Auswandern nach Andalusien eBook

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Auswandern nach Andalusien eBook
Auswandern
nach
Andalusien
Ein Erfahrungsbericht mit vielen Tipps
und hilfreichen Informationen
1
Wir sind im August 2014 nach Andalusien ausgewandert und in
diesem Buch erzähle ich nicht nur unsere Geschichte. Auch gibt
es zahlreiche Tipps und Informationen rund um das Thema
"Auswandern". Dabei geht es nicht nur um die Sprache, die man
zumindest einigermaßen beherrschen sollte. Es geht auch um
wichtige Dokumente, die dringend benötigt werden, um Listen,
die schon vor der Planung abgearbeitet werden sollten und um
vieles mehr.
Ich hoffe, ich kann euch mit meinen Erfahrungen helfen euren
Traum zu verwirklichen und bin natürlich auch gerne bereit eure
Fragen zu beantworten. Meine Kontaktadresse findet ihr am
Ende des Buches.
Eure
Stephanie Hahn
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Inhaltsverzeichnis
Auswandern – mein Tagebuch… .................................................. 5
Die „Rumspinnerei“ beginnt.. .................................................. 5
Was waren unsere Gründe? ..................................................... 6
Warum gerade Spanien? .......................................................... 7
Fragen über Fragen .................................................................. 8
Die Foren haben viel geholfen ................................................. 9
Es wird ernst, der Flug wird gebucht ...................................... 10
Hausbesichtigungen in Andalusien ........................................ 11
Nun ist es amtlich – wir wandern aus! ................................... 12
Unser Haushalt musste aufgelöst werden ............................. 13
Unser Sohn erfährt die Neuigkeit ........................................... 13
Der Ausverkauf startet ........................................................... 14
Das Auto nach Andalusien mitnehmen oder nicht?............... 14
Der Mietvertrag und was noch so wichtig ist ......................... 15
Der Termin steht fest ............................................................. 16
Die richtige Spedition finden .................................................. 16
Es geht los............................................................................... 17
Ich war schockiert! ................................................................. 18
Tipps und Informationen ............................................................ 19
15 Tipps zum Auswandern ......................................................... 20
Tipp 1 – Prioritäten setzen: .................................................... 20
Tipp 2 – Macht nicht das Wetter zum wichtigen Aspekt ....... 21
Tipp 3 – Wie sind die Arbeitsmöglichkeiten? ......................... 21
Tipp 4 – Wie ist die Infrastruktur?.......................................... 21
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Tipp 5 – Auswandern mit Kindern .......................................... 22
Tipp 6 – Kultur des Landes ..................................................... 22
Tipp 7 – Zweitwohnsitz in Deutschland.................................. 22
Tipp 8 – Haus kaufen oder mieten ......................................... 23
Tipp 9 – Einreisebestimmungen ............................................. 23
Tipp 10 – Ein Urlaub im Traumland bringt die Entscheidung . 24
Tipp 11 – Die Sprache schon frühzeitig lernen ....................... 24
Tipp 12 – Internationale Papier beantragen .......................... 24
Tipp 13 – Reisepass und Personalausweis ............................. 25
Tipp 14 – Führerschein ........................................................... 25
Tipp 15 – Der Versicherungsschutz ........................................ 25
To-do-Liste vor dem Auswandern .............................................. 27
Autokauf in Spanien ................................................................... 29
Hat der Vorbesitzer alle Strafzettel bezahlt?! ........................ 29
Hat der Vorbesitzer die Kfz-Steuern bezahlt?! ....................... 29
Autopreise in Spanien ............................................................ 30
Das benötigt man für die N.I.E. .................................................. 31
Wichtige Notrufnummern in Spanien ........................................ 32
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Auswandern – mein
Tagebuch…
Wir befassen uns schon seit Jahren mit dem Gedanken
auszuwandern. Aber irgendwie haben wir dann das Thema
immer wieder über den Haufen geworfen, da es an vielen
Gründen scheiterte. Zum Einen war mein Mann noch angestellt
und wir konnten die spanische Sprache nicht wirklich. Woher
also einen Job bekommen, wenn man die Sprache nicht
beherrscht? Zum Anderen hatten wir einen Sohn, der gerade in
die Schule gekommen war und wir ihn nicht direkt wieder
herausreißen wollten. Dann war noch die Tochter, die zwar
eigentlich schon erwachsen war, aber dennoch sehr an Mama
hing und in Ihrem Leben leider nicht alles so lief, wie sie es sich
gewünscht hätte. Also wurde das Thema immer wieder auf Eis
gelegt. Bis im April 2014 …
Die „Rumspinnerei“ beginnt..
Mein Mann kam auf die Idee mal wieder nach schönen
Wohnungen oder Häusern in Spanien zu schauen und ich war
natürlich sofort begeistert. Wir waren mittlerweile beide
selbstständig und konnten arbeiten, von wo wir wollten – waren
somit also nicht auf einen Job angewiesen. Die feste
Stammkundschaft ist da und ob wir von Deutschland oder
Spanien arbeiteten, war im Grunde völlig egal. Also saßen wir
wieder da und haben einfach ein wenig geschaut, überlegt und
ein wenig gesponnen. Mit großen Augen stellten wir fest, dass
die Häuser und Wohnungen um ein Vielfaches günstiger waren
und konnten es fast nicht glauben. Wir waren sogar sicher, dass
die angebotenen Häuser und Mietwohnungen absolute
Bruchbuden sein müssen, auch wenn sie auf den Bildern wirklich
toll aussahen. Doch so ganz glauben konnten wir das, ehrlich
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gesagt nicht. Es wäre auch zu schön, um wahr zu sein. Noch
trugen wir erst einmal Informationen zusammen und ich
meldete mich in den unterschiedlichsten Foren an, um mich
über alles zu informieren. Es war nur ein Abchecken der Lage
und noch stand gar nichts fest, doch der Traum rückte in
greifbare Nähe.
Was waren unsere Gründe?
Wir hatten vielerlei Gründe, Deutschland den Rücken
zuzukehren. Zum einen aber war dies schon immer unser Traum
und ich sagte schon vor vielen Jahren, dass ich irgendwann mein
Rentnerleben irgendwo im Süden verbringen werde. Auch mein
Mann hatte schon jahrelang diesen Traum und jetzt schien er
doch sehr nahe zu sein.
Doch wir hatten noch einige Gründe mehr, vor allem ich. Ehrlich
gesagt habe ich mich in Deutschland nicht mehr wohlgefühlt. Es
gab kein Miteinander mehr, keiner gönnte dem anderen Etwas
und jeder war nur auf seinen Vorteil aus, von der
Kinderunfreundlichkeit ganz zu schweigen! Aber auch in der
Stadt, in der wir wohnten, war ich nicht wirklich glücklich. So ein
stures Volk habe ich selten erlebt und in den 10 Jahren, in denen
wir dort wohnten, hatten wir kaum Kontakte und wenn dann
meist nur von Zugezogenen. Eine Chance in dem Ort integriert
zu werden, bekommen Zugezogene überhaupt nicht. Weder
durch den Fußballverein noch durch die Schule war irgendein
näherer Kontakt möglich und man hatte wirklich das Gefühl die
Menschen gehen da zum Lachen in den Keller.
Weiterhin konnte man in Deutschland gar nicht so viel Geld
verdienen, wie man eigentlich zum Leben benötigt. Auch wenn
wir beide Freiberufler waren und eigentlich gar nicht so schlecht
verdienten, reichte es in der Regel nicht dafür großartige
Rücklagen zu bilden. Ok, wir hatten zwei Autos und es ging uns
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auch nicht schlecht, aber es treibt einem einfach Tränen in die
Augen, wenn man sieht, was man so verdient und im Endeffekt
nicht viel davon hat. Wenn die Lebenshaltungskosten das Geld
nicht wegfressen, ist es spätestens dann weg, wenn das
Finanzamt zuschlägt. Das alles zusammen waren einige Gründe
dafür, warum wir immer mehr den Wunsch hatten, Deutschland
zu verlassen.
Warum gerade Spanien?
Mein Mann war schon immer absolut von Spanien begeistert
und ausschlaggebend war wohl ein Urlaub in Andalusien - vor
ziemlich langer Zeit. Mir war es ehrlich gesagt ziemlich egal,
hauptsache Sonne, herzliche Menschen und vor allem
Kinderfreundlichkeit. Griechenland schied für mich aus, weil mir
die Sprache einfach zu schwer war, Italien – nein da hat es mich
noch nicht einmal in den Urlaub hingezogen, Karibik schied aus,
weil es einfach zu weit war. Von Spanien war ich auch schon
immer begeistert, also hieß es „Viva España“. War natürlich
noch die Frage wohin in Spanien. Mallorca, jaaa da war es
schön, aber auf eine Insel? Nein, das wollten wir nicht.
Andalusien, dazu konnte ich nichts sagen, ich hatte noch nie in
Andalusien Urlaub gemacht, sondern immer nur begeistert
zugehört, wenn mein Mann davon erzählte. Also war schnell
klar, dass es Andalusien sein sollte. Andalusien ist ja nicht
gerade klein, also hieß es dann erst einmal schauen, in welche
Ecke es uns vielleicht zieht.
Eines war allerdings für uns beide klar, wenn Spanien, dann auch
wirklich Spanien. Wir hatten beide keinen Bedarf in eine Ecke zu
ziehen, in der es nur Deutsche gab und in der wir wahrscheinlich
nur von Touristen umzingelt sind. Also schied die Küstenregion
schon aus, was natürlich auch irgendwie schade ist, wenn man
nicht mal schnell zum Meer kann. Doch gerade dort wären von
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März bis Oktober nur Touristen und womöglich hätten wir alle
zwei Wochen neue Nachbarn. Dies wollten wir natürlich
unserem Sohn nicht antun und daher suchten wir im Hinterland
nach Häusern zur Miete.
Die ersten Häuser, die wir fanden, waren in Huércal-Overa,
allerdings nicht in der Stadt direkt, sondern etwas außerhalb.
Einige davon waren absolute Traumhäuser, sie hatten allerdings
einen Nachteil – sie waren wirklich weit ab von der Zivilisation.
Nicht gerade ein Paradies für einen 8-Jährigen, wenn er bis zum
nächsten Spielkameraden 5 Km zu fahren hatte. So toll, wie wir
das gefunden hätten, so schlecht wäre es für den Sohnemann
gewesen. Also dann doch besser nach Häusern schauen, wo es
wenigstens ein paar Nachbarn gab. Nachdem wir ein paar
Favoriten herausgesucht hatten, die bezahlbar, vernünftig
ausgestattet und teilweise mit Pool waren, schrieb mein Mann
dann einige Makler an, um mehr zu erfahren. Jetzt wurde es
also wirklich ernst, wobei es noch immer erst eine Rumspinnerei
war. Wir gerieten immer mehr in die Auswanderer-Schiene und
setzten jetzt wirklich alles dran, damit wir das durchziehen
konnten. Es war also soweit und es hieß: „Jetzt oder Nie“!
Fragen über Fragen
Unsere Bedenken waren natürlich, wie es wirklich in dem
krisengebeutelten Spanien ist. Ist wirklich alles so toll, wie man
im Fernseher oder auch im Internet sieht. Sind die Häuser auch
so, wie sie auf den Bildern aussahen oder waren es eher
Bruchbuden, die nur schön fotografiert wurden? Wie war das
Umfeld der Häuser? Gibt es in der Nähe Schule, Fußballverein
oder sonstige Dinge, die für uns wichtig waren? Wie weit ist es
bis zum Meer und wie sind die Menschen dort? Fragen über
Fragen plagten uns in dieser Zeit und zum Glück hatten einige
Freunde, die uns halfen diese Fragen zu beantworten. Natürlich
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musste mein Mann nach Andalusien und sich die Häuser
anschauen und somit auch die ganzen Fragen abklären. Denn
wir konnten uns ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dass die
Häuser so „billig“ waren. Natürlich verdienen die Menschen in
Spanien viel viel weniger, dennoch war uns die Sache nicht ganz
geheuert und wir mussten einen Termin finden, damit mein
Mann selbst nach Andalusien fliegt, sich ein Bild macht und
eben diese vielen Fragen abklären kann.
Die Foren haben viel geholfen
Um noch mehr Einblick vorab zu bekommen, hatte ich mich in
den unterschiedlichsten Foren angemeldet und stöberte nach
Informationen was die Lebenshaltungskosten, wie auch die
freiberufliche Tätigkeit betraf. Natürlich suchten wir auch
handfeste Informationen zum Thema Schul- und
Gesundheitssystem, um wirklich alles genau abzuklären. Hier
sind wir fast überall fündig geworden, jedoch gab es zahlreiche
unterschiedliche Infos rund ums Thema „Freiberuflichkeit“ und
zum Schluss wussten wir eigentlich gar nicht mehr so wirklich,
was denn nun stimmt und was nicht. Also hieß es Freunde
fragen, die bereits in Spanien lebten oder auch spanische
Bekannte, die in Deutschland lebten, damit wir wenigstens ein
wenig Licht ins Dunkel bringen konnte.
Doch auch über das Schulsystem haben wir jede Menge
erfahren und auch das Gesundheitssystem ist selbstverständlich
anders, aber es soll gut sein. Dass wir in Deutschland ein sehr
gutes Gesundheitssystem haben, wissen wir auch, aber man
kann halt nicht alles haben. Wobei die zahlreichen Deutschen,
die hier in Spanien leben alle damit zufrieden sind, wie wir lesen
konnten. Also kann es so schlimm ja gar nicht sein. Über das
Schulsystem in Deutschland sage ich jetzt mal nichts, da wir
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eigentlich immer dachten, es wäre gut. Dazu gibt es aber später
mehr.
Es wird ernst, der Flug wird gebucht
Anfang Mai war es dann soweit und wir mussten jetzt Nägel mit
Köpfen machen. Denn wir hatten uns mehr oder weniger
entschieden. Stimmte alles, was wir an Informationen gefunden
hatten und passt die Region und die Umgebung, würden wir den
Schritt wagen. Dafür mussten wir aber nach Andalusien, was
sich allerdings als schwierig erwies, da der Sohnemann ja Schule
hatte. Er hätte bestimmt einige Tage "Urlaub" bekommen,
allerdings wollten wir noch nichts an die große Glocke hängen,
da es ja noch nicht wirklich sicher war. Daher entschieden wir,
dass mein Mann alleine nach Andalusien flog und sich vor Ort
ein Bild machte. Er hatte auch hier im Münsterland das Haus
„ausgesucht“ und ich konnte mich blind auf ihn verlassen, dass
er das Passende finde würde. Also buchte er einen Flug für den
22. Mai 2014.
Ihr wundert euch bestimmt, warum dies alles so schnell bei uns
ging, was ich auch verstehe. Wir hatten zwei Möglichkeiten,
wobei die zweite meiner Meinung nach nicht unbedingt die
Beste war, auch wenn wir mehr Zeit hatten. Die erste
Möglichkeit war, dass wir alles relativ schnell durchziehen,
damit unser Sohn zum neuen Schuljahr direkt in die spanische
Schule geht und somit den Neustart direkt nach den Ferien
macht. Die zweite Möglichkeit wäre, bis Januar zu warten und
dann zum Halbjahr einen Schulwechsel durchzuführen. Dies
fanden wir aber beide nicht so gut, da er hier mitten im
Schuljahr in eine neue Klasse kommt und sich zurecht finden
muss. Daher wollten wir das alles so schnell wie möglich
schaffen, dass wir den Schnitt zu den Sommerferien machen
konnten und auch vielleicht noch ein paar Tage Urlaub in der
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neuen Heimat machen konnten, um uns zu akklimatisieren und
ein wenig anzukommen. Verrückt sagt ihr bestimmt, aber ich
persönlich stelle es mir grausam vor, mitten im Schuljahr zu
wechseln. Erschwerend kam natürlich hinzu, dass er kein
Spanisch sprach bzw. nur ganz wenig und daher war es uns
lieber einen kompletten Schnitt zum neuen Schuljahr
vorzuziehen. Dies hieß natürlich Stress ohne Ende, aber wir
wussten ja, dass ein hoffentlich schönes Leben auf uns wartete!
Hausbesichtigungen in Andalusien
Nun war es soweit und mein Mann war in Andalusien. Er hatte
nur 5 Tage Zeit, um sich Häuser anzuschauen und all die Fragen,
die uns beschäftigen, zu klären. Da er vorher einige Termine mit
Maklern vereinbart hatte, konnte er bereits am ersten Tag die
ersten Häuser besichtigen. Dies war jedoch ein Reinfall. Denn,
und das wussten wir nicht, die Quadratmeterzahl sagt absolut
nichts über die Größe des Hauses aus. Denn die Spanier zählen
die Wände wie auch die Terrasse einfach mit dazu und dann
können aus 70 qm ganz schnell mal 100 qm werden. Die ersten
Häuser waren also nicht das, was wir uns vorgestellt hatten.
Entweder waren sie zu klein, zu weit außerhalb oder die Gegend
war nicht schön. Also hieß es auf den nächsten Tag hoffen und
sehen, was die zweite Maklerin zu bieten hatte. Zwischenzeitlich
traf mein Mann noch Freunde, die bereits seit vielen Jahren hier
lebten und ließ sich noch jede Menge Tipps mit auf den Weg
geben.
Für mich ging die Zeit gar nicht um und ich fieberte dem
nächsten Tag entgegen, was dieser wohl bringen würde. Der
Termin war am Morgen und schon nach kurzer Zeit rief mein
Mann an und war hin und weg und total von den Socken. Das
Haus muss der Wahnsinn sein und er konnte sich gar nicht
beruhigen. Ein Traum schlechthin und perfekte Lage – ich sagte
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ihm, er solle sofort Bilder schicken, damit ich mich mit freuen
und natürlich auch mal schauen konnte. Gesagt, getan und ich
war ebenfalls total begeistert – es war das Traumhaus
schlechthin und jetzt mussten wir nur noch hoffen, dass der
Vermieter mit uns einverstanden ist. Ein Problem dabei war
nämlich, dass er sofort vermieten wollte und wir erst frühestens
ab August dieses Haus mieten konnten. Die Maklerin setzte sich
direkt mit dem Vermieter in Verbindung und hatte leider
schlechte Nachrichten für uns…
Entweder wir würden das Haus ab Juni mieten, was dann hieß,
dass wir drei Monate lang doppelt Miete zahlen müssten oder
aber wir müssten nach einem anderen Haus Ausschau halten. So
schwer es uns fiel, es musste ein anderes Haus her und wir
sagten der Maklerin ab. Diese hatte aber zum Glück noch
andere Häuser, die sie meinem Mann zeigen konnte und so war
am nächsten Tag wieder Besichtigung, in der Hoffnung, dass
jetzt das richtige Haus dabei ist.
Nun ist es amtlich – wir wandern aus!
Am nächsten Tag ging es also weiter mit der Besichtigung und
mein Mann schaute sich noch weiter Häuser an. Eins war wohl
dabei, dass eine gute Alternative war, aber ganz so glücklich war
mein Mann nicht wirklich damit. Er war noch immer auf das
Traumhaus fixiert und konnte sich gar nicht so richtig auf die
Besichtigungen freuen und konzentrieren. Aber er zog es in
Erwägung, dass dieses Haus im Dörfchen Lubrin das Richtige
sein könnte. Nachdem mein Mann mir die Bilder geschickt hatte
und wir lange telefonierten, stand dann fest, dass wir vorerst
dieses Haus mieten werden, dass wir dann zumindest ein Dach
über dem Kopf haben. Wir könnten uns immer noch nach einem
anderen Haus umschauen, wenn es sich als „nicht passend“
herausstellen würde. Also rief mein Mann am nächsten Tag die
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Maklerin an und sagte zu. Er schaute sich die Gegend noch ein
wenig an und war absolut begeistert. Das Dörfchen lag mitten in
den Bergen, bis zum Meer waren es etwa 30 Kilometer und es
gab zahlreiche kleine Läden im Dorf. Eine Schule gab es auch
und die Maklerin stellte meinem Mann sogar schon die Rektorin
vor. Er war hin und weg von dem Dorf und absolut davon
überzeugt, dass wir uns hier wohlfühlen werden.
Unser Haushalt musste aufgelöst werden
Wir hatten uns natürlich schon im Vorfeld Gedanken gemacht
und überlegten ob wir den kompletten Haushalt mitnehmen
oder auflösen. Da in Andalusien aber fast alle Mietobjekte
möbliert waren, wurde uns schnell klar, dass wir eigentlich nur
unsere persönlichen Sachen benötigten. Hatte natürlich auch
den Vorteil, dass wir keine hohen Umzugskosten hatten und
lediglich mit einigen Kisten nach Spanien kommen würden.
Während mein Mann die letzten zwei Tage in Andalusien war,
eröffnete ich eine Facebook-Gruppe, in der unseren kompletten
Hausstand anbieten wollte. Ich machte bereits einige Bilder und
stellte diese ein, lud Leute dazu ein und machte die Gruppe
bekannt. Die ersten Termine wurden vereinbart, da ich natürlich
keine Adresse angegeben hatte. Erst mussten wir mit unserem
8-jährigen Sohn reden. Die Tochter, die bereits 20 Jahre alt ist,
wusste es schon und war natürlich nicht wirklich begeistert –
verständlich!
Unser Sohn erfährt die Neuigkeit
Wie sollen wir es ihm sagen, dass auch er Gefallen daran findet.
Dies war eine Aufgabe, die gar nicht so einfach war. Aber
erstaunlicherweise hat er es toll aufgenommen und war fast von
Anfang an total begeistert davon. Sein größtes Problem dabei
war allerdings, dass er Oma und Opa nicht mehr sooft sehen
würde – da war er schließlich einmal die Woche zu Besuch. Die
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Freunde, der Fußballverein oder auch der komplette Schnitt
machten ihm so eigentlich gar nichts aus. Er begann sogar direkt
ein paar Tage nach der „Botschaft“ mit dem iPad und Babble
Spanisch zu lernen. Natürlich war er erst mal traurig, aber das
hat sich schnell in Freude umgewandelt und wir waren wirklich
sehr erleichtert.
Der Ausverkauf startet
Kaum war mein Mann wieder auf deutschem Boden, stürmten
schon die ersten Leute unser Haus. Zuerst ging viel Kleinkram
weg, da wir die Möbel ja noch brauchten. Es waren ja immerhin
noch 3 Monate, in denen wir hier im Münsterland wohnen
„mussten“. Aber ich war begeistert, wie toll die ganze Sache
anlief, damit hatte ich nicht gerechnet. Natürlich waren auch
sicher zahlreiche Leute dabei, die einfach nur mal gucken
wollten, wer so bescheuert ist und in ein Krisenland auswandert
! Egal, wir verkauften und verkauften und waren total
überwältigt, dass gleich zu Beginn so viel von unseren Sachen
den Besitzer wechselten. Nach und nach stellten wir auch die
Möbel ein und ab Juli wurden bereits die ersten Sachen geholt –
unser Haus wurde also immer leerer. Bis wir dann Mitte Juli fast
gar nichts mehr im Haus hatten und auf Matratzen schliefen und
auf einem 2-Platten-Kocher das Essen zubereiteten.
Das Auto nach Andalusien mitnehmen oder
nicht?
Eigentlich wollten wir ja unser Auto nach Andalusien
mitnehmen. Allerdings haben wir nicht nur auf vielen
Internetseiten gelesen, dass die Ummeldung eines
mitgebrachten Autos sehr teuer wäre, auch Freunde und
Bekannte erzählten uns dies. Laut den unterschiedlichen
Quellen soll die Ummeldung in Spanien bis zu 1.000 Euro kosten
und nur rentabel sein, wenn das Auto sehr hochwertig oder
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eben neu ist. Daher sind wir ganz explizit auf die Suche nach
aktuellen Informationen gegangen, ob wir das Auto nach
Andalusien mitnehmen sollen oder nicht. Aber leider sind wir
nicht wirklich fündig geworden. Entweder waren die Seiten
veraltet oder es stand nichts wirklich Interessantes, bezüglich
der Ummeldung, in dem Artikel. Daher haben wir jetzt
kurzerhand unser Auto verkauft und werden dann in Spanien
einen neuen Wagen kaufen. Meiner war immerhin schon fast 11
Jahre alt und daher nicht wirklich rentabel mit nach Spanien zu
nehmen. Vor allem, wenn man dann noch die Fahrt, wie auch
die Übernachtung rechnet, denn 2.500 km fährt man nun mal
nicht in einem Tag, kommen dann nochmals etwa 500 Euro
hinzu. Wären wir schon bei 1.500 Euro nur um den Wagen nach
Spanien zu bringen und anzumelden. Somit hatte sich die
Überlegung also schnell erledigt.
Der Mietvertrag und was noch so wichtig ist
Irgendwann Ende Juni kam dann auch der Mietvertrag per EMail, also vollkommen unkompliziert. Den Mietvertrag gab es in
Englisch und Spanisch und somit konnten wir wenigstens das
wichtigste gut verstehen. In Spanien werden Mietverträge nur
für 11 Monate abgeschlossen. Dies hat den Grund, dass der
Vermieter so die Möglichkeit hat, Nichtzahler schneller wieder
loszuwerden. Einen unbefristeten Mietvertrag gibt es relativ
selten. Für uns im ersten Moment etwas verwunderlich, da eben
auch als Absicherung darin steht, dass der Vermieter nach
diesen 11 Monaten an andere Leute vermieten kann. Nach
langem Googeln haben wir aber gesehen, dass dies vollkommen
normal ist und unterschrieben diesen dann – somit war es also
wirklich amtlich! Unseren Mietvertrag für das jetzige Haus
haben wir dann auch gekündigt und somit hieß es jetzt die
ganzen Formalitäten erledigen. Und das waren eine ganze
Menge. Wir machten uns Listen, was alles gekündigt werden
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musste und welche Unterlagen wir für Spanien benötigten. Es
waren ja nur noch ein paar Wochen und die Zeit drängte
natürlich.
Der Termin steht fest
Als Termin haben wir uns den 10. August gesetzt und die Tickets
gebucht. Somit konnten wir uns ein wenig akklimatisieren und
unser Sohn vielleicht schon Kontakte knüpfen, da der Dorfpool
zu diesem Zeitpunkt noch geöffnet hatte. Dieser hat nämlich nur
in den Sommerferien von Ende Juni bis Ende August geöffnet
und so hatten wir die Möglichkeit mit der Dorfgemeinschaft
zusammenzutreffen. Auch in der Schule haben wir dann
Bescheid gesagt und so nun die letzten Vorbereitungen
getroffen. Sohnemann aus den Vereinen abmelden und was
eben noch so alles nötig war.
Die richtige Spedition finden
Dies war gar nicht so einfach. Nachdem ich zahlreiche
Speditionen angerufen hatte, war eine supergünstig, andere
wiederum verlangten das Dreifache. Natürlich wollten wir ja
auch, dass unsere Sachen gut und vor allem ganz in Andalusien
ankamen und nicht irgendwo auf dem Weg dahin
verschwanden. Denn auch dies hatten wir in verschiedenen
Foren gelesen. Nachdem ich mich dann für einen Anbieter
entschieden hatte, wollte der nur per Handschlag den „Vertrag“
machen, was mir so gar nicht gefiel. Außerdem konnte er mir
nur kurzfristig mitteilen, wann unsere Kisten denn geholt
werden sollten. Hmmmm, also damit war ich so gar nicht
zufrieden und ich bin wieder auf die Suche nach einem
Spediteur. Die bekannte Unternehmen zogen einem das Geld
nur so aus der Tasche und irgendwann sind wir dann auf
Hakotrans aufmerksam geworden. Die Kommunikation klappte
super und ich hatte ein gutes Gefühl mit diesem Anbieter – also
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sagte ich ihm zu und der Vertrag kam prompt. Für die 70 Kisten
zahlten wir 750 Euro und der Preis war echt ok. Ein bekannter
Anbieter wollte dafür über 2.000 Euro!! Als Termin wurde
Anfang August genannt und wir hatten Ende Juli alles fertig
gepackt. Es musste nur noch der Fernseher in die Kiste gepackt
werden und somit könnte der Spediteur auch kurzfristig
kommen – wir waren bereit. Allerdings wurde der Termin dann
noch mal verschoben und am 8. August war es dann endlich
soweit. Die Kisten gingen auf die Reise! Jetzt waren es nur noch
zwei Tage, bis der Flieger mit dem One-Way-Ticket für uns nach
Almeria ging. Wir waren natürlich schon mächtig aufgeregt und
die letzten Tage zogen sich wie Kaugummi!
Es geht los
Natürlich ging es mit gemischten Gefühlen los. Einerseits
freuten wir uns wahnsinnig auf das neue Leben, andererseits
blieb meine Tochter hier und auch die Omas und Opas – also
nicht ganz einfach und aus diesem Grund machten wir aus der
Verabschiedung kein großes Ding. Wir versuchten das Ganze
relativ zügig über die Bühne zu bringen, da es sonst nur zu
großen Heulattacken geführt hätte. Dies wollten wir natürlich
vermeiden – nicht nur wegen unseres Sohnemannes, auch für
meine Tochter und Oma und Opa war es nicht wirklich einfach!!
Und für mich schon gar nicht :( Also versuchten wir so die
Verabschiedung recht schnell hinter uns zu bringen und durch
die Sperre zu gehen. Doch schnell machte sich die Aufregung
wieder breit, da wir ja nicht wirklich wussten, was uns so
erwartet. Der Flug verging wie im Flug und endlich landeten wir,
so gegen 20 Uhr in Almeria. Jetzt mussten wir nur noch die
Koffer und den Mietwagen holen und dann konnte die Fahrt in
unser neues Leben beginnen. Es war natürlich unheimlich heiß
und wir waren froh im Wagen mit Klimaanlage zu sitzen.
Natürlich verfuhren wir uns noch und kamen erst nach etwa 3
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Stunden – obwohl die Fahrt nur 1,5 Stunden dauern sollte – an.
Es war auch noch ein große Fiesta im Dorf und relativ schwierig
durchzukommen. Aber unser Vermieter erwartete uns bereits
und fuhr dann mit uns zusammen zu unserem Haus.
Ich war schockiert!
Als ich das Haus betrat, war ich ehrlich gesagt schockiert. Die
Räume waren total klein und alles war fürchterlich niedrig, dass
man sich fast immer ducken musste, wenn man durch eine Tür
wollte. Aber, und darüber war ich sehr froh, die Vermieter
waren total lieb und hatten uns den Kühlschrank gefüllt, für
Kaffee und Tee und für gekühlte Getränke gesorgt! Das war
wirklich supertoll und riss mich aus meiner Schockstarre heraus.
Da an Schlaf noch nicht zu denken war und wir auch mächtig
hunger hatten, beschlossen wir, noch auf die Fiesta zu gehen.
Wir wurden sofort von unserer Maklerin herzlich empfangen
und sie stellte uns gleich einigen Leuten vor. Es war ein schöner
Abend, aber gegen 1 Uhr überkam uns dann doch die Müdigkeit
und wir gingen nach Hause. Jedoch war an Schlaf gar nicht zu
denken, denn kaum zu Hause angekommen, fing die Band an zu
spielen. Da wir ja in einem Dorf wohnten, war der Marktplatz
innerhalb 2 Minuten zu Fuß erreichbar – dementsprechend laut
war die Musik. Meine Männer hat das wenig gestört, ich
hingegen lag fast nur wach und schlief mehr oder weniger
Minutenweise. Um 7 Uhr am Morgen spielte die Band glaube ich
immer noch und es war wohl auch noch einiges los im Dorf. Tja
das war also Spanien und wir wussten somit gleich wie der Hase
hier läuft. In Deutschland wäre dies unmöglich gewesen, dass
nach 1 Uhr noch eine Band anfängt zu spielen und vor allem so
lange spielt, bis wirklich die Letzten nach Hause gegangen sind.
Jetzt fing also unser neues Leben an und im nächsten Buch
könnt ihr lesen, wie unsere erstes Jahr in der neuen Heimat war.
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Tipps und Informationen
Auf den nächsten Seiten findet ihr noch zahlreiche
Informationen, auf was ihr alles achten müsst. Außerdem auch
eine Liste, welche Dokumente ihr für die N.I.E und für die
Residencia benötigt. Als Erstes aber 15 Tipps zum Auswandern
und auf was ihr bei eurer Überlegung achten solltet. Denn nur
schönes Wetter sollte nicht der ausschlaggebende Punkt sein.
Sonst ergeht es euch so, wie vielen Auswanderern, die nach
einem Jahr wieder zurück in Deutschland sind. Wir hatten auch
nicht sehr viel Zeit zu planen, aber auch in dieser kurzen Zeit war
eine gute Planung möglich und das A und O für diesen Schritt!!
Wichtig ist natürlich die Sprache – aber ich muss ehrlich
zugeben, dass wir nicht wirklich viel Spanisch konnten. Wir
hatten allerdings den Vorteil, dass wir nicht auf einen
Arbeitgeber angewiesen waren, da wir beide Freiberufler sind
und unsere Kunden in Deutschland sitzen. Wir waren aber in der
Lage einzukaufen und konnten auch einen kleinen Small Talk
halten. Trotzdem solltet ihr, wenn es geht, schon einen
Spanischkurs in Deutschland besuchen, damit ihr zumindest die
einfachen Behördengänge alleine erledigen könnt. Zur
Beantragung der N.I.E. und der Residencia kann ich aber jedem
nur empfehlen eine Gestoria zu nehmen, die sich mit den
Gepflogenheiten und den Gesetzen auskennen und euch so viel
viel Ärger und Geld sparen!
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15 Tipps zum Auswandern
Wer auswandern möchte, hat meistens schon länger die Idee im
Kopf. Denn selten wandern Menschen von einem Tag auf den
anderen aus. Dennoch ist oftmals das Problem, dass sie auf den
richtigen Zeitpunkt warten, der meist nie kommt. Denn
irgendwas wird immer sein und Zweifel werden auch immer
bleiben, ob der Schritt denn wirklich der richtige ist. Dennoch
wagen es immer mehr Menschen Deutschland zu verlassen und
im Jahr 2013 waren es laut statistischem Bundesamt 797.900
Personen, die Deutschland verlassen haben. Im ersten Halbjahr
2014 waren es schon 427.000, die nicht mehr in Deutschland
leben möchten. Hier möchte ich euch einige Tipps geben, die ihr
überdenken solltet, wenn ihr mit dem Gedanken spielt
auszuwandern.
Hier findet ihr nun 15 Tipps zum Auswandern, damit ihr in
eurem Wahlland glücklich werdet und nicht schon nach wenigen
Monaten total enttäuscht seid. Die Entscheidung sollte natürlich
gemeinsam getroffen werden, damit eure Ehe oder
Partnerschaft in der neuen Heimat nicht zum Scheitern
verurteilt ist. Denn leider ist dies oft der Fall, dass ein Partner
auswandern möchte, der andere aber nicht wirklich. Diese Ehen
gehen daher im Auswanderungsland relativ schnell in die
Brüche, weil einer unglücklich ist und sich mit der neuen Heimat
nicht identifizieren kann.
Tipp 1 – Prioritäten setzen:
Zweifel bleiben immer, also nehmt sie als gegeben hin und
macht eine Liste mit Prioritäten. Was ist euch wichtig, auf was
könnt und wollt ihr nicht verzichten und wie sieht es mit den
finanziellen Mitteln aus. Deutschland ist in den letzten Jahren
teuer geworden und mit 100 Euro kommt man nicht mehr weit.
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Es gibt zahlreiche Ländern, in denen man mit 100 Euro zwei
Wochen leben kann. Doch es gibt auch einige Länder, die noch
teurer sind. Daher sind die finanziellen Mittel ein wichtiger
Aspekt.
Tipp 2 – Macht nicht das Wetter zum wichtigen
Aspekt
Zieht es euch eher in die Sonne oder doch Richtung
Skandinavien? Auf keinen Fall aber solltet ihr den Fehler machen
und das Wetter als Priorität setzen. Natürlich ist es super, wenn
das Wetter gut ist und ständig die Sonne scheint. Wer aber
allein wegen des Wetters auswandert, wird schnell auf den
Boden der Tatsachen fallen.
Tipp 3 – Wie sind die Arbeitsmöglichkeiten?
Gibt es Arbeit in dem Land, in das ihr auswandern möchtet?
Oder habt ihr gar schon einen Job in Aussicht. Denn auch in
einem anderen Land müsst ihr irgendwie euren Lebensunterhalt
verdienen. Natürlich gibt es auch die Menschen, die ausgesorgt
haben und nicht mehr arbeiten müssen, aber eher selten. Also
solltet ihr euch, wenn ihr eine Landeswahl getroffen habt,
gründlich informieren und schon so früh wie möglich auf
Jobsuche gehen.
Tipp 4 – Wie ist die Infrastruktur?
Kommt ihr mit der Infrastruktur in eurem Wahlland klar? Denn
in der Regel sind gerade die südlichen Länder grundverschieden,
was die Strom- und Wasserversorgung angeht. Kabel hängen
über den Häusern, bei Sturm fällt der Strom aus oder es gibt
über Stunden kein Wasser. Dies ist immer möglich und wenn ihr
damit kein Problem habt und diese Gegebenheiten akzeptiert,
werden die südlichen Länder eine Option sein. Dabei kommt es
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natürlich auch darauf an, ob ihr eher in ein Dorf oder in die
Stadt möchtet.
Tipp 5 – Auswandern mit Kindern
Wandert ihr mit Kindern aus, sollten diese ganz klar im
Vordergrund stehen. Schule ist nicht gleich Schule und der
Anfang wird nicht leicht werden. Achtet vor allem darauf, ob
Sprachkurse angeboten werden und dass auch Sportvereine
oder Ähnliches in der Nähe sind. Kinder bis 9 oder 10 Jahren
haben allerdings weniger Schwierigkeiten sich auch die Situation
einzustellen, wie Kinder ab 11 Jahren. Gerade die Kleinen lernen
sehr schnell die Sprache und können sich innerhalb kürzester
Zeit verständigen. Die größeren Kids kommen in die Vorstufe
der Pubertät und wehren sich womöglich gegen alles, was ihr
ihnen anbietet.
Tipp 6 – Kultur des Landes
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Kultur des Landes, denn ihr
müsst euch anpassen. Könntet ihr euch mit dem Gedanken
abfinden, dass die Frauen beispielsweise Kopftücher tragen oder
gar nicht baden gehen sollten? Dies kann euch vor allem in
kleinen Dörfern in muslimischen Ländern passieren. Daher
solltet ihr euch auch darüber Gedanken machen und euch
überlegen inwieweit ihr euch anpassen könnt.
Tipp 7 – Zweitwohnsitz in Deutschland
Wollt ihr euch ein Hintertürchen offenhalten und in Deutschland
eure Wohnung behalten, ist es wichtig, sich rechtzeitig um einen
Mieter zu kümmern. Möchtet ihr die Auswanderung konsequent
durchziehen, überlegt euch, was mit euren Möbeln etc. passiert.
Zieht ihr komplett um, informiert euch über die Umzugskosten.
Meist ist es allerdings viel kostengünstiger nur das Nötigste
mitzunehmen. In Spanien beispielsweise sind schätzungsweise
80 Prozent der Mietwohnungen und Häuser möbliert.
22
Tipp 8 – Haus kaufen oder mieten
Wer ein Haus kaufen oder mieten möchte, sollte sich über die
Gegebenheiten vor Ort informieren. Denn oftmals wird die
Provision vom Verkäufer oder Vermieter verlangt. Durch
Unwissenheit sind schon viele Auswanderer auf Makler
hereingefallen, die dann zweimal kassiert haben und somit
gutes Geld verdienen konnten. Wer nach Spanien auswandert
wird in der Regel keine Provisionen an einen Makler zahlen
müssen! Aber auch dies ist von Region zu Region
unterschiedlich. Weiterhin achtet beim Kauf darauf, dass das
Haus im Grundbuch eingetragen ist und alle offiziellen Papier
vorhanden sind. Nicht selten kommt es vor, dass die Häuser
illegal gebaut wurden und dann gnadenlos abgerissen werden –
ohne Ersatz zu leisten! Auch solltet ihr daran denken, dass die
Häuser in vielen Ländern nicht annähernd so gut isoliert und
gebaut sind, wie in Deutschland. Ihr müsst also in den meisten
Ländern große Abstriche machen und euch auch damit
abfinden, dass es vielleicht bei Sturm und Regen nass im
Wohnzimmer werden könnte.
Tipp 9 – Einreisebestimmungen
Welche Anforderungen hat das Land an euch? Benötigt ihr ein
Visum oder reicht es, wenn man sich anmeldet? Dies ist
ebenfalls ein sehr wichtiger Aspekt, der allerdings erst relativ
zum Schluss der Überlegungen kommt. In einigen Ländern muss
ein gewisser Betrag nachgewiesen werden, damit ihr dem Staat
nicht auf der Tasche liegt und euren Lebensunterhalt selbst
bestreiten könnt. Allerdings sind die Höhen von Land zu Land
verschieden.
23
Tipp 10 – Ein Urlaub im Traumland bringt die
Entscheidung
Macht einen Urlaub in eurem „Traumland“ und schaut euch
alles vor Ort an. Denn nur so könnt ihr wirklich sehen, ob es
euch hier gefallen könnte. Vermeidet allerdings die
Touristenhochburgen und checkt lieber in einem kleinen Hotel
ein. Geht in landestypische Restaurants essen und versucht mit
den Einheimischen in Kontakt zu kommen. Nur so könnt ihr euch
auch vorstellen, wie es ist in diesem Land zu leben. Denn meist
sieht im Internet alles toll aus und seid ihr dann vor Ort, kommt
das böse Erwachen. Daher ist es sehr wichtig, dass ihr euch das
alles vorher einmal angeschaut habt.
Tipp 11 – Die Sprache schon frühzeitig lernen
Wer in ein anderes Land auswandert, sollte natürlich auch die
dort gesprochene Sprache beherrschen. Denn nur so könnt ihr
die Behördengänge einigermaßen meistern. Fangt also schon
frühzeitig damit an und denkt daran, dass ein älterer Kopf nicht
mehr ganz so leicht die neue Sprache verarbeitet! Natürlich gibt
es zur Not auch entsprechende Büros, die die Behördengänge
übernehmen. Allerdings kosten die auch eine Menge Geld, das
man sparen kann, wenn man nicht so viel auf der hohen Kante
hat.
Tipp 12 – Internationale Papier beantragen
Viele Länder möchten die Dokumente, also Geburtsurkunden,
Heiratsurkunden u.v.m., die man zur Eingemeindung oder
Anmeldung benötigt, in der Landessprache. Daher solltet ihr
schon frühzeitig alles bei eurer zuständigen Gemeinde
beantragen. Geburtsurkunden werden allerdings nur in der
Geburtsstadt ausgestellt! Entweder ihr sendet einen Brief oder
vielleicht habt ihr noch Bekannte und Freunde in eurer
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Geburtsstadt, die diese Unterlagen, mit einer Vollmacht,
beantragen können.
Tipp 13 – Reisepass und Personalausweis
Achtet darauf, dass eure Ausweispapiere noch lange genug
gültig sind. Denn in der Regel kosten die Ausweispapiere
mindestens das Doppelte, wenn ihr sie in eurer Heimat im
Generalkonsulat beantragt. Daher ist es sinnvoll die Papiere in
Deutschland zu beantragen, damit ihr für die nächsten Jahre
Ruhe habt.
Tipp 14 – Führerschein
Lasst euch einen internationalen Führerschein ausstellen, damit
ihr auf der sicheren Seite seid. Denn nicht überall wird der
deutsche Führerschein anerkannt. Erkundigt euch vorher genau
darüber, sonst könnte es womöglich zu einer Strafe kommen,
wenn ihr ohne „gültige Fahrerlaubnis“ in eure neuen Heimat
unterwegs seid.
Tipp 15 – Der Versicherungsschutz
In der Regel ist es so, dass ihr ab dem Datum, an dem ihr
komplett auswandert, keinen Versicherungsschutz der
Krankenkasse mehr habt. Komplett heißt, dass ihr keinen
Zweitwohnsitz mehr in Deutschland habt! Daher müsst ihr euch
schon frühzeitig einen Versicherer suchen, der euch für die Zeit,
zwischen der Abmeldung aus Deutschland und der Anmeldung
in eurem Wahlland, versichert, damit ihr nicht ohne Schutz
dasteht. Auch die anderen Versicherungen sollten natürlich
geprüft und gegebenenfalls gekündigt werden.
Wer diese Punkte ein wenig beherzigt, wird mit Sicherheit nicht
zu denen gehören, die nach kurzer Zeit wieder in Deutschland
stehen. Denn wer vernünftig plant und sich vorher ausreichend
25
informiert und Gedanken macht, kann den Schritt wagen, um in
der neuen Heimat glücklich zu werden.
Leider sieht man es in den Auswanderer-Sendungen viel zu oft,
dass viele Menschen einfach zu naiv sind. Natürlich kann es
funktionieren, aber leider ist es meist zum Scheitern verurteilt
und daher solltet ihr vorher wirklich planen und nicht blauäugig
an die Sache gehen!
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To-do-Liste vor dem
Auswandern
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Haus verkaufen oder Mietvertrag rechtzeitig kündigen
Hausstand auflösen, entsprechendes
Umzugsunternehmen suchen oder eine
Unterstellmöglichkeit für die Möbel, wenn ihr sie nach
und nach holen möchtet
Auto verkaufen, wenn es nicht mehr rentabel ist für viel
Geld in Spanien umzumelden
Strom-, Gas- und Wasser abmelden (Es reicht fürs Erste,
wenn ihr bei eurem Anbieter Bescheid sagt. Sobald euer
Personalausweis mit dem Aufkleber „Kein Wohnsitz in
Deutschland“ versehen ist, müsst ihr eine Kopie und die
Abmeldebestätigung an den Anbieter senden.)
Ausweise und Reisepässe noch einmal verlängern lassen
(kostet in Spanien ein kleines Vermögen)
Versicherungen checken und kündigen
Krankenversicherungen kündigen
Krankenversicherung übergangsweise abschließen (geht
leider nur als Privatversicherung und wird nicht von
allen Krankenversicherern angeboten, da kein Wohnsitz
mehr in D besteht)
Schulabmeldung und Kündigung der Vereine
Internationale Geburtsurkunden beantragen (dies müsst
ihr auf dem Standesamt, in der Geburtsstadt
beantragen. Die Unterlagen werden auch problemlos
per Post geschickt.)
Internationales Familienbuch beglaubigt (die Spanier
möchten alles auf Spanisch – eine englische
Übersetzung reicht leider nicht)
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Kurz vor der Abreise auf dem Bürgerbüro den Wohnsitz
für alle Familienangehörigen abmelden und die
Abmeldung an alle Behörden, Krankenkassen und
weiteren Anbieter senden.
Alle Unterlagen wie Kopien der Pässe,
Abmeldebestätigung, Mietvertrag usw. in einem
gesonderten Ordner aufbewahren, dass ihr sie sofort
nach eurer Ankunft in Spanien griffbereit habt und nicht
lange suchen müsst. Und bitte den Ordner nicht mit
dem Umzugsunternehmen versenden – denn es kann
durchaus sein, dass eure Sachen 14 Tage oder länger
unterwegs sind.
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Autokauf in Spanien
Vor Jahren war es wohl noch ziemlich schwierig einen
gebrauchten Wagen zu finden. Dies hat sich zum Glück
mittlerweile geändert und wir konnten im Internet auch schon
einige Händler ausmachen, die Gebrauchtwagen im Angebot
haben. Die ersten zwei Wochen haben wir aber einen
Mietwagen, damit wir in Ruhe auf die Suche nach dem
passenden Auto gehen können. Zur Not können wir den
Mietwagen ja noch verlängern und vielleicht noch einen Rabatt
raus schlagen. Während in Deutschland jeder Besitzer ein neues
Kennzeichen bekommt, ist dies in Spanien etwas anders. Wird
das Auto in Spanien das erste Mal angemeldet, bekommt es
Kennzeichen, die es bis zum Verschrotten behält. Daher müssen
auch einige Dinge beachtet werden, wenn man einen
Gebrauchtwagen kauft!
Hat der Vorbesitzer alle Strafzettel bezahlt?!
Dies sollte jeder Käufer eines gebrauchten Autos kontrollieren
und sich bei der Direccion General de Trafico (DGT) versichern,
dass auf dem gewünschten Fahrzeug keine Strafen mehr sind.
Denn Multas, also Geldstrafen und Verkehrssünden müssen
dann von euch gezahlt werden, bevor ihr das Auto ummelden
können!
Hat der Vorbesitzer die Kfz-Steuern bezahlt?!
Weiterhin solltet ihr kontrollieren, ob der Vorbesitzer die
Impuesto sobre vehiculos de traccion mecanica (Kfz-Steuern)
bezahlt hat. Lasst euch also unbedingt den aktuellen Zahlschein
des Vorbesitzers zeigen, sonst geht die ausstehende
Steuerschuld auf euch über!
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Autopreise in Spanien
Auch wenn das Land ja doch sehr arm ist und die Spanier sehr
wenig verdienen haben sich die Autopreise echt gewaschen!
Autos sind um einiges teurer wie in Deutschland und zusätzlich
muss man auch noch 4 Prozent von Listenpreis an die Behörde
zahlen, wenn man einen Gebrauchtwagen kauft. Wir haben mal
so auf die Schnelle geschaut, was man so für 2.000 Euro
bekommt. Hier in Deutschland kann man da ja schon einen
vernünftigen Kleinwagen kaufen, in Spanien muss man für
diesen Preis viel Glück haben. Denn für diesen Preis gibt es nur
Autos, die schon viele Jahre auf dem Buckel haben und teilweise
sogar über 200.000 km auf dem Tacho. Also nicht unbedingt
das, was man einen guten Gebrauchten nennen kann. Jedoch
sollte ihr euch darüber im Klaren sein, dass es einfacher ist einen
alten Wagen zu kaufen, an dem nicht viel Technik vorhanden ist!
Denn dies kann in Spanien teuer werden. Sehr beliebt sind hier
Peugeot und Renault und somit gibt es jederzeit Ersatzteile. Wer
exotische Autos kauft, muss auch mit saftigen Preisen und
langer Wartezeit für Ersatzteile rechnen. Und bitte wundert
euch nicht darüber, wie in Spanien Autos repariert werden – ihr
wollt das gar nicht sehen – glaubt mir!
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Das benötigt man für die
N.I.E.
Wer in Spanien lebt oder ein Haus kauft, benötigt eine N.I.E.
Nummer, also eine Identifikationsnummer für Spanien. Dies ist
in der Regel nicht so schwierig, es sei denn, man beantragt auch
gleichzeitig die Residencia. Und diese benötigt man zwingend,
wenn man keinen Wohnsitz mehr in Deutschland hat. Diese
Dokumente benötigt man für die N.I.E.:
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EX 18 in doppelter Ausführung – je zwei für meinen
Mann, zwei für unseren Sohn und zwei für mich
zwei Kopien des Ausweises oder Reisepasses – Vorderund Rückseite auf einem Blatt
die Schulbescheinigung von unserem Sohn
Krankenversicherung
internationale Geburts- und Heiratsbescheinigung
Padron (also die Meldebescheinigung unseres Dorfes)
einen Bankauszug, um nachzuweisen das wir genügend
Geld auf dem Konto haben (der letzte Stand war, dass
5.000 Euro reichen)
Abmeldebestätigung aus Deutschland
Wie schon geschrieben, sucht euch eine Gestoria, die euch
dabei behilflich ist. Vorsicht vor Abzocke! In der Regel kostet das
Beantragen der N.I.E. pro Person etwa 100 bis 150 Euro – nicht
mehr! Ein Gestor, der auch die deutsche Sprache beherrscht
wird aber um einiges teurer sein!
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Wichtige Notrufnummern
in Spanien
Polizei und Feuerwehr
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lokale Polizei: 092
nationale Polizei: 112 oder 091
autonome Polizei: 088
Rettungsdienst: 112 oder 061
lokale Feuerwehr: 080
nationale Feuerwehr: 112
Guardia Civil: 062
Zivilschutz: 1006
Rund um eine Panne



ADAC für Mitglieder Madrid: 91 59 30 041
ADAC für Mitglieder Barcelona: 93 50 82 828 oder 90 28
85 588
ADAC für Nicht-Mitglieder: +49 89 22 22 22
Sonstiges



R-Gespräche nach Deutschland führen: 90 09 90 049
Die R-Gespräche können von allen öffentlichen
Telefonen geführt werden
Auslandsauskunft: 11 825
Spanische Seenotrettungs-Zentrale: 90 22 02 202
Deutsche Kreditkarten und EC-Karten sperren lassen

EC-Karten: +49 116 116
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
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Mastercard: 0800 81 91 40
Visacard: 0800 81 18 440
Diese Karte muss von jemand in Deutschland gesperrt
werden, da die 0800-Nummern in Spanien natürlich
nicht funktionieren.
American Express: +49 69 / 97 97 10 00
Notfallnummern in Spanien für die Kartensperrung

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
Mastercard: 90 09 71 231
Visacard: 90 09 91 142
American Express: 90 08 10 029
Botschaften und Konsulate
Deutsche Botschaft Madrid
C/ Fortuny, 8
28010 Madrid
Automatisierte telefonische Auskünfte zu
Konsularangelegenheiten/Visa
Tel: (+34) 91 557 90 95
Allgemeine Kontaktaufnahme
Tel: (+34) 91 557 90 00
Fax: (+34) 91 557 90 70
Deutsches Konsulat Málaga
c/ Mauricio Moro Pareto, 2-5°
Edificio Eurocom – Bloque Sur
29006 Málaga
Tel: (+34) 952 363 591
Fax: (+34) 952 320 033
33
Telefonsprechzeiten in konsularischen Angelegenheiten: Mo. –
Fr. 8:30 – 10:00 Uhr und
Mo. – Do. 15:00 – 16:30 Uhr
in Passangelegenheiten:
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