The Story of a Candian Rock-Group - Cygnus

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The Story of a Candian Rock-Group - Cygnus
The Story of a Candian Rock-Group
Wie soli ich starten .... ? Vielleicht einfach so: Angeregt durch das toile '8Ser Album 'Power Windows' mochte ich versuchen, Euch die kanadische Gruppe RUSH etwas naher zu bringen.
Nun gibt es sicherlich viele unter Euch, die so fort sagen werden: Nee, interessiert mich nichl, sind viel zu weich, ist tiberhaupt kein HM. Diese Leute hier vom Gegenteil zu tiberzeugen oder zumindest etwas hellhoriger zu machen, ist jetzt
und hier mein Anliegen, denn: Die Geschichte der Band ist interessant, und musikalisch ist sie au6erst vielseitig!
RU~
I
_
•
•
~R U S N
Angefangen hat aUes 1970 mit
Alex Lifeson / Gitarre, Geddy
Lee / Baf3 und John Rutsey /
Schlagzeug, manchmal wurden
Qu" drei noch von jemandem an
~ Rhythmusgitarre oder den
Keyboards untersttitzt, aber
meistens arbeiteten sie schon damals als Trio. Sie spielten auf
unzahligen Parties, Schulfeten,
-Sportveranstaltungen und ahnlichen Sachen, ohne daf3 sich irgendwas urn sie herum zum
Vorteil wenden soUte. Der
Schein trtigte. Nach einigen Versuchen, bei grof3en Platten firmen unterzukommen, startete
Anfang 1974 der Manager der
Band , Ray Danniels, den Versuch und finanzierte das gleichnamige Debutalbum von RUSH
selbst, das er auf seinem eigenen
Label 'Moon Records' verOffentlichte. Da das finanzielle
Budget sehr eng gehalten war,
verweilte man nur kurze Zeit im
Studio - und das noch oft mitten in der Nacht, oft auch nach
Auftritten. Die Musik war damals wesentlich harter als die
meisten ihrer heutigen Sachen,
die Produktion war dumpf und
rauh. Geddy Lee's Stirn me erin32
nerte im ersten Moment etwas
an die von Robert Plant, paf3te
aber schon damals hervorragend
, zu der melodischen Musik von
RUSH, obwohl die Songs viet
direkter, klarer nach vorne gingen. Insgesamt sollte man auch
erwahnen, daf3 durchaus einige
Underground-Klange zu horen
waren. Damit hatte sich ein kleiner Traum ftir die Band erflillt
- endlich ein Album!
Cleveland / USA spieite plbtzlich
die Platte ofter und ofter und
brachte den Stein ins Rollen .
Plbtzlich war Interesse da, Interesse an RUSH! Eine amerikanische Agentur meldete sich,
mit der Offerte, einige Dates zu
arrangieren, kurz darauf war
auch Mercury Records zur Stelle
und bot RUSH einen langfristigen Vertrag, den die Band auch
annahm . Endlich - ein MajorDeal und damit verbunden auch
eine VerOffentlichung in vielen
Landern der Welt. Die erste
Promotion-Tour durch die Vereinigten Staaten stand bevor,
die Chance also flir die Band,
vor vielen tausend Leuten zu
spielen. Da plotzlich gab John
Rutsey seinen Ausstieg bekannt
- und die Tour stand direkt vor
der Ttir. Bald hatte man jedoch
' : in Neil Peart den geeigneten
Nachfolger gefunden, der schon
vorher mit Alex und Geddy beMitten in den Aufnahmen zu
freundet gewesen war. Peart sei'Rush' stieJ3 tibrigens Terry
ber hatte lange in verschiedenen
Brown zur Band, der tiber viele kleineren Bands gespielt, war eiJahre ihr Produzent bleiben
ne zeitlang auch in England, urn
sollte. Wah rend des Sommers
da sein Gltick zu versuchen,
'74 taten sich noch einige Sakehrte \iber bald nach Kanada
chen. Eine Radiostation in
zurtick, ,urn dort bei RUSH ein-
zusteigen. Genau am 29. Juni
war er o'ffizielles Mitglied der
Band, zwei Wochen hatte er
Zeit bis zur Tour, bis dahin
muf3te aUes sitzen - und es soP
te: Der erste Gig vor 18 000 '-..../
Leuten als Vorprogramm zu
Uriah Heep in Pittsburgh.
Es war der Anfang einer langen
Tour und vieler weiterer in den
nachsten Jahren. Zu der Zeit
schon zeigte Neil Peart Interesse
daran, sich urn die Lyrics, die
Texte ftir die Musik zu ktimmern. 1m Januar '75 ging die
neue Besetzung ins Toronto
Sound Studio, urn die zweite LP
'Fly By Night' aufzunehmen,
diesmal von Anfang an mit Terry Brown, der zusammen mit
der Band ftir die Produktion
verantwortlich zeigte. 'Fly By
Night' war schon eine Ecke ausgereifter, deshalb aber bestimmt
genauso rockig wie das Debutalbum, fUr mich jedenfalls bis
heute ein kleines Meisterwerk.
Das Album bekam eigentlich
auch tiberall gute Kritiken, erntete sogar Goldstatus in Kanada, gute Verkaufe auch in den
USA und einige Auszeichnungen als hoffnungsvollste Gruppe
in Kanada. Das tat der Band
gut! Nach ihrer Meinung hatte
man nur zwei Chancen, ganz
nach oben zu kommen: entweder mit einem schnellen Hit
oder eben durch langes und
dauerndes Touren. Und so tourien sie, immer und immer wieder. 1m Juli des gleichen Jahres
begannen sie mit den Aufnahmen ftir 'Caress Of Steel'. Stilistisch ist dieses Produkt den
beiden Vorgangern etwa gleich-
zuordnen: abwechselnd harte
Rockstticke und ruhige, getrage)ne Songs. Und doch gabs einige
Unterschiede: Auf die zweite
Seite nahmen sie nur ein langes
StUck, also eine Art Konzeptseite - ein Thema, mehrere Untertite!. Auch die Band seiber hatte
bei ' Caress Of Steel' das Geftihl, hier etwas Besonderes abgeliefert zu haben. Das Ergebnis
jedenfalls stellte sie hochst zufrieden. Trotzdem lief das Album nicht wie erwartet, und
auch auf der folgenden Tour
lief nicht alles nach Plan.
RUSH in der Klemme? Doch
die Band schlug zurtick mit einem neuen Album, kurz '2112'
betiteit. Vielleicht nicht durch-
gehend so hart wie die vorherigen Platten, aber doch mit
enormer Power gespielt, vielleicht das Album, die die neuere
RUSH-Epoche einlautete: auf
der ersten Seite wieder nur ein
StUck mit Unterthemen, das Titelsttick '2112 ' , das zudem ein
wichtiger Livestandard ftir sie
werden sollte. Zudem fielen die
meisten Songs etwas melodioser
aus.
NatUrlich wurde auch dieses Album wieder von Terry Brown
im Toronto Sound Studio eingespielt, im kaiten Winter des Jahres ' 76. Endlich schien die Band
auch das richtige Geftihl daftir
zu haben, wie sie die Songs, in
hochtechnisierten Studios aufgenommen, auch live auf der Btihne am besten zur Geltung bringen konnte. Ais Abschlul3 der
frtiheren RUSH-Jahre kann sicherlich auch das Live-Doppelalbum 'All The World's A Stage' geiten, das danach erschien.
Vom 11. bis 13 . Juni 1975 in
Torontos Massey Hall aufgenommen, zcigt es die komplette
damalige RUSH-Liveshow, eine
Art Rtickblick / Zusammenfassung der ersten vier Alben. Dieses Livealbum ist bis heute ein
absolutes MUSS fUr HeavyFans, ein wirkliches Dokument!
In dieser Zeit begannen die drei
auch, sich etwas von ihren drei
festen Instrumenten - Gitarre,
Bal3, Schlagzeug - zu losen und
sich ftir andere Sachen zu interessieren: Alex begann mit der
doppelhalsigen Gitarre und dem
Bal3-Synthesizer, Geddy mit den
gleichen Instrumenten und verschiedenen Keyboards, und Neil
fing an, sich fUr verschiedene
neuere Percussion-Moglichkeiten zu interessieren. All das
wollten sie schon auf ihrem
nachsten Album' A Farewell To
Kings' verarbeiten, das sie erst-
mals aul3erhalb ihrer gewohnten
Umgebung von Toronto aufnahmen , und zwar in den bekannten Rockfield Studios in
Wales. Die getragene, ruhige
Atmosphare dort sagte der
Gruppe sehr zU. Vor allem die
erste Seite des Albums mit dem
Titelsttick und 'Xanadu' ist typisch fUr die relaxte Stimmung
wahrend der Aufnahmen in Wales, mir personlich scheint die
Platte eine Art Ubergangslosung
zu sein, wobei man noch nicht
ganz ein neues Konzept gefunden zu haben scheint. Oder sagen wir so: kein Meilenstein in
der Geschichte von RUSH.
Nach langen Tourneen rund urn
die Welt ging man auch fUr das
nachste Album wieder in die
Rockfield Studios nach Wales,
aufgrund der vielen Konzerte
kam die Band diesmal ohne ein
fertiges StUck ins Studio, begann also wirklich erst mit der
Arbeit, nachdem die Studiottir
hinter ihnen geschlossen war.
Eine vollkommen neue Situation
ftir die Band, ein Lernprozel3 .
Das Ergebnis hiel3 diesmal 'Hemispheres ' , erschien 1978, und
gleich darauf begann man schon
wieder zu touren . Dal3 sich die
Band auf ihren Lorbeeren ausruhen wtirde, konnte man ihnen
nun wirklich nicht vorwerfen,
eine wirklich hart arbeitende
Band!
Nach achtmonatigem Touren
nahmen sie sich diesmal einige
Wochen Zeit, urn Material fU r
'Permanent Waves', das nachste
Album, zu schreiben. Nachdem
das getan war, wagten sie ein
neues Unternehmen: Kurz bevor
sie ins Studio fUr eben diese
Aufnahmen gingen, spiel ten sie
noch eine kleine Tour, wo sie
schon einige der neuen, noch
unveroffentlichten Stticke, testeten, und damit waren sie sehr
zufrieden. Die Aufnahmen seiber fanden im kanadischen Quebec statt, 'Permanent Waves'
erschien Anfang 1980 und wurde sehr erfolgreich: hoch in den
amerikanischen Charts, Gold in
den USA, Platin in Kanada, Silber in England. Ftihrungsplatze
in vielen Musiker-Polls rund urn
den Erdball fo lgten, aul3erdem
viele ausverkaufte Konzerte, ei-
33
nige davon mit Rekordbesuchen. 1m SpiHsommer des gleichen lahres entstand schon
'Moving Pictures', nach dem
gleichen Prinzip wie vorher
'Permanent Waves': Tourneen,
komponieren, Testkonzerte,
Aufnahmen. Noch heute
schwarmt die Gruppe von dem
Ergebnis dieser Arbeiten, Neil
Peart dazu: »Ieh glaube fast,
dajJ das eins unserer absolut besten Alben war, alles sehien irgendwie gestimmt ZU haben, der
Sound war, vorsiehtig ausgedriiekt, wirklieh fast perfekt. Einige der Songs darauf, z.B.
'Tom Sawyer', 'Red Barehetta'
und 'YYZ' spielen wir noeh
heute gerne in unseren Konzerten.«
sen, und wiederum andere:
RUSH?? Signals?? Was ist das
denn?«
Bei uns immer noch nicht ganz
in der Spitze, brechen sie in
Amerika einen Rekord nach
dem anderen. In der Radio City
Music Hall in New York spielten sie flinf ausverkaufte Gigs,
wie vor ihnen kein anderer Act.
Einen Produzentenwechsel gabs
beim nachsten Album 'Grace
Under Pressure', Peter Henderson hie/3 diesmal der Mann an
den Schaltknopfen, der vorher
durch seine Arbeit mit Supertramp bekannt geworden war.
spielt hatte . Schon wahrend der
lins, Gary Moore), war diesmal
der Partner von RUSH, mit AnAbmischung und Zusammendy Richards nahm man auch
stellung von 'Exit ... Stage Left'
Hilfe eines zusatzlichen Keyzeigte sich, da/3 sich die RUSHLeute auf ihre Toningenieure
boarders in Anspruch .
und Produzenten verlassen
Nach vie len verschiedenen Platkonnten, ein inzwischen sehr
ten des kanadischen Trios war
'Power Window' also eine willeingespieites Team, so da/3 sich
die Gruppe seiber schon mit
kommene Abwechslung, flir
neuen Songs beschaftigen konnmich ein Zeichen daflir, da/3
auch hochtechnisierte Musiker
te, fUr sie ein vollkommen neues
Geflihl, komponieren ohne jegimmer noch ein 'einfaches'
Rockalbum einspielen konnen.
lichen Zeitdruck.
Inzwischen begann die Band
Neben den guten Kompositioauch, in ihren Konzerten mit
nen fallt hier vor allem auch der
Laser zu arbeiten, was flir sie eiUberragende Sound auf. Perfekne vollkommen neue Moglichter kann man solehe Musik
wirklich nicht mehr prasentiekeit war, ihre Musik auch opDas Ergebnis war ein ausgereif- reno Nach diesem in allen Belantisch zu untermalen. 'Signals'
tes Album, mit Betonung auf
gen hervorragenden Album mu/3
hie/3 die nachste LP, vergleichviel Melodie und nicht unbeman davon ausgehen, da/3
dingt auf Harte, gerade auch
Anfang ' 81 erschienen, setzt
RUSH auch in den nachsten
auf der Platte haben sie sich
sich 'Moving Pictures' auch bei
lahren fUr positiven Gesprachsyom Hard-Rock und dessen
den Radiostationen konsequent
und Horstoff sorgen wird.
Fans weit entfernt. Vergleiche
durch , allein in den Staaten
Klaus Uschmann'J
mit anderen kanadischen Bands,
schien fast jeder dieses Ding zu
vielleicht sogar Saga, sind hier
spielen und zu mogen. Danach?
durchaus angebracht. Oem ErTourneen ... was sonst? RUSH
folg tat das nattirlich keinen
war Ubrigens 1981 auch die einAbbruch , Album und Konz.e rte
zige Gruppe, die in den USA
waren hei/3begehrt wie eh und
drei Platinalben bekam, und
je. Das bislang neueste Werk
zwar flir '2112', 'All The
Diskographie:
tragt den Titel 'Power WinWord's A Stage' und 'Moving
dows' und ist, zur Freude vieler, Rush (1974)
Pictures', au/3erdem bekamen
wieder ein ganzes StUck harter
sie eine Grammy-Nominierung
Fly By Night (1975)
ausgefallen, frei nach dem Motflir 'YYZ' flir die Kategorie 'BeOf Steel (1975)
Caress
to
:
schone
Kompositionen,
gut
bar vielleicht ein bi/3chen mit
stes InstrumentalstUck'! Ende
2112
(1975)
ausgearbeitet, aber doch gerade'81 konnten RUSH auf Uber ei- ' Permanent Waves' oder 'MoAll The World's A Stage
wegs, ohne Schnorkel, nach
ving Pictures'. Auch 'Signals'
ne Million Zuschauer zurUck(1976)
blicken, die sie innerhalb dieses erreichte natUrlich Platin-Status vorne - back to the roots?!
Sechs Monate nahmen Vorberei· A Farewell To Kings (1977)
in den USA und Kanada, ge1ahres sahen. 1etzt schien flir
tungen und Aufnahmen in Anfolgt von einer ausverkauften
sie die Zeit reif, ein weiteres
Hemispheres (1978)
spruch, mit den Air Studios in
US-Tour und einem Abstecher
Livealbum zu veroffentlichen.
Permanent Waves (1980)
nach Europa, wo sie die Wemb- Montserrat, The Manor in Ox'Exit ... Stage Left' erschien
Moving Pictures (1981)
fordshire ! England und Sarm
noch 1981 und enthieit Aufnah- ley-Arena in London vier
Exit ... Stage Left (1981)
men aus den letzten beiden lah- Abende ausverkauften. Neil Pe- East in London nahm man die
Signals
(1982)
ren, aufgenommen bei verschie- art zum 'Signals' -Album: »Wir Vorzuge von drei verschiedenen
Under
Pressure (1984)
Grace
Studios
wahr,
Strings
und
Chohaben
versueht,
einige
neue
denen Konzerten in Kanada und
Power
Windows
(1985)
Ideen dabei zu verarbeiten, die re wurden zusatzlich noch in
auf der englischen Insel. Auch
Londoner
Studios
zwei
anderen
Songs klingen tei/weise etwas
dieses DoppeIalbum hatte bald
anders, aber im Prinzip wird es auf Band gebracht. Peter Coldie Platingrenze erreicht, wahlins, ein bekannter Pop- und
wohl sein wie immer - einige
rend 'Moving Pictures' inzwiRockproduzent (u.a. Phil Colwerden es mogen, andere hasschen gar Doppel-Platin einge34
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