Osteoporose - congress

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Osteoporose - congress
HERZLICH WILLKOMMEN
12. September 2013
Osteoporose
Gilliane Petitjean
Oberärztin
Innere Medizin
Frage 1
Wie ist Osteoporose definiert?
v  Der T-Score vergleicht die Knochendichte mit dem Mittelwert von
gesunden 50-jährigen Frauen (wird in Standardabweichungen
angegeben).
v  Eine Osteoporose liegt vor, bei einem T-Score von ≤- 1.5 SD.
ca. 20 bis 30jährige
Frauen
(„peak bone mass“)
≤-2.5
v  Eine Osteopenie liegt vor bei einem T-Score zwischen -1.0 und -2.5
SD.
✔
v  Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung mit
verminderter Knochenmasse und gestörter Knochenarchitektur. Dies
führt zu einer verminderten Widerstandsfähigkeit des Knochens und
geht letztlich mit einem erhöhten Frakturrisiko einher.
✔
v  Der Z-Score vergleicht die Knochendichte mit dem Mittelwert einer
vergleichbaren Altersgruppe. Ein Z-Score ≤-2.0 SD ist pathologisch.
✔
v  Ein relevanter Anteil der Osteoporosefrakturen ereignet sich bei
Patienten/innen mit Dichtewerten im Bereich der Osteopenie (ca.
50%).
✔
Kantonsspital Baselland
Definition der Osteoporose
Ø  SVGO 2010, (DVO Leitlinien 2009)
Systemische Skeletterkrankung, die durch eine verminderte Knochenmasse und
Störung der Knochenarchitektur (Knochenintegrität) zu einer verminderten
Widerstandsfähigkeit des Knochens führt und letztlich mit einem erhöhten
Frakturrisiko einhergeht.
Ø  WHO-Definition:
Knochendensitometrie: T-Score ≤ -2.5 SD an der LWS und/oder am proximalen Femur
- Die Knochendichteschwelle ≤ -2.5 SD im T-Score erfasst die 30% der weissen Frauen über 50
Jahre mit der tiefsten Knochendichte.
- Nur ein Teil des Frakturrisikos wird durch die Knochendichte bestimmt, rund 50% der
Osteoporosefrakturen ereignen sich bei Dichtewerten im Bereich der Osteopenie.
- Der klinische Krankheitswert der Osteoporose liegt in der Fraktur. Die verminderte
Knochendichte entspricht einem der wichtigsten Risikofaktoren.
Kantonsspital Baselland
Definition der Osteoporose
Ø  T-Score
Einteilung
Knochendichte
normal
T-Score ≥ -1.0 SD
Osteopenie
T-Score < -1.0 und > -2.5 SD
Osteoporose
T-Score ≤ -2.5 SD
Schwere Osteoporose
T-Score ≤ -2.5 SD und Fraktur(en)
Eine Osteoporose liegt vor, wenn die Knochendichte mehr als 2.5 Standardabweichungen
tiefer liegt als der Mittelwert gesunder junger Frauen bzw. Männer. Diese Definition ist
unabhängig vom Alter.
Ø  Z-Score
• 
Standardabweichung der gemessenen Knochendichte vom Mittelwert einer
alterskorrelierten Vergleichsgruppe.
• 
Z-Score ≤ -2.0: pathologisch
Kantonsspital Baselland
CT-­‐‑Bild von Spongiosaknochen
Gesunder Patient
Kantonsspital Baselland
Patient mit Osteoporose
Typische osteoporotische Frakturen
Kantonsspital Baselland
The Lancet 2011, Vol. 377
Frage 2
Epidemiologie
v  Das Lebenszeitrisiko für eine osteoporotische Fraktur beträgt in der
Schweiz im Alter von 50 Jahren:
v  51% für eine Frau
v  5% für einen Mann
v  Die Schweiz gehört zu den Ländern mit den tiefsten Osteoporoseraten.
v  Die Inzidenz von WK-Frakturen und Hüftfrakturen nimmt mit dem Alter
exponentiell zu.
v  Die Knochenmasse nimmt bei beiden Geschlechtern ab dem 50.
Altersjahr ab.
✔
20%
höchsten
✔
ab dritter
Dekade
v  Bei Frauen kommt es mit dem Menopauseneintritt zu einem
beschleunigten Knochenabbau (durchschnittlich 2-3% jährlicher Verlust
an der WS) während 6-8 Jahren.
✔
v  Männer sind wesentlich seltener von Osteoporose betroffen als Frauen.
Eine höhere peak bone Masse und das Fehlen einer akzelerierten
postmenopausalen Abbauphase sind hierfür verantwortlich.
✔
Kantonsspital Baselland
Epidemiologie – Prävalenz und Inzidenz
Lebenszeitrisiko für eine osteoporotische Fraktur beträgt in der Schweiz
im Alter von 50 Jahren
- für eine Frau 51%
- für einen Mann 20%
Inzidenz für WK-Frakturen in der Schweiz
-  bei postmenopausalen Frauen: 486/100 000/Jahr
-  Männer im Alter > 50 J.: 243/100 000/Jahr
Inzidenz von WK-Frakturen bei postmenopausale Frauen
- 50 Jahre: 121/100 000/Jahr
- 80-85 J.: 1537/100 000/Jahr
Inzidenz von Hüftfrakturen
-  Frauen >50J.: 621/100 000/Jahr
-  Männer >50J.: 232/100 000/Jahr
Aufgrund der demographischen Entwicklung wird die Osteoporose weiter
an Bedeutung gewinnen!
Kantonsspital Baselland
Lippuner, Osteoporosis Int 2010
Rizzoli R; Schweiz Med Forum 2008
Verlauf der Knochendicht mit dem Alter
Kantonsspital Baselland
• 
Abnahme der Knochenmasse
ab der 3. Lebensdekade bei
beiden Geschlechtern.
• 
Bei Männern ist die „peakbone mass“ grösser als bei
Frauen.
• 
Beschleunigter postmenopausaler Knochenverlust bei
Frauen.
Frage 3
Epidemiologie 2
v  Vertebrale Frakturen sind die häufigsten Osteoporosefrakturen.
v  Vertebrale Frakturen sind meistens mit starken Schmerzen
verbunden.
v  1 von 5 postmenopausalen Frauen mit einer Wirbelkörperfraktur
erleidet innerhalb eines Jahres eine weitere Wirbelkörperfraktur.
✔
2/3
asymptomatisch
✔
v  Aufgrund der demographischen Entwicklung wird die Osteoporose
weiter an Bedeutung gewinnen.
✔
v  8 von 10 Frauen erhalten im Jahr nach einer osteoporotischen
Fraktur keine Therapie.
✔
v  Die Steroidosteoporose ist die häufigste sekundäre Osteoporose, die
Frakturschwelle liegt oft bei höheren Knochendichtewerten als bei
der primären Osteoporose.
v  Sekundäre Osteoporosen sind bei Männer seltener als bei Frauen.
v  Osteoporotische Frakturen sind mit deutlicher Einschränkung der
Lebensqualität und einer erhöhten Pflegebedürftigkeit assoziiert. Die
Mortalität ist jedoch nicht erhöht.
Kantonsspital Baselland
✔
Häufiger
bis 64%
auch Mortalität
erhöht
Alters und geschlechtsspezifische Inzidenz von radiologischen Wirbelkörper-­‐‑, Hüft-­‐‑ und distalen Unterarmfrakturen Kantonsspital Baselland
Sambrook P, Lancet 2006
Folgen der Frakturen
•  Erhöhte Morbidität
•  Einschränkung der Lebensqualität
•  Zunehmende Pflegebedürftigkeit
•  Erhöhte Mortalität (20-25% für Frakturen des proximalen
Femurs)
•  Enorme direkte (Behandlung) und indirekte (sozial etc.) Kosten
Kantonsspital Baselland
Frage 4
Knochenzellen und Interaktionen
v  Knochen wird dauernd auf- und abgebaut (remodeling). Osteoblasten und
Osteoklasten sind in der Remodeling-Einheit gekoppelt. Längerfristiges
überwiegen des Abbaus führt zur Osteoporose.
✔
v  Osteoblasten sind die wichtigsten Zellen für den Knochenabbau.
Aufbau
v  Osteoklasten sind die wichtigsten Zellen für den Knochenaufbau.
Abbau
v  Osteoblasten sezernieren RANKL, welcher die Differenzierung, die
Aktivierung und das Überleben von Osteoklasten fördert.
v  Osteoklasten produzieren OPG (Osteoprotegerin), welches RANKL bindet
und so die Osteoklastenaktivität hemmt.
v  Bei entzündlichen Erkrankungen kommt es durch aktivierte T-Zellen zu
einer Stimulierung des RANK/RANKL/OPG-Systems.
Kantonsspital Baselland
✔
Osteoblasten
✔
Zusammensetzung des Knochens
Zellen:
- Osteoblasten
- Osteozyten
- Osteoklasten
Knochen Matrix:
- Organische Matrix: ca. 35%:
- Mineral: ca. 65% : Hydroxyapatite
Kantonsspital Baselland
•  Kollagen I ca. 90%
•  Proteine
•  Lipide
Interaktion zwischen Osteoblasten und Osteoklasten RANK/RANKL/OPG-­‐‑System
MCS-F: Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktor
RANKL: Rezeptor-Aktivator des nukleären Faktors B-Ligand
fördert die Entwicklung und Aktivität der
Osteoklasten
OPG: Osteoprotegerin (Scheinrezeptor (Decoy Rezeptor) für RANKL
hemmt Osteoklastenaktivität
Kantonsspital Baselland
M. Kraenzlin , SMF 2010
Frage 5
Risikofaktoren für eine Osteoporose sind?
v  Alter
v  Cortisontherapie
✔
✔
v  Adipositas
BMI <20
v  Hypothyreose
Hyperthyreose
v  Schenkelhalsfraktur der Mutter
✔
v  M. Crohn
✔
v  Nikotinabusus
v  Hypoparathyreoidismus
✔
Hyperparathyreoidismus
v  Rheumatoide Arthritis
✔
v  Alkoholabusus
✔
Kantonsspital Baselland
Einteilung der Osteoporose
1.  Primäre Formen
• 
• 
• 
Postmenopausal oder senil
Idiopathisch (niedrige maximale Knochenmasse)
Familiäre Belastung
2.  Sekundäre Formen
a.  Endokrin
• 
• 
• 
• 
Kortikosteroide
Hyperthyreose
Hypogonadismus
Hyperparathyreoidismus
b.  Toxisch
• 
• 
• 
c. 
Chronischer Alkoholismus und Tabakkonsum
Chemotherapie
Strahlentherapie
Entzündlich
• 
Rheumatoide Arthritis
d.  Tumoral
• 
• 
Myelom
Leukämien
e.  Mangelerscheinungen
• 
f. 
Malabsorption
Längere Bettlägerigkeit / Immobilisation
3.  Angeborene Formen
• 
• 
• 
• 
Kantonsspital Baselland
Osteogenesis imperfecta
Ehler-Danlos-Syndrom
Marfan-Syndrom
Homozystinurie
R. Rizzoli, CHUV, Abklärung und Therapie
des Knochen- und Mineralstoffwechsels
Pathogenese
Knochenan- und -abbau sind in der Remodelingeinheit gekoppelt.
Längerfristiges Überwiegen des Abbaus führt zur Osteoporose.
•  50-80% der maximalen Knochenmasse sind genetisch determiniert.
•  Erreichen/Nicht-Erreichen der genetisch determinierten maximalen
Knochenmasse wird beeinflusst von: Ernährung, körperliche Aktivität,
Sexualhormone im Jugend/Adolenszentenalter.
•  Beschleunigter Abbau (durchschnittlich 2-3% jährlicher Verlust an der
WS) während der ersten 6-8 Jahren nach Menopausen-Eintritt.
•  Anschliessend verlangsamter „Altersverlust“ mit durchschnittlich 0.5%/
Jahr: abnehmende Calciumresorption, Vitamin D-Hydroxilierung,
körperliche Aktivität und Wachstumshormonsynthese sind am
Altersverlust beteiligt.
Kantonsspital Baselland
Frage 6
Prävention
v  Schwimmen ist eine ideale Sportart zur Osteoporoseprävention.
v  Pro Tag sollten 500 mg Calcium mit der Nahrung eingenommen
werden.
v  Die Vitamin D-Bildung in der Haut benötigt Wellenlängen zwischen
280 und 320 nm (UV-B) und ist in den Regionen jenseits des 40.
Breitengrades nur im Frühling und Sommer verfügbar. (Die Schweiz
liegt zwischen dem 45. und 50. Breitengrad)
falsch
1000mg bis
max. 1500 mg
✔
v  Eine genügende Vitamin D-Versorgung (≥ 800E/d) ist für den
Knochen wichtig.
✔
v  Ein Vitamin D-Mangel führt zu verminderter Muskelkraft und zu
vermehrten Stürzen.
✔
v  Nikotin hat keinen Einfluss auf die Knochendichte.
v  Eine Sturzprophylaxe ist eine zentraler Pfeiler in der OsteoporoseFraktur-Prävention.
Kantonsspital Baselland
falsch
✔
Prävention
Primärprävention
•  Bestmögliche Werte für die maximale Knochenmasse („Peak bone mass“) erreichen
•  Physiologischer Abbau nach der Menopause und im Alter vermindern
Sekundärprävention (Verhinderung von Frakturen)
Allgemeine Massnahmen
•  Genügende Kalziumzufuhr (1000 mg/d)
•  Genügende Vitamin D-Versorgung (≥800 E/Tag); ev. Supplementation bei
Mangelernährung, verminderter Sonnenexposition)
•  Ausgeglichene Ernährung mit genügender EW-Zufuhr (1g/kg KG)
•  Regelmässige körperliche Aktivität
•  Sturzprophylaxe
•  Vermeiden von Risikofaktoren
•  Rauchen und übermässigem Alkoholkonsum
•  Vermeiden von Medikamenten, die den Knochen-SW beeinflussen
(Glukokortikoide, Antiepileptika etc.)
•  Hormontherapie bei Hypogonadismus
Kantonsspital Baselland
SVGO- Leitlinien 2010
Prävention
Kantonsspital Baselland
DVO- Leitlinien 2009
Diagnostik
•  Bei allen Personen, bei denen anhand klinischer Risikofaktoren ein
erhöhtes Frakturrisiko zu erwarten ist, wird eine Diagnostik empfohlen.
•  Bei vorliegen sekundärer Ursachen für eine Osteoporose ist eine
Diagnostik angezeigt.
1. 
2. 
3. 
4. 
Anamnese und klinische Untersuchung
Konventionelles Röntgen
Densitometrie
Evaluation des Frakturrisikos
-> FRAX: Fracture Risk Assessment Tool
5.  Labor
Kantonsspital Baselland
SVGO- Leitlinien 2010
Diagnostik 1. Anamnese und klinische Untersuchung
a) Anamnese
• 
• 
• 
• 
Allgemeinzustand, klinisches Beschwerdebild
Risikofaktoren
Fraktur- und Sturzanamnese
Krankheiten oder Medikamente mit Einfluss auf den Knochenstoffwechsel oder auf Stürze
b) Klinische Untersuchung
•  Körpergrösse und –gewicht (BMI, Körpergrössenabnahme?)
•  Hinweise für sekundäre Osteoporose oder Malignom
•  Sturzrisiko erfassen
• „Short Physical Performance Battery“
• „Timed-up-and–go“
• „Chair rising-Test“
• Tandemmanöver
Kantonsspital Baselland
SVGO- Leitlinien 2010
Diagnostik Klinische RF, die in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht mit einem signifikant
erhöhten Frakturrisiko assoziiert sind:
Kantonsspital Baselland
SVGO- Leitlinien 2010
Diagnostik 2. Konventionelles Röntgen
•  BWS und LWS a/p und seitlich
- Bei Folgeuntersuchungen im Allgemeinen nur seitliche Aufnahme
Radiologische Definition der WK-Fraktur:
mindestens 20% Höhenminderung
WK-Frakturen verlaufen oft oligo - bis
asymptomatisch.
•  Ev. Skelettszintigraphie bei V.a. Malignom
- Ausnahme: bei V.a. Myelom MRI
Kantonsspital Baselland
SVGO- Leitlinien 2010, Updates in Rheumatologie 2008
Einteilung der Wirbelkörperfrakturen
Kantonsspital Baselland
Frage 7
Densitometrien / FRAX
v  Die Strahlenbelastung einer Densitometrie ist gering.
✔
v  Densitometrien sind generell eine Pflichtleistung der
Krankenkassen.
nein
v  Das FRAX (fracture risk assessment tool) gibt Auskunft über
das 10-Jahres-Frakturrisiko. Seit 2009 sind epidemiologische
Daten von der Schweiz verfügbar.
✔
v  Wirbelkörperfrakturen und Femurfrakturen nach inadäquatem
Trauma sind unabhängig vom FRAX-Resultat eine Indikation für
eine spezifische antiosteoporotische Therapie.
✔
v  Das FRAX ist für Femur und Wirbelsäule evaluiert.
v  Stürze und eingeschränkte Mobilität werden im FRAX erfasst.
Kantonsspital Baselland
nur für Femur
nein
Diagnostik 3. Densitometrie
Empfehlung zur Densitometrie mittels DXA bei:
•  Wirbelkörperfraktur(en) spontan oder nach inadäquatem Trauma
•  Periphere Fraktur(en) nach inadäquatem Trauma
•  Sekundäre Ursachen und Risikofaktoren (siehe Anamnese und klinische
Untersuchung)
DXA Indikationen mit Pflichtleistungscharakter (gemäss KLV Anhang 1 Abs. 9)
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
Klinisch manifeste Osteoporose (ab T-Score <-2.5)
Knochenbruch durch inadäquates Trauma
Langzeittherapie mit Kortikosteroiden
Hypogonadismus
Gastrointestinale Erkrankung (Malabsorption, M. Crohn, Colitis ulcerosa)
Primärer Hyperparathyreoidismus bei unklarer Operationsindikation
Osteogenesis imperfecta
Verlaufskontrollen unter Therapie (alle 2 Jahre)
Kantonsspital Baselland
SVGO- Leitlinien 2010
Evaluation des Frakturrisikos
FRAX ®
http://www.shef.ac.uk/FRAX/
TOP / Tool Osteoporose Plattform
http://web.osteo-rheuma.ch/TOP.aspx
Kantonsspital Baselland
Evaluation des Frakturrisikos: FRAX
Kantonsspital Baselland
FRAX ®: http://www.shef.ac.uk/FRAX/
Bemerkungen zu den Risikofaktoren im FRAX
Kantonsspital Baselland
FRAX ® http://www.shef.ac.uk/FRAX/
Indikationen für eine medikamentöse Intervention
Ø  Bereits erlittene Fraktur
-  Wirbelkörperfrakturen oder Fraktur proximaler Femur
à  Spezifische medikamentöse Therapie
-  Periphere Fraktur nach Bagatelltrauma
à  Evaluation Frakturrisiko nach FRAX und Intervention
basierend auf absolutem Frakturrisiko
Ø  Ohne Fraktur
Eine medikamentöse Therapie wird empfohlen, wenn das auf der
Grundlage der derzeit verfügbaren epidemiologischen Daten geschätzte
absolute 10-Jahresrisiko für eine osteoporotische Fraktur dem absoluten
Risiko einer Person gleichen Alters mit prävalenter Fraktur entspricht.
Kantonsspital Baselland
SVGO- Leitlinien 2010
Altersadaptierte Interventionsschwelle für eine medikamentöse Intervention
Kantonsspital Baselland
SVGO- Leitlinien 2010
Limitationen von FRAX
•  Nicht erfasst werden:
•  Erhöhte Knochenabbaurate
•  Stürze und eingeschränkte Mobilität
•  Glukokortikoid: dosisabhängiger Risikofaktor!
•  Dosis und Zeitpunkt werden nicht erfasst
•  Nur für Femur evaluiert (teilweise LWS deutlich schlechter als Femur,
Risiko wird unterschätzt)
•  Erst ab Alter ≥ (40)-45J. evaluiert
Kantonsspital Baselland
Diagnostik
FRAX ®
http://www.shef.ac.uk/FRAX/
TOP / Tool Osteoporose Plattform
http://web.osteo-rheuma.ch/TOP.aspx
Kantonsspital Baselland
TOP
Kantonsspital Baselland
TOP
Kantonsspital Baselland
TOP
Kantonsspital Baselland
TOP
Kantonsspital Baselland
TOP
Kantonsspital Baselland
TOP
Kantonsspital Baselland
TOP
Kantonsspital Baselland
Diagnostik
5. Labor
Ziel:
Nachweis bzw. Ausschluss sekundärer Osteoporoseursachen
Laboruntersuchungen sind indiziert bei:
•  Frakturen nach Bagatelltraumen
•  Hinweise für eine sekundäre Grunderkrankung aus der Anamnese und/
oder klinischer Untersuchung
Kantonsspital Baselland
SVGO- Leitlinien 2010
Diagnostik
Kantonsspital Baselland
SVGO- Leitlinien 2010
Diagnostik
Knochenumbaumarker
Kantonsspital Baselland
C. Meier, SVGO-aktuell 8/2013
Frage 8
Therapie
v  Bisphosphonate stimulieren die Osteoblasten und führen
dadurch zu einem vermehrten Knochanbau.
v  Nebenwirkungen von Langzeitbisphosphonaten:
Kiefernekrosen und atypische Femurfrakturen
v  Denosumab (Prolia) ist ein monoklonaler Antikörper gegen
RANKL. Denosumab hemmt somit die Osteoklastenrekrutierung und Aktivierung und führt so zu einer
Resorptionshemmung.
v  Pharmakologisch, intermittierend verabreichtes Parathormon
(Teriparatid (Forsteo)) wirkt anabol. Initial kommt es v.a. zu
einer Stimulierung der osteoblastären Knochenneubildung.
Später wird sowohl die Knochenneubildung wie auch die
Knochenresorption stimuliert à positive Bilanz für
Knochenneubildung.
Kantonsspital Baselland
Hemmen Osteoklastenrekrutierung, Osteoklastenaktivität und fördern Osteoklastenapoptose. Dies führt
letztlich zu einer
Resorptionshemmung
✔
✔
✔
Medikamentöse Therapieoptionen
Ø  Hemmung des Knochenabbaus
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Calcium und Vitamin D
Bisphosphonate
Monoklonale AK gegen RANKL
Oestrogene
Oestrogen-Gestagen Analoga
Oestrogenrezeptormodulatoren (SERM)
Calcitonin
Testosteron
Ø  Stimulierung des Knochenanbaus
•  Parathormon
•  (Strontium)
Kantonsspital Baselland
Medikamentöse Therapieoptionen
Kantonsspital Baselland
SVGO- Leitlinien 2010
Fallbeispiele 1
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• 
65-jährige Patientin, 58 kg, 165 cm
keine vorausgehende Fraktur
keine Hüftfraktur eines Elternteils
gegenwärtiger Nikotinabusus
keine Medikamenteneinnahme
keine Erkrankungen
gelegentlich Alkohol am Wochenende
Wie hoch ist das 10-Jahres-Frakturrisiko für eine „major osteoporotic fracture“
a.  ohne Messung einer Knochendichte ?
b.  bei einem T-Score von -1.5 ?
c.  bei einem T-Score von -2.6 ?
Kantonsspital Baselland
Fallbeispiele 1a
Kantonsspital Baselland
Fallbeispiele 1b
Kantonsspital Baselland
Fallbeispiele 1c
Kantonsspital Baselland
Fallbeispiele 1
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• 
65-jährige Patientin, 58 kg, 165 cm
keine vorausgehende Fraktur
keine Hüftfraktur eines Elternteils
gegenwärtiger Nikotinabusus
keine Medikamenteneinnahme
keine Erkrankungen
gelegentlich Alkohol am Wochenende
Wie hoch ist das 10-Jahres-Frakturrisiko für eine „major osteoporotic fracture“
a.  ohne Messung einer Knochendichte ?
11%
b.  bei einem T-Score von -1.5 ?
8.6%
c.  bei einem T-Score von -2.6 ?
15%
Altersadaptierte Interventionsschwelle für eine spezifische
medikamentöse Therapie bei 65 Jahren: 20%
Kantonsspital Baselland
Fallbeispiele 2
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75-jährige Patientin, 72 kg, 169 cm
Radiusfraktur nach Stolpersturz
keine Hüftfraktur eines Elternteils
kein Nikotinabusus
keine Glukokortikoide
keine rheumatoide Arthritis
gelegentlich Alkohol am Wochenende
T-Score -1.8
Wie hoch ist die 10-Jahres-Frakturwahrscheinlichkeit für eine „major
osteoporotic fracture“?
Ist eine spezifische antiosteoporotische Therapie indiziert?
Kantonsspital Baselland
Fallbeispiele 2
Kantonsspital Baselland
Fallbeispiele 2
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• 
75-jährige Patientin, 72 kg, 169 cm
Radiusfraktur nach Stolpersturz
keine Hüftfraktur eines Elternteils
kein Nikotinabusus
keine Glukokortikoide
keine rheumatoide Arthritis
gelegentlich Alkohol am Wochenende
T-Score -1.8
Wie hoch ist die 10-Jahres-Frakturwahrscheinlichkeit für eine „major
osteoporotic fracture“? 28%
Ist eine spezifische antiosteoporotische Therapie indiziert?
Nein; altersadaptierte Interventionsschwelle für eine spezifische
antiosteoporotische Therapie bei 75 Jahren: 35-40%
Kantonsspital Baselland
Fallbeispiele 3
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• 
75-jährige Patientin, 72 kg, 169 cm
Zufallsbefund einer BWK 10-Fraktur im Thoraxröntgen
keine Hüftfraktur eines Elternteils
kein Nikotinabusus
keine Glukokortikoide
keine rheumatoide Arthritis
gelegentlich Alkohol am Wochenende
T-Score -2.6
Wie hoch ist die 10-Jahres-Frakturwahrscheinlichkeit für eine „major
osteoporotic fracture“?
Ist eine spezifische antiosteoporotische Therapie indiziert?
Kantonsspital Baselland
Fallbeispiele 3
Kantonsspital Baselland
Fallbeispiele 3
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• 
75-jährige Patientin, 72 kg, 169 cm
Zufallsbefund einer BWK 10-Fraktur im Thoraxröntgen
keine Hüftfraktur eines Elternteils
kein Nikotinabusus
keine Glukokortikoide
keine rheumatoide Arthritis
gelegentlich Alkohol am Wochenende
T-Score -2.6
Wie hoch ist die 10-Jahres-Frakturwahrscheinlichkeit für eine „major
osteoporotic fracture“? 38%
Ist eine spezifische antiosteoporotische Therapie indiziert?
Ja, bei WK-Frakturen und Femurfrakturen nach inadäquatem Trauma
ist eine Therapie unabhängig vom FRAX-Wert indiziert.
Kantonsspital Baselland
Fallbeispiele 4
•  75-jährige Patientin, 72 kg, 169 cm
•  Beginn einer Steroidtherapie bei Neudiagnose einer Polymyalgia
rheumatica
•  Keine vorausgehenden Frakturen
•  keine Hüftfraktur eines Elternteils
•  kein Nikotinabusus
•  keine Glukokortikoide
•  keine rheumatoide Arthritis
•  gelegentlich Alkohol am Wochenende
•  T-Score -1.6
Wie hoch ist die 10-Jahres-Frakturwahrscheinlichkeit für eine „major
osteoporotic fracture“ ?
Ist eine spezifische antiosteoporotische Therapie indiziert?
Kantonsspital Baselland
Fallbeispiele 4
Kantonsspital Baselland
Fallbeispiele 4
•  75-jährige Patientin, 72 kg, 169 cm
•  Beginn einer Steroidtherapie bei Neudiagnose einer Polymyalgia
rheumatica
•  Keine vorausgehenden Frakturen
•  keine Hüftfraktur eines Elternteils
•  kein Nikotinabusus
•  keine Glukokortikoide
•  keine rheumatoide Arthritis
•  gelegentlich Alkohol am Wochenende
•  T-Score -1.6
Wie hoch ist die 10-Jahres-Frakturwahrscheinlichkeit für eine „major
osteoporotic fracture“ ? 27%
Ist eine spezifische antiosteoporotische Therapie indiziert?
Ja, bei Steroidtherapie ist eine spezifische antiosteoporotische
Therapie bei einem T-Score ≤ -1.5 indiziert.
Kantonsspital Baselland
Glucocorticoide
Kantonsspital Baselland
Updates in Rheumatologie 2008, Rheumaliga Schweiz
HERZLICHEN DANK
FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT
Algorhythmus für Langzeit-­‐‑Therapie-­‐‑
Monitoring
Kantonsspital Baselland
National Osteoporosis Guideline Group, update 2013