SF_2014_3 - Unfallkasse Sachsen

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SF_2014_3 - Unfallkasse Sachsen
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Sicherheits
forum
3 . 2014
Mitteilungsblatt der
Unfallkasse Sachsen-Anhalt
Rückengerecht arbeiten
im Rettungsdienst
Tipps für mehr Bewegung
im Büroalltag
Sinnvoller Impfschutz
in Kitas
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Sicherheits
forum
Inhalt
Prävention
Mitteilungen
Rückengerecht arbeiten im Rettungsdienst
4
Lasten besser rollen statt tragen
6
Tipps für mehr Bewegung im Büroalltag
8
Risiko Rücken: Weniger als die Hälfte der Unternehmen
beugt systematisch Rückenbeschwerden vor
9
Preisverleihung der Berufsschulaktion
„Jugend will sich-er-leben“
10
Sinnvoller Impfschutz in Kitas
11
Schulanfänger mit dem Rad zur Schule?
14
Neues aus dem staatlichen Arbeitsschutzrecht
15
Fachkräfte für Arbeitssicherheit im Mansfelder Land
17
Informationen für Kita und Schule
18
Beste Arbeitsschutzfilme und
Multimediaproduktionen ausgezeichnet
20
Aktuelles zum Arbeits- und Gesundheitsschutz
22
Neue Druckschriften
26
Impressum
27
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Liebe Leserinnen und Leser!
Rückengerechtes Arbeiten ist für viele Berufsgruppen ein sehr wichtiges Thema,
insbesondere für Mitarbeiter in Rettungsdiensten. Ohne geeignete Trage- oder
Transporthilfen können sie ihre Arbeit bei Einsätzen nicht bewältigen. Erschwerend
kommt hinzu, dass die Hilfeleistung für Verletzte und deren Abtransport ins Krankenhaus unter sehr hohem Zeitdruck ablaufen. So bleibt kaum Zeit für Gedanken
an die eigene Gesundheit bzw. an rückengerechtes Arbeiten. Einerseits sind die
Mitarbeiter selbst gefordert, sich für diese Anforderungen körperlich fit zu halten.
Doch auch die Träger von Rettungsdiensten haben hier eine besondere Verantwortung. Sie müssen ihre Mitarbeiter mit regelmäßigen Schulungen und durch Bereitstellung moderner technischer Hilfsmittel wirksam unterstützen.
Aufgrund des oft engen Kontaktes mit teilweise erkrankten Kindern sind Erzieherinnen und Erzieher in Kindertagesstätten im Vergleich zu anderen Berufsgruppen
einer erhöhten Infektionsgefährdung ausgesetzt. Die wirksamsten Präventionsmaßnahmen sind die arbeitsmedizinische Vorsorge und ein ausreichender Impfschutz. Was es dabei zu beachten gibt, darüber informiert der Artikel auf Seite 11.
Er unterstreicht noch einmal die Pflicht der Arbeitgeber, allen Beschäftigten in der
vorschulischen Kinderbetreuung, die regelmäßigen und direkten Kontakt zu Kindern haben, eine arbeitsmedizinische Vorsorge bezüglich Infektionsgefährdung anzubieten. Die Vorsorge ist bereits zu veranlassen, bevor Beschäftigte ihre Tätigkeit
in einer Kita aufnehmen.
Ihre Redaktion
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Prävention
Rückengerecht arbeiten
im Rettungsdienst
Personen im Rettungsdienst sind physisch und psychisch
sehr hohen Belastungen ausgesetzt. Ob die Fahrt zum Unfallort, die Organisation und Hilfe für Verletzte bzw. Erkrankte
oder der Abtransport ins Krankenhaus – alles geschieht unter hohem Zeitdruck.
Für Gedanken an die eigene Gesundheit bzw. an ein rückengerechtes Arbeiten
bleibt da kaum Zeit. Die Träger der Rettungsdienste sind deshalb besonders
gefordert, zur Unterstützung ihrer Mitarbeiter in technische Hilfsmittel zu investieren.
n vielen Berufen gehören schweres
Heben und Tragen zum Arbeitsalltag.
So leiden vor allem im Gesundheitsdienst überdurchschnittlich viele Beschäftigte an bandscheibenbedingten
Erkrankungen der Lendenwirbelsäule.
Die Anwendung falscher Techniken
beim Bewegen von Patienten, das Arbeiten in gebeugter bzw. ungünstiger
Körperhaltung und das Fehlen oder
Nichtbenutzen technischer Hilfsmittel
sind nur einige Ursachen dafür.
Deshalb müssen alle Krankenhäuser
und Pflegeheime mit technischen Hilfsmitteln ausgestattet werden, wie z.B.
elektrische Betten, Lifter oder Aufstehhilfen, die dem Personal die körperlich
schweren Belastungen im Umgang mit
Patienten erleichtern.
I
Für den Rettungsdienst gilt im Grunde
das Gleiche, denn ohne geeignete
4
Trage- oder Transporthilfen ist die Arbeit in diesem Bereich nicht zu bewältigen. Erschwerend für die Mitarbeiter
kommt noch hinzu, dass es bei ihrer
Arbeit um die Rettung in medizinischen Notfällen geht, d.h. um sekundenschnelle richtige Entscheidungen.
Schließlich ist es meist nur eine Sache
von Minuten, ob ein Unfallopfer oder
Erkrankter überlebt.
Kein Notfalleinsatz gleicht dem anderen, jeder stellt Rettungssanitäter oder
-assistenten vor neue Herausforderungen. Sie müssen stets schnell zur
Stelle sein und sich sofort ein Bild
über das Ausmaß von Verletzungen
oder Erkrankungen machen. Je nach
Situation müssen sie Erste Hilfe leisten, die Transportfähigkeit der erkrankten oder verletzten Person herstellen und sie während der Fahrt ins
Krankenhaus beobachten sowie versorgen. In diesen Situationen rückt der
Gedanke an rückenschonendes Heben oder Tragen in den Hintergrund.
Dabei sind vor allem die körperlichen
Belastungen während solcher Einsätze
nicht zu unterschätzen. Besonders
das Tragen der Patienten durch teilweise enge Treppenhäuser oder von
Unfallstellen zum Krankentransportwagen ist mit einer hohen Belastung
für den Rücken verbunden.
Arbeitgeber tragen hier eine besondere Verantwortung für ihre Mitarbeiter. Sie haben entsprechend der Lastenhandhabungsverordnung zielführende organisatorische Maßnahmen
zu treffen und/oder geeignete Arbeitsmittel einzusetzen, um manuelle Handhabungen von Lasten, die für die Beschäftigten eine Gefährdung insbe-
Sicherheitsforum
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Prävention
den. Beim Transport von Verletzten
sollen hier mindestens drei Personen
anfassen, bei schweren Verletzten
besser aber sechs.
sondere der Lendenwirbelsäule mit
sich bringen, zu vermeiden.
Nachfolgend sind einige Probleme und
Lösungsmöglichkeiten für rückenschonendes Arbeiten im Rettungsdienst
aufgezeigt.
Rückenbelastungen durch
technische
Hilfen senken
Grundsätzlich sind die Bewegungsabläufe im Rettungsdienst für die Gesundheit des Rückens sehr ungünstig.
So müssen Rettungssanitäter in kürzester Zeit von einer Minute auf die andere schwere Lasten heben und tragen, danach dann wieder lange Zeit
nichts. Die Belastung des Rückens
wechselt, insbesondere beim schnellen ruckartigen Bewegen oder Anheben von Verletzten, in sehr kurzer Zeit
mehrmals von Null auf einen maximalen Wert. Es gibt also keine Zeit, die
Muskeln vorher auf die zu erwartende
Belastung vorzubereiten.
Durchschnittlich werden so in einer
24-Stunden-Schicht 4 bis 5 Einsätze
gefahren, in denen etwa 2 bis 3 Patienten gehoben und getragen werden
müssen.
Problematisch für die Rettungssanitäter ist weiterhin, Verletzte oder Erkrankte aus engen Räumen zu transportieren. Sie befinden sich manchmal
ungünstig in Ecken, so dass es
schwierig ist, sie auf die Trage zu legen. Handelt es sich darüber hinaus
noch um Personen mit erheblichem
Körpergewicht, wird die Bergung bzw.
der Transport zur Herausforderung.
Ohne zusätzliche Hilfen, z. B. durch
die Feuerwehr, ist dann der Transport
nahezu unmöglich.
Rettungsdienste in Magdeburg, dem
Harz oder der Altmark haben daher
bereits aufgerüstet.
In normalen Rettungstransportwagen
(RTW) sind die Tragetische für Gewichte von max. 160 kg ausgelegt.
Doch das ist nur die technische Grenze. Beachtet werden muss auch die
persönliche Grenze eines jeden Mitarbeiters bzw. sein Leistungsvermögen.
Für Einsätze mit schwereren Patienten
hat z.B. die Magdeburger Berufsfeuerwehr extra einen alten RTW mit größeren Transportschalen, Seilwinde und
Rampe umrüsten lassen.
Beim Rettungsdienst in Stendal gibt
es für schwere Patienten einen Schwerlast-RTW für 4,7 t, der u. a. über zusätzliche Hilfsmittel für den Patiententransfer verfügt, bspw. eine Vakuummatratze mit mehr Griffen oder ein
Tragetuch mit Kunststoffkufen, mit
dem man die Patienten über die Treppe gleiten lassen kann. Letzteres ist
aber nur eine Notlösung, damit
schwere Patienten überhaupt bewältigt werden können. Die Vakuummatratze wird insbesondere bei Verkehrsunfällen eingesetzt, wenn Brüche vorhanden oder zu vermuten sind. Sie
kann an den Körper angepasst wer-
Neben diesen zusätzlichen Hilfsmitteln
ist dieses Fahrzeug mit einer elektrohydraulisch steuerbaren Schwerlasttrage ausgestattet. Sie kann praktisch
mit nur einem Finger bedient werden.
Das Beladesystem zieht die Trage wie
einen Container hoch und hat eine
maximale Tragfähigkeit bis 318 kg.
Somit wird der Be- und Entladevorgang erleichtert. Weiterhin besteht die
Möglichkeit, die Trage für den Transport in einem Fahrstuhl zu verkürzen.
Darüber hinaus verfügt der normale
RTW in Stendal über einen Tragesessel mit Raupensystem, dem „StairPRO“. Er ermöglicht Einsatzkräften,
Patienten ohne Heben treppabwärts
zu transportieren. Der Patient sitzt im
Stuhl. Ein Rettungssanitäter fasst die
hinteren, ein anderer die vorderen Griffe an, so dass der Tragesessel über
die Treppe nur noch geführt werden
muss. Der Sessel fährt dann wie eine
Raupe die Treppen hinunter. Die Bedienerposition, die längenverstellbaren
Griffe, der Spurwinkel und das integrierte Treppenfahrsystem für den
Treppab-Transport gewährleisten eine
sichere Beförderung von Personen.
Aufgrund der steigenden körperlichen
Anforderungen an Rettungskräfte planen immer mehr Rettungsunternehmen entweder die Beschaffung solcher Fahrzeuge oder die Ausstattung
des vorhandenen Fahrzeugparks mit
moderneren Hilfsmitteln. Dies ist dringend notwendig, wenn auch mit hohen Kosten verbunden.
Vor allem das Gewicht von Verletzten
oder Erkrankten wird für die Rettungsdienste zunehmend zu einem Problem.
Oft muss bei schweren Patienten das
Team vor Ort ein zweites anfordern,
damit 4 Personen beim Transport anfassen können. Reicht das nicht aus,
muss fremde Hilfe, z.B. die Feuerwehr,
angefordert werden. Dies geschieht in
den letzten Jahren immer öfter.
Sicherheitsforum
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Prävention
Regelmäßiges
Training und
Schulung
Um Rückenbeschwerden in diesem
Arbeitsbereich wirksam vorzubeugen,
sind neben der Verbesserung der Ausstattung mit technischen Hilfsmitteln
auch die Mitarbeiter selbst gefordert.
Um für Einsätze körperlich gut vorbereitet zu sein, sollten sie regelmäßig
trainieren und sich sportlich fit halten.
Arbeitgeber können sie unterstützen
und ihnen verschiedene Angebote entweder während oder nach der Arbeit
unterbreiten. Verfügen die Arbeitsräume über ausreichend Platz, können
dort bspw. einfache Sportgeräte aufgestellt werden, an denen sich die
Mitarbeiter in den freien Zeiten während oder nach der Schicht sportlich
betätigen können.
Generell sind Arbeitgeber im Rettungsdienst in der Pflicht, im Rahmen von
Gefährdungsbeurteilungen nach dem
Arbeitsschutzgesetz, die konkreten
Belastungen in diesem Arbeitsbereich
zu ermitteln und entsprechende prä-
ventive Maßnahmen einzuleiten und
umzusetzen. Dazu gehören neben der
Bereitstellung technischer Hilfsmittel
und organisatorischer Regelungen
auch Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung sowie regelmäßige
Schulungen und Unterweisungen. So
sollten alle Mitarbeiter im Rettungsdienst, die an der Versorgung schwergewichtiger Patienten beteiligt sind, in
einem Bewegungs- und Transferkonzept geschult und in die Handhabung
technischer Hilfsmittel unterwiesen
werden.
Dagmar Richter
Lasten besser rollen statt tragen
Haltung bewahren! Dies gilt auch beim Einsatz von rollenden
Hilfsmitteln wie Sackkarre, Handwagen, Griffroller und Co. Mit
den wendigen Helfern fällt der Transport von mittelschweren
Lasten deutlich leichter. Damit die Entlastung jedoch nicht zu
einer Belastung wird, gibt die Präventionskampagne „Denk an
mich. Dein Rücken“ Tipps zum sicheren Umgang mit rollenden
Hilfsmitteln.
b Blumenerde, Paketanlieferung
oder Getränkekisten: Rollen ist
oftmals besser als tragen. „Doch beim
Ziehen und Schieben kann der HandArm-Schulter-Bereich besonders belastet sein“, erläutert Prof. Dr. Rolf Ellegast, stellvertretender Leiter des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen
Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA).
„Abhängig vom Kraftaufwand und von
der Körperhaltung können zudem die
O
6
Lendenwirbelsäule sowie die Hüftund Kniegelenke in Mitleidenschaft
gezogen werden.“ Um diese Belastungen weitestgehend zu vermeiden,
empfiehlt der Experte, folgende Hinweise zu beachten:
• Haltung bewahren! Die beladenen
Hilfsmittel sollten nicht ruckartig angehoben, gezogen oder geschoben
werden. Um einseitige Belastungen
und Zwangshaltungen zu vermeiden,
sollten Beschäftigte eine aufrechte
Körperhaltung mit nicht verdrehtem
und möglichst geradem Rücken einnehmen.
• Auf das richtige Hilfsmittel setzen:
Nicht jedes Hilfsmittel ist für jede
Last und jeden Transport geeignet.
Wer etwa Stufen überbrücken muss,
sollte einen Treppenkarren nutzen.
Sicherheitsforum
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Prävention
Ist der Untergrund uneben und nicht
befestigt, wie zum Beispiel im Garten, sollten die Reifen des Hilfsmittels eine ausreichende Größe und
ein tiefes Profil haben.
• Auf das Maximalgewicht achten! Die
Hilfsmittel sollten niemals über das
von den Herstellern angegebenen
Maximalgewicht überladen werden.
Die Last sollte nach Möglichkeit mittig aufgesetzt werden.
• Richtig einkaufen: Wer bereits beim
Einkauf auf das GS-Zeichen achtet
(„Geprüfte Sicherheit“), erspart sich
Folgekosten und unangenehme
Überraschungen. Sollen verschiedene Personen mit dem Hilfsmittel
arbeiten können, sollte die Griffhöhe
in der Höhe verstellbar sein.
Gefährdungsbeurteilung ist Pflicht! Im
Job ist beim Transportieren von Lasten eine Gefährdungsbeurteilung
Pflicht. Nach den so genannten Leitmerkmalmethoden können die Risiken
für die körperliche Überbelastung für
jeden Beschäftigten individuell ermittelt werden. So ist die Höhe der körperlichen Belastungen abhängig von
der Art des Hilfsmittels, vom Lastgewicht, der Körperhaltung und Bewegungsgeschwindigkeit, der Dauer und
Häufigkeit der Lastenhandhabung und
den Ausführungsbedingungen. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen
beraten bei der Durchführung der
Gefährdungsbeurteilung und bei der
Wahl der richtigen Hilfsmittel.
Eine Übersicht über die wichtigsten
Hilfsmittel zum Ziehen und Schieben
leichter bis mittelschwerer Lasten finden Sie unter www.deinruecken.de
(Webcode: dam12951). Hinweise zur
Gefährdungsbeurteilung bei körperlichen Belastungen finden sich finden
sich unter www.deinruecken.de
(Webcode: dam10793).
Hintergrund
„Denk an mich.
Dein Rücken“
In der Präventionskampagne „Denk an
mich. Dein Rücken“ arbeiten die Berufsgenossenschaften, Unfallkassen,
ihr Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), die
Sozialversicherung für Landwirtschaft,
Forsten und Gartenbau und die Knappschaft zusammen. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, Rückenbelastungen
zu verringern.
Quelle: DGUV
Sicherheitsforum
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Tipps für mehr
Bewegung im
Büroalltag
u wenig Bewegung am Arbeitsplatz kann zu Rückenschmerzen,
Konzentrationsstörungen und Verspannungen führen. Arbeitnehmer
sollten während eines Bürotages daher im Schnitt nur 60 Prozent der Zeit
sitzen. Den Rest der Zeit verbringen
Sie am besten stehend (30 Prozent)
oder verschaffen sich im Büro etwas
Bewegung (10 Prozent). Nachfolgende
Tipps sollen Ihnen dabei helfen, Bewegung in den Alltag zu bringen:
Z
1. Sitzposition wechseln
Wer viel am Schreibtisch sitzt, sollte
wenigstens etwas Abwechslung in die
Sitzposition bringen. Das hält die Muskeln in Spannung. Nicht nur die Beine,
auch der gesamte Oberkörper kann
dabei bewegt werden.
2. Öfter mal aufstehen
Ordnen Sie nicht alle Arbeitsmaterialien um sich herum an. Platzieren Sie
Gegenstände, die Sie regelmäßig benötigen, außerhalb Ihrer Reichweite.
Richten Sie es ein, dass Sie zum Kopieren, Ausdrucken und ähnlichen
Tätigkeiten ihr Büro verlassen oder zumindest aufstehen müssen.
3. Hände weg vom Telefon
Rufen Sie Ihre Kollegen nicht innerhalb
des Hauses an. Statten Sie den Kollegen lieber hin und wieder einen Besuch ab. Eine persönliche Begegnung
ist besser für das Betriebsklima als z. B.
das Schreiben von E-Mails.
4. Telefonieren im Stehen
Im Stehen sind Sie ein aktiverer und
aufmerksamerer Gesprächspartner.
Ein Mobiltelefon ermöglicht auch das
Auf und Ab gehen.
5. Stehpult oder Sideboard nutzen
Ideal ist natürlich ein höhenverstellbarer Schreibtisch, den Sie auch als Stehpult nutzen können. Alternativ kann
ein Sideboard die passende Höhe haben. Probieren Sie es aus!
6. Besser und kreativer denken
Konzeptionelle und strategische
Überlegungen kann man wunderbar
im Stehen oder im Gehen entwickeln.
7. Steh-Meetings
Kurze Konferenzen, Meetings und Besprechungen lassen sich im Stehen
durchführen. Diese sind meist kürzer
und effektiver.
8. Treppe statt Aufzug
Verzichten Sie auf Aufzüge und Rolltreppen und nehmen stattdessen die
Treppe.
9. Bewegte Mittagspause
Verlassen Sie in der Mittagspause den
Arbeitsplatz. Das hilft, den Kopf frei zu
bekommen und abzuschalten. Ein kleiner Spaziergang ist ideal, um neue
Energie zu tanken.
10. Rechtzeitig aussteigen
Überlegen Sie sich einen „bewegten“
Weg zur Arbeit. Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind:
Steigen Sie eine Station früher aus
und gehen den Rest der Strecke zu
Fuß. Für Autofahrer gilt: nicht vor der
Haustür parken.
Nehmen Sie Ihre Gesundheit selbst in
die Hand. Schaffen Sie sich einen starken Rücken an! Dazu gibt es auch im
Internetportal www.deinruecken.de
zahlreiche Tipps zum rückengerechten
Verhalten.
Noch ein Vorschlag zum Schluss:
Hängen Sie sich diese Tipps in’s Büro,
man wird dann öfter daran erinnert. Ihr
Rücken wird es Ihnen danken.
Quelle:
Unfallkasse Baden-Württemberg
Sicherheitsforum
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Risiko Rücken: Weniger
als die Hälfte der Unternehmen beugt systematisch Rückenbeschwerden vor
Das geht aus einer Befragung im Auftrag der Kampagne „Denk an mich. Dein
Rücken“ hervor. So berücksichtigt zum Beispiel nur knapp jeder zweite Betrieb
körperliche Belastungen des Rückens bei der Beurteilung von Gefahren im
Betrieb. Das Ergebnis überrascht: Denn insgesamt geben rund drei Viertel der
Unternehmen und Beschäftigten an, dass Rückenbelastungen im Arbeitsalltag
für sie eine Rolle spielen.
„Rückenerkrankungen gelten als Volkskrankheit Nummer 1“, sagt Dr. Walter
Eichendorf, stv. Hauptgeschäftsführer
der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). „Um Rückenbeschwerden vorzubeugen und zu vermeiden, ist es daher wichtig, auch
Risiken und Gefahren im Arbeitsumfeld zu erkennen und zu beseitigen.“
Wo es um das Bewegen schwerer Lasten geht, sind die meisten Unternehmen gut aufgestellt. Laut IAG Report
geben 90 Prozent der Unternehmen
an, über Hebe- und Tragehilfen zu verfügen, wo sie erforderlich sind. Die Beschäftigten bewerten die Situation etwas kritischer. Doch auch hier geben
rund 80 Prozent an, dass Hilfsmittel
zum Transportieren vorhanden sind.
Rückenbeschwerden können jedoch
nicht nur auf körperliche Beanspruchung zurückgehen. Stress durch hohen Zeitdruck oder durch schlechte
Führung kann sich gleichermaßen auf
die Rückengesundheit auswirken.
„Unsere Untersuchung hat allerdings
gezeigt, dass lediglich ein Drittel der
Unternehmen psychische Belastungen
bei der Beurteilung von Gefahren be-
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rücksichtigt.“, so Eichendorf. „Hier
könnten die Betriebe direkt ansetzen,
um Ausfallzeiten durch Rückenbeschwerden zu verringern.“
Eine gute Präventionskultur im Unternehmen sei darüber hinaus der beste
Weg, Rückenbelastungen bei der Arbeit zu verhindern, so Eichendorf.
„Präventionskultur bedeutet, dass das
Thema Sicherheit und Gesundheit systematisch und ganzheitlich in die
Prozesse und Strukturen des Unternehmens integriert ist.“ Auch hier gibt
es Nachholbedarf: Bisher hat zum
Beispiel weniger als die Hälfte der Unternehmen Gesundheitsziele in ihrem
Leitbild verankert.
Das Institut für Arbeit und Gesundheit
der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) hat im Rahmen der
Präventionskampagne „Denk an mich.
Dein Rücken“ deutschlandweit rund
2.600 Beschäftigte, 1.600 Unternehmerinnen und Unternehmer sowie
rund 800 Fachkräfte für Arbeitssicherheit zur aktuellen betrieblichen Situation in Bezug auf das Thema Rücken
befragt. Der IAG Report kann auf
www.deinruecken.de heruntergeladen
werden.
Quelle: DGUV
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Prävention
Preisverleihung der
Berufsschulaktion
„Jugend will sicher-leben“
Auszubildende der berufsbildenden Schule
Im Schuljahr 2013/14 hat sich die Aktion „Ju- „Friedrich List“ in Halle waren die bundesweiten
gend will sich-er-leben“ der DGUV-Kampagne Gewinner des Kreativpreises.
„Denk an mich. Dein Rücken“ angeschlossen. Aus gutem Grund, denn Rückenschmerzen kennen kein Alter. Das erfahren leider auch zunehmend junge
Menschen. Ziel dieser Aktion und des Wettbewerbs im zurückliegenden Berufsschuljahr war es, Auszubildende mit diesem Thema zu konfrontieren und
sie zu ermuntern, ihrem Rücken eine stärkere Beachtung zu schenken.
konnten sich z. B. 83 Auszubildende
über Geldpreise im Wert von 55 bis
850 Euro freuen, darunter 28 aus
Sachsen-Anhalt.
ass Rückenbeschwerden nicht
längst zu einem ganz praktischen
Umdenken geführt haben, ist recht erstaunlich. Vor allem, wenn man weiß,
welche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit wegen Rückenschmerzen entstehen. In ihrem jährlichen Bericht über
Sicherheit und Gesundheit bei der
Arbeit weist die Bundesregierung zwar
Rückenerkrankungen nicht separat
aus, nur alle Muskel-Skelett-Erkrankungen zusammen – und Rückenerkrankungen sind ein Teil davon. Sie
sorgen aber dafür, dass Waren und
Dienstleistungen im Wert von 19
Milliarden Euro nicht hergestellt oder
geleistet werden können. Keine andere Erkrankung hat einen größeren
Einfluss auf die Volkswirtschaft als
Erkrankungen des Muskel-SkelettSystems.
D
Dies den Jugendlichen zu vermitteln
und für das Thema Rückengesundheit
im Arbeitsalltag zu sensibilisieren, war
die Zielstellung der diesjährigen Berufsschulaktion. Teil der Aktion „Jugend
will sich-er-leben“ waren zahlreiche
Wettbewerbe, in denen sowohl die
Azubis als auch die Schulen attraktive
Preise gewinnen konnten. Einige Klassen stellten so in verschiedenen Projekten ihre Kreativität unter Beweis.
Sie führten beispielsweise in den Klassen regelmäßige Rückenübungen
durch, klärten mit Infoständen ihre
Mitschülerinnen und Mitschüler über
das Thema auf und gaben wertvolle
10
Insgesamt nahmen 69 berufsbildende
Schulen mit ihren Auszubildenden aus
Sachsen-Anhalt und dem östlichen
Niedersachsen an der Aktion teil.
Besonders erfolgreich war die berufsbildende Schule „Eike von Repgow“ in
Magdeburg, die berufsbildende Schule V in Halle und die berufsbildende
Schule 1 in Stendal. Sie konnten mit
ihren Beiträgen Geldgewinne bis zu
600 Euro in der Kategorie der Schulpreise erzielen.
Tipps und Ratschläge für eine individuelle optimale Beanspruchung des
Rückens.
Die Abschlussveranstaltung der Berufsschulaktion fand am 6.05.2014 in
Wolfsburg statt. Als besonderer Veranstaltungsort diente das Wissenschaftstheater des phaeno – das durch seine
Experimentierlandschaft und außergewöhnliche Architektur bekannte Science Center. Im Laufe der Veranstaltung
wurden durch den Präventionsleiter
des Landesverbandes Nordwest der
DGUV, Dr. Jörg Hedtmann, Preise für
Schülerinnen und Schüler, Schulen sowie für Kreativbeiträge übergeben. So
Der sogenannte „Kreativpreis“ war ein
zusätzlicher Sonderpreis: Berufsschulklassen konnten hier Geldpreise
gewinnen, wenn sie sich auf eine kreative Weise mit dem jeweiligen Aktionsthema beschäftigen. In dieser besonderen Kategorie konnte die berufsbildende Schule „Geschwister Scholl“
Magdeburg, der Bereich 2 der berufsbildenden Schule „Conrad Tack“ in
Magdeburgerforth sowie die berufsbildenden Schulen in Naumburg und
Quedlinburg Erfolge verbuchen. Die
berufsbildende Schule IV „Friedrich
List“ in Halle konnte sich sogar im
weiterführenden bundesweiten Wettbewerb durchsetzen und gewann hier
den 1. Platz.
Matthias Meyer
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Prävention
Sinnvoller Impfschutz in Kitas
An den für Kinder im Vorschulalter typischen Krankheiten können auch Erwachsene erkranken. Daher besteht eine erhöhte Infektionsgefährdung für
Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten. Welche Schutzmöglichkeiten gibt
es? Und wer ist verantwortlich?
it der Prävention von Infektionserkrankungen muss sich sowohl
der Arbeitsschutz, der alle Arbeitnehmer betrifft, als auch der Mutterschutz,
der dem Schutz der werdenden und
stillenden Mutter dient, beschäftigen.
Zu beachten ist dabei vor allem, dass
jede Erzieherin im gebärfähigen Alter
schwanger werden könnte und bestimmte Maßnahmen daher bereits im
Vorfeld getroffen werden sollten.
M
auf die Erzieherinnen und Erzieher zu,
während beispielsweise Reinigungsoder Küchenpersonal nicht betroffen
ist. Der Betreiber des Kindergartens
hat die arbeitsmedizinische Vorsorge
zu veranlassen, bevor die Beschäftigten ihre Tätigkeiten aufnehmen.
Für Impfschutz
sorgen
Im Rahmen der Vorsorge kontrolliert
der Arzt den Impfstatus für Masern,
Mumps, Röteln, Windpocken und
Keuchhusten anhand des Impfpasses.
Im Zweifelsfall kann er auch Blutuntersuchungen zur Feststellung der Immunitätslage durchführen. Falls die Immunität fehlt, der Impfstatus unklar ist
Nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) hat die
Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber
eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge aller Beschäftigten auf
der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung zu veranlassen. Bei der Gefährdungsbeurteilung haben sie sich nach
der Biostoffverordnung (BioStoffV)
fachkundig beraten zu lassen, sofern
sie nicht selbst über die erforderlichen
Kenntnisse verfügen. Fachkundige
Personen sind insbesondere die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt.
Arbeitsmedizinische Vorsorge
ist Pflicht
Bei der arbeitsmedizinischen Vorsorge
gilt den klassischen Kinderkrankheiten
wie Masern, Mumps, Röteln, Windpocken und Keuchhusten ein besonderes Augenmerk. Die Übertragung
dieser Krankheitserreger erfolgt in der
Regel durch Tröpfcheninfektion oder
durch engen Körperkontakt. Daher
legt die ArbMedVV fest: Für alle Beschäftigten in der vorschulischen Kinderbetreuung, die regelmäßigen und
direkten Kontakt zu Kindern haben, ist
eine arbeitsmedizinische Vorsorge bezüglich der Infektionsgefährdung
durch diese Erreger Pflicht. Dies trifft
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Vorschriften und Regelwerk
• Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)
• Verordnung über Sicherheit und
Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten
mit biologischen Arbeitsstoffen
(Biostoffverordnung – BioStoffV)
• Gesetz zum Schutz der erwerbstätigen Mutter (Mutterschutzgesetz –
MuSchG)
• Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV)
oder Impflücken bestehen, berät der
Arzt und unterbreitet ein Impfangebot.
Die Kosten für die Impfung hat der
Arbeitgeber zu tragen. Wird das Impfangebot angenommen oder besteht
bereits Immunität, kann so lange auf
weitere Nachuntersuchungen verzichtet werden, bis Auffrischimpfungen
nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert KochInstitut (STIKO) notwendig sind. Wird
das Impfangebot abgelehnt, führt das
nicht automatisch dazu, dass gesundheitliche Bedenken gegen die Aus-
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Prävention
• die notwendigen Maßnahmen zum
Schutze der Mütter am Arbeitsplatz
zu treffen. Konkret kann das bedeuten, dass eine gefährdete Schwangere an einen anderen Arbeitsplatz
umgesetzt werden oder aber ein –
unter Umständen nur befristetes –
Beschäftigungsverbot ausgesprochen
werden muss.
Gefahren in
der Schwangerschaft
übung der Tätigkeit ausgesprochen
werden. Der Arbeitgeber ist in diesem
Fall jedoch verpflichtet, regelmäßige
Nachuntersuchungen mit erneutem
Impfangebot zu veranlassen.
Wird in der Gefährdungsbeurteilung
festgestellt, dass eine Infektionsgefährdung durch weitere Erreger besteht und diese durch getroffene Schutzmaßnahmen nicht ausgeschlossen
werden kann, muss der Arbeitgeber
den Beschäftigten diesbezüglich eine
arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten. Die Beschäftigten können das
Angebot aber auch ablehnen. Beispiele
für weitere mögliche Infektionsgefährdungen in Kindertageseinrichtungen
sind Hepatitis A und Hepatitis B.
Hepatitis
vorbeugen
Hepatitis A ist eine entzündliche Lebererkrankung, ausgelöst durch Viren, die
fäkal-oral – das heißt durch Schmierinfektion von Kot über die Hände in den
Mund – übertragen wird. Die Erkrankung kann asymptomatisch oder auch
schwer verlaufen, heilt aber in der Regel folgenlos ab. Erzieherinnen sind
potenziell gefährdet, wenn sie Windeln
von Babys oder Kleinkindern wechseln müssen. Aber auch Reinigungsund Küchenpersonal kann durch den
indirekten Infektionsweg gefährdet
sein. Die STIKO rät beiden Berufsgruppen zu einer Impfung gegen Hepatitis
A.
12
Hepatitis B ist ebenfalls eine entzündliche Lebererkrankung, die jedoch einen anderen Infektionsweg hat. Für
Kindertagesstätten spielt nur die Virenübertragung durch direkten Blutkontakt eine wesentliche Rolle. Solche
Kontakte können beispielsweise bei
der Notversorgung verletzter Kinder
entstehen. Auch die Verlaufsformen
unterscheiden sich. Bei Erwachsenen
entwickelt sich bei bis zu zehn Prozent, bei kleinen Kindern bei bis zu 90
Prozent der Fälle eine chronische Verlaufsform. Falls in einer Kindertageseinrichtung bekanntermaßen ein mit
Hepatitis B infiziertes Kind betreut
wird, sind Schutzmaßnahmen zu veranlassen und gegebenenfalls eine
Impfung der betreuenden Mitarbeiter
anzubieten.
Schutz für werdende Mütter
Die Regelungen zum Mutterschutz betreffen das Mutterschutzgesetz
(MuSchG) und die Verordnung zum
Schutze der Mütter am Arbeitsplatz
(MuSchArbV). Danach hat das Unternehmen insbesondere:
• nach Mitteilung der werdenden
Mutter über ihre Schwangerschaft
die zuständige Aufsichtsbehörde zu
benachrichtigen,
• die Arbeitsbedingungen der werdenden oder stillenden Mütter rechtzeitig hinsichtlich Art, Ausmaß und
Dauer einer möglichen Gefährdung –
unter anderem durch Krankheitserreger – zu beurteilen sowie
Welche Auswirkungen eine mütterliche
Infektion auf das ungeborene Kind hat,
hängt insbesondere von der Art des
Erregers und von der Schwangerschaftswoche zum Infektionszeitpunkt
ab. Sie kann zum Beispiel zu kindlichen Missbildungen und anderen irreparablen Schäden oder zu Fehl- und
Frühgeburten führen. Eine besondere
Gefahr für angeborene Missbildungen
besteht in der Embryonalperiode, das
heißt von der vierten bis zum Ende der
achten Schwangerschaftswoche, in
der die kindlichen Organe angelegt
werden. Dies ist ein Zeitfenster, in dem
die Schwangere oft selbst noch nichts
von ihrer Schwangerschaft weiß und
somit die Schwangerschaft auch nicht
ihrem Arbeitgeber melden konnte.
Umso wichtiger ist es, bereits im Vorfeld einer Schwangerschaft Schutzmaßnahmen zu ergreifen, beispielsweise für einen ausreichenden Impfschutz zu sorgen – zumal während der
Schwangerschaft Impfungen mit einem Lebendimpfstoff wegen erhöhter
Risiken nicht verabreicht werden sollen. Dazu zählen Impfstoffe gegen
Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Für viele der Infektionserkrankungen mit Risiken für das ungeborene Kind steht eine Schutzimpfung
zur Verfügung und der Impfstatus wird
im Rahmen der arbeitsmedizinischen
Vorsorge erfasst. Für die anderen nicht
durch eine Impfung zu verhindernde
Erkrankungen (Ringelröteln, Zytomegalie) sollte bereits vor Eintritt einer
Schwangerschaft der Antikörperschutz überprüft werden. Dies ist der
beste Schutz für die Mutter und das
ungeborene Kind sowie unter Kostenund Organisationsaspekten die günstigste Lösung für den Arbeitgeber.
Sicherheitsforum
3 . 2014
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Impfen:
Für und Wider
In Deutschland gibt es keine Impfpflicht. Und in kaum einem anderen
Land wird das Thema Impfen so kontrovers diskutiert wie in Deutschland.
Natürlich müssen Nutzen und Risiko
einer Impfung gegeneinander abgewogen werden. Impfgegner führen oft die
Risiken wie bleibende Impfschäden
als Argumente ins Feld. Fakt ist jedoch: Keine anderen Arzneimittel sind
so millionenfach erprobt wie die
gängigen Impfstoffe.
Erreger
Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und schwerwiegende, unerwünschte Nebenwirkungen nach
Impfungen sind ausgesprochen selten.
Abzugrenzen hiervon sind typische
Beschwerden nach einer Impfung wie
Rötung, Schwellung und Schmerzen
an der Impfstelle. Auch Allgemeinreaktionen wie Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen können auftreten. Diese
Reaktionen sind Ausdruck der erwünschten Auseinandersetzung des
Immunsystems mit dem Impfstoff und
klingen in der Regel nach wenigen
Tagen folgenlos ab. Dagegen liegt der
Nutzen einer Impfung klar auf der
Hand: ein langjähriger bis lebenslanger Schutz vor einer unter Umständen
schwerwiegenden und folgenreichen
Impfungen möglich?
Erkrankung. Und der Schutz des ungeborenen Lebens im Falle einer
Schwangerschaft.
Bei Erreichen hoher Durchimpfungsraten in der Allgemeinbevölkerung ist
es sogar möglich, bestimmte Infektionserkrankungen regional und schließlich weltweit auszurotten. Beispielsweise ist dies für die Kinderlähmung in
Europa gelungen: In Deutschland sank
die Erkrankungsrate durch Impfkampagnen in den frühen 1960er Jahren in
kurzer Zeit um 99 Prozent. Für Masern
ist die weltweite Ausrottung weiterhin
ein erklärtes und erreichbares Ziel der
Gesundheitspolitik.
Marianne Kühn
Unfallkasse Hessen
Beschäftigungsverbot bei Schwangeren
ohne ausreichende Immunität
(nach Angaben des Regierungspräsidiums Baden-Württemberg)
Röteln
ja
bis zur 20. SSW
Mumps
ja
während der gesamten Schwangerschaft
Masern
ja
während der gesamten Schwangerschaft
Windpocken
ja
während der gesamten Schwangerschaft
Keuchhusten
ja
befristetes Beschäftigungsverbot bei Ausbruch der Infektion in der Einrichtung bis drei Wochen nach Auftreten des
letzten Erkrankungsfalls
Ringelröteln
nein
bis zur 20. SSW
Zytomegalie
nein
Umgang mit Kindern bis zum vollendeten dritten Lebensjahr: während der gesamten Schwangerschaft.
Umgang mit Kindern ab drei Jahren: Weiterbeschäftigung
unter Beachtung hygienischer Maßnahmen
Hepatitis B
ja
Vermeiden eines Blutkontakts (zum Beispiel bei Versorgung
von Verletzungen) durch Tragen von Handschuhen
Die wichtigsten Infektionen in der Schwangerschaft mit Vermeiden eines Blutkontakts
(ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
Sicherheitsforum
3 . 2014
13
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Prävention
Schulanfänger mit
dem Rad zur Schule?
Mit dem Beginn des neuen Schuljahres sind in Sachsen-Anhalt auch wieder viele Schulanfänger unterwegs. Rund 17.500
Erstklässler haben inzwischen neue Eindrücke verarbeitet, sich an neue Gesichter und eine neue Umgebung gewöhnt sowie den
Schulweg kennengelernt. In diesem Zusammenhang taucht immer wieder eine Frage auf: Sollten Schulanfänger schon mit dem
Fahrrad zur Schule fahren und sind sie dabei unfallversichert?
enerell ist zu sagen, dass die Verantwortung für den täglichen Schulweg ausschließlich bei den Eltern liegt.
Sie müssen selbst entscheiden, wie
ihre Kinder diesen Weg zurücklegen
und welcher der sicherste ist. Hilfreich
für ihre Entscheidung sind Erfahrungen
und Empfehlungen von Verkehrssicherheitsexperten sowie der Schule. Sie
raten den Eltern, gemeinsam mit ihren
Kindern den Schulweg zu üben, sie in
der ersten Zeit auf diesem zu begleiten und auf das Fahrrad zu verzichten.
Haben die Kinder dann genügend Erfahrungen gesammelt und Sicherheit
gewonnen, sollten sie den Schulweg
allein zurücklegen. Nur so können sich
die Mädchen und Jungen zu selbstständigen und souveränen Verkehrsteilnehmern entwickeln.
Was den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz betrifft, so gilt dieser sowohl in der Schule als auch auf dem
Schulweg. Wie die Kinder diesen zurücklegen, ob mit dem Bus, der Stra-
Bei der Frage, ob bereits Schulanfänger
das Fahrrad für den Schulweg benutzen können, appellieren Polizei, Verkehrsverbände, Verkehrswachten und
die Unfallkasse immer wieder an die
Vernunft der Eltern. Grundschulkinder
sollten nicht vor Absolvierung der
Radfahrprüfung mit Fahrrad zur Schule fahren. Sie sind einfach noch zu
jung und in diesem Alter nicht in der
Lage, komplexe Verkehrssituationen
zu überblicken und ggf. in schwierigen
Situationen richtig zu reagieren. Sie
lernen erst mit der Zeit, sich auf den
Verkehr zu konzentrieren sowie Geschwindigkeiten und Abstände richtig
einzuschätzen.
ßenbahn, im Auto der eigenen oder
anderer Eltern, zu Fuß oder mit dem
Fahrrad, ist für den Unfallversicherungsschutz unerheblich. Verletzen
sich Kinder auf diesen Schulwegen
durch einen Unfall oder Sturz, übernimmt die Unfallkasse Sachsen-Anhalt
alle ärztlichen Heilbehandlungskosten.
wurde.Danach lehnt es über die Hälfte
der Befragten (56 Prozent) ab, dass
Erstklässler allein mit dem Fahrrad zur
Schule fahren. Von den Eltern mit Kindern im Alter zwischen fünf und sieben Jahren sind sogar über zwei Drittel (68 Prozent) dieser Meinung. Ein
Viertel der Befragten (28 Prozent)
stimmte nur unter Einschränkung zu,
zum Beispiel dann, wenn das Kind reif
G
14
Vielen Eltern ist dies bereits bewusst
und sie handeln entsprechend. Das
belegt eine repräsentative Befragung
von 2.000 Personen, die im Auftrag
des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) vom Marktforschungsinstitut Ipsos im Jahr 2012 durchgeführt
genug ist, der Schulweg nicht zu weit
ist und es nur wenig Autoverkehr gibt.
Nur jeder Siebte (14 Prozent) antwortete mit „Ja“.
So weist auch der DVR darauf hin, dass
Kinder von sechs bis acht Jahren in
der Regel noch nicht reif genug sind
für eine sichere Verkehrsteilnahme mit
dem Fahrrad. Sie sind beispielsweise
nicht in der Lage, in komplizierten
oder gefährlichen Situationen mehrere
Aufgaben gleichzeitig zu lösen, sichere
Entscheidungen zu treffen und angemessen zu reagieren. Sie müssen mit
dem Rad den Gehweg benutzen und
dürfen nicht auf der Fahrbahn oder auf
Radwegen fahren. Die Radfahrausbildung findet im dritten und vierten
Schuljahr statt. Um Kinder nicht unnötig großen Gefahren auszusetzen, sollten sie erst danach mit dem Fahrrad
zur Schule fahren.
Und ein weiterer Aspekt kommt hinzu.
Selbst nach der Radfahrausbildung
bewegen sind viele Kinder unsicher
auf dem Fahrrad. Ursache ist, dass die
eigenständige Mobilität der Kinder in
den vergangenen Jahren abgenommen hat. Sie werden immer öfter mit
dem Auto zur Schule gebracht oder
müssen in ländlichen Gebieten schon
früh mit dem Bus zur Schule fahren.
Eltern sollten deshalb in der Freizeit,
an Wochenenden oder in den Ferien
gemeinsam mit ihrem Nachwuchs das
Verhalten im Straßenverkehr regelmäßig üben. Nur so entwickeln ihre Kinder die entsprechenden Fähigkeiten,
sich sicher auf dem Zweirad im Straßenverkehr zu bewegen, sammeln
Erfahrungen, werden unabhängiger
und selbstsicherer.
Uwe Köppen
Sicherheitsforum
3 . 2014
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Mitteilungen
Neues aus dem staatlichen
Arbeitsschutzrecht
Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) hat das duale
Arbeitsschutzsystem in Deutschland
erfolgreich modernisiert und effizienter
gestaltet – so lautet das Fazit des jetzt
vorgestellten Evaluationsberichts.
Die GDA wurde von einem externen
Auftragnehmer evaluiert. Der Bericht
zur Evaluation, eine Kurzfassung sowie die Ergebnisse der Befragungen
von Unternehmen, Beschäftigten und
Aufsichtspersonal wurden im Internetportal der GDA veröffentlicht.
(www.gda-portal.de)
Handlungsanleitung
zur Überprüfung der
Gefährdungsbeurteilung
LV 59
schutz- und zum Mutterschutzrecht
als LV 60 veröffentlicht.
(http://lasi.osha.de, Publikationen,
LASI-Veröffentlichungen)
Auf dem XX. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit wurde das neue GDA-Arbeitsprogramm
Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE)
vorgestellt und gestartet. Um die betrieblichen Akteure umfassend zu informieren und zu beraten, werden die
Aufsichtsdienste der GDA-Träger von
September 2014 bis Ende 2017 mehr
als 16.000 Betriebe mit dem Fokus auf
Muskel-Skelett-Erkrankungen besichtigen. Begleitend dazu wurde das
MSE-Portal www.gdabewegt.de entwickelt, auf dem mehr als 400 Präventionsangebote aller GDA-Träger
und Sozialpartner gebündelt und zielgruppenspezifisch aufbereitet sind.
(www.gdabewegt.de)
Der LASI hat eine „Handlungsanleitung zur Überprüfung der Gefährdungsbeurteilung“ (LV 59) im Juni
2014 neu herausgegeben.
Desweiteren wurden Bußgeldkataloge
zum Arbeitszeit-, zum Jugendarbeits-
Sicherheitsforum
3 . 2014
Im Gemeinsamen Ministerialblatt
(GMBl) erfolgten Bekanntmachungen
zur Betriebssicherheit. Es handelt
sich um:
• die geänderte und ergänzte TRBS
1121 „Änderungen und wesentliche
Veränderungen von Aufzugsanlagen”,
• die geänderte und ergänzte TRBS
1201 „Prüfung von Arbeitsmitteln und
überwachungsbedürftigen Anlagen”,
• die neugefasste TRBS 1201 Teil 2
„Prüfungen bei Gefährdungen durch
Dampf und Druck”,
• die neugefasste TRBS 2111 „Mechanische Gefährdungen – Allgemeine
Anforderungen“,
• die geänderte und ergänzte TRBS
2111 Teil 4: „Mechanische Gefähr dungen – Maßnahmen zum Schutz
vor Gefährdungen durch mobile
Arbeitsmittel“,
• die geänderte und ergänzte TRBS
3145/TRGS 725 „Ortsbewegliche
Druckgasbehälter – Füllen, Bereithalten, innerbetriebliche Beförderung,
Entleeren”,
• die neue TRBS 3146/TRGS 726
„Ortsfeste Druckanlagen für Gase”.
(www.baua.de, Themen von A-Z,
Anlagen- und Betriebssicherheit,
TRBS).
Zwei Rechtsvorschriften regeln das
Errichten und den Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen, der Abschnitt 9 des ProdSG sowie der Abschnitt 3 der BetrSichV. Danach sind
die Betreiber von überwachungsbedürftigen Anlagen (bspw. Aufzugsanlagen,
Dampfkessel- und Druckbehälteranlagen), u. a. verpflichtet, die Sicherheit
ihrer Anlagen unter Einhaltung von
Prüffristen durch regelmäßige Prüfungen von anerkannten Prüfstellen
nachzuweisen. Dies sind solche Stellen, die dem BMAS von den zuständigen Landesbehörden für die jeweiligen
Aufgabengebiete genannt werden.
Diese Prüfstellen wurden nach § 37
Abs. 5 Satz 1 ProdSG als zugelassene
Überwachungsstellen von der BAuA
aktualisiert bekannt gemacht.
(www.baua.de,
Produktsicherheitsportal, Produktinformationen, Prüfstellen, Zugelassene
Überwachungsstellen nach ProdSG
und BetrSichV)
rt 2/2014
ort
epo
Rep
IFFA R
IFA
4
20114
e 20
istte
fflis
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Geffahr
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e am Arbeitspl
ffe
hrstoff
Geffahrsto
Gefa
Das Institut für Arbeitsschutz der
DGUV (IFA) hat in der „Gefahrstoffliste 2014 – Gefahrstoffe am Arbeitsplatz“ (IFA-Report 2/2014; alte
Einstufungen und Kennzeichnungen)
die wichtigsten Regelungen für die
Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sowie ergänzende Hinweise
in einer Tabelle zusammengefasst. Die
vorliegende Version aktualisiert die
Gefahrstoffliste aus dem Jahr 2012.
(www.dguv.de/ifa, Webcode: d922690)
15
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Prävention
Das IFA hat die Liste der krebserzeugenden, erbgutverändernden oder
fortpflanzungsgefährdenden Stoffe
(Stand: Juni 2014) KMR-Liste 2014,
alte bzw. neue Einstufungsbezeichnungen (Stand: Juni 2014) in der
Publikationsdatenbank der DGUV veröffentlicht.
(http://publikationen.dguv.de, Suche:
12042 bzw. 12044)
• die neue TRBA 200: „Anforderungen
an die Fachkunde nach Biostoffverordnung“.
(www.baua.de, Themen von A–Z,
Biologische Arbeitsstoffe, TRBA)
Das Bundesministerium für Arbeit und
Soziales (BMAS) hat folgende neue
Arbeitsmedizinische Regeln (AMR)
im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlicht. Es handelt sich um:
• die neue AMR Nr. 6.4 „Mitteilungen
an den Arbeitgeber nach § 6 Absatz 4
ArbMedVV“ und
• die neue AMR Nr. 14.2 „Einteilung
von Atemschutzgeräten in Gruppen“.
(www.baua.de, Themen von A–Z,
Ausschüsse, Ausschuss für Arbeitsmedizin (AfAMed), AMR)
Das BMAS hat eine Broschüre „Technische Regeln Inkohärente optische
Strahlung“ herausgegeben. Diese informiert den Arbeitgeber über die
Vorgehensweise bei der Beurteilung
von Gefährdungen durch inkohärente
optische Strahlung am Arbeitsplatz.
Außerdem wird praxisgerecht dargestellt und erläutert, welche technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Vermeidung oder Reduzierung von inkohärente optische
Strahlung am Arbeitsplatz geeignet
sind.
(www.bmas.de, Service,
Publikationen, Suche: A228)
Arbeitsschutz
Die DGUV hat auf ihren Internetseiten
ein neues Quecksilberportal eingerichtet. Hier finden sich Informationen zur
Quecksilberexposition durch
Leuchtmittel und LCD-Geräte, insbesondere zu Gefahren bei der Sammlung sowie beim Recycling.
(www.dguv.de, Webcode d684064)
Die BG RCI hat in ihrem Downloadcenter ein Merkblatt „Gefahrgutbeauftragte“ eingestellt. Inhaltliche
Schwerpunkte sind Grundlagen zur
Bestellung, die Bestellung selbst,
Schulung und Prüfung, Aufgaben,
Durchführung derselben, häufige Fragestellungen sowie Folgen von Pflichtverletzungen.
(http://downloadcenter.bgrci.de,
Downloads nach Publikationen,
Merkblätter, A-Reihe, A002)
Im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl.)
erfolgten Bekanntmachungen zu
biologischen Arbeitsstoffen. Es handelt sich um:
• die geänderte TRBA 100:
„Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten
mit biologischen Arbeitsstoffen in
Laboratorien“ und
16
Das Bundesministerium für Arbeit und
Soziales (BMAS) hat eine Stellungnahme „Zum Thema Eignungsuntersuchungen“ (Stand 30.07.2014) veröffentlicht. Weitere Angaben zu Eignungsuntersuchungen finden sich in
„Fragen und Antworten zur ArbMedVV“.
(www.bmas.de, Themen, Arbeitsschutz,
Arbeitsmedizinische Vorsorge)
Das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung (LIA) NRW hat eine Broschüre
und einen Flyer zum Thema „Arbeitsmedizinische Vorsorge bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“ veröffentlicht, in denen die Anforderungen der
geänderten ArbMedVV berücksichtigt
werden.
(www.lia.nrw.de, Service, Publikationen und Downloads)
Inkohärente optische
Strahlung
Technische
Regeln
Das Faltblatt „Regelwerk Arbeitsschutz im Überblick“ der UKPT gibt
eine Übersicht zum Vorschriften-und
Regelwerk im Arbeitsschutz und soll
Zusammenhänge darstellen.
(www.ukpt.de, Aktuelle Meldungen)
Rainer Kutzinski
Sicherheitsforum
3 . 2014
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Mitteilungen
Fachkräfte für Arbeitssicherheit
im Mansfelder Land
Die 18. Fachtagung der Fachkräfte für Arbeitssicherheit der öffentlichen
Verwaltungen im südlichen Sachsen-Anhalt fand in diesem Jahr auf sehr geschichtsträchtigem Boden statt, dem Mansfelder Land. Einer Region, die ganz
wesentlich durch Martin Luther geprägt wurde, dem theologischen Urheber
der Reformation.
er erste „heiße Tag“ der Fachtagung, stand ganz im Zeichen des
betrieblichen und bautechnischen
Brandschutzes. Aktuell erläuterte Wolf
Bönisch, Aufsichtsperson der Unfallkasse, die ASR 2.2 „Maßnahmen gegen
Brände“ und die DGUV Information
205-023 „Brandschutzhelfer“ (bisher
BGI/GUV-I 5182) sowie deren Umsetzung in der Praxis. Arbeitgeber bzw.
Unternehmer haben danach Mitarbeiter zu benennen, die Aufgaben der
Brandbekämpfung im Betrieb übernehmen. Anzahl, Ausrüstung und Ausbildung der Brandschutzhelfer muss
dabei in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der Beschäftigten und zu
den bestehenden betrieblichen Gefahren stehen.
D
Ergänzende Ausführungen zum organisatorischen Brandschutz machte der
Brandschutzprüfer Herr Hoppe. Er erläuterte anhand seiner langjährigen
Erfahrungen, in einer sehr praxisnahen
Präsentation, das Zusammenspiel von
Bauordnungsrecht des Landes Sachsen-Anhalt, dem allgemeinem Baurecht und dem Brandschutzrecht speziell für Sonderbauten. Insbesondere
ging es hier um Gebäude mit Räumen
zur Büro- oder Verwaltungsnutzung,
die einzeln eine Grundfläche von mehr
als 400 m2 haben. Weiterhin um bauliche Anlagen, deren Nutzung durch
Umgang / Lagerung von Stoffen mit
Explosions- oder erhöhter Brandgefahr
geprägt ist sowie um Versammlungsstätten und Schulen. Das der Brandschutz bei der Durchführung ganzheitlicher Gefährdungsbeurteilungen in
kommunalen Arbeitsstätten stets präsent ist, spiegelte sich in den vielen
Fragestellungen seitens der Fachkräfte wieder.
Sicherheitsforum
3 . 2014
Abschließend zum Thema stellte die
Fachkraft für Arbeitssicherheit der
Stadt Halle ein technisch-innovatives
Hilfsmittel zum Evakuieren behinderter
Mitarbeiter / innen vor, welches seit
kurzem im Rathaus der Stadt Halle
präventiv vorgehalten wird. Im Havariebzw. Brandfall ist es geschulten
Brandschutzhelfern damit u.a. möglich, gehbehinderte Menschen über
die Treppe schnell und sicher zum
Sammelplatz zu bringen. Im anschließenden Praxisteil, wurden das denkmalgeschützte Rathaus und der
moderne Museumsbau der Luthergedenkstätten von Eisleben unter Brandschutzaspekten besichtigt.
Auf den Spuren der Steine ging es am
2. Tag der Fachtagung ins Mansfeldmuseum zum Standort der ersten
Dampfmaschine Wattscher Bauart auf
deutschem Boden. Sehr eindrucksvoll
war die Funktionsweise am originalgetreuen Nachbau der Dampfmaschine
nachzuvollziehen. Jedem Teilnehmer
wurde somit die Möglichkeit gegeben,
sein praktisches Fachwissen auf dem
Gebiet der überwachungsbedürftigen
Anlagen / Druckbehälter gemäß Betriebssicherheitsverordnung zu erweitern. Gleichzeitig spiegelte sich auf
interessante Art und Weise der Arbeitsalltag Mansfelder Berg- und Hüttenarbeiter im frühen 19. Jahrhundert auf
der gesamten Museumsanlage wider.
Persönliche Schutzausrüstung, Arbeitsmittel und angemessene hygienische
Bedingungen waren damals sehr unzureichend. Separate Umkleide- und
Waschräume, so genannte SchwarzWeißkauen, gab es erst ab der Mitte
des 19. Jahrhunderts. Ein Schutzhelm –
heute allgemein zum Schutz gegen
herabfallende Gegenstände vorgeschriebenes Arbeitsschutzmittel – war
unbekannt. Gegen die Nässe und
Kälte half bei liegender Tätigkeit ein
Brett und bei sitzender Tätigkeit das
so genannte Arschleder. Gegen diese
wenig menschengerechten Arbeitsbedingungen mit Lärm- und Vibrationsbelastungen, schwerer körperlicher
17
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Mitteilungen
1989 wurden 15 Millionen Kupferschlackesteine hergestellt, zusätzlich
gingen drei Millionen Tonnen gebrochener Schlacke in den Straßenbau.
Dieser feste und witterungsbeständige
Kunststein wurde innerhalb von Europa exportiert und als obere Deckschicht in Fußweg- und Straßenbelägen verbaut. Mit dem Einstellen des
Kupfererzabbaus im Jahr 1990 endete
dann auch die Herstellung dieser
Schlackesteine. Aber in einigen Dörfern und Gemeinden gibt es sie noch,
die Straßen und Prachtalleen aus
Mansfelder Schlackesteinen.
Arbeit in oft extremer Zwangshaltung,
Staub- und Hitzebelastungen, half das
besondere Deputat, der steuerfreie
„Schachtschnaps“ leider nur temporär.
Mansfeld pflasterte Europa
Die Arbeit unter Tage, aber auch auf
den Hütten- und und Walzwerken, war
gefährlich und damit waren auch
schwere Verletzungen alltäglich.
Deshalb und vor allem aufgrund der
erhöhten Unfallzahlen wurde 1894 das
Unfallkrankenhaus Bergmannstrost in
Halle an der Saale in Betrieb genommen.
In den mittlerweile stillgelegten Hütten
wurde u.a. Kupfer aus dem Gestein
gewonnen. Was bei der Verhüttung als
Abfallprodukt übrig blieb, gossen Arbeiter in Formen. Als Ergebnis entstand ein für die damalige Zeit innovatives Endprodukt – der Schlackepflasterstein. Allein zwischen 1979 und
GLÜCK AUF
Jörg Wunderlich
Fachkraft für Arbeitssicherheit der
Stadt Halle (Saale)
Informationen für Kita und Schule
Die Unfallkasse
Sachsen hat
ihre „Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung an
allgemeinbildenden Schulen“ als Handlungshilfe für
Schulleiter und
Schulträger aktualisiert.
(www.unfallkassesachsen.de, Ganz aktuell, Neuauflage: „Checklisten Schule“)
neues Internetportal zu Gefahrstoffen in der Schule aufgebaut. Neben
Informationen zum Umgang mit
Gefahrstoffen bietet das Portal unter
anderem Tipps zur Durchführung von
Gefährdungsbeurteilungen sowie zur
Ausstattung von Fachräumen.
(www.gefahrstoffe-schule-bw.de)
Um Schulen beim Aufbau eines Gefahrstoffmanagements zu helfen, hat
das Kultusministerium BadenWürttemberg in Kooperation mit der
Unfallkasse Baden-Württemberg ein
Gute Luft in Klassenräumen ist eine
wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und Lehren. Der wichtigste Indikator für gute oder schlechte
Raumluftqualität ist jedoch der Anteil
an Kohlendioxid (CO2). Um einen statistisch abgesicherten Überblick über
Innenraumbelastungen in Schulen unter verschiedenen Nutzungs- und
Lüftungsbedingungen zu gewinnen,
wurden durch die Unfallkasse NRW im
Zeitraum von 2003 bis 2009 umfangreiche Messungen unter
57
anderem auf
Prävention in NRW
flüchtige organische Verbindungen
(VOC) und
Aldehyde in
zufällig ausgewählten, beGesunde Luft in Schulen – Te
eil 2
schwerdefreien
Klassenräumen
durchgeführt.
Die Ergebnisse der Auswertungen
wurden in zwei neuen Broschüren
„Gesunde Luft in Schulen“ Teil 1 und
Beurteilung der CO2-Konzentration und der thermischen
Behaglichkeit in Klassenräumen
18
Sicherheitsforum
3 . 2014
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Mitteilungen
Teil 2 veröffentlicht. Außerdem gibt es
hier weitere Übersichtsbeiträge zur
CO2-Belastung und zum Raumklima in
Klassenräumen in der Zeitschrift
„Gefahrstoffe-Reinhaltung der Luft“.
(www.unfallkasse-nrw.de, WebCode:
N858)
Die Broschüre
„Unterricht
in Bewegung“ der
BzgA möchte
Lehrerinnen
und Lehrer
der Grundschule dabei
unterstützen,
mehr Bewegung in Schule und Unterricht zu bringen.
(www.bzga.de, Infomaterialien, Unterrichtsmaterialien nach Themen sortiert,
Bewegung)
Sicherheit und Gesundheitsschutz mit
einem Lächeln vermitteln, das ist das
Ziel der europäischen Trickfilme mit
der Hauptfigur Napo. Die liebenswürdigen Stummfilme wenden sich u.a. an
Schülerinnen und Schüler im Alter von
7 bis 11 Jahren sowie junge Auszubildende. Hierzu wurde eine Reihe von
Toolkits zur Erziehung zu Sicherheit
und Gesundheitsschutz für Lehrer
entwickelt, mit dem Ziel, Grundschülern auf erzieherische, aber auch spielerische und fantasievolle Weise
Themen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes nahezubringen.
Dabei werden Napo-Videoclips mit
kreativen Aktivitäten verbunden.
(www.napofilm.net, Napo für Lehrer)
Im Ergebnis einer Online-Studie in
NRW entstand die neue Broschüre
„Welchen Einfluss hat die Schul-
Sicherheitsforum
3 . 2014
59
Prävention in NRW
Schulleitung
Welchen Einfluss hat die
ement?
auf das Gesundheitsmanag
die in
Ergebnisse einer Onlinestu
NRW
leitung auf das Gesundheitsmanagement“. In dieser Broschüre werden
ausgewählte Befunde zum Einfluss der
Schulleitung auf die schulische Gesundheitsförderung vorgestellt.
(www.unfallkasse-nrw.de, WebCode:
D14633)
Die BzgA hat
eine neue Broschüre aus
der Reihe –
Materialien für
die Suchtprävention in den
Klassen 5 bis
10 – mit dem
Titel „Arzneimittel“ herausgegeben. Erschienen sind
bislang bereits Broschüren zu Alkohol
und zum Rauchen.
(www.bzga.de, Infomaterialien, Unterrichtsmaterialien, nach Themen sortiert, Arzneimittel)
Im Internetportal „Lernen und Gesundheit“ der DGUV stehen zur
Unterstützung von Lehrern sehr gute
Materialien zum Download zur Verfügung, darunter Hintergrundinformationen für die Lehrkraft, Lehrmaterialien
und Fachmedien. Auf dem Portal werden folgende neue Medien angeboten:
• Primarstufe, Natur-Umwelt-Technik,
Sommer-Sonne-Sonnenschutz
• Sekundarstufe I, Sport, Variationen
im Freien
• Sekundarstufe II, Stresskompetenz /
Arbeitsorganisation, Mindmapping
als Lernstrategie
• Berufsbildende Schulen, Arbeitssicherheit, Absturzsicherungen
• Berufsbildende Schulen, Gesundheitsschutz, Bewegung und Gesundheit
• Berufsbildende Schulen, Psychische
Belastungen, Konflikte lösen
(www.dguv-lug.de)
Ausbildung & Beruf
Rechte und Pflichten während
der Berufsausbildung
Die Broschüre
„Jugendschutz
verständlich
erklärt“ erläutert übersichtlich gegliedert
die Be-stimmungen des
Jugendschutzgesetzes, insJugendschutz –
besondere zu
verständlich erklärt
Alkoholabgabe
und Alkoholkonsum, Rauchen und Tabakabgabe, den
Aufenthalt in Gaststätten und den Besuch von Tanzveranstaltungen oder
Spielhallen.
(www.bmfsfj.de, Service,
Publikationen, Suche: Jugendschutz)
BILDUNG
Das BMBF hat eine Broschüre „Ausbildung und Beruf“ veröffentlicht, in
der ausführlich die Rechte und Pflichten während der Berufsausbildung erläutert werden.
(www.bmbf.de, Service, Publikationen,
Suche im Titel: Ausbildung)
19
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Mitteilungen
Damit der Traumberuf
kein Albtraum wird
Ein Ratgeber für die medizinische
Berufsberatung allergiekranker Jugendlicher
Berufsberatung bei allergiekranken
Jugendlichen ist ein wichtiges Thema, das bei fast allen Beteiligten –
Ärzten wie Betroffenen – leider viel zu
wenig Aufmerksamkeit findet. Dabei
gehört die Berufsentscheidung zu den
wirklich wichtigen Dingen im Leben jedes jungen Menschen. Wenn aller-
dings Jugendliche allergisch krank
sind, kann das sowohl die Entscheidung zu einem Beruf als auch die
Entwicklung der Erkrankung beeinflussen. Die BauA hat hierzu einen Ratgeber für die medizinische Berufsberatung allergiekranker Jugendlicher
mit dem Titel „Damit der Traumberuf
kein Albtraum wird“ veröffentlicht.
(www.baua.de, Publikationen, Broschüren)
Die BAuA hat eine neue Broschüre
„Die tägliche Dröhnung – Gehörschäden durch Musik“ herausgegeben. Die Broschüre gibt Informationen
zum Thema Gehörschädigung durch
den Konsum von (zu) lauter Musik. Sie
enthält Tipps, wie man sein Gehör
schonen kann, ohne auf den Musikgenuss komplett zu verzichten. Sie
richtet sich vor allem an Jugendliche,
Die tägliche Dröhnung
Gehörschäden durch Musik
aber auch an alle Junggebliebenen,
denen das Hören von lauter Musik
liebe Gewohnheit ist.
(www.baua.de, Publikationen,
Broschüren)
Rainer Kutzinski
Beste Arbeitsschutzfilme und Multimediaproduktionen
ausgezeichnet
Vom 24. bis 27. August 2014 fand im Rahmen des XX. Weltkongresses für
Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Frankfurt das Internationale Media
Festival für Prävention (IMFP) statt. Mit rund 290 Einreichungen konnte das
IMFP in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung verzeichnen. Unter den Filmen
sind viele kreative und qualitativ gute Produktionen, die sich zum Beispiel im
Rahmen einer Unterweisung o. Ä. einsetzen lassen.
„Wie würdest du dich fühlen, wenn ein
geliebter Mensch nicht mehr nach
Hause kommt?“ In starken Bildern erzählen reale Menschen in einem vier
Minuten langen Schwarzweißfilm, wie
sie den Verlust eines nahen Angehörigen erlebt haben. Das brasilianische
Bergbauunternehmen Vale will seine
Mitarbeiter damit für den Wert des
Lebens sensibilisieren und Führungskräfte und Belegschaft miteinander ins
Gespräch über Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz bringen.
20
Die Brasilianer gehörten damit zu den
Preisträgern des Internationalen Media
Festivals für Prävention. Insgesamt
neun Preisträger wählte eine internationale Jury aus 290 Einsendungen
aus. Erfolgreich war dabei auch eine
Produktion der malaysischen Sozialversicherung. Statt emotionaler
Betroffenheit wirkt dabei Humor, um
auf die Bedeutung regelmäßiger Wartung für die Sicherheit aufmerksam zu
machen.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde ein
Film, der psychische Belastungen zum
Thema hat. Die Deutsche Gesetzliche
Unfallversicherung (DGUV) lässt den
Weihnachtsmann auftreten, um über
Monotonie und Stress bei seiner immer gleichen Arbeit zu klagen. Abhilfe
schafft nur eine neue berufliche Perspektive für den Weihnachtsmann.
Das Thema Unternehmenskultur greift
ein Film aus Italien auf. Der prämierte
Film will zeigen, dass Sicherheit und
Gesundheit auf allen Ebenen eines
Unternehmens verankert sein müssen,
Sicherheitsforum
3 . 2014
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Mitteilungen
Internationales
Media Festival
für Prävention
Das Festival wird seit 1990 durch die
Sektion Elektrizität, Gas und Wasser
der Internationalen Vereinigung für
Soziale Sicherheit (IVSS) organisiert
und findet alle drei Jahre zusammen
mit dem Weltkongress für Sicherheit
und Gesundheit bei der Arbeit statt.
Ursprünglich widmete sich das Festival nur Filmen. Seit 1999 können auch
Multimediaprodukte eingereicht werden. Seither gehört die IVSS-Sektion
Information mit zu den Organisatoren.
Preisverleihung und Empfang beim Internationalen Media Festival für Prävention im Filmmuseum Frankfurt (v.l. Kenneth Novak (Dänemark), Dr. Sabatino De
Sanctis, Davide Scotti (Italien), Lee Tzu Yang (Singapur)
um wirksam zu sein. Aus Dänemark
kam ein Preisträger, der mit einem kurzen Videoclip auf die Sehgewohnheiten junger Menschen abzielt, um
Risikobewusstsein zu schärfen. Das
Bewusstsein für gefährliche Situationen ist auch in anderen Teilen der Welt
ein Thema. So etwa in einem in Frankfurt preisgekrönten 30-Sekunden-Spot
aus Singapur.
MultimediaPreise
Mit einer interaktiven Tour durch ein
virtuelles Unternehmen vermittelt eine
prämierte Webseite aus der Schweiz,
dass oft schon kleine Anstrengungen
ausreichen, um Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz voranzubringen.
Eine weitere Auszeichnung ging an ein
Computerspiel aus den Niederlanden.
Als Leiter eines Restaurants muss der
Spieler einen Ausgleich zwischen Job
und Privatleben finden, sechs Angestellte führen und obendrein Gewinn
machen. Spielerisch werden so psychische Belastungen thematisiert.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde ein ELearning-Angebot aus Norwegen. Mit
Videos, Animationen, Links und umfassenden Informationen soll ein systematisches Arbeitsschutzmanagement gefördert werden.
Sicherheitsforum
3 . 2014
„Der Arbeitsschutz braucht gute Medien, um zu sensibilisieren, Bewusstsein zu schaffen und Wissen zu transportieren. Darauf
wollen wir mit dem
Festival aufmerksam machen“, betont Olaf Petermann, Präsident
der IVSS-Sektion
Elektrizität, Gas
und Wasser. „Die
Anzahl der Einsendungen und ihre
Qualität steigen von
Jahr zu Jahr“, ergänzt Marc De
Greef, Präsident
der IVSS-Sektion
Information. Anlässlich der Preisverleihung am 25.
August in Frankfurt
lud Petermann zum
nächsten Media
Festival beim XXI.
Internetseite mit den Filmbeiträgen aus verschiedenen
Weltkongress in
Ländern
Singapur im Jahr
2017 ein.
Die Filme zum Internationalen Medien
Festival für Prävention 2014 können
im Internet angeschaut werden
(www.issa.int/mediafestival2014).
Quelle: IVSS Sektion Elektrizität, Gas
und Wasser
IVSS Sektion Information
21
SF_3_2014_Layout 18.09.14 15:59 Seite 22
Mitteilungen
Aktuelles zum Arbeits- und
Gesundheitsschutz
DEEN
NNOVATION
W CHSTUM
Die Hightech-Strategie
nano.DE-Report 2013
logie in Deutschland
Status quo der Nanotechno
E
AFT
-STRATEGI
BILDUNG
WISSENSCH
HIGHTECH
für Deutschland
Das BMBF hat
den „nano.DEReport 2013“ –
Status quo der
Nanotechnologie in Deutschland veröffentlicht.
(www.bmbf.de,
Forschung,
Neue Technologien, Nanotechnologie)
Das Landesamt für Verbraucherschutz
Sachsen-Anhalt, FB
Arbeitsschutz hat im
Mai 2014 das „Merkblatt Altbausanierung
oder DENK MAL
dran, Schwerpunkt
Gefahrstoffe“ herausgegeben. Themen sind
Kosten und Gefährdungen richtig beurteilen, mögliche Gefahrstoffe, richtig planen – Gefährdungen erkennen – Maßnahmen festlegen sowie rechtliche
Grundlagen.
(http://www.verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de, Publikationen, Publikationen des Fachbereiches Arbeitsschutz)
Die BG ETEM
bietet eine sehr
übersichtlich
gehaltene Informationsschrift
zum Thema
„Umgang mit
elektrischen
Anlagen und
Betriebsmitteln (Arbeitsmitteln)“ an.
(www.bgetem.de, Medien /
Service, Medienshop:…, Elektro / Feinmechanik /…, Tipps-Informationen für
Fachkräfte, T008)
22
Der Verein Deutscher Revisionsingenieure hat in seinem Internetauftritt
neue Folienvorträge eingestellt. Darunter Themen wie Schadstoffe in Gebäuden bzw. in Neubauten, Kein
Stress mit dem Stress, Sicherer Umgang mit Hubarbeitsbühnen, Neues
zur arbeitsmedizinischen Vorsorge –
ArbMedVV, Handel mit Gebrauchtmaschinen. (www.vdri.de, Fachinformationen , nach Datum, Mai bis August
2014)
Unter dem
Titel „Sicherheitskurzgespräche“
stellt die BG
RCI kurze
Präsentationen mit Fehlerbildern für Unterweisungen zu verschieden Themen zum Download zur
Verfügung. Neu ist das Thema „Tischkreissägen und Zugsägen auf der
Baustelle“. Ältere sind bspw. Instandhaltungsarbeiten (Feuer- und Heißarbeiten, Elektroarbeiten), Umgang mit
Druckgasflaschen (Labor, Betrieb,
Betriebslager), Lagerung Gefahrstoffe
oder die Rückengesundheit.
(http://downloadcenter.bgrci.de, Downloads nach Publikationen, Arbeitshilfen, Sicherheitskurzgespräche, SKG
019)
Bildschirmarbeit in Leitwarten
ergonomisch gestalten
Ein Ziel der
Broschüre
„Bildschirmarbeit in
Leitwarten
ergonomisch gestalten“ der
BAuA ist es,
Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Betriebsbzw. Personalräte sowie Konstrukteure
und Hersteller von Anlagen für das
Thema und die damit verbundenen
Herausforderungen zu sensibilisieren.
Die Broschüre gibt daher einen ersten
Einblick in eine systematische Vorgehensweise zur Neu- und Umgestaltung
von Leitwarten.
(www.baua.de, Publikationen, Broschüren)
Interessante Vorträge einer Tagung
aus 2012 „Informationsverarbeitung
im Büro – Trends, Wandel, Folgen,
Herausforderungen“ finden sich beim
Deutschen Netzwerk Büro. Schwerpunkte der Foren und Vorträge waren
Muskel-Skelett-Beschwerden bei
Bürobeschäftigten, Psychische Gesundheit und Büroarbeit sowie Büroform, Gebäudeplanung und Arbeitsumfeld.
(www.deutsches-netzwerk-buero.de,
Infos, Publikationen)
Der Internetauftritt der Agentur
Barrierefrei NRW
enthält zahlreiche Informationen zur Barrierefreiheit, darunter 2 Broschüren
„Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden, Lösungsbeispiele für Planer und Berater“ und
„Anforderungen an die Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen –
Kriterienkataloge“ zum Download.
(www.ab-nrw.de)
Das Sozialministerium in Rheinland Pfalz hat
eine Broschüre
mit Informationen
und praktischen
Tipps zum barrierefreien Bauen mit
dem Titel „Barrierefrei Planen
und Bauen“ ver-
Sicherheitsforum
3 . 2014
SF_3_2014_Layout 18.09.14 15:59 Seite 23
Mitteilungen
öffentlicht. Hier findet sich auch eine
Checkliste für barrierefreie Veranstaltungen.
(http://inklusion.rlp.de/barrierefreiheit,
Service)
Zur Unterstützung bei der Beratungspraxis
im Themenfeld
BEM steht nun
ein „Leitfaden
Betriebliches
Eingliederungsmanagement –
Leitfaden zum Betrieblichen
Praxishilfe für
Eingliederungsmanagement
die Beratung
der Unfallversicherungsträger in den Betrieben“ zur
Verfügung.
(http://publikationen.dguv.de, Suche:
12263)
Praxishilfe für die Beratung der UV-Träger in den Betrieben
Auch die BGW
hat einen Praxisleitfaden
„Betriebliches
Eingliederungsmanagement“ herausgegeben. Hier
werden u.a. die
einzelnen
Schritte des
BEM vorgestellt. Als Beispiel wurde zwar eine
Pflegeeinrichtung gewählt, die Informationen lassen sich aber leicht auf
andere Branchen übertragen.
(www.bgw-online.de, Suche: TP-Bem-11)
Die Broschüre
„Schritt für
Schritt zurück
in den Job“
des BMAS
wendet sich
an Arbeitnehmer, die länger
erkrankt sind.
Sie bietet einen Überblick
über das Verfahren des Betrieblichen Eingliederungsmanagements. Darüber hinaus
ist die Broschüre dazu gedacht, Betriebs- oder Personalräte und Schwer-
Sicherheitsforum
3 . 2014
behindertenvertreter bei der Beratung
der Beschäftigten zu unterstützen.
(www.bmas.de, Publikationen,
20.05.2014 bzw. A748)
Justizvollzugsbedienstete erfahren in
ihrem Berufsalltag nicht nur körperliche, sondern auch seelische Belastungen, die oft
in Art und Umfang über
normale
menschliche
Erfahrungen
hinausgehen.
Schnelle und
effektive Hilfe
Notfallmanagement nach
für die Betrofbelastenden Ereignissen im
Justizvollzug
fenen ist nach
besonders belastenden beruflichen Ereignissen von zentraler Bedeutung. Mit der Broschüre „Notfallmanagement nach belastenden
Ereignissen im Justizvollzug“ will die
Unfallkasse NRW die Verantwortlichen
in den Behörden unterstützen, ein
Notfallmanagement für belastende Extremsituationen am Arbeitsplatz aufzubauen.
(www.unfallkasse-nrw.de, WebCode:
D14720)
Kein Stress
mit dem Stress
Tipps und Lösungen für mentale Stärke und psychische
lerinnen und Sportler – aber auch sich
selbst – wertschätzend und gesundheitsförderlich zu behandeln.
(www.inqa.de, Gute Praxis, Publikationen, 05.06.2014)
Das LIA NRW hat
eine Broschüre
„Erkrankungsrisiken durch arbeitsbedingte
psychische Belastungen“ verErkrankungsrisiken durch
arbeitsbedingte psychische Belastu
ng.
öffentlicht. In die- transfer
4
sem Band wird
der Fokus auf
die längerfristiLIA.nrw
gen negativen
Beanspruchungsfolgen von Arbeit gelegt. Der
gegenwärtige Stand des Wissens um
die Zusammenhänge zwischen psychischen Belastungsfolgen bei der
Arbeit und Erkrankungsrisiken werden
in einer Überblicksarbeit zusammengetragen.
(www.lia.nrw.de, Service, Publikationen und Downloads, Reihe: transfer)
Landesinstitut für
Arbeitsgestaltung
des Landes Nordrhein-Westfalen
gesünder arbeiten und leben.
www.lia.nrw.de
Das LIA NRW bietet auch die Dokumentation einer Veranstaltung „Erkrankungsrisiken durch psychische
Belastung bei der Arbeit – Forschungsstand und Handlungsmöglichkeiten“
zum Download an.
(www.lia.nrw.de, Service, Veranstaltungen)
Gesundheit im wettkampforientierten Leistungssport
GESUNDHEIT
Die Barmer GEK
hat eine Broschüre
„Psychische
PSYCHISCHE ERKRANKU
NG
AM ARBEITSPLATZ
Erkrankung am
Arbeitsplatz –
Eine Handlungsleitlinie für Führungskräfte“
veröffentlicht. Es
werden darin u.
a. die Gestaltungsebenen –
erkennen, handeln, einbinden und vorbeugen – behandelt.
Darüber hinaus werden Infos zur Rolle
einer Führungskraft sowie zu Diagnosen und Krankheitsbildern gegeben. (www.sucht-am-arbeitsplatz.de,
Startseite) Unter dem Navigationspunkt „Vorbeugung, Psychische GeEINE HANDLUNGSLEITLIN
IE FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE
Psychische Gesundheit
im Leistungssport
FÜR DEN LEISTUNGSSPORT
Eine neue Handlungshilfe zur psychischen Gesundheit im wettkampforientierten Leistungssport „Kein
Stress mit dem Stress – Tipps und Lösungen für mentale Stärke und psychische Gesundheit im wettkampforientierten Leistungssport“ holt das
Thema aus dem Abseits, bietet wertvolle Einblicke in die Strategien der
Sportpsychologie und unterstützt Trainerinnen und Trainer dabei, ihre Sport-
1
23
SF_3_2014_Layout 18.09.14 15:59 Seite 24
Mitteilungen
sundheit“ gibt es weitere Informationen zum Thema, u.a. zwei Links zu einem Leitfaden „Mit psychisch beanspruchten Mitarbeitern umgehen“
und den IAG-Report 1/2013
„Gefährdungsbeurteilung psychischer
Belastungen – Tipps zum Einstieg“.
INQA hat ein
aktualisiertes
eLearning-Tool
für Führungskräfte „Förderung der psychischen Gesundheit als
Führungsaufgabe“ im Rahmen des
Projekts „Psychische Gesundheit in der
Arbeitswelt“ (psyGA) herausgegeben
und bietet es zusammen mit einem
Booklet zum Download an.
Einzelexemplare können auch als CDROM kostenfrei bei INQA abgefordert
werden.
(www.inqa.de, Gute Praxis, Publikationen, 30.07.2014)
men der betrieblichen Gefährdungsbeurteilungen. Er besteht aus 3 Teilen,
der Einführung in die Handhabung des
Instruments, dem eigentlichen SGABeobachtungsinterview und einem
Wissensspeicher.
(www.inqa.de, Gute Praxis, Publikationen, 31.07.2014)
1
Förderung psychischer
Gesundheit als
Führungsaufgabe
psyGA
Ein eLearning-Tool von
Prof. Dr. Jessica Lang
in Zusammenarbeit mit
k
und Dr. Anne Katrin Matysse
Die beste Burnout-Prävention und
letztlich die einzig nachhaltig wirksame, sind gute Arbeitsbedingungen.
Eine generelle Anleitung, wie mit dem
Thema umzugehen ist, gibt es nicht.
Gedankenanstöße und Hinweise enthält ein neuer ver.di-Film mit dem Titel
„Burn or out“, der zum Download zur
Verfügung steht.
(www.verdi-gute-arbeit.de, Aktuelles)
„Der Leitfaden zum Screening Gesundes Arbeiten (SGA)“ wurde von
INQA herausgegeben. Anliegen ist es
physische und
psychische
Gefährdungen
Der Leitfaden zum
Screening Gesundes
zu erkennen,
Arbeiten – SGA
um gesünder
zu arbeiten.
Der Leitfaden
SGA dient vorrangig zur
Durchführung
von Beobachtungsinterviews im RahPhysische und psychische Gefährdungen erkennen – gesünder arbeiten!
24
Experten der
VBG geben in
der Broschüre
„Gesundheit
im Büro“ Empfehlungen, wie
Büroarbeit gesünder gestaltet werden
kann. BehanGesundheit im Büro
Fragen und Antworten
delt werden
unter anderem
die Themen: Belastungen am Arbeitsplatz, Gefahrstoffe und psychische
Belastungen. Angesprochen sind Betriebsärzte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Sicherheitsbeauftragte und
Führungskräfte.
(www.vbg.de; Medien-Center, Thema:
Bildschirm- und Büroarbeit, Praxishilfen: Fachinformationen)
VBG-Fachwissen
Entspannung PUR
Im Gleichgewicht sein
Wer sich mit verschiedenen Entspannungstechniken bspw. zur Stressbewältigung befassen will, findet Informationen in der Broschüre „Entspannung
Pur – im Gleichgewicht sein“ der Barmer GEK.
(www.barmer-gek.de, Infothek, Broschüren bestellen, Stress und
Entspannung)
Der „Ratgeber zur Prävention und Gesundheitsförderung“ des Bundesgesundheitsministeriums zeigt verschiedene Möglichkeiten auf, wie man jeden Tag etwas für seine Gesundheit
tun kann. Themenschwerpunkte sind
Bewegung, Ernährung, Entspannung,
Vorsorge und Früherkennung sowie
Alkohol und Tabakkonsum.
(www.bundesgesundheitsministerium.de, Publikationen, Juli 2014)
Der neue
Praxisreport
Verwaltung
der Zukunft
„Verwaltung
der Zukunft“
bietet Verantwortlichen der
öffentlichen
Verwaltung
praxisorientierte Tipps für
eine zukunftsorientierte Personalpolitik und zeigt,
wie Engagement, Motivation, Gesundheit und Kompetenz der Belegschaft
erhalten und gefördert werden können.
(www.inqa.de, Gute Praxis, Publikationen, 01.07.2014)
Praxisreport mit Beispielen für eine moderne Personalpolitik
> Personalführung
> Chancengleichheit & Diversitty
> G
> Wi
dh it
&K
t
Um die Gesundheit von
Beschäftigten im
Betrieb zu
erhalten und
nachhaltig
zu fördern,
gilt es, VorausQualitätskriterien im Präventionsfeld
setzungen,
»Gesundheit im Betrieb« der gesetzlichen
Unfallversicherungsträger und der DGUV
Rahmenbedingungen
und Vorgehensweisen dafür zu schaffen und
Sicherheit und Gesundheit systematisch in die Betriebe zu integrieren. Mit
dem Ziel, aus Sicht der gesetzlichen
Unfallversicherung grundlegende Kriterien festzulegen, deren Berücksichtigung erfolgreich und langfristig zu einem „gesunden Betrieb“ führen, hat
das SG „Betriebliche Gesundheitsförderung“ des FB Gesundheit im Betrieb (FB GiB) „Qualitätskriterien für
das Präventionsfeld Gesundheit im
Betrieb“ der gesetzlichen Unfallversicherung erarbeitet.
(http://publikationen.dguv.de, Suche:
12287)
Sicherheitsforum
3 . 2014
SF_3_2014_Layout 18.09.14 15:59 Seite 25
Mitteilungen
Was ist ein Betriebliches GeGesunde Mitarbeiter –
sundheitsmagesundes Unternehmen
nagement
(BGM)? Welchen Nutzen
hat es für ein
Unternehmen?
Wie lässt sich
ein Gesundheitsmanagement systematisch im
Betrieb aufbauen und etablieren? Welche Schritte und welche konkreten
Maßnahmen führen zum Erfolg? Die
von INQA herausgegebene Broschüre
„Gesunde Mitarbeiter – gesundes
Unternehmen“ gibt dafür konkrete
Hilfestellungen und Tipps. Das Ziel:
Führungskräfte kleinerer Unternehmen
ermutigen, den Schritt in Richtung eines BGM zu gehen.
(www.inqa.de, Gute Praxis, Publikationen, 19.05.2014)
„Sucht“, eine Checkliste „Sucht“ sowie
ein Artikel „Sucht am Arbeitsplatz“.
(www.bghm.de, Webcode 614)
Eine Handlungshilfe für das
Betriebliche Gesundheitsmanagement
GESUNDHEIT
Aktuelle Daten, Trends,
Analysen und
Praxisbeispiele zur altersgerechten
Arbeitswelt
finden sich im
Fortschrittsreport „Altersgerechte
Arbeitswelt“
des BMAS –
Ausgabe 4: Lebenslanges Lernen und
betriebliche Weiterbildung.
(www.bmas.de, Presse, Meldungen,
10.07.2014)
Zum Thema
Sucht finden
sich bei der
BGHM u. a.
eine Fachinformation „Alkohol im Unternehmen –
Erkennen, Ansprechen,
Handeln“,
eine Broschüre „Alkoholprobleme in den Griff bekommen – Ein
Leitfaden für Praktiker“, ein ASA-Brief
Sicherheitsforum
3 . 2014
Was muss bei der Einnahme von Medikamenten beachtet werden? Welche
Wechselwirkungen gibt es mit anderen
Arzneimitteln oder Nahrungsmitteln?
Welche Risiken bestehen, medikamentenabhängig zu werden? Auf
diese und andere Fragen rund um das
Thema „Medikamente“ gehen die
Web-Portale www.maennergesundheitsportal.de und www.frauengesundheitsportal.de der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein.
Überblick über alles, was bei der
häuslichen Betreuung demenzkranker
älterer Menschen zu beachten ist.
(www.bundesgesundheitsministerium.de, Publikationen, Juli 2014)
Wer auf dem eigenen Grundstück oder
den eigenen vier Wänden nicht nur mit
gewerblichen Firmen, sondern auch
mit privaten
Helfern baut,
ist verpflichtet,
diese bei der
BG Bau anzumelden sowie
Vorschriften
zu beachten.
Nähere Informationen finden sich in
der Broschüre der
BG Bau
„Selbst Bauen“.
(www.bgbau-medien.de, Suche: 674)
pdf-Dokument Nr. 25. Selbst Bauen
Neu aufgelegt und redaktionell überarWie gefährlich und wie verbreitet ist
Crystal Meth? Warum wird das synthetische Aufputschmittel überhaupt
konsumiert? Und was sind sinnvolle
Maßnahmen für die Suchtprävention?
Diese Fragen werden derzeitig von
Experten diskutiert. Dabei wird auch
deutlich, warum Crystal in einigen
Regionen ein zunehmendes Problem
darstellt.
(www.drugcom.de)
Versicherungsschutz
für Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren
in Nordrhein-Westfalen
Das Bundesministerium für Gesundheit hat zwei neue Broschüren zur
Pflege herausgegeben. Die Broschüre
„Pflegen zu Hause – Ratgeber für die
häusliche Pflege“ zeigt auf, was man
zur häuslichen Pflege wissen muss
und wie die Leistungen aussehen: von
Pflegezimmer und Pflegebett bis zu
den Hilfen für die pflegenden Angehörigen. Die Broschüre „Wenn das
Gedächtnis nachlässt – Ratgeber: von
der Diagnose bis zur Betreuung demenziell erkrankter Menschen“ enthält Informationen von der Diagnose
und Behandlung bis zur Gestaltung
des Betreuungsalltags: Sie gibt einen
beitet wurde die Broschüre „Versicherungsschutz für Angehörige der
Freiwilligen Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen“, eine umfangreiche
Sammlung aller relevanten Fragen und
Antworten zum Thema Versicherungsschutz für diesen Personenkreis.
(www.unfallkasse-nrw.de, WebCode:
D14567)
Rainer Kutzinski
25
SF_3_2014_Layout 18.09.14 15:59 Seite 26
Mitteilungen
Neue Druckschriften
Fachkonzept „Mit Gesundheit gute Schulen entwickeln“
(DGUV Information 202-083, bisher
BG/GUV-SI 8097, Mai 2013)
Prävention und Gesundheitsförderung sollen in dem vorliegenden
Fachkonzept zur Steigerung der
Schulqualität beitragen. Das Konzept folgt dem Ansatz der integrierten Gesundheits- und Qualitätsentwicklung mit dem Leitmotiv „Gute
gesunde Schule“ und ist Grundlage
für die Weiterentwicklung des Präventionsansatzes der DGUV.
„Medikamentengabe in Schulen“
(DGUV Information 202-091, bisher
BG/GUV-SI 8098, Juli 2014)
Die bisherige Information wurde redaktionell überarbeitet, um eine
Missinterpretation mit anschließender Fehlhandlung bei der Medikamentengabe auszuschließen. Die
Schrift stellt insbesondere die im
Zusammenhang mit der Gabe von
Medikamenten bei einem Schadensfall entstehende Rechtssituation dar. Außerdem werden, um IrrMedikamentengabe
tümern vorzubeugen, Empfehlunin Schulen
gen zur Schaffung einer klaren
Handlungsgrundlage für Schule
und Lehrkraft gegeben.
BG/GUV-SI 8098
„Medikamentengabe in Kindertageseinrichtungen“
(DGUV Information 202-092, Juli
2014)
In Anlehnung an den Flyer „Medikamentengabe in Schulen“ wurde ein
Flyer zum gleichen Thema für den
Bereich Kita entwickelt. Übergeordnetes Ziel ist es, den pädagogischen Fachkräften in Kita eine
praktische Unterstützung für ihren
Arbeitsalltag zu geben. Bei Beschäftigten in Kita herrscht oft
Unsicherheit sowohl hinsichtlich
versicherungsrechtlicher als auch
organisatorischer Fragen im Zusammenhang mit der Gabe von Medikamenten. Ziel ist es, vor allem Fragen zum Versicherungsschutz bei der Gabe von Medikamenten zu klären. Darüber hinaus sind wichtige Hinweise
zur Organisation enthalten, die Fehler bei der Medikamentengabe mit evtl. gesundheitlichen Folgen vermeiden helfen
sollen. Der Flyer schafft damit Rechtssicherheit für die Beschäftigten und kann einen kleinen Beitrag zur Umsetzung
der Inklusion in Kindertageseinrichtungen leisten.
26
„Sichere Waldarbeiten“
(DGUV Information 214-046, bisher
BGI/GUV-I 8556, Mai 2014)
Die DGUV Information erläutert und
konkretisiert die DGUV Regel 114018 „Waldarbeiten“ und ist damit
eine praxisnahe Ergänzung. Das
Spektrum der Informationsschrift
reicht von den Aufgaben des Arbeitgebers über die im Bereich der
Waldarbeit eingesetzten Maschinen, Werkzeuge und Geräte, Gefahrstoffe, biologische Arbeitsstoffe, den verschiedenen Arten der Holzernte bis hin zu den
besonders zu beachtenden Umgebungseiflüssen und der
Gesundheitsförderung. Insbesondere im Zusammenhang
mit der Holzernte wird auf die DGUV Information 214- 059
„Ausbildung – Arbeiten mit der Motorsäge und die Durchführung von Baumarbeiten“ verwiesen.
„Ausbildung für Arbeiten mit der Motorsäge und die
Durchführung von Baumarbeiten“
(DGUV-Information 214-059, bisher
BGI/GUV-I 8624, Mai 2014)
Arbeiten mit der Motorsäge sind mit
einem hohen Gefahrenpotential verbunden. Die DGUV-Information gibt
dem Unternehmer und dem Lehrgangsträger Informationen über den
Mindestumfang der Ausbildung. Der
modulare Aufbau ermöglicht eine
auf die späteren Anforderungen ausgerichtete individuelle Ausgestaltung der Ausbildungsinhalte an die
später auszuführenden Arbeiten. Die Ausbildungsinhalte
wurden bei der Überarbeitung zwischen der DGUV und der
SVLFG abgestimmt. Die Kompatibilität der Ausbildungen
Baumarbeiten im Gartenbau nach Unfallverhütungsvorschrift „Gartenbau, Obstbau und Parkanlagen“ (VSG 4.2)
und der Module der DGUV Information 214-059 „Ausbildung für Arbeiten mit der Motorsäge und die Durchführung
von Baumarbeiten“ besteht. Die gegenseitige Anerkennung
dieser vorgenannten Ausbildungen ist zwischen der SVLFG
und der DGUV vereinbart.
„Eignungsuntersuchungen in der betrieblichen Praxis“
(DGUV Information 250-010, Juni
2014)
Mit Inkrafttreten der neu gefassten
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) am
31.10.2013 ergibt sich zum Thema
Eignungsuntersuchungen ein erheblicher Informationsbedarf, dem
Eignungsuntersuchungen
Eignu
ng
gsuntersuchungen
die neu erschienene DGUV Informain der betrieblichen
betrieblichen Pr
Praxis
axis
tion Rechnung tragen soll. In der Information werden insbesondere die
Trennung von arbeitsmedizinischer Vorsorge und Eignungsuntersuchung klargestellt sowie Eignungsuntersuchungen
und ihre Rechtsgrundlage näher beschrieben.
250-010
250-010
DGUV Inf
Information
form
o ation 250-0
250-010
10
Sicherheitsforum
3 . 2014
SF_3_2014_Layout 18.09.14 15:59 Seite 27
Mitteilungen
Neue Druckschriften im Regelwerk
(Diese Materialien werden nicht als Broschüre zur Verfügung gestellt. Download: www.dguv.de/Publikationen)
•
„Arbeiten: entspannt, gemeinsam, besser“
(DGUV Information 206-006, bisher BGI/GUV-I 7010, Ausgabe Mai 2014)
„So geht’s mit Ideen-Treffen“
(DGUV-Information 206-007, bisher BGI/GUV-I 7010-1, Ausgabe Mai 2014)
Intention der beiden Informationsschriften ist es, Kleinbetrieben eine praktische Hilfestellung zu geben, um
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren Ideen stärker zu beteiligen und einen systematischen Austausch
zwischen Beschäftigten und der Unternehmensleitung z.B. über Arbeitsbedingungen, Arbeitsbelastungen
und Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit und Sicherheit zu fördern. Kernstück des Instrumentes sind
regelmäßige, nach einem festgelegten Muster ablaufende Mitarbeiterbesprechungen, so genannten IdeenTreffen.
•
„Arbeitsschutzmanagement – Mit System sicher zum Erfolg“
(DGUV Information 211-030, bisher BGI/GUV-I 8690)
Die DGUV Information wendet sich mit einer kurzen Darstellung des Themas an die Unternehmen und stellt
insbesondere das AMS-Gütesiegel der gesetzlichen Unfallversicherung „Sicher mit System“ vor. Die
Informationsschrift dient als Erstinformation für interessierte Unternehmen, die durch weitere Schriften zum
Thema oder persönliche Beratung ergänzt werden kann. Die alte Version der Broschüre wird mit Veröffentlichung der neuen Fassung zurückgezogen.
•
„Raumakustik in industriellen Arbeitsräumen – Anforderungen, Grundlagen, Messverfahren, Maßnahmen, Lärmminderungserfolge“
(IFA-LSA-Blatt 01-234, August 2014).
Das IFA der DGUV erstellt seit vielen Jahren Lärmschutz-Arbeitsblätter (LSA-Blätter), um damit über
Untersuchungsergebnisse aus dem Bereich des Lärmschutzes und über Lärmmessverfahren zu informieren.
Im Zuge einer Neuordnung des Regelwerks wurden die LSA-Blätter zurückgezogen und nun überarbeitet,
um sie dann unter der Bezeichnung „IFA-LSA-Blätter“ als DGUV-Schriften herauszugeben. Das erste Blatt
in der neuen Form ist das IFA-LSA-Blatt 01-234. Dieses Blatt beschreibt die verschiedenen Möglichkeiten
zur schallabsorbierenden Gestaltung von Arbeitsräumen und die Ermittlung der notwendigen Mengen an
Absorptionsmaterial. Außerdem werden die Messverfahren zur Erfassung und Beurteilung der Raumakustik
beschrieben, um damit die entsprechenden Vorgaben in den Technischen Regeln zur Lärm- und VibrationsArbeitsschutzverordnung zu konkretisieren. (www.dguv.de, IFA, Fachinfos, Lärm, Lärmschutz-Arbeitsblätter)
Impressum
Mitteilungsblatt der
Unfallkasse Sachsen-Anhalt
ISSN 1619-3520
Mitglied der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung
Sicherheitsforum
3 . 2014
Herausgeber
Unfallkasse Sachsen-Anhalt
Käsperstraße 31 · 39261 Zerbst / Anhalt
Telefon: 03923 751-0
Fax: 03923 751-333
E-Mail: [email protected]
Internet: www.ukst.de
Verantwortlich für den Inhalt
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Redaktion
Uwe Köppen, Reinhard Neuberth,
Rainer Kutzinski
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Telefon: 034903 4 73 10 · Fax 4 73 77
Auflage
4.500 Exemplare
Ausgabe
September 2014
Erscheinungsweise
„Sicherheitsforum“ erscheint vierteljährlich
Bildnachweise
picture alliance, DGUV, Landesverband Nordwest (S. 10), Jörg Wunderlich (S. 17)
Andrea Enderlein (S. 21)
27
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