkupplung ist mit nur
acht Produktvarianten für den Abmessungsbereich DN110
bis DN630 für jeden Anwendungsfall gewappnet. Egal ob
Beton, Steinzeug, Guss, PVC oder PP mit gewellter, gerippter oder glatter Oberflächenstruktur – Leitungen können im
Handumdrehen miteinander verbunden werden. Ein teurer
Stillstand der Baustelle kann so verhindert werden. Durch die
zusätzliche Q-TE-C Dichtung und die höheren Einstecktiefen
im Vergleich zu herkömmlichen Standardkupplungen setzt
AWADUKT FLEX-CONNECT Maßstäbe beim Thema Sicherheit.
Lösungen für die Regenwasserbewirtschaftung
Für den schonenden Umgang mit der kostbaren Ressource
Wasser präsentiert REHAU verschiedene Systeme für die
Regenwasserbewirtschaftung. So zeigt das Unternehmen
beispielsweise seine bewährten Speichersysteme RAUSIKKO Box als komplettes und variables System mit den passenden Systemschächten. Da das Niederschlagswasser von
Verkehrsflächen erhebliche Belastungen aufweist, ist es notwendig, dieses vor der Versickerung oder Einleitung in die
Vorflut zu reinigen. Hierfür werden die geprüften Systeme zur
Vorbehandlung von Niederschlagwasser vorgestellt. Zudem
können die Besucher der IFAT den neuen polymeren Straßenablauf RainSpot kennenlernen, der aufgrund seines Materials
und Aufbaus besonders robust und verlegefreundlich ist.
Telekommunikation
und kommunale Wärmeversorgung
Der voranschreitende Breitbandausbau und die Installation
von Nahwärmenetzen sind für Kommunen derzeit besonders
wichtige Themen. REHAU wird hierzu im Rahmen der Messe
durchdachte Lösungen, wie beispielsweise das Mikrokabelrohrsystem oder das Nahwärmerohrsystem RAUTHERMEX
vorstellen.
Auf dem Messestand 221/320 in Halle B6 wird REHAU für
das Fachpublikum noch viele weitere spannende Themen
und innovative Systemlösungen bereithalten.
Weitere Informationen unter: www.rehau.com.
California.pro für die Energie- und Wasserwirtschaft
Prozesse für Planung und Abrechnung von Versorgungsleitungen und Hausanschlüssen optimieren
G&W Software Entwicklung GmbH präsentiert auf der IFAT
in Halle B1, Stand 302 die durchgängige AVA-Software und
Baumanagementlösung California.pro mit dem RGB-Modul
speziell für den Tiefbau. Das Raum- und Gebäudebuch ursprünglich als Weiterentwicklung der klassischen Elementkalkulation und des herkömmlichen Raumbuchs entstanden
ordnet Qualitäten und Kosten der Geometrie zu. Der Anwender erstellt damit Kostenberechnungen, Raumbücher, Ausstattungslisten, Leistungsverzeichnisse und Abrechnungen.
In der Energie- und Wasserwirtschaft hat sich das RGB-Modul als schnelles Instrument für die Kalkulation und Abrechnung von Versorgungsleitungen und Hausanschlüssen über
sogenannte „Grabenmodelle“ etabliert. Verknüpft mit den
Rahmenverträgen für Fremdleistungen – bei Bedarf auch mit
Stammdaten wie Material, Eigenleistung und Ressourcen aus
132
dem ERP-System – wird der Planungsprozess vereinfacht
und in die Unternehmensprozesse integriert. So plant der Anwender über parametrisierte Modelle mit geringem Aufwand
alle benötigten Fremdleistungen, Eigenleistungen und Materialien und damit die Kosten der Maßnahme. Die Abrechnung
über Grabenmodelle vereinfacht die Aufmaßerfassung und
-prüfung und ist eine Basis für das in der Versorgungswirtschaft übliche Gutschriftverfahren.
Die wichtigsten Anwendungen sind:
– Planung und Kalkulation von Leitungen und Hausanschlüssen mit Fremdleistungen (v.a. mit Rahmenverträgen),
Eigenleistungen, Material und Ressourcen über Grabenmodelle
– schnelle Angebotskalkulation von Standardprodukten und
Baugruppen
Kommunalwirtschaft 03/2014
– automatische Generierung von Fremdleistungsverzeichnissen, v.a. aus Rahmenverträgen, für Planung und Beauftragung
– automatische Generierung von Listen für die Materialreservierung und die Arbeitsvorbereitung
– Abrechnung über Grabenmodelle und Optimierung des
Gutschriftverfahrens.
Mit dem Modul RGB von California.pro erzielt der Anwender Arbeitsersparnis und verbesserte Planungssicherheit.
Bei großen Projekten hilft RGB, die Übersicht zu gewinnen
und bei Änderungen beizubehalten. Bei wiederkehrenden
Maßnahmen ist der Effizienzgewinn besonders groß, da die
einmalige Vorbereitung zum Beispiel für das Zusammenstellen von Standardbauteilen und Varianten bei allen künftigen
Maßnahmen die benötigte Arbeitszeit um bis zu 90% gegenüber der klassischen Mengenermittlung verkürzt.
Weitere Informationen unter: www.gw-software.de.
Grabenmodelle erleichtern Planung und Abrechnung
Automatisierte Instandsetzung von Schächten in Pulheim – ein Praxisbericht
Die Instandsetzungsqualität, die sehr kurze Sanierungsdauer
und das hohe Maß an Arbeitssicherheit waren die entscheidenden Kriterien für den Landschaftsverband Rheinland
(LVR), eine automatisierte Instandsetzung der Schächte auf
der gesamten Liegenschaft der Abtei Brauweiler in Pulheim
durchzuführen. Das Krefelder Traditionsunternehmen Heikaus
KS Kanalsanierungen GmbH führte diese Arbeiten von Juli bis
September 2013 mit der MRT-Anlage der HDT – HochdruckDosier-Technik GmbH, Bottrop, durch.
Das Gesamtprojekt umfasste die ganzheitliche Sanierung des
Kanalnetzes der Liegenschaft. Neben der Schachtsanierung
wurde auch die Sanierung des Leitungs- und Haltungsnetzes
mit dem Inlinerverfahren durchgeführt. In Teilbereichen sind
hierbei auch Haltungen in offener Bauweise erneuert oder im
Ganzen neu trassiert worden. Alle Arbeiten wurden durch die
Fa. Heikaus KS ausgeführt.
Heikaus KS wendet seit vielen Jahren bereits die MRT-Technik an und ist mit dem eingesetzten Spezialmörtel ombran
MHP-SP der MC-Bauchemie, Bottrop, bestens vertraut.
Die MRT-Anlage ist sowohl bei runden als auch eckigen
Schachtbauwerken aus Beton oder auch aus Mauerwerk flexibel einsetzbar und besteht aus vier Einheiten, die bei der
automatisierten Instandsetzung der Abwasserschächte in
Pulheim zum Einsatz kamen:
– die Blasting Unit zur Untergrundvorbereitung,
– die Spinning Unit zur Beschichtung mit ombran MHP-SP,
– der Coating Head zur Spezialbeschichtung bei biogener
Schwefelsäurekorrosion (BSK) mit ombran CPS und
– die Control Unit zur Steuerung des gesamten Instandsetzungsprozesses.
Die Untergrundvorbereitung
Die Untergrundvorbereitung ist absolut entscheidend für den
Erfolg einer Sanierungsmaßnahme, da sie die Grundlage für
die spätere Beschichtung bildet. Zunächst wurden mit der
Blasting Unit die Wände der rund 80 Schächte, die in Pulheim instandgesetzt werden sollten, mit einer Wasser-Granulat-Mischung bis auf den festen Kern gestrahlt, so dass der
Kommunalwirtschaft 03/2014
Untergrund für die weiteren Instandsetzungsschritte optimal
vorbereitet war. Hierbei war es wichtig, dass nicht nur die
Schmutzstoffe oberflächlich entfernt werden, sondern dass
vielmehr der geschädigte Beton bis auf den „gesunden“ Bereich abgetragen wird. Für diesen Vorgang sind Reinigungsdrücke zwischen rund 350 bis 500 bar zwingend notwendig.
Die MRT stellt dies durch die zentrisch im Schacht versenkbare Wasser-Granulat-Strahleinheit sicher. Diese macht es
überflüssig, dass sich ein Mitarbeiter mit Lanze in der Hand
dem hohen Strahldruck in einem sehr kleinen Bauwerk mit in
der Regel 1 Meter Durchmesser aussetzen muss. Letzteres
war in der Vergangenheit üblich. Wer dies umgehen wollte,
konnte die Schachtwandoberfläche lediglich in Teilbereichen
quasi „von oben“ von der Straßenoberfläche strahlen, allerdings war dies nur ungenügend und mit zu geringen Drücken
für die Neubeschichtung möglich. Beide Vorgehensweisen
genügen heute weder den technischen Standards noch den
Vorschriften zur Arbeitssicherheit. Sie sind viel umständlicher
als die MRT-Technik und bringen nicht die gewünschten Ergebnisse, sind daher keine wirklichen Alternativen zur Automatisierung.
Die Beschichtung
Nach Abschluss der Untergrundvorbereitung erfolgte die
Beschichtung der durchschnittlich 2,0-3,5 Meter tiefen
Schächte mit Hilfe der Spinning Unit durch die Heikaus KS.
Die Spinning Unit verfügt über einen rotierenden Schleuderkopf, der den speziell für die Spritz- und Schleuderverarbeitung entwickelten Hightech-Mörtel ombran MHP-SP auf den
vorbereiteten Untergrund aufbrachte. Im Schleuderkopf wird
durch Rotationsenergie das Material beschleunigt und durch
die hohe Geschwindigkeit beim Aufprall verdichtet. Zusätzlich sorgt die DySC®-Technologie1 des Reprofilierungs- und
Beschichtungssystems für eine weitere Verdichtung der Mörtelmatrix während der Lebensdauer. Der Porenraum wird fortlaufend minimiert und verhindert das Eindringen aggressiver
Stoffe. Die Spinning Unit arbeitet bei der Beschichtung sowohl im als auch gegen den Uhrzeigersinn, um Spritzschatten
zu verhindern. Die Automatisierung verhindert eine ungleichmäßige Beschichtungsoberfläche und stellt gleich bleibende
Schichtstärken sicher. Die MRT erreicht innerhalb von drei
133
Minuten eine Schichtdicke von 15 Millimetern pro Quadratmeter und kann somit die Sanierungsdauer eines Schachtes
stark verkürzen. Aufgrund der schnellen Wasserbelastbarkeit
von ca. 3 Stunden nach dem Auftrag und der einfachen Verarbeitung konnten die Stillstandzeiten im Kanalsystem außerdem reduziert werden.
Schutz vor biogener Schwefelsäurekorrosion
Für den Schutz der Schächte vor biogener Schwefelsäurekorrosion setzte der Auftraggeber in Pulheim die HightechBeschichtung ombran CPS der MC-Bauchemie ein. Ein
spezieller Schleuderkopf ermöglichte es, auch diese HybridSilikatbeschichtung bei der Schachtinstandsetzung mit der
MRT zu verarbeiten. Eine Verteilerplatte mit Rohrführung,
dem so genannten Coating Head, wurde zur Applikation in
den Schleuderkopf eingesetzt. Da die Rohrführung durch den
Coating Head vom eigentlichen Schleuderkopf entkoppelt
ist, konnte der Reinigungsaufwand zudem auf ein Minimum
reduziert werden. Mit Hilfe der computergestützten Control
Unit wurde der gesamte Sanierungsablauf automatisch gesteuert und kontrolliert. Ein eingebautes Wegemess-System
überwachte die Untergrundvorbereitung und den Beschichtungsprozess. So konnten die Schächte in Puhlheim mit der
automatisierten Applikationstechnik effizient instand gesetzt
und langfristig geschützt werden.
Weitere Informationen unter: www.mc-bauchemie.de.
Anmerkung:
1
DySC®-Technologie – DySC steht für Dynamic SynCrystallisation, eine
Entwicklung aus dem Hause MC. Durch eine neuartige Bindemittelkombination nehmen Dichtigkeit und Beständigkeit der Beschichtungen während
der Nutzung zu. Die Bindemittelmatrix wird durch Umkristallisationen und
Mineralneubildungen verfeinert. Langzeituntersuchungen eines externen
Prüfinstituts haben bewiesen, dass die Gesamtporosität in der Beschichtung abnimmt und die Porenradienverteilung optimiert wird. Der dynamische
Wachstumsprozess baut so einen optimalen Langzeitschutz auf.
SEKISUI SPR Gruppe auf der IFAT 2014
Grabenlose Sanierung für Druck- und Freispiegelleitungen
SEKISUI SPR präsentiert sich mit einem umfangreichen Produkt- und Serviceportfolio auf der Messe IFAT vom 5. bis 9.
Mai 2014 in München. Unter dem Motto „Underneath the
City“ stellt das Unternehmen bewährte und neue Technologien der Rohrsanierung auf dem Stand 121 in Halle B5 vor.
Das Wickelrohrverfahren SPR™ wird live auf dem Messestand vorgeführt.
Auf der diesjährigen IFAT, der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft in München, stellt
die SEKISUI SPR Gruppe unter dem Motto „Underneath the
City“ aus. Präsentiert wird den Messebesuchern ein ganzheitlicher Ansatz zum Management von Rohrsystemen mit
Dienstleistungen und Technologien aus den Bereichen Inspektion, Design, Installation und Instandhaltung. Im Fokus
steht dabei ein umfangreiches Technologieportfolio für die
grabenlose Sanierung von Trinkwasser-, Wasser- sowie Abwasserleitungen mit den Verfahren:
– Wickelrohr: SPR™, SPR™ EX, SPR™ PE, SPR™ RO
– Schlauchlining: NORDIPIPE™, TUBETEX™, NORDIWALL™, KM-INLINER®
– Fold-and-Form: r.tec® Close-Fit
Die Technologien erfüllen die unterschiedlichen Anforderungen zur Aufrechterhaltung der weltweiten Infrastruktur.
Zudem zeichnen sie sich durch extrem kurze Bauzeiten,
niedrigere Kosten und weniger Belastung für Anwohner und
Umwelt aus.
Zusätzlich erwartet die Besucher am Stand eine Live-Demo
zur Anwendung des Wickelrohrverfahrens. Getreu des Standmottos erfolgt die Rohrsanierung mit dem SPR™ Wickelrohrverfahren unterhalb einer Stadt. Dabei wird der Endlosprofilstreifen aus PVC von einer oberirdisch platzierten Spule in die
direkt im Kanal stationierte Maschine heruntergeführt und im
Kanalstück zu einem wasserdichten Wickelrohr geformt. Die
Live-Demo und das ganzheitliche Konzept zum Management
134
Wickelrohr: Auf der IFAT Messe 2014 zeigt die SEKISUI SPR
Gruppe live das Wickelrohrverfahren SPR™ für die Sanierung
von Kanälen mit großem Durchmesser oder im Sonderprofil.
Bilder: SEKISUI SPR Europe GmbH
von Rohrsystemen zeigt die SEKISUI SPR Gruppe auf dem
Stand 121, Halle B5.
Weitere Informationen unter: www.sekisuispr.com.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Abwasseraufbereitung
Gebläse punkten mit Schraubeneffizienz
Leiser, effizienter, sparsamer als andere: Das Sigma Profil von
Kaeser Kompressoren gibt es jetzt auch für Gebläseanlagen.
Auf der IFAT stellt der Druckluftspezialist erstmals das hocheffziente Schraubengebläse EBS für den Niederdruckbereich
vor.
Damit ist es gelungen, die versierte Technik – Mehr Druckluft weniger Energie –, die schon im Kompressorenbereich für
deutliche Energieeinsparungen sorgt, auf den Niederdruckbereich zu übertragen. Im Vergleich zu herkömmlichen Drehkolbengebläsen sind die neuen Kaeser-Schraubengebläse
um bis zu 30 Prozent effizienter und bieten auch im Vergleich
zu vielen auf dem Markt befindlichen Schraubengebläsen energetische Vorteile.
Die integrierte Steuerung Sigma Control 2 sorgt für umfangreiche Überwachung und einfache Anbindung an Kommunikatiosnetzwerke bei jedem Einzelgerät und bei kompletten
Gebläsestationen kommt zum ersten Mal die neue maschinenübergreifende Steuerung, der Sigma Air Manager (SAM),
mit spezieller Gebläsesoftware zum Einsatz für noch mehr
Produktivität und Energieersparnis. Branchen und Anwendungen, wie z. B. Abwasseraufbereitung, pneumatische
Fördersysteme, Energieerzeugung, Lebensmittel- und Getränkeindustrie, pharmazeutische Industrie, chemische Industrie, Zellstoff- und Papierindustrie, Textilindustrie, Baustoffindustrie und allgemeine Industrie, können durch die
führende Schraubentechnologie profitieren.
Natürlich verfügen die EBS-Gebläse, Made in Germany, auch
über die anderen herausragenden Eigenschaften von Kaeser-Produkten. Sie sind einfach zu installieren, sind sichere
Dauerläufer und sehr robust und langlebig. Dank einer durchdachten Anordnung der Bauteile ist sowohl eine Wand- als
auch eine Seite-an-Seite-Aufstellung möglich und die Wartung wird zum Kinderspiel.
Das neue Schraubengebläse EBS von Kaeser Kompressoren
bietet höchste Energieeffizienz bei der Abwasseraufbereitung.
Neben anderen Kaeser Weltklasse-Produkten wie unter anderem der neuen, innovativen Verbundsteuerung Sigma Air
Manager 2, sind die EBS-Gebläse erstmals auf der IFAT,
Stand A1 133/132 zu sehen. Stationäre und fahrbare Baukompressoren werden auf einem zweiten Stand B4 135 präsentiert.
Weitere Informationen unter: www.kaeser.com.
Modular aufgebaut und flexibel einsetzbar:
Neues Schachtstativ erlaubt unterirdische Messungen
in bis zu 4 m Tiefe ohne Abstieg in das Kanalsystem
Um Kanalsysteme zu vermessen, wurden von der Abteilung
für Geomatik und Vermessung (GeoZ) der Stadt Zürich bisher
zusätzlich zu tachymetrischen Aufnahmen an der Oberfläche
auch unterirdische Messungen an Kanalkreuzungen durchgeführt. Um dies zu vereinfachen und sämtliche Vermessungen
überirdisch durchführen zu können, wurde ein Stativ benötigt,
das es erlaubt, 3D-Laserscanner durch den Schachtdeckel
einzuführen. Mit dem Schachtstativ haben die Experten für
Messtechnik von der Nedo GmbH nun eine Lösung entwickelt, die speziell für den unterirdischen Einsatz konzipiert ist.
Die robuste Verarbeitung und eine nahezu beliebig veränderbare Zahnsäule ermöglichen Vermessungsarbeiten in bis zu 4
m Schachttiefe.
Trend zu terrestrischen Laserscannern bietet immer vielseitigere Anwendungsmöglichkeiten – lediglich ein geeignetes
Stativ für das Kanal-Laserscanning zu finden, war bisher eine
Herausforderung.“ Dieses Problem hat die Nedo GmbH nun
mit ihrem Schachtstativ gelöst. „Während bisher alle Stative
die Aufgabe hatten, ein Instrument oberhalb der Erdoberfläche zu positionieren, ist diese Anforderung beim Schachtstativ genau umgekehrt: Das Instrument muss sicher nach unten
führen“, erläutert Thomas Fischer, Geschäftsführer von Nedo,
die Herausforderung bei der Konzipierung.
Um unterirdische Kammerbauwerke an den Kanalkreuzungen vermessen zu können, mussten die Mitarbeiter des
Schweizer GeoZ bisher den Abstieg unter die Erde auf sich
nehmen und dort auf konventionelle Weise mit Schnurlot,
Nivellierlatte und Entfernungsmesser arbeiten. „In Zukunft
soll ein Großteil der Kammerbauwerke allerdings mittels 3DLaserscanner von der Oberfläche aus erfasst werden“, sagt
Roman Wolf, Projektleiter Geomatik der Stadt Zürich. „Der
Da 3D-Laserscanner sehr schwer sind und ein Schwingen
des Instruments im Schacht zu falschen Messergebnissen
führen kann, muss das Stativ besonders robust sein. Stativkopf und Kurbelgehäuse sind daher aus einem Aluminium-Druckguss gefertigt. Eine großzügig dimensionierte
Überwurfmutter sorgt für eine zuverlässige und zentrische
Klemmung der Zahnsäule, die ihrerseits mit einer Führungsnut als Verdrehsicherung ausgestattet ist. Diese Form der Ar-
Kommunalwirtschaft 03/2014
Robuste Fertigung
für die stabile Bewegung hoher Lasten
135
retierung gewährleistet einen sicheren Halt. Ein eigens entwickelter Adapter ermöglicht die sichere Überkopf-Befestigung
aller gängigen 3D-Laserscanner. So wird gewährleistet, dass
sich die schweren Geräte auch bei dauernder Überkopfstellung nicht vom Stativ lösen.
Das selbsthemmende Getriebe erlaubt es, ein Gewicht von
bis zu 20 kg sicher und stabil zu tragen, so dass auch hohe
Lasten bewegt werden können. Die Horizontierung des 3DLaserscanners erfolgt über eine am Stativ angebrachte Dosenlibelle, die Kurbel zur Höhenverstellung kann einfach mit
einem Akkuschrauber bewegt werden. Außerdem ist das
erste Zahnsäulenelement am Ende mit einem 5/8“-Innengewinde versehen – dort lässt sich ein Auflageteller befestigen,
der mit Hilfe zweier Schrauben gegen Herausfallen gesichert
werden kann. Ein Wagen mit großen, feststellbaren Rollen,
der als Zubehör erhältlich ist, kann die Montage des 3D-Laserscanners unter dem Stativ und die genaue Positionierung
über dem Schacht zusätzlich vereinfachen und ermöglicht
den Transport des Vermessungszubehörs. „Das Schachtsta-
tiv ist modular aufgebaut und flexibel einsetzbar“, so Wolf.
„Mit den mitgelieferten Zahnsäulenelementen von je 1 m
kann genau die Schachttiefe von 4 m abgedeckt werden, die
wir für unsere Vermessungsarbeiten benötigen.“ Die Zahnsäule ist das Herzstück des Stativs: Mit einer eingebrachten
Verzahnung versehen, kann sie nahezu beliebig erweitert
werden. Zusätzliche Stangenelemente werden einfach in
den Kurbelkopf eingeführt. Dank der präzisen Verarbeitung
verläuft die Verzahnung an den Übergängen so reibungslos,
dass von oben weitere Verbindungsstücke eingefügt werden
können, während das Stativ bereits in den Schacht heruntergelassen wird. Mit einer zusätzlichen Sicherung an den
einzelnen Elementen wird verhindert, dass die Zahnsäule
versehentlich aus dem Kurbelkopf herausgeführt wird und
abrutscht. Auch für die Normalanwendung ist das Stativ
geeignet: Zahnstangenelemente können ebenso von unten
eingeführt werden, um 3D-Laserscanner oberhalb der Erdoberfläche nutzen zu können.
Weitere Informationen: www.gebhardt-seele.de.
Eisenmann präsentiert auf der IFAT breites Produktspektrum
Auf der IFAT in München präsentiert sich der Böblinger Anlagenbauer Eisenmann vom 5. bis 9. Mai 2014 in Halle B3,
Stand 378 als Komplettanbieter für umweltfreundliche und
ressourcenschonende Anlagentechnologien. Speziell zu den
Themen Wasser und Abwasser gibt es eine weitere Informationsplattform in Halle A1, Stand 524.
Das breite Produktspektrum des Geschäftsbereichs Environmental Technology umfasst Abluft- und Abwasserreinigung,
thermische Reststoffverwertung und Anlagen zur Biogaspro-
duktion aus Abfall. In allen Themenbereichen werden Anlagen
individuell nach Kundenanforderungen entwickelt oder aus
Standardkomponenten gefertigt. Im Mittelpunkt des diesjährigen Messeauftritts stehen Biogasaufbereitung und Wasteto-Energy-Lösungen zur alternativen Energiegewinnung. Die
Biogasaufbereitungsanlage von Eisenmann gewann im Dezember 2013 als umweltfreundliche Technologie den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt.
Weitere Informationen unter: www.eisenmann.com.
HOBAS präsentiert Druckvortriebsrohr DA 3270 auf der IFAT
Die IFAT, weltweit wichtigste Messe für Wasser-, Abwasser-,
Abfall- und Rohstoffwirtschaft, öffnet vom 5.-9. Mai 2014
wieder ihre Pforten in München. HOBAS, als Hersteller von
hochwertigen Rohrsystemen aus GFK (glasfaserverstärkter
Kunststoff) für die Ver- und Entsorgung sowie die Industrie,
wird in Halle B6 am Eingang Ost zu finden sein.
Die originalen HOBAS GFK-Schleuderrohre werden seit Anfang der 1980er Jahre in Vortriebsprojekten für Druck- und
Freispiegelleitungen eingesetzt. Im Fokus der diesjährigen
Präsentation auf der IFAT steht ein HOBAS Druckrohr DA
3270, welches für die Verlegung mittels Vortrieb geeignet ist.
Dank des speziellen Rohrdesigns und der außenbündigen
FWC-Kupplung kann HOBAS solche Druckleitungen anbieten. Sie halten zum einen hohen Presskräften beim Vortrieb
stand und sind z.B. für einen Systeminnendruck von PN 6
ausgelegt – eine 2 in 1 Lösung. Ein Mantel oder Trägerrohr
ist nicht notwendig. Ein weiteres Highlight auf dem Stand
wird das Model eines Entlastungssystems für Mischwasserkanäle (Combined Sewer Overflow - CSO) sein, welches als
modulares Kompaktbauwerk werksseitig hergestellt wird. Bei
Trockenwetter stellt es einen herkömmlichen Abwasserkanal
dar, bei starkem Regen verhindert es eine Überlastung des
Systems, indem es grobstoffliche Verunreinigungen getrennt
zur Kläranlage abführt und das grobstofffreie Abwasser in einen Stauraum oder in den Vorfluter leitet. Natürlich werden
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Druckrohrvortrieb mit HOBAS Rohren DA 1720 PN 6 in Venedig (Italien)
auch die bewährten nicht kreisrunden HOBAS Profile zur Sanierung von Altkanälen zu sehen sein. Machen Sie sich selbst
ein Bild und besuchen Sie uns am Stand 245/340 in der Halle
B6. Wir freuen uns auf Sie!
Weitere Informationen unter: www.hobas.de.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Ein Messsystem für die wichtigsten Parameter im Abwasser
Online-Messung von TOC, TNb, TP und CSB
Die Ablaufkontrolle von industriellen und kommunalen Kläranlagen nimmt sowohl aus
ökologischer als auch betriebsökonomischer Sicht eine besondere Stellung ein. Die
Summenparameter TOC, CSB, TNb und TP gehören dabei zu den wichtigsten im Abwasserbereich. Mit dem QuickTOCNPO bietet die LAR AG ein Messsystem für die
Messung der vier Parameter in einem Gerät. Alle Parameter werden nach international standardisierten Verfahren bestimmt. Das Messsystem arbeitet nach der UltraHochtemperatur bei 1.200°C und löst zuverlässig alle Stickstoff- und Kohlenstoffverbindungen auf und ermöglicht so eine vollständige Analyse des TNb und des TOC.
Die enge Beziehung des TOC-Gehalts zum CSB ermöglicht eine leichte Korrelation
der Parameter. Die Bestimmung des TP erfolgt über die photometrische MolybdänBlau-Methode. Das modulare System bietet höchste Flexibilität, in dem die Parameter
beliebig kombiniert werden können. Die Kombination der vier Parameter in einem Gerät
reduziert die Investitionskosten, Betreuung und Wartung und ermöglicht eine effiziente
Ablaufüberwachung.
Weitere Informationen unter: www.lar.com.
Bei der DB in Kassel sorgt INNOLET für sauberes Oberflächenwasser
Ein gutes Argument für Umwelt und Geldbeutel
Das Werk Kassel gilt als eines der modernsten Werke der
DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH. Auf dem rund 170 000
m² großen Gelände werden die Dieseltriebzüge des Nahverkehrs aus allen Teilen Deutschlands nach einer Million Laufkilometern bzw. spätestens alle acht Jahre generalüberholt.
Aber auch Modernisierungen, Bedarfs- und Unfallinstandsetzungen der Verbrennungstriebwagen werden hier durchgeführt – Arbeiten also, bei denen Schmierstoffe, Tropföl und
Metallabrieb auch auf dem Außenareal vorzufinden sind. Damit das derart belastete Niederschlagswasser bereits dort
gereinigt wird, wo es anfällt, hat sich die DB Netz AG jetzt
für das INNOLET®-System der Funke Kunststoffe GmbH
entschieden. Konsequent hat die W. Hundhausen Bauunternehmung GmbH fünf Straßeneinläufe mit dem zukunftsweisenden System ausgestattet. Das Funktionsprinzip des Produkts ist einfach: Niederschlagsabflüsse durchlaufen einen
Grobfilter und eine mit Substrat gefüllte Filterpatrone, bevor
sie in den Regenwasserkanal gelangen. Gelöste Schwermetalle, Öl und organische Substanzen werden dabei dezentral,
ohne zusätzliche Energie adsorbiert.
Das Werk Kassel ist für die DB Fahrzeuginstandhaltung
GmbH wegen seiner Modernität ein Vorzeigeobjekt. Auch unterirdisch soll das rund 170 000 m² große Gelände jetzt „auf
Vordermann“ gebracht werden. „Die Kanäle auf dem Werksgelände sind zum Teil 100 Jahre alt. „Mit Hilfe der Daten aus
dem Kanalkataster und der Ergebnisse aus einer Kamerabefahrung haben wir einen Sanierungsplan für das TV-befahrene
Areal erstellt“, erzählt Dipl.-Ing. Michael Krause, Geschäftsführer des Planungsbüros KMO Ingenieure GmbH. Demnach
soll die W. Hundhausen Bauunternehmen GmbH, die den
Zuschlag für die Tiefbauarbeiten für die ersten beiden Bauabschnitte inklusive des Neubaus der Abwasservorbehandlungsanlage mit Betriebsgebäude bekommen hat, insgesamt
rund 9.500 m befahrenen Kanal mit ca. 200 Haltungssanierungen ausführen. Krause erklärt: „Das Leitungsnetz auf dem
Werksgelände besteht aus Abschnitten mit Trennsystem,
Abschnitten mit Mischsystem und industriellen Kanälen. Die
Abwasservorbehandlungsanlage, die Ende dieses Jahres ans
Netz gehen wird, soll das gesamte anfallende industrielle Ab-
Kommunalwirtschaft 03/2014
wasser auf dem Gelände sammeln und erst nach einer Behandlung in das Kanalnetz der Stadt Kassel einleiten.“
Verantwortung wahrnehmen
Da die Anlage vorwiegend für industrielle Abwässer gedacht
ist, hat der Planer zusammen mit den Auftraggebern von der
DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH und der DB Netz AG eine
separate Lösung für das Niederschlagswasser gesucht – und
bei der Funke Kunststoffe GmbH auch gefunden: An fünf
Wenige Komponenten, große Wirkung. Das INNOLET®System im Überblick (v.l.): die Abdeckmatte aus Gummi für
die Auflage der Gussabdeckung, der Grobfilter, der Einsatz,
die Filterpatrone und das Substrat.
Foto: Funke Kunststoffe GmbH
137
Stellen, wo verstärkt Verunreinigungen durch den Werksbetrieb auftreten, werden die Straßenabläufe zusätzlich mit INNOLET-Filtern ausgestattet. Die Funktionsweise ist einfach,
das Ergebnis spricht aber für sich: Das Oberflächenwasser von den befestigten Flächen durchfließt zunächst einen
Grobfilter, der größere Bestandteile wie Blätter zurückhält.
Durch seitliche Öffnungen gelangt das Niederschlagswasser
dann in die darunter liegende Filterpatrone, die mit einem
Substrat gefüllt ist. Hier werden mitgeführte gelöste Schwermetalle, Öl sowie organische Substanzen adsorbiert. „Das
Regenwasser, das über die Bereiche rund um die Lagerplätze
und Werkhallen fließt, ist meist durch Schmierstoffe, Tropföl
und Metallabrieb belastet. Eine dezentrale Niederschlagswasserbehandlung, wie sie das System INNOLET® leistet, ist
deshalb für uns optimal. Besonders der spezielle Öladsorber
des Substrats ist hilfreich“, sagt Projektleiter Michael Fleck
von der Regionalen Instandsetzung des Regionalbereichs
Südost der DB Netz AG. „Neben der Nachhaltigkeit und dem
Umweltschutz hat der Einsatz für uns auch klare wirtschaftliche Vorteile, denn in der neuen Abwasserbehandlungsanlage sollen nur die industriellen Abwässer gereinigt werden.
Die Filter in den Straßeneinläufen helfen, die Anlage zu schonen“, ergänzt sein Kollege Dipl.-Ing. Ulrich Zeidler vom Anlagen- und Gebäudemanagement, Infrastrukturprojekte der DB
Fahrzeuginstandhaltung GmbH. „Das Regenwasser wird da
gereinigt, wo es anfällt. Und das ohne zusätzliche Energie,
denn das INNOLET®-System nutzt das Gefälle zwischen der
Straßenoberkante und der Kanalisation aus.“
Besonders hohe Ölbindefähigkeit
5,8 l Öl, das haben Untersuchungen ergeben, kann eine
durchnässte, große Filterpatrone für einen Aufsatz 500 x 500
mm aufnehmen. „Die Ölbindefähigkeiten des INNOLET®Systems sind dabei besonders gut. Betreiber müssen aber
dennoch nicht befürchten, dass sich hinter dem Substrat
hohe Kosten verstecken“, betont Funke-Fachberater Dipl.-
Ing. Martin Ritting. „Die Standzeit des Substrats beträgt im
Normalfall ein Jahr. So lassen sich die Kosten gut und überschaubar kalkulieren.“ Muss das Substrat ausgetauscht werden, sind nur wenige Handgriffe erforderlich: Nachdem der
Gussrost des Straßeneinlaufs herausgenommen und der
Grobfilter entfernt und gereinigt worden ist, wird die Filterpatrone aus dem Einsatz entnommen, die Ringmutter gelöst
und der Deckel abgenommen. Das alte Substrat wird entfernt. Wenn alle Komponenten gereinigt sind, wird die Filterpatrone wieder zusammengesetzt und das Substrat in den
Ringraum eingefüllt bis die Filterpatrone bis zur Oberkante
gefüllt ist. Jetzt wird sie wieder verschlossen und in den Straßenablauf eingesetzt. Anschließend kommt der Grobfilter auf
die Filterpatrone, und der Straßenablauf wird mit dem Gussrost verschlossen. „Auch der Einbau selbst ging schnell und
kinderleicht. Wichtig ist nur, dass man auf die Zentrierung der
Filterpatrone achtet und die Einbauhöhe von 70 cm ab Auflage des Einsatzes berücksichtigt“, erzählt der Projektleiter für
Gleis- und Industriebau Dipl.-Ing. (FH) Stefan Stücher von der
bauausführenden W. Hundhausen Bauunternehmung GmbH.
Offiziell für gut befunden
Das Institut für Unterirdische Infrastruktur (IKT) hat INNOLET®
eingehend getestet. Das Funke-Produkt hat in praxisnahen
Tests seine Wirksamkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt
und belegt, dass die Behandlung des Niederschlagswassers
hierdurch vergleichbar ist mit der in einer zentralen Anlage,
wie z. B. einem Regenklärbecken. Die Ergebnisse der Tests
waren so überzeugend, dass das IKT INNOLET® das Siegel
„IKT-geprüft gemäß Trennerlass“ verliehen hat. Auch in Kassel sind alle Beteiligten zufrieden mit der Entscheidung für
INNOLET®. Jetzt will man hier eigene Erfahrungen mit dem
Produkt sammeln.
Weitere Informationen unter:
www.deutschebahn.com und www.funkegruppe.de.
ThyssenKrupp Bauservice in Oldenburg dabei
Maßgeschneiderte Lösungen für den Kanalbau
Über maßgeschneiderte Lösungen für den Kanalbau von
Emunds + Staudinger und KRINGS informierte die ThyssenKrupp Bauservice GmbH am 6. und 7. Februar 2014 im Rahmen des 28. Oldenburger Rohrleitungsforums. Gleitschienensysteme, Boxen-Systeme und Dielenkammerelemente
zählen zur breit gefächerten Produktpalette der Verbauprofis
aus Hückelhoven, die durch Ergänzungsprodukte wie das
E+S-Baustraßensystem sowie Rohrgreifer und Rohrzug abgerundet wird. Parallelverbau und Linearverbau komplettieren
das Programm, wobei vor allem der Linearverbau mit seiner
Leistungsstärke und Einsatzvielfalt selbst bei der Sicherung
von Gräben und Baugruben mit großen Breiten und Tiefen
überzeugt. Zu den Themenschwerpunkten auf dem Informationsstand zählte neben dem breitgefächerten VerbauboxenAngebot, das für jede Kanal- und Grabenverbausituation im
innerstädtischen Bereich überzeugende Lösungen bietet, das
Dielenkammerelement Universal (DKU).
Beim Linearverbau werden Verbauplatten in senkrecht eingebauten Schienen so gehalten, dass sie aneinander vorbeigleiten können. Fertig eingebaut ergibt sich ein gestuftes
Verbausystem. Statt fest positionierter Gelenkspreizen halten
biegesteife Laufwagen Träger und Verbauplatten im Graben
138
auf Abstand – und zwar so, dass die gewünschte Grabenbreite in jedem Bauzustand gleich bleibt. „Allerdings kann der
Linearverbau nicht nur unter technischen Gesichtspunkten
punkten“, stellt Dipl.-Ing. Günter Serfling, Vertrieb Deutschland, ThyssenKrupp Bauservice GmbH, fest. Insbesondere
bei tiefen Baugruben lässt sich das System wirtschaftlich
einsetzen, da die Rückbaukräfte durch aneinander vorbeigleitende Innen- und Außenplatten weitaus geringer sind als
bei den meisten anderen Verbausystemen. „Damit stellt der
Linearverbau eine gute Alternative zur Trägerbohlwand oder
Spundwand dar“, so Serfling weiter.
DKU vielseitig einsetzbar
Als verformungsarme, universell einsetzbare und wirtschaftliche Verbaumethode eignet sich das Dielenkammerelement
Universal besonders im innerstädtischen Bereich bei querenden Leitungen und ergänzend zum bewährten Großflächenstahlverbau. Hier dient das DKU als obere Führung der
senkrecht in den Boden einzubringenden Kanaldielen. „Dank
verschiedener Ergänzungsbauteile kann das DKU überaus
vielseitig eingesetzt werden“, betont Christian Grunert, Vertrieb Deutschland, ThyssenKrupp Bauservice GmbH. So er-
Kommunalwirtschaft 03/2014
möglicht etwa der Adapter Gleitschiene den Einsatz des DKU
sowohl im E+S-Einfachgleitschienen-Linearverbau als auch
im KRINGS Einfachgleitschienen-Parallelverbau und in den
Eck-Einfachgleitschienen. Zudem kann durch den Einsatz
des Adapter Eckverbau mit der Dielenkammer ein geschlossener Schacht (4-seitig) erstellt werden.
Sicherheit und Qualität „made in Germany“
Nützliche Hilfsmittel und Zubehör für den Tiefbau, wie ein
mobiles Baustraßensystem als wirtschaftliche Alternative zu Baggermatrazen oder Rohrgreifer und Rohrzug, stellen eine sinnvolle Ergänzung des Vertriebsprogramms von
Emunds+Staudinger und KRINGS dar, das sich durch Sicherheit und Qualität „made in Germany“ auszeichnet. „Je
nach Wunsch des Kunden werden alle Produkte wahlweise
vermietet oder verkauft“, erläutert Daniel Houllé, Vertriebsleiter ThyssenKrupp Bauservice GmbH, der in diesem Zusammenhang auf die umfassenden Beratung und den kundenorientierten Service des Unternehmens hinweist: „Unseren
Kunden steht ein weltweites Netz engagierter Fachberater
und Vertriebspartner zur Verfügung, die praxisorientierte Lösungen entwickeln, welche kurzfristig und zur vollsten Zufriedenheit der Baupartner umgesetzt werden können.“
Weitere Informationen unter: www.es-verbau.com.
Die KRINGS-Stahlbox (KVL) ist für Verbauarbeiten im innerstädtischen Einsatzbereich konzipiert. Sie ist besonders zur
Verlegung und Sanierung von Fernwärme-, Gas-, Wasserund Telefon- bzw. Stromleitungen sowie zur Erstellung von
Hausanschlüssen geeignet.
Foto: Emunds + Staudinger – Krings
SubTech präsentiert auf der IFAT mit „Janssen Light“
ein neues Injektionsverfahren zur Kanalreparatur
Seit fast 30 Jahren ist „Janssen Process“ als Injektionsverfahren zur Riss- und Scherbensanierung sowie Stutzensanierung erfolgreich im Einsatz. Nun erhält die bewährte Methode „Janssen Process“ zur Reparatur schadhafter Kanalrohre
einen kleinen Bruder: Auf der diesjährigen IFAT in München
stellt die SubTech GmbH aus dem niederrheinischen Goch
die Injektionstechnologie „Janssen Light“ vor. Das Verfahren
eignet sich zur schnellen, sicheren und dauerhaften Stutzenanbindung im Hauptkanal und bei Stutzenanbindungen im
Inliner. Rissbildungen und undichte Muffen werden ebenfalls
mit abgedeckt.
Das „Janssen Light“-Verfahren basiert auf einer Zwei-Komponenten-Injektionstechnologie auf Polyurethan-Basis. Das
speziell entwickelte Injektionsmaterial (JaGoFast) wird über
Schläuche vom Fahrzeug oder Anhänger zum Packer gepumpt und reagiert in einer kurzen Zeit von rund 15 Mi-nuten.
Seine Stärken kann das Verfahren bei Stutzenanbindungen
im Inliner und unter Grundwasserinfiltration ausspielen, denn:
Hier sind schnelle Verarbeitungszeiten und Grundwasserresistenz gefragt.
Mehrdimensionale Gerätschaft
Mit „Janssen Light“ ist das Kanalsanierungsverfahren darüber hinaus mit vergleichsweise geringem Aufwand durchzuführen. Durch eine kurze Einbaulänge und bewegliche Verbindungsgelenke kann die Installation des Sanierungspackers in
den Kanal unproblematisch erfolgen. Über eine Selbstfahr-/
Positioniereinheit wird der jeweilige Packer dann in Position
gebracht, ein zweiter Schacht ist daher nicht erforderlich.
„Janssen Light“ kommt in Bereichen von DN 180 bis DN 600
zum Einsatz, Stutzensanierungen im Eiprofil sind ebenfalls
möglich. Die Packer sind zudem mehrdimensional, nicht für
jeden Rohrdurchmesser muss daher ein eigenes Packersystem angeschafft werden. Das neuartige Verfahren bietet einen weiteren Vorteil: Sowohl zur Sanierung der Stutzen als
auch zur Sanierung der Schäden im Hauptkanal kommt nur
ein Harz zum Einsatz. Durch die besonderen Eigenschaften
von Packer und Harz sind die An-schaffungskosten daher
vergleichsweise niedrig.
Bild 2: Das Sanierungsfahrzeug „Janssen light“ von SubTech.
Foto: SUBTECH GmbH
Kommunalwirtschaft 03/2014
Da der Packer nur über Druckluft gesteuert wird, kommt er
außerdem ohne aufwändige Elektronik aus. Die Kosten für
Wartung und Reparatur sind somit vergleichsweise gering.
Dennoch wird auf moderne Überwachungsmethoden wie
Drucksensoren und Kamerasysteme beim Packer weiterhin
nicht verzichtet.
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Wer sich das neue Injektionsverfahren und seine Funktionsweise im Detail ansehen möchte, hat dazu während der diesjährigen IFAT in München Gelegenheit. Vom 5. bis zum 9. Mai
wird „Janssen Light“ am Stand der Sub-Tech GmbH in Halle
B4 am Stand 419 präsentiert. Besucher der Messe sind herz-
lich eingeladen, sich persönlich ein Bild vom neuen Verfahren
zu machen.
Weitere Informationen unter:
www.subtech.info.
Runder Geburtstag einer Erfolgspumpe
Das Markenzeichen von Jung Pumpen wird 40 Jahre
40 Jahre alt, aber durch stetige Evolutionsprozesse stets
JUNG geblieben. Die Kellerentwässerungspumpe U3K gehört
seit Jahrzehnten zu den herausragenden Jung Pumpen Produkten. 1974 wagte man bei beim Steinhagener Abwasserexperten den Schritt von Metall- zu Kunststoffpumpen, was der
Langlebigkeit und Zuverlässigkeit des Produktes erwiesenermaßen nicht geschadet hat. Viele Endverbraucher sind noch
heute im Besitz einer U3K aus der ersten Serie. Eine aktuelle
Anfrage eines Anwenders war Jung Pumpen einen Besuch in
Wuppertal wert.
Einer Kataloganfrage von Heinz Deubert aus Wuppertal ist es
zu verdanken, dass der Marketingabteilung von Pentair Jung
Pumpen ein echter Zeitzeuge der ersten U3K-Pumpe bekannt wurde. Der heute 74-jährige zog 1967 mit seiner Frau
ins neugebaute Heim nach Wuppertal und stellte nach kurzer
Zeit fest, dass das Grundwasser ihm regelmäßig den Keller
flutete. Da traf es sich gut, dass Jung Pumpen vier Jahre zuvor die erste Unterwasserpumpe U33 auf den Markt gebracht
hatte – eine Revolution zu dieser Zeit.
Heinz Deubert installierte diese Pumpe vor 47 Jahren in
seinem Pumpensumpf im Keller, die an Spitzentagen bis
zu 200 l Grundwasser pro Stunde fördert. Da Herr Deubert
ein vorsichtiger Mensch ist, dem viel am selbstgebauten Eigenheim liegt, kaufte er sich 1974 zusätzlich eine der ersten
U3K-Pumpen, die – im Wechsel mit der U33 – seit dem für
trockene Kellerräume sorgt. „Die Wartung der Pumpen übernehme ich jedes Jahr selbst,“ so Heinz Deubert, „Eine automatische Niveausteuerung mit einem Hochwasseralarm, der
mich im Haus bei Hochwasser warnt, habe ich mir aus einem
WC-Kastenschwimmer und ein paar Relais selber gebaut.“
Jetzt – nach 47 Jahren – soll zumindest die ältere der beiden
Pumpen, die U33, abgelöst werden, was eine neue Zweitpumpe erforderlich macht. So meldete sich Heinz Deubert
Marktingleiter Dr. Andreas Kämpf übergibt Heinz Deubert zum
Dank für seine Treue eine U3K spezial, eine Variante der U3K.
Sie soll zukünftig das kalkhaltige Grundwasser aus seinem
Pumpensumpf im Keller fördern.
bei Jung Pumpen, um zu hören ob es die U3K noch gäbe.
Die Pumpenevolution. Seit 1974 mit der Bezeichnung U3K.
Die Qualität und Zuverlässigkeit der Pumpe überzeugt auch
2014 noch eindrucksvoll die Jung Pumpen Kunden.
140
Ja, es gibt sie – und das seit genau 40 Jahren! „Natürlich
haben wir bei Jung Pumpen mit großer Freude die Anfrage
entgegengenommen. Es war sofort klar, dass wir im Jubiläumsjahr der U3K Herrn Deubert für seine Jahrzehnte lange
Treue eine passende Pumpe sponsern werden“, berichtet Dr.
Andreas Kämpf, Marketingleiter bei Pentair Jung Pumpen.
Heinz Deubert freute ich sichtlich über die unverhoffte Verjüngung in seinem Abwasserschacht und bekräftigte bei der
Übergabe der Pumpe mehrmals „Ich bin zu Tausend Prozent
von der Jung Pumpen Qualität überzeugt und würde nie eine
Baumarktpumpe in meinen sensiblen Kellerräumen einsetzen.“ Darüber freut sich auch Jung Pumpen.
Weitere Informationen unter: www.jung-pumpen.de.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Kurvenvortrieb mit HOBAS Rohren
Die Projektgesellschaft der Pariser Bauherrschaft und Straßenbauherrschaft (Société d‘Etudes, de Maîtrise d‘Ouvrage
et d‘Aménagement Parisienne SEMAPA) koordiniert Entwicklungsprojekte im 13. Pariser Verwaltungsbezirk. Im Rahmen
eines unlängst am Südufer der Seine umgesetzten Regenwasseraufbereitungsprojektes wurden 205 m HOBAS GFKRohre DN 2000 (DA 2160) unter dem Kai von Ivry-sur-Seine
vorgetrieben.
SEMAPA ist damit beauftragt, 130 ha in einer südlich der
Seine gelegenen Zone von Paris neu zu gestalten: Wohn-,
Büro- und Geschäftsflächen, Schulen und Infrastruktur sollen entstehen und die Linie 10 der Pariser Metro ausgebaut
werden. In diesem Zusammenhang wurde der 7,8 Millionen
Euro umfassende Bau eines Systems zur Regenwasserbehandlung und -speicherung geplant. Das Regenwasser wird
hier gereinigt, bevor es in die Seine fließt. Das System verläuft
unter dem Kai von Ivry-sur-Seine und besteht aus einer Freispiegelleitung DN 2000 sowie einem Überlauf, der Wasser bei
Flutereignissen an der Seine aufnimmt. Die Entscheidung, die
Rohre grabenlos durch Vortrieb zu verlegen, ergab sich aus
den Rahmenbedingungen vor Ort. Zunächst erforderte das
hohe Verkehrsaufkommen am Kai von Ivry-sur-Seine eine
Verlegemethode, die den Verkehrsfluss möglichst wenig behindert. Die Positionen des Sedimentations- sowie des Auslaufschachts am Beginn und Ende der geplanten Rohrleitung
machten eine Verlegung der Leitung in 8-10 m Tiefe über eine
Länge von 205 m notwendig. Im offenen Graben wäre diese
Tiefe nur schwer zu bewältigen gewesen und hätte auch ein
hohes Risiko mit sich gebracht: Der Untergrund ist in diesem Areal durch die Pfeiler der Ringstraßenviadukte, Benzintanks von Tankstellen sowie zwei Schlitzwände verbaut und
der Grundwasserspiegel schwankt zwischen 0 und 5 m unter Geländeoberkante. Darüber hinaus boten sich die beiden
geplanten Schächte als Start- und Zielbaugrube für die Vortriebsmaschine an.
Da HOBAS GFK-Vortriebsrohre eine geringere Wanddicke
im Vergleich zu anderen Rohrmaterialien bei gleichem Außendurchmesser haben, konnte für den Vortrieb eine kleinere
Vollschnittmaschine verwendet werden. Die glatte Oberfläche und der konstante Außendurchmesser der GFK-Rohre
machten eine hohe Verlegeleistung bei gleichzeitig geringen
Vortriebskräften möglich. Neben verschiedenen internationalen Zertifikaten tragen die GFK-Rohre von HOBAS in Frankreich auch das CSTBat Gütesiegel und erfüllen somit die
strengen Qualitätsstandards des Französischen “Centre Scientifique et Technique du Bâtiment” (Wissenschaftliches und
Technisches Zentrum des Bauwesens).
Die Herausforderung des Vortriebsprojekts bestand darin,
die Rohrleitung in einer Kurve vorzutreiben, vorbei an den
Pfeilern, Benzintanks und durch die Schlitzwände hindurch:
Es galt, zwei horizontale Bögen mit Radii von 500 und 400
m sowie einen vertikalen Bogen mit einem Gefälle von 0,5
% auf 1 % umzusetzen. Es wurden Rohre mit 2 m Baulänge geliefert, um die maximale zulässigen Abwickelungen im
Kurvenbereich einzuhalten. HOBAS GFK-Rohre sind ideal für
den Kurvenvortrieb, da sie eine gleichmäßige Kraftübertragung ohne Druckübertragungsringe aus Holz ermöglichen.
Dabei mussten aufgrund der kleinen Radien die zulässigen
Vortriebskräfte im Kurvenbereich reduziert werden. In diesem
Projekt betrugen die zulässigen Vortriebskräfte in Abhängigkeit von den Radii 5530 kN und 6549 kN (im Vergleich zu
8845 kN bei einem geraden Vortrieb).
Die Firma Ludwig Pfeiffer Microtunnel wählte für den sandigen, kiesigen und lehmigen Boden einen optimal angepassten Bohrkopf. Die Vortriebsexperten von Ludwig Pfeiffer
dirigierten die Vortriebsmaschine mit großer Präzision vom
Anfang bis zum Ende der Trasse. Dank der optimalen Eigenschaften der HOBAS Vortriebsrohre musste nie mit mehr als
1570 kN vorgepresst werden – ein Wert, der deutlich unter
der berechneten Maximalkraft liegt.
Mit präzisem Timing und genauer Koordination von Personal
und Rohrlieferungen konnten die Vortriebsarbeiten innerhalb
von zwei Wochen abgeschlossen werden.
Weitere Informationen unter: www.hobas.de.
Mobile automatisierte Schachtsanierung:
MRT-Komplettsystem auf Rädern zur Miete
LKW mit MRT-Anlage sorgt für einfachere Anwendung und
große Zeitersparnis bei hoher Sicherheit und Qualität
Viele Verarbeitungsbetriebe in Deutschland nutzen bisher das
automatisierte MRT-Schachtinstandsetzungssystem der HDT
Hochdruck-Dosier-Technik GmbH, Bottrop. Jetzt hat die HDT
in Kooperation mit dem Fachbereich ombran der MC-Bauchemie eine weitere Innovation auf den Markt gebracht, die
die Vorteile der MRT-Technologie mit einer mobilen und noch
schnelleren und einfacheren Anwendung verbindet. Nach
einjähriger Entwicklungszeit ist ein MRT-Fahrzeug entstanden, bei dem alle erforderlichen Gerätschaften und Komponenten für eine automatisierte Schachtsanierung professionell in einem 7,5-Tonner fest verbaut wurden. Das MRT-Mobil
verfügt zudem auch über einen Maschinenraum mit autarker
Stromerzeugung und einen Sozialraum mit Küche, Toilette und
Waschgelegenheit. Ingenieure, Kanalnetzbetreiber und Verarbeitungsunternehmen können den MRT-LKW tage-, wochen-
Kommunalwirtschaft 03/2014
oder monatsweise mieten. Der MRT-LKW ist ein autarkes
Komplettsystem zur automatisierten Schachtinstandsetzung,
das einfach und schnell gehandhabt werden kann und eine
große Zeitersparnis hinsichtlich der Rüstzeiten bietet. Die Anlage kann einfach von Schacht zu Schacht gefahren werden,
so dass die Bauwerke wie am Fließband instand gesetzt werden können. Mit dem MRT-Mobil wird eine überdurchschnittliche Qualität bei Einhaltung sämtlicher Aspekte der Arbeitssicherheit erzielt. Es verfügt über einen Maschinenraum mit
autarker Stromerzeugung, ein Hochdruckwasserstrahlgerät
und Kompressor sowie einen Mörtelmischbereich mit Tellermischer und Mörtelpumpe. Der eingebaute hydraulische
Ausleger reicht bis hinter die Ladebordwand und ermöglicht
eine einfache und sehr genaue Handhabung sowie maximale
Flexibilität. Darüber hinaus besitzt das MRT-Mobil einen Sozialraum mit Mikrowelle, Kaffeemaschine und Sitzgelegenheit
für zwei Personen, einen Laptoparbeitsplatz, eine Toilette und
eine Waschgelegenheit sowie einen eigenen Wasserspeicher
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mit 500 Liter Fassungsvermögen. Nach einer Einweisung in
Handhabung und Anwendung des Systems kann ein Verarbeitungsunternehmen das Komplettsystem selbst nutzen.
MRT-Anlage an Bord
Das MRT-Mobil enthält eine komplette MRT-Anlage. Ein Betreten des Schachtes ist damit nicht erforderlich. Die Anlage
ist sowohl bei runden als auch eckigen Schachtbauwerken
aus Beton oder auch aus Mauerwerk flexibel einsetzbar und
besteht aus vier Einheiten, der Blasting Unit zur automatisier-
ten Vorbereitung von Schachtwandoberflächen, der Spinning
Unit zur automatisierten Beschichtung, dem HS Coating
Head für Spezialbeschichtungen bei biogener Schwefelsäurekorrosion (BSK) sowie der Control Unit zur automatisierten
Steuerung des gesamten Instandsetzungsprozesses. Die
MRT-Anlage der HDT ist ausschließlich zur Verarbeitung des
Spezialmörtels ombran MHP-SP sowie der Spezialbeschichtung gegen BSK ombran CPS der MC-Bauchemie entwickelt
worden.
Weitere Informationen unter: www.mc-bauchemie.de.
HABA Beton lieferte „Lüftungskanal“ für Münchner Gymnasium
Da war nichts „von der Stange“
Wie geplant hat im September 2013 der Schulbetrieb im neuen Gymnasium im Münchener Stadtteil Trudering begonnen.
Das dreigeschossige Schulgebäude mit einer Gliederung in
sieben Baukörper sowie einem vorgelagerten eingeschossigen Verwaltungstrakt mit Werkhof wurde nach den Plänen
des Architekturbüros felix schürmann ellen dettinger architekten und im Auftrag der Landeshauptstadt München, Referat für Bildung und Sport, realisiert.
Der Neubau zeichnet sich unter anderem durch seine hochenergetische Bauweise aus. Neben der Installation einer
Photovoltaikanlage auf den Dachflächen kommen auch bei
der Versorgung mit Heizenergie erneuerbare Energien zum
Einsatz und zur Verbesserung der Luftqualität in den Klassenräumen wurde – wie beim Passivhausstandard üblich –
eine Lüftungsanlage installiert. Den hierfür notwendigen Lüftungskanal erstellte die Burger Bau GmbH & Co. KG unter der
Leitung der Anton Schick GmbH + Co. KG, Bad Kissingen,
mit Stahlbetonrohren und -schächten. Diese wurden von der
HABA-BETON Johann Bartlechner KG, einem Mitgliedsunternehmen der FBS – Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre e.V., gefertigt. Besonders erwähnenswert ist der
Umstand, dass dabei praktisch kein Betonbauteil „von der
Stange“ produziert werden konnte: Der Lüftungskanal, der in
mehreren Abschnitten realisiert wurde, besteht aus einer Vielzahl von unterschiedlich langen Bauteilen und Passstücken in
verschiedenen Nennweiten von DN 1000 bis DN 1400 sowie
aus zwei Dükern, mit denen vorhandene Leitungsstränge und
Fundamente unterquert werden mussten. Auf Vorschlag der
Fa. Schick wurden die Düker mit Fertigteilschächten DN 1500
und DN 2000 mit einbetonierten Einbinderingen ausgeführt.
Gemeinsam hatten die Baupartner Schick und HABA BETON eine ideale Lösung für die aufwändige Herstellung des
Lüftungskanals erarbeitet. „Beton war für uns der perfekte
Werkstoff für die Ausführung dieser Tiefbaumaßnahme“, erinnert sich Oberbauleiter Felix Kotschenreuther, Anton Schick
GmbH + Co. KG. „Aufgrund seiner natürlichen Bestandteile
passte er hervorragend zu dem beim Schulneubau umgesetzten modernen Energiekonzept“, so Kotschenreuther weiter. „Auch unter wirtschaftlichen Aspekten konnte die Ausführung in Beton punkten, denn der Einsatz anderer Baustoffe
wäre unwirtschaftlicher gewesen.“
Aufwändige Detailplanung
Bis die entsprechenden Stahlbetonrohre und -schächte produziert und geliefert werden konnten, war allerdings noch
eine intensive Detailplanung nötig. Diese orientierte sich vor
142
Nicht von der Stange: Der Lüftungskanal besteht aus einer
Vielzahl von unterschiedlich langen Bauteilen und Passstücken. Foto: HABA Beton
allem an den Rahmenbedingungen auf dem Baugrundstück.
„Unter anderem mussten vorhandene Leitungsstränge und
Fundamente unterquert werden“, erklärt Markus Weidinger,
Vertrieb Nordbayern, HABA-BETON Johann Bartlechner KG.
Außerdem galt es, diverse Passstücke, Übergänge, Krümmer
und Abzweige anzufertigen, um verschiedene Anschlusssituationen am Bauwerk zu ermöglichen. „Anhand von Fixpunkten haben wir praktisch die Leitung rückwärts gerechnet und
dann die Rohrlängen ermittelt“, so Weidinger. „Danach war
klar, dass Standardlängen und -bauformen praktisch überhaupt nicht eingesetzt werden konnten.“ Gleiches galt für die
Schachtbauwerke, die für die Erstellung der Dükerbauwerke
gefertigt wurden.
Sonderanfertigungen in FBS-Qualität
Die Sonderanfertigungen in der Betongüte C 40/50 wurden
in den HABABETON-Niederlassungen Garching und Teising
gefertigt. Alle Rohre entsprechen der FBS-Qualitätsrichtlinie
Teil 1.1. Sie gilt für FBS-Betonrohre, FBS-Stahlbetonrohre,
FBS-Vortriebsrohre und zugehörige FBS-Gelenkrohre und
FBS-Passrohre Typ 2 mit Kreisquerschnitt nach DIN EN 1916
und DIN V 1201, die von FBS-Mitgliedsfirmen hergestellt werden und das FBSQualitätszeichen tragen. Das FBS-Qualitätssicherungssystem mit seiner umfassenden Werkseigenen
Produktionskontrolle (WPK) stellt eine für Rohrwerkstoffe einmalige und lückenlose Qualitätskontrolle von den Ausgangsstoffen über die Herstellung bis zu den Endprodukten sicher.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Im Rahmen der halbjährlichen Fremdüberwachung durch
bauaufsichtlich anerkannte Güteschutzgemeinschaften oder
Prüfinstitute, wird die Erfüllung der Norm- und FBS-Anforderungen kontrolliert und bewertet.
Eine exakte Planung und eine fachgerechte Ausführung haben dazu beigetragen, dass der Lüftungskanal in der ge-
planten Bauzeit und zur vollsten Zufriedenheit des Auftraggebers erstellt werden konnte. Die vielen Sonderanfertigungen
von HABA BETON werden in Zukunft ihren Beitrag dazu leisten, dass die Schüler und Lehrer in einem gesunden Klima
arbeiten können.
Weitere Informationen unter: www.haba-beton.de.
Neue Druckrohrleitung aus FLOWTITE GFK-Rohren
Alles dicht in Wilhelmshaven
Die zunehmende Intensität von Starkregenereignissen stellt
viele Städte und Kommunen und ihre Entwässerungsbetriebe
vor große Herausforderungen. Die Stadt Wilhelmshaven bildet hier keine Ausnahme. Mitte März 2011 beschloss der Rat
den Bau einer Abwasserdruckleitung DN 1.200 (PN 6) vom
Pumpwerk Süd zur Zentralkläranlage (ZKA). Damit können in
Zukunft bei Starkregenereignissen rund 7.000 m3 pro Stunde
aus dem südlichen Kernstadtbereich abtransportiert werden.
Dies wird einerseits die Mischwassereinleitung in den Banter
Siel reduzieren und andererseits die Abwasserentsorgung im
südlichen Kernstadtbereich sichern.
Mit der Planung und Bauleitung beauftragten die zuständigen
Technischen Betriebe Wilhelmshaven (TBW), Eigenbetrieb der
Stadt Wilhelmshaven, die Planungs-ARGE Dr. Born-Dr. Ermel
GmbH/p2m berlin GmbH. Für die Bauausführung zeichnete
die Arbeitsgemeinschaft ADL Wilhelmshaven verantwortlich,
an der die Ludwig Freytag GmbH u. Co. KG (technische Federführung), die Strabag AG sowie die Georg Koch GmbH
beteiligt waren. Aufgrund von technischen Vorzügen wie den
hervorragenden hydraulischen Eigenschaften oder der statischen Belastbarkeit, aber auch aufgrund der Flexibilität des
Werkstoffes und wirtschaftlicher Aspekte entschieden sich
die TBW beim Bau der neuen Druckrohrleitung für den Einsatz von FLOWTITE GFK-Wickelrohren der AMITECH Germany GmbH.
Ein klares Ergebnis
Bei der Baumaßnahme handelte es sich in Wilhelmshaven um
die größte Tiefbaumaßnahme im Abwasserbereich der letzten
Jahrzehnte. Eine 5,7 km lange Druckrohrleitung DN 1.200 mit
einer Förderleistung von bis zu 7.000 m³ pro Stunde wurde in
einer Tiefenlage von 2,50 m bis teilweise 5,50 m unter dem
Gelände verlegt. Dazu war ein Bodenaushub von rund 50.000
m3 erforderlich. Die Kosten der Gesamtmaßnahme einschließlich Pumpwerksumbau, Planungsleistungen, usw. waren mit
13 Mio. Euro veranschlagt. Der optimale Trassenverlauf der
neuen Abwasserdruckleitung war unter Berücksichtigung
ökologischer, volkswirtschaftlicher und wirtschaftlicher Aspekte ermittelt worden. Die Planungs-ARGE Dr. Born-Dr. Ermel GmbH/p2m berlin GmbH arbeitete hierzu vier optionale
Trassen aus, die einer eingehenden Bewertung unterzogen
wurden. Während die Trasse bei der Variante 1 und 2 durch
die Stadt verlief, wurde bei Variante 3 nur ein Teil der Trasse durch die Stadt geführt (1,3 km) und der überwiegende
Teil (4,2 km) außerhalb im Bereich des Friesendammes. In
Variante 4 wurde der Stadtbereich vollständig gemieden. Die
Planung sah hier zunächst die Verlegung im Hafen und die
Weiterführung bis zur ZKA entlang des Friesendammes vor.
Die Kosten-Nutzen-Analyse führte zu einem klaren Ergebnis: Die Varianten 1 und 2 lagen bei der Bewertung in etwa
gleich auf. Variante 4 erhielt die schlechteste Bewertung und
Kommunalwirtschaft 03/2014
als eindeutiger Favorit ging Variante 3 hervor. Dem Ergebnis
lag eine Wichtung nach Investitionskosten (50 %) und Nichtmonitären Zielen (50 %) zugrunde. Zu den Nicht-monitären
Zielen zählten unter anderem „Ökologische Auswirkungen“,
„unmittelbare Einschränkung für Anwohner“, „Zugänglichkeit
für Wartung und Reparatur“, „Risiken für vorhandene Bausubstanz“ oder „Synergie Straßensanierung“.
Die richtige Wahl getroffen
Für die Planung von Abwasserdruckleitungen sind einige Besonderheiten zu berücksichtigen. Dazu gehört unter anderem
der Einfluss des zu transportierenden Mediums auf den Rohrwerkstoff. So kann es infolge von anaeroben Verhältnissen
beim Transport von Abwasser zu biogener Schwefelwasserstoffkorrosion kommen. Bei der Wahl des Rohrwerkstoffes
ist dies zu berücksichtigen. Weitere Faktoren sind hydraulische Eigenschaften, statische Belastbarkeit und nicht zuletzt die Handhabbarkeit beim Einbau auf der Baustelle. „Die
Korrosionsbeständigkeit, die hohe Nennsteifigkeit und die
glatte Rohrinnenwand mit daraus folgenden sehr guten hydraulischen Eigenschaften sind einige der Vorteile unseres
FLOWTITE GFK-Rohrsystems“, erläutert Thomas Wede,
Gebietsleiter der AMITECH Germany GmbH. „Dazu kommt
das leichte Handling der Rohre beim Einbau aufgrund des
geringen Metergewichtes. So sind auch große Nenndurchmesser noch mit einfachen Hebemaschinen zu bewegen.
Zudem können wir die Baulänge der Rohre den Baustellengegebenheiten optimal anpassen. Das gewickelte Rohr wird
in Baulängen zwischen 3 und 12 m gefertigt und just-in-time
zur Baustelle geliefert. „Dank dieser Vorteile sind mit unserem variablen Rohrsystem hohe Verlegeleistungen auf der
Baustelle realisierbar“, so Wede weiter. Für die 5,7 km lange
Abwasserdruckleitung wurden Rohre mit zwei unterschiedlichen Nennsteifigkeitsgrößen eingebaut. In Bereich mit Grabenverbau wurde SN 10.000 eingesetzt und in geböschten
Graben SN 5.000. Eine Eigenschaft des Werkstoffes GFK ist
die Flexibilität des Materials bei statischer Belastung trotz der
hohen Nennsteifigkeit. Bei der Fertigung der Rohre wurde der
Schichtaufbau so optimiert, dass innere und äußere Belastungen gleichermaßen gut abgeleitet werden können.
Scherstab nimmt Zugkräfte auf
Ein entscheidender Aspekt bei der Auswahl eines Rohrsystems ist die Verbindungstechnik. Sie muss dauerhaft dicht
sein, auftretende Kräfte aufnehmen können und schnell und
möglichst einfach installierbar sein. „Beim FLOWTITE-Rohrsystem kommt eine doppelgelenkige Kupplung zum Einsatz,
die über die muffenlosen Rohrenden geschoben wird. Der
Grundkörper der Kupplung besteht aus GFK. Bei nichtlängskraftschlüssigen Verbindungen erfolgt die Abdichtung über
zwei Elastomer-Dichtungen. Muss die Verbindung längskraft-
143
Die GFK-Rohre DN 1.200 wurden in Tiefen von 2,5 bis 5,50
m eingebaut. Im Bereich mit Grabenverbau setzte man Rohre
mit einer Nennsteifigkeit von SN 10.000 ein. Aufgrund des
geringen Metergewichtes war das Handling auf der Baustelle
relativ einfach.
Foto: AMITECH Germany GmbH
schlüssig sein, wird eine spezielle Kupplung verwendet, die
mit zusätzlichen Nuten ausgestattet ist. Ein Scherstab, der in
die Kupplung eingeführt wird, nimmt die auftretenden Zugkräfte auf. Im GFK-Grundkörper der Kupplung sind hierfür
entsprechende Nuten vorgesehen“, beschreibt Dr.-Ing. René
Thiele, Produktmanager der AMITECH Germany GmbH, die
Verbindungstechnik. Beide Kupplungsvarianten kamen in
Wilhelmshaven zum Einsatz. Die längskraftschlüssige Variante wurde jeweils vor und hinter Bögen eingebaut, um die
auftretenden Reaktionskräfte aufnehmen zu können. Hinzu
kommt: Bei Abwasserdruckleitungen sind an entsprechenden
Hoch- bzw. Tiefpunkten Entleerungs- und Entlüftungsmöglichkeiten vorzusehen. Hierzu wurden an den vorgesehenen
Rohrstücken direkt im Werk Flanschanschlüsse anlaminiert,
so dass auf der Baustelle lediglich das eingeplante Ventil angeflanscht werden muss. Die Möglichkeit der Vorkonfektionierung ist ein weiterer Vorteil des FLOWTITE-Systems, der
auf der Baustelle viel Zeit einsparen kann.
Arbeit an vier Haltungen gleichzeitig
Das eng gesteckte Zeitfenster von einem Jahr Bauzeit, aber
auch der zum Teil schwierige Untergrund mit stark bindigen
Kleiböden bis 5 m, wasserführenden Wattschichten und teilweise kontaminierten Bereichen war für die bauausführenden
Unternehmen keine leichte Aufgabe. „Die TBW legte darüber
hinaus großen Wert auf die Erhaltung des Baumbestandes.
Somit war die ökologische Baubegleitung mit Baumfachleuten bei dieser Maßnahme ein besonderes Anliegen. Zum
bestmöglichen Schutz des Baumbestandes wurde die Linienführung gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.“, ergänzt Projektleiter Dipl.-Ing. Michael Mannott,
Ludwig Freytag GmbH u. Co. KG, die an die ARGE gestellten
Anforderungen. Um das gesteckte Ziel zu erreichen, wurde
an vier Haltungen gleichzeitig gebaut. Zur Verbindung der
einzelnen Haltungen wurden Passstücke eingesetzt und vor
Ort laminiert. „Die Erfahrung zeigte, dass es immer wieder zu
leichten Planabweichungen kam, die ein schnelles Handeln
erforderten“, erzählt Bauleiter Dipl.-Ing. Hendrik Taphorn,
Ludwig Freytag GmbH u. Co. KG „Bei veränderten Einbauabläufen hat AMITECH immer sofort reagiert und mit einer
zügigen und unkomplizierten Auftragsabwicklung und Organisation dazu beigetragen, dass der Bauablauf nicht unnötig
verzögert wurde. Aktiv unterstützt wurde die Koordination
dabei durch Frank Dirks von der Luths & Co. GmbH. Die gute
Partnerschaft zwischen den Baupartnern, vom Ingenieurbüro
bis zum Rohrhersteller ist nach Meinung der beteiligten Baupartner ein wesentlicher Grund für den erfolgreichen Verlauf
der Baumaßnahme. „Und das trotz der nicht immer einfachen
Randbedingungen“, betont Hendrik Taphorn. Insgesamt wurden drei Kanalbaukolonnen mit je sechs Mann, zwei Baggern
und Radladern an der Baumaßnahme in Wilhelmshaven eingesetzt. In kontaminierten Bereichen wurde in Schutzkleidung
gearbeitet und Teile des Bodens ausgekoffert und entsorgt.
An einigen Stellen der Strecke wurden Schachtbauwerke in
Ortbetonbauweise ausgeführt und Schieber oder Ventile zur
Entlüftung installiert.
Im Durchschnitt wurden bisher rund 24 m Rohr pro Tag verlegt. Dank der detaillierten Planung und der sehr gut abgestimmten Abläufe und der Flexibilität der Baupartner konnten
die Tiefbauarbeiten Anfang des Jahres wie geplant abgeschlossen werden – hierin sind sich die Beteiligten einig. Äußerst zufriedenstellend verlief auch die abschließende Druckprüfung, bei der sich die komplette Leitung im ersten Anlauf
als dicht erwies.
Weitere Informationen unter: www.amitech-germany.de.
Kommunikative Dosierpumpen bieten Prozesssicherheit –
Grundfos Smart Digital mit erweiterter Feldbus-Kommunikation
Das Dosieren ist eine Kernaufgabe in der Chemie-, Verfahrens- und Wasseraufbereitungstechnik. Insbesondere kommt
es darauf an, bei durch den Prozess vorgegebenen Bedingungen (Druck, Temperatur, Durchfluss) das flüssige Medium in einer definierten Menge oder in einem zeitbezogenen
Durchsatz exakt zuzuführen – das erfordert Präzisionsarbeit.
Das High-end-Modell DDA der Dosierpumpen-Baureihe
Smart Digital wurde von den Grundfos-Entwicklern für
komplexe und anspruchsvolle Anwendungen konzipiert,
bei denen höchste Prozesssicherheit an erster Stelle steht.
DDA-Pumpen dosieren beispielsweise ausgasende Medien
ebenso wie Kleinstmengen bis minimal 2,5 ml/h. Sie gelten
als Pumpen der Wahl insbesondere dann, wenn der Betreiber
eine umfassende Prozesskontrolle wünscht.
144
Das ist mit der erweiterten Feldbus-Kommunikation nun noch
umfassender möglich. Dazu steht entweder eine interne EBox (sie wird zwischen Pumpe und Fußplatte eingeklickt) oder
ein externes CIU-Modul zur Verfügung. DDA-Dosierpumpen
können auf diese Weise in folgende Feldbus-Systeme eingebunden werden: Profibus DP, Profinet IO, Modbus TCP, Modbus RTU, Grundfos Remote Management.
DDA-Dosierpumpen eignen sich ideal für die Einbindung in
komplexe Dosierprozesse mit Feldbusanbindung, weil sie
über eine integrierte Dosierüberwachung (FlowControl) verfügen. Diese Überwachung identifiziert die häufigsten Ursachen von Dosierfehlern wie defekte Ventile, Luftblasen, Kavitation oder Überdruck. Solche Fehler zeigt das System als
Klartext im Display an oder leitet die Meldung via Feldbus
Kommunalwirtschaft 03/2014
in Profibus- oder Profinet-Systeme offeriert Grundfos kostenfrei vorprogrammierte Funktionsblöcke; diese reduzieren die
Integrationszeit deutlich.
An das CIU 271-Modul (Grundfos Remote Management) kann
der Betreiber bis zu sechs DDA-Dosierpumpen anbinden und
über eine vorinstallierte Internetseite überwachen und fernbedienen. Auf diese Weise ist es beispielsweise möglich, den
Verbrauch an Chemikalien online zu überwachen; auch eine
Optimierung wie das Einstellen der Dosiermenge ist möglich.
Die CIU-Module und die E-Box lassen sich auch nachträglich
(ab Softwareversion 2.5) an DDA-Dosierpumpen anbinden.
weiter – eine zeitraubende Fehlersuche wie bei herkömmlichen Dosierpumpen entfällt.
Dank der integrierten Durchflussmessung (AutoFlowAdapt)
muss der Betreiber auch keine zusätzlichen Kosten für die
entsprechende Messtechnik aufbringen. Die aktuelle Messung des Dosiervolumenstroms wird im Display angezeigt,
über den Analogausgang ausgegeben oder kann per Feldbus
übertragen werden. Für die einfache und schnelle Integration
Die wichtigsten Vorteile der erweiterten
Feldbus-Kommunikation:
– Fernüberwachung / Ferneinstellung
von DDA-Dosierpumpen
– Höhere Auflösung des Eingangssignals
= genauere Dosierung
– Auslesen der Klartext-Fehlermeldungen
der Dosierüberwachung
– Kompakte Bauweise durch einklickbare E-Box
– Die Kommunikationsmodule sind nachrüstbar
–
Einfache Installation und Inbetriebnahme durch vorprogrammierte Funktionsblöcke (Profibus / Profinet)
– Hoher Schutzgrad (IP65) für raue Umgebungsbedingungen.
Weitere Informationen unter: www.grundfos.de.
Neues Kraftpaket gegen geruchsintensive Gasemissionen auf der IFAT
Die coalsi-Geruchssperren sind mit innovativen, fermentierten
Hybrid-Aktivkohlefilterelemente ausgestattet. Aufgrund einer besonderen Oberflächenstruktur der Filterelemente,
vergleichbar mit einem feinporigen Schwamm, nehmen sie
Gerüche und Gase optimal auf. Sie sind die treibende Kraft
zur Stoffumwandlung und Mineralisierung unerwünschter
Gerüche wie beispielsweise H2S, NH3 oder Limonen und das
komplett ohne schädliche Zusätze.
Auf dieser vielfach bewährten Basis hat Fritzmeier Umwelttechnik jetzt ein neues Kraftpaket entwickelt: Der VOLUMENMAX Evo III ermöglicht aktives Absaugen geruchsintensiver
Gasemissionen aus Kanalsträngen, Sammelgruben und
Pumphäusern. Das kompakte, modular erweiterbare System
besteht aus Kombinationseinheiten der Hybrid-Aktivkohlefilterelemente und erreicht freiausblasend einen Gasdurchsatz
bis zu 2500 m3/h. Weitere Vorteile sind überdurchschnittlich
hohe Standzeiten, geringer Wartungsaufwand und einfache
Bedienung, da sich die Filterelemente schnell und kostengünstig auswechseln lassen. Bei der Entwicklung legten die
Spezialisten besonderen Wert auf eine optimale Strömungsführung. Die spezielle Bauform mit großen Filteranströmflächen sorgt für geringe Lüfter-Nennleistung und damit für
überdurchschnittliche Energieeffizienz des Systems. Das
spart Betriebskosten.
Der VOLUMENMAX Evo III ist für den parallelen und seriellen
Anlagenbetrieb für die Kanal- und Raumbelüftung in kommunalen und industriellen Prozessbetrieb konzipiert. Die Anwendungsmöglichkeiten sind groß: Insbesondere wenn beengte
Platzverhältnisse herrschen, ist das System aufgrund der
platzsparenden Bauweise, der einfachen Integration in den
jeweiligen Anlagenprozess und der hohen Flexibilität die idea-
Kommunalwirtschaft 03/2014
le Lösung, unangenehme Gerüche nachhaltig zu beseitigen.
Das Radialgebläse lässt sich an die jeweilige Rohgasbelastung anpassen. Die integrierte Heizung arbeitet selbstregulierend. Aufwendige Umbaumaßnahmen der Anlagenplaner
und damit größere Investitionskosten fallen von Anfang an
weg. Das System hat sich bereits mehrfach im Testeinsatz in
Lebensmittelbetrieben und in der Kommunalwirtschaft Kommunalbereich in der Praxis bewährt.
145
Belüftungssysteme in der Abwasserreinigung von AQUACONSULT
Innovative Fertigungstechnik und das Material der Membrane
erhöhen Effizienz und Lebensdauer
Die Belüftung ist der mit Abstand größte Stromverbraucher
auf Kläranlagen. Um die Betriebskosten zu senken sind Systeme gefragt, die langfristig leistungsfähig und wartungsarm
sind und gleichzeitig den bestmöglichen Sauerstoffeintrag
garantieren.
lust online gemessen und die Werte elektronisch erfasst. Bei
einer Abweichung vom Sollwert wird der Perforationsprozess
sofort angepasst.
Auf jeder einzelnen Membrane ist eine eindeutige Identifikationsnummer aufgedruckt, über die sich die Eigenschaften der
Membran zurückverfolgen lassen. Dieses Qualitätsmanagement ist so einzigartig in der Branche.
Ein entscheidender Faktor ist das eingesetzte Membranmaterial. Alle Aerostrip-Streifenbelüfter sind mit Membranen
aus Polyurethan ausgestattet und bewähren sich mit überdurchschnittlichen Standzeiten von zehn bis 15 Jahren auf
weit über Tausend Kläranlagen weltweit. Mit einer Perforationsdichte von rund 400.000 Poren je m2 ermöglicht dieses
Material ein ultrafeines Blasenbild.
Druckverlust by Design
Jetzt haben die Experten von Aquaconsult eine neue Perforationstechnik entwickelt, die es erlaubt, Form und Größe der
Poren zu variieren. Damit lässt sich auch der Druckverlust der
Membrane regulieren. Gleiche Druckverluste aller Membrane
sind ein wesentlicher Faktor für eine effiziente Belüftung. So
ist gewährleistet, dass die eingebrachte Luft im ganzen Becken gleichmäßig verteilt und ein Maximum des in der Luft
enthaltenen Sauerstoffes im Wasser gelöst wird. Das Besondere: Während des Perforationsprozesses wird der Druckver-
Modernisierung von Kläranlagen
Spezialisten für ganzheitliche biologische Verfahrenstechnik gefragt
In Deutschland stehen derzeit viele Kläranlagenbetreiber vor
den gleichen Herausforderungen: Um die Effizienz zu steigern und gleichzeitig die Betriebskosten zu senken, müssen
die bestehenden Anlagen optimiert und/oder verfahrenstechnisch erweitert werden. Um Fehler beispielsweise durch
unnötig hohe Baukosten zu vermeiden, sind Dienstleister mit
jahrelangem Knowhow und ausgeprägtem Servicebewusstsein gefragt.
technik bei UD UMWELT-DIENSTE. „Das führt immer wieder
zu aufwendiger Nachbetreuung und entsprechenden Wartungskosten.“
Die UD UMWELT-DIENSTE GmbH, ein Allround-Dienstleister
für Kläranlagenoptimierung mit Hauptsitz in Rinnthal und
Service- und Projektierungsstützpunkten in Süd- und Norddeutschland, kennt die Probleme der Kläranlagenbetreiber
aus 25- jähriger Praxiserfahrung: „Neben zu hohem Stromverbrauch und Überdimensionierung passiert es häufig, dass
die einzelnen Komponenten nicht optimal aufeinander abgestimmt sind“, so Rüdiger Vrabac, Abteilungsleiter Umwelt-
Fallbeispiel Fischzuchtbetrieb
146
Die Lösung besteht in einer ganzheitlichen biologischen Verfahrenstechnik von der Belüftungstechnik, über die Steuerungssysteme, Mess- und Regeltechnik, den Pumpen bis zur
richtigen Dosiermenge der eingesetzten Fällungsmittel.
Das zeigt nachfolgendes Anwendungsbeispiel. Ausgelöst
durch erhöhter Nitrat-, und teilweise zusätzlich erhöhter Ammoniumgehalt kam es bei der betriebseigenen Kläranlage
eines Fischzuchtbetriebs in Osthessen im Ablauf zum Vorfluter wiederholt zur Überschreitung des zulässigen Grenzwertes für N-ges. anorg.. Gleichzeitig lagen die Pges-Werte
Kommunalwirtschaft 03/2014
im Ablauf der Kläranlage ohne Zugabe von Fällungsmitteln
zeitweise über dem geforderten Grenzwert.
Um eine drohende Stilllegung zu vermeiden, entschieden
sich die Anlagenbetreiber für eine umfassende Modernisierung in Zusammenarbeit mit UD-UMWELTDIENSTE.
Nach ausführlicher Analyse der Ausgangsituation vor Ort
erhöhten die Verfahrensingenieure als ersten Schritt die Dosiermenge an Fällungsmitteln, um den geforderten Grenzwert
Pges zu erreichen.
Um die Grenzwerte aller relevanten Abwasserparameter –
insbesondere für Stickstoff, Phosphor und CSB einzuhalten
– nachhaltig und sicher einzuhalten, wurde anschließend ein
bis ins Detail aufeinander abgestimmtes Optimierungspaket
vorgeschlagen und durchgeführt. Eine einschneidende Maßnahme bestand in der Abtrennung der Belüftungstechnik
vom Rest der Fischzucht. Aufgrund unterschiedlicher Höhenlage und Entfernung der Becken der Fischzucht und der Kläranlage, kam es hier immer wieder zu einer Unterversorgung
der Kläranlage bei der Luftmenge und beim Luftdruck. Durch
den Einsatz eines separaten Gebläses der Firma Aerzen ist
die Luftversorgung jetzt bedarfsgerecht eingestellt.
Eine weitere Verfahrensmaßnahme bestand in der Rückführung des nitrifizierten Schlamms vom Ende des Nitrifikationsbeckens in den Zulauf vom Denitrifikationsbecken. Dieser
Rezirkulationsschlamm führte rasch zu einer höheren Umlaufströmung und verbesserte die Denitrifikationsaktivität in
der Belebung maßgeblich.
„Beide Maßnahmen sind nur in Kombination mit einer belastungsabhängigen Regelungstechnik „UD OPTEC“ zielführend, die die Messwerte Sauerstoff, Zulaufmenge und
Abwassertemperatur gleichzeitig berücksichtigt“, betont Pro-
jektleiter Axel Scheiper. “Sehr wichtig ist, dass die eingesetzte Technik erweiterbar ist“, so Rüdiger Vrabac weiter.
Auch in dieser Kläranlage erwies sich die veraltete Belüftungstechnik Rohrbelüfter als der entscheidende Energiefresser. Die Experten legten das Belebungsbecken mit insgesamt
32m Aerostrip-Streifenbelüftern der Firma AQUACONSULT
aus. Diese besonders feinblasigen Streifenbelüfter zeichnen
sich durch hohe Effizienz und Langlebigkeit aus. Dadurch
amortisiert sich die Umrüstung der Belüftung bereits nach
eins bis vier Jahren.
Als abschließende Maßnahme erfolgte die komplette Entschlammung des Reinigungsteiches mit Hilfe eines speziellen Amphibien- Fahrzeugs und anschließender regionaler
Wiederverwendung in der Landwirtschaft. Dadurch sanken
die Phosphatrücklösungen und Pges-Werte im Teichablauf.
Weitere Informationen unter: www.umwelt-dienste.de
Veranstaltungen
Grundlagenseminare für Prozessmesstechnik-Anwender
– Seminarreihe „Prozessmesstechnik in der Praxis“ findet
von Mai bis Juli statt
– 5 Doppeltermine in Leipzig, Walsrode, Großraum Duisburg,
Frankenthal (Pfalz) und München
– Grundlagenvorträge zu verschiedenen Verfahren zur
Messung von Durchfluss, Füllstand, Temperatur und
analytischen Parametern mit Anwendungsbeispielen
Im Mai 2014 startet die Seminarreihe „Prozessmesstechnik
in der Praxis“ der KROHNE Academy. An fünf Terminen im
Mai, Juni und Juli findet die Reihe in Leipzig, Walsrode, Moers (nahe Duisburg), Frankenthal (Pfalz) und München statt.
Sie richtet sich an Anwender die ihr Wissen über die physikalischen Grundlagen der verschiedenen Messprinzipien ver-
Kommunalwirtschaft 03/2014
tiefen möchten. Das Fachmedium P&A unterstützt die Reihe
als Medienpartner.
Die Reihe findet in allen Städten an zwei aufeinander folgenden Tagen statt. Am ersten Tag werden Durchfluss- und
Temperaturmessung vorgestellt, am zweiten Analysen- und
Füllstandmesstechnik. Ziel des Seminars ist es, den Teilnehmern einen Überblick über Grundlagen und Applikationen
verschiedener Verfahren und ihre Einsatzmöglichkeiten zu
vermitteln. Die Experten der KROHNE Academy beantworten
dabei gerne Fragen aus der Praxis und beraten bei konkreten
Prozessanwendungen.
Weitere Informationen zu den kostenlosen Seminaren unter:
www.krohne.de/academy.
147
Programm- und Terminübersicht 2014
 Landschaftsmanagement, nachhaltiger Tourismus,
Nachhaltigkeit in Wirtschaft
 Klimaschutz und Energiewende
 Gesellschaftliche Verankerung der Nachhaltigkeit
 Biodiversität, Gewässer- und Bodenschutz
 Methodenkompetenz
 April 2014, Stuttgart
»Auf’s Pferd gesetzt: Bedeutung der Pferdehaltung
für Agrobiodiversität und Kulturlandschaftsmanagement«
52. Stuttgarter Akademiegespräch in Zusammenarbeit
mit der Veranstaltungsgesellschaft In.Stuttgart und dem
Haupt- und Landgestüt Marbach
 ab April 2014, Stuttgart
»Lebensraum Wasser im vorschulischen Bereich:
Wasser erleben und Gewässerwissen erwerben«
Qualifizierungsveranstaltung für die Abschlussjahrgänge
der Fachschulen für Sozialpädagogik
 01. April 2014, Münsingen (Landkreis Reutlingen)
»Naturverträgliche Pflege von Böschungen, Säumen
und Gehölzen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb«
Fortbildungsseminar für Mitarbeiter von Bauhöfen und
Straßenmeistereien in Zusammenarbeit mit den Landratsämtern Reutlingen, Esslingen, Alb-Donau-Kreis und der
Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwäbische Alb
 02. April 2014 und Folgetermine, Kehl (Ortenaukreis)
»Nachhaltigkeitsmanagement
in der öffentlichen Verwaltung«
Mehrteiliges Umweltforum in Zusammenarbeit mit der der
Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl
 03. April 2014, Stuttgart
»Wie können Windkraft und Artenschutzmaßnahmen
zusammengebracht werden? Wege zu abgestimmten
Planungen einschließlich Kompensation«
Fachseminar in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für
Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Ministerium
für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Verband Region
Stuttgart, Kompetenzzentrum Windenergie der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz BadenWürttemberg (LUBW) und folgenden Dialogpartnern:
Bundesverband WindEnergieBaden-Württemberg, Berufsverband der Landschaftsökologen Baden-Württemberg e. V. (BVDL) und Dialogforum Erneuerbare Energien
und Naturschutz
 09. April 2014, Stuttgart
»Best-Ager als Wissensträger und unterschätztes
Potenzial in der Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung –
Chancen des demografischen Wandels«
Workshop in Zusammenarbeit mit dem Landesseniorenrat
Baden-Württemberg e. V.
 10.-12. April 2014 (I) und 10.-12. Juli 2014 (II)
westlicher Kraichgau (I) und mittlerer Schwarzwald (II)
»Aufbaukurs: Zertifizierung von Feldbotanikern:
Geländepraktikum I und II«
Aufbaukurs in Zusammenarbeit mit dem Institut für Botanik und Landschaftskunde (IBL) Karlsruhe
148
 11./12 April 2014, Bad Wurzach
(Landkreis Ravensburg)
»Ehrenamtliche Artenschutzfachberater
im Amphibienschutz: Amphibien als Bioindikatoren
und ihre Schutzmöglichkeiten«
Grundkurs (landesweites Qualifikationsseminar) in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum (NAZ) Wurzacher
Ried und der Arbeitsgruppe Amphibien- und ReptilienBiotopschutz (ABS)
 24. April 2014, Donaueschingen
(Schwarzwald-Baar-Kreis)
»Regelungstechnik/Bauphysik für Hausund Betriebsmeister – Energieeinsparungen und
Klimaschutz in öffentlichen Gebäuden (Qualifizierung II)«
Fortbildungsseminar der regionalen Energieagenturen
in Zusammenarbeit mit der Umweltakademie und dem
Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft
Baden-Württemberg im Rahmen des Projekts »Kommunaler Klimaschutz« der Nachhaltigkeitsstrategie BadenWürttemberg
 30. April 2014, Heidelberg (Rhein-Neckar-Kreis)
»Exotische oder regionale Naturwerksteine?
Vergleichende Ökobilanz und Umweltstandards
von Natursteinimporten und Betonfertigprodukten«
Fachseminar in Zusammenarbeit mit der Ingenieurkammer, dem Industrieverband Steine und Erden BadenWürttemberg (ISTE) e. V., dem Institut für Fortbildung Bau
(IFBau), dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten
Landesverband Baden-Württem-berg (BDLA), dem Verband Garten- , Landschafts-, und Sportplatzbau BadenWürttemberg e. V. und dem Deutschen Naturwerkstein
Verband (DNV)
 ab Mai 2014, Neckar
»Steinreiches Neckartal: eine Floßerlebnisfahrt
im Spannungsfeld von Natur und Kultur,
Weinbau und Technologie«
»Schwimmende Seminare« in Zusammenarbeit mit der
Neckar-Personen-Schifffahrt »Neckar-Käpt‘n«, Weinbauverbänden und Weingütern
 ab Mai 2014, Neckar
»Unser Neckar: Lebensader und Wirtschaftsachse.
Schwimmendes Seminar auf dem Neckar«
»Schwimmendes Seminar« als Natur- und Kulturerlebnisfahrt in Zusammenarbeit mit der Neckar-Personen-Schifffahrt »Neckar-Käpt´n«
 Mai 2014, Stuttgart
»Ökologisch, ökonomisch und sozial –
Öffentliche Einrichtungen in Stuttgart
auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit«
Workshop zur Stärkung der Nachhaltigkeit
 04. Mai 2014, in über 250 Orten
»Naturerlebnistag 2014: Faszination Natur –
Geheimnis Landschaft – Erlebnisort Heimat«
Eine Initiative der Umweltakademie in Kooperation mit
der Tourismus-Marketing GmbH Baden-Württemberg und
dem Südwestrundfunk SWR4 als Beitrag zum bundesweiten Naturerlebnistag des BANU
Kommunalwirtschaft 03/2014
 07. Mai 2014, Stuttgart
»Energielandschaften – wie wird der Wandel gestaltet?«
Jahrestagung der Landesarbeitsgemeinschaft der Naturschutzbeauftragten in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN), Regionalgruppe
Baden-Württemberg
 20. Mai 2014, Sachsenheim (Lkr. Ludwigsburg)
»Vom Flutlicht bis zur beheizten Sporthalle:
Energieeffizienz in Sportvereinen«
Seminar in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für
Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sowie dem Württembergischen Landessportbund
 08. Mai 2014, Stuttgart
»Einführungskurs für neu bestellte
Naturschutzbeauftragte«
Fortbildungsseminar in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz BadenWürttemberg
 21. Mai 2014, Böblingen
»Ökokonto und Kompensationsverzeichnis –
Chancen der naturschutzrechtlichen
Eingriffsregelung für die kommunale Planung«
Fortbildungsseminar in Kooperation mit dem Landratsamt
Böblingen
 08. Mai 2014, Pforzheim
»Basisqualifizierung für Haus- und Betriebsmeister –
Energieeinsparungen und Klimaschutz
in öffentlichen Gebäuden«
Fortbildungsseminar in Kooperation mit dem ebz Energieund Bauberatungszentrum Pforzheim/Enzkreis gGmbH
und dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg im Rahmen des Projekts
»Kommunaler Klimaschutz« der Nachhaltigkeitsstrategie
Baden-Württemberg
 22./23. Mai 2014, Feldberg
(Lkr. Breisgau-Hochschwarzwald)
»Wiedervernässung von Mooren –
Chancen für den Klimaschutz«
Fachtagung in Zusammenarbeit mit der Deutschen
Gesellschaft für Moor- und Torfkunde e. V. (DGMT), der
Hochschule Wirtschaft und Umwelt Nürtingen und dem
Naturschutzzentrum Südschwarzwald (NAZ)
 08. Mai 2014, Bietigheim-Bissingen,
(Lkr. Ludwigsburg)
»Lebensräume erforschen und Wissenserosion stoppen –
Mit Kindern Natur erleben, erfahren und verstehen lernen«
Baustein 2: Frühling in Wiese und Wegesrand
Fortbildungsseminar in sieben Bausteinen zur praxisorientierten Umsetzung im Bereich der Natur- und Umwelterziehung
 09./10. Mai 2014, Karlsruhe
»Basiskurs: Zertifizierung von Feldbotanikern«
Modul II: Grundlagen der Biotopkartierung
Zertifizierungskurs in sechs Modulen in Zusammenarbeit
mit dem Institut für Botanik und Landschaftskunde (IBL)
Karlsruhe
 14. Mai 2014, Lörrach (Lkr. Lörrach)
»Wie gelingt der Ausbau der Erneuerbaren Energien am
Beispiel Landkreis Lörrach? Situation und Perspektiven«
Fachgespräch zur Gestaltung der Energiewende in
Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Klima
und Energiewirtschaft, dem Landkreis Lörrach und der
Großen Kreisstadt Lörrach
 15. Mai 2014, Lenningen-Schopfloch (Lkr. Esslingen)
»Bioindikatoren der Landschaft:
Wildbienen auf der Schwäbischen Alb«
Seminar in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum
(NAZ) Schopflocher Alb, dem Ministerium für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und dem Verband
Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e. V. (VBIO)
 15. Mai 2014, Stuttgart
»Neue Einwanderer – Wildtiere erobern
den Lebensraum Stadt – wie gehen wir damit um?«
Seminar in Zusammenarbeit mit der Akademie für Wild,
Jagd und Natur Baden-Württemberg
Kommunalwirtschaft 03/2014
 23. Mai 2014, Stuttgart
»Der GeoKoffer – multimediales Bildungspaket
für schulischen und außerschulischen Unterricht«
Fortbildungsveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem
Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg
e. V. (ISTE) und dem Ministerium für Kultus, Jugend und
Sport Baden-Württemberg
 23./24. Mai 2014, Beuron, (Lkr. Sigmaringen)
»Wiesen, Weiden, Magerrasen – pflanzensoziologische
Bestimmungsübungen im Grünland«
Seminar in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum
(NAZ) Obere Donau und der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland (BAS)
 04. Juni 2014, Böblingen
»Wildtierkorridore zwischen Schwarzwald und
Schwäbischer Alb: Sicherung der Biodiversität
durch grüne Infrastruktur«
3. Fachseminar zum Stand und den Perspektiven bei der
Herstellung von Querungshilfen an Verkehrsanlagen und
der Trittsteinbiotope. In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Infrastruktur und Verkehr, der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA),
der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, dem
Naturschutzbund Deutschland (NABU), Bezirksverband
Gäu-Nordschwarzwald und dem Landesjagdverband
 05. Juni 2014, Bietigheim-Bissingen,
(Lkr. Ludwigsburg)
»Lebensräume erforschen und Wissenserosion stoppen –
Mit Kindern Natur erleben, erfahren und verstehen lernen«
Baustein 3: Frühling an Teich und Tümpel
Fortbildungsseminar in sieben Bausteinen zur praxisorientierten Umsetzung im Bereich der Natur- und Umwelterziehung
 05. Juni - 05. September 2014, Bodensee
»Wasser ist Leben –
Faszination Naturerlebnisland Bodensee«
»Schwimmende Seminare« in Zusammenarbeit mit dem
Institut für Seenforschung der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg
(LUBW) und den Bodenseeschiffsbetrieben GmbH
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 06./07. Juni 2014, Beuron, (Lkr. Sigmaringen)
»Basiskurs: Zertifizierung von Feldbotanikern«
Modul III: Biotoptypen des Grünlands
Zertifizierungskurs in sechs Modulen in Zusammenarbeit
mit dem Institut für Botanik und Landschaftskunde (IBL)
Karlsruhe
 26. Juni 2014, Stuttgart
»Der GeoKoffer – Modelprojekt und multimediales
Lernmittel für die Umweltbildung«
Fortbildungsveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem
Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg
e. V. (ISTE)
 24. Juni 2014, Karlsruhe
»Schmetterlinge als Bioindikatoren –
ein Einblick in die Falterfauna Baden-Württembergs«
Seminar in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum
(NAZ) Karlsruhe-Rappenwört, dem Staatlichen Museum
für Naturkunde Karlsruhe (SMNK) und dem Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland
e. V. (VBIO)
 27./28. Juni 2014, 88097 Eriskirch (Bodenseekreis)
»Libellen – Bioindikatoren in der Landschaft:
Arten, Habitate, Erfassungsmethoden, Bewertung«
Fortbildungsseminar in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Eriskirch (NAZ), der Schutzgemeinschaft
Libellen in Baden-Württemberg e. V. (SGL), dem Verband
Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e. V. (VBIO) und der Naturschutzverwaltung BadenWürttemberg
 25. Juni 2014, Karlsruhe
»Global denken und lokal handeln –
Bildung für nachhaltige Entwicklung«
Seminar in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg,
dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport BadenWürttemberg und dem Landesmedienzentrum BadenWürttemberg
 26. Juni 2014, Tuttlingen
»Wie gelingt der Ausbau der Erneuerbaren Energien am
Beispiel Landkreis Tuttlingen? Wege zur nachhaltigen
Energieversorgung«
Fachgespräch zur Gestaltung der Energiewende in
Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Klima
und Energiewirtschaft und dem Landkreis Tuttlingen
 27.-29. Juni 2014, Feldberg,
(Lkr. Breisgau-Hochschwarzwald)
»Zwischen Eissegge und Borstgras –
Gräser als Zeigerpflanzen in der Kultur- und
Naturlandschaft am Beispiel Hochschwarzwald«
Grundlagenkurs in Zusammenarbeit mit der Botanischen
Gesellschaft Südwestdeutschland (BAS), dem Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in
Deutschland e. V. (VBIO), dem Naturschutzzentrum (NAZ)
Südschwarzwald und der Naturschutzverwaltung BadenWürttemberg.
TAG DER KOMMUNALWIRTSCHAFT 2014
„Gemeinsam. Nachhaltig. Leben – Wachstum durch Wertschöpfung vor Ort“
„Gemeinsam. Nachhaltig. Leben – Wachstum durch Wertschöpfung vor Ort“. So lautet das Motto des zweiten Tages
der Kommunalwirtschaft, der vom 29. bis 30. April 2014 in
Hannover stattfindet. Die Veranstalter Deutscher Städtetag,
Deutscher Städte- und Gemeindebund, Deutscher Landkreistag und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) erwarten dazu mehr als 300 Teilnehmer.
Mehr denn je verlangen die politischen und wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen von den Entscheidern in Kommunen
und deren Unternehmen vernetztes Denken und Handeln.
Während die Kommunen auf der einen Seite vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen stehen, verlieren sie auf der
anderen Seite mehr und mehr ihren finanziellen Bewegungsspielraum. Wie die Daseinsvorsorge vor diesem Hintergrund
auch zukünftig funktionieren kann, darüber diskutieren Verantwortliche der Kommunalwirtschaft zum Tag der Kommunalwirtschaft mit knapp 50 Referenten aus der Kommunalpolitik
und -wirtschaft, der Europa-, Bundes- und Landespolitik, der
Wissenschaft, den Gewerkschaften und der Privatwirtschaft.
In acht Strategieforen geht es um die relevanten Zukunftsthemen: von der Energiepolitik bis zu den Auswirkungen des demographischen Wandels auf Kommunen und ihre Unternehmen. Eine ebenso große Herausforderung wie auch Chance
bieten die Veränderungen in der Energielandschaft für kom-
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munale Unternehmen und ihre kommunalen Träger. Wie man
zukünftig zu einem innovativen Umgang mit Energie kommen
kann, darüber diskutieren Stephan Weil, Ministerpräsident
des Landes Niedersachsen, Dr. Ulrich Maly, Präsident Deutscher Städtetag, Bernhard Reuter, Vizepräsident Deutscher
Landkreistag, Roland Schäfer, Vizepräsident Deutscher Städte- und Gemeindebund, sowie VKU-Präsident Ivo Gönner in
der Gesprächsrunde „Die Energiewende – Herausforderung
und Chance für Städte und Stadtwerke“ zum Abschluss des
zweiten Veranstaltungstages. Informativ und Aufschlussreich
am ersten Veranstaltungstag ist sicherlich das Streitgespräch
„Kommunalwirtschaft – Wachstum durch Wertschöpfung vor
Ort“ zwischen Roland Tichy, Chefredakteur der Wirtschaftswoche, und Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der
Süddeutschen Zeitung. Zu den weiteren Referenten der Veranstaltung gehören unter anderem: Stefan Schostok, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, Michael
Beckereit, Geschäftsführer Hamburg Energie und Hamburg
Wasser, Martin Drews, Geschäftsführer, Verband deutscher
Papierfabriken, Michael G. Feist, Vorstandsvorsitzender,
Stadtwerke Hannover AG und Helmut Herdt, Sprecher der
Geschäftsführung Städtische Werke Magdeburg GmbH.
Weitere Informationen unter:
www.tagderkommunalwirtschaft.de.
Kommunalwirtschaft 03/2014
Beim 28. Oldenburger Rohrleitungsforum standen Hybridnetze im Fokus
Rohrleitungssysteme kein Auslaufmodell
Unter welchem Motto wird die nächste Veranstaltung stattfinden? Diese Frage beschäftigt bereits die Macher des Oldenburger Rohrleitungsforums 2015. Und das passt. Macht
es doch deutlich, welche Ausnahmestellung und welchen Ruf
sich das kleine aber feine Forum erarbeitet hat.
Traditionell diskutieren die Fachleute der Branche über den
aktuellen Stand der Technik, werfen gleichzeitig aber auch
den Blick nach vorn: Was müssen wir noch tun, sind wir auf
dem richtigen Weg und welche Verfahren und Modelle haben das Potential, weiter entwickelt zu werden? Solche Fragen bilden die Grundlagen der vielfach kontroversen aber
meist fruchtbaren Diskussionen in den Vortragsblocks, auf
der Fachausstellung und dem legendären Grünkohlabend,
der den ersten Veranstaltungstag beschließt. Nach „Rohrleitungen – in neuen Energieversorgungskonzepten“ und
dem Schwerpunkt „Klimawandel“ in 2013 widmete sich das
diesjährige Forum wieder der „Energieversorgung“ – beides
Themen, die eng mit der Umsetzung der Energiewende verbunden sind. Mittlerweile sind aus ersten Konzepten erste
Pilotprojekte hervorgegangen, wie zum Beispiel die Wasserstofferzeugungsanlage der E.ON im brandenburgischen
Falkenhagen oder das Hybridprojekt Oldenburg-Drielake, bei
dem so genannte Energetische Nachbarschaften als Baustein
zukünftiger Hybridnetze im Fokus stehen. Auch Techniken wie
die Nutzung von Abwärme aus Abwasser finden mittlerweile
immer breitere Anwendung. Dennoch wurde eines in Oldenburg recht deutlich: Eine sichere Energieversorgung wird in
der Zukunft nicht durch die einfache Umstellung der heutigen
Strukturen möglich sein. Die Zukunft sieht komplexe ineinander greifende Netzstrukturen vor. Und genau dies erfordert
viel technischen Sachverstand und verlangt einen hohen interdisziplinären Austausch. Wo könnte dies besser gelingen,
als auf dem Oldenburger Rohrleitungsforum, das mit seinem
diesjährigen Motto „Rohrleitungen als Teil von Hybridnetzen
– unverzichtbar im Energie-mix der Zukunft“ exakt den Nerv
der Branche traf.
Prof. Thomas Wegener, Vorstandsmitglied des iro e.V. und
Geschäftsführer der iro GmbH, eröffnete am 6. Februar das
28. Oldenburger Rohrleitungsforum, das die Jade Hochschule mit über 3.000 Teilnehmern, rund 350 Ausstellern und 130
Referenten wie in jedem Jahr für zwei Tage in einen regelrechten Ausnahmezustand versetzte. Welche organisatorische Leistung notwendig ist, um Vortragsräume, Ausstellungsflächen, Pausenräume und Cafés für diesen Ansturm
vorzubereiten, können die Besucher nur erahnen. Dementsprechend lobte der Präsident der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth, Dr. Habil Elmar Schreiber, in
seiner Ansprache nicht nur die lange Tradition der Veranstaltung, sondern hob insbesondere das Engagement des iroTeams hervor. „Die stemmen was“, brachte Schreiber einen
der Schlüssel für den außerordentlichen Erfolg der Veranstaltung auf den Punkt. Aber auch der besondere Mix aus „Wirtschaft – Wissenschaft – Hochschule – Praxis“ stellt für den
Präsidenten ein charakteristisches Merkmal des Forums dar.
Gasnetze mit Potential
Im Anschluss an die Grußworte der Verbände und der Stadt
Oldenburg durch Dipl.-Ing. Hartmut Wegener, Vorstandsmitglied des Rohrleitungsbauverbandes e.V., Dipl.-Ing. BrollBickhardt, Stellvertretender Vorsitzender des DWA-Landesverbandes Nord, und Germaid Eilers-Dörfler, Bürgermeisterin
Kommunalwirtschaft 03/2014
der Stadt Oldenburg, widmeten sich die beiden Eröffnungsvorträge eingehend dem Thema der diesjährigen Veranstaltung. Prof. Dr.-Ing. Hartmut Krause, Deutscher Verein des
Gas- und Wasserfaches e.V., DBI Gastechnologisches Institut gGmbH, stellte die Forschungsleitlinien des Verbandes
vor und zeigte auf, welchen Beitrag die Gasnetze zur Stabilisierung der Energieversorgung bei zunehmendem Anteil
erneuerbarer Energieträger an der Energieerzeugung leisten
können. Wo gibt es – mit Blick auf die Gasnetze der Zukunft
– noch Forschungsbedarf: auch das eine Steilvorlage von
Krause, die Jun.-Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff, Bereichsvorstand Energie OFFIS e.V. Insti-tut für Informatik, Oldenburg,
als letzter Redner der Eröffnungsveranstaltung sofort aufnahm. Eine entscheidende Komponente zur erfolgreichen
Realisierung der zukünftigen Energieversorgung sind entsprechende Automatisierungs- und Informationstechnologien, die erst eine Steuerung der Energieströme ermöglichen.
„Dabei stellen sich im Wesentlichen zwei Probleme“, führte
Lehnhoff aus. „Zum einen fehlt die Möglichkeit erzeugte Energie in ausreichendem Maß zu speichern und zum anderen
müssen Transportengpässe dringend gelöst werden.“ In diesem Zusammenhang sieht Lehnhoff in den Smart Grids ein
Instrument, die vorhandene Infrastruktur intelligent zu nutzen. An der Kernfrage, wie die Systeme zu verknüpfen sind,
arbeitet das Institut zurzeit intensiv. Unter anderem werden
Leitsysteme und Planungsansätze für gekoppelte Infrastruktursysteme entwickelt.
Energetische Nachbarschaften
Ein weiterer interessanter Ansatz beschäftigt sich mit der
Regionalisierung der Hybridnetze, wie das Beispiel Drielake
(Oldenburg) mit seinen Energetischen Nachbarschaften zeigt.
Dabei wird nach Identifizierung passender Bereiche ein Verbund von dezentralen Verbrauchern und Produzenten, die
sich in unmittelbarer räumlicher Nähe zueinander befinden,
geschaffen. Dies ist auch eine der Grundvoraussetzung für
ein weiteres Schwerpunktthema des 28. Oldenburger Rohrleitungsforums, das im Zusammenhang mit dem Thema „Hybridnetze“ nicht fehlen darf: die energetische Nutzung der
Abwasserwärme. In drei Vortragsblöcken wurde über neue
technische Entwicklungen und die Erfahrungen aus aktuellen
Projekten berichtet. Festzustellen ist, dass sich die Technik
zur Nutzung der Abwasserwärme etabliert hat und dass das
Interesse seitens der Kommunen stetig zunimmt.
Anpassungen erforderlich
Dass sich vieles um die Weiterentwicklung der Erdgasnetze
drehen wird, wurde ebenfalls deutlich. Über die technischen
Aspekte wie zum Beispiel den Einfluss des durch Elektrolyse
gewonnenen und eingespeisten Wasserstoffs auf das Rohrnetz wurde in zwei Vortragsblöcken diskutiert. „Neben den
Erdgasspeichern und -netzen bieten sich allerdings auch
die großen Fernwärmenetze dazu an, Flexibilitäten für die
erneuerbare Stromerzeugung bereitzustellen“, stellte DI Robert Hinterberger, Geschäftsführer Energy Research Austria,
New Energy Capital Invest GmbH, in der Pressekonferenz
fest, die sich ebenfalls dem Leitthema des Forums widmete. „Das hohe Flexibilitätspotential im Wärmemarkt zeigt sich
schon alleine darin, dass deutschlandweit der Wärmeverbrauch mehr als 2,5mal so groß ist wie der Stromverbrauch.
Insbesondere so genannte Power-To-Heat-Anlagen können
zu einem wichtigen Baustein der Energiewende werden, in-
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dem erneuerbarer Überschussstrom in Fernwärmesystemen
verwertet wird, anstatt diesen wie bisher abzuregeln“, so Hinterberger weiter. Die Umsetzung solcher Hybridsysteme erfordere aber nicht nur die technische Integration, sondern vor
allem eine Anpassung der regulatorischen, rechtlichen und
steuerlichen Rahmenbedingungen. So ist es für Fernwärmebetreiber derzeit in Deutschland nicht wirtschaftlich möglich, erneuerbaren Überschussstrom auf diese Art und Weise zu verwerten. Auf diesen Aspekt verwies auch Dipl.-Ing.
Heiko Fastje, Geschäftsführer der EWE Netz GmbH. Denn
die Grundzüge der Regulierung sind in einer Zeit entworfen
worden, als wenige große Unternehmen den Energiemarkt
dominierten. Die mittlerweile entstandene Struktur an Marktteilnehmern am Energiemarkt erfordert eine Anpassung der
Regulierung, um eine technisch und wirtschaftlich sinnvolle
Entwicklung zu ermöglichen.
Dauerbrenner wie immer dabei
Natürlich kamen auch in diesem Jahr die Dauerbrenner des
Oldenburger Rohrleitungsforums nicht zu kurz: Hierzu zählen die vielen Vortragsblöcke, die sich den verschiedenen
Rohrmaterialien widmen, genauso wie die Blöcke zu den
Themen grabenloser Leitungsbau, HDD oder Sanierung von
Rohrleitungen. Zudem bildete der Korrosionsschutz von
Rohrlei-tungen einen besonderen Schwerpunkt, aber auch
Reizthemen wie das Fracking wurden in das Programm aufgenommen und kontrovers diskutiert. Für die Verbindung von
Wissenschaft und Praxis sorgte wie im Vorjahr die Vorstellung
der Abschlussarbeiten der Studierenden der Jade Hochschule. Und um „Schlauchliner – der Weisheit letzter Schluss?“
drehte sich die Diskussion im Café.
Und wie lautet das Fazit nach zwei Tagen in Oldenburg? Wie
immer gab es eine Fülle von hochinteressanten und aktuellen
Themen und den gewohnt intensiven Austausch, der für neue
und wichtige Impulse sorgen wird. „Um die Herausforderungen der Energieversorgung in Zukunft zu meistern, wird es
nicht nur einen Lösungsweg geben. Die Kombination der verschiedenen technischen Möglichkeiten wird zum Ziel führen
und Rohrleitungssysteme werden dabei eine wichtige Aufgabe spielen“, fasste Prof. Wegener seine Eindrücke nach Beendigung der Veranstaltung zusammen. Dementsprechend
ist Wegener fest davon überzeugt, dass dem Oldenburger
Rohrleitungsforum auch in den nächsten Jahren die Themen
nicht ausgehen werden. Das Motto für das 29. Oldenburger
Rohrleitungsforum – es findet am 19. und 20. Februar 2015
statt – ist jedenfalls schon in Arbeit.
Weitere Informationen unter: www.iro-online.de.
Verlag: Kommunal-Verlag – Fachverlag für Kommunalwirtschaft und Umwelttechnik GmbH –
42399 Wuppertal, Hardtbacher Höhe 24
Telefon 0 21 91/66 65 92, Telefax 0 21 91/66 65 93 – ISDN Telefon 0 21 91/6 83 17, Telefax 0 21 91/69 07 10
Gesamt-Verantwortung: Horst Schumacher, Wuppertal – Sabine Schumacher M.A., stellv. Chefredakteurin, Büro Köln,
Telefon/Telefax: 02 21/2 71 77 46 – ISSN Nr. 0450-7169
Satzherstellung, Druck & Verarbeitung:
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unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Gerichtsstand und Erfüllungsort ist in allen Fällen Wuppertal.
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Kommunalwirtschaft 03/2014