Fokus Edelmetall 2015-02-25

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Fokus Edelmetall 2015-02-25
Fokus
Edelmetall
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25. Februar 2015
Gold – Hohes Altgoldaufkommen in der Türkei
EUR/USD – Die Ruhe nach dem Sturm
Silber – Aktuelle Überkapazitäten werden reduziert
Palladium – Negative Korrelation zu anderen Edelmetallen
Gold – Hohes Altgoldaufkommen in der Türkei
Nach einem turbulenten Januar 2015 hat sich der Goldmarkt im Februar deutlich beruhigt
und einiges der Gewinne bereits wieder abgegeben. Trotz weiterhin bestehender
geopolitischen Krisen fiel der Kurs in den letzten vier Wochen um etwa drei Euro pro Gramm.
Über ein besonders hohes Aufkommen von Edelmetallscheidgut berichteten die türkischen
Scheideanstalten. Nach dem die türkische Lira bereits im Januar deutlich gegenüber dem USDollar abwertete, setzte sich dieser Trend im Februar noch weiter fort. In den letzten acht
Monaten verlor die Lira gegenüber der US-Währung etwa zwanzig Prozent und verteuerte
somit den Feingoldpreis in TRL/g deutlich. Als Folge waren bzw. sind die Kapazitäten der
Raffinerien komplett ausgelastet.
Aus Deutschland exportieren ebenfalls viele Altgoldankäufer das Scheidgut in die Türkei.
Wegen der großen Mengen wird das Feingold am türkischen Markt jedoch mit Abschlägen
von über 0,20 EUR/g gehandelt. Innerhalb kürzester Zeit wurden bewährte
Fokus Edelmetall, 25. Februar 2015
Geschäftsmodelle unrentabel und die Händler mussten in Deutschland verkaufen. Somit
profitieren aktuell auch die deutschen Scheideanstalten von dem schwachen türkischen
Lira. Es bleibt spannend wie sich die Situation weiterhin entwickelt. Die Türkei als wichtiger
Goldmarkt, wird sicher darauf bedacht sein den Kunden marktgerechte Preise zu stellen.
Allerdings wird die Währung auch in Zukunft sehr volatil sein und daher nicht gerade für
Stabilität im Goldmarkt sorgen.
Aktuell lohnt es sich auch wieder den indischen Subkontinent im Auge zu behalten.
Wegen des immens hohen Außenhandelsdefizit hatte die indische Regierung ab 2012
sukzessive Importzölle auf Gold eingeführt und erhöht, sowie weitere Restriktionen
veranlasst. Aktuell liegen die Zölle bei zehn Prozent. Als Folge verlor Indien 2013 seinen
Status als weltgrößter Goldimporteur an China.
Eneut sind die Importzölle auf dem Prüfstand!
© daboost - Fotolia
Bereits 2014 importierte Indien gemäß dem „World Gold Council Demand Trends“ bereits
wieder mehr Gold als die Chinesen, da die Nachfragelücke aus 2013 zumindest teilweise
eingedeckt werden musste.
Mitte diesen Monats gab die Reserve Bank of India nun bekannt, dass erstmals die
Importrestriktionen gelockert werden. Unter anderem darf Feingold künftig wieder als
Kreditsicherheit hinterlegt werden.
Fokus Edelmetall, 25. Februar 2015
Aufgrund des deutlich reduzierten Außenhandelsdefizit, macht sich das indische
Handelsministerium aktuell für eine Reduzierung der Importzölle auf acht Prozent stark.
Es wird hierzu in den nächsten Tagen mit einer Entscheidung gerechnet, wenn die
Haushaltsplanung für das kommende Fiskaljahr veröffentlicht wird.
Sollte diese fiskalpolitische Maßnahme tatsächlich umgesetzt werden, wird mit einer
Verdopplung der Importmengen auf etwa 100 Tonnen pro Monat gerechnet
Es bleibt hier allerdings zu berücksichtigen, dass die Reduzierung des Außenhandelsdefizit
nicht durch wirtschaftspolitische Maßnahmen erzielt wurde. Dies resultiert ausschließlich aus
den stark gefallenen Ölpreisen der letzten Wochen.
Nach den Kurskorrekturen der letzten Wochen sehen wir den Kurs bei einem Niveau von etwa
34,00 EUR/g fair bewertet. Signifikante Kurssteigerungen erwarten wir nicht. Der Fokus liegt
kurzfristig wie erwähnt auf Indien, sowie der Entscheidung der US-Notenbank ob und wann in
diesem Jahr die Leitzinsen erhöht werden.
EUR/USD - Die Ruhe nach dem Sturm
Selten zuvor in der Geschichte des Euros, verlor dieser innerhalb eines Monats gegen den USDollar so deutlich wie im Januar diesen Jahres. Innerhalb weniger Tage gab die europäische
Währung um fast zehn Prozent nach.
Völlig gegenteilig nun der Verlauf im Februar. Es scheint als müssten die Turbulenzen am
Devisenmarkt von den Markteilnehmern verdaut werden. Der Kurs bewegte sich seitwärts in
einer Range von 1,1300 -1,1400 EUR/USD. Wurden die Edelmetallmärkte im Vormonat noch
von den Turbulenzen der Währungen befeuert, gab es in den vergangenen Wochen keinerlei
Impulse, was zu einem gewissen Teil auch zu den Verlusten des Goldpreises geführt hat.
Nach der Verschnaufpause im Februar werden die Blicke nun wieder nach vorne gerichtet,
auf zwei große Themenblöcke die Einfluss auf den weiteren Verlauf haben sollten. Die
Leitzinserhöhung in den USA sowie das weitere Vorgehen in der Griechenland-Problematik.
In Ihrer gestrigen Rede vor dem US-Senat blieb die Fed-Vorsitzende Janet Yellen zwar vage in
ihren Aussagen, zwischen den Zeilen war jedoch zu vernehmen, dass sich die Zinserhöhung
eher etwas verzögert und nicht wie bereits vom Markt erwartet, im Juni vollzogen wird.
Wie bereits in der letzten Ausgabe erwähnt, würde ein weiteres Aufschieben den US-Dollar
eher schwächen, da viele Anleger bereits in US-Dollar umgeschichtet haben, in der Erwartung
auf eine höhere Verzinsung.
Fokus Edelmetall, 25. Februar 2015
Besonders in Europa liegt der Fokus weiterhin auf Griechenland und dem Verhalten der
neuen Regierung. Aktuell scheint zumindest kurzfristig Ruhe eingekehrt zu sein, die
Finanzierung des Staates sollte bis zum Sommer gesichert sein. Mittelfristig werden die
Diskussionen um Griechenland wieder hochkochen und der „Grexit“, der Austritt
Griechenlands aus der Eurozone, liegt weiterhin wie ein Damoklesschwert über Europa.
Kurzfristig erwarten wir beim EUR/USD eine Seitwärtsbewegung. Richtung Jahresmitte sollte
allerdings wieder Bewegung in den Markt kommen.
Silber – Aktuelle Überkapazitäten werden reduziert
Wie bereits in den letzten Monaten mehrfach erwähnt, gibt es im Silber aktuell ein
Überangebot, welches sich in den nachhaltig niedrigen Kursen widerspiegelt. Da Silber zum
großen Teil als Beiprodukt gefördert wird, vor allem von Gold, Kupfer und Zink, profitierte die
Minenexploration von den hohen Kursen, sowohl im Gold als auch den Basismetallen, vor
einigen Jahren. In 2014 verzeichneten die Minen erneut ein Wachstum von etwa 3,8 Prozent,
bei einer nahezu gleichbleibenden Nachfrage.
Silberförderung erneut mit Rekord!
© daboost – Fotolia
Für die nahe Zukunft zeichnet sich nun jedoch eine Trendwende ab. Wegen der aktuell
niedrigen Kurse werden deutlich weniger Minen erschlossen und die Produktion einiger
produzierender Minen wird eingestellt oder zumindest gedrosselt. Wir rechnen daher
zumindest mittelfristig mit etwas höheren Kursen, in den nächsten Monaten wird Silber sich
allerdings weiterhin fast ausschließlich am Goldpreis orientieren.
Fokus Edelmetall, 25. Februar 2015
Palladium - Negative Korrelation zu anderen Edelmetallen
Völlig abgekoppelt vom Kursverlauf der anderen Edelmetalle verlief die Preiskurve des
Palladiums. Während alle anderen verloren, konnte Palladium im Februar leicht zulegen. Die
negative Korrelation war allerdings nicht nur auf Monatssicht zu beobachten. Auch auf
Tagessicht gab es häufig einen gegenläufigen Verlauf.
Diese Besonderheit beruht hauptsächlich auf der Wichtigkeit des russischen Marktes für das
Palladiumangebot. Der Kurs reagiert heftig auf Neuigkeiten aus Russland, hier natürlich
weiterhin im Fokus die Krise in der Ukraine.
Da wir trotz der „Minsker Beschlüsse“ nicht mit einem kurzfristigen Ende der Kämpfe in der
Ukraine rechnen, sehen wir den Preis für Palladium auch im ersten Halbjahr stabil über
22,00 EUR/g.
Torsten Schlindwein
Aktuelle Edelmetallpreise 2. London Fixing 24. Februar 2015
Gold:
33,90 EUR/g
Silber:
463,52 EUR/kg
Platin:
32,92 EUR/g
Palladium: 22,36 EUR/g
Disclaimer:
Verantwortlich für die Erstellung dieser Ausarbeitung ist die C.HAFNER GmbH & Co. KG, Pforzheim. Die in Fokus Edelmetall veröffentlichten
Meinungen und Marktinformationen beruhen auf Einschätzungen von C. HAFNER GmbH & Co. KG zum Zeitpunkt der Erstellung. Die
Informationen und Einschätzungen stellen keinerlei Form der Beratung und Empfehlung dar, Prognosen und Erwartungen unterliegen den
üblichen Markrisiken und die tatsächlichen Ergebnisse können erheblich von den Annahmen und Erwartungen abweichen.
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