Wildkarpfen, Speise- karpfen und Koi

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Wildkarpfen, Speise- karpfen und Koi
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Wildkarpfen, Speisekarpfen und Koi...
Cyprinus Carpio,
so werden lateinisch alle Karpfen bezeichnet, doch stellt sich uns oftmals die Frage,
ob wirklich alle Karpfen gleich sind? Nein,
das sind sie nicht und das wollen wir, das
Sumo Koifood Team einmal mit diesem kleinen Bericht verdeutlichen. Beobachten wir
also zuerst einmal die Urform des Nishikigoi,
also den normalen in freier Natur lebenden
Karpfen. Geboren irgendwo in einem See
oder Fluss ist er allen Umwelteinflüssen vom
Ei bis zum erwachsenen Fisch voll ausgesetzt. Es folgt die natürliche Selektion durch
Krankheiten, Wasserbedingungen, Umwelteinflüsse wie Temperatur, Regen, Nahrungsaufkommen und Fressfeinde, bis das Tier ein gewisses Alter und Größe erreicht hat.
Das Nahrungsaufkommen und die Wasserqualität sorgt dabei von Jahr zu Jahr für unterschiedliche Bedingungen, die das Tier immer wieder vor unterschiedliche Aufgaben stellt. Ist es zum
Beispiel lange sehr warm und es gibt viel zu fressen, so wächst das Tier in diesem Jahr besonders gut und es gibt viele Nachkommen. Im Gegensatz dazu stehen ständig wechselnde Witterungsbedingungen, starke Temperaturschwankungen, ein kalter Sommer und wenig Nahrung.
In dieser Zeit wird es kaum Nachkommen geben. Krankheiten reduzieren den Bestand auf natürliche Weise, denn nur die stärksten Tiere überleben. Das heißt im Umkehrschluss, dass das
Immunsystem eines erwachsenen Naturkarpfens optimal arbeitet und der Fisch gegen viele
Krankheiten, pathogene Keime, Bakterien, Viren, Parasiten und Umwelteinflüsse einfach immun
ist, oder besser gesagt von sich alleine aus stark genug ist, solche Dinge ohne größeren Schaden
zu überleben. Zusätzlich verkraftet er durch seine Lebenserfahrung wechselndes Nahrungsaufkommen und wechselnde Wasserparameter weit besser als seine für die Speisefischzucht
gezogenen Artgenossen.
Der Speisekarpfen,
womit wir bei den Karpfen aus der Aquakultur wären. Hierbei wird gezielt auf den Ertrag gezüchtet. Das heißt für den Karpfen eine maximale Lebenserwartung von zwei bis drei Jahren in
denen er soviel Fleisch, also auch Wachstum wie möglich zeigen muss.
Hier erfolgt keine natürliche Selektion. Es wird vom Ei bis zum schlachtfähigen Karpfen durch
den Menschen darauf geachtet, soviel Ertrag wie nur möglich zu erzielen. Es gibt besondere
Aufzuchtsteiche nur für diese eine Rasse. Fressfeinde und Nahrungskonkurrenten gibt es nicht.
Es wird auf die Wasserqualität geachtet, belüftet, Frischwasserzufuhr und vor allem stetige Futterzufuhr ist immer gewährleistet. Das Ziel in der Aquakultur ist es immer mit dem wenigsten
Aufwand und dem wenigsten Futtereintrag den besten Gewinn, sprich eine große Masse an
Fisch mit idealem Schlachtgewicht zu erzielen, und dies so schnell wie möglich.
Diese Karpfen müssen nicht nach Futter suchen. Bei diesen Karpfen wird versucht durch optimale Haltungsbedingungen die Verlustrate so gering wie möglich zu halten und die Tiere müssen
auch nicht alt werden, da der Karpfen schnell genug wächst und somit auch relativ schnell sein
Schlachtgewicht erreicht. Die Aufzuchtsteiche, Frischwasserzufuhr, Futtereintrag und die Wasserqualität werden speziell geplant, gezielt beeinflusst und durch den Menschen optimal eingestellt. Besonders bei den Futtermitteln aus der Aquakultur handelt es sich um ein Powerfutter,
das mit so wenig Futter wie möglich den größten Zuwachs an Fisch bringen soll. Ob dabei die
Organe der Fische nach drei bis vier Jahren Schaden nehmen oder die Tiere total verfetten, inter-
essiert dabei keinen Menschen, da diese Tiere vorher auf dem Teller landen. Der Einsatz von Medikamenten, egal in welcher Art, ist zum Großteil in der Aquakultur untersagt. Somit sind auch
diese Karpfen in ihrem Immunsystem relativ robust, jedoch bei weitem anfälliger als ihre Urform.
Der Züchter achtet schon
bei den Elterntieren darauf, möglichst robuste
Jungfische hervorzubringen, denn das ist sein
Kapital für die Zukunft.
Also fängt die eigentliche Selektion schon bei
der gezielten Verpaarung
an und setzt sich mit der
Aufzucht fort. Hier ist eigentlich nichts mehr von
der natürlichen Entwicklung des Karpfens vorhanden.
Der Koi,
kommen wir nun zu der Rassezucht, also zu unseren Nishikigoi.
Auch hier setzt der Mensch, also der Züchter, Maßstäbe für sein zukünftiges Kapital, aber in
einem ganz anderen und weit größeren Ausmaß als in der Aquakultur. Vom Ei an bis zum Verkaufsfisch versucht der Züchter alles, um die optimale Ausbeute zu erreichen und im Gegensatz zur Aquakultur kommen hier auch ganz andere Dinge zum Einsatz.
Fangen wir bei der Verpaarung an. Sie geschieht mittlerweile sowohl auf natürlichem Weg als
auch künstlich. Manche Tiere werden mit Hormonen behandelt, um optimal auf den Punkt
genau Eier und Sperma zu liefern. Die Tiere werden separat abgestreift und fast unter Laborbedingungen, werden die Eier dann künstlich befruchtet.
Das Wasser wird mit Chemikalien behandelt, um die Eier vor bakteriellen Infekten und Pilzerkrankungen zu schützen
und eine überdurchschnittlich optimale
Schlupfrate zu gewährleisten. Also wird
schon im Eistadium darauf geachtet, den
Keimdruck so gering wie möglich zu halten. Weiter geht es mit der Aufzucht.
Optimale Teiche mit optimalen Werten und optimales Futter lassen die Tiere schnell, sehr
schnell wachsen, weit schneller als in der freien Natur.
Wenigstens viermal im ersten Lebensjahr werden die Tiere selektiert, um unschöne oder
zurückgebliebene Artgenossen zu
entfernen, denn diese Tiere sind nur
Nahrungs- und Lebensraumkonkurrenten für die guten Tiere.
Ständige Kontrollen der Umwelt,
Wasserparameter, pathogene Keime,
Parasiten und, und, und finden statt
und es kommt bei Bedarf wieder
zum Einsatz von Chemikalien und
Medikamenten.
Dies sorgt zwar für eine optimale Entwicklung der Nishikigoi mit hohem Ertrag, verhindert
aber die Angleichung des Immunsystems der Tiere an normale Umweltbedingungen.
Bedenken sollte man
auch, dass fast alle
Nishikigoi aus Japan
niemals richtig kaltes
Wasser gesehen haben. Im Frühling, bei
geeigneten
Außentemperaturen, wandern die Tiere in ihren Mudpond und im
Herbst, bevor es richtig
kalt wird, kommen die
Tiere in die Gewächshäuser. Somit haben
fast alle Nishikigoi immer konstante Wassertemperaturen, die eigentlich nie unter 10 Grad
liegen. Der Endeffekt daraus ist ein Karpfen, der mit seiner Urform aber auch rein gar nichts
mehr gemeinsam hat. Er ist durch die Zuchtbedingungen weit anfälliger in seinem Immunsystem und seinem ganzen Organismus, da er in seinem ganzen bisherigen Leben eben nicht
mit vielen negativen Dingen konfrontiert wurde und somit sein Immunsystem und seinen
Organismus auf solche negativen Einflüsse abstimmen musste.
Ihr Sumo Koifood Team
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