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Pestizide, Keime und Uran im Mineralwasser
aktualisiert am 24.06.2011, 8:27 Uhr | cme
"Öko-Test": Einige Mineralwasser enthalten Pestizide, Uran und Keime. (Foto: imago)
Mineralwasser gilt als gesund. Oft werden die Wässer mit Reinheit und Natürlichkeit
beworben, denn sie stammen aus unterirdischen Wasserquellen, die vor Verunreinigungen
geschützt sein sollen. Doch die Realität sieht anders aus: Über die Umwelt gelangen
Abbauprodukte von Pestiziden sowie Uran in die Wässer. Das Magazin "Öko-Test" hat 105
stille Mineralwässer im Labor getestet. Das Ergebnis: In 31 Produkten fanden die Tester
Verunreinigungen und viele Produkte hatten bedenkliche Uranwerte.
Jedes fünfte Mineralwasser fällt im Test durch
Gut zu wissen: Mehr als jedes zweite Wasser stellte die Tester zufrieden und schnitt mit "sehr
gut" oder "gut" ab. Knapp ein Viertel der Wässer landete im Mittelfeld, doch jedes fünfte
Wasser erhielt ein "mangelhaft" oder "ungenügend". Zur Abwertung führten vor allem Reste
von Pestiziden, die bei den mangelhaften Produkten über dem sogenannten Orientierungswert
lagen - so etwa bei dem Produkt "Nestlé Pure Life Still". Zwar gelten die Abbauprodukte in
den gefundenen Mengen nicht als gesundheitsschädlich, führen aber zu einer Beanstandung
durch die Länderüberwachung. Denn ein Wasser, das verunreinigt ist - wenn auch nur leicht entspricht nicht den Anforderungen an ein "Natürliches Mineralwasser".
Jedes zehnte Wasser enthält zu viele Keime
Punktabzug gab es ebenfalls für Keime im Wasser. Die Mineral- und Tafelwasserverordnung
schreibt maximale Keimmengen vor, die zwölf Stunden nach der Abfüllung gelten. Doch der
Test zeigte: Jedes zehnte Wasser enthält höhere Keimmengen, darunter zum Beispiel das stille
Wasser "Rosbacher Naturell". Die gefundenen Mengen sind zwar nicht gesundheitsschädlich,
führten aber zur Abwertung.
Zu viel Uran in zwei Wässern
Ein altbekanntes Problem ist der natürliche Urangehalt einiger Mineralwässer. Das
Schwermetall gilt als besonders problematisch, da schon geringe Mengen die Nieren
schädigen können. In zwei Wässern fanden die Tester hohe Werte: im "Europerl Naturell"
und im "Graf Metternich Quelle Naturelle". Bei letzterem wurde sogar der Grenzwert für
Trinkwasser überschritten. Beide Wässer erhielten daher ein "ungenügend". Setzt man die
Werte für Säuglinge an, überschritten weitere sieben Wässer den Wert. Bei früheren
Untersuchungen hatte noch jedes achte Wasser über den Grenzwerten gelegen.
Etikettenschwindel bei drei Produkten
In Einzelfällen deckten die Tester Etikettenschwindel auf. So steckte im "Steigerwald
Naturell" offenbar ein anderes Wasser als deklariert, denn die Mineralstoffgehalte stimmten
nicht mit den Angaben auf dem Etikett überein - ärgerlich für Menschen, die gezielt auf
Mineralstoffe achten. In zwei anderen Fällen wurde Nitrat beziehungsweise Fluorid gefunden,
obwohl dies nicht auf dem Etikett stand.
Das komplette Testergebnis finden Sie in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift "ÖkoTest".
Entnommen aus der Internetseite von t-online.de