5 MB - Stiftung Mercator Schweiz

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5 MB - Stiftung Mercator Schweiz
D a s s t i f t u n g s j a h r 2 011
2011
Das Stiftungsjahr
Bildung innerhalb und
ausserhalb der Schule
Wie lernen wir?
Innerhalb und ausserhalb der Schule setzt sich unsere
Stiftung für optimale Bildungsmöglichkeiten ein:
Alle Kinder und Jugendlichen in der Schweiz sollen
unabhängig ihrer Herkunft die Möglichkeit erhalten,
ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend zu
lernen. Sie sollen die gleichen Chancen haben, ihr Potenzial und ihre Persönlichkeit zu entfalten, um ihren
Platz in der Gesellschaft zu finden. Deshalb unterstützen wir innovative Ansätze der Schulentwicklung
und fördern die frühkindliche Bildung. Wir stärken
junge Menschen in ihrem gesellschaftlichen Engagement, in ihrer Kreativität und in ihren interkulturellen
Kompetenzen. Wir ermöglichen ihnen Zugang zur
kulturellen Bildung und bieten ihnen Plattformen, um
auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.
Bildung ist der Schlüssel für die Entwicklung jedes
einzelnen Menschen – und für die Zukunftsfähigkeit
unserer Gesellschaft. Denn diese ist auf möglichst
viele gut gebildete, handlungsfähige Menschen angewiesen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich zu
bilden. Wie vielfältig Lerngelegenheiten sein können,
machen sieben Personen aus sieben unterschiedlichen
Projekten auf den folgenden Seiten deutlich. Mit
Blick auf ihre persönlichen Hintergründe und Projekterfahrungen antworten sie auf eine Frage:
Wie lernen wir?
bildung innerhalb und ausserhalb der schule – wie lernen wir?
G i n a e g lo f f
«Ich lerne am besten, wenn ich Musik höre. So kann
ich alles um mich herum vergessen und ruhig und
selbstständig arbeiten. Im normalen Unterricht
ist das natürlich nicht möglich – dafür im Lernatelier,
wenn ich an meinen Wochenaufträgen arbeite. Im
Lernatelier haben wir keine Vorgaben, was wir zu tun
haben. Es müssen einfach alle offenen Aufträge Ende
der Woche fertig sein. Das ist für mich auch einer
der grössten Vorteile des personalisierten Lernens: Man
kann frei wählen, welches Fach man wann bearbeitet.
Ich starte die Woche immer mit Englisch, weil dies
mein Lieblingsfach ist. Danach arbeite ich nach Lust
und Laune.»
Gina Egloff geht in die Sekundarschule Petermoos in Buchs (ZH). Ein Teil des Unterrichts
findet dort geführt in teilweise heterogenen
Stammklassen statt, ein anderer Teil individualisiert in Lernateliers. Ihre umfassenden Erfahrungen mit diesen Unterrichtsmethoden
bringt die Schule in das Projekt ‹Personalisiertes
Lernen in heterogenen Lerngemeinschaften›
(S. 52–55) ein. In einem Teilprojekt bereitet die
Sekundarschule Petermoos zusammen mit der
Sekundarschule Ruggenacher in Regensdorf
(ZH) und der Schulverlag plus AG ein DeutschLehrmittel digital auf.
bildung innerhalb und ausserhalb der schule – wie lernen wir?
D e n n i s pa d e l
«Für die Entwicklung von Jugendlichen ist es bedeutend, dass sie ihre Rolle in der Gesellschaft finden.
Dafür brauchen sie Möglichkeiten und auch die Freiräume, ihre Fähigkeiten auszuprobieren und ihre
Persönlichkeit zu formen und zu testen. Diese erhalten
sie, wenn sie eigene Projekte umsetzen. Dabei können
sie sich gleichzeitig wichtige Kompetenzen wie
Kreativität, Eigenverantwortung und Teamfähigkeit
aneignen – und dies ganz praktisch, ohne Leistungsdruck. Wichtig ist, dass Jugendliche bei der Verwirklichung ihrer Projekte in Kontakt mit anderen
Generationen stehen. So lernen sie die Gesellschaft
kennen, aber die Gesellschaft lernt umgekehrt auch
von den Sichtweisen der Jugendlichen.»
Im Rahmen eines einjährigen Fellowships des
Hub Zürich und der Stiftung Mercator Schweiz
(S. 68– 69) baut Dennis Padel sein Büro für
soziokulturelle Zwischennutzungen ‹zwischenräume› auf. Der Soziokulturelle Animator
und sein Team ermöglichen es Kindern und
Jugendlichen, eigene Projektideen zu entwickeln
und diese entsprechend ihrer Vorstellungen
umzusetzen. Die Projekte sollen leerstehende
Gebäude und brachliegende Areale beleben.
bildung innerhalb und ausserhalb der schule – wie lernen wir?
Dominik gmünder
«Durch die Projektarbeit in der Schule lerne ich,
wie man ein Thema erforscht und präsentiert.
Die Themen können wir selbst bestimmen, das finde
ich toll. Dadurch lerne ich viel über Dinge, die mich
interessieren. In meinem letzten Projekt habe ich
mich mit Helikoptern beschäftigt. Ich wollte wissen,
warum sie auch mit schweren Lasten noch so genau
fliegen können. Als ich mein Projekt in der Klasse
vorgestellt habe, war ich etwas nervös, aber auch stolz,
über eines meiner Lieblingsthemen berichten zu
können. Ich habe Bilder mitgebracht und mit meinem
Modellhubschrauber gezeigt, wie ein Heli funktioniert. Ich habe auch mit einem Helikopterpiloten ein
Interview geführt.»
Dominik Gmünder besucht die Primarschule
Untereggen (SG). Seine Schule erhielt im Jahr
2006 den LISSA-Preis, den die Stiftung für
hochbegabte Kinder und die Stiftung Mercator
Schweiz für besondere Begabungsförderungsprojekte verleihen. Im LISSA - Film ‹Begabungsförderung konkret gemacht› (S. 72–73)
wird das Projekt seiner Schule anschaulich
vorgestellt: Die Schüler gehen im Unterricht
regelmässig Themen nach, die sie persönlich
interessieren. Die Ergebnisse ihrer Arbeiten
präsentieren sie am Ende ihrer Schulklasse.
bildung innerhalb und ausserhalb der schule – wie lernen wir?
g a b i löts c h e r
«Wer forscht, will etwas Neues entdecken. Forschendes
Lernen ermöglicht es Schülerinnen und Schülern,
sich kritisch mit ihrer Umwelt und ihrem eigenen Tun
auseinanderzusetzen. Sie erarbeiten eigenständig
Lösungswege und eignen sich auf diese Weise aktiv
neues Wissen an. Dabei werden sie in ihrer Ausdauer,
Kreativität, Eigenverantwortung und Teamfähigkeit
gestärkt. Damit forschendes Lernen im Unterricht
gelingt, sind offene Aufgabenstellungen wichtig. Als
Lehrerin zeige ich den Kindern, wie sie ihre Forschungsarbeiten dokumentieren und reflektieren können. Und im richtigen Moment setze ich neue
Impulse.»
Das forschende Lernen ist Gabi Lötscher ein
besonderes Anliegen. Die Teilnahme am Projekt
SWiSE (S. 56–57) ermöglicht es der Lehrerin
der Primarschule Rheinfelden, ihren naturwissenschaftlich-technischen Unterricht im Team
weiterzuentwickeln. Da ihre Klasse nach den
Sommerferien eine Streicherklasse wird,
hat sie als erstes Forschungsthema die Akustik
gewählt: In Experimenten entdecken die
Kinder Schall, Schwingungen und Geräusche.
Dabei wird ihre Wahrnehmung für Ton und
Klang geschult. Eine Fähigkeit, die nicht nur für
das Erlernen eines Instruments wichtig ist.
bildung innerhalb und ausserhalb der schule – wie lernen wir?
Professor Andrea lanfranchi
«Ein Kleinkind lernt aus einem angeborenen Entdeckungsdrang schnell und viel. Allerdings nur, wenn
die Bedingungen auch gut sind: Mutter und Vater
nehmen sich Zeit für ihr Kind. Sie sprechen, singen
und lachen mit ihm. Sie gehen mit ihrem Kind nach
draussen, wo es sich aktiv mit der Umwelt auseinandersetzen kann. Falls die Lernumgebung arm und
eng ist, können wir es uns nicht leisten, untätig zu
bleiben. Wir dürfen nicht warten, bis die Kinder in der
Schule scheitern. Bei Bedarf muss die Familienwelt
mit Angeboten der frühen Förderung ergänzt werden.
Heute wissen wir, wie das geht – wir sollten es aber
auch tun.»
Professor Andrea Lanfranchi ist Leiter des
Forschungsschwerpunkts ‹Kinder mit besonderen Bildungsbedürfnissen› an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik in Zürich.
Zusammen mit seinem Team hat er das Projekt
‹ZEPPELIN 0–3› (S. 58–59) lanciert. Zertifizierte Elterntrainerinnen fördern in diesem Projekt Kinder ab Geburt, die aufgrund ihrer
familiären Situation in der Entwicklung gefährdet sind. Ein Forscherteam begleitet ZEPPELIN
wissenschaftlich.
bildung innerhalb und ausserhalb der schule – wie lernen wir?
A n d r e a S c h l at t e r
«Debattieren habe ich gelernt, indem ich es einfach
ausprobiert habe. Eine gute sachliche Grundlage ist
nötig, damit man sich traut, einen Schritt weiterzugehen und wirklich zu argumentieren. Man muss
zuhören, auf die Argumente der anderen eingehen
und sich im richtigen Moment einbringen. Möglichkeiten, dies zu üben, hatte ich bei ‹Jugend debattiert›
zuhauf. Zeitdruck und die Beobachtungen der Jury
haben mich im Wettbewerb gezwungen, schneller zu
denken und alles aufzunehmen, was mich weiterbringen konnte. In den Debatten habe ich mich intensiv mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen auseinandergesetzt. Das hat mich oft dazu gebracht, meine
eigene Meinung zu hinterfragen.»
Mit ‹Jugend debattiert› (S. 60–61) fördert die
Stiftung Dialog die politische Bildung von
Jugendlichen. Höhepunkt des Projekts ist das
Schweizer Finale im Debattieren, das alle zwei
Jahre stattfindet. 2011 gewann Andrea Schlatter
den Wettbewerb in der Kategorie der 13- bis
16-Jährigen. Die junge Bernerin hat zudem den
Publikumspreis gewonnen.
bildung innerhalb und ausserhalb der schule – wie lernen wir?
Dr. Anna schmid
«Im Museum lernen wir vor allem durchs Sehen: Die
Objekte einer Ausstellung lassen sich zwar nicht
alleine durchs Anschauen erschliessen, doch sie sind
der erste Zugang zu einem Thema. Verbunden mit
Beschriftungen, Begleitpublikationen und Führungen
ermöglichen sie neue Erkenntnisse. Besonders nachhaltig lernen wir durch zusätzliche Gespräche auf
Augenhöhe: Wenn wir uns mit anderen Menschen über
das austauschen, was wir sehen, hören, erleben und
lesen, erinnern wir uns viel selbstverständlicher an das
Gelernte. Es kommt im Lernprozess nicht auf eine
schnelle Antwort an, es geht vielmehr darum, in einer
Frage zu bleiben.»
Mit dem Projekt ‹Ein Museum, das Fragen stellt›
(S. 43– 45) führen die Museumsdirektorin
Dr. Anna Schmid und ihr Team ein besonderes
Format der Wissensvermittlung im Museum
der Kulturen in Basel ein. Studierende treten als
Kulturvermittler in einen Dialog mit den Besuchern. Sie stehen für Fragen zur Verfügung
und ermöglichen vertiefende Gespräche über
einzelne Ausstellungsthemen.
Inhalt
18 V o r w o r t
DIE STI F TUNG M ERCATOR SCHWEI Z
2 2 U n s e r L e i t b i l d
2 3 u n s e r e O r g a n i s at i o n
2 4 U n s e r T e a m
26 unsere Tätigkeitsbereiche
A u s g e w ä h lt e P r o j e k t e
3 0 WISSENSCHA F T STÄRKEN
3 2 G astbeitrag
‹ N a c hhaltige l ö sungen f ü r die zukunft › v o n P r o fess o r r o land siegwart
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A U S G E W Ä H LT E P R O J E K T E
4 8 K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n
5 0 G A S T B E I T R A G ‹ pers o nalisiertes lernen : i c h weiss , wie i c h lerne ! › v o n r o lf s c h ö nenberger
5 2 A usgewählte P r o jekte
8 0 KULTUREN V ERSTEHEN – TOLERAN Z LERNEN
8 2 G A S T B E I T R A G ‹ internati o nale zusammenarbeit will gelernt sein › v o n dr. jen ö staehelin
8 4 A usgewählte P r o jekte
9 0 D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n
9 2 JAHRESRECHNUNG
9 3 AUSBE Z AHLTE BETRÄGE UND b e w i l l i g u n g e n
9 4 B e w i l l i g u n g e n 2 011
10 6 l a u f e n d e P r o j e k t e 2 011
114 I M P RESSU M
DAS STI F TUNGSJAHR 2 0 11
VOR W ORT
Vorwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Partner
Im Jahr 2011 sind wir wichtige Schritte in der Weiterentwicklung
unserer Stiftung gegangen: Wir haben unser Profil inhaltlich
geschärft und mit ‹Mensch und Umwelt› einen neuen Tätigkeitsbereich gebildet. Dieser ergänzt seit Anfang 2012 die zwei Bereiche
‹Wissenschaft› und ‹Kinder und Jugendliche›. Mit dem neuen
Tätigkeitsbereich möchten wir unser stetig gewachsenes Engagement im Gebiet der natürlichen Lebensgrundlagen deutlich machen.
Dass wir heute von ‹Tätigkeitsbereichen› sprechen und nicht mehr
von ‹Förderbereichen›, macht eine weitere wichtige Entwicklung
unserer Stiftung deutlich: Um Impulse in gesellschaftlichen Fragen
zu setzen, sind wir nicht nur fördernd tätig. Immer häufiger
verwirklichen wir auch eigene Projekte. Dazu gehört das umfassende Kooperationsprojekt ‹Personalisiertes Lernen in heterogenen Lerngemeinschaften›, in dem über 50 Schulen zusammen
mit Hochschulen, Lehrmittelverlagen, Schulnetzwerken und
IT-Anbietern zehn Teilprojekte umsetzen. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, das individuelle und kooperative Lernen in der Schule
zu fördern. Dieses Projekt ist eines von zahlreichen Beispielen
dafür, wie wir Kindern und Jugendlichen optimale Bildungschancen ermöglichen möchten.
Wo wir 2011 Schwerpunkte in unserer Stiftungsarbeit gesetzt haben,
stellen wir Ihnen auf den folgenden Seiten ausführlich vor –
ein letztes Mal in der Struktur unserer bisherigen Förderbereiche
‹Wissenschaft stärken›, ‹Kinder und Jugendliche fördern› sowie
‹Kulturen verstehen – Toleranz lernen›. Neben Zahlen und Fakten
zu unseren vielfältigen Aktivitäten bieten wir Ihnen vertiefte
Einblicke in 23 Projekte. Darunter ist auch das Kompetenzzentrum
‹World Food System› der ETH Zürich, das wir mit einer Programmpartnerschaft in den Bereichen ‹Nachhaltige Landnutzung›,
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DAS STI F TUNGSJAHR 2 0 11
VOR W ORT
‹Natürliche Ressourcen› sowie ‹Klimawandel und Agrarökosysteme›
unterstützen. Mit dieser Förderung haben wir bereits im vergangenen Jahr ein wichtiges Zeichen für unser neues inhaltliches
Profil gesetzt.
143 sehr unterschiedliche Projekte konnten wir im Jahr 2011 auf den
Weg bringen. Dies war nur möglich, weil wir Partner haben, die
mit viel Engagement und frischen Ideen etwas in der Gesellschaft
bewegen möchten. Ihnen allen danken wir für die gute Zusammenarbeit. Wir freuen uns auf weitere Begegnungen – ab dem 1. Juli
2012 unter einer neuen Geschäftsführung auf Seiten der Stiftung
Mercator Schweiz: Die bisherige stellvertretende Geschäftsführerin
Nadine Felix wird diese Funktion von Albert Kesseli übernehmen,
der unserer Stiftung als Vizepräsident im Stiftungsrat erhalten bleibt.
Für ihre neuen Aufgaben wünschen wir Nadine Felix alles Gute.
Wir freuen uns, zusammen mit ihr und ihrem Team viele neue,
spannende Projekte verwirklichen zu dürfen.
Dr. Michael Schmidt
Präsident des Stiftungsrates
Albert Kesseli
Vizepräsident des Stiftungsrates,
bis Ende Juni 2012 Geschäftsführer
19
Die Stiftung
Mercator Schweiz
22 unser leitbild
2 3 u n s e r e o r g a n i s at i o n
2 4 U n s e r TEA M
26 unsere tätigkeitsbereiche
d i e s t i f t u n g m e r c at o r S c h w e i z
leitbild
Unser Leitbild
Unsere Welt lebt von den Ideen engagierter
Menschen. Diese guten Ideen gilt es aufzugreifen, zu entwickeln
und umzusetzen. Wir vermitteln gesellschaftliche Perspektiven, damit Menschen in gegenseitigem Respekt und friedlichem
Miteinander dynamische Veränderungsprozesse für die Welt
von morgen gestalten können.
IDEEN BE F L Ü GELN ⁄
Der Duisburger Kartograf und Humanist
Gerhard Mercator ( 1512 – 1594 ) gab unserer Stif­tung den Namen.
Er schuf in einer Welt des Wandels und der Zeitenwende
Koordinaten, die die geografische Orientierung für den weltweiten Austausch von Handel und Ideen verbessert haben. Seine
weltoffene Haltung und sein Streben nach Wissensaustausch sind
Vorbild und Antrieb der Stiftung Mercator Schweiz.
UNSERE IDENTITÄT ⁄
Bewegen, was Menschen bewegt : Das
gelingt in einer offenen Gesellschaft durch Kreativität, Visionen
und durch das Engagement in der Umsetzung dieser Ideen.
NEUE WEGE – NEUE IDEEN ⁄
Die Stiftung Mercator Schweiz
– stärkt Wissenschaft und Forschung
– tritt für umfassende Bildung und Erziehung von Kindern, Jugend­lichen und jungen Erwachsenen ein
– fördert den Dialog und die Verständigung zwischen Menschen verschiedener Kulturen als Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben.
Die Stiftung Mercator Schweiz will
– durch positive Beispiele Verantwortungsbewusstsein und
Fantasie als unverzichtbare Gestaltungskräfte für den
gesellschaftlichen Fortschritt anregen
– Entscheidungsträger in ihrer Kreativität unterstützen
und die Ideen engagierter Menschen fördern
– selbst und gemeinsam mit ihren Partnern durch zukunfts orientierte Projekte Anstösse geben
– Massstäbe für Transparenz und Qualität für das eigene wie
für das Handeln unserer Partner setzen.
UNSERE Z IELE ⁄
22
d i e s t i f t u n g m e r c at o r S c h w e i z
o r g a n i s at i o n
Unsere Organisation
Die Stiftung Mercator Schweiz wird vom Stiftungsrat geführt.
Dieser besitzt die oberste Entscheidungskompetenz und ist
verantwortlich für den langfristigen Erfolg der Stiftungstätigkeiten. Auf Basis der Stiftungsurkunde legt er die Strategie fest
und fällt alle wichtigen Entscheide. Der Anlageausschuss überwacht die vom Stiftungsrat definierte Anlagestrategie und
die Vermögensentwicklung. Für das operative Geschäft ist die
Geschäftsstelle zuständig. Eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft prüft die Buchführung und die Jahresrechnung
nach den schweizerischen Standards. Die Stiftung Mercator
Schweiz untersteht der Stiftungsaufsicht des Eidgenössischen
Departements des Innern.
s t i f t e r fa m i l i e
Die deutsche Handels- und Unternehmerfamilie Karl Schmidt aus
Duisburg hat Ende der 1990er
Jahre die Stiftung Mercator Schweiz
in Zürich und die Stiftung Mercator
GmbH in Essen gegründet und
stattet sie mit bedeutenden Mitteln
aus ihrem Vermögen aus.
STI F TUNGSRAT
D r. M i c h a e l S c h m i dt ⁄ Präsident
A l b e r t K e s s e l i ⁄ Vizepräsident
Rü d i g e r F r o h n
P e t e r Küpf e r
Ralf Ruhrmann
I r a H e SS - W e l l e r
Unsere Stiftung ist als gemeinnützige Stiftung
steuerbefreit. Mit unseren Mitteln versuchen wir einen effektiven
Beitrag zur Unterstützung innovativer Projekte von öffentlichem Interesse zu leisten. Qualität und Transparenz sind wichtige Grundlagen unseres Stiftungshandelns. Als Mitglied von
SwissFoundations, dem Verband der Schweizer Förderstiftungen,
halten wir die Grundsätze und Empfehlungen des ‹SwissFoundations Code› ein.
Governance ⁄
Eine private Stiftung hat begrenzte Möglichkeiten,
aber grosse Freiheiten. Diese möchten wir verantwortungsvoll
nutzen: Projekte setzen wir zeitnah um und erproben dabei neue
Wege. Wir fördern Kooperationen und setzen unser Wissen,
unsere Netzwerke und unsere Reputation bei der Verwirklichung
gemeinnütziger Vorhaben ein. Unsere Tätigkeit verstehen wir
immer auch als langfristige Investition in gesellschaftliche Entwicklungsprozesse. Wir sind davon überzeugt, dass Stiftungen
zusammenarbeiten sollten, um langfristig möglichst grosse Wirkung zu erzielen.
Arbeitsweise ⁄
ANLAGEAUSSCHUS s
J o c h e n T r a u t ⁄ Vorsitz
P e t e r Küpf e r
D r. M i c h a e l S c h m i d t
GESCHÄ F TSSTELLE
A l b e r t K e s s e l i ⁄ Geschäftsführer
(bis Juni 2012)
N a d i n e F e l i x ⁄ Geschäftsführerin
(ab Juli 2012)
Revisionsstelle
e r n s t & Y o u n g AG
23
d i e s t i f t u n g m e r c at o r S c h w e i z
team
Unser Team
GESCHÄ F TS F Ü HRUNG
ALBERT KESSELI
NADINE F ELIX
Geschäftsführer bis Juni 2012
Stellvertretende Geschäftsführerin,
Geschäftsführerin ab Juli 2012
a.kesseli @ stiftung- m ercator.ch
n.felix @ stiftung- m ercator.ch
Projektmanagement
BENO BAU M BERGE r
SARA F INK
REGULA V ON B Ü REN
OLI V IA SCHAU b
Projektmanager,
Leiter ‹Wissenschaft›
Projektmanagerin,
Leiterin ‹Kinder und Jugendliche›
Projektmanagerin,
Leiterin ‹Mensch und Umwelt›
Projektmanagerin,
Leiterin ‹Mercator Kolleg›
[email protected] mercator.ch
s.fink @ stiftung- m ercator.ch
r.vonbueren @ stiftung- m ercator.ch
o.schaub @ stiftung- m ercator.ch
Tobias oetiker
antonia ursprung
Projektmanager bis Juni 2012
Projektmanagerin bis
September 2012
t.oetiker @ stiftung- m ercator.ch
24
a.ursprung @ stiftung- m ercator.ch
d i e s t i f t u n g m e r c at o r S c h w e i z
team
KO M M UNIKATION
IT ⁄ L o g i s t i k
S e k r e ta r i at
k o n ta k t
S t i f t u n g M e r c at o r S c h w e i z
Gartenstrasse 33
Postfach 2148
CH – 8022 Zürich
+41 (0) 4 4 206 55 80
info @ stiftung- m ercator.ch
www.stiftung- m ercator.ch
NADINE F IEKE
ULRICH F REDE
barbara zollinger
Leiterin Kommunikation
IT-Projektleiter ⁄ Logistik
Assistentin der Geschäftsführung
n.fieke @ stiftung- m ercator.ch
u.frede @ stiftung- m ercator.ch
b.zollinger @ stiftung- m ercator.ch
B e r at u n g
M a n d at e
JORGE TA M AY O
Jü r g B r ü h l m a n n
Bruno hofer
Projektanalyse, Themenanalyse
Philanthropie und Beteiligungen
Leiter Lenkungsausschuss
‹Personalisiertes Lernen in
heterogenen Lerngemeinschaften›,
Beratung Bildungsprojekte
Projektkoordinator ‹Personalisiertes Lernen in heterogenen
Lerngemeinschaften›
p.tamayo @ stiftung - m ercator.ch
j.bruehlmann @ stiftung- m ercator.ch
b.hofer @ stiftung- m ercator.ch
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d i e s t i f t u n g m e r c at o r S c h w e i z
tät i g k e i ts b e r e i c h e
Unsere
Tätigkeitsbereiche
Die Stiftung Mercator Schweiz hat zum Jahr 2012 ihr Profil inhaltlich geschärft. Seither sind wir in den drei Tätigkeitsbereichen ‹Wissenschaft›, ‹Kinder und Jugendliche› sowie ‹Mensch
und Umwelt› aktiv. In jedem dieser Bereiche konzentrieren
wir uns auf ausgewählte Handlungsfelder mit definierten inhaltlichen Schwerpunkten.
Wir möchten dazu beitragen, dass Wissenschaftler
in der Schweiz hervorragende Rahmenbedingungen und Freiräume in Forschung und Lehre haben. Unsere Förderung zielt auf
Personen und Organisationen, die Exzellentes im Bereich der
Forschung leisten. Die ganzheitliche akademische Nachwuchsförderung, die inter- und transdisziplinäre Forschung sowie der
internationale Austausch und der Dialog zwischen Wissenschaft
und Öffentlichkeit sind uns wichtige Anliegen.
Wissenschaft ⁄
Damit Kinder und Jugendliche unabhängig ihrer Herkunft beste Entwicklungschancen erhalten,
verwirklichen wir Projekte, die es ihnen ermöglichen, sich
zu bilden und ihre Persönlichkeit zu entfalten – innerhalb und
ausserhalb der Schule. Wir fördern Vorhaben für bessere
Bildungsmöglichkeiten, wobei dem personalisierten Lernen
sowie der frühkindlichen und kulturellen Bildung ein besonderes Interesse gilt. Unsere Stiftung setzt sich für die gesellschaftliche Integration junger Menschen ein, sie fördert ihre
interkulturellen Kompetenzen sowie ihr soziales und politisches
Engagement.
Kinder und Jugendliche ⁄
Für die Zukunft unserer Gesellschaft ist der
Schutz der Umwelt, insbesondere der natürlichen Ressourcen,
essenziell. Wir unterstützen die Wissenschaft, neue Erkenntnisse
im Bereich der Ressourcenforschung und des ökologischen
Landbaus zu gewinnen, damit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft entsprechende Entscheidungsgrundlagen bekommen.
Kinder, Jugendliche und Erwachsene sensibilisieren wir für die
Bedeutung der Umwelt und stärken sie in ihren Handlungskompetenzen.
M e n s c h u n d Um w e lt ⁄
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d i e s t i f t u n g m e r c at o r S c h w e i z
tät i g k e i ts b e r e i c h e
Methodisch verfolgen wir unsere Projekte auf den drei Wirkungsebenen ‹Forschung›, ‹Praxis› und ‹Öffentlichkeit›.
Wir unterstützen die Wissenschaft, neue Erkenntnisse
in gesellschaftlich relevanten Fragen zu gewinnen. Dabei gilt
der interdisziplinären Zusammenarbeit und der praxisorientierten Forschung eine besondere Aufmerksamkeit.
Forschung ⁄
Hinweis
Da die Stiftung Mercator Schweiz
im Jahr 2011 noch im Schema
ihrer alten Förderbereiche
‹Wissenschaft stärken›, ‹Kinder
und Jugendliche fördern› sowie
‹Kulturen verstehen – Toleranz
lernen› gearbeitet hat, entspricht
auch dieser Jahresbericht dieser
Struktur.
Praxisprojekte sollen Ergebnisse liefern, die als Grundlage
für weitere Vorhaben dienen können. Wichtig sind uns neben
diesem Modellcharakter eine möglichst überregionale Ausstrahlung der Projekte, der Austausch von Erfahrungen und Wissen
sowie eine aktive Einbindung der Beteiligten.
Praxis ⁄
Wir möchten die Öffentlichkeit für gesellschaftlich wichtige Fragen sensibilisieren. Deshalb fördern wir den
Dialog in unseren Themenfeldern und schaffen Plattformen zum
Austausch und zur Vernetzung.
Öff e n t l i c h k e i t ⁄
Öffentli c hkeit
P ra x is
F o rs c hung
wirkungsebenen
Tätigkeitsbereiche und Handlungsfelder
wissens c haft
K inder und J ugendli c he
M ens c h und U mwelt
Nachwuchs- und Exzellenzförderung
Schulentwicklung
(Personalisiertes Lernen)
Ressourcenforschung
Inter- und transdisziplinäre
Forschung
Gesellschaftliche Integration
Interkulturelle Begegnungen
Sensibilisierung und
Handlungskompetenz
Dialog zwischen Wissenschaft
und Öffentlichkeit
Engagement
Internationaler Austausch
Kulturelle Bildung
Frühkindliche Bildung
Ökologischer Landbau
27
Ausgewählte
Projekte
WISSENSCHA F T STÄRKEN
KINDER UND JUGENDLICHE F ÖRDERN
KULTUREN V ERSTEHEN – TOLERAN Z LERNEN
3 2 G a s t b e i t r a g
5 0 GASTBEITRAG
8 2 GASTBEITRAG
‹personalisiertes lernen:
‹ i n t e r n at i o n a l e z u s a mm e n a r b e i t ich weiss, wie ich lerne!›
will gelernt sein› von dr. jenö von Rolf schönenberger
s ta e h e l i n
‹ n a c h h a lt i g e l ö s u n g e n
fü r d i e z u k u n f t › v o n
Professor roland siegwart
3 4 f o r s c h e r k o n z e n t r i e r e n s i c h
a u f f r a g e n d e r w e lt e r n ä h r u n g
37 ganzheitliche antworten
auf gesellschaftliche Herausf o r d e r u n g e n
3 8 d o k t o r i e r e n d e s e t z e n i mp u l s e
in forschung und lehre
4 0 m u m i e n s i n d n i c h t n u r fü r
archäologen interessant
4 2 s pa n n e n d e r A u s ta u s c h ü b e r
f ä c h e r g r e n z e n h i n w e g
43 ein museum im dialog mit
seinen besuchern
4 6 D i s k u s s i o n e n r u n d u m r e s s o u r c e n v e r b r a u c h u n d n a c h h a lt i g k e i t
52 schulen gehen neue wege
8 4 R at s c h l ä g e a u s e r s t e r h a n d
56 schulen fördern das forschende
L e r n e n
86 gemeinsam auf einer bühne
5 8 f r ü h e f ö r d e r u n g d u r c h
H a u s b e s u c h e
60 diskutieren, argumentieren
und überzeugen
6 2 fa m i l i e n e n t d e c k e n d i e w e lt
der geschichten
6 5 S c h u l e n t w i c k l u n g ü b e r
n at i o n a l e g r e n z e n h i n w e g
67 schulerfolg dank informierter
e lt e r n
6 8 a u s i d e e n w e r d e n n a c h h a lt i g e
p r o j e k t e
7 0 s p i e l e r i s c h z u m g e s e l l s c h a f t
lichen engagement
72 einblick in ganz besondere
k l a s s e n z i mm e r
74 wetter und klima verständlich
erklärt
7 6 m i t e i g e n e n t h e m e n a u f s e n d u n g
7 9 j u n g e k u n s t i n d e r g a n z e n s ta d t
8 8 m i t k r e at i v i t ä t z u m e h r
v e r s t ä n d n i s
WISSENSCHA F T STÄRKEN
3 2 G a s t b e i t r a g
‹ n a c h h a lt i g e l ö s u n g e n
fü r d i e z u k u n f t › v o n
Professor roland siegwart
3 4 f o r s c h e r k o n z e n t r i e r e n s i c h
a u f f r a g e n d e r w e lt e r n ä h r u n g
37 ganzheitliche antworten
auf gesellschaftliche Herausf o r d e r u n g e n
3 8 d o k t o r i e r e n d e s e t z e n i mp u l s e
in forschung und lehre
4 0 m u m i e n s i n d n i c h t n u r fü r
archäologen interessant
4 2 s pa n n e n d e r A u s ta u s c h ü b e r
f ä c h e r g r e n z e n h i n w e g
43 ein museum im dialog mit
seinen besuchern
4 6 D i s k u s s i o n e n r u n d u m r e s s o u r c e n v e r b r a u c h u n d n a c h h a lt i g k e i t
Wissenschaft stärken
Der Einfluss der Wissenschaft auf unser Leben steigt beständig.
Ebenso wachsen die Erwartungen und Ansprüche, die sich an
sie richten: Forscher können und müssen wichtige Beiträge zur
Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen leisten. Deshalb
möchte die Stiftung Mercator Schweiz dazu beitragen, dass
Wissenschaftler in der Schweiz hervorragende Bedingungen und
genügend Freiraum in Forschung und Lehre haben. Die Nachwuchs- und Exzellenzförderung ist uns dabei ein wichtiges Anliegen. Sie sichert die hohe Qualität der Forschung.
Die Bekämpfung des Hungers in der Welt und der Schutz der
natürlichen Lebensgrundlagen sind zwei bedeutende Herausforderungen unserer Zeit. Wir unterstützen die Wissenschaft, neue
Erkenntnisse in diesen und in weiteren gesellschaftlich relevanten
Fragen zu gewinnen. Vielversprechenden Ansätzen der inter- und
transdisziplinären Forschung gilt dabei unser besonderes Interesse. Zudem stärken wir den Dialog zwischen Wissenschaft und
Öffentlichkeit. Denn ein wechselseitiger Austausch trägt nicht
nur dazu bei, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse den Weg in
die Gesellschaft finden und umgesetzt werden. Er stärkt das gegenseitige Verständnis für die jeweiligen Bedürfnisse und Anliegen
– und davon profitieren alle.
WISSENSCHA F T STÄRKEN G a st b e i t r ag
Nachhaltige Lösungen
für die Zukunft
Gastbeitrag von Professor Roland Siegwart
Forschung und Bildung spielen eine zentrale Rolle,
um Lösungen für globale Herausforderungen zu
entwickeln. Doch wie kommen wir dieser Aufgabe als
Hochschule am besten nach? Welche Kompetenzen
braucht es, um relevantes neues Wissen zu schaffen?
Wie können wir dieses Wissen am besten an die
Gesellschaft vermitteln? Und wie können wir unsere
Studierenden auf die grossen Anforderungen der
Zukunft vorbereiten? Dies sind entscheidende Fragen,
denen sich Hochschulen heute stellen müssen. Die
ETH Zürich nimmt ihre Verantwortung sehr ernst,
zur Bewältigung aktueller gesellschaftlicher Fragen
beizutragen. Deshalb hat sie verschiedene strategische Forschungsinitiativen lanciert, um den
genannten Herausforderungen zu begegnen. Einer
der thematischen Schwerpunkte heisst ‹Nachhaltige
Welten›. In diesem Bereich stehen drängende gesellschaftliche Fragen rund um Themen wie Energie,
Klimawandel oder Welternährung im Fokus.
Die grösste Schwierigkeit bei
Themen wie diesen ist ihre vielschichtige und
komplexe Natur. Man kann ihnen nicht in einzelnen,
isolierten akademischen Disziplinen begegnen. Am
Beispiel der Welternährung wird dies besonders
deutlich: Bis zum Jahr 2050 müssen neun Milliarden Menschen ernährt werden. Damit dies gelingt, müssen wir die Lebensmittelerzeugung in
den nächsten 40 Jahren verdoppeln – und dies trotz
knapper Energie-, Wasser- und Landressourcen.
Folglich hängen mit dem Thema Welternährung auch
Fragen der nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaft, der Wasserökonomie und Bodendegradation zusammen. Gleichzeitig geht es um Lebensmittelverarbeitung und Produktionsmethoden, um
Konsumverhalten und gesunde Ernährung und
auch um die Frage, wie zukünftig Megastädte logistisch mit Grundnahrungsmitteln und Wasser versorgt
werden können. Mögliche Lösungsansätze müssen
den sich wandelnden Umweltbedingungen (Stichwort
Klimawandel), den veränderten Konsumansprüchen
K o mp l e x e F r a g e n ⁄
Professor Roland Siegwart
Roland Siegwart ist Professor für Autonome
Systeme an der ETH Zürich und ein international anerkannter Robotik-Experte. Seit dem
1. Januar 2012 ist er Mitglied der Hochschulleitung. Als Vizepräsident führt er den Bereich
Forschung und Wirtschaftsbeziehungen.
In dieser Funktion ist er unter anderem für die
Umsetzung der Forschungsergebnisse
(Technologie -Transfer) und für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zuständig.
32
WISSENSCHA F T STÄRKEN G a st b e i t r ag
unserer Gesellschaft (Stichwort Fleischverbrauch)
und neuen Landnutzungskonkurrenzen (Stichwort
Bioenergie) Rechnung tragen.
Um auf wissenschaftlicher
Basis einen bedeutenden Beitrag für die globale
Ernährungssicherung zu leisten, hat die ETH Zürich
im Januar 2011 das Kompetenzzentrum ‹World
Food System› gegründet. Darin bündelt und vernetzt
die Hochschule ihre Fülle an Fachwissen und
Fachkompetenzen in diesem Themenfeld. Die Aktivitäten des Zentrums konzentrieren sich auf vier
zentrale Aspekte der Nahrungsmittelversorgung:
– Verfügbarkeit (durch nachhaltige Produktion
und Verarbeitung)
– Zugang (zu genügend Ressourcen für eine
adäquate Versorgung in Bezug auf Menge
und Qualität)
– Nutzung (durch eine geeignete Diät, sauberes
Wasser und gute Gesundheitsvorsorge für
eine gesunde Ernährung)
– Stabilität (durch die Sicherstellung einer
beständigen Nahrungsmittelversorgung unter
wechselnden ökologischen, politischen und
sozioökonomischen Bedingungen)
W o r l d F o o d Sy s t e m ⁄
Diese vier thematischen Pfeiler integrieren eine
breite Palette an disziplinären Fachgebieten.
Für die Entwicklung nachhaltiger Lösungen in den
genannten Bereichen ist eine enge Zusammenarbeit
zwischen den Disziplinen erforderlich. Dafür muss
ein regelmässiger Austausch zwischen den Wissenschaftlern gesichert sein. Synergien und Kooperationen mit weiteren Exzellenzzentren im strategischen Schwerpunkt ‹Nachhaltige Welten› müssen
geschaffen werden. Das World Food System bietet
diese wichtigen Plattformen. Das Kompetenzzentrum soll entscheidend dazu beitragen, die komplexe
Thematik Welternährung in der nötigen Breite
und Tiefe gewinnbringend anpacken zu können.
Zudem soll das Kompetenzzentrum Partnerschaften
mit Forschungsinstitutionen und Firmen im In- und
Ausland sowie mit wichtigen Interessengruppen
eingehen. Denn um Innovationen zu realisieren, ist
nicht nur eine stark interdisziplinäre Zusammenarbeit
entscheidend. Die Wissenschaft ist zusätzlich auf
das Engagement einer Vielzahl von Partnern und auf
einen transparenten und offenen Dialog angewiesen,
um die gewonnenen Erkenntnisse umzusetzen und
damit die gesamte Wertschöpfungs- und Innovationskette abzudecken. Dies erlaubt uns, gemeinsam
Ziele zu erreichen; Ziele, die die einzelnen Akteure
alleine nicht bewerkstelligen können. Wichtig in
diesem Prozess ist es, Wissenslücken oder Vorurteile
abzubauen und Vertrauen zwischen allen Akteuren
aufzubauen. Auch dies wird eine wichtige Aufgabe des
neuen Kompetenzzentrums sein.
Die ETH Zürich muss und will
im Bereich der Welternährung eine internationale
Führungsrolle übernehmen – als Erzeugerin von
neuem, praxisorientiertem Wissen, das gezielt an die
relevanten Interessengruppen vermittelt und damit
erfolgversprechend umgesetzt werden kann; als Ausbilderin zukünftiger Führungskräfte und verantwortungsvoller Mitglieder der globalen Gesellschaft;
als Vermittlerin und speziell als Katalysator für
nachhaltige Lösungen für die Zukunft.
Durch externe Förderungen wie die der Stiftung
Mercator Schweiz werden die Aktivitäten der ETH
Zürich stark beschleunigt. Bestehende Forschung
kann verstärkt werden, neue Netzwerke können aufgebaut und für die Implementierung von Lösungen
genutzt werden. Und Lücken im sehr komplexen
gesellschaftlich äusserst relevanten Feld der Welternährung können auf diese Weise schnell und
nachhaltig geschlossen werden. Wir haben nur eine
Welt und diese müssen wir gemeinsam für unsere
nächsten Generationen nachhaltig entwickeln.
Lü c k e n s c h l i e s s e n ⁄
Mehr über das World Food System lesen Sie auf
den Seiten 34–36.
33
34
WISSENSCHA F T STÄRKEN AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Forscher konzentrieren
sich auf Fragen
der Welternährung
P ROJEKT ⁄ Programmpartnerschaft
World Food System
Pa r t n e r ⁄ ETH Zürich; ETH Zürich
Foundation
f ö r d e r L a u fz e i t ⁄ 2011 – 2 020
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 5 000 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Förderung der biologischen Landwirtschaft; wissenschaftliche Nachwuchsförderung; Stärkung der
interdisziplinären Zusammenarbeit in
der Wissenschaft; Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft
I n f o r m at i o n e n ⁄ www.ethz.ch;
www.worldfoodsystem.ethz.ch
World Food System – Welternährungssystem. So nennt man das komplexe
Netzwerk, in dem unsere Grundnahrungsmittel angebaut, geerntet, gehandelt, transportiert, verarbeitet, verteilt
und verzehrt werden. Dieses System
steht vor einer entscheidenden Frage:
Wie kann in Zukunft die immer grösser
werdende Weltbevölkerung ernährt
werden? Die ETH Zürich möchte einen
wesentlichen Beitrag zur Lösung dieser
gesellschaftlichen Herausforderung
leisten. Aus diesem Grund bündelt und
verstärkt die Hochschule ihre Forschungsaktivitäten im Bereich der Ernährungssicherheit und gründete im
Januar 2011 das Kompetenzzentrum
‹World Food System›. «Mit diesem Zentrum möchten wir Grundlagen für eine
nachhaltige Landwirtschaft erarbeiten
und dabei insbesondere den Umgang
mit den knapper werdenden natürlichen
Ressourcen berücksichtigen», erklärt
Professor Ralph Eichler, Präsident der
ETH Zürich. «Zudem möchten wir die in
diesem Bereich dringend benötigten
Fachkräfte ausbilden.»
I n t e r d i s z i p l i n ä r e F o r s c h u n g ⁄ Das
Welternährungssystem ist äusserst komplex. Deshalb arbeiten im World Food
System rund 30 ETH-Professoren aus
verschiedenen Fachgebieten zusammen.
Dieser breite und interdisziplinäre Ansatz soll praxisnahe Lösungsstrategien zu
den drängendsten Fragen der globalen
Ernährungssituation ermöglichen. In
ihrer Forschung konzentrieren sich die
Wissenschaftler auf die vier Säulen der
Nahrungsmittelversorgung: Verfügbarkeit (durch eine nachhaltige Produktion),
Zugang (zu genügend Ressourcen für
eine angemessene Versorgung), Nutzung
(für eine gesunde Ernährung) und
Stabilität (durch die Sicherstellung einer
beständigen Nahrungsmittelversorgung).
g e z i e lt e n a c h w u c h s f ö r d e r u n g ⁄ Das
Kompetenzzentrum vernetzt nicht nur
Forschende an der ETH Zürich, es fördert
in enger Zusammenarbeit mit anderen
Institutionen in der Schweiz und im
Ausland auch gezielt den Nachwuchs. So
werden Promotionsstipendien ausgeschrieben, für Bachelor- und Masterstudierende bietet das World Food System
themenrelevante Seminare und Weiterbildungen an. Ein Beispiel ist die ‹World
Food System Summer School›, die im
Juli 2012 stattfindet. 30 Studierende und
Graduierte unterschiedlicher Disziplinen
und Nationalitäten werden sich drei
Wochen lang mit dem Thema ‹Eating
Tomorrow – Rethinking the World Food
System› auseinandersetzen.
Auch der Dialog mit der Öffentlichkeit ist dem Kompetenzzentrum ein
wichtiges Anliegen: Die ETH Zürich
möchte praxisorientiertes Wissen an
Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vermitteln. «Wir organisieren regelmässig
öffentliche Veranstaltungen, die jeweils
auf das Zielpublikum zugeschnitten
sind», erklärt Michelle Grant, Geschäftsführerin des World Food System. So
war das Kompetenzzentrum vom 25. März
bis zum 6. Mai 2012 Partner des ETHProgramms ‹Treffpunkt Science City›, das
sich dem Thema ‹Welternährung – wie
werden 9 Milliarden Menschen statt?›
widmete. Mit Vorlesungen, Exkursionen,
Podiumsdiskussionen und Ausstellungen
35
WISSENSCHA F T STÄRKEN AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
erhielten die Besucher spannende Einblicke ins Thema, für Kinder gab es
spezielle Veranstaltungen. Zudem öffneten die Wissenschaftler ihre Labore und
zeigten, woran sie gerade forschen.
Ö k o l o g i s c h e L a n d w i r t s c h a f t ⁄ Das
World Food System startete im Jahr
2011 mit einer Programmpartnerschaft
mit der Stiftung Mercator Schweiz
in den Bereichen ‹Nachhaltige Landnutzung›, ‹Natürliche Ressourcen› sowie
‹Klimawandel und Agrarökosysteme›.
Die Stiftung Mercator Schweiz setzt sich
mit ihrer Förderung dafür ein, dass
praxisnah und möglichst unter Einbezug
sozialwissenschaftlicher Aspekte untersucht wird, wie gross das Potenzial der
ökologischen Landwirtschaft ist und wie
auch Kleinbauern in den sich entwickelnden Ländern dieses ausschöpfen
können. Die ersten Forschungsprojekte
starten im Laufe des Jahres 2012.
Neben Forschungsprojekten von
Doktorierenden stehen in der Programmpartnerschaft wie im gesamten Kompetenzzentrum Aus- und Weiterbildungen
sowie Aktivitäten zum Austausch mit
der Öffentlichkeit im Zentrum. So fand
in Zusammenarbeit mit der Stiftung
Biovision am 23. Mai 2012 eine Podiumsveranstaltung statt, die im Vorfeld der
Rio+20-Konferenz der Frage nachging,
welche Rolle eine nachhaltige Landwirtschaft für eine grüne Ökonomie spielen
kann und soll. Als Redner nahmen unter
anderem Peter Bieler (Leiter DEZA-Globalprogramm Ernährungssicherheit) und
Dr. Hans R. Herren (Welternährungspreisträger sowie Präsident von Biovision
und des Millennium Instituts) teil.
36
BILD e r
Fragen der Ernährungssicherheit stehen im
Zentrum des ‹World Food System›: Wissenschaftler der ETH Zürich möchten mit Projekten im In- und Ausland zur Lösung dieser
globalen Herausforderung beitragen.
WISSENSCHA F T STÄRKEN AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Ganzheitliche Antworten
auf gesellschaftliche
Herausforderungen
P ROJEKT ⁄ Verankerung der transdiszipli-
nären Forschung
Pa r t n e r ⁄ td-net, Akademien der
Wissenschaften Schweiz
F ö r d e r l a u fz e i t ⁄ 2012 – 2 015
F ÖRDERV OLU M EN ⁄ CHF 660 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Verankerung der trans-
disziplinären Forschung in der Schweiz;
Erarbeitung praxisorientierter Lösungen in
gesellschaftsrelevanten Fragen
I n f o r m at i o n e n ⁄
www.transdisciplinarity.ch
Die komplexen Herausforderungen
unserer Zeit fordern neue Wege in der
Forschung: Um am Gemeinwohl orientierte Lösungen in gesellschaftsrelevanten
Fragen zu erarbeiten, überschreiten
transdisziplinäre Forschungsprojekte die
Grenzen zwischen fachlichen Disziplinen und beziehen möglichst auch die
Blickwinkel von Staat, Wirtschaft und
Zivilgesellschaft mit ein. Überzeugt vom
Mehrwert dieses Forschungsansatzes
fördern die Akademien der Wissenschaften Schweiz die Weiterentwicklung der
transdisziplinären Forschung. Dafür
gründeten sie im Jahr 2003 das ‹transdisciplinary-net› (td-net).
«Transdisziplinäre Forschung analysiert gesellschaftliche Probleme umfassender als die
disziplinäre Forschung», erklärt Dr.
Christian Pohl, Co-Leiter des td-net. Er
macht dies an einem Beispiel deutlich:
Eine Ökonomin wird ein Armutsproblem
immer als ökonomisches Problem verstehen, analysieren und entsprechende
Lösungsmassnahmen empfehlen. In
einem transdisziplinären Projekt bringen
Forscher verschiedener Disziplinen
sowie Personen aus der Praxis ihre Sichtweisen zusammen, um ganzheitliche
Lösungen zu entwickeln.
«Die transdisziplinäre Forschung
steht in der Schweiz noch am Anfang»,
betont Dr. Theres Paulsen, zweite CoLeiterin des td-net. Nachdem die Stiftung
Mercator Schweiz in den Jahren 2008
bis 2011 das td-net bei der Stärkung der
transdisziplinären Forschung unterstützt hat, möchte sie nun zur Verankerung dieses Ansatzes in der Schweizer
Verschiedene Sichtweisen ⁄
Forschungslandschaft beitragen. Neben
der jährlichen Konferenz und dem
Forschungspreis des td-net unterstützt
sie die Verbreitung von Methodenwissen.
V e r n e t z u n g v o n F o r s c h e r n ⁄ Bei
der jährlichen nationalen ‹Conférence
Suisse Inter- et Transdisciplinarité›
tauschen sich Wissenschaftler aus der
Deutschschweiz, der Romandie und dem
Tessin aus. Gemeinsam mit diesen
Experten erarbeitet das td-net Vorschläge
zur institutionellen Verankerung der
transdisziplinären Forschung.
P r e i s fü r h e r a u s r a g e n d e F o r s c h u n g ⁄
Exzellente transdisziplinäre Forschungsprojekte möchte das td-net sichtbar
machen und zugleich für Wissenschaftler
Anreize schaffen, diesen Ansatz zu verfolgen und sich aktiv für die Weiterentwicklung stark zu machen. Dafür verleiht
das Netzwerk 2013 und 2015 den ‹swissacademies award for transdisciplinary
research›. Der Hauptpreis ist mit 50 000.–
Franken dotiert, der ‹Young Researchers
Award› mit 25 000.– Franken. Zudem
wird der ‹Lifetime Award› im Wert von
5 000.– Franken für besondere Verdienste
in der transdisziplinären Forschung
vergeben. Eine stiftungsunabhängige
Jury aus dem wissenschaftlichen Beirat
des td-net wählt die Preisträger aus.
In Zukunft möchte
das td-net noch mehr als bisher Methoden und Wissen sammeln, entwickeln
und veröffentlichen. Die Qualität
der Projekte wird sichergestellt und
gesteigert, wenn diese auf bestehenden
Erfahrungen aufbauen können.
Methodenwissen ⁄
37
WISSENSCHA F T STÄRKEN AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Doktorierende setzen
Impulse in Forschung
und Lehre
P ROJEKT ⁄ oikos PhD Fellowship-Programm
Pa r t n e r ⁄ oikos Stiftung für Ökonomie
und Ökologie
F ö r d e r l a u fz e i t ⁄ 2011 – 2 015
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 451 800
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Stärkung des gesell-
schaftlichen Engagements von Nachwuchswissenschaftlern; Förderung von
Forschung und Lehre im Bereich Nachhaltigkeit; Verankerung eines Programms
mit Modellfunktion
I n f o r m at i o n e n ⁄
www.oikos-international.org
38
Drei Jahre lang promovieren die oikosPhD-Fellows im Bereich ‹Nachhaltiges
Management›. Sie arbeiten an verschiedenen Lehrstühlen der Universität
St. Gallen und stärken die Integration
von Nachhaltigkeitsthemen in Forschung
und Lehre. Zugleich engagieren sich
die Doktorierenden im Rahmen ihres
Stipendiums als Projektleiter bei der
Stiftung für Ökonomie und Ökologie
oikos. «Diese Kombination aus Theorie
und Praxis ist eine Besonderheit an
unserem Fellowship-Programm», betont Dr. Jost Hamschmidt, akademischer
Direktor von oikos. Und von dieser
Kombination profitieren neben der
Universität St. Gallen und ihren Studierenden vor allem auch die Doktorierenden selbst.
Seit
Studierende der Universität St. Gallen
1990 ‹oikos international› lanciert
haben, setzt sich diese Organisation
weltweit mit Studierendeninitiativen,
Projekten und Programmen dafür
ein, Aspekte der Nachhaltigkeit im
Denken und Handeln der Studierenden
zu verankern. «Die oikos PhD-Fellowships sind in diesem Zusammenhang ein
sehr wichtiges Angebot», erklärt
Jost Hamschmidt. 2007 startete das
A s p e k t e d e r N a c h h a lt i g k e i t ⁄
WISSENSCHA F T STÄRKEN AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Programm mit Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz und weiteren
Förderern. Seither haben die Doktorierenden viel erreicht: Dank ihres Engagements konnten die oikos-Aktivitäten
wesentlich ausgebaut werden. International sind viele neue oikos-Gruppen
entstanden. «Auch an der Universität
St. Gallen konnten die Fellows wichtige
Impulse setzen», sagt Jost Hamschmidt
stolz. So wurde dank des Engagements
der internationalen Doktorierenden zum
Beispiel der Kurs ‹Corporate Ecology›
in den MBA-Studiengang aufgenommen.
Zur nachhaltigen Verankerung des oikos
PhD Fellowship-Programms an der
Universität St. Gallen trägt die Stiftung
Mercator Schweiz mit einer erneuten
Förderung bei.
s e c h s s t i p e n d i at e n ⁄ Jedes Jahr werden
zwei Stipendiaten für drei Jahre eingestellt, so dass immer sechs Doktorierende
gleichzeitig für oikos aktiv sind. Im Jahr
2011 waren dies Johannes Schwarzer und
Tim Lehmann aus Deutschland, Kim
Poldner aus Holland, Patricia Mesquita
aus Brasilien, Liudmila Nazarkina aus
Russland und Shailee Pradhan aus Nepal.
«Die oikos PhD-Fellowships bieten
einen perfekten Einstieg in die internationale Nachhaltigkeitsforschung»,
erzählt Kim Poldner, die Ende 2011 ihre
Dissertation abgeschlossen hat.
Die Doktorierenden arbeiten in
einem inspirierenden Team, in dem sich
alle mit Nachhaltigkeitsfragen auseinandersetzen. Sie werden motiviert, an
internationalen Konferenzen ihre Forschungsergebnisse vorzustellen. Zudem
haben sie Zugang zu einem internationa-
BILD e r
Theorie und Praxis kommen im Doktorandenprogramm von oikos zusammen: Neben
ihren Dissertationen zu Nachhaltigkeitsfragen
engagieren sich die Stipendiaten als Projektleiter für die Stiftung für Ökonomie und
Ökologie.
len studentischen Netzwerk, in dem sie
eigene gemeinnützige Ideen umsetzen
können. Diese Möglichkeit schätzt
der Stipendiat Johannes Schwarzer ganz
besonders am Fellowship-Programm:
«Es ist wichtig, Nachwuchswissenschaftler nicht nur in die akademische
Welt einzubinden. Sie sollten auch
in ihren gesellschaftlichen Aktivitäten
gefördert werden.»
39
WISSENSCHA F T STÄRKEN AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Mumien sind nicht
nur für Archäologen
interessant
P r O j e k t ⁄ Mumien: Mensch, Medizin,
Magie
pa r t n e r ⁄ Universität Zürich, Zentrum für
Evolutionäre Medizin
F ö r d e r L a u fz e i t ⁄ 2010 – 2 012
F ö r d e rv o l u m e n ⁄ CHF 342 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Dialog zwischen Wissen-
schaft und Öffentlichkeit; Stärkung der
interdisziplinären Zusammenarbeit
I n f o r m at i o n e n ⁄ www.uzh.ch;
www.mumienausstellung.ch
Mumien sind spannende Forschungsobjekte für Archäologen – und auch für
Mediziner. Während sich Erstere dafür
interessieren, wie diese als Menschen
lebten, untersuchen Letztere, worunter
sie litten: «Mumien sind ein einzigartiges Archiv der Geschichte des Menschen», erklärt Privatdozent Dr. Frank
Rühli vom Zentrum für Evolutionäre
Medizin der Universität Zürich. «Mit
Hilfe von Mumien können wir mehr über
die Entwicklung von Krankheiten
erfahren.»
Wie Mediziner
und Naturwissenschaftler im Zentrum für
Evolutionäre Medizin mit modernster
Technik Mumien untersuchen, zeigte die
Ausstellung ‹Mumien: Mensch, Medizin,
Magie› vom 23. September 2011 bis zum
8. Januar 2012 an der Universität Zürich.
Doch die Ausstellung machte nicht nur
deutlich, was die Mumienforschung für
die moderne Medizin bedeutet, sie bot
zugleich spannende Einblicke in die Welt
der Mumien und in den Totenkult des
alten Ägyptens.
Für diesen breiten natur- und
geisteswissenschaftlichen Blick auf die
Thematik hatte das Zentrum für Evolutionäre Medizin bei der Konzeption der
Ausstellung eng mit Archäologen und
Ägyptologen zusammengearbeitet. Die
Stiftung Mercator Schweiz förderte
dieses interdisziplinäre Projekt, das den
Besuchern Begegnungen mit verschiedenen Formen der Forschung ermöglichte. 7 700 Besucher haben die Ausstellung gesehen, 88 Gruppen hatten
Führungen gebucht, darunter waren
63 Schulklassen.
modernste technik ⁄
40
Herzstück
der Ausstellung war eine begehbare
‹Mumienkapsel›. Darin aufgebahrt waren
die Mumie des ägyptischen Priesters
Nes-Schu, eine peruanische Hockermumie, die Basler Barfüssermumie, eine
Römermumie aus Ägypten, ein mittelalterliches Kinderhirn und ein Knochenstück von ‹Ötzi›. Diese und andere
Mumien werden von Frank Rühli und
seinem Team am Zentrum für Evolutionäre Medizin erforscht. «Unser Ziel
ist es, mit Hilfe der Mumien mehr über
die Todesursachen und die Veränderungen und Neuentstehungen von Krankheiten zu erfahren», erklärt der Zentrumsleiter. Mit Hilfe der Mumienforschung gelangen die Wissenschaftler zu
neuen Erkenntnissen über Krankheitsund Gesundungsprozesse in der Vergangenheit und liefern somit wertvolle
Erkenntnisse für Gegenwart und Zukunft.
Mit Filmen und Schautafeln machte
die Ausstellung den Besuchern deutlich,
wie die Forscher Mumien durchleuchten
und untersuchen. So nutzen sie Computertomographie oder Magnet-ResonanzBildgebung (MRI), um eine Mumie
am Computer ‹auszupacken›, ohne sie
anfassen oder beschädigen zu müssen.
Die Ausstellungsbesucher erfuhren
zudem, wie Mumien mit Methoden der
Molekularbiologie untersucht werden.
Sie lernten die modernsten genetischen
Techniken kennen, mit denen der DNACode von historischen Mumien geknackt und ihre Krankheitserreger festgestellt werden können. Zudem wurde
erklärt, wie man mit DNA-Analysen
verwandtschaftliche Beziehungen von
Mumien nachweisen kann.
Gang in die Mumienkapsel ⁄
WISSENSCHA F T STÄRKEN AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
BILD e r
Die Ausstellung ermöglichte einen Blick in die
Vergangenheit und in die moderne Mumienforschung. In der begehbaren Mumienkapsel
(Foto unten) konnten die Besucher unter
anderem die Basler Barfüssermumie und die
Mumie eines ägyptischen Priesters aus der
Nähe betrachten.
B l i c k i n d i e V e r g a n g e n h e i t ⁄ Als Zeugnisse historischer Epochen erzählen
Mumien von Werten und Kenntnissen
früherer Kulturen. Warum haben die
alten Ägypter ihre Verstorbenen mumifiziert? Wie haben sie dies gemacht? Die
Ausstellung beschrieb die Jenseitsvorstellungen dieser alten Hochkultur und
die Ausstattung ägyptischer Gräber. So
konnten die Besucher auch Grabbeigaben
wie den Ba-Vogel, den Herzskarabäus
oder die kopfartigen Deckel der KanopenKrüge, in denen die Organe der Verstorbenen aufbewahrt wurden, aus der
Nähe betrachten.
41
WISSENSCHA F T STÄRKEN AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Spannender Austausch
über Fächergrenzen hinweg
P ROJEKT ⁄ Winter School ‹TransFormations›
Pa r t n e r ⁄ Institute of Advanced Study in
the Humanities and the Social Sciences,
Universität Bern
f ö r d e r L a u fz e i t ⁄ 2012 – 2 015
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 240 800
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Akademische Nachwuchsförderung; Stärkung der interdisziplinären
Forschung sowie der Geistes-, Kulturund Sozialwissenschaften als Problemlöser
in gesellschaftlichen Fragen
I n f o r m at i o n e n ⁄ www.iash.unibe.ch
BILD
‹Wissen› bietet viel Diskussionsstoff: Die Teilnehmer der Winter School ‹TransFormations› setzten sich sechs Tage lang intensiv
mit diesem Themenbereich auseinander.
42
«Summer und Winter Schools haben sich
im Ausland als wertvolles Instrument der
Nachwuchsförderung bewährt», sagt
Professorin Virginia Richter. Doch in der
Schweiz bestehe gerade in den geistes-,
kultur- und sozialwissenschaftlichen
Fächern noch grosser Nachholbedarf in
diesem Bereich, betont die Direktorin
des ‹Institute of Advanced Study in the
Humanities and the Social Sciences›
(IASH) der Philosophisch-historischen
Fakultät der Universität Bern. Mit
ihrer Winter School ‹TransFormations›
begegnet das IASH diesem Bedürfnis:
Einmal im Jahr bietet es in Kooperation
mit den Graduiertenschulen der Universitäten Luzern und Heidelberg dem
geistes- und sozialwissenschaftlichen
Nachwuchs eine Plattform für interdisziplinäre Diskussionen.
W a n d l u n g s p r o z e s s e i m F o k u s ⁄ Die
sechstägige Winter School widmet sich
globalen und lokalen Wandlungsprozessen des 20. und 21. Jahrhunderts. Diese
komplexen Prozesse analysieren die
internationalen Teilnehmer in ihren
historischen, gesellschaftlichen und
kulturellen Dimensionen. Auch wenn es
in der Winter School stets um Transformationsprozesse geht, wechseln die
konkreten Themen jährlich. Im Januar
2012 stand ‹Wissen› in all seinen Formen im Zentrum, in den Jahren 2013 bis
2015 folgen die Themenbereiche Geschichte, Kultur und Gesellschaft. Die
Stiftung Mercator Schweiz fördert alle
vier Durchführungen der Winter School,
die 2011 intensiv vorbereitet wurde
und in Zukunft zu einem festen Angebot
der Universität Bern werden soll.
«Wir möchten mit der Winter School
den Dialog zwischen verschiedenen
Wissenschaftskulturen fördern», erklärt
die wissenschaftliche Projektleiterin
Dr. Manuela Rossini. Die Teilnehmer
lernen ‹fremde› Methoden und Denkstile
kennen, womit sie auch die eigene Disziplin intensiver reflektieren. Sie werden
in ihrer Theorie- und Methodenkompetenz gestärkt und in ihrer Analysefähigkeit gefördert, zudem können sie sich
international vernetzen. Vom interdisziplinären Fokus der Veranstaltung profitieren die Doktorierenden auch mit Blick
auf ihre wissenschaftliche Karriere:
«Die steigende Nachfrage nach einem Beitrag der Geistes- und Kulturwissenschaften zur Lösung gesellschaftlicher
Probleme verlangt nach inter- und transdisziplinären Forschungsprojekten»,
sagt Manuela Rossini. Entsprechend sei
es wichtig, dass Nachwuchsforscher sich
im interdisziplinären Austausch üben.
Die erste
Winter School fand vom 22. bis 27. Januar
2012 mit 22 Doktorierenden aus der
Schweiz, aus Deutschland, Australien,
Schottland, Dänemark, Belgien und den
USA statt. «Die Zusammensetzung der
Gruppe hat bei der ersten Veranstaltung
gestimmt», sagt die Projektassistentin
Sabina von Fischer. Es waren sehr
unterschiedliche Disziplinen vertreten,
entsprechend waren die Diskussionen
bereichernd und die Premiere ein Erfolg
– mit erfreulichen ‹Nebenwirkungen›:
«Einige Doktorierende haben sich zu
Arbeitsgruppen zusammengeschlossen
und organisieren jetzt weitere Veranstaltungen», erzählt Manuela Rossini.
Erfolgreiche Premiere ⁄
WISSENSCHA F T STÄRKEN AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Ein Museum im
Dialog mit
seinen Besuchern
Studierende gehen als geschulte Kulturvermittler aktiv auf die Besucher zu.
Sie stellen ihnen Fragen, stehen für
Antworten bereit und kommen mit den
Gästen ins Gespräch. Über das Museum
generell, über einzelne Ausstellungen
oder über thematische Inhalte. Mit seiner
Neueröffnung im September 2011 hat
sich das Museum der Kulturen in Basel
nach zweijähriger Bauzeit äusserlich und
auch inhaltlich verändert: Das grösste
und bedeutendste ethnologische Museum
der Schweiz hat seine Ausstellungen
rundum neu konzipiert. Und mit den Kulturvermittlern entwickelte es unter
dem Titel ‹Ein Museum, das Fragen stellt›
ein innovatives Format der Wissensvermittlung, das die Stiftung Mercator
Schweiz fördert.
P ROJEKT ⁄ Ein Museum, das Fragen stellt
Pa r t n e r ⁄ Museum der Kulturen Basel
f ö r d e r L a u fz e i t ⁄ 2011 – 2 013
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 220 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Erprobung eines neuen
Ansatzes von niederschwelliger Wissensvermittlung; akademische Nachwuchsförderung
mit direktem Praxisbezug; Förderung von
Verständnis und Toleranz für fremde Kulturen
I n f o r m at i o n e n ⁄ www.mkb.ch
N e u e r K o n t e x t ⁄ «Die Ethnologie bietet
uns viele Möglichkeiten der Reflektion»,
erklärt Museumsdirektorin Dr. Anna
Schmid. «Sie hält uns einen Spiegel vor,
der nicht mahnend ist, aber Potenziale
für die Entwicklung unserer eigenen
Gesellschaft bietet.» Um dieses Potenzial
entfalten zu können, reicht es nach
ihrer Überzeugung nicht, Objekte fremder Kulturen einfach auszustellen. Diese
sollten vielmehr in thematisch wechselnden Ausstellungen in einen jeweils
neuen Zusammenhang gesetzt werden.
«Auf diese Weise sind die Objekte nicht
mehr nur Illustration des Kontextes
der Kultur, aus der sie stammen», sagt
Anna Schmid. «Sie werden für uns im
Hier und Jetzt zugänglich.»
Die Kulturvermittler verstärken
diese neue Herangehensweise des
Museums. Durch Gespräche über ethno-
logisch oder gesellschaftlich relevante
Fragen eröffnen sie den Besuchern neue
Perspektiven auf die Ausstellungsinhalte.
Der Dialog hilft dabei, das Gesehene
zu reflektieren. Damit erhalten die Besucher vertieftes Wissen, zudem wird ihr
Verständnis für andere Kulturen gefördert. Nach Überzeugung von Anna
Schmid bietet sich das Format der Kulturvermittler für ein ethnologisches
Museum geradezu an: Das Weltverständnis anderer Kulturen lässt sich oft nur
schwer erfassen, die Ausstellungsobjekte
lösen beim Betrachter zum Teil Befremden aus. Was wie ein Nachteil aussieht, ist für das Vermittlungsprojekt
tatsächlich ein grosser Vorteil: «Die
Besucher stellen unbefangener Fragen»,
erklärt die Museumsdirektorin. Diese
Offenheit, die beim Publikum entsteht,
können die Kulturvermittler für ihre
Arbeit nutzen.
In einem
zwölftägigen Workshop werden die
Studierenden auf ihre Aufgaben als Kulturvermittler vorbereitet – und dies nicht
nur inhaltlich: Die Erweiterung ihrer
Sozialkompetenz, insbesondere mit Blick
auf die Gesprächsführung, ist ein wichtiger Bestandteil der Weiterbildung. In
einer Schulung mit dem Spezialisten
für interkulturelle Kommunikation, Dan
Wiener, lernen die Teilnehmer, auf die
Besucher zuzugehen und zu erkennen,
ob ein Gespräch erwünscht ist. Sie
werden befähigt, im Dialog mit den Besuchern die Ausstellungsinhalte zu
erörtern und weitergehende Themen
aufzugreifen. Das nötige inhaltliche Wissen für ihre Arbeit vermitteln
Schulung der Studierenden ⁄
43
44
WISSENSCHA F T STÄRKEN AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
ihnen die Ethnologen Professor Walter
Leimgruber und Anna Schmid.
14 Studierende wurden für die erste
Weiterbildung im Frühjahr 2012 in
einem Bewerbungsverfahren ausgewählt.
Sie profitieren mehrfach von ihrer Teilnahme: Da der Workshop eine anerkannte Veranstaltung in den Studienfächern
Kulturwissenschaft und Ethnologie ist,
erhalten sie Kreditpunkte. Nach dem
Kurs bekommen die Studierenden eine
Teilzeitanstellung als Kulturvermittler
im Museum, was ihnen viele praktische
Erfahrungen in innovativer Wissensvermittlung ermöglicht und sie zudem
in fachlichen und überfachlichen Kompetenzen stärkt.
«Wir versprechen uns von unserem neuen Format
einen vertiefenden Dialog zwischen
dem Museum als Institution der Wissensvermittlung und dem Publikum», erklärt
Anna Schmid. Die Kulturvermittler,
die permanent vor Ort sind und den Besuchern zur Verfügung stehen, sollen
durch ihre niederschwellige Form der
Wissensvermittlung ein neues Publikum
für Museen begeistern. Gleichzeitig erhält das Museum der Kulturen die
Chance, die Sichtweisen der Besucher
kennen zu lernen. Solch ein gegenseitiger Austausch sei wichtig, um die Institution Museum als Diskussionsplattform für eine breite Bevölkerungsschicht
zu etablieren, betont Anna Schmid.
N i e d e r s c h w e l l i g e r a n s at z ⁄
BILD e r
Sie stellen Fragen und geben Antworten:
Studierende suchen als Kulturvermittler
den Dialog mit den Besuchern des Museums
der Kulturen in Basel.
45
WISSENSCHA F T STÄRKEN AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
BILD e r
Die ‹Student Reporters› informieren nicht
nur über die Inhalte der Vorträge und
Workshops, sie laden die Kongressbesucher
und aussenstehende Interessierte in ihrem
Blog zu Diskussionen ein.
46
WISSENSCHA F T STÄRKEN AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Diskussionen rund um
Ressourcenverbrauch
und Nachhaltigkeit
P ROJEKT ⁄ World Resources Forum und
Student Reporters
Pa r t n e r ⁄ Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa,
World Resources Forum Association
f ö r d e r L a u fz e i t ⁄ 2011 – 2 015
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 315 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Wissenstransfer von der
Wissenschaft in die Gesellschaft; Sensibilisierung für die Notwendigkeit des Schutzes der
natürlichen Lebensgrundlagen; akademische
Nachwuchsförderung
i n f o r m at i o n e n ⁄
www.worldresourcesforum.org;
www.studentreporter.org ⁄ event ⁄ wrf2011
Zehn Studierende hatten beim ‹World
Resources Forum› (WRF) vom 19. bis 21.
September 2011 eine wichtige Aufgabe:
«Wir haben Diskussionen angeregt,
Konferenzteilnehmer und externe Interessierte über die Inhalte informiert
und untereinander vernetzt», erzählt
‹Student Reporter› Claudio Ruch. Das
wichtige Thema der Konferenz motivierte das internationale Team zusätzlich
in seiner Arbeit. Über 400 Kongressteilnehmer, darunter renommierte Experten
aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft
und Gesellschaft, setzten sich in Davos
intensiv mit Fragen des rasant steigenden Ressourcenverbrauchs auseinander
und suchten nach Lösungen für dieses
globale Problem.
«Die Grundaussage der Konferenz war deutlich», erklärt
Claudio Ruch. «Das Problem muss gelöst
werden, denn eine zweite Erde steht uns
nicht zur Verfügung.» Die Abschlussdeklaration des World Resources Forums
2011 ruft dazu auf, schnellst möglich
wirksame Schritte in Richtung einer ressourceneffizienten, klimafreundlichen
und nachhaltigen Wirtschaft zu gehen.
Es wurde ein konkreter Fahrplan gefordert – wobei die Experten vor allem in
den Bereichen ‹Wohnen›, ‹Entsorgung›,
‹Nahrungsmittelproduktion› und
‹Mobilität› Ansätze für ressourcenschonende Anpassungen sehen. Vertreter
der Schweizer Regierung erklärten, die
Ergebnisse zur Vorbereitung auf die
UNO-Konferenz Rio+20 nutzen zu wollen.
Im Herbst 2011 fand das World
Resources Forum zum zweiten Mal statt.
Alle zwei Jahre organisiert auf Initiative
Aufruf zum Handeln ⁄
der Eidgenössischen Materialprüfungsund Forschungsanstalt (Empa) ein
eigener Trägerverein diese Plattform für
Diskussionen rund um Ressourcenverbrauch und Ressourcenproduktivität in
der Schweiz. «Ziel der Konferenz ist
es, Expertenwissen aus der Wissenschaft
zusammenzuführen und für Praktiker
und Politiker zugänglich zu machen», erklärt Projektleiter Martin Birtel. «Zudem
sensibilisiert sie die Öffentlichkeit für
die Ressourcenproblematik.»
Die
Stiftung Mercator Schweiz fördert die
Konferenz in den Jahren 2011 bis 2015,
nachdem sie bereits das erste World
Resources Forum unterstützt hatte. Seinerzeit hatte die Stiftung zum ersten
Mal zehn Studierende aus der Schweiz
und aus dem Ausland als Reporter
zur Konferenz eingeladen. Dieses Engagement hat sich bewährt, die ‹Student
Reporters› begleiten die Konferenz auch
weiterhin mit Social-Media-Aktivitäten.
Zuletzt wurden ihre Tätigkeiten durch die
Stiftung oikos koordiniert.
Mit ihrer Arbeit beim World Resources Forum 2011 können die Studierenden sehr zufrieden sein: Sie haben fast 50
Artikel, 15 Interviews und mehrere
Videos ins Internet gestellt. Ihr Blog –
das Herzstück der Online-Berichterstattung – verzeichnete 2 781 Aufrufe aus
über 70 Ländern. 144 Kommentare sind
auf die Einträge eingegangen. Und die
durchschnittliche Verweilzeit auf ihrem
Blog lag bei 5:18 Minuten. «Das ist sehr
viel», freut sich Claudio Ruch. «Das
bedeutet, die Leute haben unsere Artikel
tatsächlich gelesen.»
Sensibilisierung im Internet ⁄
47
KINDER UND JUGENDLICHE F ÖRDERN
5 0 GASTBEITRAG
‹personalisiertes lernen:
ich weiss, wie ich lerne!›
von Rolf schönenberger
52 schulen gehen neue wege
56 schulen fördern das forschende
lernen
5 8 f r ü h e f ö r d e r u n g d u r c h
H a u s b e s u c h e
60 diskutieren, argumentieren
und überzeugen
6 2 fa m i l i e n e n t d e c k e n d i e w e lt
der geschichten
6 5 S c h u l e n t w i c k l u n g ü b e r
n at i o n a l e g r e n z e n h i n w e g
67 schulerfolg dank informierter
e lt e r n
6 8 a u s i d e e n w e r d e n n a c h h a lt i g e
p r o j e k t e
7 0 s p i e l e r i s c h z u m g e s e l l s c h a f t
lichen engagement
72 einblick in ganz besondere
k l a s s e n z i mm e r
74 wetter und klima verständlich
erklärt
7 6 m i t e i g e n e n t h e m e n a u f s e n d u n g
7 9 j u n g e k u n s t i n d e r g a n z e n s ta d t
Kinder und Jugendliche fördern
Unsere Gesellschaft verändert sich – und damit wandeln sich auch
die Anforderungen an Schulen: Sie müssen eine vielfältige Schülerschaft mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Begabungen auf
eine noch unbekannte Zukunft vorbereiten. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, entwickeln einige Schulen von sich aus
neue Unterrichtskonzepte. Die Erfahrungen aus solchen lokalen
Initiativen macht die Stiftung Mercator Schweiz für Interessierte
zugänglich, zugleich setzen wir uns für eine kooperative Schulentwicklung ein: Wir unterstützen Schulen und Hochschulen
bei der Weiterentwicklung personalisierter Lernformen. Lehrpersonen, Schulleitern und weiteren Akteuren im Bildungsbereich
ermöglichen wir es, voneinander und miteinander zu lernen, um
Schule und Unterricht gemeinsam zu gestalten.
Mit unserem Engagement möchten wir Kindern und Jugendlichen
unabhängig ihrer Herkunft beste Zukunftschancen eröffnen. Sie
sollen ihren Bedürfnissen entsprechend lernen, ihre Kreativität und
ihr individuelles Potenzial entfalten können. Dafür bieten wir ihnen
insbesondere auch ausserhalb der Schule vielfältige Möglichkeiten, sich zu bilden und ihre Persönlichkeit zu formen. Da wichtige
Weichen in der Entwicklung eines Menschen bereits in den ersten
Lebensjahren gestellt werden, machen wir uns zudem für die frühkindliche Bildung stark.
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n G a st b e i t r ag
Personalisiertes
Lernen: Ich weiss,
wie ich lerne!
Gastbeitrag von Rolf Schönenberger
Wir sind uns bewusst, dass wir Schülerinnen und
Schüler auf Berufe vorbereiten, die wir heute noch
gar nicht kennen. Wir wissen, dass uns die Einteilung in Sekundar- und Realschüler nicht gelingt.
Und wir wissen auch, dass Kinder und Jugendliche dann gut lernen, wenn sie emotional am Lernprozess beteiligt sind. Sie lernen auch erfolgreich
von- und miteinander, wenn sie Wissen über ihr
Lernen haben und über ein Repertoire von eigenen
Lernmethoden und Lernstrategien verfügen.
Doch nur selten werden diese Erkenntnisse in
die Praxis umgesetzt: Viele Schulen organisieren
sich immer noch in Klassen, die im 45-Minuten-Takt
die unterschiedlichen Fächer abhalten. Der Lernstoff wird nach wie vor im Frage-Antwort-Muster vermittelt. Die Lehrpersonen bestimmen, was die
Schülerinnen und Schüler zu welchem Zeitpunkt
lernen sollen. Das heutige Schulsystem verlangt
von Schulen vor allem Separation durch Selektion
statt Integration durch individuelle Förderung.
Was
hindert Schulen daran, ihre Erkenntnisse umzusetzen? Was macht die Entwicklung von Schule
und Unterricht so schwer? Wir alle haben die
Schule besucht. Wir alle wurden von ihr geprägt:
Eltern, Lehrpersonen, Behördenvertreter und
Politiker. Ja, bereits die Kleinsten tragen ein ganz
bestimmtes Bild von Schule in sich, das sie animiert, ‹Schülerlis› zu spielen. Speziell geprägt von
der eigenen Schule sind Lehrpersonen. Sie wählen
ihren Beruf, weil ihnen die Schule gefallen hat
und /oder weil sie dort erfolgreich waren. Von Lehrpersonen zu fordern, ein System kritisch zu hinterfragen, das vor allem gute Erinnerungen an die
eigene Schulzeit weckt, ist äusserst anspruchsvoll.
Schulentwicklung ist damit oft ein Prozess gegen
die positive Schulerfahrung der Lehrpersonen.
Die Sekundarschule Bürglen wurde bekannt,
weil die Lehrpersonen und die Schulbehörde im
Dienste der Schulentwicklung Wände aus den Schul-
H i n t e r f r a g e n d e r e i g e n e n E r fa h r u n g e n ⁄
Rolf schönenberger
Rolf Schönenberger ist Schulleiter der Sekundarschule Bürglen, Dozent und Mitglied
des Beratungsteams ‹schulentwicklung.ch›.
Aus eigener Erfahrung weiss er, dass
Schule nicht immer nur Spass macht. Durch
seinen Primarlehrer in der 6. Klasse wurde
ihm bewusst, dass Schule ‹anders› sein kann:
Sein junger Lehrer hatte den Unterricht auf
seine Schüler ausgerichtet und ihre Stärken im
Auge. Ermutigt von diesen positiven Erfahrungen wurde Rolf Schönenberger Lehrer.
Heute versucht auch er mit seinem engagierten
Team eine etwas ‹andere› Schule zu leben.
50
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n G a st b e i t r ag
häusern brechen liessen, um damit eine engere
Zusammenarbeit zwischen den Lehrpersonen und
den Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen.
Mutig gingen wir gemeinsam die Herausforderung
an, die Verantwortung für 60 Jugendliche als Team
zu tragen. Gemeinsam stellten wir uns der zunehmenden Komplexität und den steigenden Erwartungen an den Lehrberuf. Dabei konnten wir auf keine
Erfahrungen zurückgreifen. Wir waren plötzlich
alle Lernende in der eigenen Schule – und in dieser
Rolle unterschieden wir uns nicht mehr von unseren
Schülern.
E i g e n e r A r b e i t s p l at z ⁄ Endlich war eine Begegnung auf gleicher Augenhöhe möglich. Und seither
lernen (und leben) die Schülerinnen und Schüler
zusammen mit ihren Lehrpersonen im selben Raum,
der Lernlandschaft. Alle verfügen über ihren ganz
persönlichen Arbeitsplatz. Er gibt den Jugendlichen
das Gefühl, an ihrer Schule willkommen zu sein.
Tobias (16) besuchte das 7. Schuljahr an einer anderen öffentlichen Schule und er beschreibt sein
Gefühl so: «Ich bin überzeugt, dass der eigene Platz
in der Lernlandschaft unersetzlich ist. Er gibt uns
das Gefühl, ein ‹Zuhause› zu haben. An der anderen
Schule wurde ich von Schulzimmer zu Schulzimmer geschickt. Die Schultasche war mein ständiger
Begleiter. In Bürglen habe ich meinen eigenen
Arbeitsplatz, den ich so gestalten kann, dass ich
mich wohl fühle.»
Wir begannen uns für die Lernprozesse der
Jugendlichen zu interessieren, weil auch wir in
bewussten Lernprozessen standen. Wir hatten uns
entschlossen, mehr Zeit mit ihnen zu verbringen,
als es der Berufsauftrag von uns verlangte. Das
Begleiten von Lernenden braucht Zeit und ein echtes Interesse an der einzelnen Person. Wir treten in Beziehung zu ihnen. Auf dieser Grundlage
fordern und fördern wir sie. «Wir unterrichten
Schülerinnen und Schüler, nicht Fächer.» Dieser
Leitspruch der Sekundarschule Bürglen wird
konsequent gelebt. Dazu sagt Tobias: «Dank der
Betreuung durch einen Lerncoach, dem ständigen Beisammensein mit den Lehrkräften in der
Lernlandschaft und dem kooperativen Unterricht fühle ich mich mit den Lehrpersonen enger
verbunden und merke auch, dass sie tatsächlich
MICH unterrichten.»
Personalisiertes Lernen
fordert diese Beziehung ein. Sobald die Schülerinnen und Schüler im Zentrum des schulischen
Handelns stehen, versagen alte Strukturen. Im
Austausch untereinander finden wir immer wieder
neue Wege und halten so den Prozess unseres
Lernens und unserer Entwicklung am Laufen. Der
Motor dieses Lernens sind die positiven Erfahrungen, die Wertschätzung der Eltern und vor allem
der Stolz auf das Erreichte – bei den Jugendlichen,
aber auch bei uns.
Von unseren Erfahrungen profitieren auch
andere Schulen. Im Herbst 2011 haben sich 150 Lehrpersonen aus unterschiedlichen Schulen zur Tagung ‹Schulen lernen von Schulen› in Bürglen getroffen. Sie alle sind auf dem Weg, ihre Schulen
und ihr Lehrerbild neu zu denken. Wir machen Mut
und zeigen auf, dass Schülerinnen und Schüler
eigenverantwortlich und selbstbestimmt in einem
Umfeld des Vertrauens lernen können und wollen.
Das ist unser Beitrag für die Lösung wichtiger Probleme der Zukunft. Aber die beste Nachricht ist:
Wir sind nicht mehr alleine!
Stolz auf das Erreichte ⁄
Die Sekundarschule Bürglen ist in das Projekt
‹Personalisiertes Lernen in heterogenen Lerngemeinschaften› der Stiftung Mercator Schweiz
involviert. Mehr über dieses umfassende Kooperationsprojekt lesen Sie auf den Seiten 52–55.
51
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
BILD e r
Im Lernatelier arbeiten die Schüler der
Sekundarschule Petermoos in Buchs (ZH)
selbstständig an ihren Lernaufträgen.
Die Schule hat bereits vielfältige Erfahrungen mit personalisierten Lernformen
gemacht. Ihr Wissen bringt sie in das umfassende Projekt der Stiftung Mercator
Schweiz ein. In einem Teilprojekt erarbeitet
die Sekundarschule Petermoos zusammen
mit der Sekundarschule Ruggenacher
und der Schulverlag plus AG ein digitalisiertes Lernmittel.
52
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Schulen gehen
neue Wege
Lernateliers ersetzen Klassenräume.
Schüler lernen in altersgemischten
Gruppen voneinander und miteinander.
Wie viel sie lernen, vereinbaren sie
mit ihren Lehrern und Eltern. Was sie
wann lernen, bestimmen sie in ihren
persönlichen Planungsbüchern. In den
vergangenen Jahren haben einige
Schulen innovative Schul- und Unterrichtskonzepte in ihren Alltag eingeführt: Mit personalisierten Lernformen
möchten sie ihre Schüler individuell
und bedarfsgerecht fördern. Damit finden
die Schulen zugleich eine wirksame
Antwort auf die Herausforderungen der
wachsenden Heterogenität in ihrer
Schülerschaft.
P ROJEKT ⁄ Personalisiertes Lernen in
heterogenen Lerngemeinschaften
f ö r d e r pa r t n e r ⁄ operatives Projekt der
Stiftung Mercator Schweiz
F ÖRDERL a u fz e i t ⁄ 2011 – 2 015
F ÖRDERV OLU M EN ⁄ CHF 2 745 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Entwicklung innovativer
Unterrichtskonzepte und -materialien;
Förderung des personalisierten und kooperativen Lernens; Vernetzung von Schulpraxis und Wissenschaft zur kooperativen
Schulentwicklung
I n f o r m at i o n e n ⁄
www.stiftung- m ercator.ch
P e r s o n a l i s i e r t e s L e r n e n ⁄ Solche
Pionierschulen unterstützt die Stiftung
Mercator Schweiz mit dem Projekt
‹Personalisiertes Lernen in heterogenen
Lerngemeinschaften›. Schulen aus
der ganzen Deutschschweiz haben im
Rahmen dieser gross angelegten Initiative zusammen mit Hochschulen,
Schulnetzwerken, Lehrmittelverlagen
und IT-Anbietern zehn Projekte zur
Weiterentwicklung des personalisierten
Lernens erarbeitet. In den Jahren 2011
bis 2015 verwirklichen die Projektpartner
ihre Vorhaben mit finanzieller Förderung
durch die Stiftung Mercator Schweiz.
«Wir möchten mit diesem Projekt
dazu beitragen, bestehende Innovationen an Schulen weiterzuentwickeln, zu
reflektieren und zu konsolidieren», sagt
Projektkoordinator Bruno Hofer. «Als
Ergebnisse erwarten wir Grundlagen, Erkenntnisse sowie fundierte Praktiken
für die Schulentwicklung und Weiterbil-
dung von Lehrpersonen.» Mit den einzelnen Projektverantwortlichen steht
Bruno Hofer in regelmässigem Kontakt,
er berät sie und vermittelt zwischen
den zehn Projekten. Ein sechsköpfiger
Lenkungsausschuss bestehend aus
Bildungsexperten und einer Vertretung
der Stiftung Mercator Schweiz begleitet und unterstützt die Teilprojekte und
den Projektkoordinator, der ebenfalls in
diesem Ausschuss vertreten ist.
R e g e l m ä s s i g e r A u s ta u s c h ⁄ Der
Wissenstransfer zwischen den zehn Teilprojekten ist für das Gesamtprojekt
sehr wichtig: Einmal im Jahr kommen
alle Beteiligten zusammen, um sich
auszutauschen und von den Erfahrungen
der anderen zu lernen. Zudem finden
innerhalb der einzelnen Projekte regelmässige Treffen statt, um die Arbeit
zu koordinieren und die Projekte gemeinsam voranzubringen. «Solch eine Zusammenarbeit in der Schulentwicklung
ist einmalig in der Schweiz», betont
Jürg Brühlmann, Vorsitzender des Lenkungsausschusses. «Über 50 Schulen
verwirklichen in einem überkantonalen
Verbund mit weiteren Partnern eigene
Projekte, um ihre personalisierten Lernkonzepte voranzubringen.»
Auf der folgenden Doppelseite werden
die zehn Teilprojekte vorgestellt.
53
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
p e r L e n ⁄ Mit dem Forschungsprojekt ‹perLen›
(personalisierte, kooperative Lernkonzepte
in heterogenen Lerngemeinschaften) untersucht
das Institut für Erziehungswissenschaft der
Universität Zürich Unterrichtsformen, Lernarrangements, Prozessqualitäten und Wirkungen
des personalisierten, kooperativen Lernens
in heterogenen Lerngruppen. Zwölf Schulen
(sechs Schulen mit personalisierten und sechs
Schulen mit klassenbezogenen Lernkonzepten)
nehmen über drei Jahre an einer Längsschnittstudie mit Gruppenvergleich und an einzelnen
Fallstudien teil. Zudem sind Vertiefungsmodule
zu einzelnen Fragestellungen vorgesehen.
L a u fz e i t ⁄ 2011–2015
F ö r d e r s u mm e ⁄ CHF 800 000
K o mp e t e n z b a s i e r t e L e r n m o d u l e ⁄ Die
Kantonsschule Romanshorn ist eine anerkannte
Pionierschule unter den Schweizer Gymnasien.
Sie entwickelt zusammen mit neun Kantons- und
Berufsschulen Grundlagen, Erkenntnisse und
fundierte Praktiken für die Schulentwicklung im
Bereich des personalisierten Lernens in der
Sekundarstufe II. Für einen optimalen Wissenstransfer zwischen den Schulpartnern finden
regelmässig schulinterne und überregionale
Treffen und Weiterbildungen statt. Nach Projektende werden die Ergebnisse für weitere Schulen,
für Lehrmittelproduzenten, Lehrerbildungsinstitutionen und weitere Interessierte nutzbar
gemacht. Die Schweizerische Weiterbildungszentrale für Gymnasiallehrpersonen und
das eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung begleiten den Austausch zwischen den Schulen, um Erkenntnisse für eine
spätere Verbreitung der Konzepte zu gewinnen.
L a u fz e i t ⁄ 2011–2013
F ö r d e r s u mm e ⁄ CHF 500 000
K o mp e t e n z c e n t e r ⁄ Im Verein der MOSAIK -
R o l l e n c o a c h i n g ∕ Mit der Einführung perso-
Sekundarschulen kooperieren seit einigen
Jahren öffentliche Schulen, um ihre personalisierten Lernkonzepte und ihre IT- Plattform
für das Lernwegmanagement weiterzuentwickeln. Im Rahmen des Projekts der Stiftung
Mercator Schweiz möchte der Schulverbund die
Kompetenzraster des Lehrplans 21 in die
bestehende IT- Plattform integrieren. Ziel ist
die Orientierung des personalisierten Lernens
an den neuen Kompetenzrastern bei der Planung, in den Lernprozessen und bei der Beurteilung und Dokumentation des Lernerfolgs.
Die Lösung kann auch auf andere IT-Tools zur
Unterstützung des personalisierten Lernens
adaptiert werden.
nalisierter Lernformen ändert sich die Rolle
der Lehrperson. Das Projekt ‹Rollenrepertoire
und Coachingkompetenz der Lehrpersonen
beim personalisierten und kooperativen Lernen
auf der Sekundarstufe II› stellt die Funktion
der Lehrpersonen und ihre Handlungskompetenzen ins Zentrum: Die neue Rolle wird theoretisch geklärt, praktisch geschult, erprobt und
gefestigt. Projektpartner sind das Zürcher Gymnasium Unterstrass, das Institut Unterstrass
an der Pädagogischen Hochschule Zürich, das
Zentrum Ausbildung Gesundheitsberufe und
die Fachmittelschule der Freien Evangelischen
Schule Zürich. Die Erkenntnisse und Ergebnisse werden nach Projektabschluss veröffentlicht und für die Schulentwicklung sowie Ausund Weiterbildung von Lehrpersonen nutzbar
gemacht.
L a u fz e i t ⁄ 2012–2015
F ö r d e r s u mm e ⁄ CHF 300 000
Q u a l i t ä t s r a s t e r ⁄ Die Qualität von Lern-
arrangements oder Lernaufträgen ist ein
Schlüsselfaktor des individualisierten Lernens.
Die Pädagogische Hochschule St. Gallen
entwickelt daher zusammen mit Pionierschulen
ein wissenschaftlich fundiertes Qualitätsraster
zur Bewertung von Lernarrangements und
Lernaufgaben. Dieses soll es Lehrern, Schulen
und Lehrmittelautoren ermöglichen, ihre
Steuerung von Lernprozessen anhand von
Kriterien qualitativ zu überprüfen. Zudem sieht
das Projekt eine Sammlung geprüfter und
bewerteter Lernarrangements vor. Das Qualitätsraster wird mit dieser Sammlung im
Internet frei zur Verfügung gestellt. Wer die
Sammlung nutzen möchte, verpflichtet sich zu
Rückmeldungen vor und nach dem Einsatz in
der eigenen Schule. Die Wissenschaftler wollen
daraus Rückschlüsse für die Gestaltung der
Lehreraus- und -weiterbildung ziehen.
L a u fz e i t ⁄ 2012–2015
F ö r d e r s u mm e ⁄ CHF 150 000
54
L a u fz e i t ⁄ 2011–2013
F ö r d e r s u mm e ⁄ CHF 100 000
N e t w o r k i n g ⁄ Das Netzwerk Luzerner Schulen
ist ein Erfolgsmodell schulischer Vernetzung,
das zu einer nachhaltigen Schul- und Unterrichtsentwicklung beiträgt. Das Teilprojekt arbeitet
Erkenntnisse und Erfahrungen aus über zehn
Jahren Netzwerkarbeit auf. Mit einer Publikation
soll das Wissen allen Interessierten zur Verfügung gestellt werden. Das Buch zeigt auf, wie
man thematische Netzwerke aufbaut, betreut
und weiterentwickelt. Zudem erfahren die Leser,
welchen Nutzen die Teilnehmer aus einem
Netzwerk ziehen können. Die Publikation leistet
einen Beitrag, um vergleichbare Netzwerke
in anderen Kantonen erfolgreich und nachhaltig
einzuführen.
L a u fz e i t ⁄ 2011–2012
F ö r d e r s u mm e ⁄ CHF 85 000
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
M i NT- A l p ⁄ Die Pädagogischen Hochschulen
D i g i ta l i s i e r t e L e r n m i t t e l ⁄ Die Schulver-
Graubünden und Wallis sowie die Hochschule Bozen weiten ihr Forschungsprojekt
‹Kleinschulen im alpinen Raum› auf interessierte Kleinschulen im Deutschschweizer Mittelland aus. Gemeinsam mit ihren Partnerschulen
entwickeln die Wissenschaftler IT-gestützte
modulare Lern- und Lehrmittel in den Bereichen
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften
und Technik ( MINT). Diese sollen sich speziell für
das selbstständig-kooperative Lernen in jahrgangsgemischten Lerngruppen an Kleinschulen
eignen. Zudem möchte das Projekt Prozessmerkmale für erfolgreiches Lernen in heterogenen Lerngemeinschaften erarbeiten. Die
Lernmaterialien werden auf einer Internetseite
kostenlos zugänglich sein.
lag plus AG überarbeitet zusammen mit den
Sekundarschulen Ruggenacher in Regensdorf
und Petermoos in Buchs zwei Kapitel des
Lehrwerks ‹Sprachwelten Deutsch›. Ziel ist es,
dieses Lehrmittel digital aufzubereiten, damit
es den Ansprüchen der beiden im personalisierten Lernen erprobten Schulen aus dem Kanton
Zürich entspricht. Auf Basis dieser Zusammenarbeit können die didaktischen und organisatorischen, die technischen und finanziellen Voraussetzungen für die Übertragung der Erfahrungen
auf weitere Lernmaterialien auch in anderen
Fächern geklärt werden.
L a u fz e i t ⁄ 2011–2013
F ö r d e r s u mm e ⁄ CHF 80 000
Vom Lehrmittel zum Lernmittel ⁄
Ein Netzwerk aus Lehrpersonen und Experten
der Pädagogischen Hochschulen Nordwestschweiz und Bern erarbeiten zusammen mit
der Schulverlag plus AG geeignete Materialien
für das personalisierte Lernen. Im Projekt
‹Vom Lehrmittel zum Lernmittel› geht es primär
um die Frage, wie traditionelle Lehrmittel für
das personalisierte Lernen in heterogenen Lerngemeinschaften angepasst und genutzt werden
können. Aus erprobten Lernkonzepten der
beteiligten Fach- und Lehrpersonen wählt die
Projektgruppe gute Beispiele aus, um wichtige
Merkmale und Kriterien für solche Lernmaterialien zu identifizieren und praxisnah darzustellen. Der Schulverlag fasst ausgewählte Materialien und die Schlussfolgerung aus dem Projekt
in einer Publikation zusammen.
L a u fz e i t ⁄ 2011
F ö r d e r s u mm e ⁄ CHF 30 000
Z a u n g ä s t e ⁄ Lehrpersonen begegnen sich
bei Schulbesuchen auf Augenhöhe. Der Verein
QUISS (Qualitätsentwicklung in innovativen
Schweizer Schulen) möchte mit dem Projekt
‹Zaungäste› eine nachhaltige und selbsttragende Struktur für gegenseitige Schulbesuche
schaffen. In dieser regionenübergreifenden
‹Peer Review› steht zwar die Rückmeldung an
die besuchte Schule aufgrund systematisch
gesammelter Eindrücke und Beobachtungen im
Vordergrund, doch gleichzeitig lernen auch
die Gäste sehr viel. Die Erfahrungen des Projekts werden zusammen mit den erarbeiteten
Rahmenbedingungen und Instrumenten
veröffentlicht.
L a u fz e i t ⁄ 2011–2014
F ö r d e r s u mm e ⁄ CHF 40 000
L a u fz e i t ⁄ 2011–2013
F ö r d e r s u mm e ⁄ CHF 60 000
55
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Schulen fördern
das forschende
Lernen
P ROJEKT ⁄ Innovation SWiSE – Swiss
Science Education
pa r t n e r ⁄ Pädagogische Hochschule
Nordwestschweiz
F ÖRDERL a u fz e i t ⁄ 2011 – 2 015
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 1 050 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Kooperation, Vernetzung
und Wissenstransfer zwischen Forschung,
Schulen und Lehrpersonen; Entwicklung innovativer Unterrichtskonzepte und -materialien; Förderung eines selbstständigen und
forschend-entdeckenden Lernens
i n f o r m at i o n e n ⁄ www.swise.ch
Kinder und Jugendliche sind neugierig
und experimentierfreudig. Sie möchten
ihre Umwelt erforschen und verstehen. Sie stellen Fragen und haben einen
grossen Wissensdurst, der gestillt werden
will. Dieses Interesse, diese Neugier
und natürliche Begeisterung für Neues
möchte das Projekt ‹Innovation SWiSE›
(Swiss Science Education / Naturwissenschaftliche Bildung Schweiz) durch
eigenaktives, forschend-entdeckendes
Lernen im naturwissenschaftlich-technischen Unterricht fördern. Um dieses
Ziel bei den Schülern zu erreichen, setzt
SWiSE auf Ebene der Lehrpersonen
an: «Gemeinsam entwickeln die teilnehmenden Schulen ihren Unterricht
qualitativ weiter», erklärt Professor
Peter Labudde, Projektverantwortlicher
von der Pädagogischen Hochschule
Nordwestschweiz.
K o o p e r at i v e U n t e r r i c h t s e n t w i c k l u n g ⁄
SWiSE ist ein Beispiel für partizipative
und kooperative Unterrichtsentwicklung
über Kantons- und Institutionsgrenzen hinweg: Als gemeinsame Initiative
der Pädagogischen Hochschulen Bern,
Nordwestschweiz, St. Gallen, Thurgau,
Zentralschweiz und Zürich sowie des
Zürcher Instituts Unterstrass und des
Technoramas in Winterthur vernetzt und
nutzt SWiSE die fachlichen, fachdidaktischen und pädagogischen Kompetenzen
dieser Bildungsinstitutionen. Zugleich
führen die 58 teilnehmenden SWiSESchulen (Kindergärten, Primarschulen,
Sekundarstufe I) aus sechs Regionen der
Schweiz ihr lokales praktisches Wissen
und Engagement zusammen, um voneinander und miteinander zu lernen. Die
56
Stiftung Mercator Schweiz, die Avina
Stiftung und die Ernst Göhner Stiftung
ermöglichen mit ihrer Förderung das
umfassende Kooperationsprojekt.
Mit einem breit angelegten Paket
an Angeboten unterstützt SWiSE Lehrer
der Modellschulen darin, innovative
Unterrichtskonzepte zu entwickeln, zu
erproben und an weitere Schulen zu
verbreiten. «Die SWiSE-Schulen sind
Kristallisationskeime, von deren Ideen
und Erfahrungen andere Lehrpersonen und Schulen profitieren können»,
erklärt Peter Labudde. Von jeder Schule
nehmen während der Projektdauer
in den Jahren 2012 bis 2015 je zwei Lehrpersonen an den Angeboten von SWiSE
teil. Sie besuchen Weiterbildungsmodule sowie stufen- und schultypenübergreifende Praxistreffen. Ihr Wissen
und ihre Erfahrungen geben sie in
schulinternen und regionalen Netzwerken weiter. Unterstützt von ihren
Schulleitungen initiieren die SWiSELehrer Unterrichts- und Schulentwicklungsprojekte in ihren Schulen,
wobei sie von Fachleuten der Schulentwicklung und Naturwissenschaftsdidaktik begleitet werden. Nicht zuletzt
werden die Lehrer darin unterstützt,
die zukünftigen Bildungsstandards des
Lehrplans 21 in den naturwissenschaftlichen Fächern zu konkretisieren und
kompetenzorientierten Unterricht im
Schulalltag umzusetzen.
I n n o v at i o n s ta g u n d W e i t e r b i l d u n g e n ⁄
Der Wissenstransfer in andere Schulen
ist dem Projekt ein wichtiges Anliegen:
SWiSE-Lehrer geben ihre Erfahrungen in Weiterbildungsmodulen zu den
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Themen ‹Forschen und Experimentieren›,
‹Ausserschulische Lernorte›, ‹Technik›
und ‹Aufgabenkultur und Lernumgebungen› sowie am Innovationstag ‹Naturwissenschaftlich-technischer Unterricht›
weiter. Diese Veranstaltungen werden
auch von Nicht-SWiSE-Lehrern besucht.
Der Innovationstag für Lehrpersonen des
ersten bis neunten Schuljahrs und aus
dem Kindergarten findet jährlich statt. Er
bietet Vorträge, über 20 stufenspezifische
Ateliers ‹aus der Praxis für die Praxis›
sowie einen grossen Bücher-, Lehrmittelund Ideenmarkt. Mittelfristig werden
SWiSE-Schulen Lehrer anderer Schulen
empfangen und ihr Schulprogramm,
ihre Unterrichts- und Schulentwicklungskonzepte vorstellen.
Prozesse,
Nutzen und Wirkung von SWiSE werden
im Rahmen einer Begleitforschung
wissenschaftlich untersucht und praxisorientiert für weitere interessierte
Schulen und Lehrpersonen aufbereitet.
Professor Labudde ist sich bereits jetzt
sicher: «Die Erkenntnisse und Erfahrungen von SWiSE sind auf Schulentwicklungsprojekte in anderen Fächern übertragbar.» SWiSE zeichne sich durch
besondere Unterrichtskonzepte und
-materialien, durch eigenständiges forschend-entdeckendes Lernen aus. Vor
allem die regionale und überregionale
Kooperation zwischen Schulen, Pädagogischen Hochschulen, Schulaufsicht,
Weiterbildungsinstitutionen, Netzwerken
zur Schulentwicklung und Inspektoraten
kann nach Überzeugung des Projektleiters wichtige Impulse im Hinblick auf
die Umsetzung des Lehrplans 21 geben.
übertragbare ergebnisse ⁄
BILD e r
Der naturwissenschaftlich-technische
Unterricht bietet sich für forschend-entdeckendes Lernen sehr gut an. Diese
Unterrichtskonzepte möchte das Projekt
SWiSE weiterentwickeln.
57
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Frühe Förderung
durch Hausbesuche
P ROJEKT ⁄ ZEPPELIN 0–3
pa r t n e r ⁄ Interkantonale Hochschule für
Heilpädagogik Zürich
F ÖRDERL a u fz e i t ⁄ 2011 – 2 015
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 500 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Förderung der frühkindlichen Bildung und Chancengerechtigkeit;
Stärkung der Zusammenarbeit und des
Wissenstransfers zwischen Forschung und
Praxis
i n f o r m at i o n e n ⁄ www.zeppelin-hfh.ch
«In den ersten drei Lebensjahren werden
wichtige Weichen für die soziale, emotionale und geistige Entwicklung eines
Kindes gestellt», erklärt Professor Andrea
Lanfranchi, Leiter des Forschungsschwerpunkts ‹Kinder mit besonderen
Bildungsbedürfnissen› an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich (HfH). «Entsprechend können
wir es uns bei Kindern aus belasteten
Familien nicht leisten, mit der Förderung
bis zum Kindergarteneintritt im vierten Lebensjahr zu warten.» Dann sei es
für viele Kinder bereits zu spät – ihre
Entwicklungsverzögerungen werden
sie im Laufe ihrer Schulzeit kaum mehr
aufholen können. Mit dem Projekt
ZEPPELIN (Zürcher Equity Präventionsprojekt Elternbeteiligung und Integration) fördert die Hochschule Kinder ab
Geburt, die aufgrund ihrer familiären
Situation in ihrer Entwicklung gefährdet
sind. Langfristig soll das Projekt die
Bildungschancen dieser Kinder erhöhen.
E n g e Z u s a mm e n a r b e i t ⁄ Wissenschaft
und Praxis arbeiten im Rahmen von
ZEPPELIN eng zusammen. Wichtigste
Akteurin im praktischen Teil des Projekts
ist die lokale Mütterberaterin: Sie erhält von den Geburtsstationen oder von
der Gemeinde die Adressen der Neugeborenen und schätzt mit Hilfe eines von
der HfH entwickelten Kurzscreenings die
Entwicklungsgefährdung der Kinder ein.
Indikatoren sind unter anderem grosse
finanzielle Probleme der Eltern, Arbeitslosigkeit, sehr enge Wohnverhältnisse,
Alkohol- oder Drogensucht und TeenagerSchwangerschaft. Als zertifizierte
Elterntrainerinnen begleiten die Mütter-
58
beraterinnen Familien, die sich für eine
Teilnahme am Projekt entscheiden,
mit dem Hausbesuchsprogramm ‹PAT –
Mit Eltern Lernen›.
Je nach Bedarf besuchen die PATElterntrainerinnen die Familien bis zu
vier Mal im Monat, und dies über
mehrere Jahre. Sie geben den Eltern
praktische Tipps, wie sie ihre Kinder
ganzheitlich fördern und eine starke
Eltern-Kind-Beziehung aufbauen
können. Sie thematisieren aktuelle Bedürfnisse der Kinder. Die Sprachförderung ist ein weiterer wichtiger Aspekt
der Zusammenarbeit. Das Programm
‹PAT – Mit Eltern Lernen› gibt jedem
Hausbesuch eine Struktur – doch in der
konkreten inhaltlichen Ausgestaltung
sind die Elterntrainerinnen frei. «Damit
sind die Inhalte stets auf die aktuellen
Bedürfnisse der Familien zugeschnitten»,
betont Professor Lanfranchi. Einmal
im Monat treffen sich die Programmteilnehmer im Familienzentrum, um Erfahrungen auszutauschen. Diese soziale
Vernetzung hat wie die enge Zusammenarbeit mit einer Fachperson ein wichtiges Ziel: die Stärkung der Eltern in ihren
Erziehungsaufgaben.
Nachdem
ZEPPELIN erfolgreich in Dietikon erprobt
wurde, läuft das Hauptprojekt seit Herbst
2011 in 14 Gemeinden des Kantons
Zürich. Die Stiftung Mercator Schweiz,
die Jacobs Foundation, die Bildungsdirektion des Kantons Zürich und das
Bundesamt für Migration unterstützen
neben weiteren Förderern dieses
gross angelegte Projekt. Als Nationalfondsstudie wird ZEPPELIN von einem
Begleitende Forschung ⁄
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Forscherteam der Hochschule für Heilpädagogik wissenschaftlich eng begleitet.
Dabei stehen vor allem zwei Fragen im
Fokus: Welche Wirkung erzielt eine frühe
Förderung auf die Entwicklung von
Kindern zwischen null und drei Jahren
aus Familien in psychosozialen Risikokonstellationen? Und über welche Wirkmechanismen innerhalb der Familie
kommen die Effekte zum Tragen? Um
die Nachhaltigkeit von ZEPPELIN zu
überprüfen, wird die Entwicklung der
Kinder nicht nur in den ersten drei
Lebensjahren untersucht, sondern zum
Teil bis in die Sekundarstufe begleitet.
P r a k t i s c h e r n u t z e n ⁄ «Mit unserem
Projekt schliessen wir eine Forschungslücke in der Schweiz», betont Professor
Lanfranchi. ZEPPELIN sei das erste
Programm im Bereich der ‹Frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung› (FBBE), das zielgruppenspezifisch
ab Geburt durchgeführt und in einer
experimentellen Feldstudie evaluiert
wird. Neben neuen wissenschaftlichen
Erkenntnissen und einer frühen Förderung von entwicklungsgefährdeten
Kindern hat ZEPPELIN auch einen
weiteren ganz praktischen Nutzen: Das
Projekt erreicht eine interdisziplinäre
Zusammenarbeit von Kinderärzten,
Hebammen, Fachpersonen aus Sozialberatung und Therapie, lokalen Mütterberaterinnen und weiteren Experten im
Frühbereich. «Bislang haben die verschiedenen Akteure nur in loser oder in
gar keiner Verbindung gewirkt», sagt
Professor Lanfranchi. «Das hat die Früherkennung besonderer Bedürfnisse von
Kindern erschwert.»
BILD e r
Wissenschaftler und Elterntrainerinnen
tauschen sich in regelmässigen Treffen aus.
Sie arbeiten im Projekt ZEPPELIN eng
zusammen, um Kinder ab Geburt in der
Familie zu fördern.
59
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Diskutieren, argumentieren
und überzeugen
P ROJEKT ⁄ Jugend debattiert
pa r t n e r ⁄ Stiftung Dialog
F ÖRDERL a u fz e i t ⁄ 2011 – 2 015
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 300 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Förderung der politischen
Bildung; Motivation junger Menschen, sich
mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen
auseinanderzusetzen
i n f o r m at i o n e n ⁄
www.jugenddebattiert.ch
Sollen Abschlussreisen von Berufs- und
Mittelschulen ins Ausland verboten
werden? Sollen alle Oberstufen Schülerparlamente einrichten? Soll der öffentliche Verkehr für Jugendliche bis 20
Jahre gratis sein? Sollte es erlaubt sein,
Musik und Filme aus dem Internet
kostenlos herunterzuladen und weiterzugeben? Sollte der Staat das Internet in der Schweiz stärker überwachen?
Und sollte man Löhne und Boni von
Managern in börsenkotierten Unternehmen limitieren? Diese sechs Fragen
bieten viel Diskussionsstoff. Die Liste
der Pro- und Kontraargumente ist lang –
wie lang, das bewiesen die 70 Teilnehmer des Schweizer Finales von ‹Jugend
debattiert› am 2. April 2011 in Bern.
Lehrgang und Wettbewerbe ⁄
Das landesweite Finale, das alle zwei
Jahre stattfindet, ist Höhepunkt des
Projekts ‹Jugend debattiert›, mit dem
sich die Stiftung Dialog für die politische Bildung von Jugendlichen
einsetzt: «Debattieren erfordert, dem
anderen zuzuhören, seine Meinung
zu respektieren und die eigene Meinung
sach- und situationsgerecht einzubringen», erklärt Projektleiterin Lucie
Schaeren von der Stiftung Dialog.
«Das alles sind Schlüsselkompetenzen
einer lebendigen Demokratie.» Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren
setzen sich im Rahmen von ‹Jugend
debattiert› mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen auseinander. Sie erfahren
in Workshops, die in Schulen und auch
von der ausserschulischen Jugendarbeit angeboten werden, was eine gute
Debatte ausmacht. Sie lernen, Stellung
60
zu beziehen, Argumente anzubringen,
ihre Meinung zu begründen und sich
mit Gegenpositionen konstruktiv auseinanderzusetzen. In lokalen, regionalen
und kantonalen Vorausscheidungen
können sich die Jugendlichen für das
Schweizer Finale qualifizieren.
Debattiert wird stets
nach klaren Regeln: In Vierergruppen
diskutieren die Jugendlichen über
gesellschaftliche Streitfragen. Ein Gespräch dauert 24 Minuten. Es ist unterteilt in eine Eröffnungsphase, einen
offenen Schlagabtausch und eine Schlussphase, in der alle noch einmal ihre
Standpunkte verdeutlichen können. Am
Ende entscheiden die vier Kriterien
‹Sachkenntnis›, ‹Ausdrucksvermögen›,
‹Gesprächsfähigkeit› und ‹Überzeugungskraft› den Ausgang des argumentativen
Wettbewerbs. Im Finale 2011 setzte sich
in der Deutschschweizer Konkurrenz der
Kategorie I (13- bis 16-Jährige) Andrea
Schlatter aus Bern durch, die zudem den
Publikumspreis gewann. In der Kategorie II (17- bis 20-Jährige) wurde David
Maurer aus Biel-Benken Meister im
Debattieren. Bei den Teilnehmern aus
dem Tessin gewann in der Kategorie I
Simon Zimerman aus Castione, in der
Kategorie II Ilaria Severoni aus Lugano.
Adrien Dutoit aus Moudon entschied
die Kategorie I der Teilnehmer aus der
Romandie für sich, Lionel Jeanneret
aus Thônex gewann den Wettbewerb in
der Kategorie II.
Drei Wochen hatten die 70 Finalisten Zeit, sich auf die sechs FinalFragen vorzubereiten. Doch ob sie am
Ende die Pro- oder Kontraposition
klare regeln ⁄
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
BILD e r
Welche Position sie vertreten, entscheidet
das Los – und dann setzen sich die Jugendlichen 24 Minuten für diesen Standpunkt
ein. Bei den Wettbewerben im Rahmen von
‹Jugend debattiert› diskutieren 13- bis
20-Jährige aktuelle gesellschaftliche Fragen.
einnehmen sollten, entschied das Los
erst 30 Minuten vor Beginn der Debatte.
Das war eine besondere Herausforderung
– nicht nur, weil sich die Jugendlichen
in aller Breite vorbereiten mussten; die
Position, die sie einnehmen sollten,
war damit oft nicht deckungsgleich mit
ihrer eigenen Meinung. «Anfangs hat
mir das etwas Mühe gemacht», gibt
Andrea Schlatter zu. «Doch mit der Zeit
hatte ich immer mehr Spass daran,
in eine Rolle zu schlüpfen.» Heute findet sie es sogar einfacher, sich für die
Fremdmeinung einzusetzen. «Ich kann
sachlicher bleiben und handfeste Argumente präsentieren», sagt die Schweizer
Debattier-Meisterin. «Meine eigenen
Überzeugungen sind dagegen eher emotional geprägt.»
Weiterentwicklung des Projekts ⁄
In den Jahren 2011 bis 2015 möchte die
Stiftung Dialog mit Unterstützung
der Stiftung Mercator Schweiz ‹Jugend
debattiert› weiterentwickeln. Die Arbeitsmaterialien für die Jugendlichen
werden in diesem Zusammenhang überarbeitet und erweitert. Von besonderem
Interesse ist in diesem Entwicklungsprozess auch die optimale Vorbereitung
und Unterstützung der Multiplikatoren: Lehrer, Schulteams und Jugendarbeiter lernen in Einführungen und
Ausbildungen Ziele und Arbeitsmaterialien von ‹Jugend debattiert› kennen. Sie
erhalten vielfältige Hintergrundinformationen zu Rhetorik und politischer
Bildung, werden in der Beurteilung
der Debattierenden und der Debatten
geschult. Und Lehrer erhalten Hilfestellungen für die Unterrichtsplanung.
61
62
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Familien entdecken
die Welt der Geschichten
P ROJEKT ⁄ Schenk mir eine Geschichte –
Family Literacy
pa r t n e r ⁄ Schweizerisches Institut für
Kinder- und Jugendmedien
F ÖRDERL a u fz e i t ⁄ 2012 – 2 014
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 296 297
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Förderung der Chancengerechtigkeit beim Schuleintritt; Verbreitung
eines ausgezeichneten Integrations- und
Frühförderprojekts in der Schweiz
I n f o r m at i o n e n ⁄ www.sikjm.ch
Auch wenn sie selbst noch nicht lesen
können, sind vielfältige Begegnungen
mit Geschichten wichtig für die Entwicklung von kleinen Kindern. «Wer früh
Erfahrungen mit Büchern, mit Sprache
und mit Schrift macht, lernt später leichter lesen und schreiben», sagt Therese
Salzmann. Und das habe laut Wissenschaft
Auswirkungen auf die Bildungslaufbahn
von Kindern. «Schliesslich gehören
Sprach-, Lese- und Schreibkompetenzen
zu den wichtigsten Grundlagen für den
späteren Schulerfolg», betont die Projektleiterin vom Schweizerischen Institut
für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM).
R e g e l m ä s s i g e L e s e a n i m at i o n e n ⁄
Doch vielen Kindern aus Migrationsfamilien fehlen diese so genannten ‹LiteracyErfahrungen›, wenn sie in die Schule
kommen. Um die Chancengerechtigkeit
beim Schulerfolg zu fördern, richtet
sich das SIKJM deshalb mit seinem Projekt ‹Schenk mir eine Geschichte –
Family Literacy› konkret an Familien mit
Migrationshintergrund. Zwei bis vier
Mal im Monat treffen sich die Eltern und
ihre zwei- bis fünfjährigen Kinder mit
anderen Familien, um gemeinsam die
Welt der Geschichten zu entdecken – und
dies in ihrer Familiensprache.
Speziell für das Projekt ausgebildete
Sprach- und Kulturvermittlerinnen begleiten die Leseanimationen. Es werden
Geschichten erzählt, Lieder gesungen,
Bilderbücher angeschaut. Die Familien
basteln und spielen zusammen. Auf diese
Weise erfahren die Eltern in einem vertrauten Umfeld, wie sie ihren Nachwuchs
ganzheitlich fördern können. Sie werden
motiviert, ihren Kindern auch zuhause
Geschichten zu erzählen, um sie in
ihrer Entwicklung zu unterstützen. Und
während die Eltern in den Leseanimationen in ihren Bildungskompetenzen
gestärkt werden, machen die Kinder
viele wertvolle Erfahrungen in ihrer
Familiensprache.
Dass das Projekt einen wichtigen
Beitrag leistet, um die Chancengerechtigkeit in der Schulbildung zu erhöhen,
bestätigte den Organisatoren die Evaluation der Pädagogischen Hochschule
Zürich aus dem Jahr 2008: Die Grundidee
des Projekts und die Zusammenarbeit
mit motivierten, gut vernetzten interkulturellen Vermittlerinnen haben die
Wissenschaftler überzeugt. Heute sei
klar, dass gute Sprachfähigkeiten in
der Erstsprache eng mit Deutschfähigkeiten und späterem Schulerfolg zusammenhängen, heisst es in der Evaluation. Deshalb sei es wichtig, Kindern
im Vorschulalter positive Lern- und
Gemeinschaftserlebnisse in der Familiensprache zu ermöglichen. Die eigene
Sprache, die Gemeinschaft mit Menschen derselben Sprach- und Kulturgruppe seien dabei zentrale Ressourcen
für familiäre Lernprozesse, betonen
die Wissenschaftler.
w e i t e r e V e r b r e i t u n g ⁄ Das mehrfach
ausgezeichnete Projekt wurde im
Jahr 2006 in Basel und Zürich lanciert
und seither stetig weiterentwickelt.
2011 gab es die Leseanimationen in 25
Gemeinden. Mit Unterstützung der
Stiftung Mercator Schweiz soll ‹Schenk
mir eine Geschichte – Family Literacy›
in Zukunft an zahlreichen weiteren
Standorten eingeführt werden. Eine
63
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Begleitforschung wird zudem untersuchen, wie Elternbildung nachhaltig
gestaltet werden kann: Was brauchen
Eltern, damit sie die Sprachentwicklung ihrer Kinder besser unterstützen
können? Wie können familiäre Ressourcen gestärkt und mobilisiert werden?
Wie kann man Sprachförderung leicht
in den familiären Alltag integrieren?
Diese Fragen möchte das SIKJM wissenschaftlich untersuchen lassen.
N i e d e r s c h w e l l i g e r A n s at z ⁄ Die Leseanimationen sind für die Familien kostenlos, ein Einstieg ist jederzeit möglich
– und dieser niederschwellige Ansatz ist
ein grosser Vorteil: «Damit spricht das
Projekt auch Familien an, die durch
andere Frühförderprojekte in der Regel
nicht erreicht werden», betont Therese
Salzmann. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen: Mütter, die regelmässig an den Leseanimationen teilnehmen, haben ein gesteigertes Interesse an
weiteren Bildungsangeboten. «Damit
ist unser Projekt ein wichtiger Türöffner
für Mutter-Kind-Kurse, Elternbildungskurse oder Spielgruppen», erklärt
die Projektleiterin. Solche Brücken zu
anderen Angeboten zu bauen, ist nach
Überzeugung des SIKJM zentral für
eine nachhaltige Wirkung von Frühförderprojekten.
BILD e r
Es wird gemeinsam gelesen, gebastelt und
gespielt: In den Leseanimationen ‹Schenk
mir eine Geschichte – Family Literacy›
machen die Kinder wertvolle Erfahrungen in
ihrer Familiensprache. Und die Eltern
erfahren, wie sie ihren Nachwuchs auch zuhause ganzheitlich fördern können.
64
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Schulentwicklung
über nationale
Grenzen hinweg
P ROJEKT ⁄ CAS Schulentwicklung
international
pa r t n e r ⁄ Pädagogische Hochschule
Zürich
F ö r d e r L a u fz e i t ⁄ 2012 – 2 015
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 164 400
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Qualitätsentwicklung von
Schule und Unterricht; Förderung der Innovationskraft und Vernetzung von Schulen;
Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis
I n f o r m at i o n e n ⁄ www.phzh.ch
Die Schule soll Kinder und Jugendliche
auf die Zukunft vorbereiten. Doch wie
sieht diese Zukunft in einer globalisierten Welt aus? Was bedeutet es für Schule
und Bildung, wenn die Gesellschaft
ethnisch, kulturell, konfessionell und
sozial immer heterogener wird? Wie
müssen Schulen gestaltet werden, wenn
das ‹Wissen› eine immer grössere
Bedeutung bekommt, aber gleichzeitig
Innovationsfähigkeit und Kreativität die
Wettbewerbsfähigkeit und damit den
Wohlstand eines Landes sichern? «Damit
Schulen auf diese Herausforderungen
reagieren können, müssen sie sich
frühzeitig mit bevorstehenden Entwicklungen und Innovationen auseinandersetzen», erklärt Dr. Frank Brückel
von der Pädagogischen Hochschule
Zürich. «Sie müssen die Herausforderungen erkennen und sich diesen anpassen.»
Diese
Möglichkeit erhalten Schulleitungen und
Lehrer im Weiterbildungslehrgang
‹CAS Schulentwicklung international›,
den die Pädagogische Hochschule
Zürich in Kooperation mit der Hochschule Amsterdam und dem Schulamt
des Fürstentums Liechtenstein durchführt. Im Jahr 2011 wurde der Lehrgang
mit Unterstützung der Stiftung Mercator
Schweiz für seinen Start im Februar
2012 vorbereitet, die Stiftung unterstützt
zwei Durchführungen des Angebots.
Zwölf schweizerische, liechtensteinische
und holländische Schulleiter und Lehrer
tauschen sich in dem Lehrgang über
gesellschaftliche Zukunftstrends aus und
diskutieren die spezifischen Auswirkungen in ihren Ländern.
I n t e r n at i o n a l e K o o p e r at i o n ⁄
a u s ta u s c h v o n e r fa h r u n g e n ⁄ Sowohl
das holländische als auch das liechtensteinische Schulsystem bringen Besonderheiten und damit interessante Aspekte
mit in die Zusammenarbeit: In Holland
gilt beispielsweise die freie Schulwahl,
Liechtenstein zeichnet sich durch einen
Ausländeranteil von rund 34 Prozent
aus. Durch die internationale Zusammenarbeit und durch Schulbesuche in den
Partnerländern erhalten die Schulvertreter tiefe Einblicke in andere Schulsysteme, die ähnlichen Herausforderungen
gegenüberstehen und diesen zum Teil
sehr unterschiedlich begegnen. «Die
Teilnehmer lernen von den Erfahrungen
der anderen und geben ihr eigenes
Wissen weiter», sagt der Programmverantwortliche Frank Brückel. In Tandems
vertiefen je zwei Teilnehmer aus unterschiedlichen Ländern gemeinsam die
65
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Themen. Den Abschluss der Weiterbildung bildet ein in jeder Schule konkret
umgesetztes, den lokalen Bedürfnissen entsprechendes Projekt zur Schulentwicklung. Dieses kann klein und
niederschwellig sein, ebenso kann eine
bereits angedachte oder bestehende
Massnahme vertieft werden.
Unterstützt werden die teilnehmenden Schulvertreter durch Experten
aus den beteiligten Ländern, die unter
anderem über neueste Forschungsergebnisse berichten, aber auch Hilfestellungen bei der Umsetzung der Projekte
in den Schulalltag bieten. Zusätzlich
begleiten Forschungsgruppen der Pädagogischen Hochschule Zürich und der
Hochschule Amsterdam das Projekt. Sie
untersuchen, welche konkreten Lernergebnisse auszumachen sind und mit
welchem Erfolg die in der Weiterbildung
entwickelten Projekte an den jeweiligen
Schulen umgesetzt werden.
BILD e r
Schulen begegnen gesellschaftlichen
Herausforderungen auf sehr unterschiedliche Weise. In einer Weiterbildung lernen
Lehrer und Schulleiter aus der Schweiz, aus
Liechtenstein und aus Holland von
den Erfahrungen ihrer Berufskollegen.
66
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Schulerfolg dank
informierter Eltern
P ROJEKT ⁄ Elternwissen – Schulerfolg
pa r t n e r ⁄ Elternbildung CH
F ÖRDERL a u fz e i t ⁄ 2010 – 2 013
F ÖRDERV OLU M EN ⁄ CHF 115 300
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Förderung der Chancengerechtigkeit in der Bildung; Stärkung der
Eltern in ihren Erziehungs- und Bildungskompetenzen
I n f o r m at i o n e n ⁄ www.elternbildung.ch
Schulerfolg hängt nicht allein vom
Fleiss der Kinder ab. Die Unterstützung
durch die Eltern hat massgeblichen
Einfluss auf die Schullaufbahn: «Schulen
bemängeln häufig, dass die Eltern ihre
Rolle nicht wahrnehmen», erzählt Maya
Mulle von Elternbildung CH. «Gleichzeitig wissen viele Eltern aber auch gar
nicht, wie sie ihre Kinder beim Lernen
unterstützen können.» Damit besteht
eine grosse Chancenungleichheit in der
Bildung – und diese ist sozial bedingt.
B e g l e i t u n g i m S c h u l a l lta g ⁄ Um allen
Kindern unabhängig ihrer Herkunft
gerechtere Bildungschancen zu eröffnen,
richtet sich die Veranstaltungsreihe
‹Elternwissen – Schulerfolg› konkret an
Eltern. Schulen aus der deutschsprachigen Schweiz können sich beim Dachverband für Elternbildung melden, wenn
sie die zweistündigen Elternanlässe
anbieten möchten. Die konkreten Inhalte
werden dann in enger Kooperation zwischen Schulvertretern, Elterngremien
und Referenten abgestimmt. Wichtig ist
dem Verband, dass die Veranstaltungen
alle Eltern der Schule erreichen – und
nicht ausschliesslich die ohnehin bereits
sensibilisierten. Deshalb berät Elternbildung CH die Schulen, wie sie insbesondere auch Eltern mit Migrationshintergrund ansprechen können.
Wie können Eltern ihr Kind auf den
Schuleintritt vorbereiten oder bei den
Hausaufgaben helfen? Wie lernen Kinder
am besten? Was hemmt ihre Motivation, was fördert sie? Wie können Kinder
lernen, mit Stress umzugehen? Wie
können Eltern sie dabei unterstützen?
Wie können Eltern Jugendlichen helfen,
die Berufswahl zu treffen? Das Thema
‹Lernen und Familie› beleuchten 16
speziell geschulte Referenten aus unterschiedlichen Perspektiven, wobei die
wissenschaftlich fundierten Inhalte auf
die spezifischen Schulstufen zugeschnitten sind. Die Eltern haben bei den
Veranstaltungen die Möglichkeit, ihre
Fragen zu stellen und sich untereinander
auszutauschen. Klassenlehrer und Schulleitungen nutzen diesen Rahmen für
Informationen über die Grundhaltungen,
Regeln und bestehenden begleitenden
Angebote der Schule. Für fremdsprachige
Eltern sind interkulturelle Vermittler
vor Ort, die die Gespräche moderieren
und für kulturelle Besonderheiten sensibilisieren. Die Handreichungen für
die Eltern liegen in neun Sprachen vor.
«Unser Projekt stösst auf sehr grosses Interesse»,
freut sich Maya Mulle. Schon drei Monate
nach der Lancierung waren die 60 von
der Stiftung Mercator Schweiz, der
Jacobs Foundation und weiteren Unterstützern geförderten Veranstaltungen
vergeben. Es haben sich kleine und grosse
Schulen aus den Kantonen Zürich, St.
Gallen, Aargau, Basel-Stadt und BaselLandschaft, Solothurn, Luzern, Schwyz,
Schaffhausen, Bern und Thurgau für
das Angebot gemeldet. Darunter sind Primar- und Sekundarschulen aus ländlichem und städtischem Milieu. Durchschnittlich nehmen 40 bis 270 Eltern an
den Veranstaltungen teil. «Die Rückmeldungen sind sehr erfreulich», sagt
Maya Mulle. «Insbesondere Eltern
mit Migrationshintergrund schätzen
das Angebot sehr.»
Sehr grosses Interesse ⁄
67
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Aus Ideen werden
nachhaltige Projekte
P ROJEKT ⁄ Fellowships zur Kinder- und
Jugendförderung
pa r t n e r ⁄ Hub Zürich
F ÖRDERL a u fz e i t ⁄ 2011– 2 013
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 95 945
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Verwirklichung innovativer Ideen; kulturelle Bildung von Kindern und
Jugendlichen; Stärkung junger Menschen
in ihrem Engagement und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung
IN F OR M ATIONEN ⁄ www.hubzurich.org
Gemeinsam haben der Hub Zürich und
die Stiftung Mercator Schweiz innovative
Ideen zur Förderung von Kindern und
Jugendlichen gesucht – und sie wurden
sogar doppelt fündig: Begeistert von der
hochstehenden Qualität der Bewerbungen vergab im November 2011 eine
Fachjury aus Politik, Wirtschaft, Sozialer
Arbeit und Bildung gleich zwei einjährige Stipendien an die Initiatoren der
Projekte ‹zwischenräume› und ‹Superar
Suisse›. Mit einer Förderung in Höhe
von je 34 000.– Franken erhalten Dennis
Padel und Etienne Abelin die Möglichkeit, ihre Ideen zu nachhaltigen Projekten weiterzuentwickeln. Während des
Stipendiums können beide die Räume
des Hub Zürich nutzen, sie erhalten
Weiterbildungsmöglichkeiten und Zugang zum umfassenden Hub-Netzwerk.
Zwischennutzung von Gebäuden ⁄
Bereits vor seinem Studium hatten
Dennis Padel brachliegende Flächen und
leerstehende Gebäude fasziniert: Diese
Orte könnte man doch optimal nutzen,
um Ideen der Bevölkerung umzusetzen,
dachte der Soziokulturelle Animator.
Mit ‹zwischenräume›, seinem Büro
für soziokulturelle Zwischennutzungen,
setzt er diese Idee um. Er möchte
Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bieten, eigene Projekte zur Zwischennutzung zu planen und umzusetzen. «Ob Spielburg, Jugendbeiz oder
Quartiergarten, es gibt viele Möglichkeiten», sagt Dennis Padel.
Auf diese Weise erhalten junge
Menschen die Möglichkeit, etwas Neues
auszuprobieren und eigene Ideen zu
verwirklichen. Gleichzeitig werden sie
68
in wichtigen Kompetenzen wie Eigenverantwortung, Organisationsfähigkeit,
Kreativität oder Konfliktbewältigung
gestärkt. Durch die Zusammenarbeit mit
Künstlern und Kulturschaffenden
sollen die Resultate der Projekte nicht
nur optisch schön werden – Kinder
und Jugendliche erhalten damit auch
Zugänge zu künstlerischen Themen.
Da die genutzten Räume ohnehin renoviert werden müssen, sind der Kreativität weniger Grenzen gesetzt als es in
anderen Räumen der Fall wäre. Dennis
Padel ist sich sicher: «Wenn die Projekte
von allen Generationen mitgetragen
werden, kann eine authentisch gelebte
Kultur im Quartier entstehen und
die Lebensqualität gesteigert werden.»
Etienne Abelin möchte
Schülern mit seinem Projekt ‹Superar
Suisse› Zugang zu Musik und Tanz
ermöglichen. Vier Mal pro Woche arbeiten Musiker mit Schülern in diesen
Bereichen zusammen, die Ergebnisse
zeigen die Kinder in öffentlichen Auftritten. Von der positiven Wirkung
kultureller Bildung ist der Musiker überzeugt: «Gemeinsames Musizieren und
Tanzen zählt zu den besten Mitteln
der sozialen Integration und Persönlichkeitsbildung.» Der Bedarf für sein
Projekt sei gross, betont Etienne Abelin.
«In der Schweiz haben Musik und Tanz
in der Schule eine untergeordnete Rolle.
Gleichzeitig können viele Kinder aus
finanziellen Gründen keine Musikschule
besuchen.» Damit fehlen zu seinem
Bedauern gerade sozial benachteiligten
Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten
einer musikalischen Bildung.
m u s i k u n d Ta n z ⁄
Das Vorhaben orientiert sich am venezolanischen Projekt ‹El Sistema›, das
300 000 Kindern und Jugendlichen aus
ärmlichen Verhältnissen die Möglichkeit gibt, zusammen zu singen und zu
tanzen. «Es ist unglaublich, welchen
sozialen und kulturellen Mehrwert das
Projekt durch gemeinsames Musizieren
schafft», sagt der Projektinitiator. In
Österreich gibt es mit ‹Superar› eine
Adaption des Erfolgsprojekts – und diese
musikalische Bewegung möchte Etienne
Abelin nun in die Schweiz holen.
«Menschen mit neuen Ideen stehen oft
vor grossen Herausforderungen», erklärt
Hagen Krohn, Mitbegründer des Hub
Zürich und Projektleiter. Für die Verwirklichung ihrer gemeinnützigen Vorhaben
fehlt es ihnen an Know-how, an Kontakten oder finanziellen Mitteln. Damit
gute Ideen nicht an diesen Punkten
scheitern, schreibt der Hub Zürich regelmässig mit verschiedenen Partnern
Fellowships in gesellschaftsrelevanten
Themenfeldern aus.
Einen
Sonderpreis vergab die Jury an Thom
Reinhard. Der Künstler und Pädagoge
möchte in seinem Projekt ‹eRevolution›
durch interaktive Simulationen bestehende didaktische Lehrmittel und
-methoden ‹revolutionieren› und im
Internet frei verfügbar machen. Das soll
Zugangsbarrieren für Kinder und Jugendliche abbauen. Thom Reinhard und
sein Mitstreiter Gerhard Zaugg können
drei Monate lang einen Arbeitsplatz
im Hub Zürich nutzen, zudem erhalten
sie Zugang zu Coaching-Programmen
und Netzwerkpartnern.
BILD e r
i n t e r a k t i v e s i m u l at i o n e n ⁄
L i n k s ⁄ Etienne Abelin, Anna -Valentina
Cenariu und Marco Castellini bringen
Schülern die Welt der Musik und des Tanzens
näher.
R e c h t s ⁄ Kindern und Jugendlichen gibt
Dennis Padel die Möglichkeit, brachliegende Areale und leerstehende Gebäude
mit eigenen Projekten zu beleben.
69
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Spielerisch zum
gesellschaftlichen
Engagement
P ROJEKT ⁄ STEP into Action
pa r t n e r ⁄ euforia
F ÖRDERL a u fz e i t ⁄ 2011
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 60 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Förderung des gesellschaftlichen Engagements von Jugendlichen; Sensibilisierung für gesellschaftliche
Herausforderungen
I n f o r m at i o n e n ⁄ www.euforiaction.org
«Wir möchten Jugendliche für globale
Herausforderungen sensibilisieren und
ihnen zeigen, dass sie mit ihrem Engagement viel bewirken können», erzählt
Jerónimo Calderón. Der Geschäftsleiter
der Jugendorganisation euforia ist
überzeugt: Viele Jugendliche möchten
sich gesellschaftlich engagieren – sie
wissen oft nur nicht, welche Möglichkeiten sie haben. Doch wie erreicht man
möglichst viele junge Menschen mit Informationen zur Freiwilligenarbeit? Wie
kann man sie motivieren, tatsächlich für
die Gesellschaft aktiv zu werden? Diese
Fragen stellte sich euforia – und fand
mit ‹STEP into action› eine innovative
Antwort.
I n t e r a k t i v e r Pa r c o u r s ⁄ Ganze Schulklassen setzen sich in diesem interaktiven Parcours spielerisch und intensiv
mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen
auseinander. Die 16- bis 18-jährigen
Schüler reflektieren die Zusammenhänge
zwischen globalen Herausforderungen
in den Bereichen Umwelt, Migration, Menschenrechte, Gesundheit und Solidarität und ihrem eigenen Alltag. Sie erleben
in dem Parcours, dass ihr persönliches
Engagement tatsächlich etwas bewegen
kann. Und sie erfahren, was sie konkret tun können. Ein überwiegend ehrenamtliches Team aus jungen Erwachsenen organisiert das Projekt. Damit sind
die Inhalte garantiert nahe an den
Bedürfnissen der Teilnehmer – und zugleich werden die Organisatoren zu einem
wichtigen Teil der Botschaft von ‹STEP
into action›. Denn ohne Freiwilligenarbeit
ist das grosse Projekt nicht realisierbar.
«Wir wollten mit ‹STEP into action› eine
70
junge und freche Aktion schaffen», sagt
Jerónimo Calderón. Er ist stolz, dass
dies gelungen ist.
Die Premiere von ‹STEP into action›
am 25. Februar 2011 in Basel war ein
grosser Erfolg: 800 Schüler aus 39 Schulklassen von 15 Gymnasien, Fachmittelschulen und Berufsschulen aus der
Region Basel haben am Parcours teilgenommen. Nachdem freiwillige Helfer
von euforia die Jugendlichen einen Monat
zuvor bei Schulbesuchen auf die fünf
Themen des Parcours eingestimmt hatten,
schlüpften die Schüler am Tag der Veranstaltung in die Rolle von fünf fiktiven
Figuren. Jede Figur verkörperte einen
Themenschwerpunkt: Als Alex (Umwelt),
Kim (Menschenrechte), Flo (Solidarität), Manu (Gesundheit) oder Chris (Migration) durchliefen die Schüler in
drei Stunden die drei ‹Levels› des interaktiven Spiels.
–Level 1: Sensibilisierung. Ein Kurz film, eine Ausstellung und thematische
Workshops machten den Jugend lichen den Zusammenhang zwischen
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
BILD e r
Sensibilisierung, Reflektion, Aktion: Diese
drei ‹Levels› bewältigen die Teilnehmer des
interaktiven Parcours ‹STEP into Action›. Am
Ende sind die Jugendlichen nicht nur über
aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen
informiert, sie werden motiviert, sich für die
Bewältigung dieser Probleme zu engagieren.
globalen Lebensrealitäten und
lokalen Verhaltensweisen deutlich.
–Level 2: Reflektion. Die Schüler
hinterfragten ihre eigenen Alltags handlungen und kamen mit jungen
Menschen ins Gespräch, die sich
als Freiwillige für unterschiedliche
Projekte engagieren. Auf diese
Weise erfuhren sie: Auch ein junger Mensch kann mit seinem Engage ment etwas bewirken.
–Level 3: Aktion. Vertreter von über
30 Organisationen und Initiativen
zeigten den Jugendlichen auf einem grossen Aktionsmarkt, wie sie
eigene Projekte realisieren können,
wo sie Unterstützung erhalten
und wie sie sich für bereits existie rende Initiativen einsetzen können.
zeigten ihnen Möglichkeiten auf, wie sie
sozial- und umweltpolitische Themen
in den Unterricht einbringen und mit
ihrer Klasse Projekte zu gesellschaftlichen Themen durchführen können.
Die hohe
Teilnehmerzahl der Premierenveranstaltung und die positive Evaluation
bestätigen euforia in dem Vorhaben,
ihre Aktion weiterzuentwickeln und in
Zukunft in weiteren Schweizer Städten anzubieten. Nachdem die Stiftung
Mercator Schweiz bereits das Pilotprojekt gefördert hat, unterstützt sie
auch den Ausbau von ‹STEP into action›.
Bald in weiteren Städten ⁄
Während die Schüler im Parcours unterschiedliche Fragen ihrer Themenbereiche vertieften, nahmen ihre Lehrer
an einem Workshop teil. Experten der
Stiftung Bildung und Entwicklung
71
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Einblick in ganz
besondere
Klassenzimmer
P ROJEKT ⁄ LISSA-Film
pa r t n e r ⁄ Stiftung für hochbegabte Kinder
F ÖRDERL a u fz e i t ⁄ 2011– 2 012
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 40 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Stärkung von Schulen
in der Begabungsförderung; Unterstützung
und Bekanntmachung von vorbildlichen
Eigeninitiativen von Schulen
I n f o r m at i o n e n ⁄ www.lissa-preis.ch;
www.hochbegabt.ch
Leah, Florian, Melissa, Claudio, Alessia
und Noel. Zusammen mit vielen weiteren
Primarschülern sind sie die Hauptdarsteller des LISSA-Films ‹Begabungsförderung konkret gemacht›. 51 Minuten
lang lassen sie die Zuschauer an ihren
Erfahrungen mit verschiedenen Formen
der Begabungsförderung teilhaben: Konzentriert gehen die Kinder in eigenen
Projekten anspruchsvollen Fragen auf
den Grund. Sie knobeln, tüfteln und
teilen selbstständig ihre Wochenarbeitspläne ein. Der Film zeigt lebendige
Reportagen aus den Primarschulen
Oberägeri (ZG), Rothenburg (LU) und
Untereggen (SG), die in den vergangenen
Jahren für ihre Begabungsförderungsprojekte mit dem LISSA-Preis ausgezeichnet wurden. Alle zwei Jahre vergibt
die Stiftung für hochbegabte Kinder
diese Auszeichnung an Schweizer Schulen aller Stufen. Seit 2008 macht sie dies
zusammen mit der Stiftung Mercator
Schweiz, die für die Jahre 2010 bis 2012
wiederum 87 000.– Franken für den
LISSA-Preis zur Verfügung gestellt hat.
‹LISSA› steht übrigens für ‹Lernfreude
in Schweizer Schulen anregen›.
E r g ä n z u n g z u m B u c h ⁄ Nachdem die
Stiftung für hochbegabte Kinder und die
Stiftung Mercator Schweiz im Jahr 2009
das Handbuch ‹Begabungsförderung
leicht gemacht› herausgebracht hatten,
entstand die Idee zum Film: Wie wäre
es, dem Zielpublikum – Lehrpersonen,
(Weiter-) Bildungsverantwortlichen,
interessierten Eltern – drei der in dieser
Publikation vorgestellten Schulen
und ihre Projekte in einem Film näher
zu bringen? «Vieles sprach dafür», sagt
72
Regula Haag, Projektleiterin des LISSAPreises. Ein Film erlaubt einen direkten
Austausch über das Gesehene – gerade
für die Weiterbildung von Lehrpersonen
ist das ideal. Und während das Buch
eine Fülle von Sachinformationen bietet,
ermöglicht ein Film einen emotionalen
Zugang zum Thema. «Damit kann der
Funken der Begeisterung leichter auf die
Zuschauer überspringen», betont
Regula Haag. «Dieser ist wichtig, um
Begabungsförderungsprojekte in Schulen
umzusetzen.»
Anfang
2011 machte sich eine Projektgruppe aus
Vertretern der Stiftung für hochbegabte Kinder und der Stiftung Mercator
Schweiz zusammen mit zwei Fachpersonen für Begabungsförderung ans Werk
und erarbeitete ein Filmkonzept. Das
Konzept war umfassend und sehr ambitioniert. Doch der St. Galler Filmemacher
Andreas Baumberger war kritisch. «Die
Projektgruppe hatte so viele Aspekte zur
Begabungsförderung zusammengetragen, daraus hätte man noch einmal
ein ganzes Buch schreiben können»,
erzählt er.
Als sich Andreas Baumberger
schliesslich mit der Kamera in die drei
Schulhäuser aufmachte, war klar: Es
sollte keine Experteninterviews geben,
keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der
Filmemacher sollte vielmehr die Kinder
und Jugendlichen in ihrem Schulalltag
begleiten, ihnen über die Schulter schauen und es den Zuschauern auf diese
Weise ermöglichen, in die Erfahrungswelt
der Schüler einzutauchen und die Begabungsförderungsprojekte buchstäblich zu
b e g l e i t u n g i m S c h u l a l lta g ⁄
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
‹erleben›. Neben Schülern kommen im
LISSA -Film Klassenlehrer, Fachpersonen
für Begabungsförderung und Schulleiter
zu Wort. Sie betten die Erlebnisse und
Aussagen der Kinder in einen grösseren
Rahmen ein. Sie zeigen Zusammenhänge
auf und machen pädagogische Herausforderungen greifbar.
BILD e r
Mit lebendigen Reportagen zeigt der
LISSA-Film, wie Kinder und Lehrer
die Begabungsförderungsprojekte an
ihren Schulen erleben.
Mitte Januar
2012 feierte der Film ‹Begabungsförderung konkret gemacht› im Zürcher Kino
Alba Premiere. Und diese war ein voller
Erfolg: Nur sechs Wochen nach der
Aufführung waren die ersten 1 000 Exemplare der DVD vergriffen, die Neuauflage
liess nicht lange auf sich warten. Die
Stiftung Mercator Schweiz ermöglichte
mit einer Förderung in Höhe von
12 000.– Franken die Produktion von
weiteren 2 000 DVDs, die zusätzlich mit
deutschen Untertiteln versehen
wurden. Zudem wurde ein Filmtrailer
erstellt, der unter anderem im Internet
auf Youtube zu sehen ist.
erfolgreiche premiere ⁄
73
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Wetter und Klima
verständlich erklärt
P ROJEKT ⁄ SJW-Hefte ‹Wetter, Mensch,
Klima› und ‹Die grosse Flut›
f ö r d e r pa r t n e r ⁄ Schweizerisches
Jugendschriftenwerk
F ö r d e r L a u fz e i t ⁄ 2010 – 2 011
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 42 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Verständliche Aufbereitung von komplexen wissenschaftlichen
Themen; Förderung der Lust am Lesen bei
Kindern und Jugendlichen
I n f o r m at i o n e n ⁄ www.sjw.ch
«Wir hatten schon längere Zeit eine
Publikation zum Thema Wetter geplant»,
erzählt Margrit Schmid, Verlagsleiterin des Schweizerischen Jugendschriftenwerks (SJW). Die Ausstellung ‹2 Grad –
Das Wetter, der Mensch und sein Klima›,
die die Stiftung Mercator Schweiz von
August 2010 bis Februar 2011 in Basel
gezeigt hatte, habe sie motiviert, das
Vorhaben zu verwirklichen: «Die Ausstellung hat meine Vision vorweggenommen, komplexe Wetterphänomene
einfach und verständlich darzustellen.»
In fachlicher Begleitung der Experten
von MeteoSchweiz hat das Jugendschriftenwerk im Jahr 2011 die Publikation
‹Wetter, Mensch, Klima› auf Deutsch und
Französisch herausgegeben.
Seit
1931 engagiert sich das Schweizerische
Jugendschriftenwerk für die Förderung
der Lust am Lesen von Kindern und
Jugendlichen – zunächst als Verein, seit
1957 als Stiftung. Zum Stiftungsauftrag
gehört es, Jugendlichen spannende,
aktuelle Themen als Lesestoff in allen
Sprachregionen der Schweiz kostengünstig anzubieten. Neben literarischen
Texten veröffentlicht das Jugendschriftenwerk regelmässig auch Sachhefte.
Die Publikation ‹Wetter, Mensch,
Klima› (ISBN: 978-3-7269-0591-0, 10.–
Franken) widmet sich einem vermeintlich simplen Thema: Jeder spricht
über das Wetter. Man meint darüber informiert zu sein, schliesslich sieht man
den Wetterbericht jeden Tag in den Nachrichten. «Doch hinter dem Thema
verbergen sich viele spannende Fragen»,
erklärt Margrit Schmid. Wie entstehen
anschauliche Aufbereitung ⁄
BILD e r
Wetterphänomene erklärt das Sachheft des
Schweizerischen Jugendschriftenwerks
detailliert und verständlich. Zahlreiche Fotos
veranschaulichen den Text – wie diese Bilder von Wolken aus den Schweizer Bergen.
74
Wolken, Regen und Schnee? Welche
Wolkentypen gibt es? Wie funktioniert
der Wasserkreislauf der Erde? Wie
entsteht ein Föhn? Was ist der Unterschied zwischen einem Luftmassen- und
einem Frontengewitter? Wie beeinflusst
der Monsun das Leben von Millionen
von Menschen? Wie können Meteorologen überhaupt das Wetter messen? Und
was ist eigentlich das Klima, von dem
alle sprechen? Der Publikation ‹Wetter,
Mensch, Klima› gelingt es, einem jugendlichen Publikum wissenschaftliche
Erkenntnisse zu Wetter und Klima
auf verständliche Weise nahezubringen.
Zahlreiche Fotos und Grafiken veranschaulichen und ergänzen den Text.
Zudem ermöglichen Anleitungen zu kleinen Experimenten den jungen Lesern,
Naturgesetzmässigkeiten selbst zu erforschen und zu entdecken.
Zusammen mit dem
Sachheft ‹Wetter, Mensch, Klima›
hat die Stiftung Mercator Schweiz die
Publikation ‹Die grosse Flut› (ISBN:
978-3-7269-058, 10.– Franken) gefördert.
Mythische Berichte von Flutereignissen
kommen in vielen Religionen und Kulturen vor, die Erzählung der Sintflut aus
dem ersten Buch Mose der Bibel ist eine
davon. Sie gilt als Urbild einer Naturkatastrophe. ‹Die grosse Flut› ist eine
illustrierte Erzählung über Untergang,
Rettung und Neuanfang – und sie ist
preisgekrönt: Beim ‹4th Picture Book
Award› in Korea hat das Werk den ersten
Preis für Publikation und Illustration
erhalten, bei der Kinderbuchmesse in
Bologna wurde es mit dem ersten Preis
für Illustration ausgezeichnet.
Die grosse Flut ⁄
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
75
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
76
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Mit eigenen Themen
auf Sendung
P ROJEKT ⁄ Ich… Du… Wir! – Jugendliche
machen Radio
f ö r d e r pa r t n e r ⁄ Radioschule
klipp+klang
F ö r d e r l a u fz e i t ⁄ 2010–2011
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 26 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Stärkung von Jugendlichen in ihrem Engagement, in ihrer
Persönlichkeitsentwicklung und Medienkompetenz
I n f o r m at i o n e n ⁄ www.klippklang.ch;
www.ichduwir.ch
Sie machen das Leben im Zürcher Kreis 4
zum Thema, sprechen über Herausforderungen bei der Lehrstellensuche oder
berichten vom Openair in Wollishofen.
Im Rahmen der Radioworkshops ‹Ich…
Du… Wir!› der Radioschule klipp+klang
setzen sich Jugendliche intensiv mit
ihrem Umfeld auseinander. Sie gehen
Themen auf den Grund, die sie interessieren und berühren. Dabei lernen
sie, mit unterschiedlichen Meinungen
umzugehen. Und vor allem erfahren
sie, dass sie Antworten auf ihre Fragen
erhalten, dass sie sich einbringen können und ernst genommen werden.
«Mit unserem Radioprojekt geben wir
Jugendlichen eine Stimme, sich mitzuteilen und über ihre Anliegen zu
berichten», sagt Projektkoordinatorin
Louise Graf von klipp+klang.
T i pp s u n d T r i c k s ⁄ Ihre Berührungsängste mit dem Medium Radio überwinden
die Jugendlichen schnell. Die Workshopleiter verraten ihnen Tipps und Tricks
für die perfekte Radiosendung – und
dann machen sich die Teilnehmer schnell
selbst ans Werk: Sie planen ihre eigene
Sendung, recherchieren ihre eigenen
Themen und führen Interviews mit Experten, Passanten und anderen Jugendlichen. Die jungen Radiomacher schneiden
ihre Audiobeiträge selbst zusammen,
schreiben ihre eigenen Moderationen und
machen die passende Musikauswahl. Über
das Internet oder lokale Radios werden
die Sendungen weithin hörbar gemacht.
Zudem bleiben die Beiträge als Podcasts
auf der Projekthomepage länger bestehen und bieten so Gelegenheit zur
weiteren Verbreitung.
Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt
in den Jahren 2008 und 2009 bietet
klipp+klang die zweitägigen Workshops
in Zusammenarbeit mit der offenen und
verbandlichen Jugendarbeit inzwischen
in der ganzen Schweiz an. Im Kanton
Zürich wurden 2010/2011 mit Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz
insgesamt zehn Workshops durchgeführt,
74 Jugendliche haben an diesen teilgenommen. «Durch die Zusammenarbeit
mit der offenen Jugendarbeit erreichen
wir Gruppen, die sonst eher schwer
von Bildungsangeboten angesprochen
werden», erklärt Louise Graf.
Im Jugendtreff fehlen meist formale Bestimmungen, das Mitmachen ist
freiwillig, die Angebote sind im Normalfall ohne Vorbedingungen in der Freizeit
nutzbar. Was ein Vorteil für die offene
Jugendarbeit ist, ist manchmal eine Herausforderung bei der Organisation
der zweitägigen Radio-Workshops: Wie
viele Jugendliche kommen? Kommen
sie überhaupt zum Angebot? Die Planung
ist nicht immer leicht. Doch die Kooperation mit der offenen Jugendarbeit
ist ein wichtiger und richtiger Ansatz, ist
Louise Graf überzeugt: «Die Erfolgserlebnisse im Workshop stärken das Selbstbewusstsein der Jugendlichen enorm.»
Pa u s e n r a d i o u n d J u g e n d r e d a k t i o n ⁄
Um die Nachhaltigkeit des Projekts zu
sichern, arbeitet klipp+klang in den
Workshops mit einem einfachen Editierprogramm, das gratis im Internet zur
Verfügung steht. Die Jugendlichen haben
die Möglichkeit, sich das Programm
auf ihren eigenen Computer zu laden
und mit ihren Kenntnissen aus dem
77
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Workshop weiterhin eigene Audiodokumente zu gestalten. Zudem informiert
klipp+klang die Jugendlichen und
Jugendarbeiter über weiterführende
Möglichkeiten der Radio-Arbeit. So
nutzen zum Beispiel Schüler aus
Oerlikon ihre im Workshop erworbenen Kenntnisse, um ihr Pausenradio
noch professioneller zu gestalten.
Und in Zusammenarbeit mit der OJA
Affoltern entstand nach einem ‹Ich…
Du…Wir!›-Workshop eine Jugendredaktion beim Zürcher Radio LoRa, in der
Jugendliche ein Jahr lang regelmässig
eigene Sendungen produzierten.
BILD e r
Worum sich ihre Radiosendung dreht, bestimmen die Jugendlichen selbst. Die
Radioworkshops ‹Ich… Du…Wir!› ermöglichen es ihnen, über ihre Anliegen zu
berichten.
78
K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Junge Kunst in der
ganzen Stadt
Nach einem Jahr Vorbereitungszeit und
einer intensiven Woche der Künste
blicken die Organisatoren der JugendArt
2011 stolz auf das Erreichte zurück:
«Es ist schön, dass unsere Arbeit für
junge Kultur etwas in Bewegung setzen
kann.» Dieses Gefühl ist gleichzeitig
die Motivation des jungen Organisationsteams, die Veranstaltung jedes Jahr
aufs Neue in Olten durchzuführen. Die
Mitglieder von Jungwacht Blauring
Kanton Solothurn und des Vereins art.ig
machen dies ehrenamtlich, mit viel
Engagement und Herzblut – vom 12. bis
19. Juni 2011 bereits zum 20. Mal.
«Mit der JugendArt
möchten wir es jungen Kunstschaffenden
ermöglichen, ihre Leidenschaft auszuleben und ihre Kunst auf ungezwungene
Weise einem breiten Publikum zu
präsentieren», sagt Projektkoordinatorin
Nina Müller. Gleichzeitig zeigt die einwöchige Veranstaltung der Öffentlichkeit,
welch kreative Kraft in der Jugend steckt.
Die JugendArt regt Diskussionen zu
künstlerischen Themen an und gibt den
Besuchern die Möglichkeit, sich intensiv mit unterschiedlichen Kunstformen
auseinanderzusetzen.
Fürs Jubiläumsjahr 2011 hatte sich
das zehnköpfige Organisationsteam etwas
Besonderes überlegt: «Die Ausstellung
sollte etwas Freches und Neues wagen»,
sagt Nina Müller. «Sie sollte in der gesamten Stadt bemerkbar sein.» So trugen
die Organisatoren die Künste in den
Alltag der Oltener. Man fand Kunstwerke
im Brillengeschäft, beim Floristen oder
im Schaufenster eines Schuhladens. 30
junge Künstler zwischen 13 und 26 Jahren
K r e at i v e K r a f t ⁄
P ROJEKT ⁄ JugendArt
pa r t n e r ⁄ Jungwacht Blauring
Kanton Solothurn; Verein art.ig
F ö r d e r l a u fz e i t ⁄ 2011
F ÖRDERV OLU M EN ⁄ CHF 10 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Förderung des kreativen
Schaffens junger Menschen und der aktiven Begegnung mit unterschiedlichen Kunstformen; Schaffung einer öffentlichen
Plattform für Jugendliche und ihre Anliegen
I n f o r m at i o n e n ⁄ www.jugendart.ch
BILD
Die JugendArt holte die Künste in den Alltag
der Oltener: In der ganzen Stadt waren
bei der Jubiläumsveranstaltung 2011 die
Kunstwerke von Jugendlichen und jungen
Erwachsenen ausgestellt.
stellten ihre Werke an 27 verschiedenen
Standorten in der Stadt aus. «Jede
Lokalität hatte ihre Eigenheiten und in
Kombination mit den ausgestellten
Werken einen eigenen Charme», erzählt Nina Müller stolz. Viele der ausgestellten Kunstwerke stammten aus dem
Bereich der Malerei, der Illustration
und Grafik. Zum ersten Mal zeigte die
JugendArt auch digitale Malerei.
Doch die JugendArt
stellte 2011 nicht nur die bildenden
Künste ins Zentrum. Die Jubiläumsveranstaltung bot auch jungen Kreativen
aus den Bereichen Musik, Theater, Literatur und Poetry Slam mit Auftrittsmöglichkeiten in Oltener Kulturlokalen eine
Plattform. Dieser umfassende Ansatz
mit den zahlreichen Möglichkeiten, den
unterschiedlichsten Künsten hautnah
begegnen zu können, überzeugte die
Stiftung Mercator Schweiz, die JugendArt 2011 zu fördern.
Höhepunkt für die jungen Künstler
ist stets die Verleihung des JugendArtFörderpreises. Piera Sutter, Petra Fritschi
und Mattania Bösiger wurden für ihre
Werke ausgezeichnet – sie erhalten mit
Ausstellungen oder Gestaltungsaufträgen
die Möglichkeit, sich und ihre künstlerischen Talente bekannter zu machen.
«Für die Künstler ist diese Preisverleihung ein bewegender Moment», sagt Nina
Müller. «Sie werden in ihrem Schaffen
bestärkt und ermutigt, sich weiterhin mit
ihren Künsten zu beschäftigen.»
Kü n s t e h a u t n a h ⁄
79
KULTUREN V ERSTEHEN – TOLERAN Z LERNEN
8 2 GASTBEITRAG
‹ I n t e r n at i o n a l e z u s a mm e n a r b e i t will gelernt sein› von dr. jenö s ta e h e l i n
8 4 R at s c h l ä g e a u s e r s t e r h a n d
86 gemeinsam auf einer bühne
8 8 m i t k r e at i v i t ä t z u m e h r
v e r s t ä n d n i s
Kulturen verstehen – Toleranz lernen
Obwohl die Grenzen der Welt zu verwischen scheinen, bleiben
Sprach- und Kulturgrenzen bestehen. Diese werden besonders
deutlich, wenn Menschen unterschiedlicher Herkunft aufeinandertreffen: Ihre Begegnungen sind oft durch Verunsicherungen,
durch Vorurteile oder sogar durch Ablehnung geprägt. Damit ein
verständnisvolles Zusammenleben in unserer vielfältigen Gesellschaft gelingt, sind Interesse und Neugier gegenüber anderen
Kulturen sowie gegenseitiger Respekt entscheidend – davon ist
unsere Stiftung überzeugt, und dafür setzen wir uns ein. Um die
Weltoffenheit junger Menschen zu fördern, ermöglichen wir
ihnen Begegnungen mit Gleichaltrigen anderer kultureller Hintergründe. Durch die persönlichen Erfahrungen, die sie bei gemeinsamen Aktivitäten machen, bauen die Projektteilnehmer Vorurteile ab. Sie stärken im gegenseitigen Austausch ihr Verständnis
für die eigenen und für fremde Kulturen.
Auch mit Blick auf die Herausforderungen unserer Welt sind wir
auf Nachwuchskräfte mit interkulturellen Kompetenzen angewiesen. Das Mercator Kolleg für internationale Aufgaben leistet
hier einen Beitrag: Es bereitet Hochschulabsolventen auf berufliche Tätigkeiten in internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen vor. Durch Arbeitseinsätze im internationalen Umfeld sammeln die Stipendiaten wertvolle fachliche
Erfahrungen. Zugleich lernen sie, in internationalen Teams zu
arbeiten und gemeinsame Ziele zu verfolgen.
K u lt u r e n v e r s t e h e n – TO l e r a n z l e r n e n G a st b e i t r ag
Internationale
Zusammenarbeit
will gelernt sein
Gastbeitrag von Dr. Jenö Staehelin
Die Globalisierung ist ein Phänomen, das neue Ansprüche an die internationale Zusammenarbeit
stellt. Weder Staaten noch andere Akteure in Politik,
Wirtschaft, Kultur oder Umwelt können dies ignorieren. Als Reaktion auf diese zunehmenden weltweiten Verflechtungen in allen gesellschaftlichen
Bereichen hat die Zahl und Bedeutung von internationalen Regierungsorganisationen und Nichtregierungsorganisationen in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen. Im Gleichschritt
mit der sich wandelnden Welt ändern sich auch die
Ausrichtung dieser Organisationen und die inhaltlichen Schwerpunkte, die sie sich setzen. Weltweite
internationale Zusammenarbeit bedeutet multilaterale Zusammenarbeit. Diese findet ihren deutlichsten
Ausdruck in den Vereinten Nationen und den ihr
angegliederten Institutionen, Fonds und Programmen. Auch auf regionaler Ebene und bei zivilgesellschaftlichen Gruppierungen findet solch eine
Verlagerung von ursprünglich vorwiegend bilateralen
hin zur multilateralen Interessenvertretung statt.
Damit dieser
multilaterale Ansatz zu befriedigenden Lösungen
führt, muss gewährleistet sein, dass alle interessierten Nationen, beziehungsweise Parteien, in die
entsprechenden Verhandlungen eingebunden sind.
Eine weitere Voraussetzung ist eine ausgewogene
personelle Zusammensetzung der Stelle, die mit der
Vorbereitung und später mit der Umsetzung der
verhandelten Ergebnisse betraut ist. Denn nur wenn
alle Beteiligten von deren Qualität und Unparteilichkeit überzeugt sind, bestehen Chancen für substantielle Fortschritte. Es genügt nicht, dass die
verschiedenen Nationalitäten in den Verhandlungsgremien und Sekretariaten numerisch berücksichtigt werden. Diese Personen müssen fachkundig sein
und Verständnis für unterschiedliche nationale
Interessen und Sensibilitäten haben. Auch Kenntnisse
der Mechanismen multilateraler Verhandlungsabläufe sind unentbehrlich.
Fa c h k e n n t n i s u n d S e n s i b i l i t ä t e n ⁄
D r . J e n ö S ta e h e l i n
Dr. Jenö Staehelin engagiert sich seit Sommer
2011 als Dean für das Mercator Kolleg für
internationale Aufgaben. Er hat nicht nur einen
wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass
die Schweiz im Jahr 2002 UNO-Mitglied wurde.
Er war bis 2004 auch der erste Schweizer
Botschafter bei dieser internationalen Organisation. Zudem war er unter anderem Botschafter
in Japan und beim Heiligen Stuhl sowie Delegierter bei der OECD in Paris. Insgesamt blickt
Jenö Staehelin auf über 40 Jahre internationale
Erfahrung zurück.
82
K u lt u r e n v e r s t e h e n – TO l e r a n z l e r n e n G a st b e i t r ag
Die Schweiz ist aufgrund ihrer zentralen Lage in
Europa und mit ihrer stark auf das Ausland ausgerichteten Wirtschaft seit langem international
sehr vernetzt. Deshalb muss auch unser Land der
zunehmenden Bedeutung multilateraler Gremien
Rechnung tragen. Je kleiner ein Land, desto grösser
ist die Notwendigkeit, sich im Kreis der Nationen
Gehör zu verschaffen. Aus diesem Grund besteht
ein schweizerisches Interesse an gut ausgebildeten
Akademikerinnen und Akademikern, die gewillt
sind, Aufgaben in solchen Organisationen zu übernehmen. Neben Fachwissen braucht es für diese
Arbeit soziale und emotionale Intelligenz sowie
Offenheit und die Bereitschaft, in einem anderen
kulturellen Umfeld tätig zu werden. Frühe praktische Erfahrungen können dazu beitragen, dass
Nachwuchskräfte diesen Weg erfolgreich gehen.
Hier setzt das Mercator
Kolleg für internationale Aufgaben an: Es gibt
Hochschulabsolventen die Chance, sich gezielt auf
eine Arbeit in internationalen Organisationen
und Nichtregierungsorganisationen vorzubereiten.
Eine 13-monatige Stage – aufgeteilt auf Einsätze
in zwei bis drei selbst gewählten Institutionen
irgendwo auf der Welt, verbunden mit einem Projekt zu einem eigenen Thema – gibt ihnen die
Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu gewinnen.
Eine sehr wichtige Erkenntnis machen die Kollegiaten in dieser Zeit: Die Zusammenarbeit mit Menschen anderer Herkunft muss gelernt sein. Denn es
gibt kulturell bedingt verschiedene Wege, zu einem
angestrebten Resultat zu gelangen. Ergänzt wird
das ‹training on the job› im Mercator Kolleg durch
Seminare in Deutschland und der Schweiz. Unterricht in Rhetorik, Verhandlungsführung, aber
auch Hinweise zum gesellschaftlichen Umgang in
unterschiedlichen Kulturkreisen gehören dazu.
Es ist ein Glücksfall, dass dieses ursprünglich
auf Deutschland ausgerichtete Projekt heute auch
Schweizer Hochschulabsolventen einbezieht.
K u lt u r e l l e U n t e r s c h i e d e ⁄
P r a k t i s c h e s u n d G r u n d s ä t z l i c h e s ⁄ Dass ich als
Dean am Mercator Kolleg mitwirken kann, ist ein
Privileg. Zusammen mit dem ehemaligen deutschen
Botschafter in Washington, Dr. Klaus Scharioth,
begleite ich die deutschen und schweizerischen Kollegiaten. Wir versuchen ihnen in Gesprächen
und – falls notwendig – durch Ratschläge Hilfe zu
leisten. Sei es bei der Organisation ihres Ausbildungsjahres oder bei der Umsetzung ihrer Projekte.
Die Erfahrungen, die wir in unserem beruflichen
Leben gemacht haben, fliessen in Diskussionen über
die Planung einer internationalen Karriere ein.
Wir sprechen über Probleme, die sich bei der Arbeit
in einer grossen internationalen Bürokratie stellen
können. Wir thematisieren den Unterschied zwischen der Arbeit im Feld gegenüber jener in einer
Zentrale und darüber, was dies für den einzelnen
Mitarbeiter bedeuten kann. Doch im Zentrum
stehen nicht allein solche praktischen Fragen. Es
geht auch um Grundsätzliches wie die Konfrontation
von Idealen mit der politischen Realität oder die
Überwindung erlebter Frustrationen. Oder auch um
die Frage, welchen Nutzen Symptombekämpfung
hat, wenn es an der Bereitschaft zu grundlegenden
politischen Reformen fehlt.
Es macht Freude festzustellen, dass unsere
Bemühungen geschätzt werden. Erfahrung –
verstanden als Komprimierung der Erkenntnisse,
Lehren, Erfolge und Rückschläge eines langen
Lebens im internationalen Umfeld – an interessierte
junge und motivierte Menschen weitergeben zu
können, empfinde ich als sehr befriedigend. Umgekehrt stimmt mich die Begeisterung intelligenter
junger Menschen, sich für das öffentliche Wohl
einzusetzen, zuversichtlich für die Zukunft. Somit
ist mein Engagement fürs Mercator Kolleg eine
‹win-win-Situation› für beide Seiten, um ein in letzter Zeit arg missbrauchtes Wort zu verwenden.
Mehr über das Mercator Kolleg lesen Sie auf den
Seiten 84 – 85.
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K u lt u r e n v e r s t e h e n – TO l e r a n z l e r n e n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Ratschläge aus
erster Hand
P ROJEKT ⁄ Mercator Kolleg für internationale Aufgaben
pa r t n e r ⁄ Stiftung Mercator Schweiz,
Schweizerische Studienstiftung, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten, Stiftung Mercator in Deutschland,
Studienstiftung des deutschen Volkes, Auswärtiges Amt Deutschland
F ö r d e r L a u fz e i t ⁄ 2009 – 2 013
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 1 912 500
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Förderung von hochqualifizierten Hochschulabsolventen;
Qualifi­z ierung für Führungspositionen in
internationalen Organisationen
I n f o r m at i o n e n ⁄ www.mercator-kolleg.ch
«Allein durch Bücher kann man nicht
lernen, was die Arbeit im internationalen
Umfeld bedeutet», sagt der ehemalige
Schweizer Botschafter Dr. Jenö Staehelin.
«Man kann noch so viel lesen über
andere Länder, man muss dort gewesen
sein, um die Situationen vor Ort zu verstehen.» Deshalb schätzt er die Möglichkeiten, die das Mercator Kolleg für
internationale Aufgaben qualifizierten
Hochschulabsolventen aus Deutschland
und der Schweiz bietet: Es bereitet sie
durch Tätigkeiten in internationalen
Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, Non-Profit-Organisationen oder
Wirtschaftsunternehmen auf internationale Führungsaufgaben vor. Eine von den
Kollegiaten selbst entworfene praktische
Fragestellung bestimmt als Projektvorhaben die Wahl der Arbeitsstationen.
Begleitend finden Seminare zur Entwicklung von Führungs- und Schlüsselkompetenzen statt.
L a n g j ä h r i g e E r fa h r u n g e n ⁄
Seit Sommer 2011 engagiert sich Jenö
Staehelin als Dean für das Mercator
Kolleg. Er steht den Stipendiaten beratend zur Seite, spricht mit ihnen über
die Organisation ihrer Arbeitsstationen,
über ihre Karriereplanung, über Herausforderungen des internationalen
Lebens. Er lässt sie teilhaben an den Erkenntnissen seiner langjährigen internationalen Erfahrungen – und diese sind
beeindruckend: Jenö Staehelin war
erster UNO-Botschafter der Schweiz, er
war Delegierter bei der OECD in Paris,
Vizepräsident des Europäischen Patentamts in München, Botschafter beim
Heiligen Stuhl und in Japan, Präsident
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von UNICEF und Vorsitzender der ‹Mine
Action Support Group› der UNO in
New York. Auch nach seiner Pensionierung engagiert sich Jenö Staehelin weiter
für internationale Anliegen. So war er
bis vor kurzem Mitglied der Entscheidungsgremien des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) und ist
heute im Stiftungsrat des ‹Centre de Dialogue Humanitaire› in Genf und im
Stiftungsrat der Kofi Annan Foundation
tätig. Im September 2011 startete der
dritte Jahrgang des Mercator Kollegs. Es
ist der erste Jahrgang, den Jenö Staehelin
vom Anfang bis zum Ende begleiten
wird. Er freut sich auf diese Aufgabe: «Es
ist schön zu sehen, dass sich junge Menschen mit besten Qualifikationen für das
Gemeinwohl engagieren möchten.»
Die drei Schweizer Stipendiaten
des Jahrgangs 2011/2012 beschäftigen sich
im Kolleg mit sehr unterschiedlichen
Themen: Stefanie Rinaldi aus Flawil (SG)
setzt sich mit Fragen der aktiven Mitbestimmung durch Menschenrechtsbildung
in palästinensischen Flüchtlingslagern
auseinander. Katrin Keuzenkamp aus
Bülach (ZH) untersucht die Anwendung
eines integrierten Menschenrechtsansatzes zum Schutz sexueller Minderheiten. Und Daniel Palmer aus Winkel (ZH)
beschäftigt sich mit dem Thema ‹Von
kurzfristiger Konfliktbewältigung zu
langfristiger Entwicklungspolitik in ehemaligen Konfliktgebieten›. Alle drei erhoffen sich vom Mercator Kolleg vielfältige internationale Berufserfahrungen,
neue fachliche Kenntnisse und wertvolle Kontakte – Wünsche, die für die
drei Kollegiaten des Jahrgangs 2010/2011
bereits in Erfüllung gegangen sind.
K u lt u r e n v e r s t e h e n – TO l e r a n z l e r n e n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
«Ein Jahr
spezifische Berufserfahrung macht viel
aus», sagt Lukas Krienbühl, der seit
Abschluss des Mercator Kollegs bei der
Schweizerischen Friedensstiftung
‹Swisspeace› arbeitet. Er ist sich sicher:
«Das Mercator Kolleg öffnet wichtige
Türen.» Der Stipendiat aus Neuchâtel
ging während des 13-monatigen Programms Fragen der Gewaltprävention
im Rahmen internationaler Wahlunterstützung nach; dies beim ‹International Institute for Democracy and
Electoral Assistance› in Stockholm,
beim Eidgenössischen Departement für
auswärtige Angelegenheiten (EDA) in
Bern und bei der ‹International Foundation for Electoral Systems› in Guinea,
für die er Nachwahlprojekte betreute.
Ariane Lüthi war nach ihrem ersten
Arbeitseinsatz beim Dänischen Institut für Menschenrechte für die Holcim
Group in Zürich, Madagaskar und auf
den Philippinen im Bereich ‹Nachhaltige
Entwicklung/Soziale Verantwortung›
tätig. Zu diesem internationalen Unternehmen kehrte die Bernerin nach
Abschluss des Kollegs als Mitarbeiterin
zurück. Damit kann sie sich weiter
für ein Thema engagieren, das ihr sehr
am Herzen liegt: die Umsetzung von
Menschenrechtsstandards durch die
Privatwirtschaft.
Nach Ende des Stipendienprogramms wird Nicola Blum zunächst ihre
Dissertation über Geschäftsmodelle
zur ländlichen Elektrifizierung in Entwicklungsländern an der ETH Zürich
abschliessen – ein Thema, das sie auch
während des Mercator Kollegs beschäftigt
hat. Die Stipendiatin aus Teufenthal
K o l l e g ö ff n e t Tü r e n ⁄
BILD e r
Die Schweizer Stipendiaten des Jahrgangs
2011/ 2 012: Stefanie Rinaldi, Daniel Palmer
und Katrin Keuzenkamp (von oben) gehen
während des Kolleg-Jahres sehr unterschiedlichen Themen nach.
(AG) arbeitete in Zürich in der Forschungsabteilung des Sozialen Investors
‹ResponsAbility› sowie in Amsterdam
und Costa Rica bei ‹E+Co›, dem weltweit
erfahrensten Investor im Bereich sauberer Energie. Anschliessend reiste sie
im Auftrag der deutschen Gesellschaft für
Internationale Zusammenarbeit für eine
Studie zur ländlichen Elektrifizierung
durch Indonesien, Laos und Kambodscha.
«Ich habe unglaublich viel aus dem
Kolleg-Jahr mitgenommen», sagt Nicola
Blum. Dazu gehört vor allem auch eine
Erkenntnis: «Dass es sich lohnt, mit viel
Mut seinen eigenen Weg zu gehen.»
85
K u lt u r e n v e r s t e h e n – TO l e r a n z l e r n e n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
BILD e r
Vier Wochen lang erarbeiteten Studierende
aus der Schweiz und aus China im Sommer
2011 gemeinsam die performative Ausstellung ‹New Güllen – for sale!›. Diese
präsentierten sie in einem Park in Beijing.
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K u lt u r e n v e r s t e h e n – TO l e r a n z l e r n e n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Gemeinsam auf
einer Bühne
Unterschiedliche Kulturen, Sprachen und
Traditionen treffen bei ‹Common Stage›
aufeinander. Das macht die künstlerische
Zusammenarbeit im Rahmen des Begegnungsprojekts nicht immer leicht – dafür
sehr spannend und lehrreich: 35 Studierende aus der Schweiz und aus China aus
den Bereichen Theater, Musik, Design und
Kunst überwinden sprachliche Hürden
und entwickeln gemeinsam künstlerische
Projekte, die sie am Ende in einer öffentlichen Aufführung präsentieren. Ihre
vielfältigen fachlichen und kulturellen
Hintergründe fliessen dabei in die gemeinsame Arbeit ein.
P ROJEKT ⁄ Common Stage
pa r t n e r ⁄ Zürcher Hochschule der Künste
F ö r d e r L a u fz e i t ⁄ 2011 – 2 012
F ÖRDERV OLU M EN ⁄ CHF 100 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Ganzheitliche Nachwuchs-
förderung durch interkulturelle Begegnungen; Sensibilisierung der Öffentlichkeit für
den Wert interkultureller Zusammenarbeit
i n f o r m at i o n e n ⁄ www.zhdk.ch
J ä h r l i c h e r A u s ta u s c h ⁄ Einmal im Jahr
organisieren die Nationale Akademie
für chinesische Theaterkunst in Beijing
und die Zürcher Hochschule der Künste
(ZHdK) das Austauschprojekt. Die vierwöchigen Begegnungen finden abwechselnd in Beijing und in Zürich statt. Vor
dem Austausch im Sommer steht für
die Teilnehmer aus der Schweiz jeweils
eine intensive Vorbereitungsphase,
in der sie eine Einführung in Geschichte,
Kultur und Sprache Chinas erhalten.
Nach vielen positiven Erfahrungen
möchten beide Hochschulen ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen. Ziel ist eine
noch intensivere Auseinandersetzung mit
der chinesischen und westlichen Kultur.
Die Stiftung Mercator Schweiz unterstützt
die Weiterentwicklung des Programms.
«Durch die interkulturelle und interdisziplinäre Zusammensetzung lernen
die Studierenden nicht nur fremde Kulturen und Traditionen kennen, sie erweitern
auch ihren fachlichen Horizont», erzählt Eva Wandeler, Projektleiterin der
ZHdK. Die öffentliche Aufführung am
Ende des Austauschs wirkt für die
Studierenden zusätzlich motivierend,
diese ist für sie ein Höhepunkt des
Projekts. Ob Theateraufführungen, Installationen oder Ausstellungen, die
Teilnehmer präsentieren am Ende die Ergebnisse ihres künstlerischen Schaffens
– und tragen den Gedanken der wertvollen interkulturellen Zusammenarbeit
weiter an die Zuschauer.
K u lt u r e l l g e m i s c h t e G r u pp e n ⁄ Im Jahr
2011 fand ‹Common Stage› in China statt.
Grundlage der Zusammenarbeit war
das Stück ‹Der Besuch der alten Dame›
von Friedrich Dürrenmatt. «Das Stück
behandelt aktuelle Themen unserer Gesellschaft wie Geld und Macht, Gerechtigkeit, Schuld, Kollektiv und Individuum
sowie den Verfall von Moral», erklärt Eva
Wandeler. Diese Themen interpretierten
die Studierenden in fünf gemischten
Kleingruppen auf ihre eigene Weise: Sie
verwandelten einen Park in Beijing in
das Dorf ‹Güllen› aus dem Stück. Unter
dem Titel ‹New Güllen – for sale!› zeigten die Künstler eine performative Ausstellung. Die Besucher folgten einem
Parcours mit verschiedenen Stationen,
darunter eine See-Bühne, ein Teehaus
und ein verstaubter Rummelplatz. Diese
Orte waren Schauplatz der fünf Ausstellungsteile – einer Tanzperformance
mit dem Titel ‹Das Tribunal›, der Theateraufführung ‹Smile Land›, der interaktiven Installation ‹KILL ILL›, einer Ausstellung mit Theaterfragmenten unter
dem Titel ‹The Power of Transformation›
und der performativen Installation
‹Made by Claire›.
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K u lt u r e n v e r s t e h e n – TO l e r a n z l e r n e n AU S G E WÄHLTE PRO J EKTE
Mit Kreativität zu
mehr Verständnis
P ROJEKT ⁄ TheaterFlucht
pa r t n e r ⁄ Service Civil International
f ö r d e r L a u fz e i t ⁄ 2011 – 2 013
Auch wenn die Künste im Mittelpunkt
der Aktivitäten stehen, bei ‹TheaterFlucht› geht es um viel mehr als kulturelle Bildung: «Wir möchten Kinder
aus der Schweiz für das Thema Flucht
sensibilisieren», sagt Projektleiterin
Alexandra Strebel von der Friedensorganisation Service Civil International
(SCI). «Gleichzeitig soll unser Projekt
die Integration von Flüchtlingskindern
fördern.» Dafür führt der SCI in den
Sommerferien gezielt Kinder aus der
Schweiz mit und ohne Migrationshintergrund mit Kindern aus Durchgangszentren für Asylsuchende zusammen.
F ÖRDER V OLU M EN ⁄ CHF 100 000
S t i f t u n g s z i e l ⁄ Abbau von Vorurteilen
durch persönliche Begegnungen; Förderung
der Integration durch kulturelle Bildung;
Stärkung junger Menschen in ihrem freiwilligen Engagement
I n f o r m at i o n e n ⁄ www.theaterflucht.ch
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Kü n s t l e r i s c h e Z u s a mm e n a r b e i t ⁄ Die
Teilnehmer überwinden kulturelle und
sprachliche Barrieren, um eine Woche
lang gemeinsam Theaterimprovisationen
und weitere künstlerische Darbietungen zu erarbeiten. Die Ergebnisse zeigen
sie in einer öffentlichen Aufführung.
Unter Anleitung von Theaterpädagogen
entdecken die Kinder kreative Ausdrucksmittel und bringen ihre Ideen und
Talente in die gemeinsame Arbeit ein.
Im Laufe der Woche verfliegt die anfängliche Scheu, die Kinder bauen Vertrauen
auf, sie gehen unbefangen miteinander
um und gewinnen durch ihre Erfolgserlebnisse in den Kreativ-Workshops an
Selbstbewusstsein. Für die Verantwortlichen des SCI sind all dies wichtige
Voraussetzungen für eine erfolgreiche
Integration. «Nur wer sich seiner
eigenen Identität bewusst ist und sich
anerkannt fühlt, kann sich gegenüber
anderen öffnen», sagt Alexandra Strebel.
Junge Freiwillige aus der Schweiz
und aus dem Ausland unterstützen die
Theaterpädagogen. Auf diese Arbeit
werden sie eine Woche vor dem Start des
Ferienangebots vorbereitet: Die freiwilligen Helfer lernen mit Methoden der nonformalen Bildung zu arbeiten, Kreativität
zu entwickeln und eine Gruppe zu betreuen. Zudem erhalten sie sehr persönliche Einblicke in die Lebensverhältnisse
von Asylsuchenden.
G r o s s e r B e d a r f ⁄ «Es gibt zwar viele
Freizeitmöglichkeiten für Kinder
und Jugendliche, doch diese sind in den
Durchgangszentren kaum bekannt»,
erklärt Uris Kalatchoff vom SCI, der gemeinsam mit Angela Osterwalder vom
Zürcher Jugendkulturhaus Dynamo
das Projekt entwickelt hat. Damit finden
nur selten ausserschulische Begegnungen zwischen Flüchtlingskindern
und Kindern aus der Schweiz statt. Und
das ist ein Problem: «Ohne Begegnungen
entstehen Vorurteile gegenüber Asylsuchenden», wissen die Projektinitiatoren. Um diese Begegnungen möglich zu
machen, besuchen die Verantwortlichen
gezielt Durchgangszentren und stellen
das Projekt persönlich vor – mit Erfolg:
Seit 2009 bieten Service Civil International und das Jugendkulturhaus Dynamo das Projekt mit kulturell vielfältigen
Gruppen in Zürich an. Im Sommer
2011 fand die Ferienaktion erstmals
zusätzlich im Jugend- und Kulturzentrum Gaskessel in Bern und im Basler
Kindertheater statt. Ab 2013 möchte der
SCI in Zusammenarbeit mit lokalen
Organisationen ‹TheaterFlucht› in zehn
Schweizer Städten anbieten. Diese
Verbreitung des Projekts unterstützt die
Stiftung Mercator Schweiz.
BILD e r
Sie überwinden im Rahmen von ‹TheaterFlucht› sprachliche und kulturelle Barrieren:
Kinder aus der Schweiz und Flüchtlingskinder erarbeiten gemeinsam Theaterimprovisationen. Im Sommer 2011 gestalteten sie
im Jugendkulturhaus Dynamo auch ihr
Bühnenbild selbst und drehten Kurzfilme.
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Die Stiftungsarbeit
in Zahlen
DIE STI F TUNGSARBEIT IN Z AHLEN
9 2 JAHRESRECHNUNG
9 3 AUSBE Z AHLTE BETRÄGE UND b e w i l l i g u n g e n
9 4 B e w i l l i g u n g e n 2 011
10 6 l a u f e n d e P r o j e k t e 2 011
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
Jahresrechnung
Die Buchführung und die Jahresrechnung der Stiftung Mercator Schweiz werden jährlich von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft revidiert. Die Ernst & Young AG hat den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr
2011 revidiert und zur Genehmigung empfohlen. Die Jahresrechnung 2011 wurde in Euro erstellt und
geprüft; für diesen Jahresbericht weisen wir die entsprechenden Beträge in Schweizer Franken aus. Umrechnungsdifferenzen von Euro nach Schweizer Franken werden direkt mit dem Eigenkapital verrechnet.
Bilanz J a h r e s e n d k u r s e u r ⁄ c h f
31.12.2011
31.12.2010
1.211.25
a k t i v e n ( CH F )
umlaufverm ö gen
G uthaben
W erts c hriften
K urzfristige F o rderungen
19 786 570
59 146 285
F l ü ssige M ittel ⁄ Callgelder
15 541 389
16 213 628
155 549 455
203 493 314
t o tal umlaufverm ö gen
t o tal anlageverm ö gen ( m o biliar , b ü r o einri c htungen ) t o ta l a k t i v e n 98 516
1 933 629
120 122 980
126 199 772
7 5 5 0 5 2 4 1 9 6
155 624 960
203 517 510
129 642 901
139 910 736
pa s s i v e n ( CH F )
eigenkapital
f o ndskapital
werts c hwankungsreserven
fremdkapital kurzfristig
t o ta l pa s s i v e n Betriebsrechnung M i t t e l k u r s e u r ⁄ c h f
681 162
0
5 278 037
4 235 274
20 022 860
59 371 500
155 624 960
203 517 510
31.12.2011
31.12.2010
1.231.38
e r t r a g ( CH F ) werts c hriftenerf o lg inkl . G eb ü hren
ü briger ertrag
s c henkung ⁄ zustiftung
guts c hrift aus f o ndskapital
– 520 066
14 417 620
42 072
13 602
8 881 200
9 663 717
10 688 023
6 718 447
19 091 229
30 813 385
pers o nal - und verwaltungsk o sten , A bs c hreibungen
– 1 7 0 9 0 2 4 – 1 6 3 9 3 9 1
finanzaufwand und werts c hwankungsreserven
–1 495 846
– 1 5 4 7 7 6 6
t o ta l e r t r a g a u f w a n d ( CH F )
vergabungen ( ausbezahlte B eträge ) t o ta l a u f w a n d j a h r e s e r f o l g ( CH F ) 92
– 1 0 7 8 4 2 5 1 – 9 5 8 1 6 0 3
– 1 3 9 8 9 1 2 1 – 1 2 7 6 8 7 6 0
5 102 108 18 044 625
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
Ausbezahlte Beträge
und Bewilligungen
AUSBE Z AHLTE BETRÄGE 2 0 0 9 – 2 011 ⁄ in tausend CHF
Legende
Die Stiftung Mercator Schweiz hat im Jahr 2011 insgesamt 10.8 Millionen Franken für Förderungen ausbezahlt
(2010: 9.8 Millionen Franken, 2009: 7.2 Millionen Franken).
WISSENSCHA F T STÄRKEN
KINDER UND JUGENDLICHE
F ÖRDERN
KULTUREN V ERSTEHEN –
TOLERAN Z LERNEN
12 000
DI V ERSE
10 000
TOTAL
8 000
6 000
4 000
2 000
(Wissenschaft stärken, Kinder
und Jugendliche fördern, Kulturen verstehen – Toleranz lernen)
spezial
M e n s c h u n d Um w e lt
Die Stiftung Mercator Schweiz hat zum Jahr 2012 mit ‹Mensch und Umwelt› einen neuen Tätigkeitsbereich gebildet. Um ein Zeichen für dieses neue inhaltliche Profil zu setzen, hat sie bereits 2011 mit dem ‹World Food System› an der ETH Zürich ein bedeutendes Projekt in diesem Bereich bewilligt.
0
2009
2010
2011
b e w i l l i g u n g e n 2 0 0 9 – 2 011 ⁄ in tausend CHF
Bewilligungen
Im Jahr 2011 hat die Stiftung Mercator Schweiz 143 Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt
10.7 Millionen Franken sowie ein Spezialprojekt über 5 Millionen Franken bewilligt (2010: 144 Projekte, 11.8
Millionen Franken, 2009: 110 Projekte, 12.0 Millionen Franken).
12 000
10 000
2 6 2 7
3.9%
8 000
6 757
10 . 2 %
3 6 5 2 7 * 55.0%
6 000
4 000
2 000
20 503
30.9%
0
2009
2010
2011
* Inkl. Spezial
Mensch und Umwelt
2006 – 2011
93
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
Bewilligungen 2011
Wissenschaft stärken
Die Stiftung Mercator Schweiz hat vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 insgesamt
143 Projekte mit einem Fördervolumen von 15,7 Millionen Franken bewilligt.
Im Folgenden werden die bewilligten Projekte einzeln aufgeführt.
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t Verankerung der transdisziplinären Forschung ⁄ td-net
Fördervolumen
2 0 1 2 – 2 0 1 5 CH F 6 6 0 0 0 0
Das td-net wurde von den Akademien der Wissenschaften Schweiz initiiert. Ziel des Netzwerks ist
es, die transdisziplinäre Forschung in der Schweiz zu verankern. Dies erreicht das td-net über
drei Teilprojekte: durch eine jährliche Konferenz in der Schweiz, durch die Verleihung des ‹td-award›
und durch die Entwicklung und Publikation von Methodenwissen.
S a at g u t f o n d s ⁄ Z u k u n f t s s t i f t u n g L a n d w i r t s c h a f t 2 0 1 2 – 2 0 1 4 CH F 5 5 5 0 0 0
Der Saatgutfonds fördert wegweisende Projekte der ökologischen und biologisch-dynamischen
Saatgutzüchtung und Züchtungsforschung. Ziel ist die Entwicklung praxistauglicher,
widerstandsfähiger, regionaler und anpassungsfähiger Sorten für den ökologischen Landbau.
o i k o s P h D F e l l o w s h i p - P r o g r a mm ⁄ o i k o s S t i f t u n g fü r Ö k o l o g i e 2 0 1 1 – 2 0 1 5 CH F 4 5 1 8 0 0
u n d Ö k o n o m i e Das ‹oikos PhD Fellowship-Programm› ermöglicht Doktorierenden eine Promotion im Bereich
Nachhaltigkeitsmanagement an der Universität St. Gallen. Die Doktorierenden sind
gleichzeitig als Projektleiter für internationale oikos-Projekte aktiv.
E n g a g i e r d i c h ! ⁄ o p e r at i v e s P r o j e k t d e r S t i f t u n g M e r c at o r S c h w e i z
2 0 1 1 – 2 0 1 4 CH F 4 5 0 0 0 0
Mit dem Programm ‹Engagier dich!› fördert die Stiftung Mercator Schweiz studentische Initiativen
bei der Verwirklichung ihrer Projekte in den Themenbereichen ‹Mensch und Umwelt›,
‹Interkulturelle Verständigung und Integration› sowie ‹Internationale Aufgaben›.
W i n t e r S c h o o l T r a n s F o r m at i o n s ⁄ U n i v e r s i t ä t B e r n 2 0 1 2 – 2 0 1 5 CH F 2 4 0 8 0 0
Das ‹Institute of Advanced Study in the Humanities and the Social Sciences› (IASH) der Universität Bern
organisiert jährlich die Winter School ‹TransFormations›. Doktorierende und Postdoktorierende
setzen sich dort mit lokalen und globalen Veränderungsprozessen auseinander.
W o r l d R e s o u r c e s F o r u m ⁄ E i d g e n ö s s i s c h e M at e r i a l p r üf u n g s a n s ta lt Empa 2 0 1 1 – 2 0 1 5 CH F 2 4 0 0 0 0
Alle zwei Jahre organisiert die eidgenössische Materialprüfungsanstalt Empa das World Resources
Forum (WRF) in der Schweiz und schafft damit eine Plattform für Diskussionen rund um Ressourcenverbrauch und Ressourcenproduktivität. Ziel des WRF ist es, Expertenwissen aus der
Wissenschaft zusammenzuführen und für Praktiker zugänglich zu machen.
E i n M u s e u m , d a s F r a g e n s t e l lt ⁄ M u s e u m d e r K u lt u r e n B a s e l 2 0 1 1 – 2 0 1 3 CH F 2 2 0 0 0 0
Kulturvermittler ermöglichen einen vertieften Dialog zwischen dem Museum der Kulturen in Basel und
den Besuchern: Speziell für diese Aufgabe ausgebildete Studierende gehen aktiv auf die Besucher
zu und sprechen mit ihnen über Ausstellungsthemen.
Wissen in 20 Minuten ⁄ scitec-media 2 0 1 1 – 2 0 1 3 CH F 1 8 5 0 0 0
Die Wissensseiten in der Gratiszeitung ‹20 Minuten› bringen den Lesern auf verständliche Weise
Wissenschaft mit Schweizer Bezug näher. Seit November 2009 unterstützen die Gebert Rüf
Stiftung und die Stiftung Mercator Schweiz das Projekt. In der neuen Projektphase untersucht eine
Begleitforschung die Wirksamkeit dieser Form der Wissenschaftskommunikation.
Wirkung von Schulinspektion auf den Unterricht ⁄ Pädagogische Hochschule
Zentralschweiz zug
Mit dem Forschungsprojekt ‹Wirkung von Schulinspektion auf den Unterricht› untersucht die PHZ Zug
verschiedene Modelle von Schulinspektion. Ziel ist es herauszufinden, welche intendierten und
nicht intendierten Effekte diese auf Schulpraxis, Unterrichtspraxis und auf das Lernen der Schüler hat.
94
2 0 1 1 – 2 0 1 3 CH F 1 8 2 0 0 0
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t E n g a g i e r d i c h ! W e i t e r e n t w i c k l u n g u n d B e g l e i t p r o g r a mm ⁄ o p e r at i v e s P r o j e k t Fördervolumen
2 0 1 1 – 2 0 1 4 CH F 1 0 0 0 0 0
d e r S t i f t u n g M e r c at o r S c h w e i z
Nach einem erfolgreichen Pilotjahr entwickelt die Stiftung Mercator Schweiz ihr Programm
‹Engagier dich!› zur Förderung studentischer Initiativen weiter. Weitere Aktivitäten sollen die Studierenden gezielt in ihrem Engagement unterstützen und die Wirkung des Programms erhöhen.
WR F S t u d e n t R e p o r t e r s ⁄ o p e r at i v e s P r o j e k t d e r S t i f t u n g M e r c at o r S c h w e i z
2 0 1 1 – 2 0 1 5 CH F 7 5 0 0 0
Beim World Resources Forum diskutieren die Teilnehmer globale und lokale Fragen des Ressourcenverbrauchs. Zehn internationale Studierende berichten auf Initiative der Stiftung Mercator
Schweiz live im Internet von der Konferenz.
Machbarkeitsstudie ‹Projekt Wasser› ⁄ fischteich
2 0 1 2 CH F 2 0 0 0 0
Eine Machbarkeitsstudie soll die Umsetzbarkeit eines transdisziplinären Festivals zum Thema
Wasser in Zürich analysieren. Die Besucher des Festivals sollen sich aktiv und passiv mit
dem vielschichtigen Thema beschäftigen können.
K o mm u n i k at i o n ‹ S t ä r k e n d e r L e r n d i a l o g › ⁄ M a r i e M e i e r h o f e r I n s t i t u t 2 0 1 1 CH F 2 0 0 0 0
fü r d a s K i n d
Das Marie Meierhofer Institut für das Kind führt mit dem Verfahren der ‹Bildungs- und Lerngeschichten›
eine systematische Bildungsbeobachtung in 24 Kindertageseinrichtungen ein. Teilstudien begleiten
die Praxisimplementierung. Der Projektverlauf wird laufend kommuniziert.
Bü c h e r v e r t e i l u n g ‹ M e n s c h K l i m a ! › ⁄ ETH Z ü r i c h , D e pa r t e m e n t 2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 1 7 5 0 0
Um w e lt w i s s e n s c h a f t e n
Vier Autoren aus Wissenschaft und Journalismus haben im Verlag Lars Müller Publishers das Buch
‹Mensch Klima!› herausgebracht. Mit einer konzentrierten Verteilaktion werden alle Schweizer
Gymnasien sowie Schul- und Gemeindebibliotheken in der Schweiz mit Gratisexemplaren des reich
bebilderten Buchs zum Thema Klimawandel beliefert.
M e r c at o r - P r e i s 2 0 11 ⁄ U n i v e r s i t ä t Z ü r i c h 2 0 1 1 CH F 1 4 3 0 4
Die Stiftung Mercator Schweiz stockte den Forschungskredit der Universität Zürich zur Förderung
des wissenschaftlichen Nachwuchses in den Jahren 2007 bis 2011 mit insgesamt 5 Millionen
Franken auf. Alle zwei Jahre wurde der Mercator- Preis an bis zu drei durch den Forschungskredit
geförderte Nachwuchswissenschaftler verliehen.
Ta g u n g E c o l o g i c a l N o v e lt y ⁄ ETH Z ü r i c h 2 0 1 1 CH F 1 6 0 0 0
Ökosysteme verändern sich durch den Einfluss des Menschen in einer extrem schnellen und
fundamentalen Weise. Wie mit dieser ökologischen Neuartigkeit umzugehen ist, diskutiert
die Wissenschaft intensiv und kontrovers. Die Konferenz ‹Ecological Novelty› ermöglichte einen
Austausch zwischen verschiedenen Standpunkten, Disziplinen und Forschungsrichtungen.
11. S c h w e i z e r S t i f t u n g s s ymp o s i u m ⁄ S w i s s F o u n d at i o n s 2 0 1 1 CH F 1 0 0 0 0
Beim 11. Schweizer Stiftungssymposium diskutierten die Teilnehmer zum Thema ‹Der Schweizer
Stiftungssektor – Herausforderungen einer Wachstumsbranche›.
F o r e n K u lt u r v e r m i t t l u n g ⁄ P r o H e lv e t i a 2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 1 0 0 0 0
Das Thema Kulturvermittlung wird immer wichtiger – sei es im kulturellen Schaffen, in der Kulturförderung oder in der Bildung. In vier Veranstaltungen lädt Pro Helvetia zur Diskussion aktueller
Fragen zum Thema ein. Nationale und internationale Experten geben Inputs.
95
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t Fa m i l i e n g l ü c k – w a s i s t d a s ? ⁄ U n i v e r s i t ä t B e r n , I n s t i t u t fü r P s y c h o l o g i e Fördervolumen
2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 1 0 0 0 0
In der Ausstellung ‹Familien – alles bleibt, wie es nie war› im Schweizerischen Landesmuseum wurden im
Jahr 2008 die Besucher gefragt, was für sie Familienglück bedeutet. Wissenschaftler des Instituts
für Psychologie der Universität Bern haben die Antworten ausgewertet, entstanden ist das anschauliche
Buch ‹Familienglück – was ist das?›.
Interdisziplinäre Ringvorlesung ‹Abschied vom Seelischen?› ⁄ Universität
2 0 1 1 CH F 1 0 0 0 0
Z ü r i c h , T h e o l o g i s c h e Fa k u lt ä t
Die Ringvorlesung der Kommission für Interdisziplinäre Veranstaltungen der Universität Zürich und
der ETH Zürich haben einen multidisziplinären Charakter: Das Thema ‹Abschied vom Seelischen?›
wurde in jeder Vorlesung von einer anderen Disziplin beleuchtet.
B e r i c h t z u r K o n f e r e n z ‹ T h e A lt e r n at i v e f o r Af r i c a › ⁄ G e r m a n w at c h e . V. 2 0 1 1 CH F 8 3 5 0
Die von der internationalen Vereinigung der Ökolandbauverbände ausgerichtete Konferenz ‹The
Alternative for Africa› wollte das Bewusstsein für ökologischen Landbau steigern. Die wichtigsten
Erkenntnisse und Ergebnisse der Konferenz wurden in einem Bericht zusammengefasst.
S t u d i e C o mp i S t e r n l i ⁄ Z ü r c h e r H o c h s c h u l e fü r a n g e w a n d t e W i s s e n s c h a f t e n ; 2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 8 0 0 0
V e r e i n C o mp i S t e r n l i
Die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) erforscht anhand des Projekts
CompiSternli intergenerationelles Lernen im Bereich der neuen Medien. Die Wissenschaftler
formulieren Massnahmen, die den verantwortungsbewussten Umgang mit neuen Medien fördern.
T r o p e n ta g S t u d e n t R e p o r t e r s ⁄ ETH Z ü r i c h 2 0 1 1 CH F 7 8 0 0
Der Tropentag ist eine internationale Konferenz mit europäischer Ausstrahlung zur Agrarforschung
im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit. Studierende bereiteten als Reporter die Themen der
Konferenz für die Öffentlichkeit in einem Internet-Blog, auf Facebook, Flickr und Twitter auf.
W e lt e n r e i s e – V o m K o s m o s z u r N a n o w e lt ⁄ U n i v e r s i t ä t B a s e l 2 0 1 1 CH F 5 0 0 0
Die Universität Basel führte zusammen mit dem ‹Swiss Nanoscience Institute› und der Fachhochschule
Nordwestschweiz im Schauspielhaus die Abendveranstaltung ‹Weltenreise – vom Kosmos zur Nanowelt›
durch. Der Anlass brachte der breiten Öffentlichkeit die Wissenschaft auf spannende Weise näher.
TOTAL ⁄ b e w i l l i g u n g e n 2 0 1 1 ⁄ W i s s e n s c h a f t s t ä r k e n CH F 3 5 1 6 5 5 4
Sp e z i a l M e n s c h u n d Um w e lt P r o g r a mmpa r t n e r s c h a f t W o r l d F o o d Sy s t e m ⁄ ETH Z ü r i c h ; ETH Z ü r i c h F o u n d at i o n In ihrem Kompetenzzentrum ‹World Food System› erforscht die ETH Zürich Fragen der Welternährung
auf sehr breiter, interdisziplinärer Ebene. Dabei möchte die ETH Zürich insbesondere Grundlagen
für eine nachhaltige Landwirtschaft erarbeiten und den Umgang mit den knappen natürlichen Ressourcen
berücksichtigen. Die von der Stiftung Mercator Schweiz geförderten Programmschwerpunkte
untersuchen, welchen Beitrag der ökologische Landbau zur Bekämpfung des Welthungers leisten kann.
Die Stiftung Mercator Schweiz hat zum Jahr 2012 mit ‹Mensch und Umwelt› einen neuen Tätigkeitsbereich gebildet. Um ein Zeichen für
dieses neue inhaltliche Profil zu setzen, hat sie bereits 2011 mit dem ‹World Food System› an der ETH Zürich ein bedeutendes
Projekt in diesem Bereich bewilligt.
96
2 0 1 1 – 2 0 2 0 CH F 5 0 0 0 0 0 0
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
Bewilligungen 2011
Kinder und Jugendliche
fördern
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t Personalisiertes Lernen in heterogenen lerngemeinschaften ⁄
Fördervolumen
2 0 1 1 – 2 0 1 5 CH F 2 7 4 5 0 0 0
o p e r at i v e s P r o j e k t d e r S t i f t u n g M e r c at o r S c h w e i z
Die Stiftung Mercator Schweiz fördert das personalisierte Lernen in alters- und leistungsgemischten
Lerngemeinschaften. Pionierschulen aus der ganzen Deutschschweiz haben zusammen mit
Lehrmittelverlagen, Hochschulen und IT-Anbietern zehn Teilprojekte erarbeitet, die sie gemeinsam
umsetzen. In Tagungen tauschen sich die beteiligten Schulen und ihre Partner regelmässig aus.
SW i SE – S w i s s S c i e n c e E d u c at i o n ⁄ Fa c h h o c h s c h u l e N o r d w e s t s c h w e i z 2 0 1 1 – 2 0 1 5 CH F 1 0 5 0 0 0 0
In einem Kooperationsprojekt fördern die sechs grössten Pädagogischen Hochschulen der Schweiz
und das ‹Swiss Science Center Technorama› das forschende Lernen am Beispiel der Fächer aus
dem Themenbereich ‹Natur, Mensch, Technik›. 58 Schulen aus über zehn Kantonen nehmen daran teil.
J u g e n d d e b at t i e r t ⁄ S t i f t u n g D i a l o g 2 0 1 1 – 2 0 1 5 CH F 3 0 0 0 0 0
‹Jugend debattiert› fördert die politische und rhetorische Bildung von Schülern der Sekundarstufen I
und II. Die Jugendlichen lernen in Workshops zu debattieren. Ihre Debattierkünste stellen sie in
internen, lokalen oder regionalen Vorentscheidungen unter Beweis. Alle zwei Jahre findet ein gesamtschweizerisches Finale statt.
Ö k o m e n t o r i n g ⁄ S c h w e i z e r i s c h e S t i f t u n g d e s I n t e r n at i o n a l e n S o z i a l d i e n s t e s 2 0 1 2 – 2 0 1 4 CH F 2 6 4 0 0 0
Das Projekt ‹Ökomentoring› (Arbeitstitel) soll jugendlichen Asylbewerbern die Chance geben, die Zeit bis
zum Asylentscheid in der Schweiz sinnvoll zu nutzen. Ehrenamtliche Mentoren begleiten die Jugendlichen und unterstützen sie dabei, eine (berufliche) Zukunftsperspektive zu entwickeln. Angeboten werden
Schulungen und Praktika im Umweltbereich.
S c h e n k m i r e i n e G e s c h i c h t e – Fa m i ly L i t e r a c y ⁄ S c h w e i z e r i s c h e s I n s t i t u t fü r 2 0 1 2 – 2 0 1 4 CH F 2 9 6 2 9 7
Kinder- und Jugendmedien
Im Projekt ‹Schenk mir eine Geschichte – Family Literacy› werden Eltern mit Migrationshintergrund dazu
animiert, ihren Kindern Geschichten zu erzählen und vorzulesen. Eltern und ihre zwei- bis fünfjährigen
Kinder treffen sich regelmässig zu gemeinsamen Leseanimationen in ihrer Familiensprache.
j u b l a . b e w e g t ⁄ J u n g w a c h t B l a u r i n g S c h w e i z
2 0 1 1 – 2 0 1 5 CH F 1 8 0 0 0 0
Der gesellschaftliche Wandel stellt die Jugendverbände vor grosse Herausforderungen. Auf Basis
grundlegender Analyseprozesse möchte die Jubla neue zukunftsfähige Strategien entwickeln
und testen. Im Zentrum stehen insbesondere die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie die Förderung des informellen Lernens.
CAS S c h u l e n t w i c k l u n g i n t e r n at i o n a l ⁄ P ä d a g o g i s c h e H o c h s c h u l e Z ü r i c h 2 0 1 1 – 2 0 1 5 CH F 1 6 4 4 0 0
Die Pädagogische Hochschule Zürich bietet gemeinsam mit Partnern aus den Niederlanden und
Liechtenstein den Weiterbildungslehrgang ‹CAS Schulentwicklung international› an. Die teilnehmenden Lehrpersonen und Schulleitungen aus den drei Ländern diskutieren aktuelle Fragen der
Schulentwicklung und erhalten Einblicke in Schulkonzepte anderer europäischer Staaten.
E lt e r n W i s s e n – S c h u l e r f o l g ⁄ E lt e r n b i l d u n g CH
2 0 1 0 – 2 0 1 3 CH F 1 1 5 3 0 0
Elternbildung CH bietet die Veranstaltungen ‹ElternWissen – Schulerfolg› an 60 Volksschulen in der
Deutschschweiz an. Das Angebot soll auch Eltern aus bildungsfernen Familien erreichen und
so zu mehr Chancengerechtigkeit beim Schulerfolg beitragen. Ziel ist, dass Eltern ihre Kinder beim
Lernen besser unterstützen können.
Kongress ‹Arche Nova› ⁄ Netzwerk Archiv der Zukunft
2 0 1 1 CH F 8 9 4 7 2
Bildungswissenschaftler, Lehrer, Pädagogen und Künstler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz,
Südtirol und Luxemburg setzten sich beim Kongress ‹Arche Nova› mit dem Thema ‹Kulturelle Schule›
auseinander. Die Stiftungen Mercator und Mercator Schweiz gestalteten verschiedene
Kongresssequenzen zur Qualität kultureller Bildungspraxis.
97
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t T r i c k s t e r – J u n g e s M u s e u m d e r K u lt u r e n ⁄ M u s e u m d e r K u lt u r e n B a s e l Fördervolumen
2 0 1 2 – 2 0 1 4 CH F 8 0 0 0 0
‹Trickster› bietet Jugendlichen ab 14 Jahren eine Plattform, um eigene Fragestellungen zu erarbeiten
und entsprechende Formate für die Vermittlung ihrer Themen zu entwickeln. Die Veranstaltungen
organisieren und führen die Jugendlichen selbst durch. Sie erhalten fachliche und organisatorische
Unterstützung von Mitarbeitern des Museums der Kulturen.
A u s b i l d u n g s f o n d s fü r J u g e n d l i c h e m i t M i g r at i o n s h i n t e r g r u n d ⁄ 2 0 1 2 – 2 0 1 3 CH F 8 0 0 0 0
S c h w e i z e r i s c h e S t i f t u n g d e s i n t e r n at i o n a l e n S o z i a l d i e n s t e s
Viele junge Migranten haben aufgrund fehlender finanzieller Mittel oft keine Möglichkeit, eine Berufsausbildung oder ein Studium zu absolvieren. Die Schweizerische Stiftung des internationalen
Sozialdienstes berät diese jungen Menschen, entwickelt mit ihnen einen Ausbildungsplan und klärt
staatliche Unterstützungsmöglichkeiten ab. Sind diese nicht vorhanden, erhalten die Migranten
finanzielle Unterstützung aus dem Ausbildungsfonds.
Jugendarbeit auf dem Land ⁄ Stiftung idée:sport
2 0 1 1 – 2 0 1 4 CH F 7 5 0 7 0
Mit dem Modell ‹jugend:büro› hat die Stiftung idée:sport ein neuartiges Jugendkonzept für ländliche
Regionen ausgearbeitet, das auf eine Zusammenarbeit zwischen Milizsystemen und der professionellen
Jugendarbeit setzt. Aus dem Pilotprojekt im Bezirk March möchte idée:sport ein allgemein nutzbares Konzept entwickeln. Die Stiftung Mercator Schweiz unterstützt die Evaluation und Konzeptarbeit.
S c h u l h a u s r o m a n ⁄ D i e P r o v i n z Gm b H
2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 6 0 0 0 0
Schweizer Autoren betreuen Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren während der Schulstunden beim
Verfassen ihrer eigenen Erzählung – ihres Schulhausromans. Ziel ist es, lernschwachen Schülern
die Sprache als Ausdrucksmittel zu erschliessen und ihr Selbstbewusstsein in diesem Bereich zu stärken.
Fellowship zur Kinder- und Jugendförderung ⁄ Hub Zürich
2 0 1 1 – 2 0 1 3 CH F 5 0 0 0 0
Zusammen mit dem Hub Zürich hat die Stiftung Mercator Schweiz nach innovativen Ideen zur Förderung
von Kindern und Jugendlichen gesucht. Mit einer Kombination aus inhaltlicher, organisatorischer,
persönlicher und finanzieller Unterstützung erhalten die Stipendiaten die Möglichkeit, ihre Ideen zu nachhaltigen Projekten weiterzuentwickeln.
E a s y- A b s t i mm i g s b ü e c h l i ⁄ D a c h v e r b a n d S c h w e i z e r J u g e n d pa r l a m e n t e 2 0 1 1 – 2 0 1 3 CH F 5 0 0 0 0
Das Easy-Abstimmigsbüechli ist eine jugendfreundliche, einfach verständliche und neutrale Abstimmungshilfe für junge Stimmbürger. Engagierte Jugendliche erstellen das Heft zu eidgenössischen
und kantonalen Abstimmungsvorlagen. Gemeinden können es kostenpflichtig für ihre jugendlichen
Einwohner abonnieren.
Um w e lt b i l d u n g s f o n d s ⁄ K a n t o n e B a s e l - S ta d t u n d B a s e l - l a n d s c h a f t 2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 5 0 0 0 0
Aus dem Engagement der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft im Trägerverein der Ausstellung
‹2 Grad – Das Wetter, der Mensch und sein Klima› ist der Umweltbildungsfonds beider Kantone
entstanden. Die Volksschulen beider Kantone können sich für eine Unterstützung ihrer Umweltbildungsprojekte bewerben.
Zweites Fellowship zur Kinder- und Jugendförderung ⁄ Hub Zürich
Zusammen mit dem Hub Zürich hat die Stiftung Mercator Schweiz nach innovativen Ideen zur
Förderung von Kindern und Jugendlichen gesucht. Weil die eingereichten Projekte so sehr überzeugten,
unterstützt die Stiftung ein zweites Fellowship.
98
2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 4 5 0 0 0
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t LISSA - F i l m ⁄ S t i f t u n g fü r h o c h b e g a b t e K i n d e r Fördervolumen
2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 4 0 0 0 0
Der Film ‹Begabungsförderung konkret gemacht› gibt Einblicke in innovative Projekte von drei
LISSA-Preisträgerschulen. Der Film richtet sich in erster Linie an ein Fachpublikum. Mit dem
LISSA-Preis werden alle zwei Jahre nachahmungswürdige Schulprojekte im Bereich der Begabungsund Begabtenförderung ausgezeichnet.
S c h u l l e i t u n g s s ymp o s i u m ⁄ P ä d a g o g i s c h e H o c h s c h u l e Z e n t r a l s c h w e i z Z u g 2 0 1 1 CH F 3 9 0 0 0
Beim Schulleitungssymposium diskutierten 400 Teilnehmer aus aller Welt zum Thema ‹Kooperative
Bildungslandschaften›. Über 100 Referenten ermöglichten in Workshops, Symposien und
Diskussionsrunden einen spannenden Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis, Verwaltung und
Politik. Eine Filmdokumentation fasst die Erkenntnisse zusammen.
Schulen auf dem Weg zum eigenen Profil ⁄ Pädagogische Hochschule Zürich
2 0 1 1 CH F 2 5 0 0 0
Beim Schulforum 2011 diskutierten die Teilnehmer in Vaduz das Thema ‹Schulen auf dem Weg zum
eigenen Profil›. Dabei stand die Frage im Zentrum, wie öffentliche Schulen für sich ein eigenes
Profil entwickeln und in der Praxis ausgestalten können. Sechs Schulen berichteten von ihren Erfahrungen.
W i n t e r a k a d e m i e ⁄ T h e at e r h a u s G e s s n e r a l l e e 2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 2 5 0 0 0
Im Rahmen einer Kunst-Projektwoche des Theaterhauses Gessnerallee setzen sich Kinder zusammen
mit Künstlern und Kunstvermittlern der Zürcher Hochschule der Künste auf kreative Weise mit dem
Thema ‹Klima und nachhaltige Entwicklung› auseinander. Bei einer öffentlichen Schlussveranstaltung
präsentieren die Kinder das Erarbeitete.
B e r u f s a u f t r a g fü r S c h u l l e i t e n d e ⁄ V e r b a n d d e r S c h u l l e i t e r i n n e n 2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 2 0 0 0 0
und Schulleiter des Kantons Zürich
Der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter formuliert auf wissenschaftlicher Basis einen
Berufsauftrag für Schulleitungen im Kanton Zürich. Das Pilotprojekt soll die Professionalisierung der
Schulleitungen auch in anderen Kantonen anregen.
N o a h s F l u t ⁄ L u z e r n e r T h e at e r 2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 1 0 0 0 0
In Kooperation mit dem Schulhaus Mariahilf führt das Luzerner Theater die Kinderoper ‹Noahs Flut›
von Benjamin Brittens auf. Mehr als 250 Schüler sind daran beteiligt. Sie spielen mit im Orchester,
singen und tanzen die meisten Rollen, erstellen das Bühnenbild, die Maske, Kostüme und entwickeln
eigene Ideen für die Werbung.
S c h w e i z e r F i n a l e v o n J u g e n d d e b at t i e r t ⁄ S t i f t u n g D i a l o g 2 0 1 1 CH F 1 0 0 0 0
Beim schweizerischen Finale von ‹Jugend debattiert› massen sich die besten jugendlichen Debattierer.
Sie setzten sich mit aktuellen Themen auseinander, was ihre politische und rhetorische Bildung förderte.
A piece for democracy ⁄ Arbeitsgemeinschaft ‹a piece for democracy›
2 0 1 2 – 2 0 1 3 CH F 1 0 0 0 0
Jugendliche aus allen Landesteilen der Schweiz setzen sich aktiv und kreativ mit dem Begriff
‹Demokratie› auseinander und kreieren Flaggen, die für Demokratie stehen.
K o o p e r at i o n s p r o j e k t k k j u n d M u s e u m R i e t b e r g ⁄ S c h w e i z e r i s c h e r V e r b a n d 2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 1 0 0 0 0
Kü n s t e fü r K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e Der Schweizerische Verband Künste für Kinder und Jugendliche (kkj) und die Kulturvermittlungsabteilung des Museums Rietberg lancierten einen Projektwettbewerb, bei dem sich Kulturschaffende
für Projekte mit Kindern und Jugendlichen bewerben konnten. Die Projekte fanden im Museum
zu und mit der Ausstellung ‹Indien› statt.
99
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t Fördervolumen
B a B e L S t r i n g s ⁄ B a B e L 2 0 1 1 CH F 1 0 0 0 0
BaBeL Strings eröffnet Kindern und Jugendlichen im multikulturellen Luzernerquartier die Welt
der klassischen Musik. Dabei stehen das ganzheitliche, regelmässige Musizieren und das
aktive Zusammenspiel im Zentrum.
E a s yv o t e . c h ⁄ D a c h v e r b a n d S c h w e i z e r J u g e n d pa r l a m e n t e 2 0 1 1 CH F 1 0 0 0 0
Zu den eidgenössischen Wahlen vom 23. Oktober 2011 setzte sich easyvote.ch mit einer
nationalen Kampagne für eine höhere Wahlbeteiligung junger Wähler ein.
F o r u m fü r s p r a c h k u lt u r e l l e V e r s t ä n d i g u n g ⁄ F o r u m H e lv e t i c u m
2 0 1 1 CH F 1 0 0 0 0
Das Forum für sprachkulturelle Verständigung bietet eine professionelle Plattform an, die Informationen zur sprachkulturellen Verständigungsfrage in der Schweiz sammelt, koordiniert und
der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.
Ta n z b e w e g t V i s i o n e n ⁄ H o c h s c h u l e fü r H e i l p ä d a g o g i k 2 0 1 1 CH F 1 0 0 0 0
Mehr als 100 Jugendliche unterschiedlichster Hintergründe brachten im integrativen Projekt
‹Tanz bewegt Visionen› unter der Leitung des erfahrenen Choreographen Royston Maldoom
ergreifende Geschichten über das Leben auf die Bühne.
J u g e n d A r t ⁄ J u n g w a c h t b l a u r i n g K a n t o n s o l o t h u r n ; V e r e i n a r t. i g 2 0 1 1 CH F 1 0 0 0 0
Die JugendArt stellte eine Woche lang Werke von jungen Kunstschaffenden unterschiedlicher
Kunstrichtungen in der gesamten Stadt Olten aus. Die besten Werke wurden mit Preisen
ausgezeichnet. Daneben fanden in verschiedenen Lokalen Veranstaltungen statt, die zeitgenössische,
junge Kunst unterschiedlicher Sparten präsentierten.
F r i t z + F r ä n z i ⁄ S t i f t u n g E lt e r n s e i n 2 0 1 1 CH F 1 0 0 0 0
Seit über zehn Jahren ist die Stiftung Elternsein Herausgeberin der Elternzeitschrift Fritz+Fränzi.
Die Zeitschrift liefert einen wichtigen Beitrag zur Kommunikation zwischen Eltern, Lehrern
und Schülern, sie nimmt aktuelle Themen auf und fördert ein besseres gegenseitiges Verständnis.
L e b e n d i g e Um w e lt b i l d u n g ⁄ I g e l z e n t r u m Z ü r i c h 2 0 1 1 CH F 9 5 0 0
Bei Führungen im Igelzentrum lernen Kinder, Jugendliche und weitere Interessierte Fakten rund um
den Igel und seinen Lebensraum kennen.
J u g e n d pa r l a m e n t s k o n f e r e n z ⁄ D a c h v e r b a n d S c h w e i z e r J u g e n d pa r l a m e n t e 2 0 1 1 CH F 9 0 0 0
Einmal im Jahr treffen sich bei der eidgenössischen Jugendparlamentskonferenz rund 100 Jungparlamentarier aus kommunalen, regionalen und kantonalen Jugendparlamenten der ganzen Schweiz –
im Oktober 2011 fand die Veranstaltung in Neuenburg statt. Auf die Teilnehmer wartete ein breites
Angebot mit Workshops, Diskussionsgruppen und Ausflügen.
I n t e r k u lt u r e l l e r D i a l o g ⁄ Q u a r t i e r a k a d e m i e 2 0 1 1 CH F 8 0 0 0
Mit dem Projekt ‹Interkultureller Dialog› sensibilisiert und bildet die Quartierakademie Jugendliche
in wichtigen gesellschaftlichen Fragen zu Themen wie Menschenrechte, Demokratie, Verschiedenartigkeit, aktives und selbstbestimmtes Mitwirken in der Gesellschaft.
V i e l fa lt b e w e g t Sp o r t v e r e i n e ⁄ S w i s s A c a d e my f o r D e v e l o pm e n t Ein Leitfaden soll Sportvereine darin unterstützen, sich der Zielgruppe der Migranten vermehrt zu
öffnen und den Umgang mit Vielfalt und kultureller Differenz in den Vereinen zu verbessern.
100
2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 8 0 0 0
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t T h e at e r - u n d B i l d u n g s p r o j e k t ‹ f r e m d ? › ⁄ V e r e i n f r e m d Fördervolumen
2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 8 0 0 0
Das transkulturelle Projekt fördert die ästhetische Bildung, die kulturelle Kompetenz und die soziale
Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Schulklassen erarbeiten unter Anleitung
von professionellen Theaterschaffenden ein Theaterstück.
D e u t s c h s p r a c h i g e V e r s i o n d e s C o mpa s t i n o ⁄ P ä d a g o g i s c h e H o c h s c h u l e 2 0 1 1 CH F 7 5 0 0
Zentralschweiz
Die Pädagogische Hochschule Zentralschweiz lanciert das Projekt ‹Compastino›: In diesen
Menschenrechtsbildungskursen setzen sich Kinder mit Themen und Werten wie Würde,
Toleranz und Achtung gegenüber anderen Menschen auseinander. Sie lernen, zusammenzuarbeiten,
kritisch zu denken und für die eigenen Rechte einzutreten.
J u g e n d p r o j e k t S ta r t u p ⁄ C e v i R e g i o n a lv e r b a n d Z H - SH - GL
2 0 1 1 CH F 7 5 0 0
Junge Menschen, die Gruppen leiten, moderieren und motivieren können, sind wertvolle Partner
für Jugendarbeit, Schule und Gesellschaft. Deshalb bietet der Cevi Jugendlichen im Projekt
‹startup› die Möglichkeit, sich zum Jugendleiter ausbilden zu lassen. Das Kursprogramm ist erlebnisund praxisorientiert.
pusa ⁄ Pädagogische Hochschule Zentralschweiz Luzern
2 0 1 1 CH F 7 5 0 0
Der Deutschschweizer Wettbewerb PUSA (Projekte und selbstständiges Arbeiten) zeichnet Projektarbeiten von Schülern der Sekundarstufe I aus. Der Wettbewerb wird von der PHZ Luzern,
vom Schulverlag sowie von der Schweizerischen Organisation für Projektmanagement und der
Schweizerischen Gesellschaft für Organisation und Management getragen.
T h e at e r p r o j e k t e ⁄ T h e at e r Sy n t h e s e 2 0 1 1 CH F 7 0 0 0
Das Theater ‹Synthese› realisiert mit Kindern und Jugendlichen spannende Theaterprojekte:
2011 zeigten die Teilnehmer ‹Die kleine Hexe›, ‹Sommernachtstraum›, die Kriminalkomödie ‹Nur ´ne Handvoll Tausender› und die musikalische Krimikomödie ‹Der Verdacht›.
K i n d e r - u n d J u g e n d m e d i e n f e s t i v a l K ö n i z ⁄ K i B u K c ⁄ o Fa c h s t e l l e K u lt u r 2 0 1 1 CH F 7 0 0 0
Das Kinder- und Jugendmedienfestival möchte die Lust am Lesen und Schreiben wecken. Neben
rezeptiven Programmteilen wie Lesungen, Theater oder Konzerte werden Kinder und Jugendliche
selbst aktiv – etwa als Teilnehmer in Schreibwerkstätten, Wettbewerben und Ateliers, aber auch als
Literatur-Vermittler.
T h e at e r p r o j e k t B F F B e r n ⁄ B e r u f s - , Fa c h - u n d F o r t b i l d u n g s s c h u l e B e r n 2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 6 0 0 0
Jugendliche unterschiedlicher kultureller Herkunft realisieren gemeinsam eine Theaterproduktion.
Das Projekt fördert klassenübergreifend den interkulturellen Austausch und die Integration, zudem
setzen sich die Schüler mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auseinander.
1. S o l o t h u r n e r K i n d e r M u s i k ta g e ⁄ S o l o t u t t i Z e n t r u m fü r M u s i k 2 0 1 1 CH F 5 0 0 0
Das Programm der ersten Solothurner Kinder Musiktage vom 19. zum 21. August 2011 beinhaltete
Vorträge von Chören und Orchestern. In Workshops hatten die Kinder die Möglichkeit, neue Erfahrungen
zu sammeln. Das am Nachmittag Erarbeitete wurde am Abend vor dem Festivalpublikum präsentiert.
BaBel Kids ⁄ BaBel
2 0 1 1 CH F 5 0 0 0
Der Verein BaBel bietet vielfältige Aktivitäten für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund
in Luzern an.
101
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t F e s t i v a l j u p s 2 0 1 1 ⁄ F e s t i v a l j u p s – j u n g e s P u b l i k u m S c h a ff h a u s e n Fördervolumen
2 0 1 1 CH F 5 0 0 0
Kunst und Kultur unterschiedlichster Sparten stehen im Zentrum des zweitägigen Festivals.
Schaffhauser Kulturschaffende und Kulturvermittler arbeiten mit den Kindern und Jugendlichen
zusammen, unter anderem in abwechslungsreichen Workshops in den Bereichen Musik,
Tanz oder Poetry Slam.
J u g e n d pa r l a m e n t z u r A l p e n k o n v e n t i o n ⁄ K a n t o n s s c h u l e T r o g e n 2 0 1 1 CH F 5 0 0 0
Rund 70 Delegierte aus sieben Ländern des Alpenbogens diskutierten beim Jugendparlament der
Alpenkonvention in Herisau zum Thema ‹Verkehr im Alpenraum›.
F ü r s a u b e r e s W a s s e r a u f F e s t i v a lt o u r ⁄ V i v a C o n A g u a S c h w e i z 2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 5 0 0 0
Viva con Agua Schweiz schafft Plattformen für Jugendliche, sich sozial zu engagieren. An Festivals
werden die Besucher für das essenzielle Thema ‹Wasser› und damit auch für sauberes Trinkwasser
sensibilisiert. Jugendliche sammeln Pfandbecher, deren Erlös in Trinkwasserprojekte fliesst.
F u s s b a l l - u n d Sp o r t w o c h e ⁄ C h a l l e n g e C a mp s 2 0 1 1 CH F 5 0 0 0
Zusammen mit dem Schweizerischen Fussballverband organisiert Challenge Camps mit Schulen
eine Fussball- und Sportwoche. Dank speziell ausgebildeter Sport- und Fussballtrainer lernen
die Kinder dort viel über Leadership, soziales Engagement und persönliche Leistungssteigerung.
An diesen Camps nehmen auch Kinder mit einer Behinderung teil.
L e s e m e n t o r e n S u h r ⁄ A k z e n ta N o v a 2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 5 0 0 0
Menschen über 50 Jahre engagieren sich als Lesementoren für Kinder mit individuellem Förderbedarf. Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird das Projekt vom Schweizerischen
Institut für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM). Das Projekt soll anschliessend in weiteren Städten
und Gemeinden lanciert werden.
A r b e i t e n i n L e r n l a n d s c h a f t e n ⁄ S c h u l e Bü r g l e n 2 0 1 1 CH F 5 0 0 0
Die Schule Bürglen ermöglichte Schulvertretern einen intensiven Erfahrungsaustausch und
Vernetzungsmöglichkeiten, um einen Tag lang mit- und voneinander zu lernen.
Voilà ⁄ Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände
2 0 1 1 CH F 5 0 0 0
Voilà betreibt Gesundheitsförderung und Suchtprävention in den Kinder- und Jugendverbänden der
Schweiz. Voilà wird von Jugendlichen für Kinder und Jugendliche gemacht und hat zum Ziel,
diese in ihrem psychischen, physischen und sozialen Wohlbefinden zu fördern und damit in ihrer
gesunden Entwicklung zu unterstützen.
2 0 w e i t e r e P r o j e k t e m i t B e w i l l i g u n g e n b i s CH F 5 0 0 0 CH F 4 6 9 4 5
TOTAL ⁄ b e w i l l i g u n g e n 2 0 11 ⁄ K i n d e r u n d J u g e n d l i c h e f ö r d e r n 102
CH F 6 1 2 0 4 8 4
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
Bewilligungen 2011
Kulturen verstehen –
Toleranz lernen
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t R e i n t e g r at i o n i m H e r k u n f t s l a n d ⁄ S c h w e i z e r i s c h e S t i f t u n g Fördervolumen
2 0 1 2 – 2 0 1 3 CH F 1 2 0 0 0 0
d e s I n t e r n at i o n a l e n S o z i a l d i e n s t e s
Das Projekt ‹Reintegration im Herkunftsland› motiviert junge Migranten und Familien mit Kindern,
die die Schweiz verlassen müssen, freiwillig in ihr Herkunftsland zurückzukehren. Sie werden
dabei unterstützt, berufliche Perspektiven zu entwickeln, die ihnen eine wirtschaftliche Basis und ihren
Kindern eine Ausbildung ermöglichen.
C o mm o n S ta g e ⁄ Z ü r c h e r H o c h s c h u l e d e r Kü n s t e 2 0 1 1 – 2 0 1 2 CH F 1 0 0 0 0 0
Die Zürcher Hochschule der Künste organisiert zusammen mit der Nationalen Akademie für
traditionelle chinesische Theaterkunst das Begegnungsprojekt ‹Common Stage›. Studierende beider
Hochschulen erarbeiten während des vierwöchigen Austauschs im jährlichen Wechsel in Beijing
und in Zürich gemeinsame künstlerische Projekte, die sie in einer öffentlichen Aufführung präsentieren.
T h e at e r F l u c h t ⁄ S e r v i c e C i v i l I n t e r n at i o n a l S c h w e i z
2 0 1 1 – 2 0 1 3 CH F 1 0 0 0 0 0
Im Projekt ‹TheaterFlucht› kommen in den Sommerferien Kinder aus der Schweiz mit und ohne
Migrationshintergrund mit Kindern aus Durchgangszentren für Asylsuchende zusammen.
Gemeinsam entwickeln sie eine Aufführung mit Theaterimprovisation, Gesang und Tanz. Spielerisch
und auf kreative Weise können sie sich mit Themen wie Flucht, Integration und Rassismus
auseinandersetzen und gegenseitige Vorurteile abbauen.
re:connaissances ⁄ Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände;
2 0 1 1 CH F 3 5 0 0 0
Intermundo
In einem Ideenlabor diskutierten Personen aus Jugendarbeit, Bildung, Politik und Wirtschaft Ideen zur
Anerkennung der Kompetenzen von Jugendaustausch und freiwilligem Engagement. Ziel war es,
neue Ideen zu entwickeln, bestehende Ansätze weiterzuentwickeln und erste Pläne zur Umsetzung
der Ideen festzuhalten.
E t h n o p o ly ⁄ Sp o r t T h e B r i d g e 2 0 1 1 CH F 1 0 0 0 0
Im Rahmen des interkulturellen Begegnungsspiels ‹Ethnopoly› begegnen sich Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft und religiöser Zugehörigkeiten. Jugendliche sind während
des Postenlaufs in Gruppen in der Stadt Bern unterwegs und besuchen Migranten in deren Zuhause
oder an ihrem Arbeitsplatz und kommen mit ihnen ins Gespräch. Die persönlichen Erfahrungen
helfen, Vorurteile zu überwinden.
A u s ta u s c h p r o g r a mm C h e r r y B l o s s o m ⁄ A F S S c h w e i z 2 0 1 1 CH F 9 5 0 0
Nach dem schweren Tsunami im Jahr 2010 in Japan hat AFS Schweiz das Austauschprogramm
‹Cherry Blossom› lanciert, um japanischen Jugendlichen aus der Krisenregion einen Austauschaufenthalt
in der Schweiz zu ermöglichen. Die Jugendlichen besuchen das Schweizer Gymnasium und leben bei
einer Gastfamilie.
CAS G r u n d l a g e n d e r i n t e r k u lt u r e l l e n u n d i n t e r r e l i g i ö s e n K o mm u n i k at i o n ⁄ 2 0 1 2 CH F 7 5 0 0
H a u s d e r R e l i g i o n e n – D i a l o g d e r K u lt u r e n
Zusammen mit der Fachhochschule Bern bietet der Verein ‹Haus der Religionen – Dialog der Kulturen›
den Weiterbildungslehrgang ‹CAS Grundlagen der interkulturellen und interreligiösen Kommunikation› an.
Junge Migranten erwerben Grundlagen und Techniken der Mediation, Moderation und Präsentation,
wobei das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen als zentraler Bezugspunkt dient.
S e c o n d o T h e at e r f e s t i v a l ⁄ S e c o n d o F e s t i v a l 2 0 1 1 CH F 7 0 0 0
Unter dem Leitthema ‹Rassismus› war das Secondo Theaterfestival eine Plattform für Integrationsthemen und für junge Theaterschaffende schweizerischer und ausländischer Herkunft.
103
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t Y o u n g W o m e n s ’ Ev e n i n g ⁄ C e v i S c h w e i z Fördervolumen
2 0 1 1 CH F 6 0 0 0
Integrierter Programmbestandteil des World YWCA Councils sind die ‹Pre Councils› für junge Frauen
unter 30 Jahren, zu denen auch ein Netzwerkabend für den interkulturellen Austausch von jungen
Frauen gehört. Der Cevi Schweiz hat die Organisation des Young Womens’ Evening 2011 übernommen,
was ihm die Chance bot, junge Schweizer Cevi-Frauen am Netzwerkabend teilhaben zu lassen.
Youth Rep ⁄ Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände 2 0 1 1 CH F 5 0 0 0
Die Schweizer Jugenddelegierten der UNO besuchen nicht nur internationale Konferenzen und
bringen die Stimme der Schweizer Jugend in die Diskussionen ein. Die Youth Reps organisieren in der
Schweiz Sensibilisierungsaktivitäten für Jugendliche.
A u s ta u s c h m i t J e r u s a l e m ⁄ K o l l e g i u m S t. M i c h a e l 2 0 1 1 CH F 2 5 0 0
30 Schüler aus Israel und aus der Schweiz tauschten sich aus: Die Schweizer Jugendlichen setzten
sich in Israel intensiv mit der Geschichte und Gegenwart Jerusalems auseinander, mit dem
Holocaust und seiner Bedeutung für die heutige israelische Gesellschaft sowie mit dem Leben in
Israel und in den Palästinensergebieten.
TOTAL ⁄ b e w i l l i g u n g e n 2 0 11 ⁄ K u lt u r e n v e r s t e h e n – T o l e r a n z l e r n e n 104
CH F 4 0 2 5 0 0
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
Bewilligungen 2011
Diverse
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t Stiftung Accanto
Fördervolumen
2 0 1 2 CH F 2 8 2 7 1 8
Mit der Stiftung Accanto unterstützt die Stifterfamilie verschiedene gemeinnützige Projekte, unter
anderem für Menschen mit Behinderung, Sozialwerke und Kinder- und Jugendeinrichtungen.
S t ä r k u n g d e r G e s c h ä f t s s t e l l e ⁄ F o r u m T h o m a n u m
2 0 1 1 CH F 3 6 0 0 0
Das Forum Thomanum fördert Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur in Leipzig. Es unterstützt
damit auch den Bestand und die Entwicklung des Thomanerchores in seiner 800 Jahre alten Tradition.
Jugendarbeit ⁄ CVJM
2 0 1 1 CH F 3 6 0 0 0
Der CVJM in Gevelsberg leistet mit seinen Aktivitäten und Einrichtungen einen wertvollen
Beitrag in der gemeindlichen Jugendarbeit.
W e i t e r b i l d u n g F ö r d e r pa r t n e r ⁄ o p e r at i v e s P r o j e k t d e r 2 0 1 2 – 2 0 1 3 CH F 3 0 0 0 0
S t i f t u n g M e r c at o r S c h w e i z
Zahlreiche Jugendverbände, gemeinnützige Organisationen und Vereine leisten hervorragende Arbeit
und werden von der Stiftung Mercator Schweiz als Partner geschätzt. Um ihre Partner und damit
die Projekte optimal zu unterstützen, stellt die Stiftung Fördermittel für projektrelevante Weiterbildungen
zur Verfügung.
T h e O r g a n i c A lt e r n at i v e f o r Af r i c a ⁄ I n t e r n at i o n a l F e d e r at i o n o f 2 0 1 1 CH F 1 3 0 0 0
O r g a n i c A g r i c u lt u r e M o v e m e n t s ; C o l a b o r a
Die ‹International Federation of Organic Agriculture Movements› (IFOAM), der Weltdachverband des
biologischen Landbaus, wollte mit der Konferenz ‹The Alternative for Africa› das Bewusstsein
für den ökologischen Landbau steigern. Im Zentrum standen Lösungsmöglichkeiten des biologischen
Landbaus im Hinblick auf die Ernährungssicherung in Afrika.
10 w e i t e r e P r o j e k t e m i t B e w i l l i g u n g e n b i s CH F 5 0 0 0 CH F 1 9 0 5 0
M at c h i n g F u n d CH F 2 2 3 8 5 0
Der Matching Fund wurde eingerichtet, um gesellschaftliches Engagement von Mitgliedern der
Stifterfamilie, Gremienmitgliedern und Mitarbeitern der Stiftung zu fördern. Die Stiftung verdoppelt
in der Regel den persönlich erbrachten Beitrag für ein gemeinnütziges Projekt.
B e w i l l i g t e P r o j e k t e 2 0 11 ⁄ D i v e r s e CH F 6 4 0 6 3 3
G e s a m t t o ta l ⁄ B e w i l l i g t e P r o j e k t e 2 0 11 ⁄ A l l e F ö r d e r b e r e i c h e CH F 1 5 6 8 0 1 7 1
105
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
Laufende Projekte 2011
Wissenschaft stärken
Im Folgenden werden 79 laufende Projekte aufgeführt, die vor 2011 bewilligt wurden.
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t Nachwuchsforschungskredit ⁄ Universität Zürich Fördervolumen
2 0 0 7 – 2 0 1 1 CH F 5 0 0 0 0 0 0
Der Forschungskredit der Universität Zürich fördert gezielt herausragende Forschungsprojekte des
wissenschaftlichen Nachwuchses, dem noch keine Förderung durch den Nationalfonds zusteht.
Ausbau der Schweizerischen Studienstiftung ⁄ Schweizerische Studienstiftung
2 0 0 7 – 2 0 1 2 CH F 3 8 5 0 0 0 0
Die Schweizerische Studienstiftung fördert leistungsstarke, breit interessierte Studierende an Schweizer
Hoch- und Fachhochschulen, die Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen möchten. Sie bietet
studienergänzende Bildungsangebote, individuelle Betreuung und Beratung sowie vielfältige Vernetzungsmöglichkeiten. Die Studienstiftung erweitert ihre Aufnahmekapazitäten.
G r a d u at e C a mp u s ⁄ U n i v e r s i t ä t Z ü r i c h 2 0 1 1 – 2 0 1 5 CH F 3 6 1 5 0 0 0
Die Universität Zürich entwickelt mit dem Graduate Campus ihre Doktoratsstufe weiter. Der Campus
steht allen Nachwuchswissenschaftlern offen. Im Zentrum stehen der Austausch und die
interdisziplinäre Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses mit Forschern der Universität
Zürich und der weltweiten Wissenschaftsgemeinschaft.
L e h r s t u h l fü r s o z i a l w i s s e n s c h a f t l i c h e J a pa n o l o g i e ⁄ U n i v e r s i t ä t Z ü r i c h 2 0 0 9 – 2 0 1 4 CH F 3 0 6 2 0 0 0
Die Stiftung Mercator Schweiz unterstützt den Ausbau eines Zentrums für Ostasienwissenschaften an
der Universität Zürich durch die Schaffung eines Lehrstuhls für sozialwissenschaftliche Japanologie.
A u s s t e l l u n g ‹ 2 G r a d – D a s W e t t e r , d e r M e n s c h u n d s e i n K l i m a › ⁄ o p e r at i v e s P r o j e k t d e r S t i f t u n g M e r c at o r S c h w e i z
2 0 0 9 – 2 0 1 1 CH F 1 5 1 5 3 8 7
Die Ausstellung ‹2 Grad› warf sechs Monate einen vielschichtigen Blick auf die Themen Wetter,
Mensch und Klima. Sie zeigte 365 Exponate aus aller Welt in Basel, darunter zahlreiche Filme
und interaktive Elemente. Konzipiert wurde die Ausstellung vom Deutschen Hygiene-Museum Dresden.
o i k o s Fa c u lt y D e v e l o pm e n t P r o g r a mm e ⁄ o i k o s S t i f t u n g fü r Ö k o l o g i e und Ökonomie
2 0 0 9 – 2 0 1 2 CH F 1 0 0 1 0 0 0
Das ‹oikos Faculty Development Programme› besteht aus zwei Modulen: Das ‹oikos phD FellowshipProgramm› ermöglicht Nachwuchsforschern eine Promotion im Bereich Nachhaltigkeit an
der Universität St. Gallen. Das ‹oikos Academic Network Programme› baut das akademische
Netzwerk von oikos aus.
Vertrauen verstehen. Grundlagen, Formen und Grenzen des Vertrauens ⁄ U n i v e r s i t ä t Z ü r i c h ; C o l l e g i u m H e lv e t i c u m
2 0 0 9 – 2 0 1 2 CH F 8 0 2 1 5 0
Das interdisziplinäre Forschungsprojekt zum Phänomen ‹Vertrauen› gliedert sich in vier Teilprojekte,
die in zentralen Problemfeldern der Vertrauensforschung konkrete Forschungsfortschritte
innerhalb der jeweiligen Disziplin liefern sollen.
P SC - M e r c at o r - P h D - F e l l o w s ⁄ P l a n t S c i e n c e C e n t e r 2 0 1 1 – 2 0 1 4 CH F 7 5 8 0 0 0
Die vier PSC-Mercator-PhD-Fellows arbeiten im Rahmen des Doktorandenprogramms ‹Plant
Sciences and Policy› an der Schnittstelle zur Politik. Die Doktorarbeiten sind auf einen direkten
Nutzen für die Umsetzung im Biodiversitäts-, Umwelt- oder Klimaschutz ausgerichtet.
t d - n e t, N e t w o r k f o r T r a n s d i s c i p l i n a ry R e s e a r c h ⁄ A k a d e m i e n d e r Wissenschaften Schweiz
Das td-net fördert die transdisziplinäre Ausrichtung in verschiedenen Bereichen der Forschung.
Das Netzwerk erreicht dies unter anderem mit der jährlichen nationalen ‹td-conference›
und dem ‹swiss academies award for transdisciplinary research›, der alle zwei Jahre verliehen wird,
sowie durch die Entwicklung und Veröffentlichung von Methodenwissen.
106
2 0 0 8 – 2 0 1 1 CH F 6 4 0 0 0 0
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t Ausbau der Schweizerischen Studienstiftung ⁄ Schweizerische Studienstiftung
Fördervolumen
2 0 1 1 – 2 0 1 5 CH F 6 0 0 0 0 0
Die Schweizerische Studienstiftung fördert leistungsstarke, breit interessierte Studierende an
Schweizer Hoch- und Fachhochschulen, die Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen möchten.
C a r b o n C r e d i t s f o r S u s ta i n a b l e L a n d u s e Sy s t e m s ⁄ F o r s c h u n g s i n s t i t u t fü r 2 0 0 9 – 2 0 1 1 CH F 5 5 0 0 0 0
biologischen Landbau
Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) ermittelt in seinem Forschungsprojekt,
welche Leistungen der Ökolandbau zum Klimaschutz erbringen kann. Zudem wird eine Methodologie
zur Quantifizierung der Klimaleistungen des ökologischen Landbaus erarbeitet, die den Handel
mit CO 2-Zertifikaten möglich machen soll.
L a n g z e i t s t u d i e ⁄ K i n d e r s p i ta l Z ü r i c h 2 0 0 7 – 2 0 1 2 CH F 5 0 0 0 0 0
Ziel der Studie des Kinderspitals Zürich ist es, den Langzeitverlauf von Kindern vor und nach
Operationen an der Herz-Lungen-Maschine zu untersuchen.
S t ä r k e n d e r L e r n d i a l o g z u r B i l d u n g s - u n d R e s i l i e n zf ö r d e r u n g ⁄ 2 0 0 9 – 2 0 1 1 CH F 4 6 3 0 0 0
M a r i e M e i e r h o f e r I n s t i t u t fü r d a s K i n d
Das Marie Meierhofer Institut für das Kind führt in 24 Kindertageseinrichtungen das Beobachtungsverfahren der ‹Bildungs- und Lerngeschichten› ein. Ziel ist es, die frühkindliche Bildung
in Kindertageseinrichtungen zu fördern. Wissenschaftliche Studien begleiten das Projekt.
Z e n t r u m fü r f r ü h k i n d l i c h e B i l d u n g F r i b o u r g ⁄ U n i v e r s i t ä t F r i b o u r g 2 0 1 0 – 2 0 1 3 CH F 3 4 7 5 0 0
Zu den Aufgaben des Zentrums für frühkindliche Bildung Fribourg (ZeFF) gehören wissenschaftliche
Begleitforschungen, Gutachten, Tagungen und Weiterbildungen für pädagogisches Personal im
Bereich der Frühförderung. Der intensive Austausch zwischen Theorie und Praxis zeichnet das ZeFF aus.
Mumien: Mensch, Medizin, Magie ⁄ Universität Zürich
2 0 1 0 – 2 0 1 2 CH F 3 4 2 0 0 0
Die Ausstellung des Zentrums für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich ermöglichte einen
Blick in die Welt der Mumien und in die medizinische Mumienforschung. Mediziner, Naturund Geisteswissenschaftler arbeiteten bei der Konzeption der Ausstellung eng zusammen.
Gerechtigkeit in praktischen kontexten ⁄ Universität Zürich
2 0 1 0 – 2 0 1 3 CH F 3 4 0 0 0 0
Im Rahmen eines interdisziplinären Graduiertenprogramms beschäftigen sich 16 Teilnehmer
in ihren Promotions-, Postdoc- oder Habilitationsprojekten mit Fragen der Gerechtigkeit in
praktischen Kontexten. Die Stiftung Mercator Schweiz fördert zwei Nachwuchswissenschaftler im
Bereich Umwelt- und Klimagerechtigkeit.
o i k o s P h D F e l l o w s h i p - P r o g r a mm ⁄ o i k o s S t i f t u n g fü r Ö k o n o m i e u n d Ö k o l o g i e 2 0 0 7 – 2 0 1 1 CH F 3 0 1 2 0 0
oikos setzt sich für Nachhaltigkeit in den Wirtschaftswissenschaften ein. Das Doktoranden-Programm
fördert exzellenten Nachwuchs im Bereich ‹Nachhaltiges Management› an der Universität St. Gallen.
Wissen in 20 Minuten ⁄ scitec-media
2 0 0 9 – 2 0 1 1 CH F 2 1 2 5 0 0
Wöchentlich wird in der Gratiszeitung ‹20 Minuten› lesernah, verständlich und spannend auf einer
Doppelseite über Wissenschaft mit Schweizer Bezug berichtet. Das gemeinsame Projekt der
Stiftung Mercator Schweiz und der Gebert Rüf Stiftung soll Wissenschaftsthemen einer breiten, vor
allem jungen Öffentlichkeit näher bringen.
T o w a r d s a M o d e r n H u m a n i s m ⁄ C o l l e g i u m H e lv e t i c u m
2 0 0 8 – 2 0 1 1 CH F 2 0 0 0 0 0
Die acht Konferenzen der Academia Engelberg und des ‹World Knowledge Dialogue› haben das Ziel,
die Zusammenarbeit zwischen den Geistes- und Sozialwissenschaften, den Naturwissenschaften
sowie weiteren gesellschaftlichen Akteuren zu fördern.
107
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t E n g a g i e r d i c h ! ⁄ o p e r at i v e s P r o j e k t d e r S t i f t u n g M e r c at o r S c h w e i z Fördervolumen
2 0 1 0 – 2 0 1 1 CH F 1 5 0 0 0 0
Mit ihrem Förderprogramm ‹Engagier dich!› unterstützt die Stiftung Mercator Schweiz studentische
Initiativen in ihrem gesellschaftlichen Engagement.
L a w S u mm e r S c h o o l ⁄ u n i v e r s i t ä t zü r i c h , r e c h t s w i s s e n s c h a f t l i c h e s i n s t i t u t 2 0 1 0 – 2 0 1 2 CH F 1 5 0 0 0 0
Internationale Studierende nehmen in Kairo an einem mehrwöchigen Intensivkurs in internationalem
Recht auf Master-Niveau teil. Gleichzeitig machen sie wertvolle kulturelle Erfahrungen.
F o r s c h u n g s p r o j e k t ⁄ U n i v e r s i t ä t B a s e l , C e n t r e f o r P h i l a n t h r o py S t u d i e s 2 0 0 9 – 2 0 1 1 CH F 1 0 0 0 0 0
Am ‹Centre for Philanthropy Studies› (CEPS) in Basel ermöglicht die Stiftung Mercator Schweiz
ein praxisnahes Forschungsprojekt zum Schweizer Stiftungswesen.
V i s u a l R e a d e r ⁄ ETH Z ü r i c h 2 0 1 0 – 2 0 1 1 CH F 6 0 0 0 0
Vier Autoren aus Wissenschaft und Journalismus haben im Verlag Lars Müller Publishers den
Visual Reader ‹Mensch Klima! Wer bestimmt die Zukunft?› herausgebracht. Das reich bebilderte Buch
behandelt das Thema Klimawandel auf anschauliche Weise.
B i l d u n g s - u n d R e s i l i e n zf ö r d e r u n g i m F r ü h b e r e i c h ⁄ M a r i e M e i e r h o f e r I n s t i t u t fü r d a s K i n d 2 0 1 1 – 2 0 1 3 CH F 5 7 5 0 0
Im Rahmen des Projekts ‹Bildungs- und Resilienzförderung im Frühbereich› wird das Beobachtungsverfahren der ‹Bildungs- und Lerngeschichten› in zwölf Kindertageseinrichtungen eingeführt.
Nach Abschluss des Forschungsprojekts wird die Methode auch in den Kontrollkitas implementiert.
Wissen in 20 Minuten ⁄ Scitec Media 2 0 1 0 – 2 0 1 1 CH F 5 6 0 0 0
Einmal in der Woche erscheint in der Gratiszeitung ‹20 Minuten› eine Doppelseite über
Wissenschaft mit Schweizer Bezug.
O r i e n t i e r u n g s r a h m e n fü r f r ü h k i n d l i c h e b i l d u n g , b e t r e u u n g u n d e r z i e h u n g ⁄ s c h w e i z e r i s c h e UNESCO - K o mm i s s i o n ; N e t z w e r k K i n d e r b e t r e u u n g
2 0 1 1 CH F 5 0 0 0 0
Basierend auf einer internationalen Bestandsaufnahme erarbeitet das Marie Meierhofer Institut für
das Kind im Auftrag der Schweizerischen UNESCO-Kommission und des Netzwerks Kinderbetreuung
einen Orientierungsrahmen für die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in der Schweiz.
ETH P h D A c a d e my o n S u s ta i n a b i l i t y a n d T e c h n o l o g y ⁄ ETH Z ü r i c h 2 0 1 1 – 2 0 1 3 CH F 3 0 1 0 0
Internationale Doktorierende diskutieren an der ‹PhD Academy› des Lehrstuhls für Nachhaltigkeit und
Technologie der ETH Zürich ihre Forschungsarbeiten mit namhaften Wissenschaftlern.
Ta g u n g ‹ L i t e r at u r a l s ⁄ s tat t B e t r i e b › ⁄ ETH Z ü r i c h 2 0 1 1 CH F 6 0 0 0
Die Tagung ‹Literatur als/statt Betrieb. Zur Poetik des Literaturbetriebs› hatte zum Ziel, die
Literaturwissenschaft mit denjenigen ins Gespräch zu bringen, die Literatur in der Schweiz tatsächlich
betreiben und verarbeiten – mit Schriftstellern, Kritikern, Lektoren, Verlegern, Veranstaltern.
J a pa n o l o g e n ta g ⁄ U n i v e r s i t ä t Z ü r i c h 2 0 1 1 CH F 5 0 0 0
Der Japanologentag ist die Konferenz der Japanforschung im deutschsprachigen Raum. 2012 findet
dieser Tag an der Universität Zürich statt.
S o n d e r a u s s t e l l u n g ‹ W i e w i r l e r n e n › ⁄ K u lt u r a m a , M u s e u m d e s M e n s c h e n Das Museum ‹Kulturama› zeigte in einer Sonderausstellung wissenschaftliche Erkenntnisse,
Spannendes, Kurioses und Anregendes zum Thema ‹Lernen›. Interaktive Stationen und Experimente
ermöglichten das Selber-Ausprobieren und Erleben.
108
2 0 1 1 CH F 5 0 0 0
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
Laufende Projekte 2011
Kinder und Jugendliche
fördern
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t Schulen lernen von Schulen ⁄ Pädagogische Hochschule Zürich
Fördervolumen
2 0 0 8 – 2 0 1 2 CH F 1 7 3 5 0 0 0
Erfahrungen und Produkte aus innovativen lokalen Schulprojekten werden mit einem Preis ausgezeichnet und für andere Schulen zugänglich gemacht. Zugleich ist der Austausch zwischen
den Schulen und zwischen Schulen und der Hochschule ein wichtiges Ziel.
Regionenmodell ⁄ Infoklick.ch
2 0 0 9 – 2 0 1 2 CH F 1 1 5 0 0 0 0
Der Verein zur Kinder- und Jugendförderung Infoklick.ch baut eine Regionalstelle in der Zentralschweiz auf, um Kindern und Jugendlichen auch dort Zugang zu einem einzigartigen und
erprobten Angebot in der Kinder- und Jugendförderung zu ermöglichen.
Forum Bildung ⁄ Verein Forum Bildung
2 0 0 8 – 2 0 1 2 CH F 6 7 6 0 0 0
Das Forum Bildung möchte als unabhängige Organisation das Wissen und die Diskussion über
zukunftsweisende Bildungs- und Schulthemen fördern und in die öffentliche Debatte einbringen.
Explore-it ⁄ Pädagogische Hochschule Wallis
2 0 0 8 – 2 0 1 1 CH F 6 6 3 0 0 0
Die Initiative ‹ e xplore-it › realisiert Sets von ausgeklügelten Lernmaterialien für Naturwissenschaft
und Technik in Schule und Unterricht.
M US - E ⁄ V e r e i n M US - E S c h w e i z
2 0 0 9 – 2 0 1 3 CH F 6 5 5 0 0 0
MUS-E bringt die Künste in die Schule: Professionelle Künstler inszenieren, gestalten, musizieren
oder tanzen zwei Jahre lang in zwei Wochenlektionen mit den Kindern. Ziel ist die Förderung
der ganzheitlichen kulturellen Bildung.
Blickfelder ⁄ Bildungsdirektion des Kantons Zürich, Volksschulamt
2 0 1 1 – 2 0 1 3 CH F 5 8 0 0 0 0
Das biennale Festival ‹Blickfelder› bringt Kindern und Jugendlichen verschiedenste Kunstformen
näher. Künstler und Künstlergruppen treten bei der zweiwöchigen Veranstaltung in einen direkten
Austausch mit den (jungen) Besuchern, die auch selbst künstlerisch aktiv werden.
Um w e lt s c h u l e n – L e r n e n u n d H a n d e l n ⁄ S t i f t u n g Um w e lt b i l d u n g S c h w e i z
2 0 1 0 – 2 0 1 4 CH F 5 0 0 0 0 0
Das Projekt ‹Umweltschulen – Lernen und Handeln› hilft Zürcher Volksschulen, Umweltbildung und
Ökologie langfristig und umfassend in ihren Schulalltag zu integrieren. Im Zentrum der gemeinsamen Initiative der Stiftung Mercator Schweiz und der Stiftung Umweltbildung Schweiz steht das
Netzwerk ‹Umweltschulen›. Das Volksschulamt des Kantons Zürich unterstützt die Initiative.
Z E P P ELIN – F ö r d e r u n g a b G e b u r t ⁄ I n t e r k a n t o n a l e H o c h s c h u l e fü r 2 0 1 1 – 2 0 1 4 CH F 5 0 0 0 0 0
Heilpädagogik Zürich
Das Projekt ZEPPELIN fördert Kinder, die aufgrund ihrer familiären Verhältnisse in ihrer Entwicklung
gefährdet sind, und erhöht damit ihre Bildungschancen nachhaltig. Im Zentrum stehen regelmässige Hausbesuche durch Elterntrainerinnen. Das Projekt unterstützt die Eltern und stärkt die
Zusammenarbeit zwischen Experten aus medizinisch-sozialen Bereichen.
Jugendprojektwettbewerb ‹Projekter› ⁄ okaj Zürich
2 0 1 0 – 2 0 1 3 CH F 3 0 1 8 0 0
Der Zürcher Jugendprojektwettbewerb ‹Projekter› zeichnet gemeinnützige Projekte aus, die Jugendliche zwischen zwölf und 25 Jahren initiiert, geplant und umgesetzt haben. Damit macht er das
vielfältige Engagement Jugendlicher bekannt und ermutigt junge Menschen, sich zu engagieren.
HISTORIA ⁄ V e r e i n d e r S c h w e i z e r i s c h e n G e s c h i c h t s l e h r e r I n n e n 2 0 0 9 – 2 0 1 1 CH F 2 8 5 0 0 0
Der Geschichtswettbewerb an Schulen motiviert junge Menschen dazu, sich unabhängig und kritisch
mit der eigenen und der europäischen Geschichte auseinanderzusetzen. Kultureller Austausch
und Toleranz werden gefördert.
109
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t Studienwochen ⁄ Schweizer Jugend forscht
Fördervolumen
2 0 1 0 – 2 0 1 4 CH F 2 4 0 0 0 0
Kinder und Jugendliche führen in den Studienwochen von ‹Schweizer Jugend forscht› unter professioneller Betreuung kleinere Forschungsarbeiten in ihren Interessensgebieten durch.
Die Stiftung Mercator Schweiz unterstützt die ‹Wildlife Research Week› und die geistes- und
sozialwissenschaftlichen Studienwochen.
LI F T ⁄ N e t z w e r k fü r s o z i a l v e r a n t w o r t l i c h e W i r t s c h a f t 2 0 1 0 – 2 0 1 1 CH F 2 0 0 0 0 0
Mit wöchentlichen Arbeitseinsätzen in Betrieben und Schulungen in Sozial- und Selbstkompetenz
hilft das Förderprogramm LIFT schwachen Schülern ab der 7. Klasse, nach Ende der Schulzeit
einen Platz in der Arbeitswelt zu finden.
S o mm e r a k a d e m i e ⁄ I n f o k l i c k . c h 2 0 1 0 – 2 0 1 2 CH F 1 5 0 0 0 0
Mit der Sommerakademie in Engelberg bietet Infoklick.ch ein Forum für Begegnung, Vernetzung und
Austausch für Kinder- und Jugendförderungsakteure aus Praxis, Wissenschaft, Politik und Verwaltung.
Die Themen wechseln jährlich.
Pa r t n e r s c h a f t Fa h r z e u g - u n d W a g e n pa r k ⁄ S t i f t u n g P i p i s t r e l l o 2 0 1 0 – 2 0 1 2 CH F 1 5 0 0 0 0
Der Mitspiel-Zirkus Circolino Pipistrello tourt von Frühling bis Herbst durch die Schweiz. Eine Woche
lang leben die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen den Traum vom Zirkus. Ihre Künste
präsentieren sie an einer Galavorstellung, deren Organisation vollständig in ihren Händen liegt.
C o mp i S t e r n l i ⁄ V e r e i n C o mp i S t e r n l i 2 0 0 8 – 2 0 1 3 CH F 1 5 0 0 0 0
Kinder zwischen neun und 13 Jahren bieten in ihrer Freizeit als ‹CompiSternli› Computerkurse
für Menschen ab 60 Jahren an.
ARCHE K i n d e r b e g l e i t u n g Z ü r i c h - Aff o lt e r n ⁄ A r c h e Z ü r i c h 2 0 0 7 – 2 0 1 1 CH F 1 2 5 0 0 0
Kinder mit Migrationshintergrund kommen einmal in der Woche für 1,5 Stunden in die Arche Kinderbegleitung in Zürich-Affoltern und treffen sich mit ihrer festen Betreuungsperson. Zusammen
üben sie Deutsch, machen Schulaufgaben, diskutieren, spielen und basteln.
K l i m a w e r k s tat t ⁄ S t i f t u n g my c l i m at e 2 0 0 9 – 2 0 1 1 CH F 1 2 0 0 0 0
Im Projekt ‹Klimawerkstatt› setzen Lehrlinge Ideen zur CO2-Reduktion und effizienteren Energienutzung um. Mit ihren Projekten nehmen sie an einem Wettbewerb teil. Die Öffentlichkeit erlebt, was
junge Berufseinsteiger an Massnahmen erarbeiten und welche Massnahmen einfach umzusetzen sind.
S c h u l h a u s r o m a n ⁄ D i e P r o v i n z Gm b H
2 0 0 9 – 2 0 1 1 CH F 1 1 2 0 0 0
Autoren betreuen Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren während der Schulstunden beim Verfassen ihrer eigenen Erzählung – ihres Schulhausromans. Ziel ist es, lernschwachen Schülern die
Sprache als Ausdrucksmittel zu erschliessen und ihr Selbstbewusstsein in diesem Bereich zu stärken.
Schulen nach Bern ⁄ Verein Schulen nach Bern
2 0 1 0 – 2 0 1 2 CH F 1 0 5 0 0 0
Im Rahmen der Projektwoche ‹Schulen nach Bern› erfahren Schüler der Sekundarstufe I in der
Bundesstadt Bern die nationale Politik hautnah. Höhepunkt ist eine Debatte im Nationalratssaal,
in der die Jugendlichen in die Rolle von Politikern schlüpfen.
K o pfB a l l ⁄ V e r e i n G l at t w ä g s Das dreimonatige Arbeitsmarktintegrationsprojekt ‹KopfBall› kombiniert praktische Arbeit an einem
gemeinnützigen Projekt mit Bildungs- und Qualifizierungsmodulen. Ziel ist es, den Teilnehmern
zu einem grösseren Selbstbewusstsein und zu neuer Motivation zu verhelfen, was ihre Chancen auf
dem Lehrstellenmarkt erhöhen soll.
110
2 0 1 0 – 2 0 1 2 CH F 1 0 3 9 0 0
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t M e r c at o r Y o u t h P r o j e c t F u n d ⁄ I n f o k l i c k . c h Fördervolumen
2 0 1 0 – 2 0 1 2 CH F 1 0 0 0 0 0
Der Mercator Youth Project Fund unterstützt gemeinnützige Jugendprojekte finanziell. Das Geld
fliesst nach Durchführung der Aktionen in den Fonds zurück, damit weitere Projekte davon profitieren
können. Infoklick.ch, die Kinder- und Jugendförderung Schweiz, begleitet die Projekte.
C h a g ALL ⁄ u n t e r s t r a s s . e d u 2 0 0 9 – 2 0 1 4 CH F 1 0 0 0 0 0
Mit einem Förderprogramm bereitet das Zürcher Gymnasium Unterstrass motivierte Jugendliche mit
Migrationshintergrund auf die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium oder die Mittelschule vor.
Das erworbene Wissen soll an staatliche Schulen weitergegeben werden.
I n t e g r at i o n s m o d u l e ⁄ K a n t o n a l e Fa c h s t e l l e fü r I n t e g r at i o n s f r a g e n K a n t o n 2 0 0 9 – 2 0 1 1 CH F 1 0 0 0 0 0
Zürich
Die Kantonale Fachstelle für Integrationsfragen ermöglicht Gemeinden mit den Integrationsmodulen,
die sich in einem Bausteinsystem frei kombinieren lassen, auf ihren spezifischen Bedarf ausgerichtete Integrationsangebote zu beziehen.
A r c h e K i n d e r b e g l e i t u n g Z ü r i c h - Aff o lt e r n ⁄ A r c h e Z ü r i c h 2 0 1 2 – 2 0 1 6 CH F 1 0 0 0 0 0
Kinder mit Migrationshintergrund erfahren in der Arche Kinderbegleitung in Zürich-Affoltern eine
Begleitung durch eine feste Betreuungsperson. Zusammen üben sie Deutsch, machen Schulaufgaben,
diskutieren, spielen und basteln.
Jugendsession ⁄ Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände
2 0 1 0 – 2 0 1 2 CH F 9 0 0 0 0
Die Jugendsession bringt Jugendlichen die nationale Politik näher. Jedes Jahr diskutieren
200 Teilnehmer aktuelle gesellschaftliche Themen im Bundeshaus. Einige ihrer Vorschläge werden
als Petitionen an den Nationalrat weitergeleitet.
S c h w e i z e r J u g e n d f i l m ta g e ⁄ S c h w e i z e r J u g e n d f i l m ta g e 2 0 0 9 – 2 0 1 1 CH F 9 3 0 0 0
Kernstück der Schweizer Jugendfilmtage ist ein Filmwettbewerb. Zu einem jährlich wechselnden Thema
gibt es kostenlose Filmworkshops für Schulklassen, Jugendgruppen und -treffs, die die Stiftung Mercator
Schweiz als Hauptförderin unterstützt. Diese Filme treten im Wettbewerb in einer eigenen Kategorie an.
LISSA - P r e i s ⁄ S t i f t u n g fü r h o c h b e g a b t e K i n d e r 2 0 1 0 – 2 0 1 4 CH F 8 7 0 0 0
Der LISSA-Preis, der alle zwei Jahre vergeben wird, setzt sich für Lernfreude und Begabungsförderung
an Schweizer Schulen ein. Der Preis schafft einen Anreiz, Begabungsförderungsprojekte
auszuarbeiten und durchzuführen, zudem macht er die Konzepte Interessierten zugänglich.
K u n s t u n d B i l d u n g ⁄ S c h w e i z e r i s c h e UNESCO - K o mm i s s i o n 2 0 0 9 – 2 0 1 1 CH F 8 6 0 0 0
Die Schweizerische UNESCO-Kommission möchte die Künste im Schweizer Bildungswesen ausbauen
und Kinder und Jugendliche am Kulturgeschehen aktiv beteiligen. Das geschieht durch Workshops,
Symposien und eine Internet-Plattform.
Step into Action ⁄ euforia
2 0 1 1 CH F 6 0 0 0 0
Der interaktive Parcours sensibilisiert Schüler für Herausforderungen unserer Zeit und zeigt ihnen,
wie sie sich in ihrem lokalen Umfeld für gesellschaftliche Fragen einsetzen können. Ziel ist es,
die Jugendlichen zu freiwilligem Engagement zu ermutigen.
P u b l i k at i o n e n ‹ W e t t e r , M e n s c h , K l i m a › u n d ‹ d i e G r o s s e F l u t › ⁄ 2 0 1 0 – 2 0 1 1 CH F 4 2 0 0 0
Schweizerisches Jugendschriftenwerk
Ein Sachheft bringt Jugendlichen aktuelle Fragen rund um die Themen Wetter, Mensch und Klima näher.
Eine weitere Publikation erzählt die biblische Geschichte von der grossen Flut.
111
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t BNE - B e r u f s b i l d u n g k o n k r e t ⁄ S t i f t u n g c u d r e f i n . 0 2 Fördervolumen
2 0 1 0 – 2 0 1 3 CH F 4 0 0 0 0
Das Projekt untersucht den Stand der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Berufsbildung.
Es liefert einen Einblick, was Berufsbildungsverantwortliche heute im Bereich BNE bereits tun
und was sie diesbezüglich für Anliegen haben.
I c h … D u … W i r ! ⁄ R a d i o s c h u l e k l i pp + k l a n g 2 0 1 0 – 2 0 1 1 CH F 2 6 0 0 0
In zweitägigen Workshops der Radioschule klipp+klang erstellen Jugendliche Audioporträts und
produzieren eigene Radiosendungen. Mit Hilfe des Radioprojekts setzen sich die Teilnehmer
mit ihrem Umfeld auseinander.
3. Schweizer Kinder- und Jugendchorfestival ⁄ Schweizer Kinder- und
2 0 1 1 CH F 2 5 0 0 0
Jugendchorfestival
Chöre aus der ganzen Schweiz kamen beim 3. Kinder- und Jugendchorfestival in Lausanne zusammen.
Sie gaben Konzerte, ausserdem wurden Workshops für die Teilnehmer angeboten.
T h e at e r - u n d B i l d u n g s p r o j e k t ‹ F r e m d ? › ⁄ V e r e i n f r e m d 2 0 1 0 – 2 0 1 1 CH F 1 0 0 0 0
Das transkulturelle Projekt fördert die ästhetische Bildung, die kulturelle Kompetenz und die soziale
Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Schulklassen erarbeiten unter Anleitung
von Theaterschaffenden in sieben Monaten ein Theaterstück.
SJW - H e f t e i n B l i n d e n s c h r i f t ⁄ B i b l i o t h e k fü r B l i n d e u n d S e h b e h i n d e r t e 2 0 1 0 – 2 0 1 1 CH F 1 0 0 0 0
Die Hefte des Schweizerischen Jugendschriftenwerks werden in Blindenschrift herausgegeben, um sie
auch blinden und sehbehinderten Kindern und Jugendlichen zugänglich zu machen.
‹ G u t e n M o r g e n , S c h u l e ! › ⁄ T h e at e r T u c h l a u b e A a r a u 2 0 1 0 – 2 0 1 1 CH F 8 0 0 0
Das Themenfestival zur Schule richtete sich an Kinder, Jugendliche und Lehrer.
N e w Y o r k I n t e r n at i o n a l M u s i c F e s t i v a l ⁄ S ta d t j u g e n d m u s i k W i n t e r t h u r 2 0 1 1 CH F 7 0 0 0
Die Stadtjugendmusik Winterthur nahm an einem internationalen Musikfestival in den USA teil und
machte wertvolle musikalische und internationale Erfahrungen.
D e r G e i g e n d i e b ⁄ V e r e i n ‹ M u s i k t h e at e r u n d m e h r › 2 0 1 0 – 2 0 1 1 CH F 5 0 0 0
Das Musiktheater präsentierte auf spannende und humorvolle Weise verschiedene klassische
und zeitgenössische Musikstücke und einen Popsong. Die Kinder lernten die Instrumente und
den Klang eines Streichquartetts kennen und wurden zum Mitmachen animiert.
V i d i a l o g ‹ W a s J u g e n d l i c h e u n d E r w a c h s e n e v o n e i n a n d e r h a lt e n › ⁄ V i d i a l o g Das Videoprojekt fördert den Dialog zwischen Jugendlichen und Erwachsenen. Beide Seiten machen
ihre Standpunkte im Zusammenleben deutlich und werten in moderierten Gesprächen ihre
Erfahrungen aus. Die entstandenen Filme werden öffentlich gezeigt.
112
2 0 1 0 – 2 0 1 1 CH F 5 0 0 0
D i e S t i f t u n g s a r b e i t i n Z a h l e n Da s St i f t u n g s ja h r 2 011
Laufende Projekte 2011
Kulturen verstehen –
Toleranz lernen
P ROJEKT ⁄ f ö r d e r pa r t n e r L a u fz e i t M e r c at o r K o l l e g fü r I n t e r n at i o n a l e A u f g a b e n ⁄ o p e r at i v e s P r o j e k t d e r S t i f t u n g M e r c at o r S c h w e i z
Fördervolumen
2 0 0 9 – 2 0 1 3 CH F 1 9 1 2 5 0 0
Drei Schweizer Stipendiaten nehmen jährlich mit 20 Deutschen am Mercator Kolleg teil. Sie werden
mit Arbeitseinsätzen und Seminaren auf berufliche Tätigkeiten im internationalen Umfeld vorbereitet.
V 3 – V e r s c h i e d e n h e i t – V i e l fa lt – V e r s t ä n d n i s ⁄ S t i f t u n g 2 0 1 0 – 2 0 1 5 CH F 1 3 8 0 0 0 0
K i n d e r d o r f P e s ta l o zz i Schulen erhalten ein ganzheitliches Bildungsangebot zum interkulturellen Lernen. Schulklassen
nehmen am Austausch im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen teil, das Radiomobil des Kinderdorfes
macht Halt an den Schulen, Lehrpersonen werden fortgebildet.
U n i t y i n D i v e r s i t y ⁄ P fa d i b e w e g u n g S c h w e i z
2 0 1 0 – 2 0 1 4 CH F 7 0 0 0 0 0
Die Pfadibewegung Schweiz organisiert zusammen mit den Pfadiverbänden in Georgien und
Serbien Austauschaktivitäten. In internationalen Pfadilagern und bei Weiterbildungskursen
treffen sich Jugendliche und junge Erwachsene aus den drei Ländern.
F r e i w i l l i g e n d i e n s t i m A u s l a n d ⁄ o p e r at i v e s P r o j e k t d e r S t i f t u n g M e r c at o r 2 0 1 2 – 2 0 1 5 CH F 4 8 0 0 0 0
Schweiz
15 junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren sollen die Möglichkeit erhalten, einen Freiwilligendienst
in Sozial-, Bildungs- oder Umweltschutzprojekten im Ausland zu leisten. Das Programm der
Stiftung Mercator Schweiz in Zusammenarbeit mit Entsendeorganisationen richtet sich konkret an
junge Interessierte mit Berufsausbildung.
V e r m i t t l u n g s s t e l l e i n t e r k u lt u r e l l e V e r m i t t l u n g ⁄ C a r i ta s l u z e r n 2 0 1 0 – 2 0 1 2 CH F 2 1 1 5 0 0
Caritas Luzern bildet interkulturelle Vermittler aus, macht ihre wertvolle Arbeit bei Behörden und
Fachstellen bekannt und vermittelt diese Experten über den Dolmetschdienst, den sie im
Auftrag der Zentralschweizer Kantone führt.
Y WCA C o u n c i l ⁄ c e v i s c h w e i z
2 0 1 1 CH F 7 3 5 0 0
150 Volontäre aktivierte der Cevi für den Weltfrauenrat, der 2011 in Zürich stattfand. 1 000 Frauen
aus 100 Ländern diskutierten zum Thema ‹Frauen schaffen eine sichere Welt›. Die Veranstaltung
war auf das Engagement von Freiwilligen angewiesen.
I n t e r k u lt u r e l l e , k r e at i v e P r o j e k t w o c h e n i n B o s n i e n ⁄ V e r e i n i d e m o 2 0 1 1 – 2 0 1 3 CH F 3 9 9 0 0
Junge Erwachsene aus der Schweiz initiieren und begleiten vierwöchige kreative und aktive Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche in Bosnien-Herzegowina.
Youth Rep ⁄ Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände
2 0 0 9 – 2 0 1 1 CH F 3 0 0 0 0
Schweizer Jugendliche engagieren sich für die Erarbeitung von Schwerpunkten einer internationalen
Jugendpolitik. Die Jugendlichen nehmen als Teil der offiziellen Schweizer Delegation an
internationalen Konferenzen teil.
I n t e r n at i o n a l e s A r b e i t s t r e ff e n D e u t s c h a l s F r e m d s p r a c h e ⁄ A r b e i t s k r e i s 2 0 0 9 – 2 0 1 1 CH F 1 0 0 0 0
Deutsch als Fremdsprache
Beim internationalen Arbeitstreffen der Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrkräfte gehen die Teilnehmer in
Vorträgen und Workshops der Frage nach, wie der Umgang mit Sprache in den deutschsprachigen
Ländern das Zusammenleben beeinflusst.
J u g e n d a u s ta u s c h S c h w e i z - GUS ⁄ S t i f t u n g J u g e n d a u s ta u s c h S c h w e i z - GUS
2 0 1 1 CH F 7 0 0 0
Jugendliche aus der Schweiz und den Oststaaten tauschten sich aus, lernten sich kennen und setzten
sich mit der jeweils anderen Kultur auseinander.
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Imp r e s s u m
HERAUSGEBER
Bildnachweis
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Gartenstrasse 33
Postfach 2148
CH – 8022 Zürich
Tel.+ 41 (0) 4 4 206 55 80
Fax + 41 (0) 4 4 206 55 85
info @ stiftung - m ercator.ch
www.stiftung - m ercator.ch
Cover, S. 2–15, 32, 43– 4 5, 50, 52– 5 5,
62– 6 4, 65– 6 6, 69 ⁄ Jonas Jäggy
S. 24–25, 34–36, 38–39, 88– 8 9 ⁄ Brigit Rufer
S. 24–25, 42, 59 ⁄ Dominique Fischer
S. 34 ⁄ Smitha Krishan
S. 41 ⁄ Universität Zürich
S. 46, 70–71, 76–78, 82 ⁄ Cornelia Biotti
S. 56–57 ⁄ Fachhochschule Nordwestschweiz
S. 61 ⁄ Stiftung Dialog
S. 73 ⁄ Andreas Baumberger
S. 74 – 7 5 ⁄ Christoph Hurni, Philippe Garyanati
S. 79 ⁄ Jungwacht Blauring Kanton Solothurn
S. 85 ⁄ David Ausserhofer
S. 86–87 ⁄ Zürcher Hochschule der Künste
redaktion
Nadine Fieke
g ESTALTUNG
Rob&Rose
Lithografie
Andreas Muster, Basel
druck
Odermatt AG, Dallenwil
Die Druckerei Odermatt wurde mit dem FSC-Zertifikat
ausgezeichnet und druckt nach FSC-Richtlinien.
pa p i e r
Munken Lynx ist ein vom Forest Stewardship Council
(FSC) zertifiziertes Papier und stammt aus nachhaltig
bewirtschafteten Wäldern.
SC2012050404 - swissclimate.ch
auflage
1 200 Exemplare
© Stiftung Mercator Schweiz 2012
114
S t i f t u n g M e r c at o r S c h w e i z
Gartenstrasse 33
P o s t fa c h 2 1 4 8
CH – 8 0 2 2 Z ü r i c h
+41 ( 0 )44 206 55 80
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