LEIPZIG – MEINE STADT 9 - Universitätsklinikum Leipzig

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LEIPZIG – MEINE STADT 9 - Universitätsklinikum Leipzig
LEIPZIG – MEINE STADT
9
Ausgabe 24 / 26. November 2010
Gesundheit und mehr...
N AUSSTELLUNG
Kallawaya – Heilkunst der Anden im Grassi-Museum
D
ie Kallawaya-Heilkultur
aus den Hochanden Boliviens hält Einzug ins
Grassi-Museum Leipzig sowie
in das Universitätsklinikum
Leipzig. Ab dem 3. Dezember
2010 wird im Grassi-Museum
für Völkerkunde zu Leipzig und
ab dem 8. Dezember 2010 im
Operativen Zentrum, im Zentrum für Frauen- und Kindermedizin sowie im Carl-LudwigInstitut der Universität Leipzig
eine Fotoausstellung sowie eine
Sonderausstellung auf die traditionelle Heilkunst der Kallawaya
aufmerksam machen.
Kallawaya sind indigene, quechua-sprachige Wanderheiler,
deren Heilkunst bis in die Metropolen Südamerikas gefragt
ist. Die Ritualspezialisten, deren Funktion über unser Verständnis einer ärztlichen Tätigkeit weit hinausgeht, heilen
nach ihrem Verständnis die gesamten Lebensumstände, nicht
nur einzelne Krankheiten. Ihre
Wurzeln, das breite Heilkräuterwissen, reichen bis in präkolumbianische Zeiten zurück. Dabei
bindet sich ihre Medizin eng an
das religiöse Weltbild der Anden.
Die Heilung der Kallawaya führt
oftmals über komplexe Opferrituale, die für ein ausgeglichenes
und reziprokes Verhältnis zwischen Göttern und Menschen
sorgen sollen. Eine fremdartige
Heilkunst und Kultur, die jedoch
im Jahre 2003 zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe
ernannt wurde.
Blick in die etwas andere Ausstellung: Hier
trifft Alt auf Neu.
Die Sonderausstellung des Grassi-Museums möchte die Frage
aufwerfen, wie sich diese ungeläufig anmutende Heilkunst verstehen und interpretieren lässt.
Was ist aus dieser fremden
Herangehensweise an Krankheiten und Heilung für unsere
eigene medizinische Praxis zu
lernen? Was passiert, wenn die
traditionelle
Kallawaya-Heilkunst mit der Biomedizin der
heutigen Zeit in Berührung
kommt? Diese interessante Verknüpfung von alt und neu ist
auch der Kuratorin Iris Eden-
Die Herbariensammlung ist eine Leihgabe der Universität Leipzig und bereichert die
Ausstellung im Grassi-Museum.
Fotos: F. Henkel, A. Munitzk
heiser gelungen, die die kleinen,
ausgefallenen Exponate gezielt
in großen, modernen Objektträgern arrangiert hat.
Auf 450 Quadratmetern werden
Objekte gezeigt, die die Ritualrequisiten der verschiedenen
Heilungstypen
verdeutlichen.
Auch eine Fülle an Amuletten
für alle Bereiche des Lebens in
den Anden werden dargestellt.
Abgerundet wird die Ausstellung
durch Bildmaterial welches die
individuelle und kollektive Heilung dokumentiert. Die gezeigten
Exponate stammen von der Professorin Dr. Dr. h.c. Ina Rösing,
die jahrelang bei den Kallawaya
lebte und die Heilmethoden umfassend erforscht hat. Ergänzend
finden altertümliche Objekte
aus der Privatsammlung von Dr.
Emst J.Fischer, der sich als Arzt
besonders auf das Sammeln von
präkolumbianischen Keramiken
und
Krankheitsdarstellungen
spezialisiert hat, ihren Platz im
Museum für Völkerkunde. Des
Weiteren gibt es, als Leihgabe
der Universität Leipzig, ein Herbarium zu bestaunen.
In
Kooperation
mit
dem
Grassi-Museum werden zeitgleich im Universitätsklinikum
Leipzig Exponate gezeigt. So
sind im Operativen Zentrum,
im Zentrum für Frauen- und
Kindermedizin sowie im CarlLudwig-Institut kleine Fotoausstellungen mit Arbeiten von Ina
Rösing zu sehen. Die Vortragsreihe „Die Künste des Heilens
– Fremdes und Eigenes“ sowie
das Begleitbuch zur Ausstellung
fanden Unterstützung durch
Mitarbeiter des Klinikums.
Franziska Henkel
Adventssonntag. „Trotz allen
Einkaufstrubels sollte Zeit und
Muße für die Familie sein“,
mahnt der Politiker. Die Botschaft des Marktes sei: „Friede
auf dieser Welt und in dieser
Stadt.“
„Wir achten auf alles“, erklärt
ein Beamter, der seinen Namen
nicht nennen will. „Das ist wie
Streifegehen. Immer hin und
her.“
N WEIHNACHTSMARKT
Sind die Lichter angezündet ...
A
lle Jahre wieder: Der
Weihnachtsmarkt ist da.
Am 23. November um
17 Uhr öffnete er seine Pforten.
Von nun an können sich die
Leipziger und ihre Gäste bis
zum 22. Dezember in der Innenstadt an 260 Ständen unter
anderem mit Glühwein oder gebrannten Mandeln vergnügen.
Als die Turmuhr fünfmal
schlägt, ist es soweit. Die
Lämpchen des Weihnachtsbaumes und der Stände auf dem
Marktplatz gehen langsam aber
sicher an. „Sind die Lichter
angezündet“ trompeten die vier
Bläser der Leipziger Rathspfeifen den passenden Soundtrack
zum Geschehen, während die
Besucher den Markt stürmen.
Die Ersten zu sein, scheint das
erklärte Ziel. Oder in der ersten
Reihe beim Thomanerchor zu
stehen. Denn sobald die Pfeifen
vom Rathaus fertig sind mit
ihrem zweiten Hit „Still senkt
sich die Nacht hernieder“, he-
ben die Knaben des Thomanerchors ihre zarten Stimmlein an,
um das Premieren-Weihnachtsmarkt-Publikum frohlocken zu
lassen.
Thomas und Thomas Barth
sind genau deswegen gekommen. „Ich bin Anwärter für
den Chor“, sagt der achtjährige
Thomas stolz, Vater Thomas
gibt zu, auch wegen der gebrannten Mandeln gekommen
zu sein. „Wir gehen aber dieses
Jahr noch öfter her“, plant er.
„Voriges Jahr haben wir die Eröffnung leider verpasst.“
Noch nie in ihrem Leben war
Sabine Dill bei einer Weihnachtsmarkt-Eröffnung. „Aber
ich habe schon viele Weihnachtsmärkte gesehen“, erklärt
sie. Trotz Nieselregens ist sie
aus der Südvorstadt hergelaufen. „Ich wollte den Wow-Effekt
erleben.“ Den Wow-Effekt?
„Wenn die Lichter alle auf einmal angehen. Das Licht erhellt
die Menschen auch von innen“,
freut sie sich.
Besinnlich gibt sich auch Oberbürgermeister Burkhard Jung
(SPD), als er die Eröffnungsworte spricht. „Die über 2500 Lichter an dem Weihnachtsbaum
leuchten für eine gesegnete Dafür, dass alles friedlich bleibt,
und friedliche Weihnachtszeit“, mischen sich immer wieder
sagt er. „Zum 525. Mal findet Polizisten unter die Bummler.
ab heute auf
dem Leipziger Markt
ein
Markt
für
Weihnachten
statt.“ Und
eröffnet
dann nicht
nur
den
Handelsplatz, sondern auch
schon mal
die Adventszeit
fünf
Tage
vor Die Feuerzangenbowle, beliebter Treffpunkt auf dem
dem ersten Leipziger Weihnachtsmarkt. Foto: André Kempner
Immer im Kreis dreht sich das
historische Karussell, das im
vergangenen Jahr abgebrannt
war und nun wieder aufgebaut
wurde. Kinder winken, Eltern
stehen an dem sich praktischerweise gleich nebenan befindlichen Glühweinstand.
Auf der sich drehenden Pyramide am Nikolaikirchhof
prangt rot leuchtend die Inschrift
„Feuerzangenbowle“.
Und oben stehen sie wieder,
die Leipziger Rathspfeifen. Seit
1987 musiziert Hartmut Nater
mit ihnen. „Die Musik ist in all
den Jahren gleich geblieben“,
erklärt der Bläser. „Aber der
Weihnachtsmarkt insgesamt ist
bunter geworden.“ Und dann
bläst er wieder. Sind die Lichter
angezündet.
Juliane Streich