katzen- bewegung - Boehringer Ingelheim Vetmedica

Commentaren

Transcriptie

katzen- bewegung - Boehringer Ingelheim Vetmedica
KATZENBEWEGUNG
Arthrose erkennen und behandeln
KATZENBEWEGUNG
Indianer kennen keinen Schmerz
Editorial..................................................................... 03
Faszination Bewegung.............................................. 04
Geheimnis der Beweglichkeit.................................. 08
Arthrosen.................................................................. 12
Teufelskreis des Schmerzes...................................... 14
Weitere Gelenkerkrankungen.................................. 15
Diagnose................................................................... 16
Therapie.................................................................... 18
So helfen Sie Ihrer Katze.......................................... 20
Schmerzerkennung................................................... 22
Herausgeber:
Boehringer Ingelheim
Vetmedica GmbH
55216 Ingelheim am Rhein
Liebe Katzenfreundin, lieber Katzenfreund
Ein Grund für die Anziehungskraft von Katzen auf uns Menschen
liegt sicherlich in ihrer außerordentlichen Körperbeherrschung
und der Eleganz ihrer Bewegungen.
Dass jedoch viele Katzen unter chronischen Krankheiten der
Gelenke leiden, ist erst seit kurzem bekannt. So leiden rund 90%
aller Katzen über 12 Jahre an schmerzhafter Arthrose.
Tatsächlich werden auch noch heute viele erkrankte Katzen nicht
oder nicht ausreichend behandelt, weil die Tiere ihr Leiden gut zu
verbergen wissen – sie zeigen keine oder kaum Symptome.
Dabei wäre es so wichtig, diese Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Denn je eher man mit der Therapie der Gelenkerkrankungen
beginnt, desto besser sind die Behandlungsergebnisse.
Mit dieser Broschüre möchten wir Sie darüber informieren, wie
wichtig eine uneingeschränkte Beweglichkeit für Katzen ist,
welche Gelenkerkrankungen bei diesen Tieren häufig auftreten,
welche Rolle chronischer Schmerz bei diesen Erkrankungen spielt,
wie man ihn erkennt und mit welchen therapeutischen Maßnahmen man dem Tier helfen kann.
Wir wünschen Ihrem „Häuptling“ ein langes
bewegliches Katzenleben voller Tatendrang.
abcd
FA
S
Z
I
4
N
A
ON
I
T
BE W EGUNG
Eleganz — Beweglichkeit — Körperbeherrschung
Kaum ein anderes Tier fasziniert uns so durch die Eleganz und die
Geschmeidigkeit seiner Bewegungen wie die Katze. Wofür Zirkusakrobaten jahrelang trainieren, ist der Katze angeboren:
Ihr bewegliches Skelett erlaubt ihr Positionen einzunehmen, die einen Gummimenschen vor Neid erblassen
lassen. Besonders biegsam ist die Wirbelsäule, deren einzelne Wirbelknochen nicht
so starr miteinander verbunden sind,
wie beim Menschen oder bei anderen
Tieren. Auch für Seiltänzer stellt die
Katze ein Vorbild dar: ihr Gleichgewichtssinn ist so gut ausgebildet, dass sie
mühelos auf schmalen Zäunen von Garten
zu Garten spaziert – ohne je die Balance zu
verlieren. Ihre Körperbeherrschung macht es
möglich, dass die Tiere bei Stürzen fast immer
auf ihren Füßen ankommen, weil sie in der Lage sind,
sich im freien Fall um die eigene Achse zu drehen.
Auch das minutenlange bewegungslose Verharren und
Lauern vor einem Mauseloch wäre ohne diese außergewöhnliche Beherrschung der Muskulatur undenkbar.
Tipp
Katzen sind passionierte Jägerinnen.
Mit einer Katzenangel können Sie ein
Beutetier imitieren und Ihre Katze zu
Fangspielen animieren – so bleibt Ihr
Stubentiger auch bei reiner
Wohnungshaltung fit.
5
Sport-As und Kletterkönigin
Nicht nur als Akrobatin sondern auch als Sportlerin erbringt die
Katze erstaunliche Leistungen. Im Sprung können sich Katzen um
das Fünffache ihrer eigenen Körperhöhe nach oben katapultieren.
Und im Weitsprung erreichen sie leicht das Sechsfache ihrer Körperlänge. Ausdauernde Läufer sind Katzen zwar nicht, doch im
Spurt erreichen sie rasch eine Geschwindigkeit von 50 km in der
Stunde. Den Hund, der eigentlich schneller ist als sie und darüber
hinaus über eine größere Ausdauer verfügt, hängen sie mühelos ab,
indem sie einfach den nächsten Baum hinauf sausen. Denn anders
als der Hund können sie auch an senkrechte Flächen nach oben
klettern, solange die Oberfläche nur weich oder rau genug ist, dass
sie ihre scharfen, ausfahrbaren Krallen wie Steigeisen hineinbohren können.
Tipp
Katzen springen und klettern meisterlich,
auf diese Weise nutzen sie alle drei Raumebenen.
Tatsächlich halten sie sich am liebsten auf erhöhten
Flächen auf und beobachten von dort das Geschehen.
Machen Sie Ihrer Katze daher auf einigen erhöhten
Flächen in der Wohnung ein Plätzchen frei –
das macht jeden Stubentiger glücklich.
6
Kat zen lieben
hohe Aussichten
7
Gelenkkapsel
Synovia
Synovialmembran
Knorpel
Knochen
Drehpunk t
G elenk
Tipp
Katzen können zwar sehr geschickt fallen
und kommen nach Stürzen meist auf allen
vier Pfoten auf dem Boden an. Trotzdem
können sie sich verletzen. Sichern Sie
daher alle Fenster und Ihren Balkon –
so kann nichts passieren.
8
Geheimnis der Beweglichkeit — Gelenke
Die harmonischen und eleganten Bewegungen der Katze sind das
Ergebnis eines perfekt aufeinander abgestimmten Zusammenspiels
von Muskeln und Nerven, Knochen und Sehnen, Bändern und
Gelenken.
Die Gelenke, die Verbindungsstellen zwischen den starren Knochen, stellen dabei die Dreh- und Angelpunkte für jede Bewegung
dar. Sie sind von straffem Bindegewebe, der Gelenkkapsel umgeben, die das Gelenk stabilisiert.
Die Knochenenden, die im Gelenk zusammentreffen, sind von
einem Knorpel überzogen. Das prall-elastische Knorpelgewebe
dient dabei als eine Art „Stoßdämpfer“, mit dessen Hilfe Druck
und kurzfristige hohe Belastungen, wie z. B. das Aufsetzen nach
dem Sprung abgefedert werden.
Die Oberfläche des Knorpels ist glatt, so dass sich die Knochen
reibungslos gegeneinander bewegen können. Die Gleitfähigkeit
der Knorpel wird durch die Gelenkschmiere, die Synovia, noch
erhöht. Diese zähe Flüssigkeit wird von einer zarten Zellschicht,
der Synovialmembran, gebildet, die die straffe Gelenkkapsel
innen auskleidet. Die Synovia stellt außerdem die Versorgung des
Gelenkknorpels mit Nährstoffen sicher, denn der Gelenkknorpel
wird nicht durchblutet. Dass das Gewebe nicht durchblutet wird,
hat übrigens auch schwerwiegende Folgen für die Heilung nach
Verletzungen.
Ein einmal geschädigter Knorpel kann nicht wieder völlig
hergestellt werden.
9
Schwachstelle Gelenk
So perfekt sie auch aufgebaut sind, die Gelenke stellen die Schwachstellen im Bewegungsapparat der Katze dar. Schon die natürliche
Alterung macht ihnen zu schaffen. Insbesondere der Gelenkknorpel, der bei der jungen Katze ein dickes, prall-elastisches
Kissen über den Enden der Knochen bildet, leidet unter den Jahren.
Er wird dünner und verliert zunehmend an Elastizität.
Seine glatte, gleitfähige Oberfläche kann rau werden. Dadurch
können die Knochen beim Beugen oder Strecken eines Gelenks
nicht mehr mühelos aneinander vorüber gleiten, zumal auch das
Schmiermittel des Gelenks, die Gelenkschmiere, bei älteren Semestern nicht mehr die gleiche Qualität aufweist.
Bei jungen Tieren ist die Gelenkschmiere äußerst zähflüssig und
bildet einen dichten Film über die Gelenkknorpel. Mit zunehmendem Alter wird die Gelenkschmiere dünnflüssiger und dadurch
kann der „Gleitfilm“ über dem Knorpel immer wieder einmal
reißen. Dann reibt Gelenkoberfläche auf Gelenkoberfläche — was
zur weiteren Abnutzung des Knorpels beiträgt. Man nennt diesen
Prozess auch Degeneration und die Veränderungen der Gelenke
degenerative Gelenkveränderungen.
Tipp
Wer rastet, der rostet – das gilt auch für
die Gelenke. Denn die schützende Gelenkschmiere wird vor allem bei Bewegungen
gebildet. Versuchen Sie also Ihre Katze
zum Beispiel durch Spielen
in Bewegung zu bringen.
10
Häufiger als man denkt: Gelenkprobleme bei Katzen
Einige Studien der letzen Jahre brachten erschreckende Fakten
zum Thema Gelenkerkrankungen bei Katzen ans Licht. So stellten
Wissenschaftler fest, dass man bei 90 % aller Katzen über 12 Jahre
Veränderungen der Gelenke im Röntgenbild sieht.
Aber auch jüngere Katzen bleiben von Gelenkerkrankungen nicht
verschont. Bei einer weiteren Studie mit 218 Katzen im mittleren
Alter von 6,5 Jahren, mussten die Tierärzte in 34 % der Fälle eine
chronische Gelenkerkrankung mit bleibenden Veränderungen des
Gelenks, die Arthrose, diagnostizieren. Bei Katzen ist übrigens das
Ellbogengelenk, gefolgt von Hüft- und Kniegelenk, am häufigsten
von Arthrose betroffen.
100 %
In einer Studie hatten
90 Prozent der über 12 Jahre alten
Katzen eine Gelenkerkrankung –
90 %
50 %
10 Prozent der Katzen waren frei von
Gelenkerkrankungen.
Katzen mit
Gelenkserkrankung
Katzen ohne
Gelenkserkrankung
0 %
10 %
11
Indianer kennen
keinen Schmerz
Gesundes Gelenk
Knorpeloberfläche
eines normalen Gelenks
Entzündetes Gelenk
Zunahme der Gelenkflüssigkeit
Unregelmäßigkeiten der
Knorpeloberfläche
Aufrauhen oder Veränderungen
des Knochens
Knorpeloberfläche
eines Gelenks mit entzündlicher
Gelenkerkrankung (Arthritis)
12
Arthrosen
Arthrosen sind eine Sonderform der degenerativen Gelenkveränderungen. Typisch für eine Arthrose ist der Verlust an Knorpelgewebe,
die Bildung von wildem Knochengewebe (Osteophyten) und der
Umbau des Knochens.
Eine Arthrose beginnt in der Regel mit einem Knorpelschaden.
Dieser bedingt eine Entzündung der Synovialmembran, die daraufhin anschwillt und verstärkt Gelenkschmiere (Synovia) produziert.
Diese Synovia ist jedoch minderwertig. Sie ist zu dünnflüssig, um
einen belastbaren Schutzfilm für den Knorpel zu bilden.
Durch die Menge an Gelenkflüssigkeit kommt es zu einem
„Reizerguss“, der wiederum die Gelenkkapsel anschwellen lässt:
Das Gelenk wird dick, verliert seine Beweglichkeit und
ist außerordentlich schmerzhaft. Man nennt eine Gelenkentzündung auch Arthritis.
Der Organismus möchte die Gelenkkapsel in dieser
kritischen Situation stärken und daher erzeugen
bestimmte Reparaturzellen viel festes Bindegewebe, mit dem die Kapsel durchsetzt wird.
Auch die Bildung von wildem Knochengewebe
ist nichts anderes als der verzweifelte Versuch
des Organismus, dem kranken Gelenk zu mehr
Stabilität zu verhelfen. All diese Veränderungen
können vom Körper nicht mehr rückgängig
gemacht werden.
13
Teufelskreis des Schmerzes
Die Schmerzen, die mit der Entzündung des Gelenks verbunden
sind, tragen direkt auch zur Verschlimmerung der Erkrankung
bei. Denn sie veranlassen das Tier, die erkrankte Gliedmaße zu
schonen. Zu Beginn einer Verletzung oder Erkrankung ist dies
auch sinnvoll. Auf Dauer schadet das Schonen dem betroffenen
Gelenk und auch anderen Gelenken. Denn nur wenn das Gelenk
bewegt wird, bildet die Synovialmembran gute, dickflüssige und
zähe Gelenkschmiere. Ohne Gelenkschmiere wird der verbliebene
Knorpel nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Außerdem
ist die Gleitfähigkeit durch die mangelnde Schmiere im Gelenk
herabgesetzt: so ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es zu
weiteren Knorpelschäden kommt. Weitere Knorpelschäden jedoch
verschlimmern die Entzündung, das Tier muss noch mehr Schmerzen leiden und bewegt sich noch weniger.
Darüber hinaus führt die Schonhaltung zur Schädigung anderer
Gelenke, weil diese nun überbeansprucht bzw. durch die unnatürliche Haltung der Katze falsch belastet werden.
Gesundes
Ellbogengelenk
1.
2.
14
1. Oberarmknochen (Humerus)
2. Speiche (Radius)
3. Elle (Ulna)
3.
1.
2.
3.
Weitere Gelenkerkrankungen
Es gibt eine ganze Reihe anderer schwerer Gelenkerkrankungen.
Sehr häufig sind Verletzungen der Gelenke, von Prellungen bis
zu Brüchen, bei Unfällen. Verletzungen, wie beispielsweise der
Kreuzbandriss im Knie älterer Katzen, können aber auch die Folge
von Verschleißerscheinungen sein. Infektionen können hochgradige
Gelenkentzündungen verursachen. Aufgrund von genetischer Veranlagung oder auch von Wachstumsstörungen kann es zu Fehlstellungen der Gelenke kommen. In diesem Zusammenhang sei die von
Hundehaltern gefürchtete Hüftgelenksdysplasie erwähnt, die bei
Katzen weit häufiger vorkommt, als man bisher dachte. Laut einer
aktuellen Studie leiden rund 16 % der Katzen an dieser Fehlbildung,
bei der der Oberschenkelkopf nicht richtig in die Beckenpfanne
passt. Darüber hinaus können auch Übergewicht, Fehlernährung,
Stoffwechselkrankheiten, Durchblutungsstörungen und viele
andere Faktoren mehr zu einem Gelenkschaden führen.
Gemeinsam haben die meisten Gelenkerkrankungen nur eines:
Früher oder später führen sie zu einer schmerzhaften Arthrose.
Ellbogengelenk mit
arthrotischen Veränderungen
4. Knochen-Neubildung (Osteophyten)
5. Aufgeraute Gelenkoberfläche
5.
5.
4.
4.
15
Katzen verbergen ihren Schmerz
Bei vielen Katzen werden Gelenkerkrankungen erst sehr spät
festgestellt. Denn die meisten Katzen versuchen zu verbergen, dass
es ihnen schlecht geht. Dieses Verhalten ist ein Erbe ihrer wilden
Vorfahren: In der Wildnis nämlich ist ein krankes Tier nichts
anderes als eine leichte Beute. Kein Wunder also, dass sich unsere
Katzen Schmerzen kaum anmerken lassen. Trotzdem ändert sich
das Verhalten der Katze und sie bewegt sich deutlich weniger.
Bei Katzen, die man nur ab und an sieht (Freigänger), sind diese
Veränderungen jedoch nur schwer zu bemerken. Daher ist Ihre
Beobachtungsgabe als Besitzer besonders gefragt.
Checkliste
Auf der letzten Seite
dieser Broschüre haben
wir Ihnen einige Merkmale von Schmerzen als
Checkliste zusammengestellt. Diese Checkliste
kann Ihnen dabei helfen
auch unauffälligen
Verhaltensänderungen
Ihrer Katze auf die Spur
zu kommen.
16
Untersuchungsmethoden
Beim Verdacht auf eine Gelenkerkrankung wird Ihr Tierarzt Ihre
Katze gründlich untersuchen, denn er muss andere Krankheiten
ausschließen. Ihre Aussagen zum Befinden Ihrer Katze sind besonders wichtig, daher wird der Tierarzt Sie intensiv befragen.
Zur Untersuchung gehören das Abtasten, Strecken und Beugen
der Gelenke, das Beobachten der Katze in der Bewegung und das
Anfertigen von Röntgenaufnahmen. In bestimmten Fällen sind
computertomografische oder andere spezielle Untersuchungsmethoden angezeigt, um das Problem genau zu bestimmen.
Übrigens sagen die Veränderungen auf dem Röntgenbild nicht
unbedingt etwas über die Schwere der Erkrankung aus.
Nur die Kombination aller Daten lässt eine sichere Diagnose zu.
Tipp
Falls möglich können Sie Ihre Katze
bei den unterschiedlichsten Aktivitäten
(Laufen, Klettern, Treppensteigen, Springen,
Spielen) filmen und diese Aufnahmen
zur Untersuchung mitbringen. Denn viele
Katzen wollen in einer Tierarztpraxis
nicht laufen, sie bewegen sich, wenn überhaupt, nur sehr verkrampft, so dass
der Tierarzt ihren Gang kaum
beurteilen kann.
17
Therapeutische Möglichkeiten
Leider muss gesagt werden, dass alle chronischen Gelenkerkrankungen heutzutage noch unheilbar sind, weil Schäden am
Gelenkknorpel nicht rückgängig gemacht werden können, das
Gelenk also nicht mehr in den Ursprungszustand zurückversetzt
werden kann. Doch der Tierarzt und Sie können eine ganze Menge
dafür tun, dass sich die Krankheit nicht verschlimmert und dass
sich die Katze trotz ihrer kranken Gelenke wohl fühlt.
Bei Gelenkerkrankungen kommen ganz unterschiedliche Therapien
- auch in Kombination - zum Einsatz:
Ruhigstellung oder physiotherapeutische Übungen
Einsatz von Wärme oder von Coldpacks
Ernährungsergänzung in Verbindung mit
Gewichtsreduktion
die medikamentelle Behandlung oder
die orthopädische Operation
Ihr Tierarzt wird für Ihre Katze einen individuellen Therapieplan
erstellen und mit Ihnen besprechen.
a
er
Th
p
18
ie
p
la
n
vom
T ier ar z t
Entzündungshemmung und Schmerzbekämpfung
Die Hemmung von weiteren Entzündungen und die Linderung bzw.
möglichst die komplette Ausschaltung von Schmerzen sind bei der
Therapie von Gelenkerkrankungen von größter Bedeutung. Denn
sowohl die entzündlichen Erscheinungen als auch die Schmerzen
tragen zur Verschlimmerung der Erkrankung bei. Darüber hinaus
stellen chronische Schmerzen eine Art Dauerstress für Körper und
Seele dar und haben gesundheitsschädliche Auswirkungen auf Herz
und Kreislauf, Atmung und Immunsystem.
Den Teufelskreis von Schmerz, Entzündung und Degeneration
durchbricht der Tierarzt mit besonderen für die Katze verträglichen
Schmerzmitteln. Es ist äußerst wichtig, dass Sie tatsächlich nur vom
Tierarzt verschriebene Medikamente, in der vom Tierarzt angegebenen Dosierung verwenden, weil Katzen äußerst empfindlich auf
viele Schmerzmittel reagieren.
Indianer kennen
keinen Schmerz
19
Machen Sie Ihrer Katze das Leben leichter
Neben der Gabe von Medikamenten, die der Tierarzt Ihrer Katze
verschrieben hat, können Sie noch eine Menge für sie tun:
In allererster Linie sollte man Katzen mit Gelenkproblemen das
Leben leichter machen. Im Klartext: Übergewichtige Stubentiger
sollten dringend abnehmen. Denn je leichter die Katze ist, desto
weniger wird ihr Bewegungsapparat belastet.
Zur Gewichtsreduktion ist es sinnvoll, das Futter nicht nur zu
reduzieren, sondern die Katze auch in Bewegung zu bringen.
Dadurch wird die Muskulatur gestärkt und kann die Gelenke
besser unterstützen.
Fragen Sie Ihren Tierarzt nach Nahrungsergänzungsmitteln,
die helfen:
So können Glukosaminoglykane (wie z.B. in Canosan® enthalten)
dem Knorpelabbau entgegen wirken, indem sie das Gelenk bestmöglich mit Nährstoffen versorgen und Aufbau- und Reparationsprozesse optimal unterstützen. Langkettige, mehrfach ungesättigte
Fettsäuren (wie z.B. in Viacutan® Plus) nehmen Einfluss auf
Entzündungsprozesse und unterstützen den Organismus bei deren
Bekämpfung.
G ew icht
im Auge
behalten
20
Entlastung für kranke Gelenke
Entlasten kann man die Gelenke einer arthrotischen Katze auch,
indem man ihre Lieblingsplätze besser erreichbar macht: zum
Beispiel vor die Fensterbank einen Stuhl stellt, in den Kratzbaum
mehr Etagen einbaut oder einen Fußschemel vor den Lieblingssessel stellt. Während man große Sprünge so vermeidet, sollte man
Bewegung durch Spiel oder die genannten Fütterungsmethoden
jedoch fördern. Einige Katzen mit Gelenkbeschwerden benötigen
Unterstützung bei der Körperpflege. Mit einem Putzhandschuh
oder einer sehr weichen Bürste kann man auch empfindliche
Stellen gut pflegen. Auch der Genital- und Analbereich sollte
gegebenenfalls kontrolliert und wenn nötig vorsichtig mit etwas
Babyöl gereinigt werden. Nehmen Sie sich vor allem Zeit zum
Kuscheln mit Ihrer Katze. Denn sanftes Streicheln sowie behutsame Massagen wirken entspannend und Entspannung kann
Schmerz nachweislich reduzieren.
Tipp
Wenn Ihr Tier nicht gerne spielt, dann lassen Sie
es doch für sein Futter arbeiten. Verstecken Sie das
Trockenfutter in kleinen Portionen in der Wohnung oder
werfen sie einzelne Bröckchen, denen die Katze dann
hinterher „jagen“ muss, weit weg. Hervorragend geeignet
sind auch Futterbälle, die die Katze ins Rollen bringen
muss, damit Futterbröckchen hinausfallen.
Auch
für Kat zen:
Wer r as tet ,
der
ros tet!
21
Hat meine Katze Schmerzen?
Mit dem nebenstehenden, abtrennbaren Fragebogen möchten
wir Ihnen helfen, dem Befinden Ihrer Katze besser auf die Spur
zu kommen. Es sind einige Verhaltensweisen aufgelistet, die bei
Schmerzen verändert sein können.
Hierzu ist es wichtig zu wissen, dass Schmerz nicht die einzige
Ursache für Verhaltensänderungen ist. Auch äußere Umstände
haben Einfluss auf das Verhalten der Katze.
So kann beispielsweise eine Renovierung der Wohnung zur Folge
haben, dass sich die Katze einen neuen Lieblingsplatz sucht oder
ein Streit mit den Nachbarskatzen kann dazu führen, dass das
Tier plötzlich mit Urin markiert.
Empfehlung
Sollten Ihnen Verhaltensänderungen bei Ihrer
Katze auffallen, nehmen Sie am besten den
ausgefüllten Fragebogen mit zu Ihrem Tierarzt
und klären Sie mit ihm gemeinsam, was hinter
diesen Veränderungen wirklich steckt.
22
abcd
Katzen-Bewegung
Immer „Häuptling“ bleiben
Ohne Arthrose-Beschwerden!
Fragen sie in Ihrer Tierarztpraxis nach
geeigneten Behandlungsmethoden
zur Therapie von Arthrose und Schmerzen!
24
Fragebogen für Ihren Tierarzt
Indianer kennen
keinen Schmerz
Kann sich Ihre Katze mühelos und schmerzfrei bewegen?
Leichte Probleme äußern sich beispielsweise darin, dass die Bewegungen nicht mehr so elegant
und fließend sind. Die Katze wirkt etwas steif, unsicher und unbeholfen.
Bei deutlichen Problemen zögert die Katze vor Ausführung bestimmter Bewegungen oder sie
vermeidet sie, wenn es irgend geht. So springt sie beispielsweise nur noch auf einen Stuhl, wenn
man sie mit einem Leckerbissen lockt.
Große Probleme haben Katzen, die bestimmte Bewegungen gänzlich verweigern, sich also auch
durch ein Lieblingsleckerchen nicht zum Springen bewegen lassen.
Bewegungsverhalten
Keine
Probleme
Leichte
Probleme
Deutliche
Probleme
Beim Laufen
Treppen steigen
Hochsprung
z. B. auf einen Stuhl
Hinunter springen
Klettern z. B. auf den Kratzbaum
Hinunter klettern
Beim Aufstehen nach dem Schlafen
Bei der Fellpflege
(z. B. beim Putzen des Rückens)
Haben Sie den Eindruck, dass Ihrer Katze auch noch andere Bewegungen schwer fallen?
Und wenn ja, welche sind dies?
Große
Probleme
Fragebogen für Ihren Tierarzt
Indianer kennen
keinen Schmerz
Name des Halters:
Name der Katze:
Alter der Katze:
Allgemeines Verhalten
Bewegt sich Ihre Katze insgesamt weniger als früher?
Hat sie noch die gleichen Lieblingsplätze?
Meidet sie seit einiger Zeit erhöhte Liegeflächen?
Fordert sie Sie zum Spielen auf?
Spielt sie überhaupt noch gerne?
Putzt sie sich regelmäßig?
Ist das Fell an schwerzugänglichen Stellen (z.B. Rücken) sauber?
Sind Anal- und Genitalbereich stets sauber?
Entdecken Sie regelmäßig verkrustete, verklebte Haarstellen?
Benutzt Ihre Katze zuverlässig ihre Toilette?
Entdecken Sie öfter an Wänden/Möbeln Urinspritzer?
Miaut oder maunzt Ihre Katze häufiger als früher?
Lässt sich die Katze problemlos hochnehmen?
Lässt sie sich gerne streicheln? Reagiert Ihre Katze grundlos aggressiv auf Berührungen?
Hat sich ihr Verhalten gegenüber Menschen verändert?
Sucht sie z. B. auffällig Ihre Nähe oder verkriecht sie sich häufig?
Ja
Nein
Indianer kennen
keinen Schmerz
6-296-12
Tierarztpraxis
abcd