Hilfe, unsere Rose ist geklaut!

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Hilfe, unsere Rose ist geklaut!
KULTUR
FREITAG, 24. OKTOBER 2014
Ein
zerbrechlicher
Berserker
Tom Klose sorgt für
Gedränge im Wohnzimmer
Von MaxiMilian Balzer
HildesHeim. Platzangst auf einem Sitzkonzert? Das geht. Auf ausrangierten
Polstermöbeln sitzen Studenten dicht an
dicht. Michael Roosen, Betreiber des
Wohnzimmers, räumt noch ein paar Küchenstühle aus den hinteren Reihen, damit alle reinpassen. Notfalls im Stehen.
Vorne: Tom Klose. Ein spindeldürrer
Mittzwanziger, der das Karohemd bis
zum Hals geknöpft hat. „So viele Leute“, murmelt er – ins Mikrofon. Für den
Singer/Songwriter aus Flensburg läuft
es gut derzeit. Im Frühjahr war er mit
Tim Bendzko auf Tour. Im Herbst sammelte er Geld über seine Webseite, um
die Produktion des Debütalbums „From
Weeds to Woods“ zu stemmen.
Crowdfunding nennt sich das. In 60 Tagen kamen über 17 000 Euro rein. Das ist
beachtlich. Klose wirkt selbst noch ein
wenig überrascht. In seinen Ansagen
wechseln sich Großspurigkeit und ostentative Bescheidenheit ab. „Hab ich das
gerade gesagt?“ Das sagt Klose oft an
diesem Abend. Die Songs sind dabei,
seit seinem Wohnzimmer-Besuch im vergangenen Jahr, weitgehend dieselben
geblieben.
Etwa „From Weeds to Woods“, in dem
Kloses Stimme von den Effekten eines
Mehrspurrekorders verzerrt wird. Oder
das traumschöne „Goodnight“, das mit
seinem Kerzenlicht-Refrain tatsächlich
aus der Feder des Cold-Play-Sängers
Chris Martin stammen könnte, den Klose verehrt. Da fällt im Flüsterton auch
das Publikum ein. Und der Singer/
Songwriter tritt vom Mikrofon zurück
und lauscht andächtig.
Das ist, was ein Tom-Klose-Konzerte
ausmacht: diese intimen Momente. Sie
entstehen, wenn der Flensburger auf der
Akustikgitarre das Tempo variieren, das
Publikum mitnehmen kann: der einsame
Mann mit Gitarre und sein Publikum.
Aber dieses Zusammenspiel ist in Gefahr. Im Vorfeld der Albumproduktion
hat sich eine Band um Klose geschart.
Jetzt sitzt der Cellist Niklas Hardt neben
Klose auf der Bühne. Und weil er schon
einmal da ist, fällt sein Cello in jeden, jeden Refrain ein. Und Kloses Gitarre, sein
feinsinniges Fingerpicking gehen unter,
schade.
Immerhin. Als Zugabe spielt Tom Klose „To Hurt and to Be Hurt“, eine Ballade, im Barraum. Alle, die sich am Anfang ins Hinterzimmer gedrängt haben,
müssen jetzt wieder raus. Es dauert, bis
es leise wird. Aber dann singt, haucht,
brüllt Klose. Ohne Mikrofon und mitten
im Publikum. Wie ein zerbrechlicher
Berserker. Das ist es.
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HILDESHEIMER ALLGEMEINE ZEITUNG |
Hilfe, unsere Rose ist geklaut!
Was macht der Dom in Rom? Heersumer Sommerspiele erobern zum Stadtjubiläum Hildesheim
Von Martina Prante
E
rst hat er erst sanft gedreht, dann
fester geruckelt, schließlich brutal
gezerrt: Der Rosenstock ist standhaft geblieben, eben seit 1000 Jahren
fest verwurzelt. Aber weil der indische
Maharadscha nicht zimperlich ist und
immer bekommt, was er sich wünscht,
hat er einfach den Dom samt blühendem
Busch mitgenommen.
Nun ist guter Rat teuer. Aber wozu
hat das Forum Heersum Rita und Dieter
Kasupke?! Sie sind Teil der Touristenströme, die sich zum 1200-jährigen Bestehen der Stadt über die touristischen
Highlights in Hildesheim hermachen.
Nächstes Jahr wird das Proll-Pärchen
also auf fremdem Territorium wildern.
Denn die Geburtstags-Stadt und ihr
Theater haben die Experten des Landschaftstheaters engagiert. „Das Beste,
was uns passieren kann“, freut sich Kulturdezernent Dirk Schröder. Immerhin
hat das Forum Heersum in den vergangenen 24 Jahren mehr als 120 000 Menschen mit seinen vergnüglichen, soziokulturellen Projekten, in denen Laien
gleichwertiger Bestandteil der Bühnenkunst sind, begeistert. Im städtischen Jubiläumsjahr wird das Forum 25, „und
wir stellen uns einfach vor, wir werden
gefeiert“, beschreibt Jürgen Zinke die
hohe Motivation schmunzelnd.
Das Theater für Niedersachsen (TfN)
stand in der Pflicht, als Stadttheater
seinen Beitrag zum 1200-jährigen
Bestehen zu leisten. Aber
Opern-Uraufführungen oder
ein Schauspiel mit stadthistorischem
Hintergrund
schienen TfN-Intendant
Jörg Gade nicht ausreichend. „Das Stadtjubiläum sollte
ein Fest für
viele
Bürger sein.“ Und was passt besser,
wenn die auch noch mitmachen? „Wir
träumen von 200 Teilnehmern“, hofft
Gade auf rege Beteiligung.
Geplant ist eine theatrale Wanderung, in der vier Schauspieler vom TfN
und vier Darsteller aus der freien Szene
Hauptrollen übernehmen. Ausgangspunkt werden Plätze vor Kirchen sein.
Auf dem Marktplatz sollen sich die Menschenströme – die Veranstalter schaffen
Platz (und Klapphocker) für bis zu 1000
Besucher pro Vorstellung – zusammenschließen. Den Text schreibt der Heersumer Haus- und Hofregisseur Uli Jäckle.
Aber nun ist der Dom weg, und alle
Hotels sind ausgebucht. Stadttheater
und Thega werden zum Auffanglager,
bevor die Massen zum Showdown mit
Bussen vor die Mackensenkaserne
chauffiert werden. „In Mackensen stecken Macken, passt gut zum naheliegenden Klinikum und zum Ameos“,
warnt Zinke vor mitspielenden Neu-Rosen, Gürtel-Rosen und Arth-Rosen.
An die hatte der Maharadscha (Florian Brandhorst) allerdings nicht gedacht.
Er wollte vielmehr den 1000-jährigen
Rosenstock als Massenware züchten,
„um immer frische Ware für seine Rosenverkäufer“
zu ha-
Wolle Rose kaufen? Das Forum Heersum goes Hildesheim. Mit von der Partie
Stadttheater, Sparkasse Hildesheim und
Verwaltung.
Fotos: Hartmann
ben, erklärt Zinke augenzwinkernd.
Bleibt eine andere Hildesheimer Rose:
die Zuckerrübe. Ob es so oder anders
kommt, ist – wie immer bei Heersumer
Theaterspektakeln – ungewiss.
Ganz sicher ist allerdings die Audienz
am 27. Oktober um 10.30 Uhr beim
Papst. Mit von der Partie sind 40 Menschen aus der Region Hildesheim. Der
Trip wird notwendig, weil Steffen Dost mit der Kamera die
bösesten
Vermutungen
festhalten will. Danach hat
der Maharadscha den
Dom samt Rose nach
Rom verschleppt.
Beweismittel
ist ein fünf
Meter
hoher
Dom,
der
Die Währung zum
Stadtjubiläum: der
Rosentaler. Ziemlich
süß und leicht
vergänglich, aber auf
jeden Fall begehrt.
sich in fünf Minuten aufblasen lässt und
dem die Papst-Stadt als Kulisse dient.
Das 90-Kilo-Gebäude ist bereits auf dem
Weg nach Rom.
Um das Abenteuer mit dem Dom in
Rom in Szene setzen zu können – die
Mitreisenden fahren auf eigene Kosten
–, haben die Sparkasse und die Kulturstiftung der Sparkasse Hildesheim bereits jetzt Mittel ausgeschüttet. Das
Geldinstitut ist seit 2003 Förderer des
Forums Heersum und Hauptsponsor des
Stadt-Jubiläums 2015.
Der Film aus Rom wird den Besuchern des Stadtraum-Open-Air-Theaterspektakels im Thega vorgeführt. Bis dahin sind die Touris bereits den Uschis,
Bodyguards, Dompfaffen, besagten
Krankheiten, dem Bachelor und eventuell der Sparkasse – was läge näher auf
dem Marktplatz – begegnet. Sparkassen-Vorstands-Vorsitzender Peter Block
zuckt ob dieser Vorstellung belustigt mit
den Schultern: „Wir wissen nicht genau,
wo es hingeht. Aber es wird fulminant.“
Ein Themendossier mit vielen Bildergalerien und einer Übersicht der Stücke
des Forum Heersums hat die Redaktion
bei der HAZ im Internet unter http://
www.hildesheimer-allgemeine.de/
heersum zusammengestellt.
Wer spielt mit?
Weil es sich bei den Heersumer Sommerspielen um soziokulturelle Projekte
handelt, sollen Bürger aus Stadt und
Kreis auch im Jubiläumsjahr mitwirken. Bis zu 200 Menschen zwischen 4
und 88 Jahren – Einzelpersonen, Familien, Gruppen, Vereine – können „Im Namen der Rose“ helfen, dem Maharadscha den
Garaus zu machen. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Wer trotzdem unsicher
ist, kann im Februar an einem
Theaterworkshop teilnehmen.
Die Proben beginnen voraussichtlich am 18. Mai.
Acht Wochen lang müssen Mitspieler ein- bis
zweimal pro Woche Zeit
mitbringen, um in der Regel am späten Nachmittag oder frühen Abend Szenen zu
üben. Premiere des Stadtraum-OpenAir-Theaterspektakels ist am 11. Juli.
Die zehn Vorstellungen sind jeweils freitags, samstags und sonntags um 15 Uhr, dauern rund vier
Stunden und sind auf die Wochenenden vor und nach den
Sommerferien terminiert.
Alte Heersumer Hasen haben sich bereits jetzt auch für Hildesheim angemeldet. Das offizielle Casting, bei dem
das Forum mehr über Inhalte preisgibt, ist am 8. März im Stadttheater.
Wer Interesse hat oder sich informieren möchte, wendet sich an [email protected]
art
11
Vorverkauf für das
Brahms-Requiem
HildesHeim. „Seit Bachs h-Moll-Messe
und Beethovens Missa solemnis ist nichts
geschrieben worden, was auf diesem
Gebiete sich neben Brahms’ deutsches
Requiem zu stellen vermag“, so hymnisch urteilte der schwer zu begeisternde Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick. Das Requiem sollte der Durchbruch
für den Komponisten und eines seiner
populärsten Werke werden.
Anders als die alte lateinische Totenmesse legt Johannes Brahms in seiner
Musik „Ein Deutsches Requiem“ den
Schwerpunkt auf den Trost der Hinterbliebenen. Die Kantorei an St. Lamberti
wird dieses Werk am Freitag, 7. November, um 20 Uhr in einer neuen Version
mit Kammerorchester erklingen lassen.
Die Solisten sind Agnes Buliga-Contras,
Sopran, und Simon Böker, Bass. Karten
zu 18 und 12 Euro sind erhältlich vormittags im Gemeindebüro St. Lamberti, in
Ameis Buchecke in der Goschenstraße
und der Andreaspassage sowie im Anschluss an die „Musik zur Marktzeit“
sonnabends um 12 Uhr in der LambertiKirche.
Jörg Gade über
Krokodil und Kasper
HildesHeim. Jörg Gade, Intendant des
Theater für Niedersachsen (TfN), ist am
Sonntag, 26. Oktober, 16 Uhr, Gast der
Reihe „Persönlich vorgestellt“ im Roemer- und Pelizaeus-Museum. Er stellt
sich mit dem Kurator der Ausstellung
„Entstehung der Welt – Ägyptens letzter
Schöpfungsmythos“, Christian Bayer,
die Frage: „Was für eine Rolle spielt das
Krokodil im Kasperletheater? Hat es
wirklich immer nur einen bösen Charakter?“ Einen weiteren Aspekt bilden die
Terrakotta-Figuren zweier Schauspieler,
mit deren Hilfe die Geschichte der
Schauspielerei in der Antike näher beleuchtet werden soll.
Wer zuhören möchte, zahlt den Eintritt ins Museum. Es wird um eine Spende für das Museum gebeten.
The Sweet Remains
in der Bischofsmühle
HildesHeim. The Sweet Remains um
den amerikanischen Singer/Songwriter
Brian Chartrand sind am morgigen
Sonnabend, 21 Uhr, in der Bischofsmühle zu hören. Die Songs der Sweet Remains konzentrieren sich auf dreistimmigen Gesang, nachdenkliche Texte,
und werden oft mit den Liedern von
Crosby, Stills and Nash und den Eagles
verglichen. Brian Chatrand wird von Peter Day (Bass/Gesang) und Jeff Vallone
(Percussion/Gesang) begleitet.
Karten gibt es im Ticketshop der HAZ
in der Rathausstraße sowie in den Filialen in Sarstedt und Bad Salzdetfurth. Sie
kosten im Vorverkauf 11 Euro plus Gebühren, an der Abendkasse 14, ermäßigt 13 Euro.
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The Ten Tenors
6./7. 1. 2015, Theater am Aegi, Hannover
Prachtvolles Klangspektakel
Matthias Mück aus Magdeburg kämpft mit den Tücken der Technik und hält abschließend die Fäden beim 10. Orgel-Konzert im Dom fest in der Hand
Von Birgit Jürgens
Vorteile für Abonnenten
HAZ-Abonnenten und bis zu zwei Begleitpersonen erhalten auf den Ticketgrundpreis dieser Veranstaltung
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HildesHeim. Man sieht ihn nicht, man
hört ihn nicht: den Magdeburger Organisten Matthias Mück. Der Musiker, der
das 10. Konzert der Reihe „Domorganisten Deutschlands zu Gast“ gestaltet, sitzt
am oberen viermanualigen Hauptspieltisch, der über eine mechanische Spieltraktur verfügt und für Alte Musik besonders geeignet ist. Dass man Mück,
der seit dem Jahr 2000 als Kathedralmusiker und verantwortlicher Kirchenmusiker an der Kathedral- und Propsteikirche St. Sebastian in Magdeburg wirkt,
nicht hört, liegt an den Tücken der Tech-
Konzert und Party
mit HGich.T.
HildesHeim. HGich.T. ist ein Hamburger Kollektiv, ein Mix aus Gesang und
harten Beats. Das Konzert und die Party
mit HGich.T finden am morgigen Samstag in der Kulturfabrik Löseke statt. Beginn ist um 22 Uhr. Karten gibt es im Ticketshop der HAZ in der Rathausstraße
sowie in den Filialen in Sarstedt und Bad
Salzdetfurth. Sie kosten 10 Euro, ermäßigt 8 Euro (plus Gebühren), an der
Abendkasse 12 Euro, ermäßigt 8 Euro.
KURZ GEMELDET
Orgelmusik mit Alicja
Heimbrecht in lamberti
HildesHeim. In der Musik zur Marktzeit
in der St.-Lamberti-Kirche am Neustädter Markt am morgigen Samstag erklingt
Orgelmusik von Frescobaldi und Bach.
Es spielt Alicja Heimbrecht, der Eintritt ist
frei.
nik. Problem gelöst, schnell geschaltet,
Generalspieltisch unten aus-, oberen
Spieltisch eingeschaltet, und das Konzert kann etwas verspätet beginnen.
Mück hat mit Dietrich Buxtehudes
Toccata in d (BuxWV 155) und Johann
Sebastian Bachs „Allein Gott in der Höh
sei Ehr“ (BWV 662) aus den „Leipziger
Chorälen“ zwei Stücke zum Einstieg gewählt, die kaum unterschiedlicher sein
könnten.
Buxtehudes fantasiereiches Werk, das
virtuos freie Abschnitte und strenge
Kontrapunktik melodisch und harmonisch verquickt, kombiniert Mück künstlerisch geschickt. Dieses rastlose, wider-
borstige, zugleich bewundernswert originelle Werk muss der Interpret bändigen. Mück gelingt die Zähmung durch
agogisches, geradezu schwerelos wirkendes Spiel. Für kontemplative Ruhe
sorgt nach dieser flackernden Komposition der leise, meditative Fluss, der den
Bach’schen Choral leitet.
Kann Mück zunächst am rein elektrischen Generalspieltisch im Kirchenschiff
in César Francks Prélude, Fugue et Variation in h-Moll (op. 18) noch nicht zu
Höchstform auflaufen – etwas zögerlich
und schleppend kommt das Präludium
daher, und einige sehr eigene Töne mischen sich in die Variationen –, hält der
Organist schließlich die Fäden fest in der
Hand.
Vor allem die Improvisationen zu gegebenen Themen in verschiedenen Stilrichtungen liegen dem Musiker. Durch
die „Hommage à Duruflé“ über „Salve
Regina“ zieht ein Flirren, das Altes und
Neues kunstvoll zusammenbringt. Der
Organist
knüpft
impressionistische
Klangteppiche, zieht romantische Registerfarben und besinnt sich aufs Thema.
Auch die „Hommage à Messiaen“
über „Ave maris stella“ setzt Mück stilvoll in Szene. Zwischen Gregorianik und
den für Messiaen so typisch komponierten Vogelgesängen spielt nun die Farb-
Vier stählerne Buchstaben
Mozarts „Zauberflöte“
für Kinder
Fragen der Versicherung, der Pflege und
der Verkehrssicherung geregelt sind.
Damit die Skulptur ein Bürgergeschenk wird, können sich die Bürger beteiligen. Beim Light-Night-Shopping am
31. Oktober können sie außerdem anhand eines Holzmodells auf dem Andreasplatz einen Eindruck von dem Objekt
gewinnen. In der Tourist-Information besteht ebenfalls vom 31. Oktober, 19 Uhr,
an die Möglichkeit, sich gegen eine
Spende von mindestens 150 Euro einen
Buchstaben, der mittels Lasertechnik
aus der Säule herausgeschnitten wird,
reservieren zu lassen. Dort gibt es auch
eine Übersicht, welche der 600 Buchstaben noch erhältlich sind.
Gegen eine Spende von mindestens
300 Euro können zwei Buchstaben reserviert werden. Bei mehr als zwei Buchstaben ist ergänzend zu den 150 Euro
pro Buchstabe eine Zusatzspende von
300 Euro erforderlich. Für Spenden, die
bis zum 20. März 2015 eingehen, gibt es
HildesHeim. Als klassisches Einstiegswerk für Kinder in die Welt des Musiktheaters gilt – neben „Hänsel und Gretel“
– die Oper „Die Zauberflöte“ von Mozart.
Da am Theater für Niedersachsen (TfN)
Kinderfassungen von Erwachsenenopern
Tradition haben, wird am morgigen Samstag um 18 Uhr die „Zauberflöte“ für Kinder ab fünf Jahren zum ersten Mal zu erleben sein – im Original-Bühnenbild, mit
Solisten und Orchester, wie bei der „richtigen“ Oper, nur eben kürzer.
Prinz Tamino (Konstantinos Klironomos) wird von der Königin der Nacht
(Martina Nawarath) beauftragt, ihre Tochter Pamina (Antonia Radneva) der Macht
ihres Gegners Sarastro (Piet Bruninx) zu
entreißen. Ausgerüstet mit einer Zauberflöte und mit dem Vogelfänger Papageno
(Peter Kubik) bricht er in Sarastros Reich
auf, um Pamina zu befreien. Karten zu 15
ermäßigt 7 Euro, sind im Ticketshop der
HAZ in der Rathausstraße, in den Filialen
in Sarstedt und Bad Salzdetfurth sowie im
Theater erhältlich. Weitere Vorstellungen
am 23. November und 8. Februar.
Spender können Lettern der „Skulptur des Wortes“ mit nach Hause nehmen
Von andreas Bode
HildesHeim. Wenn Superintendent Helmut Aßmann sagt: „Die Schrift ist das,
was nicht da ist“, so klingt das zunächst
rätselhaft. Und noch rätselhafter wird es,
wenn man sieht, dass die Schrift auf dem
Tisch steht. Genauer: vier stählerne
Buchstaben, die in ihrer Reihenfolge ein
Wort bilden. Und das heißt „Wort“. Was
Aßmann wiederum zu dem Luther-Zitat
„Das Wort sie sollen lassen stahn“ Anlass gab.
Die Rede ist von der „Skulptur des
Wortes“, die der Initiativkreis Bürgergeschenk HI 1200 mit Bürgern der Stadt
zum Jubiläum im kommenden Jahr
schenken will. Der aus dem Stahl gebrannte Text auf der Skulptur ist ein Teil
des Prologs des Johannesevangeliums.
Gestaltet wird die Skulptur vom Liebenburger Künstler Gerd Winner.
Die Kosten für das Projekt betragen
zwischen 140 000 und 150 000 Euro. Wo
breite der Orgelanlage die Hauptrolle.
Hier tritt die vom Synästhetiker Messiaen als feenhafte Pracht bezeichnete,
flimmernde und mystisch anmutende
Harmonie ans Licht, die Farbströme in
den Raum wirft und Regenbogenfarben
hinterlässt.
Mit dem „Carillon symphonique“
über das neue Glockengeläut des Hildesheimer Doms bereitet Mück ein
prachtvolles Klangspektakel, ein dynamisches und harmonisches Fest der
kraftvollen Töne. Majestätischer Glanz
in allen Kombinationen transportiert
klingend die zwölf Glocken des Doms
ins Innere. Begeisterter Beifall.
„Das Wort sie sollen lassen stahn“: Ingo
Meyer und Detlef Albrecht (vorn von
links) bei der Unterschrift.
Foto: Heidrich
die Skulptur stehen soll, ist klar: auf dem
nördlichen Andreasplatz. Gestern haben
die Stadt als Eigentümer des Geschenks
und die St.-Andreas-Gemeinde einen
Leihvertrag – unterschrieben von Oberbürgermeister Ingo Meyer und Pastor
Detlef Albrecht – geschlossen, in dem
eine Spendenquittung der Stadt. Großspender werden auf Tafeln nahe der
Skulptur aufgeführt.
„Die Spender können die ausgeschnittenen Buchstaben erhalten, sie
dauerhaft mit nach Hause nehmen, aber
zugleich am Kunstwerk auf dem Andreasplatz ihren originalen BuchstabenPlatz erleben – als sichtbares Zeichen
der Identifikation mit der Stadt“, so Meyer. Die Skulptur soll am 22. März 2015
aufgestellt werden.
Konrad Krüger, Sprecher des Initiativkreises Bürgergeschenk, sagte, „es
gibt Bürger, die große Spenden geben
wollen“. Zweifel an der Finanzierbarkeit
des Geschenks hat er nicht: „Wir sind
auch gute Kaufleute.“
Sollte es wider Erwarten nichts mit
der Realisierung werden, können die
Spender entscheiden, ob sie die Spende
für ein anderes gemeinnütziges Projekt
zur Verfügung stellen oder ihr Geld zurückhaben wollen.

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