Anbautelegramm Getreide

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Anbautelegramm Getreide
Anbautelegramm Getreide
Ertragsbildung
•
Angaben zu ausgewählten Wachstumsfaktoren
Getreideart Keimtemperatur, °C
Weizen
Roggen
Triticale
Gerste
Hafer
Mais
•
2-4
1-2
2-3
2-4
3-5
8 - 10
Frosthärte bis °C
(Winterform ohne
Schneedecke)
-20
-25
-20
-12 (-15)
Wachstumsbeginn bei °C
(definiert als Nettogewinn
an Substanz)
}
Sommerform: 4 - 6
Winterform: 6 - 8
12 - 15
Statische Größen der Ertragsstruktur
Getreideart
Winterweizen
Wintergerste
Wintergerste
Sommergerste
Winterroggen
Triticale
Hafer
mz
zz
Ähren je m²
D 1-3
D 4-6
400 - 500
450 - 600
400 - 550
450 - 600
650 - 800
700 - 850
500 - 650
650 - 800
350 - 450
450 - 550
400 - 500
400 - 500
400 - 500
450 - 550
Körner
je Ähre
24 - 36
30 - 40
18 - 22
14 - 18
34 - 44
32 - 40
25 - 32
Tausendkornmasse (g)
44 - 60
36 - 55
45 - 60
42 - 50
30 - 45
40 - 60
28 - 38
Standorteignung
Winterweizen bringt auf nährstoffreichen und tiefgründigen Böden in gutem Kulturzustand die höchsten Erträge. In Mecklenburg-Vorpommern sind dies Böden mit den höchsten Ackerzahlen zwischen 50 und 60. (z. B. „Klützer Winkel“). Beste Weizenböden Schwarzerde und stark verlehmte Lößböden - gibt es in diesem Bundesland nicht. Auf weniger gut geeigneten Böden (bis AZ 40) können durch Vorfruchtwahl und angepasste Anbauintensität ebenfalls befriedigende Erträge erzielt werden. Von den Klimafaktoren ist für
den Weizenanbau in Mecklenburg-Vorpommern der Niederschlag, vor allem seine Verteilung, von besonderer Bedeutung, da hier Böden mit geringerer Wasserkapazität vorherrschen. Der Weizen bevorzugt Trockenheit während des Herbstes/Vorwinters und zeitige
Erwärmung im Frühjahr, verbunden mit ausreichender Feuchtigkeit. Die Temperatur stellt
in Mecklenburg-Vorpommern keinen begrenzenden Faktor im Weizenanbau dar. Dennoch
gibt es Sortenunterschiede in der Winterfestigkeit.
• Wintergerste stellt um einiges geringere Ansprüche an den Boden als der Weizen. Auch
leichte Böden sind für den Anbau geeignet wie humoser und schwach lehmiger Sand
(AZ ∼30). Aufgrund der relativ kurzen Vegetationsdauer sind die Ansprüche an die Wasserversorgung geringer als beim Weizen. Wintergerstenanbau ist durch die Winterwitterung allerdings stärker gefährdet (Frosthärte bis -15 °C, Krankheitsbefall unter langandauernder Schneedecke).
•
1
Winterroggen gilt als die Getreideart der leichten Böden. Da er ein gutes Aneignungsvermögen für Wasser und Nährstoffe besitzt, kann er auf Sandböden noch gute Erträge bringen. Auf lehmigen Sandböden und Lehmböden bringt der Roggen die höheren Erträge, hat
aber aufgrund der Ertragsrelation und Verwertungsmöglichkeiten im Vergleich zu Weizen
und Gerste geringere Anbauchancen. Der Winterroggenanbau ist durch Klimaeinflüsse
nicht begrenzt. Auf Nachteile durch Nässe während der Blüte, aber insbesondere während
der letzten Reifezeit (Kornqualitätsbildung) in Mecklenburg-Vorpommern muss aber hingewiesen werden.
• Triticale ist als in den Standortansprüchen zwischen Winterweizen und Winterroggen einzuordnen. Die höchsten Erträge werden auf mittleren und besseren Böden erreicht, wenn
ausreichend Wasser vorhanden ist. Es kommen in Mecklenburg-Vorpommern nur Standorte mit Ackerzahlen >25 für den Anbau in Frage.
• Der Anbau von Sommergerste zu Futterzwecken ist bodenmäßig kaum begrenzt und kann
ab Ackerzahlen über 22 erfolgen. Allerdings ist das Ertragsniveau auf leichten Böden direkt von den Niederschlagsverhältnissen in der Vegetationszeit abhängig.
Für den Braugerstenanbau sind in Mecklenburg-Vorpommern die besseren Böden
(Ackerzahlen ab 28) zu bevorzugen, ggf. Beregnungsmöglichkeiten zu nutzen, um die gewünschte Kornausbildung zu erreichen. Durch die Küstenlage häufiger bedingte ungünstige Erntewitterung kann die Keimfähigkeit und damit die Brauqualität beeinträchtigen.
• Der Erfolg des Haferanbaus hängt in erster Linie von der Wasserversorgung ab. In Mecklenburg-Vorpommern sind aufgrund höherer Luftfeuchte in Küstenlagen oder auf grundwasserbeeinflussten Böden die höchsten Erträge zu erwarten.
•
Fruchtfolge
In Mecklenburg-Vorpommern steht der Winterweizen auf ca. 75 % der Anbaufläche nach
gut geeigneten Vorfrüchten wie Raps, Hackfrüchten, Leguminosen und Hafer. Allerdings
ist der Anteil von fast 18 % Weizen-Selbstfolge aufgrund seiner stärkeren Anfälligkeit gegenüber bodenbürtigen Schaderregern kritisch zu sehen. Dieser sog. „Stoppelweizen“ steht
vornehmlich auf den guten Weizenböden in Westmecklenburg.
• Bei der Wintergerste hat die starke Orientierung auf vermarktungsfähige Früchte dazu
geführt, dass zu einem hohen Anteil der Winterweizen als Vorfrucht genutzt wurde. Die
verbreitete Vorfrucht Winterweizen kann aber problematisch werden, wenn die Aussaat in
ein nicht abgesetztes, oberflächlich grobes Saatbett erfolgt. Mangelnde Stoppelbearbeitung
führt bereits zusehends zu Durchwuchs von Weizen in Wintergerste.
• Anbaukonzentration
Die Einordnung der einzelnen Getreidearten in die Fruchtfolgen wird von den erwarteten
Ertragsleistungen und der unterschiedlichen Ausnutzungsfähigkeit für Vorfruchtwirkungen
bestimmt. So wird in der Regel dem Weizen die günstigste Stelle, möglichst also die Position nach „Blattfrüchten“, eingeräumt. Roggen und Hafer dagegen werden als „abtragende“
Getreidearten eingeordnet. Bei Getreidekonzentrationen von über 66 % in der Fruchtfolge
sind strenge agrotechnische Disziplin und zusätzliche Intensivierungsmaßnahmen erforderlich, damit Ertragsrückgänge vermieden werden.
•
2
•
Anteil ausgewählter Vorfrüchte für Getreide in Mecklenburg-Vorpommern
(2000-2003)
Vorfrucht
Brache
Futtererbsen
Hafer
Kartoffeln
Öllein
Silomais
Sommergerste
Sommerraps
Triticale
Wintergerste
Winterraps
Winterroggen
Winterweizen
Zuckerrüben
Winterweizen
0,6
2,0
0,1
3,5
0,4
5,5
1,0
1,0
1,9
1,2
62,5
0,9
17,7
4,4
Wintergerste
0,4
1,5
0,6
1,4
1,2
0,7
1,2
0,5
3,1
1,1
12,3
4,4
73,8
Winterroggen
0,7
3,8
0,4
1,7
2,9
16,3
1,8
1,5
4,8
4,7
17,4
26,8
16,2
Triticale
1,5
2,2
0,9
3,6
4,4
10,5
2,0
2,3
14,2
10,4
22,7
6,7
26,1
Sommergerste
0,6
1,0
1,0
8,9
0,9
15,4
1,3
1,6
1,6
1,9
4,8
8,2
28,5
25,5
Hafer
2,4
0,2
0,8
3,5
11,2
1,7
2,5
5,6
6,0
3,8
13,6
23,9
16,0
Quelle: Statistisches Landesamt
•
Vorfrucht- und Nachfruchtwirkungen (nach BRINKMANN und KÖNNECKE, z. T.
ergänzt und geändert)
Fruchtart
WW WG WR WT SG Ha Mais Leg. g. Leg. k. Kart. WR ZR
Winterweizen (WW)
--m
m
-+
+
+
+
+
+
+
Wintergerste (WG)
+
-+
--+
-+
+
m
+
-Winterroggen (WR)
+
+
m
m
+
+
-*
*
*
*
-Triticale (WT)
-m
m
-+
+
-*
+
m
+
-Sommergerste (SG)
+
-+
+
-+
+
*
*
*
*
+
Hafer (Ha)
+
+
+
+
+
-*
*
+
*
*
*
Mais
+
+
+
+
+
+
m
+
+
+
*
+
großsam. Leguminosen
+
*
+
+
+
+
+
--*
*
*
(Leg.g.)
kleinsam. Leguminosen m
+
+
m
+ m
*
--*
*
*
(Leg.k.)
Kartoffeln (Kart.)
+
+
+
+
+
+
+
+
+
m
*
+
Winterraps (WR)
m
+
+
m
+
*
-+
*
---Zuckerrüben (ZR)
+
+
+
+
+
*
-+
*
+
--+ = günstige Vorfrucht
m = mögliche Fruchtfolge
* = günstige Vorfrucht, jedoch Luxusfolge, ggf. Zwischenfrucht anbauen
-- = ungünstige Vorfrucht
Sortenempfehlungen
Siehe „Sortenempfehlungen“ im Agrarportal der LFA!
3
Bodenbearbeitung
•
Verfahrensgestaltung der Bodenbearbeitung zu Wintergetreide
Grundbodenbearbeitung
Saatbettbereitung
wendend
nicht wendend
nach
– Stoppelbearbei– intensive Stoppelbe– nach unten gut abgesetztes
Mädruschtung bzw. EinebSaatbett, oberflächennah
arbeitung bzw. Einebfrucht
nung nach Hackgrob gekrümelt 1-2 mal
nung nach Hackfrucht,
frucht
mit
Grubber
mit gezogener Aussaatflaches
Einmischen
oder
oder Schälpflug,
technik oder 1 mal mit akvon Stroh und PflanHackfrucht
Einmischung von
tiven Werkzeugen auch in
zenresten
Stroh und PflanKombination mit Aussaat
– Einsatz Tiefengrubber
zenresten
– bei Tiefengrubbereinsatz
ca. 22 cm, auch in
– Pflugfurche mit
bzw. bei Aussaat ohne
Kombination mit aktiGrundbodenbearbeitung
Packer ca. 22 cm
ver Saatbettbereitung
nach Anwelken der Pflanzenreste
nach
– intensive Stoppel- – chemische
– bei Einsatz aktiver WerkZwischenBestandesabtötung
zeuge zum Vermeiden von
bearbeitung mit
früchten,
Verschlämmungen nicht
Grubber oder
– nach frühestens 10
Dauerkulmit überhöhten UmdreSchälpflug,
Tagen Einsatz Tiefenturen
hungszahlen arbeiten
Zerkleinerung der
grubber ca. 22 cm,
Altnarbe
und
oberauch
in
Kombination
oder
flächige Einmimit aktiven WerkzeuBrache
schung des Pflangen (Fräse/Kreiselzenmaterials
grubber)
– Pflugfurche mit
– bei gutem KulturPacker ca. 25 cm
zustand auch ohne Tiefengrubber
4
•
Verfahrensgestaltung der Bodenbearbeitung zu Sommergetreide
nach
Mähdruschfrucht,
Hackfrucht
–
–
oder
Zwischenfrucht
–
nach
Dauerkulturen
–
oder
Brache
–
•
Grundbodenbearbeitung
wendend
nicht wendend
Stoppelbearbei– nach Mähdruschfrucht
tung bzw. EinAussaat abfrierender
ebnung nach HackZwischenfrüchte (Kreifrucht mit Grubber
selgrubber + Drillmaoder Schälpflug
schine) in ein gut vorbereitetes Saatbett
Winterfurche ab
Anfang November – bei gutem Kulturzuca. 28 cm
stand keine Grundbodenbearbeitung erfornach abfrierenden
derlich
Zwischenfrüchten
Frühjahrsfurche ca. – nach Hackfrucht im
22 cm
Herbst 1 mal einebnen
Altnarbenbearbei- – frühzeitiger Umbruch
tung mit Grubber
der Altnarbe
oder Schälpflug – Einsaat einer abfrieZerkleinerung oder
renden Zwischenfrucht
oberflächige Einmiin ein gut vorbereitetes
schung
Saatbett
Winterfurche ab
– oder umbruchlose,
Anfang November
chemische Behandlung
ca. 28 cm
mit Totalherbizid, mit
oder ohne abfrierende
Zwischenfrucht
Saatbettbereitung
– nach unten gut abgesetztes
Saatbett, oberflächig grob
gekrümelt
– 1-2 mal gezogene Aussaattechnik oder 1 mal Aussaattechnik mit aktiven Werkzeugen
– bei pflugloser Bestellung
Einsatz aktiver Werkzeuge,
auch in Kombination mit
Tiefenlockerung möglich
Verfahrenstechnik und Arbeitsgänge für Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung
für Getreide (nach KTBL)
Verfahren
Grundbodenbearbeitung
Saatbettbereitung
Saat
Ablauf der
Arbeitsgänge
getrennt
Bodenbearbeitung mit Pflug
kombiniert
Saatbettbereitung und
Saat zusammengefasst
alle Arbeitsgänge
kombiniert
getrennt
Bodenbearbeitung ohne Pflug
-konservierend-
kombiniert
Saatbettbereitung und
Saat zusammengefasst
alle Arbeitsgänge
kombiniert
ohne Grundbodenbearbeitung Saatbettbereitung u. Saat kombiniert
Saat ohne
Bodenbearbeitung
Direktsaat
5
Aussaat
•
Aussaatparameter für Getreidearten
Fruchtart/
Form
Standort
Saatzeit
Aussaatmenge Aussaat- Reihenkeimf. Körner
tiefe
weite
(cm)
(cm)
je m²
Wintergerste
D3-6
15. - 25.09.
280 - 330
2-3
10 - 14
mehrzeilig
AZ >27
(25.09. - 01.10.)
(300 - 350)
Wintergerste
D3-6
15. - 25.09.
320 - 350
2-3
10 - 14
zweizeilig
AZ >27
(25.09. - 01.10.)
(350 - 380)
Winterroggen
D1-3
15. - 25.09.
200 - 250
1-3
10 - 14
Pop.-Sorten
AZ <33
25.09. - 05.10.
250 - 300
Winterroggen
alle Standor- vor 15.09.
150
1-3
10 - 14
Hybrid
te
15.9. - 25.09.
150 - 200
25.09. - 05.10.
180 - 250
Winterweizen D4-6
01.09 - 15.09.
180 - 250
2-4
10 - 14
AZ > 33
16.09. - 25.09.
250 - 300
25.09. - 05.10
300 - 350
05.10. - 20.10.
350 - 400
20. - 31.10.
400 - 450
November
≥ 450
Triticale
D2-3, AZ < 33 15.09. - 25.09.
220 - 250
2-4
10 - 14
D4-6, AZ >33 26.09. - 05.10.
250 - 300
Sommergerste so früh wie möglich
Braugerste:
3-4
10 - 14
280 - 330
Futtergerste:
300 - 350
Hafer
so früh wie möglich
330 - 400
3-4
10 - 14
Sommerweizen so früh wie möglich
400 - 500
2-4
10 - 14
Das Saatzeitfenster von Wintergerste ist kleiner als bei anderen Wintergetreidearten. Saaten vor dem 15.09. neigen vor allem auf besseren Böden zum „Überwachsen“. Bestände
mit einer großen Zahl von Trieben/m2 sind lagergefährdet. Auf leichteren Böden bei ungünstiger Wasserversorgung sind dichte Bestände ertraglich unsicherer. Hier ist die Aussaatmenge etwas herabzusetzen.
• Saaten von Hybridroggen vor dem 10.09. bestocken sich stark. Sie blühen stufig ab und
unter ungünstigen Blühbedingungen entstehen Befruchtungsprobleme. Eine Reduzierung
der Aussaatstärke unter 150 K/m2 kann nicht allgemein empfohlen werden. Saatstärken
von 150-200 K/m2 haben sich bei normalen Aussaatterminen in der Praxis bewährt.
• Die Aussaat von Winterweizen kann ab etwa 10.09. empfohlen werden. Spätsaaten unter
ungünstigen Bedingungen erfordern ggf. etwas höhere Saatmengen als angegeben. Betriebliche Erfahrungen und Standortverhältnisse sind zu berücksichtigen.
• Saattermine für Sommergetreide sind von der Qualität der Saatbettbereitung abhängig.
Der Saattermin ist dann optimal, wenn die Bedingungen für die Saatbettbereitung günstig
sind.
•
6
Düngung
•
Grunddüngung
– Die mineralische Düngung des Getreides mit Phosphor, Kalium und Kalzium ist so zu
wählen, dass langfristig Bodennährstoffgehalte entsprechend der Gehaltsklasse C bzw.
pH-Werte in Abhängigkeit von der Bodenart im Bereich von 5,7 bis 6,6 erhalten bleiben.
– Die Magnesiumdüngung kann turnusmäßig bei der Kalkung mit Mg-haltigen Düngemitteln erfolgen, aber auch eine am Entzug der Pflanzen orientierte jährliche Ausbringung ist möglich. Der Bedarf der Getreidearten liegt in Abhängigkeit vom Ertragsniveau
(Ertragsspanne 40-80 dt/ha) zwischen 15 u. 40 kg MgO/ha in der Bodengehaltsklasse C.
•
Düngeempfehlung für Phosphor, Kalium und Magnesium in Abhängigkeit vom Ertragsniveau (Bodengehaltsklasse C) in kg Nährstoff/ha
Getreideart
Entzug*
(kg/dt)
Ertragserwartung (dt/ha)
40
60
80
Winterweizen
P2O5
1,1
45 - 55
K2O
2,0
80 - 95
MgO
0,4
15 - 20
Wintergerste, Sommergerste und Triticale
P2O5
1,1
45 - 55
K2O
2,3
95 - 110
MgO
0,4
15 - 20
Winterroggen, Hafer
P2O5
1,1
45 - 55
K2O
2,6
105 - 125
MgO
0,4
15 - 20
65 - 75
120 - 140
25 - 30
85 - 95
160 - 180
35 - 40
65 - 75
140 - 160
25 - 30
85 - 95
180 - 200
25 - 40
65 - 75
155 - 175
25 - 30
85 - 95
210 - 230
35 - 40
* einschließlich Entzug für Koppelprodukt
•
N-Düngung des Getreides
– Der N-Düngebedarf kann 10-30 % über der N-Menge entsprechend dem N-Gehalt des
Kornertrages liegen. Das Nachlieferungsvermögen des Bodens ist dafür entscheidend.
– Für hohe Erträge ist die Teilung der N-Düngung oftmals in Kombination mit der Anwendung von Wachstumsregulatoren zur Sicherung der Standfestigkeit unerlässlich.
•
Zeitpunkt der N-Gaben
– Herbstgabe:
In der Regel nicht erforderlich, zu Wintergerste ggf. 20-30 kg/ha zur Saat
– Vegetationsbeginn:
Die Erstgabe im Frühjahr richtet sich nach dem N-Sollwert und dem verfügbaren Bodenstickstoff (aktueller Nmin-Gehalt im Vergleich zum Normalbereich erfordert Zubzw. Abschläge). Diese N-Gabe ist maßgebend für die Bestockung (spätere Ährenzahl/m²) und Anzahl der Ährchen/Blütenstand. Bei Gaben über 80 kg/ha ist eine Aufteilung in 2 Gaben zweckmäßig, um Verluste zu vermeiden (außer Sommerbraugerste).
Sollwerte kg/ha (Nmin + N-Düngung kg/ha):
1. als 1. N-Gabe zu Winterweizen und Triticale 120, Wintergerste 110, Winterroggen
100, Sommerweizen 130
2. als Gesamtgabe zu Hafer 100, Sommerbraugerste 100, Sommerfuttergerste 110
7
– 2. Stickstoffgabe im Frühjahr:
In der Phase des Bestockungsabschlusses und des Übergangs zum Beginn des Schossens
wird diese Gabe in Ergänzung des noch vorhandenen Restes des N-Sollwertes, insbesondere aber bei ungenügender Bestandesentwicklung und ungünstigen Wachstumsbedingungen notwendig. Empfohlene Höhe: 30-50 kg/ha.
– N-Spätdüngung:
Sie dient in der Zeit kurz vor dem Ährenschieben bis zum Zeitpunkt der Blüte (EC 3959) der Steigerung des Einzelkorngewichtes, der Sicherung hoher Rohproteinwerte und
der Backqualität entsprechender Weizensorten. Auf leichten Böden sind N-Spätgaben
über 40 kg/ha zu teilen.
•
Stickstoffbedarf von Wintergetreide nach der Ertragserwartung (geteilte
Festdüngergaben)
Gesamtbedarf
Getreideart
•
Wintergerste
Winterweizen
50 70 90
110 160 200
140 190 250
Winterroggen
Triticale
40 60 80
100 120 160
100 140 190
Startgabe
Schossergabe
Ertragserwartung in dt/ha
50 70 90 50 70 90
50 60 76 30 50 60
70 80 90 30 50 70
Ertragserwartung in dt/ha
40 60 80 40 60 80
60 60 80 40 30 40
60 70 80 40 30 50
Spätgabe
50
30
40
70
50
60
90
70
90
40
0
0
60
30
40
80
40
60
Beispiel für die N-Düngung im Qualitätsweizenanbau
Ziel:
– Ertrag hoch (80 dt/ha)
– Rohproteingehalt hoch bis sehr hoch
– Sedimentationswert sehr hoch
Entwicklungsstadium
N1 (Vegetationsbeginn)
N2 (EC 30/31)
N3a (EC 39-49)
Gabenhöhe
∼80 kg/ha
40 kg/ha
30-50 kg/ha
N3b (EC 55-59)
30-50 kg/ha
8
Anmerkung
Sollwert = 120 kg/ha
vorgezogene Spätdüngung zur Förderung des TKG
Spätdüngung zur Förderung der
Proteineinlagerung
•
Zu- und Abschläge zur Düngebedarfsmenge bei Getreide entsprechend den zur Düngung herrschenden Wachstumsfaktoren (nach LUFA)
+ = Zuschläge je nach Ausprägung der Faktoren von 10-30 kg/ha
- = Abschläge je nach Ausprägung der Faktoren von 10-30 kg/ha
Merkmal
Winterwitterung
Nmin-Gehalt in 0 - 60 cm
Pflanzendichte
Entwicklungsstand
Bodenaktivität/-struktur
Bodenpunkte
Frühjahrswitterung
Vorfruchtwirkung
Humusbilanz
Sortentyp
Produktionsziel
Einzelgaben über 80 kg/ha
teilen
•
Merkmalsausprägung
trocken/mild
trocken /kalt
nass/kalt
nass/mild
deutlich ü. Normal
über Normal
unter Normal
hoch
niedrig
gut/fortgeschritten
schlecht/zurückgebl.
gut
schlecht
>40
<40
warm/wüchsig
kalt/nass
gut
schlecht
positiv
negativ
WW Bestandestyp
WW Ährentyp
WG 2zeilig
Hybridroggen
B- u. C-Weizen
Startgabe Schosser- Spätgabe
gabe
0
0
+
0
0
+
0
0
+
0
0
0
0
0
+
0
0
+
+
+
0
0
+
+
0
0
+
+
0
0
0
0
+
0
0
0
+
+
0
0
+
+
0
0
0
+
+
+
0
0
0
0
+
+
+
0
+
0
+
0
0
1a/1b
EC 29/30 EC37/39
1b bis
EC31/32 EC49/51
EC28/29
Schwefel- und Mikronährstoffdüngung
– Der Rückgang des Schwefeleintrages durch die Atmosphäre und des Einsatzes schwefelhaltiger Grund- und N-Düngemittel hat zu einer zunehmenden Beachtung des Nährstoffs Schwefel geführt. Getreide hat bei einem mittleren Ertragsniveau einen Schwefelentzug von etwa 20 kg/ha, so dass die Versorgung über atmosphärischen Eintrag und
Bodennachlieferung ausreicht. Vorbeugend kann z. B. bei Nachweis oder Verdacht auf
Schwefelmangel ergänzend mit S-haltigen Kali- und/oder Stickstoffdüngemitteln 2040 kg/ha S gedüngt werden.
– Von den Mikronährstoffen verdienen im Getreidebau Mecklenburg-Vorpommerns
Kupfer und Mangan Beachtung. Bodendüngung mit Kupfer wird mit 3-5 kg/ha Vorratsdüngung durchgeführt, Blattdüngung mit 0,5 kg/ha von Schoßbeginn bis Erscheinen
des letzten Blattes (EC 30-39) ist ebenfalls möglich.
Die ergänzende Manganversorgung erfolgt mit 1 kg/ha durch Blattapplikation zum gleichen Termin wie die Kupferblattdüngung.
9
•
Organische Düngung des Getreides
– Die Verwendung organischer Dünger ist im Getreidebau möglich, jedoch in ihrer Eignung als gering einzuschätzen. Ursache dafür ist die unberechenbare Mineralisierung
der organischen Masse im Boden, die dann insbesondere bei der N-Versorgung der Getreidebestände Probleme bereitet.
– Formen der organischen Düngung:
Gülledüngung
(auch Jauche)
Ausbringungsmenge: 40 m³/Gabe
pflanzenbaulich wenig interessant
Strohdüngung
auf nährstoffarmen Böden eine zusätzliche N-Gabe
von 0,8-1 kg/dt Stroh
Gründüngung
– dient der Auflockerung getreidestarker Fruchtfolgen
– dadurch zusätzlich in den Boden gelangende Nährstoffe
sind bei Düngungsmaßnahmen zu berücksichtigen
Pflanzenschutz
Siehe Empfehlungen der Abt. Pflanzenschutzdienst des LALLF!
Ernte/Vermarktung
•
Lagerdauer des Getreides, abhängig von der Kornfeuchte und der Stapeltemperatur
(DIHLE 1993)
Wassergehalt
%
12,0 - 15,0
15,0 - 16,5
16,5 - 18,0
18,0 - 20,0
20,0 - 22,0
22,0 - 25,0
25,0 - 30,0
>30,0
Futtergetreide
Lagertem- Lagerdauer
peratur
(°C)
(ca.)
10 - 14
10 - 12
8 - 10
8 - 10
8 - 10
5-8
4-5
4-5
unbegrenzt
unbegrenzt
10 - 15 Mo.
8 - 12 Mo.
16 - 30 Wo.
10 - 20 Wo.
14 - 30 Tg.
<3 Tg.
Brotgetreide
Braugerste
Lagertem- Lagerdauer Lagertempeperatur
ratur
(°C)
(ca.)
(°C)
10 - 12
9 - 10
8 - 10
8 - 10
6-8
5-7
4-5
--
10
unbegrenzt
unbegrenzt
8 - 10 Mo.
6 - 8 Mo.
8 - 12 Wo.
3 - 8 Wo.
5 - 10 Tg.
--
9 - 12
8 - 10
5-7
5
5
5
4-5
--
Lagerdauer
(ca.)
unbegrenzt
1 - 2 Jahre
4 - 6 Mo.
2 - 3 Mo.
2 - 4 Wo.
1 - 2 Wo.
2 - 3 Tg.
--
•
Mindestqualitätskriterien der Intervention
Merkmal
Höchster Feuchtigkeitsgehalt
Höchstanteil der Bestandteile, die nicht einwandfreies Grundgetreide sind
davon höchstens:
• Bruchkorn
• Kornbesatz
davon:
– Schmachtkorn
– Fremdgetreide
– Schädlingsfraß
– durch Trocknung überhitzte Körner
• Auswuchs
• Schwarzbesatz
davon:
– schädliche Unkrautsamen
– Mutterkorn
Mindesteigengewicht
Eiweißgehalt
Fallzeit (nach Hagberg)
Sedimentationswert
Weichweizen
15 %
Gerste
15 %
12 %
12 %
5 % (3 %)
7 % (5 %)
5 % (3 %)
12 % (5 %)
5%
0,5 %
6 % (2,5 %)
3 % (1 %)
3%
6 % (2,5 %)
3 % (1 %)
0,1 %
0,05 %
72 kg/hl
-220
20
0,1 %
-62 kg/hl
----
Anmerkung: Die Zahlen in Klammern geben an, bis zu welchem Anteil kein Abschlag erfolgt. Für
Unterfeuchten ab 13,4 % bis 10 % erfolgt ein Zuschlag zum Interventionspreis (ohne Reports), und
zwar je 0,1 % Unterfeuchte +0,1 % Zuschlag zum Interventionspreis, maximal 3,5 %.
Stand: Ernte 94/95
•
Anforderungen an den Rohstoff Braugerste:
– Wassergehalt
max. 14,5 % (Trocknungstemperatur max. 40 °C)
– Vollkornanteil (2,5 mm Sieb) mind. 90 %
– Rohproteingehalt
max. 11,5 %
– Ausputz
max. 2 %
– Bruchkorn
max. 1 %
– Reinheit
mind. 98 %
– Keimenergie nach 3 Tagen
95 %
Richtwerte/Deckungsbeiträge
Siehe „Planung-Richtwerte“ im Agrarportal der LFA!
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