Louis Laneau - No

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Biographie von Louis Laneau MEP, Ostasienmissionar und Titularbischof von Metellopolis, Apostolischer
Vikar von nanking
Relevanz für die Stochastik:
Louis Laneau wurde 1673 Nachfolger von Ignace Cotolendi (1630-1662) als
Titularbischof von Metellopolis und Apostolischer Vikar von Nanking und
Siam. Am 25. März 1674 wurde er von Pierre Lambert de La Motte (16241679) in Ayuthia zum Bischof geweiht.
Geburts- und Todesdaten:
(∗) 31. Mai 1637 in Mondoubleau (Loir-et-Cher), Diözese Chartres, Frankreich
(†) 16. März 1696 Ayuthia, Siam, heute Thailand
Familiendaten:
Der Vater war Louis Laneau, Sieur de Ronces, die Mutter Madeleine Morain.
Louis Laneau war Mitglied des Pariser Missionsseminars “Missions Étrangères
de Paris”. Daher war er Weltpriester und kein Ordensgeistlicher.
Ausbildung:
Louis Laneau studierte an der Sorbonne, wo er auch in Kontakt mit den
”Missions Étrangères de Paris” kam; er schloß sich ihnen an.
Mission:
Laneau wurde im September 1661 nach Ostasien ausgesandt.
Beginn der Schiffsreise in Marseille: 27. Januar 1662.
Ankunft in Siam: 27. Januar 1664.
Beruflicher Werdegang:
Laneau gehörte zu den neun Missionaren, die sich François Pallu MEP (16261684) anschlossen und die 1661 in die Mission im Fernen Osten aufbrachen.
Im September 1661 verließen sie Paris, am 2. Januar 1662 begannen sie ihre
Reise in Marseille. Sie kamen im Januar 1664 in Siam an. Laneau wurde der
Verantwortliche für das Kolleg/Seminar der MEP in Siam, das von Pierre
Lambert de La Motte gegründet wurde.
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König Phra-Narai empfing Laneau, François Pallu und Pierre Lambert de
La Motte in feierlicher Audienz, da der Herrscher diplomatische Beziehungen und Handel mit Frankreich wollte. Daher gewährte er Religionsfreiheit
für französische Priester. Laneau bekam Land, um eine Kirche zu bauen, die
er der Unbefleckten Empfängnis Mariens weihte. Die Mitglieder der Pfarrei
bestanden aber meist aus Portugiesen, die aus Cambodia ausgewiesen waren; die Gemeinde hieß daher “Cambodge”. 1679/80 verlegte Laneau das
Kollegium (oder Seminar) auf ein Stück Land, das der König ihm gegeben
hatte.
Laneau lernte schnell und leicht die Sprache Siams, auch zu schreiben fiel
ihm leicht. Auf Wunsch der Herrscher Phra-Narai (reign 1656-1688) schrieb
er über verschiedene christliche Themen, wie über Dogmen, die Apostel, die
Evangelisten, die wichtigsten Orden und die letzten Dinge am Ende der Zeiten. Mit dem König und seinem Bruder führte Laneau manchmal eine Art
von religiösen Dialog, aber er führte zu keiner Bekehrung. In Phitsanulok
taufte Laneau einige sterbende Kinder. Zurück in Ayuthia gründete Laneau
ein Hospital, wo es auch zu Bekehrungen kam.
1673 wurde Laneau als Nachfolger von Ignace Cotolendi (1630-1662) zum Titularbischof von Metellopolis und zum Apostolischen Vikar von Nanking und
Siam ernannt. Die Weihe erfolgte am 25. März 1674 in Ayuthia durch Lambert de La Motte. Vom König Phra-Narai wurde zusammen mit François
Pallu und Pierre Lambert de La Motte in feierlicher Audienz empfangen,
da der Herrscher an diplomatischen und Handels-Beziehungen mit Frankreich interessiert war und den französischen Priestern Religionsfreiheit zugestand. Laneau erhielt Land zum Bau einer Kirche, die er der Unbefleckten
Empfängnis weihte. Die Gemeindemitglieder bestanden zumeist aus Portugiesen, die von Kambodscha ausgewiesen waren. Die Gemeinde bekam daher
ihren Namen “Cambodge”. 1679/80 verlegte er das Kolleg, bzw. Seminar auf
ein Grundstück, das der König ihm geschenkt hatte.
Am 3. April 1680 bekam Laneau auch die Jurisdiktion über Japan, wohin er allerdings nie kam, da Japan für alle Europäer außer bestimmten
holländischen Kaufleuten verschlossen war. Am 24. November 1681 ernannte ihn Innozenz XI. Laneau in der Nachfolge von Lambert de La Motte zum
Generaladministrator der Missionen von Siam, Tonkin (heute: Nordvietnam)
und Cochinchina (Südvietnam). 1682 reiste Laneau nach Cochinchina und
weihte in Faifo Guillaume Mahot (ca. 1635-1684) zum Titularbischof von Bida und Apostolischen Vikar von Cochinchina. Nach dem Tode Pallus folgte
er diesem als Administrator einer Reihe von chinesischen Provinzen. Laneau
soll auch die Kirche zu Ehren des Hl. Joseph in Ayuthia erbaut haben, die
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am 25. März 1685 eingeweiht wurde.
Eine wichtige Rolle spielte Laneau auch bei den französischen Gesandtschaften 1685-1687, womit Louis XIV versuchte, französischen Einfluß nach Siam
auszudehnen. Als der griechische Abenteurer und mächtige Ratgeber des
Königs, Constantin Phaulkon, in Folge der Revolution von 1688 ermordet
wurde, eskalierte die Situation, die Franzosen nahmen siamesische Geiseln,
was Laneau nicht verhindern konnte. Er wurde mit anderen Priestern, französischen
Offizieren und Soldaten eingekerkert. 1691 wurde Laneau wieder freigelassen.
Er konnte die Freilassung der Franzosen erreichen und sammelte alle beim
Kolleg.
Darüberhinaus machte sich Laneau um die Organisation der “Missions Étrangères
de Paris” verdient. So schloß er am 14. April 1674 ein Konkordat mit den
beiden anderen Bischöfen Pallu und Lambert de La Motte über die spirituelle und weltliche Machtbefugnis in den Missionen, über den in Siam residierenden Apostolischen Vikar und über die Ernennung eines allgemeinen
Prokurators. Am 14. Januar 1681 übergab er das Kolleg als Schenkung an
die MEP, wurde aber letztendlich nicht angenommen.
Wichtige Veröffentlichungen:
• “Quaesitum D. Ludovici Laneau, Episcopi Metellopolitanu, ad S.C. de
Propaganda Fide, utrum indulgeri possit missionariis ut religiosorum
Siamensium, quos Talapoinos vocant, vestes deferant, 1682”, in: Adrien
Launay, Histoire de la Mission de Siam. Documents historiques, vol. 1
(Paris 1920) pp. 95-97.
• “Litterae D. Laneau ad S.C. de Propaganda Fide, 1687”, in: Adrien
Launay, Histoire de la Mission de Siam. Documents historiques, vol. 1
(Paris 1920) pp. 92-94.
• “Praesens Seminarii et Collegii Siamensis Status, 1688”, in: Adrien
Launay, Histoire de la Mission de Siam. Documents historiques, vol.
1 (Paris 1920) pp. 338-344.
• Lettre de M. l’evesque de Metellopois .., 24 novembre 1689 (Paris 1690).
• Lettre de M. l’evesque de Metellopolis, 25 octobre 1691 (Paris 1693).
• “Persecution à Siam 1688-1691”, in: Adrien Launay, Histoire de la
Mission de Siam. Documents historiques, vol. 1 (Paris 1920) pp. 219289.
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• “Lettre, 3. janvier 1691”, in: Adrien Launay, Histoire générale de la
Société des Missions-Étrangères, vol. 1 (Paris 1894; Paris 2003) pp.
360f.
• “Lettre”, in: Adrien Launay, Histoire générale de la Société des MissionsÉtrangères, vol. 1 (Paris 1894; Paris 2003) 357f.
• De deificatione justorum per Jesum Christum (Hong Kong 1887).
• Pierre-Yves Fux (intr., notes), Rencontre avec un sage bouddhiste. Traduit du siamois d’après un manuscrit conservé aux archives des Missions étrangères de Paris (Paris 1998).
Referenzen:
• Robert Streit, Bibliotheca Missionum, vol. V (Freiburg 1929).
• Louis Baudiment, François Pallu, principal fondateur des Missions Étrangères
(Paris 1934 ; 2006).
• Françoise Fauconnet-Buzelin, Aux sources des Missions étrangères. Pierre
Lambert de la Motte (1624-1679) (Perrin 2006).
• Adrien Launay, Mémorial de la Société des Missions-Étrangères, vol. 1 (Paris 1912).
• Adrien Launay, Histoire générale de la Société des Missions-Étrangères,
vol. 1 (Paris 1894; Paris 2003).
• Adrien Launay, Histoire de la Mission de Siam. Documents historiques,
vol. 1 (Paris 1920).
• Adrien Launay, Histoire de la Mission de Cochinchine. Documents historiques (Paris 1925).
• Adrien Launay, Histoire de la Mission de Tonkin. Documents historiques
(Paris 1927).
• Michael Smithies (ed. and transl.), The Chevalier de Chaumont and the
Abbé de Choisy. Aspects of the Embassy to Siam 1685 (Chiang Mai 1997).
• Michael Smithies, A Resounding Failure. Martin and the French in Siam
1672-1693 (Chiang Mai 1998).
• Michael Smithies, Mission Made Impossible. The Second French Embassy
to Siam 1687 (Chiang Mai 2002).
• Dirk Van der Cruysse, Louis XIV et le Siam (Paris 1991).
Autor(en) dieses Beitrags:
Claudia von Collani
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