industriekauffrau industriekaufmann

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industriekauffrau industriekaufmann
INDUSTRIEKAUFFRAU EU
INDUSTRIEKAUFMANN EU
Ein besonderes Angebot
des Berufskollegs Witten
IINNDDUUSSTTRRIIEEKKAAUUFFFFRRAAUU//IINNDDUUSSTTRRIIEEKKAAUUFFM
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U
– ein besonderes Angebot des Berufskollegs Witten
Mit dieser Informationsschrift sollen Schülerinnen und Schüler, Ausbildungsunternehmen, Erziehungsberechtigte und andere Interessierte einen anschaulichen Einblick in das besondere Angebot des Berufskollegs Witten für Industriekaufleute erhalten.
Natürlich kann in einer solch knappen Übersicht nicht auf alle Details eingegangen
werden. Wenden Sie sich bitte mit Ihren weiter gehenden Fragen
•
an die Projektverantwortlichen oder
•
an die Leitung des Bildungsganges.
Die Kommunikationsadressen finden Sie als
•
Loseblatt-Information in der vorderen Umschlagsinnenseite oder
•
im Internet unter http://www.bkwitten.de/industrie.
Anmeldeformulare sind in der hinteren Umschlagsinnenseite eingelegt. Sollten sie
fehlen, so können Sie diese beim Berufskolleg Witten anfordern.
In dieser Informationsschrift informieren wir über
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der „Zusatzausbildung EU für den Ausbildungsberuf Industriekauffrau/Industriekaufmann“
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1.1 Was soll erreicht werden?
Die zunehmende Internationalisierung der Wirtschaftsbeziehungen (Europäischer Binnenmarkt, Globalisierung) erzeugt einen erhöhten Qualifikationsbedarf für Unternehmen mit Auslandsbeziehungen, auch hinsichtlich
berufsbezogener Fremdsprachenkenntnisse.
Schülerinnen und Schüler mit Hochschulreife oder Fachhochschulreife
brauchen eine attraktive Alternative zum Studium: die Möglichkeit einer
praxisorientierten Ausbildung, deren Qualifikationsniveau deutlich über
dem der herkömmlichen kaufmännischen Ausbildungsberufe liegt.
Diesen Entwicklungen will der Ausbildungsgang „Industriekaufmann EU“
Rechnung tragen. In ihm soll ein qualifiziertes, europäisch ausgerichtetes
Mitarbeiterpotential herangebildet werden, das über Fremdsprachenkompetenz und Kenntnisse über Struktur, Beschaffenheit und Geschäftspraktiken des Auslandes verfügt.
Artikel aus der Zeitschrift des College in Walsall, 1999
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1.2 An wen richtet sich das Angebot?
Der Ausbildungsgang verknüpft berufliche Erstausbildung und berufliche
Höherqualifizierung – insbesondere Auslandsqualifizierung – inhaltlich
miteinander. Wegen dieser anspruchsvollen Zielsetzung werden nur Schülerinnen und Schüler mit Hochschulreife oder Fachhochschulreife (schulischer Teil) zugelassen. Schülerinnen und Schüler mit Fachoberschulreife
werden in das Projekt aufgenommen, sofern sie eine Zulassungsprüfung
in der Fremdsprache am Berufskolleg Witten bestehen.
Teilnehmergruppe des Jahres 2002 im Walsall College of Arts & Technology
Um eine solche qualifizierte Ausbildung zu gewährleisten, ist der Rahmen
eines 2- oder 2½ –jährigen Ausbildungsverhältnisses zu eng, daher ist der
Abschluss eines 3-jährigen Ausbildungsvertrages erforderlich.
Dieses Angebot richtet sich nicht nur an Auszubildende bzw. Ausbildungsbetriebe im Schulbezirk des Berufskollegs Witten. Interessierte Auszubildende aus anderen Schulbezirken können mittels Einzelüberweisung
das Berufskolleg Witten besuchen. Da die Bezirksregierung Arnsberg das
Projekt tatkräftig unterstützt, ist mit einer Genehmigung des Antrags zu
rechnen. Richten Sie Ihren Antrag an die Pflichtberufsschule. Dort erhält
man auch das Antragsformular. Für Schülerinnen und Schüler, die den
Ausbildungsvertrag nach Vollendung des 21. Lebensjahres abgeschlossen haben, entfällt die Antragspflicht.
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1.3 Wie ist die Zusatzausbildung konzipiert?
Die Ausbildung soll einerseits die Ausbildungsrahmenpläne für Industriekaufleute und die entsprechenden Richtlinien der Berufsschule abdecken,
andererseits aber darüber hinaus wegen der angestrebten Zusatzqualifikation einen Auslandsaufenthalt integrieren.
Grund- und Zusatzausbildung im Inland
Die Ausbildung beginnt mit dem intensiven Unterstufenunterricht im
7-Wochen-Block (Halbtrimesterblock), der zunächst auf die Zwischenprüfung vorbereitet. Vom ersten Tag an wird die Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt in den Unterricht integriert. So findet neben dem planmäßigen Fremdsprachenunterricht kurz vor Beginn des Praktikums ein vorbereitender Zusatzkurs in der Fremdsprache und Landeskunde statt. Der
Kurs wird vom Berufskolleg Witten in etwa 25 Stunden am Nachmittag
oder am Abend durchgeführt.
Auslandsaufenthalt
Im 2. Ausbildungsjahr folgt der Auslandsaufenthalt von 14 – 16 Wochen
Dauer, der aus einem kaufmännischen Praktikum in einem ausländischen
Industriebetrieb und aus einem Sprachkurs an unserer Partnereinrichtung
(College usw.) besteht. Dieser Sprachkurs, den die Teilnehmer an einem
Nachmittag pro Woche besuchen, bereitet auf die Zertifikatsprüfung vor,
mit der der Auslandsaufenthalt endet.
Während des Aufenthalts werden die Teilnehmer von unserer ausländischen Partnerorganisation betreut. Die Mitarbeiter der Partnerorganisation
stehen als ständige Ansprechpartner für alle Fragen hinsichtlich der Unterbringung in Betrieb und Familie zur Verfügung.
Die Projektteilnehmer arbeiten in
kaufmännischen Abteilungen von Industriebetrieben, um fremde Organisationssysteme kennen zu lernen und
um ihre Fremdsprachenkenntnisse zu
verbessern. Durch die Unterbringung
in Familien ist gewährleistet, dass die
Schülerinnen und Schüler auch einen
Einblick in soziale Strukturen und in
die englische bzw. französische Lebensweise bekommen.
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Teilnehmergruppe Frühjahr 2005
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Abschluss der Ausbildung im Inland
Im Anschluss an den Auslandsaufenthalt nehmen die Schülerinnen und
Schüler an der Prüfung bei der IHK zu Bochum teil, um die „Zusatzqualifikation Englisch/Französisch für kaufmännische Auszubildende“ zu erlangen. Danach wird die duale Ausbildung zur Industriekauffrau bzw. zum Industriekaufmann fortgesetzt und mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer abgeschlossen.
Modell I (Blockklasse 1)
4
Sprachprüfung IHK Bochum
3
7
Schriftliche Abschlussprüfung Präsentation
9
Zwischenprüfung
11 - 12
Zusatzkurs
8–2=
August bis Februar
8-2
B
2-4 4-5
S
B
6-7
S
8 - 10
B
B = Betrieb
11 - 12
12 - 1 1 - 4
4-5
S B Praktikum
S
6-7
B
8 - 10
S
10 - 1
B
1-2
S
2-7
B
S = Schule
Aug
1. Jahr
Aug
2. Jahr
Aug
3. Jahr
Modell II (Blockklasse 2)
1
Sprachprüfung IHK Bochum
11 - 12
S
12 - 4
B
4-5
S
5-8
B
B = Betrieb
Aug
1. Jahr
3
7
Schriftliche Abschlussprüfung Präsentation
4-5
Zusatzkurs
8 – 10 =
August bis Oktober
8 - 10
B
3
Zwischenprüfung
9 - 12
11 - 12 12 - 2 2 - 4 4 - 5 5 - 7
Praktikum
S
B
S
B
S
7 - 9 9 - 10
B
S
10 - 1 1 - 2
B
S
2-7
B
S = Schule
Aug
2. Jahr
Aug
3. Jahr
Die Zeiten orientieren sich an standardisierten Unterrichtsblöcken. Die tatsächlichen Zeiten können wegen unterschiedlicher Ferientermine abweichen. Die aktuellen Zeiten werden Ihnen rechtzeitig bekannt gegeben. Informationen dazu finden Sie auch unter http://www.bkwitten.de/industrie.
Die Industrie- und Handelskammern verlegen den Zeitpunkt der Zwischenprüfung, wenn sich die Teilnehmer zu dieser Zeit im Ausland befinden.
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1.4 Welche Zertifikate werden erworben?
• Zertifikat über den vorbereitenden
Fremdsprachenkurs an der ausländischen Partnereinrichtung auf die Fremdsprachenprüfung im Ausland (z.B. Zertifikat
des Walsall College of Arts & Technology,
der Hochschule Maubeuge)
• Zertifikat der Auslandsprüfung
(z.B. University of Cambridge, Industrie- und Handelskammer Maubeuge)
• Zertifikat der Industrie- und Handelskammer zu Bochum über
Englisch bzw. Französisch für
kaufmännische Auszubildende.
• Europass
(Praktikantenzeugnis des ausländischen Betriebes)
• Zusatzvermerk im Abschlusszeugnis der Berufsschule
Mit dem EUROPASS Berufsausbildung haben die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ein Instrument geschaffen, mit dem in ganz Europa erworbene, praktische Qualifikationen einheitlich festgehalten werden. Der EUROPASS
Berufsausbildung macht die im Ausland absolvierte Berufsausbildungsabschnitte sichtbar und transparent.
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1.5 Wie wird der Auslandsaufenthalt finanziert?
Die Kosten für den Auslandsaufenthalt betragen zur
Zeit (2004) ungefähr 3.000,00 € pro Teilnehmer (Fahrtkosten, Unterbringung mit Frühstück und Abendessen,
Vorbereitungskurs in Witten, Vorbereitungskurs der
Partnereinrichtung, Prüfungsgebühren). Davon sind
bisher 90 % durch das LEONARDO-Praktikumsförderprogramm der Europäischen Union und 10 % durch
die Teilnehmer getragen worden.
1.6 Wer kümmert sich um die Organisation?
Das Berufskolleg Witten betreut das
gesamte Projekt von
A wie Anmeldung bis
Z wie Zertifikatsübergabe.
Ruhr-Nachrichten, 19.03.2004
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2.1 Mit welchen Partnerschulen kooperieren wir?
In Großbritannien arbeiten wir mit dem
Walsall College of Arts & Technology
zusammen,
einer
berufsbildenden
Schule mit über 10.000 Schülern und
Studierenden.
Walsall ist eine Stadt von 220.000 Einwohnern in der Nähe von Birmingham.
Eingang Walsall College of Arts & Technology
Unser Partner in Frankreich ist die
Institution Notre-Dame de Grâce in
Maubeuge.
Maubeuge ist eine Stadt im Departement Nord an der belgischen
Grenze.
Eingang Notre-Dame de Grâce in Maubeuge
2.2 Welches sind unsere Partnerbetriebe?
Um die Kontinuität der Ausbildung zur Industriekauffrau/Industriekaufmann
zu sichern, ist eine Lernortverlagerung in ausländische Industriebetriebe
erforderlich.
In Walsall finden sich Betriebe aus unterschiedlichen Branchen: Automobilzulieferer, Kleineisenindustrie usw.. Zum Teil
handelt es sich um deutsche Niederlassungen in Großbritannien.
Unsere Schüler genießen bei den englischen Betrieben ein hohes Ansehen, so
dass etwa die Hälfte das Angebot bekommt, nach Abschluss der Ausbildung
dort zu arbeiten.
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Praktikumsbetrieb Huf UK Ltd in Tipton
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2.3 Wo sind die Praktikanten untergebracht?
Alle Teilnehmer leben in Gastfamilien, um
so Einblick in die sozialen Strukturen und
den Alltag zu bekommen. Eine Reihe von
Teilnehmern hält immer noch Kontakt zu
den Gastfamilien bis hin zu gegenseitigen
Besuchen.
Ausflug mit den Gasteltern zum FC Liverpool
Eine neue Freundschaft
In der Gastfamilie
Ausflug in die Nachbarstadt Birmingham - Rathaus
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3.1 Was wird in den Sprachprüfungen verlangt?
Die University of Cambridge prüft auf zwei verschiedenen Anforderungsniveaus – „Level Preliminary“ (Basis) und/oder „Level Vantage“ (Fortgeschrittene) – die folgenden Qualifikationen:
Textverständnis englischsprachiger Dokumente
(e-mails, Memos, Geschäftsbriefe, Zeitungsartikel, Rechnungen, Einladungen). Der Nachweis erfolgt in programmierter Form.
Schreibfähigkeit
Verfassen von Antworten/Reaktionen auf Geschäftsfälle
Hörverständnis
Übungen zum Führen und Verstehen von Telefonaten, engl. Wirtschaftssendungen. Der Nachweis erfolgt in programmierter Form.
Sprachschulung
Führen von Gesprächen zur persönlichen beruflichen Situation sowie zu
berufsbezogenen Problemen (Fallstudien) in Einzelgesprächen und Gruppengesprächen
Die Anforderungen der IHK Bochum in
der Fremdsprachenprüfung für kaufmännische Auszubildende seien beispielhaft für Englisch beschrieben.
Schriftliche Prüfung:
•
•
•
•
•
Geschäftsbrief nach Stichworten ins Englische übertragen
Kurz gefasste Mitteilung auf Englisch verfassen
Vermerk anfertigen über ein englisches Telefonat
Vermerk anbringen über einen englischen Geschäftsbrief / E-Mail
Sprachergänzungstext (zweiteilig): Business Vokabular, allgemeine
Grammatik (Sprachbeherrschung)
Mündliche Prüfung:
•
•
Telefongespräch führen zu einem Geschäftsfall (Rollenspiel)
Gespräch führen über landesspezifische, berufsbezogene Inhalte
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3.2 Welche Prüfungen sind abzulegen?
Die Teilnehmer nehmen an den für Industriekaufleute vorgeschriebenen
Prüfungen teil:
z Sprachprüfung im Ausland
am Ende des Praktikums
z Sprachprüfung der IHK Bochum für kaufmännische Auszubildende
unmittelbar im Anschluss an das Praktikum
Strahlende Gesichter bei der Übergabe der Zertifikate über die bestandene Fremdsprachenprüfung
an die Teilnehmer des fünften Bildungsganges Industriekaufmann/frau EU am Berufskolleg in Witten. Mit den erfolgreichen Prüflingen freuten sich (v.r.) Gerd Hülsenbeck, Projektleiter, Klaus Berndt,
Prüfungsausschuss-Vorsitzender, Heinz Ziegler, Leiter des Berufskollegs und Josef Mergheim,
Sachgebietsleiter bei der IHK Bochum. aus Wirtschaft im Revier 05/04
z Zwischenprüfung
nach dem Praktikum
Fällt der Termin der Zwischenprüfung in die Zeit des Auslandsaufenthalts, so sind die Industrie- und Handelskammern bereit, die Zwischenprüfung zeitlich zu verlegen.
z Schriftliche Berufsabschlussprüfung
im März des 3. Ausbildungsjahres
z Präsentation und Fachgespräch im Prüfungsfach Einsatzgebiet
im Juli des 3. Ausbildungsjahres
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4.1 Wie wird der Unterricht organisiert?
So interessant die Zusatzqualifikation EU auch sein mag, so ist doch die
erfolgreiche Abschlussprüfung zur Industriekauffrau/ zum Industriekaufmann das Hauptziel Ihrer Ausbildung. Dem tragen wir Rechnung, indem
Sie gemeinsam mit den „klassischen“ Industriekaufleuten in der gesamten
inhaltlichen Bandbreite unterrichtet werden; es fällt also kein Unterrichtsstoff unter den Tisch. Wegen der zunehmenden Bedeutung von Fremdsprachenkompetenzen hat sich das Berufskolleg Witten entschlossen, den
intensivierten Fremdsprachenunterricht auch den Schülerinnen und Schülern, die nicht am Auslandspraktikum teilnehmen, anzubieten. Exklusiv für
die Projektteilnehmer ist lediglich der Zusatzkurs Fremdsprache (siehe
1.3) kurz vor Antritt des Praktikums.
Für Projektteilnehmer kommt der Teilzeitunterricht (2 Berufsschultage pro
Woche) nicht in Frage, weil während der ca. 15-wöchigen Praktikumszeit
zu viel Unterricht versäumt würde. Daher werden die Projektteilnehmer im
Blockunterricht (2 Unterrichtsblöcke pro Schuljahr) beschult. Zur Zeit bietet
das Berufskolleg Witten zwei Blockvarianten an (siehe 1.3) an, um unterschiedlichen betrieblichen Anforderungen gerecht zu werden.
4.2 Wie wird der Unterricht in Witten umgesetzt?
Im Jahre 2002 ist der Ausbildungsberuf Industriekauffrau/Industriekaufmann neu geordnet worden. Der Bildungsgang Industrie hat von
Anfang an konsequent die dort geforderte Lernfelddidaktik umgesetzt. Ein
Lernfeld umfasst einen größeren zusammenhängenden Themenkomplex (z.B. Produktion, Beschaffung, Personal, Absatz), der sich u. a. aus
einer geschäftsprozessorientierten Sichtweise
ergibt. Die Lehrer entwickeln dazu gemeinsam in
festen Arbeitsgruppen aufeinander abgestimmte
Lernsituationen, welche die Handlungskompetenz
der Schülerinnen und Schüler fördern. Neben der
selbstverständlich erforderlichen Fachkompetenz
(z. B. eigenständiger Erwerb von Fachwissen und dessen Anwendung)
sollen auch Methodenkompetenz (z. B. Einsatz von Standardsoftware und
deren zielgerichtete Anwendung, Präsentationstechniken) und Sozialkompetenz (z. B. das Arbeiten im Team) wichtige Eckpunkte des Unterrichts
darstellen. So wird den neuen Prüfungsanforderungen im Fach „Einsatzgebiet“ mit Konzepterstellung, Präsentation und Fachgespräch gebührend
Rechnung getragen.
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4.3 Welche Ressourcen stehen zur Verfügung?
Feste Lehrerteams begleiten die Klassen über die Schulzeit und sichern
auf diese Weise die pädagogisch so wertvolle Kontinuität. Das engagierte,
dem Bildungsgang Industrie auf lange Frist fest verbundene Lehrerteam
erarbeitet in Arbeitsgruppen gemeinsame Unterrichtskonzepte, die so ein
abgestimmtes Vorgehen der Lehrer sicherstellen, andererseits auch die
Grundlage für einen fruchtbaren Erfahrungsaustausch bilden.
„In allen Fächern sind die Datenverarbeitung und die Nutzung von Standard- und Branchensoftware integraler Bestandteil.“ Diese Forderung des
Lehrplans zielt darauf ab, Informationssysteme zur Lösung berufsbezogener Aufgaben zu nutzen. Im Bildungsgang Industrie werden die dazu notwendigen instrumentellen Fähigkeiten bereits im ersten Ausbildungsjahr
integrativ, also anhand von Aufgabenstellungen der Lernfelder, erarbeitet.
Dazu stehen dem Bildungsgang Industrie zwei eigene Fach- bzw. Klassenräume (ein Raum mit 24 und ein weiterer Raum mit zur Zeit 5 zukünftig
ebenfalls 24 vernetzten Personalcomputern, jeweils mit Zugang zum Internet und schulischen Intranet) zur Verfügung, die jederzeit den integrativen Einsatz von Software ermöglichen. Die für einen solchen Unterricht
erforderliche Software steht mit dem MS Office-Paket, einem Programm
zur Modellierung von Geschäftsprozessen und einer ERP-Software (Enterprise Ressource Planning) zur Verfügung.
Der Bildungsgang Industrie bietet jeder Schülerin und jedem Schüler die
Möglichkeit, außerhalb des Berufsschulunterrichts den staatlich geprüften
EDV-Führerschein zu erwerben. Die Unterrichtsmodule stehen für jeden
Schüler im schulischen Intranet und im Internet zur Verfügung. Die Onlineund Offline-Prüfungen werden von zertifizierten Lehrern des Berufskollegs
Witten kostenfrei abgenommen. So können die für
einen integrativen Einsatz der modernen Technologien notwendigen instrumentellen Fähigkeiten über
das im Rahmen des Lehrplans geforderte Maß hinaus
erworben werden.
Die intensive Zusammenarbeit der Lehrer untereinander und der von ihnen gestaltete Unterricht beziehen
die neuen Medien immer stärker ein. Aber auch Schülerinnen und Schüler erstellen ihre Arbeitsergebnisse
in Arbeitsgruppen und unter Verwendung des Computers. Für die Bereitstellung, für den Austausch von
Informationen und für die Zusammenarbeit von Lehrer- und Schülerarbeitsgruppen steht eine Kommunikationsplattform („Basic Support for Cooperative Work“) des Bildungsgangs Industrie zur Verfügung. Der BSCW-Server ist über das Internet vom häuslichen Arbeitsplatz der Schüler und Lehrer, aus dem Ausbildungsbetrieb und auch während der Zeit des Auslandsaufenthalts jederzeit erreichbar.
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5.1 Was sagen ehemalige Teilnehmer?
„Der … Aufenthalt … war in jeder Hinsicht eine sehr positive Erfahrung. Durch
den glücklichen Umstand, in einer Gastfamilie mit sehr großem Freundeskreis
zu wohnen, wurden schnell Freundschaften geschlossen. Bereits nach wenigen Wochen war die sprachliche Barriere vollständig überwunden.
Gearbeitet habe ich dort für einen international tätigen Automobilzulieferer, wo
ich ein eigenes Projekt übertragen bekam. Nicht nur in sprachlicher Hinsicht
profitiere ich noch heute von den dort gewonnen Erfahrungen. … Durch die
internationale Ausrichtung des Einkaufs und die zunehmende Verlagerung in
Niedriglohnländer ist die englische Sprache unverzichtbar geworden.
Wer als Auszubildender die Möglichkeit hat, solche Erfahrungen zu sammeln,
kann sich auf eine in jeder Hinsicht gewinnbringende Zeit freuen.“
Andreas Weigelt, Bosch Rexroth Lohmann + Stolterfoht GmbH, 1999
„Noch heute habe ich Kontakt zu meinen damaligen ‚Gasteltern’. Seit unserer
Rückkehr im Dezember 1999 habe ich sie bereits zweimal besucht – ein drittes Mal ist für dieses Jahr vorgesehen. Aber nicht nur privat, sondern auch
beruflich ‚prägte’ mich das Betriebspraktikum und die daraus gewonnene Vorliebe für die englische Sprache noch heute. …
Heute bin ich in der Auftragsabwicklung … tätig und betreue unsere Kunden
in Kanada und den USA. … Ein ständiger Kontakt zu unseren Kunden …
steht somit auf der Tagesordnung. Eine Voraussetzung für das Ausüben dieser Tätigkeit ist die sehr gute Beherrschung der englischen Sprache in Wort
und Schrift.“
Sabine Wilz, Bosch Rexroth Lohmann + Stolterfoht GmbH, 1999
„Mit dem mittlerweile vorhandenen Abstand … kann ich heute mit Sicherheit
sagen, dass sich der Englandaufenthalt für mich bereits ausgezahlt hat. Nicht
nur, dass ein Auslandspraktikum dazu beitragen kann, selbständiger zu werden, darüber hinaus lernt man auch die Menschen vor Ort viel besser kennen.
In sprachlicher Hinsicht hat mich dieses Praktikum ebenso weitergebracht,
denn zur Zeit belege ich einen zweisprachigen Studiengang für Internationales Management.“
Dennis Dahlstrom, Ewald Dörken AG, 2000
„Die … Sprachkenntnisse dienen mir zum Vorteil bei meinem jetzigen Studium an der FH - Bochum. Sie sind durch die mehrfachen Zertifizierungen …
Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern bei der Stellensuche. Neben
den direkten fachlichen Kenntnissen hat der Aufenthalt die soziale Kompetenz
erhöht. Dies wurde … durch die Unterbringung in Gastfamilien erreicht, in
denen man ausreichend Gelegenheit fand, eine andere Kultur kennen zu lernen. Als letztes möchte ich darauf hinweisen, dass das Arbeiten in den örtlichen Industriebetrieben nicht nur die sprachlichen Fachkenntnisse förderte,
sondern auch einen Einblick in einen weiteren Betrieb und dessen Organisation gab.“
Benjamin Zeschky, Zeschky-Galvanik GmbH & Co. KG, 1999
„Ich kann nur jedem empfehlen … diese Chance … zu ergreifen. Persönlich
hat mich die Zeit nach vorne gebracht, und ich bin selbständiger geworden.“
Vanessa Hauschulz, Stora Enso Kabel, 2002
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5.2
Was sagen die Ausbilder?
„Diese Zusatzqualifikation halte ich aus mehreren Gründen für sehr wertvoll.
Die bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass die Auszubildenden nach dem Auslandsaufenthalt eine deutlich höhere Eigenverantwortung im Betrieb gezeigt
haben und sich auch als Mensch persönlich sehr stark weiter entwickelt hatten. In einem globalen Konzern wie Stora Enso ist nicht nur der sichere Umgang mit der Konzernsprache Englisch wichtig, sondern auch das Zusammenarbeiten in internationalen Teams und mit ausländischen Kollegen. Hierfür werden exzellente Voraussetzungen durch das Programm geschaffen.“
Robert Matzke, Ausbildungsleiter Stora Enso Kabel
„Diese Auszubildenden haben wesentlich bessere Englischkenntnisse. Durch
die Erfahrung in einem anderen Land hat sich meistens die Persönlichkeit
zum Vorteil weiter entwickelt.
Bei ihrem jetzigen Einsatz im Betrieb (Vertrieb/Einkauf) haben die Auszubildenden keinerlei Probleme, auf Englisch mit Kunden zu telefonieren. Selbst
bei Verhandlungsgesprächen haben sie eine enorme Sicherheit gewonnen.
Die Auszubildenden haben ein größeres Selbstbewusstsein. Im Zuge der Globalisierung sind Mitarbeiter mit sehr guten Fremdsprachenkenntnissen sehr
wichtig.
Fazit: Der Auslandsaufenthalt ist eine gute Sache und sollte unbedingt weitergeführt werden.“
Bibiana Troost, Kaufmännische Ausbildungsleiterin, Vogt electronic AG
„Anlässlich des zunehmenden Auslandsgeschäfts … ist die Zusatzqualifikation fast schon ein „Muss“ für die Ausbildung der Industriekaufleute.
Durch dieses Angebot erhalten die Auszubildenden eine Erweiterung Ihrer
Sprachkenntnisse, die mit einer qualifizierten Prüfung abschließt. Ein ebenso
wichtiger Aspekt ist das Kennenlernen der Kultur des Gastgeberlandes. Mit
dem Auslandsaufenthalt wird eine für die heutige Zeit notwendige Qualifikation also bereits während der Ausbildung vermittelt.
Seit Beginn dieser Maßnahme bilden wir in unserem Hause nur noch EUKaufleute aus. Bereits vor Ausbildungsbeginn wird über den Auslandsaufenthalt informiert. Es werden nur Ausbildungsverträge mit Bewerbern abgeschlossen, die sich für diese Zusatzqualifikation entscheiden.
Die Vorbereitung liegt in den Händen des Berufskollegs. Hier werden in zusätzlichen Unterrichtsstunden die Sprachkenntnisse vertieft. Auch für die Unterkunft und ein Ausbildungsunternehmen sorgen die Lehrer des Berufskollegs. Dies bedeutet für den Ausbildungsbetrieb keinen zusätzlichen Arbeitsaufwand.
Also – alles in allem eine runde Sache!!!“
Monika Adams, Kaufmännische Ausbildungsleiterin,
Bosch Rexroth Lohmann + Stolterfoht GmbH
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5.3 Welche Prüfungsergebnisse wurden erzielt?
Überwiegend wird die Sprachprüfung von unseren Teilnehmern auf dem
„Level Preliminary“ (Basis) abgelegt. Bisher haben alle bestanden. Ein Teil
der Schüler absolviert zusätzlich oder alternativ eine Prüfung auf dem Niveau „Level Vantage“ (Fortgeschrittene). Diese Prüfung wurde von etwa
80% der Teilnehmer erfolgreich abgelegt.
Bei Nichtbestehen der Prüfung oder bei Krankheit organisiert das Berufskolleg Witten eine Wiederholungsprüfung in NRW.
5.4 Welche Akzeptanz findet der Bildungsgang Industriekauffrau/Industriekaufmann EU?
Die oben zitierten Äußerungen von Teilnehmern und Ausbildern stellen
nur eine kleine Auswahl von vielen positiven Reaktionen dar.
Am überzeugendsten lässt sich
der Erfolg an der Entwicklung
der Schülerzahlen ablesen:
Teilnehmer
30
28
25
20
20
16
15
12
10
5
21
7
0
1999
2000
2001
2002
2003
2004
Auf dem Ausbildungsmarkt des Schulbezirks Witten spielt die Zusatzausbildung eine wichtige Rolle bei der Rekrutierung qualifizierter Bewerber.
So nahm im Jahr 2004 die Hälfte alle Industriekaufleute aus dem Schulbezirk am Projekt teil.
Die Projektteilnehmer haben nach der Ausbildung sehr gute Chancen auf
dem Arbeitsmarkt. Das sei beispielhaft mit der Tatsache belegt, dass sogar einzelne Industriebetriebe, die nicht am Projekt teilgenommen haben,
ausschließlich Absolventen dieses Projektes als kaufmännische Angestellte einstellen wollen.
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des Ennepe-Ruhr-Kreises
Husemannstr. 51
58452 Witten
Tel.: 02302//920-0
Fax.: 02302/920200
Mail: [email protected]
Internet: www.bkwitten.de