Stellungnahme MIBRAG mbH - Land Sachsen

Commentaren

Transcriptie

Stellungnahme MIBRAG mbH - Land Sachsen
Stellungnahme MIBRAG zum Workshop „Energie in und für Sachsen-Anhalt“
Stand: 05.10.2012
Stellungnahme MIBRAG mbH
zur Energiestudie Sachsen-Anhalt und zum Workshop „Energie in und
für Sachsen-Anhalt“
Als einer der größten Arbeitgeber in Sachsen-Anhalt und der Region Mitteldeutschland sowie
als Teil der Energiewende sieht sich die MIBRAG in der Pflicht, an den dort stattgefundenen
Diskussionen, wenn auch nachträglich, teilzunehmen.
Zunächst ist hervorzuheben, dass die MIBRAG die am 22. August vorgestellte Energiestudie
Sachsen-Anhalt begrüßt. Allerdings finden sich keine nachvollziehbaren Aspekte zur Rolle
des geplanten Neubaukraftwerkes wieder. Solch ein Projekt sollte aus Sicht der MIBRAG in
der Energiestudie entsprechend erwähnt werden.
Die vom Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft in Auftrag gegebene Studie sieht klar
die Weiterentwicklungen und den Ausbau der erneuerbaren Energien als Priorität an.
Dennoch wird erkannt, dass hin zu einer Versorgung mit erneuerbaren Energien eine
Brückentechnologie benötigt wird. Sachsen-Anhalt sieht, laut der vorliegenden Studie, den
Energieträger Braunkohle als die sicherste Grundlast für die nächsten Jahrzehnte an. Die
regionale Verfügbarkeit, die subventionsfreie Bereitstellung des Rohstoffes, die zahlreichen
Wertschöpfungsfaktoren der Tagebaue sowie die Verbindung der Braunkohle mit moderner
KWK-Technologie sind dabei nur einige Punkte, die der Braunkohle trotz höherer CO2Emissionen einen hohen Stellenwert zuschreiben.
Dass die Bedeutung der Braunkohle nicht nur für Sachsen-Anhalt sondern für den gesamten
deutschen Strommarkt hoch ist, sollte dabei verstärkt dargestellt werden. Aus diesem Grund
sollte eine Darstellung der Nettostromerzeugung aller Energieträger in Sachsen-Anhalt nur
bedingt eine Argumentationshilfe sein. Vielmehr ist darauf einzugehen, dass nicht nur ein
einheitlicher deutscher sondern auch europäischer Energiebinnenmarkt geschaffen werden
soll. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und der dazugehörigen
Grundlaststromversorgung, ist Sachsen-Anhalt in der Lage die Energiewende
länderübergreifend effektiv mit voranzutreiben. Somit sollte eine Nettostromerzeugung im
Gesamtkontext betrachtet und nicht auf ein Bundesland beschränkt werden, da so ein
verfälschtes Zahlenbild entsteht.
Ebenso wie die Energiestudie die Braunkohle als wichtigsten Energieträger dargestellt hat,
haben die Worte der Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft, Frau Birgitta Wolff, zum
Parlamentarischen Abend am 20. September 2012 in Magdeburg gezeigt, wie wertvoll die
Braunkohle nicht nur für die Region Mitteldeutschland sondern auch für Deutschland
insgesamt ist.
Die MIBRAG sieht die Braunkohle als Partner der erneuerbaren Energien und somit als
wichtiger Bestandteil für das Gelingen der angestrebten Energiewende an. Bereits heute
werden Braunkohlekraftwerke zur Regelung der Netzstabilität wegen fluktuierender
Einspeisung erneuerbarer Energien in großem Umfang beteiligt. Deutschland sowie die
Region Mitteldeutschland und somit auch Sachsen-Anhalt haben es sich zum politischen Ziel
gesetzt, den Ausbau der regenerativen Energiequellen mit aller Kraft voranzutreiben. Das ist
zweifellos eine große Herausforderung. Denn mit dem beschlossenen Ausstieg aus der
Kernenergie bekommt die gesamte Energiearchitektur eine vollkommen neue Statik. Die
1
Stellungnahme MIBRAG zum Workshop „Energie in und für Sachsen-Anhalt“
Stand: 05.10.2012
Versorgungssicherheit muss auch unter Berücksichtigung der Klimaschutzziele gewährleistet
bleiben, ohne dass die Energiekosten zur „Bremse“ für die deutsche Wirtschaft werden.
Diese Anstrengung wird nur gelingen, wenn die Potenziale der heimischen Braunkohle
konsequent ausgeschöpft werden. Damit die Erneuerbaren in ihre künftige Rolle als
Grundlaststromlieferant hineinwachsen und gleichzeitig ihre ökologischen Vorteile voll
ausspielen können, brauchen sie starke, verlässliche Partner an ihrer Seite. Solch ein starker
Partner ist die heimische Braunkohle, die mit einer gesicherten Leistung von < 90%
entscheidend zur Versorgungssicherheit beiträgt.
Dies wird auch in der Energiestudie Sachsen-Anhalt verdeutlicht - genau dafür ist die
Braunkohle prädestiniert. Unter den neuen politischen Vorzeichen der Energiewende kommt
der heimischen Braunkohle eine neue Rolle zu: Moderne Braunkohlekraftwerke können
flexibel eingesetzt werden und so die naturgegebene Volatilität der erneuerbaren Energien
ausgleichen. Das ist wichtig, um die Stabilität im Netz aufrechtzuerhalten. Moderne
Braunkohlekraftwerke stabilisieren nicht nur das Netz, sondern können Schwankungen
ausgleichen und mehr Energie aus weniger Kohle raus holen.
Diese flexiblen Regelkraftwerke mit ihrer verbesserten Umwelt- und Klimabilanz machen die
Braunkohle zum Begleiter der Energiewende, die damit bezahlbar bleibt.
Die Energiekosten werden immer mehr zum Gradmesser für die Akzeptanz der
Energiewende. Konventionelle Energieträger werden zum Ausgleich der hohen Kosten
benötigt. Der schnelle subventionierte Ausbau der Erneuerbaren nach dem ErneuerbareEnergien-Gesetz (EEG) führt durch die steigende EEG-Umlage zu einer immer stärkeren
Belastung für private Haushalte und Unternehmen. Die Energie muss dennoch in Zukunft
bezahlbar bleiben. Unter allen Energieträgern weist die Braunkohle die geringsten
Rohstoffkosten auf und ist für viele Jahrzehnte subventionsfrei und wettbewerbsfähig
verfügbar und sorgt somit für dauerhaft bezahlbare Energiepreise.
Die Braunkohle und somit die MIBRAG weisen drei sehr wichtige Vorteile, insbesondere
auch für Sachsen-Anhalt, auf: Stabilitätsvorteil, Standortvorteil und Preisvorteil. Aus diesem
Grund sollten weitere Workshops und auch Diskussionsrunden unter Hinzunahme eines
bedeutenden ansässigen Energieunternehmens in Sachsen-Anhalt, wie es die MIBRAG ist,
stattfinden. Die MIBRAG ist bereit, der Partner der erneuerbaren Energien zu sein und ist
bestrebt die Energiewende effektiv mitzugestalten.
2