Fritz Lang Metropolis Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin Frank

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Fritz Lang Metropolis Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin Frank
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Fritz Lang
Metropolis
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Frank Strobel
Samstag 12. Februar 2011 20:00
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Bitte beachten Sie: Ihr Husten stört Besucher und Künstler. Wir halten
daher für Sie an den Garderoben Ricola-Kräuterbonbons bereit und
händigen Ihnen Stofftaschentücher des Hauses Franz Sauer aus.
Sollten Sie elektronische Geräte, insbesondere Handys, bei sich haben:
Bitte schalten Sie diese zur Vermeidung akustischer Störungen aus.
Wir bitten um Ihr Verständnis, dass Bild- und Tonaufnahmen aus
urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet sind.
Wenn Sie einmal zu spät zum Konzert kommen sollten, bitten wir
Sie um Verständnis, dass wir Sie nicht sofort einlassen können. Wir
bemühen uns, Ihnen so schnell wie möglich Zugang zum Konzertsaal zu gewähren. Ihre Plätze können Sie spätestens in der Pause
einnehmen.
Sollten Sie einmal das Konzert nicht bis zum Ende hören können,
helfen wir Ihnen gern bei der Auswahl geeigneter Plätze, von denen
Sie den Saal störungsfrei (auch für andere Konzertbesucher) und ohne
Verzögerung verlassen können.
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Fritz Lang
Metropolis
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Frank Strobel Dirigent
Samstag 12. Februar 2011 20:00
Keine Pause
Ende gegen 22:30
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Fritz Lang
Metropolis
Deutschland 1927
Rekonstruierte und restaurierte Fassung 2010
Originalmusik von Gottfried Huppertz. Rekonstruktion von Frank Strobel
FILMPHILHARMONIC EDITION
Film mit Genehmigung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung.
Musik mit Genehmigung der EUROPÄISCHEN FILMPHILHARMONIE.
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Metropolis neu sehen, neu hören –
Fritz Langs Meisterwerk in seiner Urfassung
mit der originalen Musik
Vor zweieinhalb Jahren ging ein Raunen durch die Presse. Schnell verfestigten sich die Gerüchte einer sensationellen Entdeckung in einem
Filmmuseum in Argentinien – man habe dort durch puren Zufall die
fehlenden Szenen aus Metropolis entdeckt. Und: Sie würden aus Fritz
Langs Stummfilmklassiker einen anderen Film machen! Mehr als 80
Jahre lang galt die Urfassung von Metropolis als verschollen, immer
wieder hatten Filmwissenschaftler, Forscher und Museen versucht,
dieser ersten authentischen Version so nahe wie möglich zu kommen,
und doch konnten sie ab einem bestimmten Punkt nur noch mutmaßen und spekulieren. Dann, im Sommer 2008, kam Paula Félix-Didier,
die Direktorin des Museo del Cine Pablo C. Ducrós Hicken in Buenos
Aires, nach Berlin, um sich dort mit (zunächst durchaus skeptischen)
Filmgutachtern und Fachleuten zu treffen. Im Gepäck der Museumschefin: eine argentinische Verleihversion von Metropolis, die ein Privatsammler nach Ablauf der Kinoauswertung erworben und bis in
die 1960er-Jahre in Filmclubs gezeigt hatte. Tatsächlich enthielt diese
Kopie nahezu alle Teile, die zuvor in Deutschland sowie in den USA
entfernt wurden und verloren gegangen waren: unbekannte Szenen
aus der Urfassung, zwar in einem fürchterlichen Zustand, aber doch
eindeutig unbekannt – eine Weltsensation. »Metropolis, Fritz Langs
berühmtester Film, kann neu gesehen werden!«, jubelte Rainer Rother,
künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek/Museum für Film
und Fernsehen Berlin.
Metropolis war seinerzeit zum bis dahin teuersten Film der deutschen
Filmgeschichte avanciert und drohte angesichts seines Misserfolgs
an der Kinokasse die produzierende Ufa zu ruinieren. Panisch wollten
Produzenten und Verleiher retten, was aus ihrer Sicht zu retten war,
veränderten und kürzten den Film, um ihn doch noch »kompatibel«
für einen Welterfolg zu machen. Das, was die Drehbuchautorin Thea
von Harbou erdachte, und der Regisseur Fritz Lang drehte, sahen in
der ursprünglich zweieinhalbstündigen Version am Ende gerade mal
15.000 Berliner und Berlin-Besucher zwischen Januar und Mai 1927
– und sie hörten dazu die Originalkomposition von Gottfried Huppertz. Seitdem ging Metropolis stückweise verloren, entstellt durch
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Kürzungen, Umstellungen und Umdeutungen. Je mehr der Film verloren ging, desto intensiver hielten sich die Diskussionen – und die Faszination: Metropolis wurde zum filmhistorischen Mythos und kontrovers diskutierten Werk. Siegfried Kracauer attackierte den Film als ein
Dokument aus der Weimarer Kultur, in dem er eine Vorankündigung
faschistischer Ästhetik erkannte, ein Monument »totalitärer Propaganda«. Kracauer kolportierte auch Langs Bericht, dass ihn Joseph
Goebbels unmittelbar nach Hitlers Machtergreifung habe kommen
lassen: »(…) er sagte mir, dass er und der Führer vor vielen Jahren meinen Film Metropolis in einer kleinen Stadt gesehen hätten und Hitler
damals gesagt habe, dass ich die Nazifilme machen sollte.«
Die jahrzehntelange Spurensuche führte freilich immer wieder zu Entdeckungen und neuen Erkenntnissen, sodass ständig Revisionen vorhergehender Ansichten und (Vor-)Urteile notwendig wurden. Schrittweise gewann man neue Erkenntnisse über die Produktionsgeschichte
des Films, revidierte vorschnelle und falsche Bewertungen von Langs
Inszenierungsmethode und Arbeitsweise, kam der Urfassung immer
näher – und doch blieb die Suche nach der berühmten fehlenden
halben Stunde vergeblich. Metropolis war und blieb ein Mythos. Bis
es der Fund in Buenos Aires erlaubte, einen weiteren, womöglich den
entscheidenden Schritt zur Rekonstruktion der Premierenfassung zu
gehen. Im Frühjahr 2009 begann die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung damit, alle bekannten und unbekannten Teile des Films zu einer
neuen Fassung zu synthetisieren – einer Fassung, die dem so nahe
wie möglich kommen sollte, was am 10. Januar 1927 im Ufa-Palast in
Berlin erstmals auf der Leinwand zu sehen war. Ein erster Rohschnitt
wurde erstellt als Richtschnur für die Auswahl und Montage der notwendigen Szenen aus der argentinischen 16mm-Fassung, die in das
bis dato bekannte Material zu integrieren waren; dann wurden in
einem aufwändigen Arbeitsprozess im digitalen Kopierwerk schwerste
einkopierte Beschädigungen mit speziell geschriebener Software
bekämpft, mit erstaunlichen, ja spektakulären Resultaten – auch wenn
diesen »neuen« Bildern auf immer und ewig die Spuren der Abnutzung
und des Verschleißes eingebrannt bleiben. So sieht man auf den ersten
Blick, welche Szenen dem Film hinzugefügt wurden, wodurch man
Metropolis auch zukünftig stets auf mehreren Ebenen »lesen« kann:
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Straßenszene Metropolis
Man schaut stets auch den Filmrestauratoren quasi über die Schulter,
wie sie den Film Bauteil für Bauteil neu zusammengesetzt haben.
Entscheidend war die Frage, ob sich die bisherigen Mutmaßungen
über Fritz Langs ursprüngliche Montage des Films als stichhaltig
erwiesen. Das Kernteam der neuen Rekonstruktion – Martin Koerber
(Stiftung Deutsche Kinemathek), Anne Wilkening (Friedrich-WilhelmMurnau-Stiftung) und der Dirigent Frank Strobel – favorisierte einen
Rekonstruktionsansatz auf Grundlage der überlieferten Originalmusik,
und so kehrte man zu Gottfried Huppertz’ spätromantischer Originalpartitur zurück. Aus ihr ergaben sich wichtige Anhaltspunkte für
die Neumontage des Materials, ist doch Huppertz’ Komposition für
Metropolis von der engen gestischen und illustrativen Verzahnung
mit dem Film geprägt; Komponist und Regisseur hatten sich während
der Dreharbeiten regelmäßig getroffen und Details des Drehbuchs
wie auch der Musik besprochen, wobei Huppertz seine Entwürfe Fritz
Lang am Klavier vortrug und sie diese anschließend gemeinsam diskutierten. Frank Strobel leistete die gesamte Rekonstruktion der Musik
auf Basis der Originalmanuskripte der Stiftung Deutsche Kinemathek,
die Erstellung einer neuen Partitur, die Ausarbeitung der Orchesterstimmen, das Überwachen der Korrekturen durch die Kopisten und
die musikalische Logistik der Berliner und Frankfurter Aufführung.
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Strobel: »Metropolis nach der Originalmusik von Gottfried Huppertz
zu rekonstruieren, ist bisher in dieser Konsequenz noch nicht gemacht
worden. (…) Die neue, mit dem argentinischen Material erstellte Filmversion gleicht der Premierenfassung, wie bei der Restaurierung festgestellt wurde, und sie wird durch die (Original-)Musik bestätigt. Alle
anderen bekannten (Export-)Fassungen weichen davon ab. Mit dieser
Musik erstrahlt Metropolis nun viel schöner und flüssiger, in neuer
Stringenz. Die Murnau-Stiftung hat der Musik für die Bearbeitung den
notwendigen Raum eingeräumt. In der Rückschau auf die Diskussionen der 1980er-Jahre schließt sich heute der Kreis. Wer die Aufführung
von 2001 mit dem neuen Ergebnis vergleicht, wird überrascht sein.
Mit der Huppertz-Musik verändern sich die Szenenübergänge und
-abschlüsse. Wir sind (endlich) zurück in der Premierenfassung.«
Am 12. Februar 2010 war es dann so weit: Die Rekonstruktion von
Metropolis, nun 147 Minuten lang, wurde zeitgleich in Berlin und
Frankfurt erstmals live aufgeführt, zudem live im Fernsehen von arte
übertragen. Sieben Minuten verstreichen, bis die eigentliche Attraktion der Fassung ihre Schatten voraus wirft. »Väter, für die jede Umdrehung eines Maschinenrades Gold bedeutete, hatten ihren Söhnen das
Wunder der Ewigen Gärten geschenkt«, verkündet ein Zwischentitel.
Man sieht einen Baldachin auf Tropfsteinfüßen, unter dem ein kurioser
älterer Herr im Frack eine Schar fantasievoll gekleideter Konkubinen
zusammenruft. Dann folgt der Umschnitt auf die Halbnah-Einstellung
mit dem Zeremonienmeister hinter einem Regenvorhang aus Kratzern
– das erste Filmbild, das der bisherigen Fassung wieder hinzugefügt
wurde. Ein Raunen geht durchs Publikum, als der eunuchenhafte Alte
einen Schminkpinsel zückt und einer Konkubine herzförmige Lippen
malt: Komparsen-Venus, neu geboren, nie gesehen. Vor allem die
Männerfiguren erfahren im weiteren Verlauf ein völlig neue Bedeutung: »Die Rolle des Arbeiters 11811 hatte man nie wirklich begriffen,
dieser Mann namens Georgy hatte mit dem Fabrikantensohn Freder
die Kleider getauscht und war später recht unvermittelt in Freders
Armen tot zusammengebrochen. In der jetzigen Version erlebt man,
wie Georgy in der Luxuswelt von Yoshiwara abtaucht. Mit ihm wird
deutlicher, dass die Leuchtreklamen, die Roulette-Tische und Amüsiermaschinen der Oberwelt von den Motoren der Arbeiterstadt am
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Erfinder Rotwang (Rudolf Klein-Rogge) erschafft den Maschinenmenschen (Brigitte Helm)
Laufen gehalten werden. Und vor allem mit Georgy werden die sozialen Rollen in Metropolis austauschbar. Seine Szenen kratzen an der
gängigen These, bei Lang seien die Arbeiter biologisch zur mörderischen Maloche bestimmt.« (Jens Hinrichsen)
Gänzlich anders und aufregend erschließt sich auch die Rolle von Fredersens dämonischem Handlanger, dem Schmalen, mitreißend verkörpert von Fritz Rasp. Geradezu spektakulär entfaltet sich die Rache der
aufgebrachten Arbeiter an der Roboter-Maria als eine überbordende
Verkettung von Massenszenen, die sich in der neuen-alten Montage
als eindrucksvolles Geflecht aus virtuos miteinander verknüpften,
präzise kalkulierten Bewegungen erweist. Nichts hat Fritz Lang dem
Zufall überlassen, jetzt macht alles einen neuen, klar erkennbaren
(architektonischen) Sinn: wie sich der Weg von Brigitte Helm, der
guten Maria, nach der panischen Flucht aus Rotwangs Gefängnis mit
dem der Roboter-Maria kreuzt, wie diese nach dem Balztanz im Yoshiwara, nachdem sie den Platz der Heiligen am Altar der Katakomben
eingenommen hatte, nun gejagt und dem Scheiterhaufen zugeführt
wird, während Rotwang weiterhin die gute Maria jagt.
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Regisseur Fritz Lang (l.) mit Hauptdarstellerin Brigitte Helm (re.) und Schauspieler Heinrich George (Mitte)
So ist es nun an der Zeit, Metropolis zu genießen und bestaunen – und
Fritz Langs künstlerische Leistung, seinen spezifischen Erzähl- und
Montagestil neu zu bewerten. Jetzt entfaltet sich im gesamtkünstlerischen Zusammenwirken von Bild und Musik dieses ganze mitreißende,
alle Sinne anregende Stück Kino als spektakuläres Science-Fiction- und
Katastrophen-Abenteuer, als utopisches (und dystopisches) Märchen
über Gut und Böse, über die Verführbarkeit der Massen und die Selbstüberschätzung der Herrschenden. Die Vision einer Stadt der Zukunft,
die ihren Reichtum der Ausbeutung willenloser Arbeitskräfte verdankt, in der Flugzeuge und Autos zwischen gigantischen Hochhauskomplexen schweben, die Menschen über Bildtelefon kommunizieren
und ein künstlich geschaffenes Wesen, der Roboter, der Humanoid,
seine Kreise inmitten dieser »Roaring Future« zieht. Staunend erlebt
man, wie souverän Metropolis spielerisch und verspielt, überbordend und maßlos aus seinem reichen thematischen Fundus schöpft:
Urchristlicher Heilsmythos prallt auf den Pragmatismus der Moderne,
die utopische Faszination der Zukunftsstadt wird konterkariert durch
das Scheitern des Menschlichen an Überheblichkeit, Automatisierung,
Ausbeutung und Entfremdung. Die Dekadenz einer selbstverliebten
Überflussgesellschaft spiegelt sich in den überdimensionalen Häuserschluchten und bricht sich in einer Welt der märchenhaft-expressiven
Gänge, Katakomben, labyrinthischen Höhlen.
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Auch jetzt noch sind die Explosion des Maschinenmolochs, der Aufstand der Arbeitermassen, die Überflutung der Unterstadt und die
(nun komplette) Rettung der Kinder Höhepunkte dieses spannenden
frühen Katastrophenkinos, in dem die steinerne Architektur der Unterdrückung buchstäblich zerplatzt, unterspült von Wasser, das wie Blut
aus dem Beton quillt. Objekte werden zu Zeichen: die Gigantomanie
eines frühen Box-Office-Kinos paart sich mit der autoriellen Handschrift eines Filmkünstlers, der Kino als eigenständige künstlerische
Sprache erkannte. Fritz Lang »bändigte« in einem außergewöhnlichen
Kraftakt seine Visionen von Zeit und (Licht-)Raum, von Chaos und
Ordnung und manifestierte sie als grundlegende Erzählkategorien
des Kinos.
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Horst Peter Koll
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Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Seit 2002, dem Beginn der Ära von Marek Janowski als Künstlerischem Leiter und Chefdirigent, wird dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin eine herausragende Position zwischen
den Berliner Spitzenorchestern und deutschen Rundfunkorchestern zuerkannt. Das unter
Marek Janowski erreichte Leistungsniveau macht das Orchester attraktiv für Dirigenten
der internationalen Spitzenklasse. Neben Dirigentenpersönlichkeiten wie Gerd Albrecht
oder Rafael Frühbeck de Burgos verbindet das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin eine
beständige Zusammenarbeit mit wichtigen Dirigenten der jüngeren Generation wie
Andris Nelsons, Kristjan Järvi, Yannick Nézet-Séguin oder Marc Albrecht. Das älteste
deutsche rundfunkeigene Sinfonieorchester geht auf die erste musikalische Funkstunde
im Oktober 1923 zurück. Die Chefdirigenten, u. a. Sergiu Celibidache, Eugen Jochum,
Hermann Abendroth, Rolf Kleinert, Heinz Rögner und Rafael Frühbeck de Burgos, formten
einen Klangkörper mit sinfonischem Repertoire von der Vorklassik bis zur Moderne. Große
Komponisten des 20. Jahrhunderts traten selbst ans Pult des Orchesters, darunter Paul
Hindemith, Richard Strauss, Arnold Schönberg. In Zusammenarbeit mit Deutschlandradio
steht das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin über die öffentlichen Konzerte hinaus für
Rundfunk- und CD-Aufnahmen zur Verfügung. Zahlreiche Tonträger wurden mit renommierten internationalen Preisen ausgezeichnet. Einen ECHO Klassik 2010 erhielt die
Aufnahme von Hans Werner Henzes Sinfonia N. 9, die im Rahmen der Gesamteinspielung
von Henzes sinfonischen Werken entstand. Die Aufzeichnung von Brahms’ Ein deutsches
Requiem erschien im Oktober 2010. Parallel zum großen konzertanten Wagnerzyklus des
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin von 2010 bis 2013 sind Aufnahmen der zehn wichtigen
Bühnenwerke Richard Wagners geplant. Zahlreiche Gastspiele führen das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin regelmäßig zu großen europäischen Festivals und Musikzentren sowie
nach Asien. 2010/11 liegen u. a. Einladungen vor in die Pariser Salle Pleyel, zum Bremer
Musikfest, zum Beethovenfest Warschau und Musikfestival Colmar. Feste Partner bleiben
die Philharmonie Essen, das Musikfest Berlin, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern
und der Choriner Musiksommer. Im September 2010 ging das Rundfunk-Sinfonieorchester
Berlin auf Gastspielreise nach Estland, im Herbst 2011 führt eine Tournee nach Japan und
Korea. Bei uns war das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin zuletzt im März 2009 zu hören.
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Die Besetzung des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin
Violine I
Rainer Wolters
Susanne Herzog
Anna Morgunowa
Philipp Beckert
Bettina Sitte
Joachim Scholz
Steffen Tast
Franziska Drechsel
Karin Kynast
Maria Pflüger
Marina Bondas
Vladlen Chernomor
Ayumi Paul
Carolina Cygan
Kontrabass
Dominik Greger
Stefanie Rau
Iris Ahrens
Markus Strauch
Georg Schwärsky
Axel Buschmann
Posaune
Edgar Manyak
Hartmut Grupe
Jörg Lehmann
Flöte
Silke Uhlig
Markus Schreiter
Harfe
Renate Erxleben
Violine II
Nadine Contini
David Drop
Eva Grünenthal
Christiane Richter
Bodo Przesdzing
Martin Eßmann
Brigitte Draganow
Maceij Buczkowski
Juliane Manyak
Domas Juskys
Andres Kaljuste
Brigitte Neuendorff
Klarinette
Michael Kern
Peter Pfeifer
Viola
Pauline Sachse
Gernot Adrion
Christiane Silber
Jana Drop
Emilia Markowski
Claudia Beyer
Alexey Doubovikov
Ulrich Quandt
Hanna Pakkala
Ildiko Ludwig
Violoncello
Hans-Jakob Eschenburg
Ringela Riemke
Volkmar Weiche
Jörg Breuninger
Andreas Weigle
Christian Bard
Peter Albrecht
Georg Boge
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Oboe
Gabriele Bastian
Gudrun Vogler
Saxophon
Karola Elßner
Markus Behrsing
Tuba
Georg Schwark
Schlagzeug
Tobias Schweda
Frank Tackmann
Maria Schneider
Pauke
Arndt Wahlich
Orgel
Arno Schneider
Celesta
Yuki Inagawa
Fagott
Ingo Reuter
Alexander Voigt
Clemens Königstedt
Horn
Uwe Holjewilken
Annegret Holjewilken
Ingo Klinkhammer
Reinhard Büttner
Frank Stephan
Felix Hetzel
Thomas Jordans
Sebastian Posch
Organisation
Maria Grätzel
Dorothea Groß
Christian Schwärsky
Tobias Fiebig
Shinozuke Higashida
Trompete
Lars Ranch
Michael Stodd
Jörg Niemand
Simone Gruppe
Christian Meyers
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Frank Strobel
Frank Strobel ist einer der weltweit renommiertesten Dirigenten
im Bereich der Filmmusik. Der 1966 geborene Sohn eines Medienwissenschaftlers und einer Filmjournalistin wuchs in München
auf, wo die Eltern ein Kino betrieben. Hier wurde sein Interesse
an der Filmmusik geweckt. Darüber hinaus hat er mit Erst- und
Wiederaufführungen von Werken Sergei Prokofjews, Franz
Schrekers und Siegfried Wagners vielfach auf sich aufmerksam
gemacht, woraus zahlreiche CD-Ersteinspielungen hervorgingen.
Frank Strobel ist autorisierter Bearbeiter und Herausgeber von
Werken des Komponisten Alfred Schnittke (1934 – 1998), dem er
in seinen letzten Lebensjahren bei der Notation seiner Werke half und zahlreiche seiner
Filmmusiken zu Konzertsuiten bearbeitete. 1992 dirigierte er in der Alten Oper Frankfurt
die Uraufführung von Schnittkes Stummfilmmusik zu Die letzten Tage von St. Petersburg.
Kürzlich erschienen auf CD die drei Klavierkonzerte, die Frank Strobel mit der Pianistin
Ewa Kupiec eingespielt hat. Strobel setzte sich immer wieder in Filmmusikkonzerten für
historische Stummfilme und Originalpartituren ein. Zahlreiche Filmmusiken, darunter für
Friedrich Wilhelm Murnaus Faust und Der letzte Mann, Sergei Eisensteins Die Generallinie
und Georg Wilhelm Pabsts Die weiße Hölle vom Piz Palü hat er mit Orchester aufgenommen
– zumeist für ZDF/Arte. Vielfach begleitete er Aufführungen von Fritz Langs Klassikern
Metropolis und Die Nibelungen. An den von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in
Auftrag gegebenen Rekonstruktionen der Filmfassungen und der Partituren von Gottfried Huppertz war Strobel maßgeblich mitbeteiligt. Frank Strobel dirigierte auch die
Premiere der jüngst restaurierten Metropolis-Fassung im Rahmen der Berlinale 2010.
Mit einer beachtlichen Zahl von internationalen Orchestern führte Strobel Robert Wienes
restaurierten Rosenkavalier-Film mit der Originalmusik von Richard Strauss auf, so auch im
Rahmen der inzwischen auf DVD dokumentierten Aufführung mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden. In Moskau und Berlin fand die vielbeachtete Erstaufführung der rekonstruierten Fassung zu Eisensteins Alexander Newski mit Prokofjews Originalmusik statt.
Die CD-Aufnahme wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.
Auch für den Soundtrack von zahlreichen Spielfilmen hat Strobel als Dirigent gewirkt, u. a.
für Gloomy Sunday, Buddenbrooks und zuletzt Die Päpstin. Als Partner von Künstlern wie
Udo Lindenberg arbeitete Strobel auf beiden Seiten scheinbar gegenpoliger Lager. Enge
künstlerische Beziehungen verbinden ihn neben dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
(RSB) auch mit dem Oslo Philharmonic Orchestra, dem Orchestre National de Lyon, der
NDR Radiophilharmonie Hannover, dem Sydney Symphony Orchestra sowie dem Wiener
Konzerthaus und der Cité de la Musique in Paris. Zu den Höhepunkten der vergangenen
Saison zählen Debüts im Théâtre du Châtelet mit Der Rosenkavalier, beim Finnischen
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Radio-Sinfonieorchester Helsinki mit Panzerkreuzer Potemkin, bei den Film-Festivals in
Hong Kong und Bologna mit Metropolis, in der Philharmonie Luxemburg mit Tabu, die
Konzertpremiere von Matrix beim Schleswig-Holstein Musik Festival, die Premiere von
Nathan mit Musik von Rabib Abou-Khalil sowie mit ZDF/Arte-TV- und DVD-Produktionen
von Metropolis und Die Nibelungen. Bis 1998 war Frank Strobel Chefdirigent des Filmorchesters Babelsberg. Seit 2000 ist er der Leiter der Europäischen FilmPhilharmonie, die
er mitbegründete. Seit vielen Jahren berät er das Stummfilmprogramm von ZDF/Arte. Bei
uns war Frank Strobel zuletzt im Januar zu Gast, als er gemeinsam mit dem Sinfonieorchester des Polnischen Rundfunks Katowice die Filmmusik von Nino Rota zu Filmen von
Federico Fellini vorstellte.
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KölnMusik-Vorschau
15.02.2011 Dienstag 20:00
16.02.2011 Mittwoch 20:00
Orgel plus … 3
Piano 4
Thierry Mechler Orgel
Herbert Schuch Klavier
Cantus Cölln
Konrad Junghänel Leitung
Helmut Lachenmann
Fünf Variationen über ein Thema von Franz
Schubert
Johann Sebastian Bach
Toccaten d-Moll BWV 913, G-Dur BWV 916,
e-Moll BWV 914 und D-Dur BWV 912
Johann Christoph Bach
»Herr, wende dich und sei mir gnädig«
Matthias Weckmann
»Zion spricht, der Herr hat mich verlassen«
»Wie liegt die Stadt so wüste«
»Wenn der Herr die Gefangenen zu Zion
erlösen wird«
Seit 2002 ist Thierry Mechler Orgelkustos der
Kölner Philharmonie. Zusammen mit Konrad
Junghänel und Cantus Cölln widmet sich der
Organist den musikalischen Welten von J. S.
Bach und Matthias Weckmann. Weckmann war
Schüler von Heinrich Schütz und Organist am
Dresdner Hof. Bis zu seinem Tod wirkte er an
St. Jacobi in Hamburg.
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Franz Schubert
Walzer Des-Dur op.9,14
aus: 36 Originaltänze op. 9 D 365
Walzer H-Dur op.9,22
aus: 36 Originaltänze op. 9 D 365
Ländler H-Dur op. 67,14
aus: 16 Ländler und 2 Ecossaisen op. 67 D 734
Valse sentimentale A-Dur op. 50,13
aus: 34 Valses sentimentales op. 50 D 779
Deutscher Tanz D-Dur op. 171, 3
aus: 12 Deutsche Tänze op. 171 D 790
Robert Schumann
Papillons op. 2
Intermezzi op. 4
Heinz Holliger
Elis
Drei Nachtstücke für Klavier
Ludwig van Beethoven
Sonate für Klavier Nr. 32 c-Moll op. 111
17.02.2011 Donnerstag 12:30
PhilharmonieLunch
Oper Köln
Gürzenich-Orchester Köln
Markus Stenz Dirigent
Giuseppe Verdi
Il trovatore (Auszüge)
KölnMusik gemeinsam mit der Oper Köln
PhilharmonieLunch wird von der KölnMusik
gemeinsam mit dem WDR Sinfonieorchester
Köln und dem Gürzenich-Orchester Köln
ermöglicht. Medienpartner Kölnische
Rundschau.
Eintritt frei
09.02.11 16:2
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18.02.2011 Freitag 20:00
24.02.2011 Donnerstag 12:30
Baroque … Classique 4
PhilharmonieLunch
Andreas Scholl Countertenor
Gürzenich-Orchester Köln
Robin Ticciati Dirigent
Accademia Bizantina
Stefano Montanari Violine und Leitung
If Music be the Food of Love
Musik von Henry Purcell
Kaum ein englischer Dichter hat Höhen und
Tiefen der Liebe in gültigere Worte gefasst als
William Shakespeare. Und kaum ein Komponist
der wechselvollen und reichen englischen
Musikgeschichte hat ein tieferes Gespür für
seine Sprache entwickelt als Henry Purcell.
PhilharmonieLunch wird von der KölnMusik
gemeinsam mit dem WDR Sinfonieorchester
Köln und dem Gürzenich-Orchester Köln
ermöglicht. Medienpartner Kölnische
Rundschau.
Eintritt frei
10.03.2011 Donnerstag 12:30
Filmforum
PhilharmonieLunch
20.02.2011 Sonntag 18:00
DER LETZTE MANN
Kölner Sonntagskonzerte 3
(D 1924, 80 Min. · engl. OF
Regie: Friedrich W. Murnau) (Auszüge)
David Guerrier Horn
Les Siècles
François-Xavier Roth Dirigent
Wolfgang Amadeus Mozart
Ouvertüre aus: Idomeneo, Rè di Creta, ossia Ilia
ed Idamante KV 366
Medienpartner: Choices und
Kölnische Rundschau
KölnMusik gemeinsam mit
Kino Gesellschaft Köln
Eintritt frei
Sinfonie Nr. 31 D-Dur KV 297
»Pariser«
Konzert für Horn und Orchester Es-Dur KV 417
Sinfonie Nr. 35 D-Dur KV 385
»Haffner«
Bruno Mantovani
Streets
für Kammerensemble
22.02.2011 Dienstag 20:00
Das Kleine Wiener 2
Köln-Zyklus der Wiener Philharmoniker 4
Wiener Philharmoniker
Semyon Bychkov Dirigent
10.03.2011 Donnerstag 20:00
Filmforum
Stummfilm mit Live-Musik
DER LETZTE MANN
(D 1924, 80 Min. · engl. OF ·
Regie: Friedrich W. Murnau)
Musik von DJ sad.sad.calzone.
Live DJ-Set: abstract collage of analog &
electric soundscapes
Medienpartner: Choices
KölnMusik gemeinsam mit
Kino Gesellschaft Köln
Karte an der Kinokasse
Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 6 a-Moll
»Tragische«
KölnMusik gemeinsam mit der Westdeutschen
Konzertdirektion Köln – Kölner Konzert Kontor
Heinersdorff
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09.02.11 16:2
Philharmonie Hotline +49.221.280280
koelner-philharmonie.de
Informationen & Tickets zu allen Konzerten
in der Kölner Philharmonie!
Kulturpartner der Kölner Philharmonie
Herausgeber: KölnMusik GmbH
Louwrens Langevoort
Intendant der Kölner Philharmonie und
Geschäftsführer der KölnMusik GmbH
Postfach 102163, 50461 Köln
koelner-philharmonie.de
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Redaktion: Sebastian Loelgen
Corporate Design: Rottke Werbung
Textnachweis: Der Text von Horst Peter Koll
ist ein Originalbeitrag für dieses Heft.
Fotonachweis: Peter Adamik S. 10
Umschlaggestaltung: Hida-Hadra Biçer
Umschlagsabbildung: Torsten Hemke
Gesamtherstellung:
adHOC Printproduktion GmbH
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Di 22. Februar 2011 20:00
Das Kleine Wiener 2
Köln-Zyklus der Wiener Philharmoniker 4
Wiener
Philharmoniker
Semyon Bychkov
Dirigent
koelner-philharmonie.de
Roncalliplatz
50667 Köln
Philharmonie
Hotline
0221.280 280
in der Mayerschen
Buchhandlung
Neumarkt-Galerie
50667 Köln
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Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 6 a-Moll
»Tragische«
KölnMusik gemeinsam mit der Westdeutschen Konzertdirektion Köln –
Kölner Konzert Kontor Heinersdorff
€ 10,– 42,– 72,– 105,– 126,– 147,–
€ 90,– Chorempore (Z)
09.02.11 16:2