Dent Implantol 17,2, 142-147 (PDF

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Dent Implantol 17,2, 142-147 (PDF
E rf a h r u n g sb eri ch t
Qualitätsorientierte Implantologie…
…setzt qualitätsorientierten Implantatanbieter voraus
Worauf legen qualitätsorientierte Implantologen bei der Auswahl eines Implantatanbieters und dem implantologischen Rüstzeug wert? Welche Systemmerkmale
überzeugen? Was erfolgreiche Implantologen von einem Premiumhersteller und
dem entsprechenden Produktportfolio erwarten, beantworten im Gespräch mit
Zahnärztin und Fachjournalistin Dr. Aneta Pecanov-Schröder drei Chirurgen: die
angehende Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Dr. Martina Hartstock (Praxisklinik Dr. Dr. Achim Herrmann & Kollegen, Starnberg) sowie die Zahnärzte für Oralchirurgie Dr. Jörg Kälber und Friedrich Eiche (Praxis Dr. Dr. Eiche &
Kollegen, Stuttgart).
„Mir war es schon immer sehr wichtig, ein Implantatsystem mit gesicherten Studiendaten zum Langzeiterfolg zu nutzen, das sollte auch die Weiterentwicklungen umfassen“, betont Kälber, der als
Fellow des International Team for Implantology (ITI)
der Forschung und Lehre des ITI eng verbunden ist.
„So ist das Risiko für den Patienten im Hinblick auf
einen Implantatmisserfolg von dieser Seite möglichst gering zu halten“, ergänzt der Fachmann,
der u. a. als Oberarzt an der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Stuttgarter Katharinenhospital Erfahrung mit vielen verschiedenen
Implantatsystemen gesammelt hat. Qualität, Wissenschaftlichkeit und die Bereitstellung einer sicheren Datenlage sind relevante Auswahlkriterien
für die Zusammenarbeit mit einem Premiumanbieter in der Implantologie.
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Sicherheit – Service – Support
In der Praxis Dr. Dr. Eiche & Kollegen setzen Kälber
sowie seine Kollegen Dr. Dr. Hans Thomas Eiche,
Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie,
und Friedrich Eiche, Fachzahnarzt für Oralchirurgie,
insgesamt sechs verschiedene Implantatsysteme
ein („Um auf die Wünsche der überweisenden Kolleginnen und Kollegen eingehen zu können“), vorwiegend sind es Implantate der Anbieter Straumann
und Camlog. „Denn grundsätzlich ist uns im Team
wichtig“, so Friedrich Eiche, „ein Implantatsystem
zu verwenden, bei dem aller Voraussicht nach auch
noch in 30 oder 40 Jahren Ersatzteile auch für nicht
mehr hergestellte Implantate zu beschaffen sind“. So
könnten mechanische Komplikationen, etwa eine Lockerung des Abutments, gut abgefangen werden.
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Er f ahr ungsbe r i c ht
Diese Nachhaltigkeit eines Herstellers, auch für
Auslaufprodukte glaubwürdig Unterstützung zugesichert zu bekommen, schätzt auch die angehende
Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Dr. Martina Hartstock: „Grundsätzlich sollten Anbieter von Implantaten prothetische Komponenten
und dazugehörige Instrumente für ältere Implantate, die in situ sind, zu jeder Zeit zur Verfügung stellen. Schließlich ist es keine Lösung, osseointegrierte
Implantate zu explantieren, nur weil keine weitere
prothetische Versorgung mehr möglich ist.“ Die
Chirurgin aus Starnberg prognostiziert, dass „wir in
Zukunft häufiger auf Patienten treffen werden, bei
denen der Zahnersatz auf älteren osseointegrierten
Implantaten erneuert werden muss. Hier brauchen
wir eine gewisse Flexibilität und Nachhaltigkeit, um
passende Lösungen zu finden.“
In solchen Situationen merkt die Praxis besonders, wie wichtig gezielte Kundenbetreuung mit
kompetentem Service und Support des Implantatanbieters ist. Überhaupt muss „nach unserem
Ermessen ein Außendienst integraler Bestandteil
der Vertriebsstruktur eines qualitätsorientierten
Implantatanbieters sein“, sind Kälber und Eiche
überzeugt. Und nicht nur in technisch kniffligen Situationen wissen Implantologen einen souveränen
Außendienst zu schätzen: „Wir nutzen ihn auch bei
der Unterstützung unserer Fortbildungsveranstaltungen.“ Hartstock: „Erst kürzlich haben wir eine
Fortbildung für unsere überweisenden Kolleginnen
und Kollegen organisiert. Hierbei hat uns das Unternehmen Straumann bis ins kleinste Detail kompetent unterstützt.“
Das oben dargestellte gehört zu den Beweggründen, „warum wir heute hauptsächlich nur noch
Straumann- und Camlog-Implantate bei uns in der
Praxisklinik setzen“. Wie ihre Kollegen aus Stuttgart
hält es auch Hartstock für wichtig, wenn der Anbieter wissenschaftliche Entwicklungen sowohl in die
Weiterentwicklung der Implantatsysteme einfließen
lässt „als auch uns behandelnden Zahnärzten leicht
zugänglich macht, z. B. innerhalb verschiedener
Expert Meetings“. Ihren hohen Anspruch an sich
selbst und das Behandlungsergebnis untermauert
Hartstock unter anderem dadurch, neben der Praxistätigkeit im Fortbildungbereich aktiv zu sein. So
trägt sie wissenschaftlich vor und lässt eigene praxisorientierte Thesen vor fachkundigem Publikum
hinterfragen. „Das tun wir auch regelmäßig im
Ärzteteam und versuchen, uns auf dem aktuellsten
Stand des Wissens zu halten.“
den besten Therapieplan für unsere Patienten zu
entwickeln“ (Kälber, Eiche). Denn „der stete Austausch fördert ein kritisches Hinterfragen einzelner Behandlungsoptionen und steigert damit das
Behandlungsniveau“, bringt es Hartstock auf den
Punkt. Darüber hinaus gelingt es mehreren im Team
wesentlich flexibler, auf Wünsche und Anforderungen reagieren zu können. Eiche: „Das zeigt sich
zum Beispiel bei der Nachsorge. Neben den normalen Nachsorgeterminen sind wir in der postoperativen Phase rund um die Uhr für unsere Patienten
erreichbar, und zwar jeden Tag.“ Aufgaben der
Praxis werden je nach Stärken und Spezialisierung
verteilt. Eiche: „Von dieser Gesamtkonstellation
profitieren unsere Patienten.“
Abb. 1: Ausgangssituation: Nichtanlagen 12/22, Zeit
nach kieferorthopädischer Vorbehandlung.
Abb. 2: Darstellung des Alveolarfortsatzes über crestale
Schnittführung.
Ein System - mehrere Typen - alle Fälle
Das ist einer der Vorteile, in einem qualitätsorientierten Team zusammenzuarbeiten: jederzeit Patientenfälle gemeinsam diskutieren zu können, „um
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Abb. 3: Aufbereitung des Implantatlagers.
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Denn: Der Patient steht im Mittelpunkt – die Maxime ist es, den Wunsch des Patienten bestmöglich
umzusetzen und ihn umfassend über mögliche Therapiekonzepte sowie implantologische Rehabilitationen zu informieren. Dieses Praxiskonzept lässt sich
mit Leben füllen und erfolgreich in den Tagesablauf
integrieren, wenn es im (Ärzte-)Team funktioniert
und das implantologische Rüstzeug zum qualitätsorientierten und auf Langzeiterfolg angelegten Behandlungsansatz passt. Die Sicherheit der Therapie
durch belegte und vorhersehbare Ergebnisse liegt
auch Patienten am Herzen. „Häufig betonen die Patienten, wie wichtig es ihnen ist, dass kein ‚Billigimplantat‘ verwendet wird“, merkt Eiche kritisch an.
Von Seiten der Patienten spielten Kosten im Hinblick
auf das Implantatsystem eine untergeordnete Rolle.
Kälber: „Aspekte wie Qualität und Lebensdauer
Abb. 4: Messlehre zur Kontrolle der späteren Implantatposition.
der verwendeten Materialien haben Bedeutung.“
In der Praxis lässt sich eine langfristig erfolgreiche
implantatprothetische Rehabilitation unter anderem
gewährleisten, indem man sich an den Anbieter der
Originalteile hält. Hier setzt zum Beispiel die „ProOriginal Initiative“ an, mit der sich das Unternehmen
Straumann für den Einsatz von Originalkomponenten stark macht. Hartstock: „Davon profitieren alle
Beteiligten langfristig.“
Was überzeugt die Chirurgen Hartstock, Eiche und
Kälber an den von ihnen regelmäßig eingesetzten
Implantaten des „Straumann Dental Implantat System“ (SDIS), das verschiedene Implantattypen auf
Weichgewebe- und auf Knochenniveau umfasst?
Kälber: „Zum einen überzeugt mich neben der Qualität der fundierte wissenschaftliche Hintergrund,
den das Unternehmen respektive die angebotenen
Implantate bieten.“ Ein aktuelles Beispiel: Aus einer
groß angelegten und von der Universität Bern durchgeführten klinischen Langzeitstudie zu Überleben
und Erfolg von Implantaten hat das Unternehmen
neue Forschungsergebnisse veröffentlicht. Die von
Prof. Dr. Daniel Buser geleitete Untersuchung beurteilte das 10-Jahres-Ergebnis von 511 Straumann
SLA-Tissue-Level-Implantate bei 303 Patienten [1].
Damit beschreibt die Studie als eine der ersten großen klinischen 10-Jahres-Studien das Resultat der
Versorgung von Patienten mit einem immer noch
am Markt verfügbaren Zahnimplantat dieser Art.
Nach Unternehmensangaben ist das SLA-Tissue-Level-Implantat eines der am besten dokumentierten
Zahnimplantate. Bekanntlich erleichtert das Soft-Tissue-Level-Implantatdesign die Weichgewebekonditionierung und kann in einem einzeitigen Verfahren
gesetzt werden, was einen zweiten chirurgischen
Eingriff vermeidet. Das typische „Tulpen“-Design
des Implantathalses ermöglicht ein integriertes
Weichgewebemanagement [2].
Gutes Konzept gutes Gefühl - volles Vertrauen
Abb. 5: Einbringen eines Straumann Bone Level Implantates mit 3,3 mm Durchmesser, 12 mm Länge.
Abb. 6: Kontrolle der Implantatposition, Lage in der
„Komfortzone“.
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Diese in Langzeitstudien belegten Vorteile schlagen sich in der aktuellen Praxis nieder, denn „so ein
einfaches und gut durchführbares Konzept ist für
viele überweisende Kolleginnen und Kollegen und
auch viele Patienten wichtig“, so Hartstock und ergänzt: „Darüber hinaus ist die prothetische Verbindungsstelle leicht zugänglich.“ Neben Tissue Level
Implantaten verwenden Hartstock und ihre Kollegen Dr. Dr. Achim Herrmann und Dr. Johannes von
Gathen Bone Level Implantate. Bei dem Implantat
auf Knochenniveau müsse der Operateur das Emergenzprofil erstellen, das könne in gewisser Weise
als „schwieriger“ empfunden werden. Hartstock:
„Aber mich persönlich fasziniert das Weichgewebsmanagement.“
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Es ist unrealistisch, mit einem einzigen Implantattyp sämtliche Indikationen perfekt lösen zu wollen.
„Zum Beispiel würde ich nach heutigem Wissensstand und im Hinblick auf die ästhetischen Möglichkeiten“, erklärt Kälber, „im Bereich der oberen
Schneidezähne ein zweiteiliges Implantat auf Knochenniveau mit ‚Platform switching‘ bevorzugen
und z. B. das Bone Level Implantat verwenden.“
Unabhängig davon, welche der vier Implantatlinien
innerhalb des SDIS auch gewählt wird: Alle Implantate können mit einem Instrumentenset unter
Anwendung sehr ähnlicher chirurgischer Verfahren
eingesetzt werden. Vereinfachung der Logistik in
Verbindung mit einfacher Handhabung eines Implantatsystems seien relevante Auswahlkriterien,
merkt Kälber an. Zum einen könnten Fehlermöglichkeiten dadurch eingeschränkt und damit die
technische Komplikationsrate gesenkt werden.
Außerdem: „Aus chirurgischer Sicht ist es ein nicht
zu unterschätzender Vorteil, nach dem Aufbereiten des Implantatlagers mit demselben Bohrersatz
Abb. 7: Augmentation der bukkalen Kortikalis zur Verbesserung der Knochenkontur.
Abb. 8: Zeit nach Nahtverschluss.
Abb. 9: Panoramaschichtaufnahme nach Implantation.
(Quelle Abb. 1 bis 9: Dr. Kälber/Praxis Dr. Dr. Eiche & Kollegen)
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Dr. Jörg Kälber (links) hat nach dem Studium
der Zahnmedizin an der Ruprecht-Karls Universität in Heidelberg in den Jahren 2002 bis 2005
an der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Stuttgarter Katharinenhospital
(Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Dr. Weingart) eine
Ausbildung zum Fachzahnarzt für Oralchirurgie
absolviert. Dort war er mehrere Jahre Oberarzt,
bevor er in die Praxis Dr. Dr. Eiche & Kollegen
wechselte. Der 38-Jährige ist seit 2008 Fellow
des International Team for Implantology (ITI).
Friedrich Eiche (rechts) hat im Jahr 2007 das
Studium der Zahnmedizin an der Universität
Leipzig abgeschlossen. Während seiner Weiterbildungszeit hat er praktisches Know-how
sowohl in einer Praxis für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie in Ingolstadt gesammelt wie
auch in der Praxis seines Vaters und Seniorkollegen Dr. Dr. Hans Thomas Eiche, Facharzt für
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (Bildmitte), dessen 25-jährige implantologische Erfahrung das Team „als großen Vorteil“ sieht. Seit
Oktober 2012 ist der 32-Jährige Fachzahnarzt
für Oralchirurgie.
LITERATUR
[1]
[2]
Buser D., Janner S., Wittneben J., Brägger U., Ramseier A.,
Salvi G.: 10-Year Survival an Success Rates of 511 Titanium
Implants with a Sandblasted and Acid-Etched Surface:
A Retrospetive Study in 303 Partially Edentulous Patients.
Clin Implant Dent Relat Res. 2012 Dec;14(6):839-51].
Al-Nawas B. in: Pecanov-Schröder A.: Durchmesserreduzierte
Implantate – Zwischen Standard und Grenzbereich.
DZW Orale Implantologie. 2012 Okt;3:6-11].
DR. ANETA
PECANOV-SCHRÖDER
Irmintrudisstr. 9a
53111 Bonn
Tel.: 02 28/ 707 81 35
Fax: 02 28 / 707 81 36
[email protected]
www.dentinform.de
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noch entscheiden zu können, welches Implantat
tatsächlich verwendet werden soll“, verdeutlichen
die Oralchirurgen aus Stuttgart. „Das klassische
Soft Tissue Level Implantat, eines auf Bone Level, ein
Titan-Implantat oder eines aus dem innovativen Roxolid – oder auch in Zukunft ein Keramikimplantat.
Lediglich den Durchmesser des zu verwendenden
Implantats muss man im Vorfeld festlegen.“ Das
vermittle Sicherheit in der täglichen Praxis. „Und
diese Sicherheit überträgt sich vom Operateur auf
den Patienten“, ergänzt Eiche, „was gerade bei
einem chirurgischen Eingriff für eine möglichst
angenehme und beruhigende Gesamtatmosphäre
förderlich ist.“
Dann fällt die Wahl des Implantats nicht schwer:
„Meiner Mutter habe ich vor rund neun Jahren im
Oberkiefer-Prämolarenbereich ein Implantat gesetzt“, merkt Kälber an. „Es war ein StraumannImplantat, Soft Tissue Level, Länge 10 mm, Durchmesser 4,1 mm. Sowohl ich als auch meine Mutter
sind damals wie heute damit sehr zufrieden.“
Frau Dr. med. Martina Hartstock (rechts)
ist als Ärztin und Zahnärztin nach abgeschlossenem Medizin- und Zahnmedizinstudium in
der Weiterbildung zur Fachärztin für MundKiefer-Gesichtschirurgie in der Praxisklinik Dr.
Dr. Achim Herrmann (Mitte) & Kollegen (Dr.
Johannes Gathen, links) in Starnberg. Vor ihrer
chirurgischen Tätigkeit war Frau Dr. Hartstock
als Zahnärztin tätig. Ihr praktisches Know-how
untermauert sie unter anderem in regelmäßigen Fortbildungen zu implantologischen und
oralchirurgischen Fragestellungen (z. B. chirurgische und prothetische Strategien für die Praxis, komplexe Situationen in der Implantologie,
innovative Techniken des Weichgewebsmanagements). Weiterhin bildet Sie sich im Bereich
der Endodontologie, Parodontologie und Funktionsanalyse fort. Teamplay meistert Dr. Hartstock nicht nur in chirurgischen Bereichen: Sie
war mehrfach bayerische Tennis-Mannschaftsmeisterin und im Jahr 2010 deutsche TennisMannschaftsmeisterin.
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