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Ein Stück Wildnis auf dem Schulhof
Erschienen im Ressort Schmalkalden am 30.09.2008 00:00
Mädchen und Jungen beteiligten sich am Aktionstag Bildung für nachhaltige Entwicklung
Ein Stück Wildnis auf dem Schulhof
Schnell gesammelt, schnell gebaut: wer fühlt richtig welches Naturmaterial in den Eimern steckt?
Foto: Erik Hande
Bild:
Floh Mit dem Aktionstag Bildung für nachhaltige Entwicklung beteiligte sich die Staatliche Regelschule
Floh-Seligenthal in diesem Jahr an der gleichnamigen UN-Dekade. Deren Ziel ist, Schüler weltweit für
eine besonnene und ökologische Entwicklung der Erde zu sensibilisieren. Den Schwerpunkt ihres
Aktionsbeitrages stellten die Floher Regelschüler dabei auf die Gestaltung ihrer Schulhöfe.
Neben dem 1600 Quadratmeter großem Freigelände verfügt das Schulgebäude über zwei Innenhöfe.
Einen der beiden gestaltete die Arbeitsgemeinschaft (AG) Umwelt nun in den vergangenen Monaten mit
einem Teich und künstlichem Bachlauf neu.
Dieses aktuelle Projekt und viele mehr wurden am Freitag im Rahmen einer Präsentation vorgestellt an
der unter anderem Landrat Ralf Luther (CDU), Bürgermeister Peter Fräbel (FDP) und Schulamtsleiter
Wolfgang Diez teilnahmen. Lehrerin Kerstin Hergenhan, die die AG Umwelt mit ihren 19 Mitgliedern
leitet, stellte den Anwesenden das Gesamtprojekt näher vor.
Bach-Pflege und Teich
Die Arbeitsgemeinschaft hatte sich schon seit 1997 Umweltprojekten und der Neugestaltung des
Schulgeländes beschäftigt. Dabei kristallisierten sich in der Kooperation mit dem Naturschutzzentrum
Mittelmühle in den vergangenen Jahren zwei Vorhaben heraus: die Pflege eines Baches und das Anlegen
eines Teiches auf dem Schulhof.
Allerdings erwies sich nur Letzteres als wirklich realisierbar. Man begann dafür Ideen zu entwerfen,
Skizzen zu fertigen und Planungen zu erarbeiten, schilderte die Lehrerin das Vorgehen der AG Umwelt.
Der Innenhof war ein wildes Stück Land geworden, beschrieb sie den Lichthof der Schule. Mit
Optimismus und Engagement, fachlicher Unterstützung der Mittelmühle und praktischer Hilfe der
Kommune wurden die Arbeiten an dem Fleckchen Erde in Angriff genommen und mittlerweile nahezu
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fertig gestellt. Doch nicht nur auf dieses Projekt warfen die Gäste bei ihrem folgenden Rundgang einen
Blick. Schließlich waren ihnen in der Präsentation auch vergangene Aktivitäten der Schüler und Lehrer
aufgezeigt worden, die bereits länger auf eine nachhaltige Bildung Wert legten. Außerdem informierten
Vertreter der Fachhochschule Erfurt, Fachbereich Landschaftsarchitektur, über die Projektreihe
[email protected] und den darin enthaltenen Nachhaltigkeitsfaktoren.
Dazu hatten sie auch eine Ausstellung zu dem Thema mitgebracht, die Interessierte in den nächsten zwei
Wochen noch in der Schule tagsüber besichtigen können. Schulleiter Hartfried Klee informierte in der
Präsentation weiter über verschiedene Aktivitäten an der Schule.
So wurde diese schon mehrfach mit dem Titel Umweltschule in Europa ausgezeichnet und nimmt seit dem
Jahr 2004 an dem Projekt Transfer21 teil. Die Beteiligung an den Aktionstagen der UN-Dekade sah der
Schulleiter als eine direkte Fortsetzung und Ergänzung des anhaltenden Transfer-Prozesses, der sich
ebenfalls mit ökologischen Fragen beschäftigt. Blickt man allein in dem Bereich Umweltbildung auf
Aktivitäten der Schule, dann steht bereits jede Menge auf der Haben-Seite zu Buche.
Selbst gedrehte Filme
So waren im Jahr 1993 Schüler beispielsweise Umweltsünden in der Gemarkung Floh auf der Spur. Zwei
Jahre später legten sie ein Arboretum eine Sammlung verschiedener, teils exotischer Gehölze an. Im
Wettbewerb Jugend schützt Natur wurden Floher Regelschüler 1996 Kreissieger.
Mit dem Hinweis auf die kurz darauf gegründete Arbeitsgemeinschaft Umwelt schloss sich der Kreis zu
den heutigen Aktivitäten. Doch nicht nur deren Mitglieder waren am Freitag in Sachen Umwelt aktiv. So
konnten die Regelschüler aller Klassen unter dem Motto Vielfalt ist bunt bereits vor der Präsentation an
mehreren Workshops teilnehmen. Unter dem Motto Artenreich wie wir Gestaltungsarbeiten am Teich lud
die Umwelt-AG in das Atrium ein, Geschmack hat Farbe hieß es mit Judith Frank bei der Vorbereitung
des leckeren Klimabuffets und die Medien-AG stellte in der Flimmerkiste selbst gedrehte Filme vor.
Bunte Klangwelten zauberte derweil die Schulband unter Leitung von Jugendmitarbeiter Frank Genzler
aus ihren Instrumenten.
Die Band begleitete auch den Nachmittag musikalisch gekonnt und absolut hörenswert. Während der
Präsentation waren die Schüler wiederum unterwegs. Sie sollten in der Umgebung der Schule
verschiedene Aufgaben lösen. So mussten die beiden fünften Klassen aus Naturmaterialien ein typisches
Herbstplakat basteln.
Walnussbaum und Linde
Die sechsten Klassen hatten inzwischen jeweils einen Baum gepflanzt. Das waren eine Linde und der
Walnussbaum als Baum des Jahres 2008. Die siebenten und achten Klassen sollten den Fitnesspfad
ablaufen und von jeder Station ein Pfand mitbringen beziehungsweise einen Parcour der Sinne erstellen.
Gewinner sollen immer die Kinder sein, hatte Kerstin Hergenhan die mit Kollegin Sibylle Trollmann
vorgestellte Präsentation der schulischen Umweltarbeit beendet. Hartfried Klee ging zum Abschluss einen
Schritt weiter in Richtung Zukunft. Für die perspektivische Arbeit an der Regelschule nannte er drei
Schwerpunkte.
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Gemeint waren die fächerübergreifende Bildung, die Verwirklichung des Angebots einer Ganztagsschule
und das Erlangen des Qualitätssiegels Berufswahlfreundliche Schule. Diese Schwerpunkte hatten Schüler
und Lehrer zuvor diskutiert und diese Herausforderungen wurden am Freitag in der Zielvereinbarung
schriftlich festgehalten, die Schulleiter Klee und Schulamtsleiter Diez unterzeichneten.
Eberhard Kronacher vom Schulverwaltungsamt des Landkreises beglückwünschte die Regelschule Floh
zu den vorgestellten Aktivitäten und überreichte einen Förderbescheid über 250 Euro. eh
Alle Rechte vorbehalten.
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