Leitbild der Gemeinde Gundel ngen - Bürgertreff

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Leitbild der Gemeinde Gundel ngen - Bürgertreff
Leitbild
der
Gemeinde
Gundelfingen
Eine lebenswerte Gemeinde
gemeinsam gestalten
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Vorwort
Gedanken zum Leitbild der Gemeinde Gundelfingen
Der Wunsch, die Zukunft der Gemeinde Gundelfingen weiterhin gemeinsam zu
gestalten und die Ziele und Wertvorstellungen der Gemeinde auch schriftlich zu
formulieren, stand am Anfang des vorbildlich geführten Leitbildprozesses. Mehr als
150 Bürgerinnen und Bürger haben sich an diesem etwa 2 Jahre dauernden Diskussionsprozess beteiligt. Sie haben sich ehrenamtlich in Arbeitsgruppen engagiert
und wertvolle Vorschläge für die Formulierung der Leitsätze sowie einzelner Maßnahmen auf den verschiedensten Gebieten erarbeitet. Unsere Gemeindebediensteten standen unterstützend zur Seite.
In seiner geradezu als historisch zu bezeichnenden Sitzung hat der Gemeinderat
am 12. Dezember 2013 nach intensiven Vorberatungen die einzelnen Leitsätze, die
als Ganzes das „Leitbild der Gemeinde Gundelfingen“ bilden, beschlossen. Gundelfingen ist eine der ersten Gemeinden, welche die Leitbildidee umgesetzt hat. Das
Leitbild ist politische Richtschnur der Gemeinde. Die Projekte und Maßnahmen der
Gemeinde, die sich in den jährlichen Haushaltsplänen wiederspiegeln, sollen sich
am Leitbild orientieren.
Gundelfingen hat sich schon in den letzten Jahrzehnten außerordentlich positiv entwickelt. In den kommenden Jahren werden wir uns ebenso bemühen, die Lebensqualität in der Gemeinde zu erhalten und zu verbessern. Das Leitbild ist uns dabei
eine wichtige Hilfe.
Ich danke allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, den Mitgliedern unseres Gemeinderates sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung,
die sich in vielen Arbeitsstunden für die Formulierung des Leitbildes eingesetzt und
einen Beitrag für die Zukunft unserer liebenswerten Gemeinde geleistet haben.
Ihr
Dr. Reinhard Bentler, Bürgermeister
Gundelfingen, 20.01.2014
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LEITBILD
der Gemeinde Gundelfingen
Bildung – Kultur – Soziales – soziale und gemeinnützige
Einrichtungen
Bildung
Geburt-Einschulung
Gundelfingen versteht sich als familien- und kinderfreundliche Gemeinde
Schule-Ausbildung
Alle Gundelfinger Kinder sollen am Ort einen ihren Fähigkeiten entsprechenden
Schulabschluss machen können
Die Schulen am Ort finden zu Formen der Zusammenarbeit und ermöglichen schulartübergreifende Lern- und Unterrichtsformen sowie Begegnungen und Durchlässigkeit.
Die Gemeinde beteiligt sich aktiv an der Schulentwicklung und unterstützt die Kooperation und Vernetzung der Bildungsangebote.
Erwachsenenbildung
Die Gemeinde Gundelfingen unterstützt mit vielfältigen Bildungsangeboten das lebenslange Lernen. Allen Einwohnern wird Teilhabe an Bildung ermöglicht.
Kultur
Gundelfingen initiiert und fördert die kulturellen Aktivitäten für und durch die Bürger der Gemeinde in den Bereichen Musik, Kunst, Literatur, Theater und Tanz zur
Gewährleistung und Verbesserung der Lebensqualität.
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Soziales (soziale und gemeinnützige Einrichtungen)
Jugend
Die Gemeinde soll auch zukünftig für junge Menschen attraktiv sein. Dazu gehören,
z.B. die Schaffung eines Jugendgemeinderates, ein „Runder Tisch“ zum Thema Jugend, professionelle und aufsuchende Jugendarbeit. Die Gemeinde unterhält bzw.
erhält freie und organisierte Orte für Jugendliche, schafft indirekte Angebote, wobei eine Kultur des gegenseitigen Akzeptierens aktiv gefördert wird.
Bürger mit Migrationshintergrund
Bürger mit Migrationshintergrund bereichern das Gundelfinger Gemeindeleben.
Die Gemeinde unterstützt und fördert aktiv deren Integration in das Gemeindeleben und schafft Raum und Möglichkeiten der Begegnungen.
Wohnen im Alter (neue Wohnformen)
Die demographische Entwicklung fordert auch in Gundelfingen ein langfristiges und
nachhaltiges Konzept zur dauerhaften Sicherung der Betreuungs- und Versorgungsqualität.
Ein lückenloses Versorgungsangebot für ältere, kranke und behinderte Menschen
soll weiterentwickelt werden.
Möglichst vielfältige Formen von gemeinschaftlichem Wohnen sollen realisiert werden.
Diese Angebote sind möglichst niederschwellig aufzubauen, unter Einbeziehung
von bürgerschaftlichem Engagement.
Bürgertreff und Bürgerschaftliches Engagement
Der Gemeinderat befürwortet und unterstützt die Gründung eines Bürgertreffs als
Verein. Der Bürgertreff ist ein Ort der Begegnung, um soziale und kulturelle Interessen der Bürgerinnen und Bürger Gundelfingens zu fördern, zu vernetzen und
bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen und zu koordinieren. Dazu gehört
auch die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den kulturellen Vereinen, die
Schaffung offener Angebote für Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde, die Zusammenarbeit mit bestehenden Organisationen und der Gemeinde sowie die Entwicklung von Projekten.
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Gemeindeentwicklung – Wohnen – Verkehr – Energie –
Ortsteile
Gemeindeentwicklung - Wohnen
Ortsentwicklung – Einbindung der Bürgerschaft
Der Ortscharakter von Gundelfingen mit seiner überwiegend lockeren Bebauung
und Durchgrünung soll erhalten bleiben, wobei eine moderate innerörtliche Nachverdichtung möglich ist. Gundelfingen betreibt im Dialog mit der Bürgerschaft eine
aktive Politik zur Gemeindeentwicklung.
Ortsentwicklung – neue Wohnformen
Durch „intelligentes Bauen“ sollen attraktive Wohnformen für alle Generationen
geschaffen werden.
Ortsentwicklung – Wachstum und schonender Ressourcenverbrauch
Der sorgsame Umgang mit Flächenverbrauch sowie die behutsame Nachverdichtung haben zur Wahrung des Ortsbildes hohe Priorität.
Zeitgemäße Wohnformen
Häuser und Wohnungen sollen zum Wohnen und Arbeiten und für alle Generationen flexibel nutzbar sein.
Freiräume (innerorts) – Plätze zum Aufhalten
Innerörtliche öffentliche und private Freiflächen haben eine für den Ortscharakter
prägende Bedeutung. Öffentliche Freiflächen sollen erhalten werden; bei privaten
Freiflächen ist auf eine ausreichende Durchgrünung zu achten.
Freiräume (außerorts) - Naherholungsgebiete
Als Abgrenzung zur Stadt Freiburg ist das Gebiet südlich des Hagelbachs freizuhalten. Zur Identifizierung von Gundelfingen und Wildtal sollen die Freiflächen zwischen Gundelfingen und Wildtal ebenfalls freigehalten werden.
Erweiterung der Ortsmitte - „Ortsmitte Nord“
Die Gundelfinger Ortsmitte soll unter Einbeziehung der Bürgerschaft weiter entwickelt werden.
Handel, Gastronomie, Gewerbe, Handwerk
Der Einzelhandel in der Ortsmitte sowie Gewerbe und Handwerk im gesamten
Ortsgebiet sollen gestärkt und gefördert werden. Bei der Überarbeitung der Bebauungspläne der Gewerbegebiete soll auf die Belange des Handwerks und der Kleinund Mittelbetriebe planerisch geachtet werden.
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Transparenz der Gemeinde und der Verwaltung
Die Bürger werden über alle bedeutsamen Entscheidungen der Gemeinde umfassend informiert und frühzeitig eingebunden. Beratungen im Ausschuss und im Gemeinderat sind, soweit rechtlich zulässig, öffentlich zu führen. Die Print- und digitalen Medien sind zur Bürgerinformation umfassend zu nutzen.
Gemeindeentwicklung - Verkehr
Allgemein
Die sichere, schnelle, attraktive und ressourcenschonende Erreichbarkeit des jeweiligen Zieles für alle VerkehrsteilnehmerInnen soll Ziel der Gundelfinger Verkehrsplanung sein. Die Verkehrs¬sicherheit muss sich an den Bedürfnissen des jeweils
schwächeren Verkehrsteilnehmers ausrichten. Die Verkehrs¬beruhigung sollte
auch bauliche Maßnahmen beinhalten.
Bereich Fußgänger
Gleichberechtigung aller VerkehrsteilnehmerInnen soll, da wo sinnvoll möglich,
das Ziel aller Gundelfinger Verkehrsüberlegungen sein. Jedoch sollte in geeigneten
Bereichen den FußgängerInnen Vorrang eingeräumt werden. Die Wege und Plätze
sollten für Fußgänger attraktiv gestaltet werden.
Bereich Radfahrer
Der Radverkehr kann innerorts nach Umsetzung von Tempo 30 auf die Straße verlagert werden. Die damit erfolgende Aufhebung von gemischten Fuß- und Radwegen
ist möglich. Der Anschluss an die Radschnellwege Freiburgs wird geschaffen.
Bereich öffentliche Verkehrsmittel (Bus und Schienenverkehr)
Mit der Inbetriebnahme der Stadtbahnverlängerung Zähringen soll ein „Ringbussystem“ den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver gestalten, insbesondere auch durch die Verknüpfung der beiden schienengebundenen Verkehrsträger
(Stadtbahn und Regio-S-Bahn). Die Umsetzung der Stadtbahnverlängerung (in Gänze bzw. Abschnitten) muss nach dem Vorliegen aktueller Verkehrsgutachten und
unter Bürgerbeteiligung entschieden werden. Die Bahnver¬bindungen insbesondere in Richtung Norden sind zu verbessern. Die Gemeinde Gundelfingen setzt sich für
den zeitnahen Bau des 3. und 4. Gleises ein sowie für eine Trassenführung entlang
der Autobahn.
Lärmschutz und Schutz vor Gefahren
Auf einen raschen Lärmschutz für die gesamte Gemeinde ist hinzuarbeiten Der Lärmaktionsplan der Gemeinde Gundelfingen ist zügig umzusetzen. Ein Katastrophenschutzplan für den Transport von Gefahrengütern auf der gesamten Gemarkung ist
zu erstellen.
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Motorisierter Individualverkehr
Die Gemeinde schafft Anreize, um den motorisierten individuellen Verkehr zu reduzieren. Bei zukünftigen Planungen in der Ortsmitte hat der motorisierte Individualverkehr keinen Vorrang. Tempo 30 wird Regelgeschwindigkeit im gesamten Gemeindegebiet (mit den Ausnahmen Gewerbegebiet und Verbindungsstraße nach
Wildtal). An gefährlichen Stellen im Verkehrswegenetz sollten erhöhte Kontrollen
die Verkehrsordnung durchsetzen, zusätzlich sollten geeignete bauliche und verkehrsrechtliche Maßnahmen durchgeführt werden.
Gemeindeentwicklung - Energie
Die Gemeinde und ihre BürgerInnen setzen sich zum Ziel, bis 2030 50% des gesamten Energieverbrauches in Gundelfingen von 2010 einzusparen.
Der Energieverbrauch Gundelfingens soll ausschließlich durch erneuerbare Energien gedeckt werden.
Die zur Deckung des Energieverbrauchs notwendigen erneuerbaren Energien sollen
möglichst in Gundelfingen oder in der Umgebung erzeugt werden.
Die Gemeindewerke Gundelfingen GmbH werden als selbständiges Unternehmen
erhalten und gestärkt.
Gemeindeentwicklung - Ortsteile
Landwirtschaft
Zu den Aufgaben der politischen Gemeinde gehört im Rahmen der Daseinsfürsorge
auch die Landschaftspflege im Wildtal - unter der Beteiligung der Wildtäler Landwirte.
Ortsmitte
Wildtal braucht einen Treffpunkt seiner BürgerInnen.
Freizeitfunktionen / Tourismus
Die Freizeit- und Erholungsfunktionen des Ortsteils Wildtal sollen erhalten und mit
besonderem Nachdruck weiterentwickelt werden. Dieser Funktion zuwiderlaufende Einrichtungen sind zu vermeiden.
Infrastruktur I – Versorgung
Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln und alltäglichen Gütern soll nachhaltig
gesichert werden.
Infrastruktur II – Verkehr
Die Einbindung Wildtals in den ÖPNV ist langfristig sicher zu stellen.
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Einkaufen – Dienstleistungen – Industrie – Gewerbe –
Handwerk
Erhaltung der Haushaltssouveränität
Die Gemeinde Gundelfingen soll sich auch zukünftig einen ausgeglichenen Haushalt
und damit ihren Handlungsspielraum erhalten.
Sie wird der demographischen Entwicklung und damit der Überalterung durch eine
bedarfsgerechte Weiterentwicklung ihrer Infrastruktur entgegenwirken. Dazu gehören auch die Schaffung von geeignetem Wohnraum und eine moderate innerörtliche Nachverdichtung.
Wohnen, Arbeiten, Versorgen
Die Gundelfinger Bürgerinnen und Bürger sollen nahezu ihren gesamten Bedarf
in der Gemeinde decken können. Gundelfingen wird deshalb als Geschäfts- und
Dienstleistungs-zentrum weiter aufgewertet.
Ausbau des Wirtschaftsstandortes Gundelfingen
Gundelfingen wird sich als leistungsfähiger Wirtschaftsstandort weiter profilieren,
durch moderne Unternehmen der Industrie, des Gewerbes, des Dienstleistungssektors und insbesondere des Handwerks, sowie durch ein attraktives Lebensumfeld.
1. Dazu gehört eine aktive und qualifizierte Wirtschaftsförderung mit einer
umfassenden Bestandspflege bestehender Betriebe.
2. In der Landwirtschaft wird die regionale Selbstvermarktung gestärkt und
neue Wege der Nutzung betrieblicher Ressourcen, wie Erstellung von
Ferienwohnungen werden unterstützt.
3. Besonderheiten in der Gemeinde und Umgebung werden verstärkt herausgestellt. Wünschenswert ist ein Hotel in der Ortsmitte.
4. Zur Realisierung der Ziele und zur Einnahmenstabilisierung werden Gewerbeflächen erschlossen sowohl für Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen und insbesondere Handwerk.
5. Gundelfingen wird sich als ein Gewerbe-, Handwerks- und Dienstleistungsstandort nördlich von Freiburg profilieren.
Zusammenarbeit fördern
Die Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft wird weiter entwickelt und gefördert. Ein geeignetes Mittel könnte die Schaffung eines Forums
sein.
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Ortsmitte stärken
Wir achten auf einen breiten Branchenmix in der Ortsmitte und die dazu notwendigen Verkaufsflächen, um die Kaufkraft in Gundelfingen zu binden und den Einzelhandel im Zentrum zu erhalten und zu ergänzen.
Tourismus – Umwelt – Landwirtschaft – Sport – Freizeit –
Gesundheit
Tourismus – Umwelt – Landwirtschaft
Tourismus
Die Gemeinde unterstützt und fördert den Aufbau eines spezifisch touristischen
Angebotes für Gundelfingen, Wildtal sowie im Einvernehmen für Heuweiler. Die
Gemeinde dient als zentrale Anlaufstelle für Leistungsträger und Gäste. In diesem
Zusammenhang bietet sie interessierten Anbietern von Privatquartieren entsprechende Beratung und Unterstützung an.
Als zentrales Kommunikationsmittel dient die gemeindeeigene Internetseite.
Umwelt
Die Gemeinde Gundelfingen wird sich für den Erhalt und Ausbau ihrer natürlichen
Lebensgrundlagen mitsamt der Flora und Fauna einsetzen.
Hierfür sind Erhalt und Ergänzung der Grünzäsur um die Gemeinde als erkennbare
Abgrenzung zum Umland bedeutsam, ggf. durch zusätzliche, in jedem Fall ökologisch sinnvolle Bepflanzung.
Bei Interessenkonflikten mit der Ausweisung neuer Baugebiete soll der Erhalt einer Naturlandschaft einen hohen Stellenwert haben. Neue Bebauung soll vorrangig
durch Verdichtung im bestehenden Ortsgebiet erfolgen, jedoch mit einem festgelegten Grünanteil.
Landwirtschaft
Die Gemeinde fördert den Bestand und die zukünftige Entwicklung der Landwirtschaft durch unterstützende Maßnahmen und Rahmenbedingungen. Die Landwirtschaft dient der Landschaftspflege und somit dem Erhalt unserer Kulturlandschaft
und ist damit auch ein Dienst am Gemeinwesen.
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Sport – Freizeit – Gesundheit
Sport
Die Gemeinde unterstützt im Leistungs- und Breitensport das ehrenamtliche Engagement der Sportvereine. Von Seiten der Gemeinde wird die hierfür erforderliche
Infrastruktur vorgehalten. Angestrebt wird langfristig die Optimierung der Anlagen
für den Freiluftsport sowie der Ausbau der Hallenkapazitäten. Die Gemeinde unterstützt altersgerechte Sportangebote sowie Inklusionsangebote.
Die Gemeinde wirkt aufgrund geänderter Schulstrukturen auf eine Verbesserung
der Koordination und Kooperation zwischen Schulen und Vereinen hin. Ziel soll es
sein, dass die Sportvereine eng zusammenarbeiten, um die vorhandene Infrastruktur optimal zu nutzen.
Freizeit
Die Gemeinde entwickelt ein generationenübergreifendes, offenes „Gesamtkonzept Freizeit“, das sowohl die jeweiligen Altersgruppen, als auch Familien anspricht
und dabei Vereine sowie Bürger mit einbindet. Dieses muss sowohl für Gundelfinger Bürger als auch für Touristen zugänglich sein.
Gesundheit
Die Gemeinde tritt dafür ein, dass die Bürger gesund leben können, in dem diese
möglichst von vermeidbaren Umweltbelastungen verschont werden. Des Weiteren
tritt sie dafür ein, dass eine ausreichende medizinische Versorgung in allen Fachbereichen vorhanden ist.
Die Gemeinde als Dienstleister
Bürger/innen, Gemeinderat und Gemeindeverwaltung setzen sich gemeinsam zum
Wohl der Gemeinde ein.
Die Gemeinde Gundelfingen versteht sich als Dienstleister für gesetzliche Pflichtaufgaben und freiwillige Leistungen für das Gemeinwesen und die Einrichtungen.
Die Dienstleistungen sollen effektiv und bürgernah für alle Generationen erbracht
werden. Hierfür braucht das Dienstleistungsangebot der Gemeindeverwaltung Gesichter.
Die Vielfalt des Gemeinwesens ist eine Bereicherung für alle Bürger/innen und die
Gemeindeverwaltung.
Engagement und Dienstleistung bedeuten ein stetes Geben und Nehmen in einer
lebendigen Gemeinde.
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Chronologie Leitbildprozess
I. Vorbereitungen
Die Idee, ein schriftliches Leitbild für die Gemeinde Gundelfingen zu formulieren,
entstand in Zusammenhang mit den Vorbereitungen zur Einführung des neuen
kommunalen Haushaltsrechtes (NKHR) in der Gemeinde. Die Haushaltspläne fassen das jährliche „Aktions-Programm“ der Gemeinde mit seinen überaus vielfältigen Aufgaben und Projekten zusammen. Das Leitbild soll als Orientierung über den
Haushaltsplänen und seinen Einzelbudgets stehen. Das Haushaltsrecht setzt die im
Leitbild formulierten Ziele und Wertvorstellungen in das Leben der Gemeinde um.
Der Prozess begann mit einem Vortrag von Herrn Professor Brettschneider von der
Fachhochschule Kehl im Gemeinderat über die Umstellung des Gemeindehaushaltes im Jahr 2009. Gundelfingen erklärte sich bereit, eine Forschungsarbeit für Studenten über einen auszuarbeitenden Produkt-Haushaltsplan und eine Eröffnungsbilanz der Gemeinde Gundelfingen zu beauftragen.
15.10.2009
Vorstellung der Forschungsarbeit im Rathaus „Umstellung des
Gemeindehaushalts auf Produktplan“ durch Herrn Prof. Brettschneider, Hochschule Kehl, im Gemeinderat.
28.01.2010
Vorstellung der Studenten-Projektarbeiten „Ausgearbeiteter
Produkthaushaltsplan“ und „Eröffnungsbilanz“ der Gemeinde in
Vollzug des NKHR durch Herrn Prof. Brettschneider, Hochschule
Kehl.
➢ Leitbild und Ziele formulieren.
18.01.2011
Finanz- und Verwaltungsausschuss
Aussprache über das Vorgehen bei der Beschreibung des
Leitbildes
27.01.2011
Gemeinderat – NKHR – vom Leitbild zum Produkthaushalt
➢ Prof. Hafner, Hochschule Kehl, erläutert das Vorgehen zur
Erarbeitung eines Leitbildes, geht auf mögliche Inhalte und den
zeitlichen Ablauf dieses Prozesses ein.
➢ Anregung zu einer Klausurtagung des Gemeinderates.
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08.02.2011
Finanz- und Verwaltungsausschuss, Beschluss zur Durchführung
einer Klausurtagung des Gemeinderates unter der Moderation
von Herrn Prof. Hafner.
13./14.05.2011
Klausurtagung des Gemeinderates im Windenreuter Hof,
Emmendingen
(18 Gemeinderäte, 7 Verwaltungsmitarbeiter, Bürgermeister und
Prof. Hafner).
27.09.2011
Bürgergespräch zum Thema „Erstellung eines Leitbildes für die
Gemeinde“, Festhalle
Moderation: Prof. Hafner, ca. 100 Teilnehmer
27.10.2011
Gemeinderat:
Beschluss:
Der Gemeinderat beschließt einstimmig zur
Erarbeitung des Leitbildes der Gemeinde Gundelfingen die
Bildung von Arbeitsgruppen zur Bearbeitung der Leitthemen:
1.
Bildung – Kultur- Soziales – soziale
und gemeinnützige Einrichtungen
2.
Gemeindeentwicklung –
Ortsteile – Verkehr – Wohnen – Energie
3.
Einkaufen – Dienstleistungen – Industrie –
Gewerbe – Handwerk
4.
Tourismus – Freizeit – Sport –
Gesundheit – Umwelt – Landwirtschaft
5.
Die Gemeinde als Dienstleister
Beschlossen wird einstimmig der Inhalt des Internetsauftritts. Meldefrist zur Teilnahme an Arbeitsgruppen bis
31.12.2011 und vorab ohne Nennung von Namen.
Spätestens zu Beginn des Jahres 2012 soll eine konstituierende
Sitzung aller Beteiligten der Arbeitsgruppen unter Leitung des
Bürgermeisters als Auftaktveranstaltung stattfinden.
Prof. Hafner wird die Gemeinde im weiteren Ablauf der Leitbilddiskussion begleiten.
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II. Start des Leitbildprozesses
17.11.2011
Öffentlicher Aufruf zur Beteiligung in den Gundelfinger Nachrichten, sowie Beilage mit Infos zur Beteiligung.
Freischaltung der Webseite auf der Homepage der Gemeinde
Anschreiben und Aufruf an relevante Gruppen, Vereine und
Einrichtungen zur Beteiligung am Prozess.
24.11./15.12.2011 Öffentliche Aufrufe in den Gundelfinger Nachrichten zur
Beteiligung.
24.01.2012
Öffentliche Auftaktveranstaltung im Kultur- und Vereinshaus,
Vortrag und Moderation Prof. Hafner, ca. 80 Teilnehmer.
Stand der Teilnehmer:
122 Personen, teilweise für mehrere Arbeitsgruppen (AG), die
sich so auf 153 Teilnehmer erhöhen: für AG 1 „Bildung – Kultur
– Soziales – soziale und gemeinnützige Einrichtungen“ 39
Personen, AG 2 „Gemeindeentwicklung – Ortsteile – Verkehr
– Wohnen – Energie“ 61, AG 3 „Einkaufen – Dienstleistungen –
Industrie – Gewerbe – Handwerk“ 18, AG 4 „Tourismus – Freizeit – Sport – Gesundheit – Umwelt – Landwirtschaft“ 23 und
AG 5 „Die Gemeinde als Dienstleister“ 12 Personen. Alle AG
werden durch zwei fachlich zuständige Verwaltungsmitarbeiter administrativ unterstützt, die auch für die Tagungsräume
sorgen.
30.01.2012
Konstituierung AG 1
08.02.2012
Konstituierung AG 2 | Konstituierung AG 5
09.02.2012
Konstituierung AG 3
15.02.2012
Konstituierung AG 4
29.02.2012
Einladung der Sprecher und Schriftführer sowie Verwaltungsmitarbeiter der Arbeitsgruppen zum Vortrag „Strukturiertes
und effizientes Arbeiten in den AG“.
Vortrag Prof. Hafner, Hochschule Kehl, Ratssaal, Rathaus
11.04.2012
Vortrag über den zu erwartenden demographischen Wandel in
Gundelfingen, Michael Szymczak, Sozialstation Nördlicher
Breisgau, Ratssaal (25 Teilnehmer).
11.07.2012
Zwischenstandsberichte der Arbeitsgruppen
Moderation Prof. Hafner, Kultur- und Vereinshaus
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17.07.2012
Bürgergespräch über die Einrichtung von Wohngruppen für
ältere Menschen (neue Wohnformen)
Moderation AGP (Rathaus)
19.09.2012
Runder Tisch für Menschen mit Behinderung und deren
Angehörige
Moderation Gemeinde und Behindertenbeauftragter des Landkreises, Herr Dr. Olaf Kuhn, (Rathaus)
08.10.2012 Gesprächskreis zur Einrichtung von Wohngruppen für ältere
Menschen (neue Wohnformen), Einladung zur Mitarbeit in den
Arbeitsgruppen
Moderation AGP (Rathaus)
18.10.2012
Gemeinsamer Termin aller Arbeitsgruppen zum Thema:
„Förderung des bürgerschaftlichen Engagements“ (Rathaus)
22.11.2012
Präsentation der Ergebnisse der beauftragten Sozialraumanalyse u.a. Ergebnisse der Fragebogenaktion durch die AGP
im Gemeinderat, Ratssaal
03.12.2012
Aussprache über das weitere Vorgehen beim Projekt „Älterwerden in Gundelfingen“ nach einem Vortrag der AGP
am 22.11.2012 im Gemeinderat und am 03.12.2012 im
SKSS-Ausschuss
Parallel zur Sozialraumanalyse und dem Leitbildprozess bildeten sich im Jahr 2012
bürgerschaftliche Arbeitsgruppen zu denThemen:
➢ Pflegewohngruppe
➢ Begleitetes Wohnen zu Hause
➢ Mehrgenerationenwohnen (Neue Wohnformen)
und direkt aus dem Leitbildprozess und zwar der Unterarbeitsgruppe „Soziales“
➢ der BÜRGERTREFF Gundelfingen
Das Jahr 2012 war geprägt durch zahlreiche Sitzungen der einzelnen Arbeitsgruppen zu den Themenbereichen zur Erarbeitung von Vorschlägen zu Leitsätzen. Die
Arbeit war im Wesentlichen Ende des Jahres 2012 abgeschlossen.
24.01.2013
Aussprache über die Ergebnisse der Sozialraumanalyse für
Gundelfingen und Wildtal als Grundlage der kommunalen
Planung (neue Wohnformen) für ältere Menschen im
Gemeinderat
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28.02.2013
Präsentation der
Gemeinderat.
Vorschläge
der
Arbeitsgruppen
im
Die einzelnen Leitsätze sollen zusammengefasst das Leitbild
der Gemeinde ergeben.
08.04.2013
bis Ende 2013
Beratung über die Leitsatzvorschläge der
Arbeitsgruppen in den gemeinderätlichen Ausschüssen
28.11.2013
Vorstellung
der
Konzepte
der
bürgerschaftlichen
Arbeitsgruppen im Gemeinderat (Pflegewohngruppen,
Begleitetes Wohnen zu Hause, Mehrgenerationenwohnen
(Neue Wohnformen), Bürgertreff
12.12.2013
Abschließende Beratung der Leitsätze im Gemeinderat
sowie Beschlussfassung über „Leitbild der Gemeinde“
Zahlen zum Prozess:
In den einzelnen Arbeitsgruppen waren während des Prozesses insgesamt rund 150
Bürgerinnen und Bürger (teilweise durch Mehrfachbesetzung) bei der Erarbeitung
der Vorschläge zu Leitsätzen beteiligt, darunter 16 Gemeinderäte. Die einzelnen
Arbeitsgruppen haben insgesamt über 130 Sitzungen abgehalten, um die Themen
zu besprechen.
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Begleitende Presseberichte zum Leitbildprozess:
Ein neues Leitbild für den Ort
Der Gemeinderat Gundelfingen gibt den offiziellen
Startschuss für die Diskussion, wie der Ort in 20 Jahren
aussehen soll.
Gundelfingen heute – und wie soll es in 20 Jahren aussehen? Mit dieser Frage werden sich
2012 die Bürger des Ortes beschäftigen. Foto: Brigitte Sasse
GUNDELFINGEN. Die Gemeinde Gundelfingen will im Jahr 2012 ein (neues) Leitbild entwickeln. Bereits vor einem Monat wurde das Projekt in einem Bürgergespräch vorgestellt. Zwischenzeitlich wurde in Zusammenarbeit mit Professor Wolfgang Hafner von der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl ein Konzept für
das Projekt erarbeitet. Jetzt gab der Gemeinderat den offiziellen Startschuss für die
Leitbilddiskussion.
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Das Leitbild – wie soll Gundelfingen in 20 Jahren aussehen – soll vor allem von den
Bürgern entwickelt werden. Dazu werden fünf Arbeitsgruppen (AG) eingerichtet.
Sie beschäftigen sich mit den Themen: Bildung-Kultur-Soziales und gemeinnützige
Einrichtungen; Gemeindeentwicklung-Ortsteile-Verkehr-Wohnen-Energie; Einkaufen-Dienstleistungen-Industrie-Gewerbe-Handwerk; Tourismus-Freizeit-Sport-Gesundheit-Umwelt-Landwirtschaft; die Gemeinde als Dienstleiter. Des Weiteren
können sich alle Bürger via Internet in den Entwicklungsprozess und die Diskussion
einbringen. Die extra dafür einzurichtende Internetseite wurde im Rat vorgestellt.
Sie wird in den kommenden Tagen nochmals modifiziert und dann bis spätestens
Mitte November freigeschaltet.
Am Ende des Leitbildprozesses – er ist für Ende 2012 angedacht – soll ein „Handlungsrahmen entstehen, welcher der Orientierung und Motivation dient und deutlich macht, was unternommen werden sollte, um den guten Standard zu erhalten
und fort zu entwickeln“. Dieser Handlungsrahmen soll die „grundsätzliche Zielsetzung für die Entwicklung der Gemeinde“ umfassen, gleichzeitig auch spezielle Ziele
zu einzelnen Themenbereichen definieren. Des Weiteren umfasst der Arbeitsauftrag eine sachliche wie zeitliche „Prioritätensetzung“. Schließlich sollen Voraussetzungen genannt werden, die erforderlich sind, um die gesetzten Ziele erreichen
zu können. Die Arbeit soll zunächst in Arbeitsgruppen zu fünf Themenbereichen
geleistet und dann über den so genannten Lenkungsausschuss zusammengeführt
werden. Diese Arbeitsgruppen sollen sich selbst organisieren; Unterstützung erhält
jede Gruppe durch einen Mitarbeiter der Verwaltung. Einer der Diskussionspunkte
drehte sich im Gemeinderat um die Frage, ob Gemeinderäte in den Arbeitsgruppen
mitarbeiten und diese gegebenenfalls leiten dürfen. Ursprünglich sah der Verwaltungsvorschlag vor, dass jeder AG auch je ein Mitglied aus jeder der fünf Fraktionen
angehört. Gemäß des Mottos „auch Gemeinderäte sind Bürger“ wurde diese Frage
offen gehalten. So ist es jedem Rat und jeder Fraktion möglich, sich direkt in die
Arbeit einzubringen. Der Leitbildprozess soll sehr offen geführt werden. Angedacht
ist, dass sich auch Untergruppen bilden.
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen, wie auch die Vorschläge aus dem
Internetforum laufen bei der Lenkungsgruppe zusammen, die die Thematik für den
Gemeinderat, der dann letztendlich das Leitbild beschließen wird, aufbereitet. Der
Lenkungsgruppe gehören die AG-Vorsitzenden, Hauptamtsleiter Ficht und Bürgermeister Reinhard Bentler sowie Professor Hafner an.
Badische Zeitung vom 29.10.2011
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Ideen für ein Gundelfinger Leitbild
Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, sich in Arbeitskreisen für ihre Wohngemeinde zu engagieren.
Leitbild Gundelfingen Foto: Andrea Steinhart
GUNDELFINGEN. Die Gundelfinger machen mit: Beim Auftakt zum Erstellen eines
neuen Leitbilds kamen am Dienstagabend zahlreiche Bürger – Alt und Jung, Männer
und Frauen. 122 Bürger und Bürgerinnen haben sich im Vorfeld für die vorgesehenen Arbeitsgruppen angemeldet, um gemeinsam ein Leitbild für die Gemeinde zu
entwickeln, das den Herausforderungen der nächsten 20 Jahre standhält.
„Ich sehe viele alte Bekannte, aber auch einige neue Gesichter“, begrüßte Bürgermeister Reinhard Bentler die Gäste im Kultur- und Vereinshaus. Er zeigte sich
„überwältigt“ von der großen Zahl engagierter Bürger und bedankte sich bei ihnen
für Interesse und Bereitschaft zur Mitarbeit. Dieses Engagement sei sehr wichtig.
Denn die Aufgaben und Bedürfnisse an Gundelfingens Zukunft hätten sich mächtig
gewandelt.
So mache der demografische Wandel, der Wegfall einkommensstarker Gruppen
und weniger Steuereinnahmen auch für Gundelfingen ein Leitbild notwendig, verdeutlichte Bentler. „Gundelfingen ist heute eine attraktive, bürger- und familien-
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freundliche Gemeinde mit einer guten Infrastruktur – und das sollten wir uns bewahren.“
Fünf Arbeitsgruppen (AG) sind im Vorfeld eingerichtet worden, in denen nun die
Bürger sich Gedanken zur Zukunft und zur nachhaltigen Entwicklung machen sollen.
Einige zeigten Interesse für zwei oder mehrere AGs. „In der Abteilung Bildung/Kultur/Soziales samt gemeinnützige Einrichtungen haben sich 39 Frauen und Männer
angemeldet“, berichtete Amtsleiter Peter Ficht. Ihm obliegt die gesamte Organisation. Das größte Interesse fand die zweite AG: 61 Gundelfinger wollen sich nun Ideen
für die „Gemeindeentwicklung/Ortsteile/Verkehr/Wohnen/Energie“ entwickeln.
An den Themen „Einkaufen/Dienstleistungen/Industrie/Gewerbe-/Handwerk“
finden dagegen nur 18 Personen Gefallen. Und in der AG „Tourismus/ Freizeit/
Sport/ Gesundheit/ Umwelt/ Landwirtschaft“ werden 23 Frauen und Männer Zukunftsideen sammeln.
Lediglich 12 Personen haben sich fürs Thema „Die Gemeinde als Dienstleister“ eingetragen. Erste Termine für die AGs stehen bereits. Weitere Termine werden in den
Gruppen selbst bestimmt. „Wichtig ist, dass in jeder Gruppe ein Sprecher gewählt
wird, dem dann ein Verwaltungsmitarbeiter administrativ zur Unterstützung beisteht“, erläuterte Hauptamtsleiter Peter Ficht.
Ideen sollen bis September ausgearbeitet sein
Bis September sollen die Zukunftsideen gesammelt und ausgearbeitet sein, um
diese zusammengefasst im November dem Gemeinderat vorlegen zu können. Damit das Gemeindeentwicklungskonzept bis Ende des Jahres steht, ist es noch ein
weiter Weg, wenn auch mit dem Auftakt ein erster Schritt getan ist, sagte bei der
Veranstaltung Wolfgang Hafner, Professor an der Hochschule für Verwaltung in
Kehl.
Jetzt heißt es, in den Gruppen und in den zu bildenden Unterarbeitsgruppen,
kreativ ans Werk zu gehen. Nachdem die Grundsatzfragen abgearbeitet sind, soll
in den AGs herausgefiltert werden, was für die Entwicklung Gundelfingens wünschenswert und notwendig ist. Die Erfassung der Ist-Situation und derer Bewertung
seien dazu ein erster Arbeitsschritt, erläuterte der Fachmann.
Danach steht das Benennen der fachlichen Ziele an. „Je Themenbereich wäre es
gut, wenn am Ende zwei Leitziele auf der Agenda stehen, über die der Gemeinderat
diskutieren kann“, so Hafner: „Doch bitte achten Sie darauf, dass Ihre Ziele s-m-a-r-t
sind: spezifisch, messbar, ausführbar, realistisch und terminierbar.“ Er versprach,
bei der Strukturierung zu helfen, und stellte gleich ein Formblatt für die Protokolle
vor. „Ihre Aufgabe ist es nun kreativ Ideen zu entwickeln – wir helfen dabei diese in
Form zu bringen“, so Hafner.
Hinweis: Termin für die AG: „Bildung / Kultur/ Soziales/ soziale und gemeinnützi-
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ge Einrichtungen“ am 30. Januar; „Gemeindeentwicklung/ Ortsteile/Verkehr/Wohnen/ Energie“ am 8. Februar; „Einkaufen/Dienstleistungen/Industrie/Gewerbe/
Handwerk“ am 9. Februar; „Tourismus/Freizeit/Sport/Gesundheit/Umwelt/Landwirtschaft“ am 15. Februar und „Die Gemeinde als Dienstleister“ am 8. Februar
– alle Treffen finden im Gundelfinger Rathaus um 19.30 Uhr statt. Die erste Sitzung
der noch zu wählenden Gruppen-Sprecher findet am 29. Februar statt. Dort gibt es
weitere Tipps und Anregungen von Wolfgang Hafner.
Badische Zeitung vom 27.01.2012
Gedanken um gutes Miteinander
Gundelfingens Gemeinderat verabschiedet die von
Bürgern mitentwickelten Grundsätze für ein künftiges
Leitbild.
Die Reihen der Gemeinderäte im Gundelfinger Ratssaal waren am Donnerstag aus unterschiedlichen Gründen gelichtet. Dafür füllten zur Verabschiedung des Leitbildes jedoch viele
der beteiligten Bürger die Zuhörerränge Foto: Markus Zimmermann
GUNDELFINGEN. Auslöser war die Diskussion um die Einführung des neuen kommunalen Haushaltsrechtes. Wer zukünftig einen Produkthaushaltsplan führen will,
muss auch wissen, wohin die Reise gehen soll, waren sich Verwaltung und Gemeinderat einig. Am 27. Oktober 2011 war deshalb beschlossen worden, in fünf thematisch geordneten Arbeitsgruppen ein Leitbild ausarbeiten zu lassen. Nun, zwei Jahre
später, wurde der rote Faden für die Gemeindepolitik der kommenden Jahre und
Jahrzehnte beschlossen.
Rund 150 Bürgerinnen und Bürger haben sich in den fünf Arbeitsgruppen beteiligt, mehr als 130 Sitzungen belegen für Hauptamtsleiter Peter Ficht „ein schier
unglaubliches bürgerschaftliches Engagement“. Herausgekommen sind mehr als
20
50 „Leitsätze“, die den Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltung und Gemeinderat in
gleicher Weise als Richtschnur dienen sollen. „Die Leitsätze haben keine rechtliche
Bindung“, betonte Bürgermeister Reinhard Bentler den Charakter der „politischen
Empfehlung“. Dennoch sollen sie nicht in der Schublade verschwinden, eine gleich
zu Beginn formulierte Prämisse, sondern neben der Gemeindeordnung Handreichung für die Gemeinderäte sein. Dies gilt aber auch für das bürgerschaftliche
Handeln, denn die Leitsätze sollen als Broschüre aufgelegt, mit dem Amtsblatt an
jeden Haushalt verteilt und Neubürgern mit ihrem Begrüßungspaket ausgehändigt
werden.
Ausführungen machen die Leitsätze zur Bildung, zu Kultur und dem weiten Feld
des Sozialen, zur Gemeindeentwicklung, Verkehr, Wohnen, dem Status der Ortsteile und energetischen Zielsetzungen. Ziele werden auch bezüglich der Entwicklung
von Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen, Industrie, Gewerbe und Handwerk
formuliert, sowie zum Tourismus, Freizeit, Sport, Gesundheit, Umwelt und Landwirtschaft. Letztlich wird betont, dass die Gemeinde Dienstleister ist und sich Bürger, Verwaltung und Gemeinderat im Prozess des gegenseitigen Gebens und Nehmens zum Wohl einer lebendigen Gemeinde einsetzen sollen.
Leitsätze fast alle einstimmig verabschiedet
Die einzelnen, konkreten Leitsätze wurden fast ausschließlich einstimmig beschlossen. Einzig Gemeinderat Michael Müller (FW) erklärte zum Thema der Entwicklung von Gewerbeflächen, dass es keinen Sinn mache, dies als Ziel zu formulieren, derartige Flächen zu erschließen, „um sie anschließend bei dem gegenwärtigen
Geschacher um Gewerbeflächen billig zu verscherbeln“. Ihm stimmte Evi Tondré
(Grüne) zu, Fraktionskollegin Gisela Gabriel enthielt sich zu den Leitsätzen dieses
gesamten Themenbereichs.
Auf eine Diskussion über eine Überschrift zu den Leitsätzen, die Bernd Bauer (FW)
ins Gespräch brachte, wollten sich die Gemeinderäte nicht einlassen. „Wenn eine
Überschrift gesucht wird, dann nicht heute“, so Werner Haerdle (FDP). Bruno Zimmermann (SPD) erklärte, bei den klar formulierten Leitsätzen gut mit dem „Mangel
an Lyrik“ leben zu können.
Einig waren sich die Räte, dass das Ergebnis trotz teils kontroverser Meinungen
und Positionen, einem tragenden Gedanken um ein gutes Miteinander zu verdanken sei. Die gute Atmosphäre und das gute Miteinander im Gemeinderat, sowie die
offene und konstruktive Zusammenarbeit mit der Verwaltung, würdigte der erste
stellvertretende Bürgermeister Bernd Bauer zum Jahresende und dankte allen Beteiligten.
Badische Zeitung vom 19.12.2013
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