100 Jahre Anwaltstradition - MEYER

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100 Jahre Anwaltstradition - MEYER
MEYER-KÖRING v. DANWITZ PRIVAT
MEYER-KÖRING v. DANWITZ PRIVAT
RECHTSANWÄLTE
STEUERBERATER
1906 – 2006
B O N N
B E R L I N
100 JAHRE ANWALTSTRADITION
100 JAHRE ANWALTSTRADITION
MKvDP_Festschrift
04.12.2006
10:21 Uhr
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RECHTSANWÄLTE
STEUERBERATER
1906 – 2006
B O N N
B E R L I N
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Roswitha Müller-Piepenkötter
I.
Grußworte
„Vertraulichkeit ist eine selbstverständliche Berufspflicht. Vertrauen muss dagegen erworben werden.“ - Diese einprägsamen Worte liest der interessierte
Bürger, wenn er Näheres über die Praxis Meyer-Köring v. Danwitz Privat erfahren
will und zu diesem Zweck deren Internetseite aufsucht. Wer wollte dieser Aussage nicht zustimmen? Vertrauen ist die unverzichtbare Grundlage des Verhältnisses zwischen dem Rechtsanwalt und seinem Mandanten. Nicht ohne Grund
erinnert auch der Gesetzgeber zu Beginn des Katalogs der anwaltlichen Berufspflichten in § 43 der Bundesrechtsanwaltsordnung an diese Essentialie anwaltlichen Selbstverständnisses: Der Rechtsanwalt hat sich des Vertrauens, welches
seine Stellung erfordert, würdig zu erweisen. Nun mag ein Skeptiker einwenden,
dies seien alles nur hehre Ansprüche und Versprechungen. Widerlegt wird er
durch die erfolgreiche Arbeit eines Jahrhunderts, auf die die Sozietät MeyerKöring v. Danwitz Privat nun zurückblicken kann. Die Sozietät erfreut sich
erkennbar über all die Zeitenwechsel hinweg des Vertrauens ihrer Mandanten.
Dieses Vertrauen wird – ganz im Sinne des eingangs wiedergegeben Zitats –
nicht geschenkt, sondern ist die Frucht dieser nunmehr hundertjährigen Arbeit.
Und dieses entgegengebrachte Vertrauen ist kein Besitz, der einmal erworben
nicht mehr genommen werden kann. Hier gilt vielmehr die Einsicht des Faust in
seiner nächtlichen Studierstube: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb
es, um es zu besitzen.“
trauensvolle Umgang mit ihren Mandanten. Hinzu kommen muss die ständige
Bereitschaft, sich auch den neuen Herausforderungen zu stellen. Es waren zwar
politisch bewegte, aber gleichwohl vergleichsweise gemächliche Zeiten, als sich
Dr. Alex Meyer im Jahre 1906 und wenig später im Jahre 1913 Dr. Peter Gilles
als Rechtsanwälte in Bonn niederließen. Dagegen hat sich gerade in den letzten
zwei Jahrzehnten im Zusammenhang mit der Globalisierung und vor allem auch
mit dem zunehmenden Einfluss der Europäischen Union die Entwicklung mit
entsprechenden Änderungen der maßgeblichen Rechtsvorschriften dramatisch
beschleunigt. Diese Neuerungen nachzuvollziehen, um stets auf der Höhe der
Zeit zu sein und so die Mandanten verantwortungsvoll beraten zu können, ist
für alle Rechtsanwälte eine ständige Herausforderung. Die Sozietät MeyerKöring v. Danwitz Privat hat sich diesen Herausforderungen gestellt und auf
neue Entwicklungen reagiert. Nicht zuletzt die Entscheidung, ein weiteres Büro
in Berlin zu eröffnen, zeigt die Offenheit gegenüber veränderten Bedingungen.
Diese Offenheit geht einher mit dem Sinn für die Tradition - der Tradition einer
hundertjährigen Geschichte im rheinischen Bonn, auf die Mitglieder der Sozietät Meyer-Köring v. Danwitz Privat mit Stolz zurückblicken dürfen. Ich wünsche
der Sozietät, dass sie im Bewusstsein dieser Tradition auch in den kommenden
Jahren das Vertrauen ihrer Mandanten genießt.
Grußworte
Mit freundlichen Grüßen
Roswitha Müller-Piepenkötter
Wenn eine Sozietät über einen so langen Zeitraum erfolgreich ihre Dienste
gegenüber den Rechtsuchenden erbringt, genügt jedoch nicht allein der ver-
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I.
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Bärbel Dieckmann
I.
Grußworte
Frithjof Kühn
Als Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn gratuliere ich den Partnern und allen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Anwaltskanzlei Meyer-Köring v. Danwitz
Privat sehr herzlich zum 100jährigen Bestehen. Ein solches Jubiläum ist nicht
nur Grund zum Feiern, sondern stets auch Anlass, Bilanz zu ziehen und Erfolge
zu würdigen. Genau das tut Meyer-Köring v. Danwitz Privat in ihrer Jubiläumsschrift, die nicht nur ein Jahrhundert Kanzleigeschichte, sondern auch ein gutes
Stück Stadtgeschichte lebendig werden lässt.
„Wo Gesetze schriftlich aufgezeichnet sind,
genießt der Schwache mit dem Reichen gleiches Recht“
I.
(Euripides)
Grußworte
Als sich der Rechtsanwalt Dr. Alex Meyer-Köring im Jahre 1906 in Bonn niederließ, konnte er nicht ahnen, was aus seiner kleinen Anwaltspraxis und erst
recht nicht, was aus Bonn im Laufe der nächsten 100 Jahre werden würde. Die
Erfolgsgeschichte der Kanzlei ging einher mit der Erfolgsgeschichte Bonns. Die
kleine Universitätsstadt wuchs nach dem 2. Weltkrieg zunächst zu der Bundeshauptstadt, die als Symbol für die glücklichste Phase deutscher Geschichte
bezeichnet wird, und bewältigte danach einen einzigartigen Strukturwandel.
Meyer-Köring v. Danwitz Privat entwickelte sich währenddessen dank der Weitsicht insbesondere des Sohns ihres Gründers zu einer erfolgreichen Sozietät mit
18 Partnern und vielen Angestellten in Bonn und Berlin.
Unser Rechtssystem in Deutschland ist weit gefächert und hoch komplex. Die
Anwaltschaft ist – genau wie die Gerichte und übrigens auch die Verwaltungen
– vor die Anforderungen einer immer stärkeren Spezialisierung gestellt. Die
Anwaltskanzlei Meyer-Köring v. Danwitz Privat begegnet diesen Anforderungen
mit einem Team von Fachanwälten, bei dem jedem Ratsuchenden für jedes
Rechtsproblem ein versierter Anwalt mit seinem Spezialwissen zur Seite steht.
Die strategischen Vorteile von Erfahrungswissen einer großen Sozietät gepaart
mit dem Anspruch nach Individualität in der anwaltlichen Betreuung begründen
das hervorragende Renommee der Anwaltskanzlei Meyer-Köring v. Danwitz Privat
Ich freue mich darüber, die Anwaltskanzlei Meyer-Köring v. Danwitz Privat mit
ihrer Sachkompetenz in unserer Stadt zu haben und wünsche ihrer Erfolgsschichte eine gebührende Fortsetzung. Ich bin gespannt auf die Lektüre der
interessanten Festschrift und wünsche Gastgebern wie Gästen unvergessliche
Feierlichkeiten auf dem Petersberg in Königswinter bei Bonn.
Ihnen, der Anwaltskanzlei Meyer-Köring v. Danwitz Privat und ihrer gesamten
Anwaltschaft, überbringe ich zum 100-jährigen Bestehen alle guten Wünsche
sowie die herzlichsten Glückwünsche des Rhein-Sieg-Kreises.
Der Rhein-Sieg-Kreis selbst wurde bereits des Öfteren zu seiner vollsten Zufriedenheit anwaltlich von der Kanzlei beraten bzw. vertreten. Meine Glückwünsche zum stolzen Jubiläum verbinde ich daher mit den besten Wünschen für die
Zukunft Ihrer Anwaltskanzlei, in der Sie mit Mut, Entschlossenheit und Zuversicht berufliche Herausforderungen zu meistern wissen.
Frithjof Kühn, Landrat
Bärbel Dieckmann, Oberbürgermeisterin
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Johannes Riedel
I.
Kurt Pillmann
Im Namen aller Richter und Mitarbeiter des Oberlandesgerichts gratuliere ich
Ihnen sehr herzlich zu dem 100-jährigen Bestehen Ihrer Anwaltskanzlei.
Grußworte
Sie zählt zweifellos zu den alteingesessenen und angesehensten Anwaltskanzleien der Stadt Bonn. Herausragende Anwaltspersönlichkeiten aus Ihrer Sozietät
haben sich seit vielen Jahren durch vorbildhafte anwaltliche Berufsauffassung
und hohe Fachkompetenz um das Ansehen der Bonner Anwaltschaft in der
Bevölkerung und selbstverständlich auch bei den Gerichten verdient gemacht.
In lebhafter und guter Erinnerung sind mir persönlich nicht nur die zahlreichen
beruflichen Kontakte während meiner Zeit als Richter am Landgericht in Bonn,
sondern auch die eindrucksvollen Verdienste Ihrer aktiven und ehemaligen
Sozien in unterschiedlichen Funktionen der anwaltlichen Selbstverwaltung und
anwaltlichen Berufsorganisationen.
Für die nächsten 100 Jahre wünsche ich Ihnen viel Erfolg und Freude an Ihrem
für das Recht unerlässlichen Beruf.
Johannes Riedel
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Eine Anwaltskanzlei, die 100 Jahre im Dienste der rechtssuchenden Bürger,
Unternehmen und Organisationen tätig ist, hat tiefgreifenden Wandel in den
politischen wie ökonomischen Bedingungen erfahren, hat juristische Reformen
und Ideen erlebt und überlebt und hat sich immer wieder auf neue gesellschaftliche und soziale Wirklichkeiten einstellen müssen.
I.
Grußworte
Für die vielfältigen Herausforderungen, denen sich die Anwaltschaft heute stellen muss, stehen exemplarisch der wachsende Wettbewerb innerhalb und
außerhalb des Anwaltsberufes, die Auslagerung justizieller Aufgaben auf andere
Organe der Rechtspflege und die Anforderungen, die Europäisierung und Globalisierung an moderne Anwältinnen und Anwälte stellen.
Die Rechtsanwälte und Mitarbeiter Ihrer Kanzlei haben diese Herausforderungen an die beratende, gestaltende und schlichtende Tätigkeit der Anwältinnen
und Anwälte mit großem Engagement gemeistert und können auf 100 Jahre
erfolgreiche Arbeit zurückschauen. Kompetente und vertrauenswürdige Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte mit hohem Berufsethos sind eine wichtige
Stütze für eine funktionsfähige Justiz. Dank der ausgezeichneten juristischen
Qualität sowie des Selbstverständnisses als Dienstleistungsunternehmen ist es
Ihrer Kanzlei gelungen, eine starke und bedeutende Position im Landgerichtsbezirk Bonn aufzubauen und zu bewahren.
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Ich freue mich ganz besonders, dass auch die Zusammenarbeit der Bonner
Justiz mit den Partnern und Mitarbeitern Ihrer Kanzlei stets von gegenseitiger
Wertschätzung und einem gemeinsamen Engagement im Dienst der Sache
geprägt war.
Im Namen aller Justizangehörigen gratuliere ich ganz herzlich zum 100jährigen
Bestehen Ihrer Kanzlei und wünsche für die Zukunft, die wie die Vergangenheit
Veränderungen, Neuerungen und Umbrüche im Rechtsalltag bringen wird,
allen Partnern und Mitarbeitern der Kanzlei stets eine glückliche Hand und viel
Erfolg in einem interessanten und erfüllenden Beruf.
Dr. Hubert W. van Bühren
Kurt Pillmann
Präsident des Landgerichts Bonn
Das Jahr 1906 war ein ereignisreiches Jahr. Ein Erdbeben zerstört San Francisco.
Roald Amundsen bewältigt die Nordwestpassage. In Berlin steigt zum ersten
Mal ein Luftschiff auf. In Kiel läuft das erste U-Boot vom Stapel. Theodore
Roosevelt erhält den Friedensnobelpreis. Die Welt hört erstmals menschliche
Stimmen durch das drahtlose Telefon. Henrik Ibsen und Paul Cézanne verabschieden sich von dieser Welt. Das Licht der Welt erblicken Samuel Beckett,
Dimitrif Schostakowitsch, Herbert Wehner, Josephine Baker, Aristoteles Onassis,
Klaus Mann und - last but not least - eine Bonner Anwaltskanzlei, die heute zu
den renommierten Sozietäten des hiesigen Kammerbezirks zählt.
I.
Grußworte
100 Jahre nach der Kanzleieröffnung durch ihren Begründer und Namensgeber
Dr. Alex Meyer-Köring präsentiert sich die Kanzlei Meyer-Köring v. Danwitz und
Privat in bester Verfassung. Alle 18 Sozien stehen an ihren Standorten in der
alten und der neuen Bundeshauptstadt für seriöse und kompetente Rechtsberatung und -vertretung. Über die Wahrnehmung der individuellen Mandanteninteressen hinaus zeichnet sich die Kanzlei seit über 30 Jahren durch das ehrenamtliche Engagement ihrer Berufsträger für die Gemeinwohlinteressen der
Anwaltschaft und die Belange der Rechtspflege insgesamt aus. So gehörte Herr
Kollege v. Danwitz dem Vorstand der Rechtsanwaltskammer Köln ab dem Jahre
1973 für 20 Jahre an. Besonders hervorgehoben sei Herr Kollege Dr. Privat, der
dem Kammervorstand von 1975 bis 2001 angehörte; nach den Ämtern des
Schriftführers und des Vizepräsidenten war er der Kammer, ihrem Vorstand und
ihren Mitgliedern ein weit über die Grenzen des Bezirks hinaus hoch geschätzter und angesehener Präsident.
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I.
Grußworte
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Der Wind weht der Anwaltschaft kalt ins Gesicht. Das Rechtsdienstleistungsgesetz steht ante portas, der Preis- und Konkurrenzdruck in der Anwaltschaft
nimmt stetig zu, Brüssel und die Monopolkommission drängen auf eine weitere
Liberalisierung des ohnehin hart umkämpften Rechtsberatungsmarktes. Eine
Kanzlei, die bereits die Weltwirtschaftskrise und zwei Weltkriege wohlbehalten
überstanden hat, wird diesen Entwicklungen indes mühelos trotzen können.
Allen Kolleginnen und Kollegen der Sozietät gratuliere ich im Namen aller Mitglieder des Kammervorstandes, aber auch ganz persönlich, ebenso aufrichtig
wie herzlich zu dem 100. Geburtstag ihrer Kanzlei. Ad multos annos!
Stephan Göcken
Dr. Hubert W. van Bühren
Präsident der Rechtsanwaltskammer Köln
I.
100 Jahre Anwaltskanzlei! Dieses Jubiläum ist in der heutigen Zeit des ständigen Wandels und Umbruchs – um es mit den Worten des Präsidenten der BRAK
Dr. Bernhard Dombek zu sagen – "Ein Wert an sich". Rechtsanwalt Constantin
Privat, Namenspartner der Jubilarin Meyer-Köring v. Danwitz Privat und langjähriger über die Grenzen des Rheinlands hinaus höchst angesehener Präsident
der RAK Köln hatte sicherlich auch den Werdegang seiner Kanzlei vor Augen,
als er sein Werk "Anwaltschaft im Wandel" zum 125-jährigen Bestehen der RAK
Köln in 2004 publizierte. Wer auch immer heute über die Anwaltschaft
schreibt, kommt an der Erwähnung deren rasanter Entwicklung vor allem in den
vergangenen circa 20 Jahren nicht vorbei. Die berufsrechtlichen Rahmenbedingungen haben sich mit der Bastille – und der Zweitberufsentscheidung des
Bundesverfassungsgerichts grundlegend, für manche auch dramatisch, geändert. Da ist es schon eine Besonderheit, wenn eine Kanzlei ihr 100-jähriges
Jubiläum begeht. Anwalt sein bedeutet heute den Spagat zwischen dem moralischen Anspruch des Organs der Rechtspflege und dem Wettbewerber unter
ökonomischen Gesichtspunkten. Meyer-Köring v. Danwitz Privat hat diesen
Spagat bewältigt und seit seiner Gründung verstanden, sich auf die wechselnden Anforderungen an die Anwaltschaft einzustellen. Hierauf können alle Mitglieder der Sozietät, Partnerinnen und Partner, stolz sein. Sie haben es geschafft,
ein Fixpunkt im steten Wandel zu sein. Anwalt sein – das ist ein Wert an sich.
Meyer-Köring v. Danwitz Privat – das ist Anwalt.
Grußworte
Rechtsanwalt Stephan Göcken
Sprecher der Geschäftsführung der Bundesrechtsanwaltskammer
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I.
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I.
Grußworte
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Hartmut Kilger
Dr. Claus Recktenwald
Vor 100 Jahren hat sich der Namensträger der Anwaltkanzlei Meyer-Köring v.
Danwitz Privat in Bonn als Rechtsanwalt niedergelassen. Heute feiert sie als
überörtliche Sozietät mit vielen Partnern ihr Jubiläum. Hundert Jahre Anwaltstradition sind ein wichtiges Gut, für die Kanzlei und für die Anwaltschaft als
Ganzes. Denn die Beständigkeit eines Berufsbildes sichert Qualität und Ansehen
des Berufes - nicht als Selbstzweck, sondern als Ausdruck dessen, dass der einzelne Bürger und das einzelne Unternehmen einen starken und seriösen Helfer
braucht, um sein Recht Dritten und dem Staat gegenüber zu behaupten.
Den 100. Geburtstag einer Kanzlei zu „begrüßen“, die sich auf ihre Wurzeln
besinnt und diese in Ehren hält, ist mir nicht nur deshalb eine besondere Freude:
Die Jahre zwischen Jahrhundertwende und erstem Weltkrieg waren entgegen
landläufiger Meinung keine gemütliche Zeit - sie waren genauso unruhig wie
die heutige Zeit; und niemand hätte ahnen können, was die kommenden zehn
Jahrzehnte an Umstürzendem gebracht haben. Es ist ein begrüßenswertes
Unterfangen, die Praxisgeschichte im jeweiligen historischen Kontext über die
Zeitdistanz zu beschreiben, wie es in dieser Schrift geschieht. Denn der fundierte Rückblick auf eine solche Zeitspanne gibt Kraft und Mut dem, der heute in
die unsichere Zukunft schauen muss.
Grußworte
Einerseits zeigt die zunächst vierzigjährige Kanzleientwicklung vom Gründervater über den Sohn und vom Parallellauf der zweiten Gründerpraxis seit 1913
über die erste Zweiersozietät im Jahre 1954 bis zur Verschmelzung der jeweils
weiter gewachsenen Einheiten vor 16 Jahren ein eindrucksvolles Stück rheinischer Anwaltsgeschichte auf. Andererseits verdeutlicht diese Entwicklung die
Flexibilität und Innovationskraft auch autarker Kanzleistrukturen im Wandel
von Anforderungsprofilen, strategischer Planung und Standesrecht. Schließlich
kam bei aller gebotener Selbstbefassung und Mandatserfüllung auch der Sorge
um das weitere kollegiale Umfeld stets ein wichtiger Stellenwert zu. Exemplarisch sind hier die besonderen Verdienste der beiden Namenspartner Dr. Constantin Privat als drittletzter Präsident der Rechtsanwaltskammer Köln und Jürgen v. Danwitz als langjähriger Vorsitzender unseres Vereins hervorzuheben.
Dass durchgängig mindestens ein Sozietätsmitglied dem Vorstand unseres Vereins angehört, ist auch heute noch gelebte Kollegialität des Jubilars.
Der Anwaltskanzlei Meyer-Köring v. Danwitz Privat, die sich auch um das Allgemeine gekümmert und einige nicht nur in Anwaltskreisen berühmte Persönlichkeiten hervorgebracht hat, gratuliere ich im Namen der deutschen Anwältinnen
und Anwälte zu ihrem Jubiläum und wünsche ihr für die nächsten 100 Jahre
denselben Erfolg.
Der Bonner AnwaltVerein bedankt sich für kontinuierliche Treue und Unterstützung durch eine Kanzlei, die zu den Säulen der Bonner Anwaltschaft gehört,
den gleichaltrigen Verein mitgeprägt hat und sich zugleich zu diesem bekennt.
Möge der wechselseitige Fördernutzen noch lange fortbestehen.
Hartmut Kilger
Präsident des Deutschen Anwaltvereins
RA Dr. Claus Recktenwald
Vorsitzender des Bonner AnwaltVerein e.V.
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I.
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Die Partner und Partnerinnen der Sozietät
Dr. Theo Kade
Dr. Nicolai Besgen
Ebba Herfs-Röttgen
Sebastian Witt
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Rainer Bosch
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Daniela v. Treuenfeld-Honig
Jürgen v. Danwitz
Michael C. Gussone
Barbara Scheben
Alexander Knauss
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04.12.2006
10:21 Uhr
Dr. Jan Patrick Giesler
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Seite 18
Alfred Hennemann
Dr. Matthias Maur
Dr. Christopher Liebscher
Dr. Reiner Schäfer-Gölz
Thomas Krümmel
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10:21 Uhr
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Dr. Stephan Dornbusch
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Andreas Jahn
Mario Knepper
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04.12.2006
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Schüler:
Zur Rechtsgelehrsamkeit kann ich mich nicht bequemen.
Mephisto:
II. Historie
Ich kann es Euch so sehr nicht übel nehmen,
ich weiß, wie es um diese Lehre steht.
Es erben sich Gesetz und Rechte
wie eine ewge Krankheit fort,
sie schleppen von Geschlecht sich zu Geschlechte,
und rücken sacht von Ort zu Ort.
Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage,
weh Dir, daß Du ein Enkel bist!
Vom Rechte, das mit uns geboren ist,
von dem ist – leider! – nie die Frage.
II.
Historie
Schüler:
Mein Abscheu wird durch Euch vermehrt.
O glücklich der, den Ihr belehrt!
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Auf 100 Jahre ihres Bestehens kann unsere Anwaltspraxis allein deshalb
zurückblicken, weil ihre Gründer und die Generationen, durch die die Praxis
fortgeführt wurde, nie in falschverstandenem Traditionalismus an überholten
Idealen festgehalten und sich vor allem aber auch von rechtsstaatfeindlichen
Ideologien nicht haben blenden lassen.
In ihrer heutigen Form entstand unsere Sozietät 1990 durch den Zusammenschluß der beiden alteingesessenen Bonner Anwaltssozietäten Alex MeyerKöring und Jürgen v. Danwitz; ein damals für Bonn ungewöhnlicher Vorgang,
der einiges Aufsehen erregte. Die Wurzeln dieser beiden Kanzleien reichen
zurück auf ihre „Gründungsväter“ Dr. Alex Meyer-Köring und Dr. Peter Gilles.
II.
Historie
Dr. Alex Meyer – den Doppelnamen Meyer-Köring nahm er erst Jahre später
an – wurde am 4. Dezember 1906 als Rechtsanwalt am Amts- und Landgericht
Bonn zugelassen, Dr. Peter Gilles am 31. Januar 1913. Beide hatten mit der
Schaffung des am 1. Januar 1900 in Kraft getretenen Bürgerlichen Gesetzbuchs
(BGB) die Krönung der Reichsgesetzgebung erlebt, Alex Meyer-Köring
während seines Studiums an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität in
Bonn und Peter Gilles als Tertianer am Königlich-Preußischen Gymnasium in
Bonn, dem heutigen Beethoven-Gymnasium.
Im Geburtsjahr von Dr. Alex Meyer-Köring war am 1. Juli 1878 die Rechtsanwaltsordnung im Reichsgesetzblatt verkündet worden, die endlich dem
schon vom Deutschen Juristentag in den Jahren 1863 und 1868 geforderten
Grundsatz der freien Advokatur – Freiheit und Selbstverwaltung der Anwaltschaft – Geltung verschafft hatte und zusammen mit den anderen sogenannten
Reichsjustizgesetzen, dem Gerichtsverfassungsgesetz, der Zivilprozeßordnung,
der Konkursordnung und der Strafprozeßordnung am 1. Oktober 1879 in Kraft
trat. Die Reichsjustizgesetze waren das Ergebnis der jahrzehntelangen Forderungen des liberalen Bürgertums nach einer einheitlichen Gerichtsbarkeit in
Deutschland und einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Deutschen
Rechtseinheit. Die Zeiten, über die Goethe Mephisto noch klagen ließ: „Es erben
sich Gesetz und Rechte wie eine ewge Krankheit fort,“ schienen endgültig überwunden und die Rechte, die jedem geboren sind, nicht weiter in Frage gestellt.
Vor diesem rechtshistorischen Hintergrund kann es nicht überraschen, daß Dr.
Alex Meyer-Köring und Dr. Peter Gilles sich „zur Rechtsgelehrsamkeit ... nicht
bequemen“ mußten, sondern Jura studierten, weil sie Rechtsanwalt werden
wollten. Wenngleich dieser Berufswunsch ihrer Veranlagung und ihrer Neigung
entsprach, steht für uns außer Frage, daß beide Anwaltspraxen die Jahrzehnte
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nur Dank der Charakterstärke ihrer Gründer überdauern konnten, für die das
eigene Gewissen stets höchste Richtschnur war. Ihre Mandanten vertrauten
nicht allein auf das juristische Fachwissen, sondern vor allem auch auf die
persönliche Integrität, die Alex Meyer-Köring und Peter Gilles Zeit ihres Lebens
auszeichnete. Beide waren sich bewußt, als Anwälte einen Beruf auszuüben,
der in die soziale und politische Verantwortung unserer Gesellschaft eingebunden war und ist und der sowohl die Möglichkeit wie auch die Verpflichtung
umfaßt, über den Kreis der eigenen Berufstätigkeit hinaus etwas für das
Gemeinwohl zu tun. Richtschnur war für sie ein Satz, der sich als Artikel 163
(1) in der Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919 findet: „Jeder
Deutsche hat unbeschadet seiner persönlichen Freiheit die sittliche Pflicht,
seine geistigen und körperlichen Kräfte so zu betätigen, wie es das Wohl der
Gesamtheit erfordert.“
II.
Historie
Als Dr. Alex Meyer-Köring seine Anwaltspraxis eröffnete, war am 9. Juni 1904
die Eingemeindung von Endenich, Poppelsdorf, Kessenich und Dottendorf vollzogen worden und auch hierdurch bedingt die Bonner Bevölkerung bis Ende
1906 auf etwa 83.000 angewachsen (am 1. Dezember 1900 wurden in AltBonn 50.736 und in den eingemeindeten Vororten 20.605 Einwohner gezählt).
Das kulturelle Leben wurde durch die 1815 von König Friedrich Wilhelm III.
gegründete Universität und ihre ständig steigenden Studentenzahlen geprägt
(1899: 2000; 1905: 3000; 1910: 4000). Das wirtschaftliche Leben bestimmten
mittlere und kleinere Unternehmen vor allem der Veredlungsindustrie, die nicht
zuletzt für den gehobenen Bedarf einer Universitäts- und Rentnerstadt produzierten. Bonn und seine nähere Umgebung waren eine bevorzugte Wohngegend
reicher Bürger. Allein in Bonn lebten 1906 etwas mehr als 100 Millionäre; Bonn
war die viertreichste Stadt Preußens. Das Landgericht Bonn beging im Oktober
1900 die Feier seines 50jährigen Bestehens. Die Zahl der dort zugelassenen
Anwälte war noch überschaubar. Im gesamten Oberlandesgerichtsbezirk Köln,
zu dem auch noch die Landgerichte Koblenz, Saarbrücken und Trier gehörten,
gab es Ende 1906 nur 625 und Anfang 1913 lediglich 615 Rechtsanwälte. Die
Startbedingungen waren für einen jungen Anwalt also ausgesprochen günstig,
als unsere „Gründerväter“ 1906 bzw. 1913 ihre Anwaltspraxen eröffneten.
Die zehn Jahrzehnte von 1906 bis 2006 brachten Deutschland nach einer Periode
des Friedens und der stürmischen Industrialisierung den ersten Weltkrieg, den
Niedergang des Kaiserreichs, die Gründung der Weimarer Republik, deren
Erschütterung durch Inflation und Weltwirtschaftskrisen, die „Machtergreifung“
durch die Nationalsozialisten, rassische und politische Verfolgungen in nie vorstellbar gewesenem Ausmaß, den Zweiten Weltkrieg mit dem unsinnigen Opfer
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von Millionen Toten, die deutsche Teilung und den Ost-West-Konflikt, den
Wiederaufbau des durch Bomben zerstörten Deutschlands nach 1945, die
Gründung der Bundesrepublik Deutschland mit dem am 23. Mai 1949 durch
den Präsidenten des Parlamentarischen Rates Konrad Adenauer in Bonn verkündeten Grundgesetz, die Zeit des sogenannten Wirtschaftswunders und der
damit einhergehenden Vollbeschäftigung, die Aufnahme der Bundesrepublik
in die EG, in die Nato und in die UNO und als besonders hervorzuhebendes
Ereignis 1989/1990 die Wiederherstellung der Einheit Deutschlands, aber auch
Terrorismus, Überschuldung der öffentlichen Haushalte und erneute Arbeitslosigkeit, die Einführung des Euro als ein Meilenstein auf dem Weg zu einem
Europa, in dem sich Menschen, Dienstleistungen, Kapital und Waren frei
bewegen können.
Während des Ersten Weltkriegs mußten beide Praxisgründer ihre Berufstätigkeit
unterbrechen. Auch für sie waren die nächsten Jahre gekennzeichnet durch die
allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Auf die Inflation mit ihrem
Höhepunkt im Jahre 1923 folgten zwar einige bessere Jahre, aber so „golden“,
wie sie später genannt wurden, waren die zwanziger Jahre für die Anwaltschaft
nicht. Dies gilt insbesondere für Bonn, wo die erst Anfang 1926 abziehende
Besatzung den wirtschaftlichen Wiederaufstieg behinderte. Diesen Schwierigkeiten zum Trotz gelang es Meyer-Köring und Gilles, ihre Anwaltspraxen alsbald
wieder aufzubauen und auch während der Zeit des nationalsozialistischen
Regimes Respekt und Anerkennung nicht nur bei ihren Mandanten, sondern
gleichermaßen bei Gericht zu finden. In seiner Festgabe zur Wiederkehr des
Tages des 100-jährigen Bestehens des Landgerichts in Bonn beschreibt deren
Verfasser, der damalige Landgerichtspräsident Dr. Schorn, Dr. Alex Meyer-Köring
als einen Anwalt, der „ohne Furcht und Tadel die Interessen der Kirchengemeinden wahrgenommen“ habe und hebt die „mutvollen Verteidigungen“ hervor, die
Dr. Peter Gilles vor dem Volksgerichtshof in Berlin „trotz Erkenntnis der in der
Verteidigung liegenden Gefahr geführt“ habe. „In diesem Kampf um Recht und
Gerechtigkeit und um Wahrung menschlicher Freiheit und menschlicher Würde“
habe die Bonner Anwaltschaft sich in diesen ihren Repräsentanten „als Grundsäule einer echten und wahren Justiz erwiesen.“ (Schorn a.a.O. Seite 130). Von
Dr. Peter Gilles ist überliefert, daß er sich gegenüber den damaligen Machthabern – wenn diese versuchten, ihn zu bewegen, der NSDAP beizutreten –
in sarkastischer Weise als den ältesten „P.G.“ bezeichnete, nämlich als P.G.
(Parteigenosse) seit seiner Geburt, indem er auf die Anfangsbuchstaben seines
Vor- und seines Familiennamens hinwies. Eine Ironisierung, mit der er einiges
wagte.
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II.
Historie
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Die weitaus längste Zeit ihres Berufslebens waren Dr. Alex Meyer-Köring und
Dr. Peter Gilles Einzelanwälte. Sozietäten waren seltene Ausnahmen, und es
dauerte noch Jahrzehnte, bis sich die Erkenntnis durchsetzte, daß der Anwalt
sich auf bestimmte Rechtsgebiete spezialisieren muß, um den Erfordernissen
gerecht werden zu können, die bei der unaufhörlichen Expansion gesetzlicher
Regelungen in allen Bereichen des Rechts heute an ihn gestellt werden. Die
Begründer unserer Sozietät aber waren noch „Generalisten“, die alles bearbeiteten, was an Mandaten in einer mittleren Stadt anfiel. Sie hatten ihre Klientel
indes nicht nur in Bonn, sondern auch in Beuel, Bad Godesberg und nicht zuletzt
als Folge der 1897 in Betrieb genommenen Vorgebirgsbahn ebenso im Vorgebirge.
Wenngleich ihre Vorliebe dem Zivilrecht galt, waren beide auch am Strafrecht
interessiert und gefragte Strafverteidiger. Von Alex Meyer-Köring jun. wissen
wir, daß sein Vater eine Abschrift des Strafurteils aufbewahrt hatte, mit
welchem das Königliche Landgericht Berlin gegen den Schuhmacher Wilhelm
Voigt wegen dessen „Köpenickiade“ vom 16. Oktober 1906 am 12. Dezember
1906 eine Gefängnisstrafe von vier Jahren verhängt hatte. Da das Urteil nur
wenige Tage, nachdem Dr. Alex Meyer-Köring seine Praxis eröffnet hatte,
gefällt worden war, hatte es für ihn zwar in erster Linie Erinnerungswert; das
möglicherweise auch deshalb, weil der „Hauptmann von Köpenick“ rund zwei
Jahre später durch das Amtsgericht Bonn zu einer Geldstrafe von rund 288
Mark verurteilt wurde; er hatte – kaum durch Kaiser Wilhelm II. begnadigt und
vorzeitig aus der Haft entlassen – ohne Erlaubnis der Gewerbepolizei Bildkarten
mit seinem Portrait auf den Straßen verkauft. Das Berliner Urteil hatte für Dr.
Alex Meyer-Köring aber nicht nur Erinnerungswert. Denn unmittelbar nach der
Fusion überließ Alex Meyer-Köring jun. seinem neuen Sozius Jürgen v. Danwitz
eine Kopie der Urteilsabschrift mit der Bemerkung, dieses sei nicht nur historisch interessant, sondern schon für seinen Vater ein lehrreiches Beispiel einer
prägnanten und überzeugenden Begründung gewesen.
Rechtsanwältinnen gab es damals – Anfang des vorigen Jahrhunderts – noch
nicht. Erst das „Gesetz über die Zulassung der Frauen zu den Ämtern und Berufen
der Rechtspflege“ vom 11. Juli 1922 (RGBl. 1922 I, 573) eröffnete einer Frau die
Möglichkeit, die Fähigkeit zum Richteramt zu erwerben und zur Rechtsanwaltschaft zugelassen zu werden. Der Gesetzgeber hatte damit nicht nur dem
Gleichheitsgrundsatz des Artikel 109 der Weimarer Reichsverfassung: „Alle
Deutschen sind vor dem Gesetze gleich“, entsprochen, sondern gleichzeitig auch
der Vertreterversammlung des Deutschen Anwaltvereins eine eindeutige Absage
erteilt, die noch im Januar 1922 beschlossen hatte: „Die Frau eignet sich nicht
zur Rechtsanwaltschaft oder zum Richteramt. Ihre Zulassung würde daher zu
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einer Schädigung der Rechtspflege führen und ist aus diesem Grunde abzulehnen“
(Ostler, Die Deutschen Rechtsanwälte 1871 bis 1971, S. 173). In Bonn dauerte
es allerdings noch 8 Jahre, bis 1930 mit Frau Dr. Helga Arnold die erste Frau
zur Anwaltschaft zugelassen wurde.
So frauenfeindlich die Vertreterversammlung damals eingestellt war und die
männliche Anwaltschaft ein Vordringen der Frauen in den Anwaltsberuf zu
verhindern versuchte, findet der Beschluß seine Erklärung wohl in erster Linie
in der wirtschaftlichen Notlage, die die Jahre des ersten Weltkrieges und die
Zeit danach den Anwälten gebracht hatte. Man fürchtete die Überfüllung der
Rechtsanwaltschaft, eine Sorge, die schon 1911, als die Zahl der Anwälte im
Deutschen Reich auf über 10.000 gestiegen war, dem Anwaltstag Veranlassung
gegeben hatte, sich mit der Frage zu befassen, ob gesetzgeberische Maßnahmen
gegen eine Überfüllung des Anwaltsstandes zu empfehlen seien. Dies wurde
von den Delegierten dann aber doch mit großer Mehrheit verneint (Ostler a.a.O.
Seite 65; Berichte in JW 1911, 784/789 f.), weil man einsah, daß ein numerus
clausus im Widerspruch zum Grundsatz der freien Advokatur stehen würde.
II.
Die weitere Entwicklung der Verhältnisse, besonders deren Verschlechterung
nach dem ersten Weltkrieg, sorgte dafür, daß dieses Thema auch in den
folgenden Jahren nie ganz zur Ruhe kam (Ostler a.a.O. Seite 62 ff. und Seite
125 ff.). Sie gipfelte darin, daß die Abgeordnetenversammlung des Deutschen
Anwaltvereins im Dezember 1932 eine grundsätzliche Sperre der Zulassung
zur Rechtsanwaltschaft – zunächst auf die Dauer von drei Jahren – mit anschließender Beschränkung der Zulassung forderte (Beilage zum Anwaltsblatt
1933, S. 70). Den Nationalsozialisten gab dies Gelegenheit, im Preußischen
Landtag auch ihre Vorstellungen über die Zusammensetzung der Anwaltschaft
zu unterbreiten. Schon im März 1933 stellten sie den Antrag, anstelle der Einführung eines numerus clausus den Zugang zum Anwaltsberuf auf „Deutsche
Volksgenossen unter Ausschluss rassefremder Elemente“ zu beschränken (Paus,
Das Schicksal der im Landgerichtsbezirk Bonn zugelassenen jüdischen Rechtsanwälte während der Zeit des Nationalsozialismus, 1992, S. 4). Auch für die
Anwaltschaft, insbesondere die jüdischen Rechtsanwälte, hatten „die Jahre der
Finsternis“ begonnen.
Was folgte, war das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom
7. April 1933. Da dieses durch Gesetz vom selben Tage auch gegen jüdische
Rechtsanwälte anwendbar war, konnte grundsätzlich jedem Anwalt nichtarischer
Abstammung die Zulassung entzogen werden. Sie verloren auf diese Weise
nicht nur ihren Beruf, sondern auch ihr Einkommen. Ausnahmen galten lediglich
zu Seite 29: Urteil vom 12. Dezember 1906 in der Strafsache Voigt (Hauptmann von Köpenick)
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Historie
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für Anwälte aus der Zeit vor 1914 und für Frontkämpfer des Ersten Weltkrieges,
bis mit dem 30. November 1938 auch deren Zulassung endete (Ostler, NJW
1979, S. 1963). Demselben Ziel diente das Rechtsberatungsmißbrauchsgesetz
vom 13. Dezember 1935 (RGBl. I Seite 1478). Den nationalsozialistischen
Machthabern ging es nämlich nur vorgeblich in wohlmeinender Absicht um den
„Schutz der Rechtssuchenden vor unsachgemäßer Rechtsberatung“. Erlassen
wurde das Gesetz, um den Anwälten, die aus rassischen oder politischen Gründen
ihre Zulassung verloren hatten, die letzte Ausweichmöglichkeit zu nehmen. Es
wäre andererseits aber heute nicht redlich, zu verschweigen, daß den Rechtsanwälten damit ein Beratungs- und Vertretungsmonopol verliehen wurde, das –
nach Entfernung der parteipolitischen und antisemitischen Elemente aus dem
Gesetz – bis heute auch zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der
Anwaltschaft beiträgt. In erster Linie aber sichert das Gesetz die Qualität der
Rechtsberatung; auch das künftige Rechtsdienstleistungsgesetz – wie die
Anwaltschaft es zuversichtlich erwartet – wird denselben Zweck verfolgen.
II.
Historie
Beseitigt wurde der Grundsatz der freien Advokatur aber nicht nur durch diese
antijüdische Gesetzgebung, sondern auch durch die Einfügung von § 15 Abs. 2
in die RAO (RGBl. 1935 I Seite 1470): „Bei einem Gericht sollen nicht mehr
Rechtsanwälte zugelassen werden, als einer geordneten Rechtspflege dienlich
ist.“ Damit kam der nationalsozialistische Gesetzgeber zwar scheinbar einem
Wunsch des notleidenden Teils der Anwaltschaft entgegen. Mit dem Inkrafttreten der Reichsrechtsanwaltsordnung vom 21. Februar 1936 (RGBl. I Seite 107)
entschied über den Antrag auf Zulassung aber nunmehr der Reichsminister der
Justiz, so daß die Zulassung letztlich in dessen Ermessen gestellt war. Gleichzeitig gab es für Frauen auch keine Zulassung mehr zur Rechtsanwaltschaft,
weil die Frau „nicht in den Gerichtssaal, sondern in ihre Häuslichkeit gehört; für
sie ist das Hausgewand eine schönere Berufskleidung als die Anwaltsrobe“
(zitiert nach Ostler a.a.O., S. 1964). Es ist eine der Merkwürdigkeiten der
Geschichte, daß die hochgeschätzte Bonner Kollegin Dr. Ilse Dormagen, die,
1903 geboren, diese Mißachtung der Frau persönlich leidvoll erfahren hatte
und erst nach dem Zweiten Weltkrieg am Amts- und Landgericht Bonn zugelassen worden war, Zeit ihres Lebens größten Wert darauf legte, mit „Rechtsanwalt“ und eben nicht mit „Rechtsanwältin“ angesprochen zu werden. Sie ließ
sich hierin auch nicht durch die Anfang der siebziger Jahre lauter werdende
Kritik beirren, die deutsche Sprache trage dem männlichen Herrschaftsanspruch
Rechnung, indem sie unter anderem für Berufsbezeichnungen und Titel ausschließlich die männliche Form kenne. Dr. Ilse Dormagen hielt dem entgegen,
„Rechtsanwalt“ sei eine Berufsbezeichnung und sie empfinde es als geradezu
herablassend, vor Gericht als „Rechtsanwältin“ angesprochen zu werden.
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In dieser schwierigen Zeit wurde mit Dr. Hans Hennekeuser und Alex MeyerKöring jun. Anfang der dreißiger Jahre die nächste Anwaltsgeneration zugelassen. Jahrgang 1910, trat Alex Meyer-Köring 1935 als der „geborene“ Sozius
und Nachfolger in die Praxis seines Vaters ein. Bereits zwei Jahre zuvor hatte
Dr. Hans Hennekeuser sich 1933 in Bonn als Einzelanwalt niedergelassen. 1954
soziierte er sich mit Dr. Peter Gilles, nachdem dessen Sohn, Dr. Eberhard Gilles,
sich nach mehrjähriger gemeinsamer beruflicher Tätigkeit mit seinem Vater
entschlossen hatte, den Anwaltsberuf aufzugeben und in Köln ein Notariat zu
gründen.
II.
Historie
Die Älteren von uns wissen aus eigenem Erleben, daß Dr. Hans Hennekeuser
und Alex Meyer-Köring den Beruf aus Neigung ergriffen hatten und ihre Mandanten ihnen nicht nur wegen ihrer Rechtskenntnisse, sondern gleichermaßen
wegen ihrer Zuverlässigkeit und Gradlinigkeit im Handeln ein Vertrauen entgegenbrachten, das auch in den Jahren nicht in Frage gestellt war, in denen
Mephisto’s höhnische Prophezeiung grausame Wirklichkeit wurde: „Vernunft
wird Unsinn, Wohltat Plage.“ Dank ihrer vom katholischen Glauben geprägten
Grundhaltung hielten sie genauso wie unsere „Gründungsväter“ dem Nationalsozialismus stand. Auch sie waren weder Parteimitglied noch gehörten sie einer
der NS-Organisationen an, ausgenommen den NS-Rechtswahrerbund, dem
damals jeder „arische“ Rechtsanwalt angehören mußte. Diese Mitgliedschaft
war und blieb für sie die einzige Berührung zu den Machthabern jener Zeit.
Daß sie gleich Dr. Alex Meyer-Köring und Dr. Peter Gilles nicht zu den „nationalzuverlässigen Volksgenossen“ zählten, können wir, die Enkel, nur bewundern; es
gibt uns gleichzeitig die Gewißheit, daß niemand von uns sich je wird sagen
müssen: „Weh Dir, daß Du ein Enkel bist!“.
Dr. Alex Meyer-Köring und Dr. Peter Gilles kannten sich schon aus der Zeit des
sogenannten akademischen Kulturkampfes (1903 bis 1908), als die Auseinandersetzung zwischen katholischen und liberalen Studentenkorporationen, die
sich wegen des starken Wachsens der katholischen Korporationen in ihrer
Existenz bedroht sahen, ihren Höhepunkt erreichte. Beide gehörten katholischen
Studentenverbindungen an. Alex Meyer-Köring war seit 1897 Mitglied der
nichtfarbentragenden „Arminia“, der ein Semester zuvor auch Konrad Adenauer
während seiner Bonner Studienzeit 1896 beigetreten war; Peter Gilles seit 1904
der farbentragenden „Bavaria“. Als die Befürchtungen der liberalen Korporationen
nach und nach abgeklungen waren, war es vor allem Arminia und dann Bavaria
zu verdanken, daß sich mit nachhaltiger Unterstützung des damaligen Rektors
Professor Zorn 1911 alle Bonner Kooperationen wieder im allgemeinen Studentenausschuß der Bonner Universität zusammenschlossen, der sich im Vorfeld
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des akademischen Kulturkampfes Ende des 19. Jahrhunderts aufgelöst hatte
(Rotthoff, Studentenverbindungen und Verbindungsstudenten in Bonn, 1989,
Seite 64; Otto Wolf, Geschichte der Katholischen Deutschen Studentenverbindung Bavaria, 1914, Seite 229 ff.).
Daß Dr. Alex Meyer-Köring und Dr. Peter Gilles immer ein besonderes kollegiales
Verhältnis verband und sie auch persönlich gut miteinander bekannt waren,
erklärt sich aber sicher nicht zuletzt aus ihrer beider Ablehnung des nationalsozialistischen Regimes und wohl auch aus der damaligen räumlichen Nachbarschaft ihrer Büros, Wilhelmstraße 13 und Wilhelmstraße 14. Ihr Verhältnis
zueinander war wie das von Shakespeare beschriebene: „Wir sind zwar beide
Gegen-Advocaten, die mächtig streiten, doch als Freunde schmausen.“
Anfang des 20. Jahrhunderts ging es in einer Anwaltspraxis noch ausgesprochen
„altfränkisch“ zu. Der Bürovorsteher arbeitete mit Ärmelschonern am Stehpult.
Zwar gab es bereits Schreibmaschinen. Man schrieb aber weiterhin vieles mit
der Hand. Das „man“ ist hier durchaus wörtlich zu nehmen. Denn noch um die
Jahrhundertwende waren die Sekretärinnen in ihrer weitaus überwiegenden
Zahl Männer. Obwohl die Schreibmaschine in ihren Augen ihren Arbeitsplatz
gefährdete, war deren Siegeszug nicht aufzuhalten; das Schreiben wurde
schließlich zu einem typischen Frauenberuf. Bis die ersten Fotokopierer auf den
Markt kamen, vergingen noch viele Jahrzehnte, so daß die Bürokräfte zum
guten Teil mit dem Abschreiben von Strafakten beschäftigt waren. Das Telefon
war zwar aus einer Anwaltskanzlei nicht mehr hinwegzudenken; Ende 1905 gab
es in Bonn fast 1.700 Fernsprechanschlüsse. Man kannte aber noch keine
Nebenstellenanlagen; der einzige Telefonapparat hing an der Wand und wurde
in der Regel vom Bürovorsteher bedient. Die Telefonate wurden über das „Zentrale Telefonamt“ noch mit der Hand vermittelt („Das Fräulein vom Amt“).
Dr. Hans Hennekeuser und Alex Meyer-Köring jun. wurden kurz nach Beginn
des Zweiten Weltkriegs zur Wehrmacht eingezogen und erlebten das Kriegsende als Kriegsgefangene, Hennekeuser in Griechenland und Meyer-Köring in russischer Kriegsgefangenschaft. Im Herbst 1945 kehrten beide nach Bonn zurück.
Hans Hennekeuser war aus der Kriegsgefangenschaft entlassen worden; Alex
Meyer-Köring war die Flucht gelungen.
Wie den Ersten Weltkrieg erlebte Dr. Peter Gilles auch den Zweiten Weltkrieg
als Soldat. In seiner Praxis mußte er sich deshalb zunächst vertreten lassen.
Nach Abschluß des Waffenstillstandes mit Frankreich im Juni 1940 wurde er
als Major der Reserve entlassen, so daß er von da ab seine Praxis selbst weiter-
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II.
Historie
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führen konnte. Angeblich verdankte er die Beurlaubung dem Umstand, daß sein
Kommandeur von ihm im Ehescheidungsverfahren vertreten werden wollte.
Als politisch Unbelastete erhielten Dr. Alex Meyer-Köring und Dr. Peter Gilles
bereits im September 1945 ihre Wiederzulassung, Dr. Hans Hennekeuser wie
auch Alex Meyer-Köring jun. Anfang 1946. Hans Hennekeuser fand Praxisräume
im Haus Wilhelmstraße 24 unmittelbar gegenüber dem Landgericht. Alex MeyerKöring kehrte in die Praxis seines Vaters zurück, der jedoch schon wenige
Monate später am 14. Oktober 1946 im Alter von 67 Jahren verstarb.
Die Zerstörungen in den letzten beiden Kriegsjahren stellten die drei Kanzleien
wie auch die der übrigen wieder zugelassenen Bonner Anwälte vor große Herausforderungen. Dem ersten großen Luftangriff auf Bonn am 12. August 1943
waren mehr als 40 weitere gefolgt. Weite Teile der Stadt lagen in Schutt und
Asche. Am 6. Januar 1945 hatte eine schwere Bombe das Landgerichtsgebäude
getroffen. Allein unter den Trümmern des zusammengestürzten südlichen
Gebäudeteils hatten 230 Menschen den Tod gefunden. Nachdem amerikanische
Truppen am 8. März 1945 bereits die Innenstadt von Bonn eingenommen hatten,
war die Bonner Rheinbrücke noch am selben Abend von deutschen Truppen
gesprengt worden. In Beuel geboren pflegte Dr. Peter Gilles diese unsinnige
Zerstörung der Rheinbrücke in späteren Jahren mit den Worten zu kommentieren: „Vor dem Bau der Brücke ruderten wir schon als Pennäler des Königlichen
Gymnasiums über den Rhein, um die Fährkosten zu sparen.“ Es dauerte noch
mehr als vier Jahre, bis am 12. November 1949 endlich die neue Rheinbrücke
eröffnet werden konnte.
Neben diesen äußeren Verhältnissen waren es vor allem die Militärregierungsgesetze, -verordnungen und -direktiven, die die Anwaltschaft in den ersten
Nachkriegsjahren vor beinahe täglich neue Probleme stellte. Als Beispiel sei hier
die „Kontrollratsdirektive Nr. 24“ vom 12. Januar 1946 zur „Entfernung von
Nationalsozialisten und Personen, die den Bestrebungen der Alliierten feindlich
gegenüberstehen, aus Ämtern und verantwortlichen Stellungen“ genannt. In
vielen solcher Entnazifizierungsverfahren vertrauten zahlreiche Betroffene auf
die Überzeugungskraft von Dr. Alex Meyer-Köring und Dr. Peter Gilles, die oft
aus eigener Beobachtung wußten, daß der Mandant nicht einmal ein sogenannter Mitläufer gewesen war.
zu Seite 35: Beispiel einer handschriftlich verfaßten Klageschrift
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II.
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Obwohl Dr. Hans Hennekeuser und Alex Meyer-Köring jun. schon bald nach
ihrer Rückkehr keinen Anlaß hatten, sich über mangelnde Arbeit zu beklagen,
wurden auch sie in wirtschaftlicher Hinsicht auf eine lange Geduldsprobe
gestellt. Die Jahre 1946 – 1947 waren von Not und Hunger bestimmt. Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs waren streng rationiert und nur gegen
Bezugsscheine erhältlich, „Hamsterfahrten“ aufs Land deshalb für viele bitter
notwendig. Die Reichsmark war als Währung weitgehend wertlos; Zigaretten
Währungsersatz. Dies alles änderte sich schlagartig mit der Währungsreform
vom 19./20. Juni 1948 und der damit beginnenden Erfolgsgeschichte der DM.
Die 1949 gegründete Bundesrepublik ging einem phänomenalen Wirtschaftsaufschwung entgegen, dem deutschen „Wirtschaftswunder“.
II.
Historie
Für die Stadt Bonn eröffnete insbesondere der 10. Mai 1949 neue Chancen.
Der Parlamentarische Rat entschied sich mit 33 gegen 29 Stimmen für Bonn
als vorläufige Bundeshauptstadt und nicht für Frankfurt am Main. In der Folge
erlebte Bonn als Sitz von Parlament und Regierung einen großen Zuzug von
Angehörigen des öffentlichen Dienstes, von Verbänden und diplomatischen
Vertretungen, die auch die Bonner Anwaltschaft vor neue Aufgaben stellten.
1955 begann die Stadt Bonn mit dem ersten Bauabschnitt des sogenannten
Ost-West-Durchbruchs vom Bertha-von-Suttner-Platz im Zuge der Maargasse
(seit Oktober 1971 umbenannt in Oxfordstraße) vorbei am Landgerichtsgebäude
bis hin zum Anfang der heutigen Thomas-Mann-Straße.
Im Zuge dieser Baumaßnahmen fielen im Bereich der Wilhelmstraße vier
Gebäude links vom Gericht mit den Hausnummern 11 bis 17 und damit auch
das Haus Wilhelmstraße 13 der Abrißbirne zum Opfer. Auf der nebenstehenden
Abbildung sind zwei dieser Häuser, und zwar von links in Richtung Gericht
gesehen, Nummer 15 und 17 zu sehen, die 1871/1872 erbaut worden waren.
Parallel zum Ost-West-Durchbruch wurde der Bau der Tiefgarage Maargasse
(heute Citygarage) begonnen. Dieser Bau bedingte den Abbruch der Häuserzeile
an der rechten Seite der Wilhelmstraße und damit auch die Inanspruchnahme
des Grundstückes Wilhelmstraße 14.
Dr. Peter Gilles hatte 1928 das Haus Meckenheimer Straße 47 (heute ThomasMann-Straße) erworben und seine Praxis von der Wilhelmstraße dorthin verlegt.
Es handelte sich um eines der typischen – steuerbegünstigten – Bonner „Dreifenster“-Häuser des auslaufenden 19. Jahrhunderts, das nach seinem Tod leider
abgerissen wurde. Die Praxisräume befanden sich im Erdgeschoß und in der
ersten Etage – in der zweiten Etage wohnte der Bürovorsteher – und standen
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teilweise leer, nachdem sein Sohn sich 1954 entschlossen hatte, den Anwaltsberuf aufzugeben und in Köln ein Notariat zu eröffnen. So enttäuschend dies
wohl für Peter Gilles war, wollte er – beinahe 70-jährig – nicht wieder Einzelanwalt sein und bot deshalb Hans Hennekeuser die Sozietät an. Ausschlaggebend dafür, daß die Wahl auf ihn fiel, war nicht nur, daß Dr. Hans Hennekeuser
während seiner gesamten Referendarzeit in der Praxis mitgearbeitet und
wiederholt die Urlaubsvertretung von Dr. Peter Gilles übernommen hatte, sondern auch, daß Dr. Hans Hennekeuser derselben Studentenverbindung angehörte.
Die langjährige Sekretärin von Dr. Hans Hennekeuser, Frau Nicklas, hat diese
Entscheidung in einem von ihr anlässlich des 60. Geburtstages ihres Chefs im
Jahr 1966 verfaßten Gedichts festgehalten:
Ein schwerer Stein im Mosaik
bei diesem kurzen Rückwärtsblick
war jener Tag (oh Ungemach),
als Dr. Hennekeuser sprach
zum Angestellten-Publikum:
„Wir ziehen nächste Woche um!“
Sein Ton war wunderbar gelassen,
wir konnten es zunächst nicht fassen
und warteten, daß er verkünde
zumindest die Entscheidungsgründe!
Jedoch der Chef blieb weiter stumm
und kehrte in sein Zimmer um
(da stand so mancher arme Tor
und war so klug wie auch zuvor!).
Jetzt mußten wir es einfach wagen,
ihn rasch nach dem Wohin zu fragen;
die Antwort hieß nach seinem Maße:
„Nun, in die Meckenheimer Straße!“
Dann trat die nächste Pause ein
und ließ uns auch nicht schlauer sein.
Wir wurden langsam ärgerlich:
„.. in wessen Haus denn eigentlich?“
Und wieder kam ein Wort, ein stilles:
„Wir ziehen zum Kollegen Gilles!“
(So eingetreten wahrhaft zünftig,
im Jahr des Heiles 54).
II.
Historie
40
Für Dr. Hans Hennekeusers Sekretärin war es zwar kein Jahr des Heils, aber
dennoch ein Jubeljahr. Die Firma Grundig hatte mit der „Stenorette A“ ihr erstes
Diktiergerät auf den Markt gebracht und Dr. Hans Hennekeuser entschloß sich,
seine erste Stenorette anzuschaffen. Dieses Gerät, das wegen seiner grünen
Farbe auch „Laubfrosch“ genannt wurde, machte es erstmals möglich, ohne
Anwesenheitsdruck der über den Stenogrammblock gebeugten Sekretärin diktieren zu können; ihr gab es die Gewißheit, nicht weiter beinahe täglich mit der
Bitte ihres Chefs rechnen zu müssen, am Abend noch ein eiliges Stenogramm
aufzunehmen. Mit der vielleicht auch nur vorgeschobenen Begründung, die
Lehrlinge müßten üben, Stenographie sei schließlich Prüfungsfach, hat Dr. Peter
Gilles allerdings nie zum Mikrofon gegriffen, sondern weiterhin ausschließlich
ins Stenogramm diktiert.
Mitte der sechziger Jahre begann die Generation der „Gründerenkel“ ihre
Anwaltstätigkeit. 1965 begründete Alex Meyer-Köring, der seine Praxis zwischenzeitlich in die heutige Thomas-Mann-Straße 41 verlegt hatte, seine Sozietät
mit Dr. Constantin Privat, nachdem sich seine beiden Söhne zu seinem Bedauern
nicht der Juristerei zugewandt hatten. 1966 soziierten sich Dr. Peter Gilles und
Dr. Hans Hennekeuser mit Jürgen v. Danwitz, der schon seit seinem Referendarexamen (1960) bei ihnen gearbeitet hatte und der ebenfalls der Studentenverbindung „Bavaria“ angehörte.
Seinerzeit galt noch die Sechstagewoche. Nicht nur in Bonn waren die Anwaltsbüros allerdings am Mittwoch und am Samstag nachmittags geschlossen.
Ein Hinweisschild: „Am Mittwoch- und Samstagnachmittag sind die Büros
sämtlicher Rechtsanwälte geschlossen“ war an jeder Praxis angebracht. Nicht
jeder wußte, daß es sich dabei um eine Reminiszenz aus der Zeit des Nationalsozialismus handelte, als diese Nachmittage der weltanschaulichen Schulung,
und zwar vor allem von Hitlerjugend und Bund Deutscher Mädel dienten. Die
Älteren von uns erinnern sich, daß die Bonner Anwaltsbüros noch bis in die
siebziger Jahre am Mittwochnachmittag geschlossen waren. Wie heute war der
Mittwochnachmittag aber nicht arbeitsfrei. Man behielt vielmehr nur die Übung
bei, zu deren Einhaltung man sich nunmehr aus Gründen der Kollegialität verpflichtet sah, für diesen Nachmittag keine Besprechungstermine zu vereinbaren.
Daß eine Anwaltspraxis am Samstag geöffnet war, war noch viele Jahre eher
eine Selbstverständlichkeit. Nachdem aber das berühmte Schlagwort „Samstags
gehört Vati mir“ 1957 in verschiedenen Gewerbezweigen zur Einführung der
Fünftagewoche geführt und der Rat der Stadt Bonn dann 1962 deren Einführung
beschlossen hatte, folgten Alex Meyer-Köring und dann auch Peter Gilles und
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II.
Historie
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Hans Hennekeuser diesem Beispiel. Lediglich der Bürovorsteher kam am
Samstagmorgen noch in die Kanzlei, um die Post zu erledigen. Das Gesetz über
den Fristablauf (BGBl. 1965 I Seite 753), wonach der Sonnabend bei dem Ablauf
von Fristen und für die Wahrnehmung von Terminen grundsätzlich ebenso
behandelt wird wie ein Sonntag oder Feiertag, trat erst Ende 1965 in Kraft.
II.
Historie
In dieser Zeit war es nicht nur in Bonn üblich, sämtliche Termine eines Sitzungstages auf dieselbe Uhrzeit anzuberaumen; beim Amtsgericht Bonn auf 9.00 Uhr
und beim Landgericht auf 10.00 Uhr. Es standen deshalb häufig mehr als 20
Sachen gleichzeitig auf der Terminrolle; unmittelbar vor den Gerichtsferien –
sie wurden erst zum Jahresbeginn 1997 abgeschafft – sogar häufig weit über
60. Dies lag aber nicht etwa an der Zahl der Neuzugänge, sondern daran, daß
die Verfahren in der Mehrzahl wiederholt – meist „auf Antrag beider Parteien“ –
vertagt wurden Diese „Massentermine“ waren für die Anwälte einerseits ausgesprochen zeitraubend. Wurde die Sache aufgerufen, befand sich der gegnerische
Kollege gerade in einem anderen Sitzungssaal, und wenn er schließlich erschien,
wurde bereits eine andere Sache verhandelt. Entsprechend verbrachte die
Anwaltschaft an Sitzungstagen meist den ganzen Vormittag bei Gericht. Andererseits förderte und prägte dies das kollegiale Verhältnis untereinander und
bot vor allem den Jüngeren die beste Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln.
Und so wenig prozeßfördernd diese Vertagungspraxis war, wurde sie doch auch
als ausgesprochen anwaltsfreundlich empfunden, denn sie bewahrte den Anwalt
weitestgehend vor Fristendruck.
Dies änderte sich mit dem Inkrafttreten der Vereinfachungsnovelle am 1. Juli
1977 grundlegend. Von Rechtspolitikern seit langem gefordert, von der Mehrzahl der Anwälte aber wohl eher gefürchtet, strebte sie vor allem die Beschleunigung des Zivilprozesses durch Konzentration des Verfahrens auf möglichst
einen Verhandlungstermin an und machte die mündliche Verhandlung wieder
zum Kern des Prozesses. Die Anwaltschaft war gezwungen, umzudenken und
nicht zuletzt den Mandanten schon im ersten Informationsgespräch deutlich
vor Augen zu führen, daß späteres Vorbringen vom Gericht nur zugelassen
werde, wenn sich dadurch die Erledigung des Rechtsstreites nicht verzögert
oder die Verspätung genügend entschuldigt ist.
Am 1. Juli 1969 war das Kommunale Neuordnungsgesetz NRW in Kraft getreten, durch welches die Städte Bonn, Bad Godesberg und Beuel sowie die
Gemeinden Duisdorf, Lengsdorf, Röttgen, Ippendorf, Lessenich, Buschdorf, Holzlar und Oberkassel zu einer Großgemeinde zusammengefasst wurden. Nach 20
Jahren „Bundesdorf“ wurde damit für die Stadt Bonn die nächste Epoche einge-
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läutet. Immer mehr Verbände siedelten sich in Bonn an, so zum Beispiel auch
der Deutsche Anwaltverein, der 1977 seinen Sitz von Hamburg hierhin verlegte.
Gleichzeitig wuchs die Zahl der Syndikusanwälte und die der Beamten, die nach
ihrer Pensionierung zur Anwaltschaft zugelassen wurden, erheblich.
Mit der Vereinfachungsnovelle trat am 1. Juli 1977 das Erste Gesetz zur Reform
des Ehe- und Familienrechts in Kraft. Das Gesetz gestaltete das Scheidungsund Scheidungsfolgenrecht grundlegend neu. Das Schuldprinzip wurde durch
das Zerrüttungsprinzip ersetzt und im Unterhaltsrecht zugunsten einer Regelung
aufgegeben, die dem wirtschaftlich schwächeren Partner eine Sicherung seiner
Lebensbedürfnisse gewährt. Neu eingeführt wurde der Versorgungsausgleich, ein
völlig neuartiges Rechtsinstitut, das weder im deutschen noch im ausländischen
Recht ein Vorbild hatte. Man regelte das Verfahrensrecht neu und führte das
Familiengericht ein. Die Anwaltschaft war zu neuem Lernen gezwungen.
In diesen und den folgenden Jahren vergrößerten sich unsere ursprünglichen
Sozietäten räumlich und personell. Alex Meyer-Köring und Dr. Constantin Privat
zogen 1970 um in die Wilhelmstraße 27, und zwar in zwei Büroetagen, in
denen sich bis dahin die heutige Praxis Redeker Sellner Dahs & Widmaier
befunden hatte. Anfang 1973 – Dr. Peter Gilles war im Juni 1972 wenige Tage
nach seinem 87. Geburtstag verstorben – zogen Dr. Hans Hennekeuser und
Jürgen v. Danwitz in das Nachbarhaus ein, die heutige Thomas-Mann-Straße 49.
Alex Meyer-Köring und Constantin Privat nahmen Dr. Theo Kade (1973), Rainer
Bosch (1977), Dr. Reiner Schäfer-Gölz (1981) und Dr. Matthias Maur (1987) als
Sozien auf; in die Praxis Hennekeuser und v. Danwitz traten die Rechtsanwälte
Gert-Iro Stamp-Ilk (1975) und Michael C. Gussone (1977) ein. Mit Ausnahme
von Rainer Bosch waren sie nicht nur während der Anwaltsstation, sondern seit
Beginn ihrer Referendarzeit in der Praxis tätig gewesen und hatten sich für den
Anwaltsberuf entschieden, obwohl ihnen in diesen Jahren bewußt geworden war,
daß man die Bereitschaft zu erheblich mehr Arbeit als in anderen juristischen
Berufen mitbringen mußte, wenn man als Anwalt erfolgreich werden wollte.
Wenngleich schon sein Großvater und später vor allem sein Vater unseren
Gründungsvätern sehr nahestanden, lag es ursprünglich nicht in Rainer Boschs
Absicht, Anwalt zu werden. Sein Großvater war als Rechtsanwalt am Oberlandesgericht Köln zugelassen; jahrzehntelang hatte er die Berufungsmandate von
Alex Meyer-Köring und Peter Gilles übernommen. Sein Vater, Professor Friedrich
Wilhelm Bosch, wurde 1937 Richter beim Landgericht Bonn. Alex Meyer-Köring
und er waren gleichaltrig; sie kannten sich seit dem Studium und waren als
Frontsoldaten während des zweiten Weltkrieges Freunde geworden. Nach seiner
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II.
Historie
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Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft waren es die Leumundszeugnisse von
Dr. Alex Meyer-Köring und Dr. Peter Gilles und einiger weiterer unbelasteter
Bonner Anwälte, die dazu beitrugen, daß er seine richterliche Tätigkeit am
Landgericht Bonn schon im Frühsommer 1946 wieder aufnehmen konnte. Er
„stand als junger Richter bei der Bonner Anwaltschaft stets in hohem Ansehen
und alles andere denn in dem Verdacht, ein überzeugter Nationalsozialist zu
sein“ (Leumundszeugnis Dr. Peter Gilles vom 9. März 1946).
Als Rainer Bosch 1950 als vierter von fünf Söhnen geboren wurde, trugen seine
Eltern Alex Meyer-Köring jun. das Patenamt an. Ihm verdanken wir es, daß
Rainer Bosch schließlich doch aus Überzeugung Anwalt geworden ist und sich –
ganz im Sinne seines Vaters – als Fachanwalt für Familienrecht spezialisiert hat.
II.
Historie
Am 6. Mai 1977 verstarb Dr. Hans Hennekeuser im Alter von 71 Jahren. Den
Eintritt von Michael C. Gussone in die Sozietät erlebte er zwar nicht mehr, doch
hatte er darüber noch selbst mitentschieden. 1987 kam Dr. Karl-Heinz van
Kaldenkerken hinzu; er war zuvor neun Jahre Oberstadtdirektor der Stadt Bonn
gewesen. Es bestand die Überlegung, auf der Grundlage seiner langjährigen
Erfahrung das öffentliche Recht, in erster Linie das Kommunal- und Beamtenrecht, als zusätzlichen Schwerpunkt der Praxis aufzubauen. Auf Dr. Karl-Heinz
van Kaldenkerken kamen jedoch gänzlich andere Aufgaben zu, als er kurz nach
dem Fall der Berliner Mauer gefragt wurde, ob er beim Aufbau der Kommunalverwaltung im Osten helfen könne; er ging nach Dresden und war dort 10 Jahre
für die Stadt tätig, anschließend von 2000 bis 2002 Geschäftsführer der
Wiederaufbau GmbH der Dresdner Frauenkirche.
Der Sprung in eine neue Dimension war die große Fusion im Frühjahr 1990.
Beide Praxen waren vor allem nach dem Verständnis der jüngeren Partner nicht
groß genug, den Anforderungen der Mandanten gerecht zu werden, die eine
immer größere Spezialisierung ihrer Anwälte erwarteten. Die Übung der Altsozietäten, junge Juristen, die sich als Referendare bewährt hatten, als Partner
aufzunehmen, konnte den Bedarf an Berufserfahrung nicht decken. Die Idee,
sich zu einer gemeinsamen Sozietät zusammenzuschließen, äußerte als erster
Gert-Iro Stamp-Ilk gegenüber Dr. Theo Kade, der sie freudig aufgriff. Zwischen
unseren beiden Praxen bestanden vielfältige persönliche Beziehungen. So waren
Jürgen v. Danwitz und Dr. Constantin Privat nicht zuletzt durch ihre gemeinsame
Tätigkeit im Vorstand des Bonner Anwaltvereins, der in diesem Jahr ebenfalls
sein 100jähriges Jubiläum feiert, und im Vorstand der Rechtsanwaltskammer
Köln seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden; Rainer Bosch und Michael
Gussone kannten sich seit ihrer gemeinsamen Schulzeit. Erste Sondierungs-
Leumundszeugnis für Prof. Friedrich Wilhelm Bosch von Dr. Peter Gilles
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gespräche und ein „konspiratives“ Treffen in Unkel bestätigten nicht nur die
zwischenmenschliche Harmonie, sondern auch eine nahtlose Übereinstimmung
der Berufsauffassung und der wirtschaftlichen Verhältnisse beider Sozietäten.
Die Fusionsgespräche gerieten unter einen heilsamen Zeitdruck, als sich kurzfristig die Möglichkeit bot, in dem gerade fertig gestellten, repräsentativen
„Sterntorhaus“ – benannt nach dem Sterntor der mittelalterlichen Stadtbefestigung am Ende der Sternstraße – gegenüber dem Landgericht eine große Büroetage zu mieten und diese nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Am
Himmelfahrtstag 1990 zogen wir mit beiden Praxen in die neuen Räume ein.
II.
Historie
Nicht nur wir Partner, sondern auch unsere Mitarbeiterinnen, von denen einige
durchaus skeptisch gewesen waren, fanden sich in der neuen Arbeitsatmosphäre
beinahe nahtlos zurecht. Auch von den nunmehr gemeinsamen Mandanten gab
es nur Zustimmung. Dies sicher auch deshalb, weil die Zahl der Mandate, bei
denen eine Interessenkollision bestand und die wir deshalb niederlegen mußten,
verschwindend gering war. Entscheidend für diese positive Resonanz aber war,
und das haben uns viele Mandanten bestätigt, daß die Kulturen, die sich in den
beiden Altsozietäten über Jahrzehnte entwickelt hatten, ganz einfach zueinander
paßten. In beiden Sozietäten galt der Grundsatz, wie er auch heute unserem
Sozietätsvertrag vorangestellt ist:
Die Sozietät ist nach dem gemeinsamen Verständnis der Sozien eine
grundsätzlich auf Lebenszeit angelegte Berufs- und Schicksalsgemeinschaft auf der Grundlage von Freundschaft, gegenseitigem Vertrauen
und Toleranz.
In einem allerdings unterschieden sich die beiden Sozietäten. Während in der
Sozietät Meyer-Köring für die Partner untereinander das „Du“ von jeher eine
Selbstverständlichkeit war, hatten die Partner der Sozietät v. Danwitz es bewußt
und konsequent beim „Sie“ belassen; sie befürchteten – wie wir heute wissen,
völlig zu Unrecht – einen Übergang zum „Duzkomment“ würde die Mandanten
befremden. Ohne jedes Problem verständigte man sich darauf, die Fusion mit
dem partnerschaftlichen „Du“ zu besiegeln.
Wenige Wochen nach dem ersten Fusionsgespräch war am 9. November 1989
die Berliner Mauer gefallen. Noch ahnte wohl niemand, welche neuen Chancen
und Herausforderungen damit auch auf die Anwaltschaft zukamen. Nachdem
am 6. Juli 1990 in Ostberlin die Verhandlungen über den Einigungsvertrag zum
Beitritt der DDR begonnen hatten, zeichnete sich bald ab, daß das Recht der
Bundesrepublik auf das Gebiet der DDR übertragen werden würde. Nachdem
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der Bundesgerichtshof im September 1989 die überörtliche Sozietät als zulässig
anerkannt hatte, wurde wie in vielen anderen Sozietäten auch bei uns alsbald
die Frage diskutiert, ob es sich empfehlen könnte, in einer größeren ostdeutschen
Stadt in überörtlicher Sozietät ein zweites Büro zu eröffnen. Die Sozietät stand
damals in Verbindung mit einem jungen Leipziger Diplom-Juristen, Reinhard
Lange, der vor der Wende in die Bundesrepublik geflohen, dann mehrere Monate
in der Praxis Meyer-Köring tätig gewesen war und zwischenzeitlich in BadenWürttemberg mit dem Referendardienst begonnen hatte. Er erfüllte die nach
dem Einigungsvertrag erforderlichen Voraussetzungen, auch ohne Zweite Juristische Staatsprüfung im Beitrittsgebiet als Rechtsanwalt zugelassen zu werden
Es lag geradezu auf der Hand, daß er sich kurzfristig in Leipzig als Anwalt
niederließ und man sich – der Einigungsvertrag war am 6. September 1990
unterzeichnet worden – am 15. September 1990 mit ihm in überörtlicher
Sozietät zusammenschloß. Die treibende Kraft für das Engagement in Leipzig
war Dr. Rainer Schäfer-Gölz, der auch seine Zulassung dort beantragte.
geschlossen durch Andreas Jahn, der 2001 in unsere Sozietät eintrat. Er ist
Rechtsanwalt und Steuerberater und war zuvor mehrere Jahre in der Rechts- und
Steuerkanzlei einer der weltweit führenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
tätig gewesen.
Wie schon in den beiden Altsozietäten konzentrierten wir uns nach der Fusion
weiterhin auf das Zivilrecht und seine Nebengebiete. Tätigkeitsschwerpunkte
waren und blieben neben dem Arbeitsrecht und dem Familienrecht vor allem
das Erbrecht, das Gesellschaftsrecht, der gewerbliche Rechtsschutz und das
Markenrecht, das private Baurecht und das Medizinrecht. Ausgelöst durch
den Bauboom in Ostberlin entwickelte sich in den nächsten Jahren aber auch
die Beratung bei der Realisierung größerer Bauprojekte zu einem weiteren
Schwerpunkt der Praxis. Gert-Iro Stamp-Ilk, der diesen arbeitsintensiven
Bereich übernommen hatte, war durch Verhandlungen und Vertragsgestaltungen
über den Erwerb, die Arrondierung, die Bebauung und künftige Nutzung von
Grundstücken so ausgelastet, daß ihm für die Bearbeitung familienrechtlicher
Mandate schon bald keine Zeit mehr blieb. Hinzu kamen neben dem komplizierten Vermögensrecht der Neuen Bundesländer nach und nach weitere neue
Rechtsgebiete wie etwa das EDV-Recht und auch das Abfallwirtschaftsrecht.
Als Folge dieser Entwicklung traten 1992 Alfred Hennemann und 1993 Thomas
Krümmel in die Sozietät ein. 1994 folgte ihnen mit Ebba Herfs-Röttgen die
erste Rechtsanwältin.
1989 war nicht nur das Jahr des Falls der Berliner Mauer und des Beginns
unserer Fusionsgespräche, sondern auch das der 2000-Jahr-Feier der Stadt
Bonn, für die wenig später – mehr als 40 Jahre nach ihrer Bestimmung zur
vorläufigen Bundeshauptstadt – erneut eine Schicksalsstunde schlug. Denn
nachdem Berlin mit dem Tag der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 offizielle Hauptstadt geworden war, beschloß der Deutsche Bundestag am 20. Juni
1991 seinen Umzug nach Berlin. Bonn schien zunächst wie gelähmt und die
Randschrift „BONN BLÜHE UND BLEIBE“ der 10-DM-Münze, durch deren Ausgabe das 2000-jährige Bonn nach dem 750-jährigen Berlin als zweite deutsche
Stadt geehrt worden war, blanker Hohn zu sein. Als der Deutsche Bundestag am
10. März 1994 das „Umzugsgesetz Berlin-Bonn“ beschloß, begann jedoch in
Bonn ein kaum für möglich gehaltener Strukturwandel, der bis heute anhält
und die Stadt zuversichtlich in die Zukunft blicken läßt. Schon bevor die Bundesregierung in der Sommerpause 1999 vom Rhein an die Spree zog, zeichnete
sich für die Sozietät allerdings ab, daß auch eine Reihe der Mandanten ihren
Sitz nach Berlin verlegen würde. Dazu gehörten nicht nur Bundesbehörden und
einige parteinahe Stiftungen, sondern auch verschiedene Verbände und mehrere
Botschaften. Sie alle wollten zwar weiter von Meyer-Köring v. Danwitz Privat
betreut werden, verhehlten aber nicht, daß dies von Bonn aus auf Dauer wohl
kaum möglich sein werde. Ein weiteres Büro in Berlin zu eröffnen, ergab sich
deshalb geradezu selbstverständlich. Weil zwischenzeitlich in Sachsen gewonnene Mandanten schon in Anbetracht der günstigen Verkehrsverhältnisse auch
von Berlin aus beraten werden konnten, wurde jedoch gleichzeitig beschlossen,
den Leipziger Standort nur noch für eine Übergangszeit aufrecht zu erhalten.
Sowohl aus unserer Sicht wie auch aus Sicht vieler Mandanten erwies es sich
immer mehr als ein Manko, daß es in der Sozietät keinen Steuerrechtler gab.
Zwar verfügte jeder auf seinem Gebiet über steuerrechtliche Grundkenntnisse;
ansonsten arbeitete man nicht nur in wirtschaftsrechtlichen Mandanten seit
langem eng mit Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern zusammen. Für eine
sachgerechte Beratung reichte das jedoch nicht immer aus. Die Lücke wurde
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Weitere Anwälte kamen hinzu. Noch 2001 konnten wir mit Dr. Nicolai Besgen
einen vierten Arbeitsrechtler als Partner aufnehmen. 2003 folgte ihm als
„Quereinsteigerin“ Daniela v. Treuenfeld-Honig; sie war bereits Fachanwältin für
Familienrecht.
Ende 2002 hatte Dr. Constantin Privat sich mit 67 Jahren aus der Praxis
zurückgezogen. Einer der Schwerpunkte seiner Tätigkeit war das Erbrecht. Nach
bestandenem Assessor-Examen übernahm Alexander Knauss, der schon während
seiner Referendarzeit in der Praxis mitgearbeitet hatte, diesen Bereich. Er ist
seit Anfang 2004 Partner und inzwischen auch Fachanwalt für Erbrecht.
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Unser Berliner Büro wurde im Januar 2000 eröffnet, und zwar zunächst im
Regus Business Center Berlin in der Friedrichstraße, nur wenige Meter vom
weltberühmten ehemaligen Grenzübergang „Checkpoint Charlie“ entfernt.
und Mario Knepper, Fachanwalt für Steuerrecht. Sie alle waren zuvor – teils
schon während ihrer Referendarzeit – mehrere Jahre als volljuristische Mitarbeiter bei uns tätig gewesen.
Unterstützt von einigen langjährigen Mitarbeiterinnen, die abwechselnd bereit
waren, jeweils für einige Wochen nach Berlin zu gehen, bildete Thomas Krümmel
mit seinen Schwerpunktgebieten Internationaler Rechtsverkehr, Grundstücksund Steuerrecht die „Vorhut“. Mit Jürgen v. Danwitz folgte ihm im März 2000
einer der Seniorpartner, der dort bis Ende 2005 tätig war. Mitte 2001 zog man
in die heutigen Praxisräume in der Kronenstraße in Berlin-Mitte um; Anfang
2002 ging Dr. Reiner Schäfer-Gölz von Leipzig nach Berlin. Er ist Fachanwalt
für Medizinrecht; weitere Schwerpunkte sind das Handels- und Gesellschaftsrecht sowie das Wettbewerbs- und Vergaberecht. Er und Thomas Krümmel
haben ihren Lebensmittelpunkt auf Dauer in die Bundeshauptstadt verlegt.
1997 war der Senior der Namensgeber der Sozietät, Alex Meyer-Köring, im
Alter von 87 Jahren verstorben. Er hatte sich zwar schon vor der Fusion weitestgehend aus der aktiven Berufstätigkeit zurückgezogen, war aber noch bis wenige
Wochen vor seinem Tod beinahe täglich ins Büro gekommen. Als wir zum Abschluß unseres ersten Sozietätsjahres im Dezember 1990 seinen 80. Geburtstag
feierten, spürte jeder, daß er voller Stolz der Senior unserer Sozietät war.
Im Sommer 2003 mußte Gert-Iro Stamp-Ilk sich viel zu früh entschließen, den
Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufzugeben. Er war derjenige, der schon
früh die große Bedeutung der EDV für die Anwaltschaft erkannt hatte. Auf seine
Initiative hin hatte seine Altsozietät 1985 ihr erstes bildschirmorientiertes Mehrplatzsystem eingeführt und damit eine Netzwerklösung realisiert, die im Rahmen
der Fusion entsprechend erweitert werden konnte. Das Internet und der Zugriff
auf juristische Datenbanken sind aus der anwaltlichen Tätigkeit ebenso wenig
wegzudenken, wie die eMail zum selbstverständlichen Kommunikationsmittel
geworden ist. Längst sind die Zeiten vorbei, als man am Verhandlungstisch noch
verblüfft war, wenn der Anwalt einen Laptop aufklappte und das Verhandlungsergebnis unmittelbar in den gespeicherten Vertragstext übernahm. Zwischenzeitlich bestimmt die IT-Technik die tägliche Arbeit in einem so hohen Maß,
daß wir auf ihr reibungsloses Funktionieren angewiesen sind; glücklicherweise
gibt es bei uns einige Partner, die auch Computerspezialisten sind.
2004 konnten die Schwerpunktgebiete mit dem Eintritt von Dr. Patrick Giesler
in unsere Sozietät um das Franchise-Recht erweitert werden. Er ist im Bonner
Büro und von dort aus nicht nur bundesweit, sondern auch über die nationalen
Grenzen hinweg mit der Beratung von Franchise-Unternehmen befaßt.
Seitdem sind weitere vier Anwälte in die Sozietät eingetreten; 2005 zunächst
Sebastian Witt, der in erster Linie das Handelsvertreterrecht sowie individuelles
und kollektives Arbeitsrecht betreibt. Ihm folgten 2006 Barbara Scheben, deren
Schwerpunkt auf dem Medizinrecht liegt, Dr. Stephan Dornbusch, der im
Bereich des Markenrechts sowie des Wettbewerbs- und Vergaberechts arbeitet,
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Alex Meyer-Köring und unsere beiden weiteren Namensgeber Constantin Privat
und Jürgen v. Danwitz waren viele Jahre zeitgleich standespolitisch engagiert.
Alex Meyer-Köring war von 1953 bis 1975 Mitglied des Vorstands der Rechtsanwaltskammer Köln, bis er anschließend für fünf Jahre zum Richter am Ehrengerichtshof für Rechtsanwälte des Landes Nordrhein-Westfalen berufen wurde.
Jürgen v. Danwitz wurde 1973 zum Vorsitzenden des Bonner Anwaltvereins und
im selben Jahr in den Kammervorstand gewählt. Constantin Privat wählte die
Kammerversammlung 1975 als Nachfolger für Alex Meyer-Köring in den Vorstand; 1985 wurde er Vizepräsident. Keiner von uns hatte sich hierzu gedrängt,
sich ganz im Sinne der „Gründungsväter“ diesen Aufgaben aber auch nicht
entziehen wollen. Mit der Fusion stand für uns indes außer Frage, daß die
gleichzeitige Mitgliedschaft von zwei Sozien im Kammervorstand nicht von
Dauer sein könne. Da Constantin Privat dem Präsidium der Kammer angehörte,
ergab es sich von selbst, daß Jürgen v. Danwitz nach Ablauf seiner Wahlperiode
1993 nicht erneut kandidierte. Zwei Jahre später wurde Dr. Constantin Privat
als erster Bonner Anwalt überhaupt zum Präsidenten der Rechtsanwaltskammer
Köln gewählt, die ihn nach Ablauf seiner Amtszeit 2001 zu ihrem Ehrenpräsidenten ernannte.
Standespolitisch waren diese Jahre insbesondere durch zwei grundlegende
Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts vom 14. Juli 1987 geprägt,
wonach die von der Bundesrechtsanwaltskammer beschlossenen Richtlinien
des anwaltlichen Standesrechts nicht mehr zur Auslegung und Konkretisierung
der anwaltlichen Berufspflichten herangezogen werden konnten. Was der
deutschen Anwaltschaft als ihr Standesrecht bis dahin mehr oder weniger heilig
gewesen war und die tägliche Arbeit der Rechtsanwaltskammern maßgeblich
bestimmt hatte, war von jetzt auf gleich weggefallen. Die Rechtsanwaltskammer
Köln fühlte sich in besonderem Maße betroffen, weil einer der Ausgangsfälle
einen Vorgang in Köln betraf. Zwischen einem sehr angesehenen Konkursrichter
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und einem ständig als Konkursverwalter tätigen Anwalt herrschte nach früherer
persönlicher Freundschaft Streit. In einem Schriftsatz hatte der Rechtsanwalt
das Verhalten des Richters mit Formulierungen charakterisiert, die der Kammervorstand als „unsachlich“ gerügt hatte; eine Auffassung, der sich das Anwaltsgericht im Rechtsmittelverfahren angeschlossen hatte.
II.
Historie
Die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts lösten einen Schock aus,
zumal Köln geradezu als Hort der überbrachten Grundsätze des anwaltlichen
Standsrechts galt. Mit der Wahl von Dr. Constantin Privat zum Kammerpräsidenten sah die Mehrheit des Vorstands die Dinge aber alsbald mit rheinischer
Gelassenheit. Die aufgrund der neuen Rechtslage nach und nach großzügigere
Praxis der Kammer sprach sich bald herum. Denn das Vermessen von Praxisschildern, Zeitungsanzeigen und Telefonbucheinträgen, das kleinliche Herumkritisieren an in der Hitze des Gefechts geschriebenen oder gesprochenen harten
Worten gehörten nun der Vergangenheit an. Zu einem allgemeinen laisser faire
ließ sich der Vorstand der Rechtsanwaltskammer Köln aber durch den Zeitgeist
nicht verleiten. Auf dem höchst umstrittenen Gebiet der Werbung nahm der
Kammervorstand ab 1995 einen zunehmend sehr liberalen Standpunkt ein und
war damit anderen Kammern streckenweise weit voraus. Rechtssicherheit indes
wurde erst Jahre später durch das Gesetz zur Neuordnung des Berufsrechts der
Rechtsanwälte und der Patentanwälte vom 2. September 1994 und die Berufsordnung und Fachanwaltsordnung geschaffen, die von der Satzungsversammlung
am 29. November 1996 verabschiedet wurde. Selbst wir hatten jetzt keine
Bedenken, daß Reiner Schäfer-Gölz den Berliner und Andreas Jahn den Bonner
Halbmarathon 2001 in Trikots mit dem Aufdruck „www.mkvdp.de“ mitliefen.
Als Kammerpräsident gehörte Dr. Constantin Privat der Satzungsversammlung
(ohne Stimmrecht) als geborenes Mitglied an. Wenngleich sich die Mitglieder
der Versammlung aus dem Kölner Bezirk in den Beratungen durch besonders
qualifizierte Beiträge hervortaten, soll eine Anekdote hier nicht verschwiegen
werden: breiten Raum beanspruchte der Wunsch der weiblichen Versammlungsmitglieder, durchgängig geschlechtsneutrale Formulierungen zu verwenden
oder stets von „Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten“ zu sprechen. Sie gaben
dieses ebenso verständliche wie mit den Mitteln der deutschen Sprache nur
mühsam zu bewältigende Anliegen erst auf, nachdem eine klärende Fassung
der Präambel gefunden worden war und zuvor die unernste Anregung unseres
Sozius, durchgängig von Rechtsanwältinnen zu sprechen und am Schluß einzufügen, daß „Rechtsanwältin im Sinne der Berufsordnung auch der Rechtsanwalt
ist“, (erwartungsgemäß) keinen Zuspruch gefunden hatte.
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Neben den zwölf Anwältinnen und Anwälten, die in den seit der Fusion vergangenen 16 Jahren in unsere Sozietät eingetreten sind, wuchs auch die Zahl der
nichtjuristischen Mitarbeiterinnen. Zur Zeit sind in den beiden Büros 22 Angestellte tätig, und zwar mit wenigen Ausnahmen Rechtsanwaltsfachangestellte,
die fast alle schon seit Beginn ihrer Ausbildungszeit bei uns bzw. in einer der
beiden Altsozietäten beschäftigt waren; eine von ihnen seit 30 Jahren und fünf
seit mehr als 20 Jahren. Nicht erst heute, da die Suche nach einem Ausbildungsplatz für junge Menschen schwierig geworden ist, sondern auch früher schon
war es für die Altsozietäten eine verpflichtende Tradition, Rechtsanwaltsgehilfinnen – heute: Rechtsanwaltsfachangestellte – auszubilden. Im Augenblick
sind bei uns sechs „Azubis“ beschäftigt. Es gab aber in der Vergangenheit auch
Jahre, in denen kein Lehrstellenmangel, sondern ein deutlicher Lehrlingsmangel
herrschte. Daß es hier nicht zu Auswüchsen kam, ist allein dem solidarischen
Verhalten der Bonner Anwälte zu verdanken. Man hielt sich an die von der Mitgliederversammlung des Bonner Anwaltvereins empfohlene Lehrlingsvergütung
und akzeptierte Ende der siebziger Jahre auch den Beschluß, daß jeder Bonner
Anwalt grundsätzlich nur einen Lehrling ausbilden solle.
II.
Wo Menschen zusammenarbeiten, werden sie wirklich erfolgreich nur sein,
wenn sich jeder fordert, aber gleichermaßen auf den anderen Rücksicht nimmt
und ihm vertrauen kann. Fehlte es hieran, würde bei uns kein solch gutes
Arbeitsklima herrschen und würden wir auch nicht immer wieder von Mandanten hören, man spüre förmlich, wie in der Kanzlei mit offensichtlicher Freude
gearbeitet werde. Vor 40 Jahren hat Frau Nicklas, die oben schon einmal zitierte
Sekretärin von Dr. Hans Hennekeuser, anläßlich eines Betriebsausfluges als
„Loreley“ gereimt:
„Das ist die Firma, die ich gerne
belauschend sah aus weiter Ferne;
was ich dabei erfreulich fand:
Es knüpft ein menschlich echtes Band
die Chefs und ihre Mitarbeiter.
So soll es bleiben stets und heiter,
das wünscht mit einem Gruß dabei
von ihrem Fels die Loreley“
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Wir verdanken es nicht zuletzt der Toleranz der Mitarbeiterinnen, daß zu ihnen
auch in der heutigen Sozietät ein gleiches persönliches Vertrauensverhältnis
besteht, wie dieses für die Altsozietäten kennzeichnend war. In den seit der
Fusion vergangenen Jahren ist uns allerdings auch immer wieder bewußt
geworden, daß dieses vertrauensvolle Miteinander in einer größer werdenden
Sozietät keine Selbstverständlichkeit ist, sondern täglich gelebt und gepflegt
werden muß, weil andernfalls der Integration weiterer Partner schnell Grenzen
gesetzt sind. Wir versuchen deshalb auch, wachsam darauf zu achten, daß sich
keine Verstimmungen entwickeln und wo sich solche dennoch zeigen, sie sofort
zu bereinigen. Auch wenn das nicht immer gleich gelingt, so kommt es sicher
nicht von ungefähr, daß unsere Mitarbeiterinnen ein echtes „Wir-Gefühl“ mit
unserer Sozietät verbindet.
II.
Historie
Wie das Maß des innerbetrieblichen Vertrauens eine Sozietät kennzeichnet, so
ist außerbetriebliches Vertrauen Basis unserer anwaltlichen Tätigkeit. „Vertrauen
ist gut, Anwalt ist besser“ lautet denn auch die Werbe-Aktion, mit der der
Deutsche Anwaltverein der drohenden Konkurrenz durch Nichtjuristen bei der
Rechtsberatung und insbesondere auch der „Anwaltsschwemme“ begegnen
will, von der wir seit Mitte der achtziger Jahre sprechen. Damals aber gab es in
der Bundesrepublik (nur) etwa 50.000 Rechtsanwälte; im Jahr unserer Fusion,
1990, waren es bereits 57.000. Als wir im Jahr 2000 das Berliner Büro eröffneten, hatte sich die Zahl der zugelassenen Rechtsanwälte noch einmal nahezu
verdoppelt und ist seitdem auf derzeit fast 140.000 weiter angewachsen. Im
Vergleich zu dieser dramatischen Erhöhung der Anwaltsdichte erscheinen uns
aus heutiger Sicht die Zustände, die die Anwaltschaft Anfang des vorigen
Jahrhunderts eine Überfüllung des Anwaltstandes befürchten ließen, geradezu
paradiesisch. Das gilt auch für den Oberlandesgerichtsbezirk Köln. 1906 waren
hier 625 Anwälte zugelassen, während es heute mehr als 10.000 sind. Damals
wie heute war es aber nicht nur die Anwaltschaft, die die steigenden Zulassungszahlen mit Sorge erfüllte. Denn Alex Meyer-Köring wurde schon anläßlich seiner
Praxiseröffnung 1906 von vielen gefragt, ob es nicht schon zu viele Anwälte in
der stillen Pensionärsstadt am Rhein gebe. Seine Antwort: „Es kommt darauf an,
wer zu viel ist.“
Wir vertrauen darauf, daß keiner der weiteren Anwälte, die in Zukunft in unsere
Sozietät eintreten werden, einer von denen sein könnte, der zu viel ist.
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III. Die Sozietätsgründer
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Dr. Alex Meyer – den Doppelnamen Meyer-Köring nahmen er und seine beiden
Söhne erst im Jahre 1938 an – wurde am 6. November 1878 in Mönchengladbach
als Sohn des Bauunternehmers Ludwig Meyer und seiner Ehefrau Augusta,
geborene Köring, geboren. Nach der 1897 bestandenen Reifeprüfung immatrikulierte er sich an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität in Bonn für
die Fächer Philosophie und Rechts- und Staatswissenschaften. Das Studium
schloß er am 16. Juli 1901 mit dem ersten juristischen Staatsexamen ab und
leistete anschließend den freiwilligen einjährigen Militärdienst. Am 12. März
1906 wurde er mit einer Dissertation über das Thema „Zur Lehre der Gefahrtragung beim gegenseitigen Vertrag“ in Bonn zum Dr. jur. promoviert und
bestand noch im selben Jahr am 4. Oktober das große juristische Staatsexamen.
Am 4. Dezember 1906 wurde er als Rechtsanwalt beim Amts- und Landgericht
Bonn zugelassen und eröffnete im Hause Kaiserstraße 35 sein erstes Büro, bis
er einige Jahre später das Haus Wilhelmstraße 13 erwarb und nicht nur seine
Praxis, sondern auch die Wohnung dorthin verlegte. Der Erste Weltkrieg unterbrach wie bei den meisten seiner Kollegen seine Berufstätigkeit. Ab 31. Januar
1915 wurde er zunächst als militärischer Hilfsrichter, ab 1916 als Intendantursekretär und ab 1917 als Volkswirtschaftlicher Referent des Gouvernements der
Festung Köln eingesetzt.
III.
Die Sozietätsgründer
Noch vor seiner Zulassung als Rechtsanwalt hatte er am 25. Oktober 1906
Maria Jansen geheiratet, die 12 Jahre später verstarb. Aus dieser Ehe gingen
zwei Söhne hervor; einer wurde sein Praxisnachfolger Alex. 1921 heiratete
Dr. Alex Meyer-Köring Theodora Friesenhahn, mit der er drei Töchter hatte.
Dr. Alex Meyer-Köring
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Dr. Alex Meyer-Köring engagierte sich vielfältig für die Belange der Stadt Bonn,
der er nicht nur als Anwalt jahrzehntelang verbunden war. So war er nach dem
Ersten Weltkrieg für einige Jahre ehrenamtlicher Vorsitzender des Gewerbegerichts und des Mieteinigungsamtes und gehörte zugleich dem städtischen
Juristenausschuß an. Nachdem man die Amtsinhaber ausgewiesen hatte,
übernahm er während der Besatzungszeit vorübergehend die Funktion eines
Beigeordneten der Stadt und verwaltete in dieser Zeit vor allem das Grundstücksdezernat, bis er schließlich seine Anwaltspraxis wieder eröffnen konnte.
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III.
Die Sozietätsgründer
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Seite 58
Von 1916 bis zu deren Auflösung im Jahre 1933 war Dr. Alex Meyer-Köring
Mitglied der Zentrumspartei, für die er ab 1929 dem Stadtrat angehörte.
Von 1931 bis 1933 war er Mitglied des Vorstands der Rechtsanwaltskammer
Köln. Seine standhafte Weigerung, der NSDAP beizutreten, tat seinem Erfolg
keinen Abbruch, sonder erhöhte sogar sein Ansehen. Am 17. Februar 1940
schlug ihn der – selbstverständlich nationalsozialistische – Präsident der
Rechtsanwaltskammer Köln, Dr. Diedrich, zur Verleihung des Titels „Justizrat“
vor mit der Begründung, er habe „durch die auf vornehmer Gesinnung beruhende
Art seiner Berufsausübung bei Gericht, Kollegen und rechtsuchender Bevölkerung ein außergewöhnliches Ansehen verbunden mit hoher Achtung vor der
Persönlichkeit erworben“. Die damaligen Machthaber folgten diesem Vorschlag
allerdings nicht.
Dr. Alex Meyer-Köring war vorwiegend auf dem Gebiet des Zivilrechts tätig;
er vertrat zahlreiche Bonner Unternehmen und Institutionen. Nach dem Ende
des Zweiten Weltkrieges wurde er am 24. September 1945 erneut als Rechtsanwalt zugelassen. Am 14. Oktober 1946 verstarb er im Alter von 67 Jahren.
III.
Die Sozietätsgründer
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Dr. Peter Gilles wurde am 20. Juni 1885 in Beuel geboren, wo sein Vater eine
Ziegelei besaß. Nach dem Abitur am Königlichen Gymnasium in Bonn, dem
heutigen Beethoven-Gymnasium, studierte er von 1904 bis 1907 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn Rechts- und Staatswissenschaften,
unterbrochen durch ein Semester in Heidelberg. 1907 bestand er das ReferendarExamen und promovierte ein Jahr später an der Universität Erlangen mit der
Dissertation „Die Elektrizität und ihre Stellung im Straf- und Zivilrecht“ zum
Doktor jur.. Den anschließenden einjährigen freiwilligen Militärdienst beendete
er als Unteroffizier. Im Jahre 1912 folgte das Assessorexamen; am 31. Januar
1913 wurde er am Amts- und Landgericht Bonn als Rechtsanwalt zugelassen.
Dr. Peter Gilles nahm an beiden Weltkriegen teil. Im Ersten Weltkrieg erwarb er
sich als Feldartillerist das Eiserne Kreuz Erster und Zweiter Klasse. Im Zweiten
Weltkrieg war er Justitiar beim Luftgaukommando Münster und wurde dort als
Major der Reserve entlassen. Als die Kirchensteuern noch durch die Gemeinden
eingezogen wurden, war Dr. Peter Gilles lange Jahre stellvertretender Vorsitzender der Gesamtverbandes der Katholischen Kirchengemeinden und anschließend
mehr als 30 Jahre Mitglied im Kirchenvorstand der Münster-Gemeinde. Viele
Jahre gehörte er dem Aufsichtsrat der Volksbank Beuel an und war vielfältig
ehrenamtlich engagiert. Neben weiteren zahlreichen Ehrungen für seine Verdienste um die Allgemeinheit war er Komtur des Gregoriusordens.
III.
Die Sozietätsgründer
Dr. Peter Gilles
1947
Als Anwalt machte Dr. Peter Gilles sich vor allem als Strafverteidiger einen
Namen und war auch in der nationalsozialistischen Zeit bekannt für seine aufrechte Haltung, die er in diesen Jahren durch die Übernahme risikovoller Verteidigungen, nicht zuletzt vor dem berüchtigten Volksgerichtshof in Berlin, bewies.
Wegen seines freundlichen Wesens und seines Humors im Kreis seiner Kollegen
sehr beliebt, trug ihm seine bis ins hohe Alter andauernde rastlose Aktivität in
der Anwaltschaft den Spitznamen „Perpetuum Mobile“ ein. Am liebsten aber
war ihm der Wahlspruch: „Auch der Herrgott will es, geht zu Peter Gilles!“
Dr. Peter Gilles starb am 5. Juni 1972, wenige Tage vor seinem 87. Geburtstag.
Seine Frau war sehr früh verstorben und er im Zeitpunkt seines Todes mehr als
40 Jahre Witwer gewesen. Er hatte zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn,
Dr. Eberhard Gilles, den er 1946 als Partner in seine Praxis aufgenommen hatte,
der sich dann aber acht Jahre später entschied, ein Notariat in Köln zu übernehmen. Beinahe 70-jährig nahm Dr. Peter Gilles dies aber nicht etwa zum
Anlaß, sich aus dem aktiven Berufsleben zurückzuziehen. Im Gegenteil kam er
bis zu seinem Tod noch regelmäßig in sein Büro.
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III.
Die Sozietätsgründer
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Seite 62
Dr. Hans Hennekeuser wurde im Jahr der Gründung unserer Anwaltspraxis am
1. März 1906 in Essen als Sohn eines Bankdirektors geboren. Der Beruf des
Vaters verschlug die Familie nach Bonn, wo Dr. Hans Hennekeuser das Städtische
Gymnasium – das heutige Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (kurz: EMA) –
besuchte und 1924 nach bestandener Reifeprüfung zunächst eine Lehre als
Bankkaufmann absolvierte. Anschließend studierte er in Bonn, Genf und Köln
Rechts- und Staatswissenschaften und hat nach bestandenen Referendarexamen
1930 mit einer Dissertation über das Thema „Die rechtliche Bedeutung der
Umschreibung im Giroverkehr“ zum Dr. jur. promoviert. Am 13. Januar 1931
wurde Dr. Hans Hennekeuser wenige Wochen nach seinem Assessorexamen am
Amts- und Landgericht Bonn als Rechtsanwalt zugelassen und eröffnete seine
Anwaltspraxis im Hause Wilhelmstraße 24.
Anfang 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Der Krieg führte ihn nach
Rußland und schließlich nach Griechenland, wo er in Gefangenschaft geriet,
aus der er aber bereits wenige Monate nach Kriegsende entlassen wurde und
deshalb schon Anfang 1946 seine Anwaltspraxis wieder eröffnen konnte.
III.
III.
Die Sozietätsgründer
Dr. Hans Hennekeuser
1956
Dr. Hans Hennekeuser war wie Dr. Peter Gilles „Bavare“ und bereits während
seiner Referendarzeit in dessen Praxis tätig gewesen. Es war deshalb nahe
liegend, daß Dr. Peter Gilles, der nach dem Ausscheiden seines Sohnes nicht
wieder Einzelanwalt sein wollte, sich 1954 mit Dr. Hans Hennekeuser soziierte.
Sie waren die erste Bonner Sozietät, die nicht aus Vater und Sohn bestand. Die
gemeinsame Praxis hatte einen großen Mandantenkreis und zwar auch unter
den Landwirten des Vorgebirges, woraus sich vielfältige Mandate im Landwirtschaftsrecht und im Enteignungsverfahren ergaben. Schwerpunkte waren neben
strafrechtlichen Mandaten u.a. auch Wiedergutmachungs- und Versicherungsmandate.
Dr. Hans Hennekeuser war ein musischer Mensch. Er liebte Musik und Theater
und war zudem ein nicht nur im Freundeskreis gefragter Kenner der Weinanbaugebiete Rhein-Hessen und Mosel. Schon bald nach seiner Entlassung aus
der Kriegsgefangenschaft stellte er sich dem Kirchenvorstand von St. Remigius
zur Verfügung, um beim Wiederaufbau dieser kriegszerstörten Altstadtpfarrei
tatkräftige Hilfe zu leisten. Nicht weniger nachhaltig war sein Einsatz für seine
Studentenverbindung. Dr. Peter Gilles und ihm war es 1948 nach zähem Ringen
gelungen, die Rückübertragung des von den nationalsozialistischen Machthabern
enteigneten Verbindungshauses durchzusetzen, das er beinahe 30 Jahre mit
großem Geschick verwaltete. Dr. Hans Hennekeuser verstarb am 6. Mai 1977.
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Die Sozietätsgründer
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Alex Meyer-Köring wurde am 23. Mai 1910 in Bonn geboren. Er war der
„geborene“ Sozius und Nachfolger seines Vaters. Sein Studium absolvierte er in
Bonn und Innsbruck. Bereits 1931 legte er das Erste Juristische Staatsexamen
ab und trat nach erfolgreichem Abschluß des Zweiten Staatsexamens 1935 im
Alter von 24 Jahren als Sozius in die väterliche Rechtsanwaltspraxis ein. 1939
wurde seine berufliche Laufbahn durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen.
Kurz vor Ende des Krieges geriet er als Oberleutnant bei den Kämpfen um Berlin
noch in russische Kriegsgefangenschaft und wurde in ein Kriegsgefangenenlager
bei Moskau gebracht, aus dem er jedoch entfliehen konnte und auf abenteuerlichen Wegen noch vor Weihnachten 1945 nach Bonn zurückkehrte.
Als politisch Unbelasteter wurde er bereits im Februar 1946 wieder als Anwalt
zugelassen. Nach dem frühen Tod seines Vaters am 4. Oktober 1946 war er
beinahe 20 Jahre als Einzelanwalt tätig, bis er 1965 eine Sozietät mit Dr. Constantin Privat begründete.
Alex Meyer-Köring war ein ausgesprochen erfolgreicher Anwalt, den seine
angeborene Bescheidenheit aber davon abhielt, sich in der Öffentlichkeit auszustellen. Diese Haltung behielt er auch bei als Verteidiger in einigen aufsehenerregenden Strafverfahren, wie unter anderem im Contergan-Verfahren.
III.
Die Sozietätsgründer
Alex Meyer-Köring
1966
Für Alex Meyer-Köring war es eine Selbstverständlichkeit, sich für ehrenamtliche
Funktionen zur Verfügung zu stellen. Er war lange Jahre Prüfer im Ersten Juristischen Staatsexamen und Mitglied des Vorstandes des Bonner Anwaltvereins.
Von 1951 bis 1975 gehörte er dem Vorstand der Rechtsanwaltskammer Köln an,
anschließend war er für fünf Jahre Richter am Ehrengerichtshof für Rechtsanwälte des Landes Nordrhein-Westfalen. Er war aber nicht nur standespolitisch,
sondern auch im sozialen und kulturellen Leben in Bonn engagiert. So gehörte
er viele Jahre dem Kuratorium des Johanneshospitals, dem Vorstand des Borromäusvereins und dem Vorstand des Vereins Beethovenhaus Bonn an, eine
ehrenamtliche Tätigkeit, die ihm ganz besonders am Herzen lag und der sich
unsere Sozietät auch weiterhin verpflichtet weiß.
Nicht zuletzt war Alex Meyer-Köring ein musischer Mensch, der vor allem
klassische Musik liebte und selbst musizierte; er spielte gut Cello.
Nachdem er sich bereits einige Jahre zuvor aus der aktiven Berufstätigkeit zurückgezogen hatte, verstarb er am 10. September 1997 im Alter von 87 Jahren.
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III.
Die Sozietätsgründer
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Die Sozietät heute
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Die Sozietät heute
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Das Erscheinungsbild und die Kooperationsformen der Anwaltschaft haben sich
in den letzten Jahrzehnten erheblich gewandelt. Eine Sozietät mit neunzehn
Partnern und einer Reihe von angestellten Anwälten gilt heute nicht als „Großsozietät“, wie sie sich nach anglo-amerikanischem Vorbild mit oft Hunderten
von Berufsträgern auch in vielen deutschen Großstädten gebildet haben. Damit
zu wetteifern war nie unser Ziel und wird es auch in Zukunft nicht sein. Die
Vermehrung der Zahl der Sozien ergab sich zwanglos aus den Bedürfnissen der
Klienten und der Notwendigkeit der Spezialisierung. Unsere Mandanten erwarten
auch heute die persönliche Zuwendung eines Ansprechpartners, die die Voraussetzung und Grundlage jedes Vertrauensverhältnisses ist. Damit verträgt sich
nicht die Vorstellung einer „Anwaltsfabrik“. Auch der notwendige innere
Zusammenhalt einer Sozietät setzt dem Wachstum Grenzen. Der freundschaftliche Umgang der Partner miteinander hat in den beiden ursprünglichen Praxen
und in der seit 1990 vereinigten Sozietät eine lange Tradition. Ein maßgebliches
Kriterium für die Aufnahme als Partner ist neben hervorragender fachlicher
Qualifikation in erster Linie die menschliche Seite, also die Frage, ob die oder
der „Neue“ in die Gemeinschaft hineinpaßt. An dieser Philosophie wird die
Sozietät auch in Zukunft festhalten.
Unverändert ist die Sozietät zivilrechtlich ausgerichtet; sie arbeitet inzwischen
überörtlich mit derzeit 23 Berufsträgern. Die Schwerpunkte liegen auf den
Gebieten Unternehmen, Arbeit, Steuern, Franchising, Immobilien, Persönliches,
Medizin und Internationales.
Jeder von uns hat Spezialgebiete und kann stets auf die besonderen Kenntnisse
und zum Teil jahrzehntelange Erfahrung der anderen Partner zurückgreifen.
Hierdurch ist der ständige Gedankenaustausch und die gründliche Diskussion
schwieriger Rechtsfragen und Sachverhalte gewährleistet.
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Arbeit
Im Arbeitsrecht sind wir in allen Bereichen des Individual- und kollektiven
Arbeitsrechts sowie im thematisch angrenzenden Handelsvertreter- und Sozialversicherungsrecht tätig. Mit einer Fachanwältin und vier Fachanwälten für
Arbeitsrecht sind wir auf diesem Gebiet besonders stark vertreten. Neben
mittelständischen Unternehmen, Krankenhäusern, kirchlichen Trägern und
Gemeinden zählen öffentlich-rechtliche Körperschaften, Stiftungen und
gemeinnützige Organisationen zu unseren Mandanten. Daneben betreuen wir
auch die individuellen Interessen von Arbeitnehmern, leitenden Angestellten,
Freiberuflern sowie GmbH-Geschäftsführern und Vorstandsmitgliedern.
IV.
Unsere Tätigkeitsfelder reichen von der Gestaltung und Verhandlung von
Arbeitsverträgen und Sozialplänen, über die Betreuung von Unternehmensumstrukturierungen, Betriebsübergängen bis hin zur Vertretung in Kündigungsschutzverfahren und der umfassenden Betreuung von Führungskräften. Auch
das Internationale Arbeitsrecht zählt zu unserem Beratungsangebot.
Unternehmen
Unter der Überschrift „Unternehmen“ wird eine Vielzahl von Einzelgebieten
gebündelt, bei denen vor allem das Abfallwirtschaftsrecht, das Bank- und Kapitalanlagerecht, die Begleitung von Unternehmenstransaktionen, aber auch das
Energie- und Wasserversorgungsrecht besonders hervorzuheben sind. Für die
sachlich wie rechtlich sehr komplexen Fragestellungen ist hier die interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsträger gefragt.
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Persönliches
Steuern
Das Gebiet „Steuern“ läßt kaum einen Bereich privater oder beruflicher Betätigung unberührt. Auf diesem Gebiet sind wir mit drei auf das Steuerrecht spezialisierten Rechtsanwälten, davon einem Fachanwalt für Steuerrecht sowie
einem Steuerberater vertreten, deren Kompetenz auch an Schnittstellen zu
anderen Rechtsgebieten herangezogen werden kann.
Franchising
IV.
Die Sozietät heute
Auf dem Gebiet „Franchising“ verfügen wir mit einem auf das Franchiserecht
spezialisierten Partner, der bereits am Aufbau von über 80 Franchise-Systemen
mitgewirkt hat, über ausgeprägte Branchenkenntnisse. Unterstützt wird seine
Tätigkeit durch fünf weitere Berufsträger, die sich mit besonderen Fragestellungen, wie z.B. dem internationalen Rechtsverkehr, dem Vertriebsrecht oder dem
Markenrecht befassen.
Immobilien
Das Gebiet „Immobilien“ deckt sowohl das Grundstücksrecht, das private Bauund Architektenrecht, aber auch den Bereich Immobilieninvestitionen und
Investorenbetreuung ab. Hier sind insbesondere unsere Fachanwälte für Steuerrecht als auch für Bau- und Architektenrecht gefragt.
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Das Gebiet „Persönliches“ umfaßt das Erbrecht sowie das Familienrecht. Im
Erbrecht beraten und vertreten wir mit mehreren Berufsträgern, darunter einem
Fachanwalt für Erbrecht, gemeinnützige Organisationen bei der Abwicklung
von Erbfällen, aber auch Privatpersonen auf erbrechtlichem und erbschaftssteuerrechtlichem Gebiet. Das Familienrecht ist mit zwei Berufsträgern, beide Fachanwälte für Familienrecht, besetzt. Hier geht es im wesentlichen um die Erstellung von Eheverträgen sowie die Beratung und Vertretung von Privatpersonen
während der Trennung und Scheidung.
Medizin
IV.
Die Medizin im umfassenden Sinne ist zu einem wesentlichen Wirtschafts- und
Beschäftigungssektor geworden, dessen Bedeutung aufgrund des wissenschaftlichen Fortschritts und der demographischen Entwicklung ständig steigt. Im
Bereich des „Medizinrechts“ sind wir daher mit einer Anwaltsgruppe von
fünf Rechtsanwälten vertreten, davon ein Fachanwalt für Medizinrecht. Es handelt sich hier um eine fachübergreifende Materie. Zivilrecht, Sozialrecht,
Arbeitsrecht, Steuerrecht, öffentliches Recht und Strafrecht sind betroffen.
Inhaltlich bilden Fragen des ärztlichen Berufs- und Arbeitsrechts, Vertragsarztund Krankenhausfinanzierungsrechts, Arzthaftungs- und Arztstrafrechts sowie
Arzneimittel- und Heilmittelwerberechts den Schwerpunkt der anwaltlichen
Tätigkeit. Wir beraten und vertreten niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in
allen sie betreffenden Rechtsfragen sowie alle sonstigen im Gesundheitswesen
tätigen Personen und Institutionen, insbesondere Krankenhäuser und Medizinische Versorgungszentren, sowie im Bereich des Arzthaftungsrechts deren
Berufshaftpflichtversicherer.
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Internationales
Auf dem Gebiet „Internationales“ sind wir insbesondere am Standort Berlin mit
zwei ausgewiesenen Fremdsprachenspezialisten vertreten. Sie befassen sich mit
sämtlichen Fallgestaltungen grenzüberschreitender Rechtsbeziehungen, sei es
dem Vertrieb inländischer Produkte auf einem anderen Kontinent, dem Erwerb
eines Grundstücks im Ausland, der Besteuerung einer Auslandsbeschäftigung
oder der grenzüberschreitenden Erbschaft. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in
der maßgeschneiderten Betreuung ausländischer Staaten, Firmen und
Einzelpersonen bei ihren Engagements in Deutschland.
IV.
Anwaltsgruppen
Die Sozietät heute
Für bestimmte rechtsgebietsübergreifende Schwerpunkte haben wir Spezialistenteams gebildet, sog. „Anwaltsgruppen“, in denen jeder zugehörige Anwalt
sein Spezialwissen zum Nutzen des Mandanten einbringt. Aufgrund der vielfältigen Berührungspunkte zu anderen Rechtsgebieten sind dies bislang die
Anwaltsgruppen Arbeitsrecht, Medizinrecht, Erbrecht, Vermögens- und Unternehmensnachfolge sowie Franchising und Vertrieb.
In allen genannten Rechtsgebieten sind wir auch als Dozenten und Autoren tätig.
Mehr Informationen über unsere Sozietät finden Sie auf unserer Homepage:
www.mkvdp.de
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Geboren 1935, ist er heute der Senior (und Mit-Namensgeber) der Sozietät.
Nach dem Studium in Bonn und Wien und der Referendarausbildung im Kölner
Bezirk wurde er Ende 1964 als Rechtsanwalt in Bonn zugelassen. Nach zweijähriger Tätigkeit als Repetitor für das Assessorexamen trat er im November
1966 als Sozius in die Praxis Gilles und Hennekeuser ein, in der er schon
während der Referendarzeit durchgängig gearbeitet hatte.
Seine Vorliebe galt immer den „schwierigen Fällen“, die ihn vor die Aufgabe
stellten, mit der ihm eigenen Gründlichkeit und Beharrlichkeit komplexe
Sachverhalte aufzuarbeiten und sich in immer neue Rechtsgebiete zu vertiefen.
Schon früh waren Arbeitsrecht und Erbrecht seine Schwerpunkte; er ist Fachanwalt für Arbeitsrecht.
IV.
Die Sozietät heute
Jürgen v. Danwitz
Neben der anwaltlichen entfaltete er eine umfangreiche ehrenamtliche Tätigkeit. Von 1973 bis 1991 war er Vorsitzender des Bonner Anwaltvereins und bis
1993 Mitglied des Vorstands der Rechtsanwaltskammer Köln. Er prüfte im
Zweiten Staatsexamen und führte 13 Jahre den Vorsitz von Prüfungskommissionen. Viel Zeit widmet er dem von ihm im Jahr 1980 mit gegründeten Verein
„Don Bosco Jugend Dritte Welt; Verein zur Förderung der Missionsprokur der
Salesianer Don Boscos in Bonn“, dessen Vorsitzender er war und ist. Der Verein
fördert in Zusammenarbeit mit dem katholischen Orden der Salesianer weltweit
Projekte der Jugend- und Entwicklungsarbeit, vor allem die Betreuung von
Straßenkindern. Jürgen v. Danwitz gehört dem Vorstand seiner Kirchengemeinde
St. Winfried an und ist Vorsitzender des Kreisparteigerichts der CDU.
Auch seine Frau hat sich immer sehr intensiv um das Wohl der Sozietät gekümmert; so sucht sie seit Jahrzehnten die Weihnachtsgeschenke für die Mitarbeiterinnen aus, ohne jemals etwas doppelt zu schenken. Jürgen v. Danwitz’
Leidenschaften sind – neben seinen drei Enkeln – der Garten sowie das Zeichnen
und die Malerei; auf der Kanzleibroschüre und in der Kanzlei selbst finden sich
seine Werke. Sein Markenzeichen ist sein unerschütterlicher Optimismus.
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Die Sozietät heute
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Constantin Privat wurde 1935 in Frankfurt/Main geboren. Schon als Schüler
war sein einziger Berufswunsch, Rechtsanwalt zu werden. Er studierte in
München und Bonn; dort promovierte er über das Thema „Der Einfluß der
Rechtswahl auf die rechtsgeschäftliche Mobiliarübereignung im Internationalen
Privatrecht“ bei Prof. Dr. Beitzke. Nach einer kurzen Tätigkeit in einer internationalen Organisation trat er am 1965 als Partner in die Praxis von Alex MeyerKöring ein.
Wie fast alle Anwälte seiner Generation arbeitete er zunächst auf fast allen
Rechtsgebieten, wobei das Zivilrecht im Vordergrund stand. Nach einiger Zeit
kristallisierten sich jedoch Vorlieben für das Baurecht, das Gesellschaftsrecht
und den Gewerblichen Rechtsschutz heraus. Im letzten Drittel seiner Berufstätigkeit lag der Schwerpunkt auf dem Gebiet des Erbrechts, nicht zuletzt für
eine große gemeinnützige Institution in Bonn.
IV.
IV.
Schon früh engagierte er sich für die Berufsorganisationen der Anwaltschaft.
Von 1968 bis 1980 gehörte er dem Vorstand des Bonner Anwaltvereins an, von
1976 bis 1988 dem Vorstand des Landesverbands NRW des Deutschen Anwaltvereins. 1975 wurde er in den Vorstand der Rechtsanwaltskammer Köln gewählt,
für die er sich in den folgenden 26 Jahren sehr engagierte. Von 1985 bis 1995
war er Vizepräsident der Rechtsanwaltskammer Köln; 1995 wurde er als erster
Bonner Rechtsanwalt zu ihrem Präsidenten gewählt. Dieses Amt übte er bis
2001 aus; im Jahre 2000 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse
verliehen.
Die Sozietät heute
Dr. Constantin Privat
Ende 2002 zog er sich mit 67 Jahren aus der Anwaltspraxis zurück. Constantin
Privat hat man während seiner Tätigkeit als Anwalt selten ohne seine Pfeife
gesehen. Für seine Sozien blieb es auch im Nachhinein ein Geheimnis, wie seine
Sekretärin es je vermochte, seine über die Pfeife hinweg genuschelten Diktate
zu verstehen.
Er widmete sich fortan dem Privatleben, der Familie und seinem Pferd. Aus
Anlaß des 125jährigen Bestehens der Rechtsanwaltskammer Köln im Jahre
2004 schrieb Constantin Privat ein Buch über die „Anwaltschaft im Wandel“.
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Geboren 1943 in Gardelegen, studierte er in Köln, Freiburg und Bonn. Dort
promovierte er 1970 ebenfalls mit einer Arbeit auf dem Gebiet des Internationalen Privatrechts, nämlich „Zur Formularmäßigen Haftungsfreizeichnung im
englischen Recht“ bei Prof. Dr. Jochen Schröder. Während seiner Referendarzeit
arbeitete er bereits für die Praxis Meyer-Köring und Privat und trat 1973 als
Partner dort ein.
Auch er übernahm zunächst alles, was in einer zivilrechtlich ausgerichteten
Praxis anfiel. Daneben leitete er als Lehrbeauftragter an der Universität Bonn
den zivilrechtlichen Klausurenkurs, wo er sich allgemeiner Beliebtheit erfreute.
Viele Jahre prüfte er im Ersten Staatsexamen.
IV.
Die Sozietät heute
Theo Kade spezialisierte sich schließlich auf das Arbeitsrecht, ein Gebiet, in
dem er einer der ersten Fachanwälte wurde. Sein Schwerpunkt ist neben dem
Kündigungsschutzrecht das kollektive Arbeitsrecht. Mit Veröffentlichungen und
Vorträgen pflegt er weiter seine wissenschaftlichen Neigungen. Über Jahre
hinweg bildete er zahlreiche angehende Fachanwälte für Arbeitsrecht aus. Im
Zusammenhang mit seinem musikalischen Interesse steht sein Engagement
als Vorstandsmitglied des Beethovenhauses, dem bereits Meyer-Köring jun.
angehörte.
Dr. Theo Kade
Theo Kade berät nicht nur Arbeitgeber, sondern sieht sich als Arbeitgeber selbst
in der sozialen Pflicht gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ihnen
gegenüber, aber auch gegenüber Mandanten und seinen Partnern, ist er nicht
nur von professioneller Verbindlichkeit, sondern liebenswürdig und herzlich.
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Die Sozietät heute
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Gert-Iro Stamp-Ilk stammt aus Nassau an der Lahn, wo er 1944 geboren wurde.
Das Abitur bestand er schon mit 17 Jahren an einer französischen Eliteschule.
Er studierte zunächst vier Jahre lang Chemie und wechselte dann zu Jura.
Bereits während seiner Referendarzeit arbeitete er intensiv in der Praxis Gilles,
Hennekeuser und v. Danwitz mit, in die er Anfang 1975 als Partner eintrat.
Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag zunächst auf dem Gebiet des Familienrechts und des Arzthaftungsrechts. Er war es, der die Fusion der Praxen MeyerKöring und v. Danwitz initiierte. Der Zusammenschluß mit vielen anderen
Kollegen bot ihm die Möglichkeit, sich nur noch dem Immobilienrecht zu
widmen, mit dem er sich schon in den vorausgegangenen Jahren zunehmend
beschäftigt hatte. Große Bauvorhaben wie Bürokomplexe und Hotels, für die er
vom Grundstückskauf über die Finanzierung bis zur Bauausführung und Vermarktung die Verhandlungen führte und die Verträge gestaltete, wurden sein
Hauptbetätigungsfeld.
IV.
Die Sozietät heute
Im Herbst 2003 schied er aus gesundheitlichen Gründen aus der Sozietät aus.
Gert-Iro Stamp-Ilk
Besonders gern widmet er sich seinen Enkeln, spielt Schach und Bridge und reist.
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wurde 1949 als echter Godesberger geboren. Nach dem Abitur am Aloisiuskolleg studierte er in Freiburg und Genf. Bereits als Referendar war er in der
Sozietät Dr. Hennekeuser, v. Danwitz, Stamp-Ilk tätig und wurde 1977 als
Partner aufgenommen. Neben Zivil- und Immobilienrecht lag schon früh ein
Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf dem Gebiet des Verkehrsrechts und des
Versicherungsrechts; er ist seit über 25 Jahren Vertragsanwalt des ADAC. Eine
seiner besonderen Spezialitäten ist die Verteidigung in Verkehrsstrafsachen.
Gäbe es das Telefon noch nicht, müßte es für Michael C. Gussone erfunden
werden. Er hat die Gabe, eine Vielzahl von Problemen in Gesprächen mit
Gegnern, Versicherungen und Staatsanwaltschaften zu lösen; sein Verhandlungsgeschick ist gefürchtet.
IV.
Die Sozietät heute
Michael C. Gussone
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Die Sozietät heute
Seit langem trägt er die Last der Geschäftsführung der Praxis, zusammen mit
Andreas Jahn, und hält die Sozietät mit ihren unterschiedlichen Charakteren
zusammen. Dazu befähigt ihn nicht nur sein ausgleichendes Naturell und sein
Organisationstalent, sondern auch seine rheinische Gelassenheit und Fröhlichkeit. Orientierung bieten ihm dabei die Zehn Rheinischen Gebote. Diese
Eigenschaften zeigen sich auch im Karneval; Gussone ist Kanzler des Großen
Rats der Ehrengarde der Stadt Bonn.
Sein Interesse für Geschichte, Politik, Sport, Kunst und Kultur findet sich wieder
in seinem vielseitigen Engagement für verschiedene Organisationen und Vereine.
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Geboren im April 1950 in Bonn, wo er aufwuchs und studierte, wurde er
Anwalt, obwohl er genau das überhaupt nicht wollte. Jeden anderen juristischen
Beruf hätte er notfalls ergriffen. Sein Pate Alex Meyer-Köring mußte – dies
wohl wissend – ihn als damals in der Praxis tätigen Referendar deshalb überreden, in sein Büro einzutreten; im Ergebnis mit Erfolg.
Rainer Bosch beschäftigte sich von Anfang an intensiv mit Baurecht und
Familienrecht, später zusätzlich mit Erbrecht. Das Familienrecht wurde aber
schon bald sein Spezialgebiet. Dazu trug sicherlich seine erbliche Belastung bei;
sein Vater lehrte Familienrecht an der Universität Bonn und gründete die jedem
Familienrechtler wohlbekannte Zeitschrift für das Familienrecht (FamRZ), deren
Mitherausgeber Rainer Bosch seit einigen Jahren ist. Zu Beginn seiner Anwaltstätigkeit trat gerade die Familienrechtsnovelle in Kraft, so daß er sich – unvoreingenommen durch Erfahrungen mit dem früheren Recht – schnell in dieses
Rechtsgebiet einarbeiten konnte.
IV.
Die Sozietät heute
Rainer Bosch
Rainer Bosch ist Fachanwalt für Familienrecht; er ist Mitautor mehrerer Fachbücher auf diesem Rechtsgebiet. Er gehört weiter dem Vorprüfungsausschuß
der Rechtsanwaltskammern Köln und Düsseldorf für die Zulassung von Fachanwälten für Familienrecht an und ist Vorstandsmitglied der Wissenschaftlichen
Vereinigung für Familienrecht. Seit der Gründung des Versorgungswerks der
Rechtsanwälte NRW wirkt er in dessen Vorstand mit; das ist bei seiner Leidenschaft für Zahlen kein Zufall. Dazu paßt auch sein Interesse für EDV; er war im
Büro lange Zeit alleine für diesen Bereich zuständig.
Soweit ihm dafür Zeit bleibt, liest er vornehmlich historische Bücher und betätigt sich handwerklich. Mit Hilfe dieser Begabung hat er schon manchen Notfall
im Büro gelöst.
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wurde am 17. Januar 1952 in Bonn geboren. Nach dem Studium der Rechtsund Wirtschaftswissenschaften in Bonn und Freiburg absolvierte er die juristischen Staatsexamina mit den bestmöglichen Prädikaten, so daß sich nach dem
Abschluß seiner Ausbildung Justiz und Verwaltung trotz Einstellungssperre um
ihn bemühten. Der Sozietät Meyer-Köring, der er schon als Referendar seine
Qualitäten bewiesen hatte, gelang es jedoch, seine Mitarbeit zu gewinnen; sie
nahm ihn mit seiner Anwaltszulassung im September 1981 als Partner auf.
Seine Promotion zum Thema „Die Lehre vom Vorbelastungsverbot und die
Differenzhaftung der Gründer“ bei Prof. Ulrich Huber an der Universität Bonn
schloß er 1983 ab.
Neben dem allgemeinen Zivilrecht widmete sich Reiner Schäfer-Gölz lange
Jahre dem Gesellschaftsrecht und dem gewerblichen Rechtsschutz. Seine
familiären Beziehungen zur Medizin waren maßgeblicher Grund dafür, daß
schließlich das Medizinrecht sein Spezialgebiet wurde; dort erwarb er als einer
der ersten Rechtsanwälte den Fachanwaltstitel. Inzwischen bildet er selbst
angehende Fachanwälte für Medizinrecht aus und ist in vielfältiger Form als
Referent und Fachautor tätig. .
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Die Sozietät heute
Dr. Reiner Schäfer-Gölz
Reiner Schäfer-Gölz war seit 1990 die treibende Kraft für die Etablierung und
den Ausbau des ehemaligen Büros in Leipzig; er war dort von 1994 bis 2001
zugelassen. Nach dieser Zeit, die bereits mit viel Reisen verbunden war, wechselte er Anfang 2002 in das Berliner Büro, das ebenfalls mit auf seine Initiative
zurückgeht. Er ist fast jede Woche auch in Bonn und schafft es so, die Verbindung zwischen den beiden Büros in Person zu halten.
Auch vieles andere treibt Reiner Schäfer-Gölz um und an; Bedacht im Umgang
mit den Ressourcen unserer Welt gehört dazu.
Seine persönlichen Interessen sind seine Familie, seine Freunde, Sport und
Reisen.
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ist Jahrgang 1956 und studierte in Bonn. Nach dem ersten Examen war er
zwei Jahre als Assistent von Prof. Armin Kaufmann, einem renommierten Strafrechtwissenschaftler in Bonn, tätig. An dessen Lehrstuhl promovierte er 1989
zum Thema „Aspekte des Untergebenenschutzes im früheren und geltenden
Militärstrafrecht“. 1987 trat er als Sozius in die Praxis Meyer-Köring ein, in der
er zuvor schon Referendar gewesen war.
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Dort befaßte er sich allerdings nicht mit Strafrecht, sondern zunächst mit
Haftpflichtrecht in allen seinen Varianten; hinzu kam später das Recht der
Abfallwirtschaft. Das bedeutet sprichwörtlich hohe Aktenberge, durch die er
sich mit größter Akribie hindurcharbeitet.
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Die Sozietät heute
Die Sozietät heute
Von 1993 bis 1997 gehörte er dem Vorstand des Bonner Anwaltvereins an.
Längere Zeit leitete er auch Arbeitsgemeinschaften für Referendare. Besonders
liegt ihm die Ausbildung junger Kollegen im Büro am Herzen; für ihre Anliegen
und die seiner Sozien hat er immer ein offenes Ohr. Das entspricht seinem
ausgeprägten Sozietätsverständnis.
Dr. Matthias Maur
Matthias Maur liest und reist gerne; außerdem interessiert ihn Fotografie.
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Alfred Hennemann wurde im Mai 1961 in Bonn geboren. Nach dem Studium in
Bonn arbeitete er während der gesamten Referendarzeit in der Praxis MeyerKöring und trat nach dem Zweiten Staatsexamen im Jahr 1992 als erster neuer
Sozius in die frisch fusionierte Sozietät Meyer-Köring v. Danwitz Privat ein.
Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist das private Baurecht. Er gehört zu den
ersten Anwälten, die die Bezeichnung „Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht“ führen dürfen, und ist Gründungsmitglied des Vereins FachanwaltBau
e.V. Er befaßt sich weiter mit EDV-Recht und Internetrecht und ist Schlichter
an der IT-Schlichtungsstelle der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg.
In der Sozietät ist er u.a. für seine fundierten prozeßrechtlichen Kenntnisse
bekannt.
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Die Sozietät heute
Alfred Hennemann
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Auch wenn Alfred Hennemannn seiner beruflichen Tätigkeit meistens sieben
Tage in der Woche nachgeht, pflegt er doch auch manches besondere außerdienstliche Interesse. Fest gebucht ist für ihn das Formel-Eins-Rennen auf
dem Nürburgring. Hin und wieder gelingt es ihm auch, sich Zeit für Kendo zu
nehmen, eine traditionelle japanische Kampfsportart, die er vor Beginn seiner
anwaltlichen Tätigkeit intensiv und erfolgreich ausgeübt hat. Seine außerberuflichen Interessen gelten aber in erster Linie seiner Frau und seinen beiden
Töchtern.
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wurde 1960 in Saarbrücken geboren. Er begann das Jurastudium in Bonn mit
dem ursprünglichen Ziel, Diplomat zu werden. Während des Studiums betreute
er über Inter Nationes Gäste der Bundesregierung während ihrer Deutschlandbesuche; er spricht fließend Englisch und Französisch.
Bei der Bundeswehr war Thomas Krümmel zum Rundfunksprecher und -redakteur
ausgebildet worden. 1983 besann er sich dieser Ausbildung und war vier Jahre
lang für den Deutschlandfunk, die Deutsche Welle und den WDR hauptberuflich
im Sendestudio und in halb Europa unterwegs. Nach dem eilends abgeschlossenen Studium und dem Ersten Staatsexamen nahm er als Referendar seine
Tätigkeit in der Praxis v. Danwitz auf.
Von Anfang an bearbeitete er Mandate mit Auslandsberührung. Auf diesem
Gebiet machte er sich so unentbehrlich, daß er im Januar 1993 kurz nach seiner
Anwaltszulassung als Partner in die Sozietät aufgenommen wurde. Grundstücksrecht und Internationaler Rechtsverkehr wurden seine Spezialgebiete. Seit 2000
arbeitet er in Berlin und führt die Geschäfte des Hauptstadtbüros der Sozietät.
Von hier aus berät und vertritt er zahlreiche ausländische Mandanten, darunter
auch zwei große westeuropäische Staaten und eine Reihe internationaler Organisationen und Institutionen.
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Die Sozietät heute
Thomas Krümmel
Ehrenamtlich betätigt sich Krümmel in verschiedenen Gremien der Anwaltschaft.
Er ist Mitglied des Vorstands des Berliner Anwaltvereins, des Geschäftsführenden
Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Internationaler Rechtsverkehr des DAV
und des DAV-Gesetzgebungsausschusses Europäisches Vertragsrecht.
Seine freie Zeit gehört vor allem seiner Frau und seinem Sohn. Thomas Krümmel
ist auch außerhalb des Berufs ein Globetrotter, beschäftigt sich leidenschaftlich
mit Film und Fotografie und interessiert sich für alles, was mit Sprache und
Phonetik zu tun hat. Seine Fähigkeit, Dialekte zu imitieren, hat schon zur
Auflockerung mancher Sitzung beigetragen. Darüber hinaus ist er ein ausgezeichneter Koch.
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wurde 1965 in Mönchengladbch geboren. Sie studierte in Freiburg und München,
zum Referendariat kehrte sie ins Rheinland zurück. Bereits im Studium galt ihr
besonderes Interesse dem Arbeitsrecht, das sie auch als Referendarin der Sozietät
unter der Anleitung von Jürgen v. Danwitz und Theo Kade weiterverfolgte.
Diesem Gebiet ist Ebba Herfs-Röttgen treu geblieben, auch seitdem sie 1995
die erste Sozia in der Geschichte der Praxis wurde. Neben der anwaltlichen
Tätigkeit publiziert die Fachanwältin für Arbeitsrecht in Fachzeitschriften; jahrelang war sie Chefredakteurin eines arbeitsrechtlichen Newsletters.
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Die Sozietät heute
An die Stelle der politischen Tätigkeit in ihrer Heimatstadt ist das berufspolitische
Engagement getreten. Seit 1997 gehört Ebba Herfs-Röttgen dem Vorstand des
Bonner Anwalt-Vereins an. Sie leitet zusammen mit Nicolai Besgen die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Bonner Anwaltverein.
Soweit ihre Familie mit drei Kindern ihr dazu Zeit läßt, liest sie gerne, spielt
Tennis und fährt Ski.
Ebba Herfs-Röttgen
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ist 1964 in Göttingen geboren. Er arbeitete nach seiner Anwaltszulassung im
Jahr 1995 zunächst einige Jahre bei einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
in Köln. Während dieser Zeit beschäftigte er sich überwiegend mit Steuer- und
Gesellschaftsrecht und absolvierte die Steuerberaterprüfung. Im Jahr 2000 kam
er in die Praxis; er ist seit 2001 Sozius.
Sein Tätigkeitsbereich sind Handels- und Gesellschaftsrecht, Steuerrecht sowie
Marken- und Wettbewerbsrecht. Innerhalb kurzer Zeit baute er unser wirtschaftsrechtliches Dezernat auf, in dem er von mehreren jüngeren Kollegen
unterstützt wird. Er gehört dem Geschäftsführenden Ausschuß der Arbeitsgemeinschaft Steuerrecht des Deutschen Anwaltvereins und dem Beirat der
Wirtschafts- und Steuerrechtlichen Vereinigung Bonn an; außerdem ist er Autor
und Mitglied des Fachbeirats „Allgemeines Steuerrecht“ der Fachzeitschrift
„Steueranwaltsmagazin“.
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Die Sozietät heute
Er ist mit Michael Gussone Geschäftsführer des Bonner Büros; manche Neuerung
in den letzten Jahren geht auf seine Initiative zurück.
Andreas Jahn
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Daneben hat er eine Reihe von Ehrenämtern in Schulen inne, in seinem Pfarrgemeinderat, im Vorstand seiner Studentenverbindung und der Jägerschaft des
Hegerings Eitorf-Herchen. In seiner freien Zeit widmet er sich seiner Familie mit
drei Kindern, aber auch der Jagd und dem Sportschießen, dem Motorradfahren
und dem Lesen.
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Die Sozietät heute
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ist 1970 geboren und studierte in Bonn und Perugia; in Bonn promovierte er
auch, und zwar 1997 zum Thema „Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband ohne
Tarifbindung“ bei Prof. Dr. Meinhard Heinze. Seit seiner Zulassung im Januar
1999 arbeitete er in der Sozietät zunächst als angestellter Rechtsanwalt und ist
seit 2001 Partner.
Seine Vorliebe galt, vielleicht erblich bedingt (sein Vater ist Richter am Arbeitsgericht), von Anfang an dem Arbeitsrecht. Bereits während seiner Studien- und
Referendarzeit war er von 1993 bis 1998 Mitarbeiter am Institut für Arbeitsrecht der Universität Bonn und promovierte dort 1997 bei Prof. Meinhard
Heinze zu einem tarifrechtlichen Thema.
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Nicolai Besgen ist Fachanwalt für Arbeitsrecht. Neben seiner anwaltlichen
Tätigkeit verfaßt er in großem Umfang Beiträge zu arbeitsrechtlichen Kommentaren, Fachbüchern und Fachzeitschriften und ist auch als Herausgeber tätig. Er
ist als Referent von vielen Unternehmen und Institutionen gefragt.
Dr. Nicolai Besgen
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Neben seiner Familie widmet er sich der zeitgenössischen Kunst, dem Theater,
der Literatur, Film, Musik und Tennis. Wie Michael Gussone ist er treuer Fan des
1. FC Köln.
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ist Jahrgang 1953 und studierte in Berlin, Heidelberg und Bonn. 1984 wurde
sie in Bonn als Rechtsanwältin zugelassen und spezialisierte sich schon früh
auf das Familienrecht. Seit vielen Jahren ist sie Fachanwältin.
Zunächst übte sie ihre anwaltliche Tätigkeit in kleineren Praxen aus, längere
Zeit auch allein. Mit fast 20 Jahren Berufserfahrung trat sie im Jahr 2003 als
„Seiteneinsteigerin“ in die Praxis als Partnerin ein; sie gehört seitdem dazu, als
sei das schon immer so gewesen.
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Die Sozietät heute
Die Sozietät heute
Am Anwaltsberuf schätzt sie insbesondere die Unabhängigkeit. Eine ihrer
positiven Eigenschaften ist die auf ihrem Arbeitsgebiet besonders nützliche
Gelassenheit und Stressresistenz. In der Sozietät hat sie eine Vielzahl von Aufgaben übernommen; u.a. engagiert sie sich bei der Ausbildung der angehenden
Rechtsanwaltsfachangestellten.
Daniela v. Treuenfeld-Honig
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Über ihre freie Zeit verfügt ihre Familie, insbesondere ihre vier Kinder. Sie reist
gerne und interessiert sich für Literatur, Filme und Fotografie.
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wurde 1970 in Bonn geboren. Er studierte zunächst Volkswirtschaft in Köln,
fand dann aber mehr Gefallen an der Rechtswissenschaft und wechselte nach
Bonn. Nach einer mehrjährigen Zwischenstation als Inhaber einer Beratungsfirma für Netzwerke und Kommunikation im EDV-Bereich begann er im August
2002 – nach vorausgegangenem Referendariat in der Praxis – seine anwaltliche
Tätigkeit und wurde im Januar 2004 Partner. Die Zuneigung zur EDV hat er
glücklicherweise beibehalten; er teilt sich mit Rainer Bosch die Zuständigkeit
für den Computerbereich und verwendet darauf manchmal mehr Zeit, als ihm
lieb ist. Auch den Unternehmergeist hat er sich zu hohem Nutzen der Sozietät
erhalten.
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Als Fachanwalt für Erbrecht und Dozent für die Fachanwaltslehrgänge des
Kölner Anwaltvereins ist er Spezialist für die Planung der Vermögens- und
Unternehmensnachfolge; außerdem beschäftigt er sich mit Kapitalanlageund Energieversorgungsrecht. Er ist Vorsitzender der von ihm mitgegründeten
Rheinischen Erbrechtsgesellschaft, Beiratsmitglied des Wirtschaftspolitischen
Clubs Deutschland e.V. und – wie Jürgen v. Danwitz – Vorstandsmitglied des
Vereins „Don Bosco Jugend Dritte Welt e.V.“.
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Alexander Knauss
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Alexander Knauss ist ausgeprägt kommunikativ und hat die Fähigkeit, Probleme
schnell und pragmatisch zu lösen. Seine persönlichen Interessen sind weit gespannt. Neben seinem Hund reichen sie von Politik über Literatur, Kino, Musik,
Reisen, Segeln bis hin zum guten Essen und Trinken in geselliger Runde.
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ist Jahrgang 1967. Seine Anwaltszulassung erhielt er 1995 nach dem Studium
in Köln und Bonn. Schon in der Referendarzeit entdeckte er ein Fachgebiet,
dem bis heute seine berufliche Leidenschaft gilt: das Recht des Franchising und
der Vertriebssysteme, ein Rechtsgebiet, für das es in Deutschland und auch in
anderen Ländern nur ganz wenige Spezialisten gibt. Daneben ist er Fachanwalt
für Arbeitsrecht. Er promovierte 1996 zu dem Thema „Die konkludente Regelungsabrede“ bei Prof. Dr. Heinze am Institut für Arbeitsrecht der Universität
Bonn.
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Patrick Giesler ist Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Nordhessen sowie
Autor und Herausgeber von mehreren Büchern zu Franchising und Vertrieb.
Außerdem ist er Vorsitzender der „International Franchise Lawyers Association“.
Die Sozietät heute
Patrick Giesler wurde im April 2004 als Partner in die Sozietät aufgenommen,
nachdem er mehrere Jahre in anderen Bonner Sozietäten gearbeitet hatte.
Seine Integration vollzog sich wie selbstverständlich.
Dr. Jan Patrick Giesler
Patrick Giesler prägt kreatives unternehmerisches Bewußtsein. Für die Sozietät
hat er im Jubiläumsjahr 2006 die ersten „Bonner Unternehmertage“ organisiert.
Seine ausgleichende Art trägt zur Unternehmenskultur bei.
In seiner Freizeit malt er, spielt Gitarre und joggt.
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Sebastian Witt
Dr. Stephan Dornbusch
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wurde 1975 geboren und studierte in Münster und Bonn. Seine Anwaltstätigkeit begann er in der Praxis im Sommer 2002; Anfang 2005 wurde er Partner.
Schon im 6. Semester begann er, bei einem arbeitsrechtlich tätigen Kollegen
mitzuarbeiten, und dieser Bereich wurde auch zu seinem Spezialgebiet, ebenso
wie das Handelsvertreterrecht.
Auch publizistisch betätigt er sich viel auf diesen beiden Gebieten; bei dem
„Handbuch Kündigungsrecht“ und dem „Praxisbuch Vertriebsrecht“ fungiert er
als Mitautor. Er veröffentlicht regelmäßig Aufsätze zum Handelsvertreterrecht
in verschiedenen Fachzeitschriften. Weiter betätigt er sich als Referent beim
Bundesverband mittelständischer Wirtschaft.
Stephan Dornbusch ist Jahrgang 1973. Das Jurastudium absolvierte er in Bonn
und Lausanne; in Bonn promovierte er 2005 bei Prof. Dr. Schilken zum Thema
„Die Pfändung von Arbeitseinkommen in Fällen der Lohnschiebung und Lohnverschleierung“. Seit seiner Zulassung als Anwalt ist er in der Praxis tätig, in der
er sich bereits als Referendar bewährt hatte; seit Anfang 2006 ist er Partner.
Er ist spezialisiert auf Handels- und Gesellschaftsrecht, Steuerrecht, Wettbewerbs- und Markenrecht und betätigt sich auf diesen Gebieten auch als
Referent und Fachautor.
In seiner Freizeit liest und reist er, spielt Tennis und fährt Ski.
In seiner Freizeit widmet er sich seiner Familie, liest gerne und fotografiert.
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Mario Knepper
Barbara Scheben
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wurde 1973 geboren. Er studierte in Münster, seiner Heimatstadt. Nach seiner
juristischen Ausbildung wollte er zunächst Richter werden, entschied sich dann
aber doch aus Überzeugung für den Anwaltsberuf. Seit 2001 ist er in der Praxis
tätig und ist seit Anfang 2006 Partner.
wurde 1975 in Bonn geboren. Ihr Wunsch, Jura zu studieren, stand schon in der
Schulzeit fest; sie verwirklichte ihn an der Universität Bonn. Bereits während
des Referendariats arbeitete sie in der Praxis. Anfang 2006 wurde sie Partnerin.
Sie promoviert derzeit im ärztlichen Berufsrecht.
Von Anfang an befaßte er sich mit Gesellschafts- und Steuerrecht; er ist Fachanwalt für Steuerrecht. Er fungiert auch als Autor des Steueranwaltsmagazins.
Das Medizinrecht war ihr Schwerpunkt von Anfang an. Außerdem bearbeitet sie
Fälle des Versicherungsvertragsrechts.
Außerhalb des Berufs interessiert er sich für Musik, Literatur, Wandern und
Skifahren.
In ihrer Freizeit läuft und liest sie, reist gerne und spielt Badminton; zum
Pferdesport, den sie besonders liebt, kommt sie berufsbedingt derzeit nicht.
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Dr. Christopher Liebscher, LLM
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Dr. Christopher Liebscher, LLM ist 1974 geboren und wollte eigentlich ein investigativer Journalist werden, nachdem er schon als Schüler für zwei Zeitungen
gearbeitet hatte. Im Laufe seines Studiums in Freiburg und an der University of
Pennsylvania in Philadelphia entschied er sich jedoch für den Anwaltsberuf;
dazu mag eine gewisse Lust am kultivierten Streit beigetragen haben. Das hat
ihn aber nicht davon abgehalten, sich zusätzlich zum Mediator ausbilden zu
lassen und streitschlichtend tätig zu werden. Er spricht englisch und französisch
fließend. Anfang 2005 trat er in das Berliner Büro der Sozietät ein.
Christopher Liebscher beschäftigt sich im wesentlichen mit Internationalem
Rechtsverkehr und Medizinrecht, aber auch mit Arbeitsrecht. Er ist Mitglied der
International Bar Association, der Penn Alumni Society und der Arbeitsgemeinschaft für Internationalen Rechtsverkehr des Deutschen Anwaltvereins.
Außerberuflich interessiert er sich für Musik und Kunst.
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Und was wären wir ohne unsere Mitarbeiterinnen...
(Zahlen in Klammern = Jahr des Eintritts)
Eva Maria Schnorr
Mietrecht
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Dr. Sören Langner
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Arbeitsrecht
Dr. Volker Güntzel
Franchiserecht
Birgit Krämer (1975)
Angelika Milz (1976)
Anita Fritz (1983)
Christiane Janning (1983)
Claudia Klein (1985)
Tanja Vomfell (1988)
Katja Schwaneberg (1989)
Petra Sontag (1989)
Erika Meyer (1990)
Alexandra Samulewiz-Zimperfeld (1993)
Sandra Zegers (1994)
Melanie Koch (1996)
Lena Walterscheid (1996)
Gülden Caliskan (1998)
Julia Deggendorfer (2000)
Jennifer Köppe (2000)
Manuela Simons (2000)
Fatima Boucenna (2001)
Julia Schneiders (2003)
Melanie Valder (2005)
Serap Senocak (2006)
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Die Sozietät heute
Maike Bodorf (2004)
Nicole Schneider (2004)
Nina Lamé (2004)
Anika Grabowski (2005)
Nadine Schnichels (2005)
Bettina Blaschzyk (2006)
Nicole Dietz
Allgemeines Zivilrecht
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Das Jubiläumsjahr
Prinzenempfang in der Praxis
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Impressum
Herausgeber:
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10117 Berlin
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