Schülerwettbewerbe Erlass vom 28. Juli 2015 660.002.000

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Schülerwettbewerbe Erlass vom 28. Juli 2015 660.002.000
Schülerwettbewerbe
Erlass vom 28. Juli 2015
660.002.000-00317
Gült. Verz. Nr. 7200
I
Allgemeines
Schülerwettbewerbe im Sinne dieses Erlasses sind Wettbewerbe, die für Schülerinnen und
Schüler ausgeschrieben und bei freiwilliger Teilnahme in Schulen begleitet und unterstützt
werden.
Die Aufgabenstellungen bieten in der Regel einen Bezug zum Unterricht, zu allgemein
bildenden oder sozialen Themen.
Schülerwettbewerbe sind eine wichtige Ergänzung des Bildungs- und Erziehungsauftrages der
Schule. Durch besondere Schwerpunktsetzung fordern sie die Schülerinnen und Schüler
heraus, aufgaben- und problembezogen, eigenverantwortlich oder kooperativ im Team kreativ
eigene fachliche und überfachliche Kompetenzen zu erkennen, einzubringen und zu
erweitern.
Die Teilnahme bietet Gelegenheit, Neigungen und Interessen nachzugehen, neue oder
bekannte Themenfelder zu vertiefen.
Vorbereitungen und Schulungen für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler und die
eigentliche Teilnahme an Wettbewerben tragen zur Unterrichtsentwicklung bei und leisten
einen wichtigen Beitrag zur Profilbildung der Schule.
Darüber hinaus ermöglichen Wettbewerbe einen Vergleich mit anderen Schülerinnen und
Schülern in Hessen, in den Ländern und in internationalen Wettbewerbsrunden. Bei einigen
Wettbewerben ist auch die Teambildung mit Eltern oder Lehrkräften möglich.
Als besonders lohnend haben sich Wettbewerbsformate erwiesen, die Begabtenförderung und
Breitenförderung gleichermaßen ermöglichen. Besondere Begabungen werden identifiziert
und durch weitere Wettbewerbsrunden gefördert.
Wird die Vorbereitung Teil des Unterrichts, so profitieren auch Schülerinnen und Schüler, die
nicht in die Endrunden der Wettbewerbe gelangen.
Wettbewerbe, die auf diese Weise ausgerichtet werden, motivieren für Unterrichtsinhalte,
ergänzen das Unterrichtsgeschehen und können Lehrkräfte bei der Erstellung der
Unterrichtsmaterialien unterstützen. Sie wirken sich positiv auf das allgemeine
Leistungsniveau aus und tragen zur Entwicklung einer Kultur zur Förderung von
Wettbewerben an Schulen bei.
II
Voraussetzungen für Schülerwettbewerbe
Schülerwettbewerbe dürfen nur dann durchgeführt werden, wenn sie mit den Bildungs- und
Erziehungszielen der §§ 2 und 3 des Hessischen Schulgesetzes übereinstimmen. Insbesondere
dürfen Inhalt und Durchführung nicht im Widerspruch zu den Geboten der Toleranz und
weltanschaulichen Neutralität stehen.
Wettbewerbe, die vornehmlich kommerziellen Zwecken dienen, dürfen an Schulen nicht
durchgeführt werden. Das gleiche gilt für Wettbewerbe mit werbendem Charakter für
politische Parteien und Organisationen.
Darüber hinaus darf ein Wettbewerb dann nicht durchgeführt werden, wenn der Unterricht in
nicht vertretbarem Maße beeinträchtigt wird oder andere schulische Belange entgegenstehen.
III
Arten der Wettbewerbe
1. Empfohlene Wettbewerbe
Die Ausschreibung eines vom Hessischen Kultusministerium empfohlenen Wettbewerbes
erfolgt durch eine Veröffentlichung im Amtsblatt des Hessischen Kultusministeriums
aufgrund des entsprechenden Antrages des Veranstalters oder Trägers des Wettbewerbes. Die
Empfehlung kann neben der Bekanntgabe auch die Aufforderung zur Teilnahme, Vorschläge
und Regelungen für Maßnahmen zur Betreuung des Wettbewerbes und gegebenenfalls die
Übernahme der Schirmherrschaft durch die Hessische Kultusministerin oder den Hessischen
Kultusminister beinhalten.
Eine laufend aktualisierte Übersicht der vom Hessischen Kultusministerium empfohlenen
Wettbewerbe ist auf der Internetseite des Hessischen Kultusministeriums,
www.kultusministerium.hessen.de, unter der Kategorie „Lehrer“ und dem Stichwort
„Wettbewerbe“ einzusehen.
Darunter finden sich auch Wettbewerbe sowie deren Qualitätskriterien, die die Ständige
Konferenz der Kultusminister der Länder empfiehlt („Qualitätskriterien für
Schülerwettbewerbe“ – Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 17. September 2009).
Verlinkungen zu den Internetseiten der jeweiligen Wettbewerbsveranstalter führen zu
detaillierten Informationen hinsichtlich der Teilnahme und Wettbewerbskriterien sowie zu den
Kontaktdaten der Wettbewerbskoordinatorinnen und -koordinatoren.
2. Andere Schülerwettbewerbe
Über die Durchführung eines Wettbewerbes, der nicht Abschnitt III Nr. 1 unterfällt,
entscheidet die betreuende Lehrkraft im Benehmen mit der Schulleiterin oder dem Schulleiter.
Die Schulleiterin oder der Schulleiter prüft, ob der Wettbewerb den Voraussetzungen nach
Abschnitt II genügt. Im Zweifelsfall ist die Durchführung des Wettbewerbes an der Schule zu
versagen. Gegebenenfalls kann die Unterstützung des Staatlichen Schulamtes in Anspruch
genommen werden.
Die Schulleiterin oder der Schulleiter informiert die Schulkonferenz in regelmäßigen
Abständen über die Wettbewerbsaktivitäten an der Schule, um allen Schulangehörigen einen
Überblick über durchgeführte Wettbewerbe zu geben.
IV
Durchführung der Wettbewerbe
1. Die Schülerinnen und Schüler werden insbesondere durch die in Frage kommenden
Fachlehrkräfte auf die an der Schule durchgeführten Wettbewerbe aufmerksam gemacht
und gegebenenfalls bei der Teilnahme am Wettbewerb beraten. Für Wettbewerbe, an
denen größere Anzahlen von Schülerinnen und Schülern oder ganze Klassen
teilnehmen, können klassen- und jahrgangsübergreifende Arbeitsgemeinschaften
eingerichtet werden, sofern diese nicht den Pflichtunterricht beeinträchtigen. Die
beteiligten Lehrkräfte leiten die Arbeitsgemeinschaften im Rahmen ihrer jeweiligen
Unterrichtsverpflichtung. Zur besonderen Ausbildung des Schulprofils kann die gezielte
Wettbewerbsvorbereitung ganzer Klassen und Kurse Bestandteil des Unterrichts sein.
Es wird empfohlen dies im Schulcurriculum der Schule besonders auszuweisen. Die
Einrichtung besonderer Förderseminare für Schülerinnen und Schüler durch die
Veranstalter oder Träger der Wettbewerbe bleibt hiervon unberührt.
2. Die Durchführung der Wettbewerbe im Sinne dieses Erlasses einschließlich der
Vorbereitung und der Teilnahme an regionalen oder zentral übergreifenden
Ausscheidungen und Preisverleihungen gelten als schulische Veranstaltungen. Die
Regelungen des Unfallversicherungsschutzes für Schülerinnen und Schüler gelten
entsprechend, ebenso wie diejenigen der Anerkennung als dienstliche Veranstaltung für
Lehrkräfte.
3. Soweit nicht im Einzelnen die Organisation eines geförderten Wettbewerbes auf
Landesebene durch die Veranstalter oder Träger oder deren Beauftragte erfolgt, werden
auf Antrag des Veranstalters oder Trägers des Wettbewerbes vom Hessischen
Kultusministerium Landeswettbewerbsleiterinnen oder -leiter berufen. Die Möglichkeit
einer regionalen oder sachgebietsweisen Gliederung des Wettbewerbes bleibt hiervon
unberührt. Für die Wahrnehmung der Wettbewerbsleitung kann eine Anrechnung auf die
Pflichtstundenzahl gewährt werden.
4. Soweit nicht die Möglichkeit der Erstattung der Kosten für die Durchführung der
geförderten Wettbewerbe durch die Wettbewerbsveranstalter oder –träger besteht,
können Zuschüsse im Rahmen der hierfür verfügbaren Haushaltsmittel gewährt werden.
Über die Verteilung der Mittel entscheidet das Hessische Kultusministerium nach
Anhörung der jeweiligen Landeswettbewerbsleitung.
5. Über besondere Leistungen von Wettbewerbsteilnehmerinnen und -teilnehmern einer
Schule unterrichtet die Schulleiterin oder der Schulleiter die Gesamtkonferenz und die
Schulkonferenz, bei Wettbewerben, die für mehrere Schulen im Aufsichtsbereich eines
Staatlichen Schulamtes ausgeschrieben werden, darüber hinaus das Staatliche Schulamt.
Bei landes- oder bundesweit durchgeführten geförderten Wettbewerben berichtet der
Veranstalter oder Träger oder die jeweilige Landeswettbewerbsleitung entsprechend
dem Hessischen Kultusministerium, insbesondere auch über die Landes- und
Bundessiegerinnen oder -sieger.
6. Das Hessische Kultusministerium setzt zur Begleitung und Unterstützung ausgewählter
Wettbewerbe Landeskoordinatorinnen oder Landeskoordinatoren ein, die in einem
jährlichen Sachbericht über die Durchführung, Entwicklung und Evaluation des
Wettbewerbes berichten. Statistiken zu Beteiligten und Ergebnissen der Wettbewerbe
finden sich in der Regel auf den Internetseiten der Wettbewerbsveranstalter.
V
Würdigung der Wettbewerbsleistungen
1. Schülerinnen und Schüler, die in empfohlenen Wettbewerben auf Landes-, Bundes- oder
internationaler Ebene besonders gute Leistungen erbracht haben, können auf Hinweis
der Wettbewerbsbeauftragten oder der Wettbewerbsleitung von der Hessischen
Kultusministerin oder dem Hessischen Kultusminister ausgezeichnet werden. Hierzu
richtet die Kultusministerin oder der Kultusministers an die Schulleiterin oder den
Schulleiter die Bitte, den besonderen Dank an die betreuenden Lehrkräfte zu richten und
die Glückwunschschreiben in geeigneter Weise den ausgezeichneten Schülerinnen und
Schülern zu überreichen.
2. Zur Würdigung der Wettbewerbsleistungen soll die erfolgreiche Teilnahme im Zeugnis
der Schülerinnen und Schüler vermerkt werden.
3. Wettbewerbsleistungen, die bei empfohlenen Wettbewerben eingebracht werden und bei
denen der Anteil einer Schülerin oder eines Schülers zweifelsfrei erkennbar ist, können
bei der Benotung des Bezugsfaches angemessen berücksichtigt werden.
4. Die Schülerinnen und Schüler sind über die Möglichkeiten nach Nr. 2 und 3 in
angemessener Weise zu informieren.
5. Schulen, die über mehrere Jahre hin eine überdurchschnittlich starke und erfolgreiche
Beteiligung an geförderten Wettbewerben aufzuweisen haben, können auf Antrag des
Veranstalters oder Trägers des Wettbewerbes von der Hessischen Kultusministerin oder
dem Hessischen Kultusminister ausgezeichnet werden.
VI
Inkrafttreten
Der Erlass tritt am Tage nach der Veröffentlichung im Amtsblatt des Hessischen
Kultusministeriums in Kraft.