NL 38 / 27.06.2016

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NL 38 / 27.06.2016
Nachrichten aus Deutschland
Nr. 38 /27.06.2016
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Einfluss Deutschlands
Zwei Sprachen, ein Schulbuch
Partnerschaft fortgesetzt
Mehr Millionäre dank Betongold
Liebe Leser,
der Newsletter der Deutschen Botschaft Sofia, einschließlich der bisher erschienenen
Ausgaben (Archiv), kann auf der Botschaftshomepage in deutscher und in bulgarischer
Sprache gelesen werden:
http://www.sofia.diplo.de/Vertretung/sofia/de/01/Nachrichten__aus__Deutschland.html
http://www.sofia.diplo.de/Vertretung/sofia/bg/01/Nachrichten__aus__Deutschland.html
1. Einfluss Deutschlands
Berlin (dpa) - Deutschland hat aus Sicht vieler seiner Bürger international an Einfluss gewonnen.
Dies geht aus einer Umfrage im Auftrag des US-amerikanischen Pew Instituts hervor, die
in Berlin vorgestellt wurde. Demnach sind fast zwei Drittel der Deutschen (62%) der Meinung,
dass ihr Land international eine wichtigere Rolle spielt als noch vor zehn Jahren. Zum Vergleich:
In Frankreich denken dies nur 23% über ihr Land, in Spanien 21% und in Großbritannien
20%. Nur elf% finden, dass Deutschland seit 2006 an Bedeutung verloren hat. Das Pew
Research Center gehört zu den angesehensten Denkfabriken in den USA. Die Studie war
bereits zu Beginn des Monats auszugsweise veröffentlicht worden. Eine klare Mehrheit der
Deutschen (62%) ist der Studie zufolge dafür, dass ihre Regierung in ihrer Außenpolitik
den Menschenrechten eine besondere Bedeutung beimisst. Nur in Spanien (63%) liegt der
Wert noch höher. In Ungarn und Polen hingegen halten dies nur 17 beziehungsweise 21%
für besonders wichtig.
2. Zwei Sprachen, ein Schulbuch
Berlin (dpa) - Deutsche und polnische Schüler werden nach den Sommerferien mit einem
gemeinsamen Geschichtsbuch unterrichtet. Der erste Band des Werks «Europa – Unsere
Geschichte» wurde von den Außenministern Frank-Walter Steinmeier und Witold
Waszczykowski in einer Berliner Oberschule präsentiert. Parallel dazu fanden im Kanzleramt
deutsch-polnische Regierungskonsultationen statt. Das 256-seitige Buch soll vom Schuljahr
2016/17 an in der Sekundarstufe I in identischer Form eingesetzt werden, lediglich in
unterschiedlichen Sprachen, wie die Kultusministerkonferenz der 16 Bundesländer (KMK)
mitteilte. Der erste Band behandelt die Zeit von der europäischen Ur- und Frühgeschichte
bis zum Mittelalter. Geplant sind drei weitere Bände bis zur Gegenwart. Steinmeier sagte,
das Buch solle dabei helfen, einen «gemeinsamen deutsch-polnischen Blick» auf die
Geschichte zu entwickeln.
3. Partnerschaft fortgesetzt
Paris (dpa) - Nach wochenlangen und teilweise schwierigen Verhandlungen haben der
Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Traditions-Ausrüster Adidas die Fortsetzung ihrer
Partnerschaft verkündet. Der Sportartikelhersteller aus Bayern zahlt dem WeltmeisterVerband dafür künftig doppelt so viel wie bisher.
«Wir haben dem DFB ein Finanzpaket von 50 Millionen Euro pro Jahr angeboten, und der
DFB hat das auch so akzeptiert», gab Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer nach «nicht immer
einfachen Verhandlungen» bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Paris bekannt.
Bislang soll sein Unternehmen 25 Millionen Euro pro Jahr überwiesen haben. Der aktuelle
Kontrakt hatte eine Laufzeit von acht Jahren und wäre 2018 ausgelaufen. Allerdings einigten
sich beide Seiten vorerst nur auf einen Vierjahresvertrag bis 2022.
Wie schon 2007 entschied sich der DFB damit für die Treue zu einem jahrzehntelangen Partner.
Damals hatte der DFB die Offerte des US-Konzerns Nike abgelehnt. Nach Medienberichten
soll Adidas künftig kein sogenanntes Matching Right mehr haben, das dem Unternehmen
ermöglicht, Konkurrenzofferten mit einem höheren Angebot zu erwidern.
Adidas sei verlässlich, kenne den DFB und werde den Verband auch beim Bau der geplanten
neuen Akademie in Frankfurt/Main unterstützen, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel.
Einen Tag nach dem einstimmigen Präsidiumsbeschluss sprach Grindel von den «transparentesten,
anspruchsvollsten und am Ende für den DFB wirtschaftlich erfolgreichsten Verhandlungen»
in der DFB-Geschichte.
Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen über die Dauer des Vertrages und die vom
DFB erhofften Erlöse gegeben. «Ich gebe auch offen zu, wir hätten den Vertrag gerne über
2022 hinaus verlängert», räumte der scheidende Konzernchef Hainer ein, was vom DFB
aber abgelehnt worden sei. «Das respektieren wir. Ich garantiere Ihnen aber, dass wir in
vier Jahren wieder mit am Tisch sitzen werden», sagte Hainer. Er äußerte die Hoffnung,
dass sein Nachfolger, der frühere Henkel-Chef Kasper Rorsted, «ein attraktives Angebot
vorlegen wird, bei dem es schwer wird, es nicht anzunehmen.»
4. Mehr Millionäre dank Betongold
Frankfurt/Main (dpa) - Der Immobilienmarkt in Deutschland boomt und immer mehr Menschen
zählen zum Club der Dollar-Millionäre. 1 198 700 Vermögende zählt die Beratungsgesellschaft
Capgemini zwischen Hamburg und München und damit 5,1% mehr als 2014. «Mit einer
der größten Treiber war der deutliche Anstieg der Immobilienpreise», sagt CapgeminiExperte Klaus-Georg Meyer. Etwa 22,2% des Geldes der Reichen, die ein Vermögen von
mehr als einer Millionen Dollar besitzen, stecken danach in Deutschland in Immobilien.
Weltweit sind es im Schnitt 17,9%.
Getrieben wird der Boom am Immobilienmarkt vor allem in beliebten Ballungsräumen
nicht nur vom Zuzug, sondern auch vom Anlagenotstand. Die Europäische Zentralbank
(EZB) hat im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euroraum die
Zinsen praktisch abgeschafft. Sparbuch, Tagesgeld, aber auch als sicher geltende Papiere
wie Bundesanleihen werfen so gut wie nichts mehr ab. «Viele typische Anleihe-Investoren
wie Versicherungen, Pensionskassen, Stiftungen oder auch Family Offices suchen für fällige
Anleihen nach Anlagealternativen», erläutert die DZ Bank. Auch dank des soliden
Wirtschaftswachstums stieg die Zahl der Vermögenden in Deutschland im vergangenen
Jahr. Aktien fielen als Wachstumstreiber hingegen aus, wie aus dem «World Wealth Report
2016» hervorgeht. CapGemini legt dabei den weltweiten Aktienindex MSCI zugrunde.
Die Deutsche Bundesbank kommt dagegen zu dem Ergebnis, dass die traditionell eher
börsenscheuen Deutschen im vergangenen Jahr durchaus von der Entwicklung am Aktienmarkt profitierten. Auf 5318 Milliarden Euro summierte sich das Vermögen privater Haushalte
in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen
Ende 2015. Das kräftige Plus von 105 Milliarden Euro oder 2% im Vergleich zum dritten
Quartal 2015 erklärt die Notenbank vor allem mit der guten Lage an den Aktienmärkten
zum Jahresende: Bei Aktien und Anteilen an Investmentfonds habe es «beachtliche
Bewertungsgewinne» von rund 62 Milliarden Euro gegeben.

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