Hilft nur noch Beten? Fünf Tage Südkorea

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Hilft nur noch Beten? Fünf Tage Südkorea
33/14
15. August
1,85 Euro
Hilft nur
noch Beten?
Kommentar
S. 2
Fünf Tage
Südkorea
Papst Franziskus lädt
zur Versöhnung ein
S. 4
Hüftschwung
und Halleluja
Pfarrer Fink und seine
Elvis-Leidenschaft
S. 10
www.kirchenzeitung-koeln.de
INHALT / MEINUNG
IN DIESER WOCHE
vom 15. 8. bis 21. 8. 2014
Einführung mit
möglichst vielen geplant
Am 20. September wird Kardinal
Rainer Maria Woelki als Erzbischof von
Köln eingeführt. Die Vorbereitungen
laufen auf Hochtouren
Seite 7
Solidarität mit Israelis und Palästinensern..... Seite 8
Porzellan zerschlagen...................................... Seite 16
Impressum ....................................................... Seite 17
Papst amputierte sich selbst .......................... Seite 24
Regionale Berichte .......................................... Seite 33
Schützen-Dilemma ......................................... Seite 48
Brauchen wir das wirklich?
Neue Regeln für den Friedensgruß hat Rom in
diesen Tagen festgelegt: Der Priester soll künftig nicht mehr automatisch zu der Geste auffordern. Gläubige sollen nur noch den unmittelbaren Sitznachbarn die Hand geben. Der Priester
soll nicht mehr den Altar verlassen, um Gottesdienstbesucher zu grüßen. Da stellt sich die Frage: Brauchen wir das wirklich? Regeln gerade
für den Friedensgruß? Zugegeben: Zuweilen
läuft der Austausch der Geste etwas chaotisch
ab. Da zwängen sich manche Gläubige durch
die Sitzreihen, um möglichst jedem die Hand zu
geben. Da entsteht durchaus eine gewisse Unruhe während der Messe – und das gerade unmittelbar vor dem Empfang der Kommunion. Aber
haben wir keine größeren „Baustellen“, die die
Ordnung im Gottesdienst betreffen?
Zwei Dinge kommen mir direkt in den Sinn:
Zunächst ist da in vielen Kirchen der unkoordinierte Gang zur (meistens) nicht mehr vorhandenenen Kommunionbank. Da rennen manche
Gottesdienstbesucher förmlich Richtung Altarinsel, um als erste kommunizieren zu können.
Rund um den Altarbereich entsteht in der Folge ein heilloses Durcheinander: Die Gläubigen
stehen neben- und hintereinander, quetschen
sich aneinander vorbei. Der Priester weiß nicht,
ob er nun die Reihe weiter abschreiten oder auf
die Nachrücker von hinten warten soll. Schwieriger wird es noch, wenn Kommunionhelfer mit
im Spiel sind. An mehreren Standorten besteht
dann die Möglichkeit zu kommunizieren. Doch
kaum einer weiß genau, wohin er gehen soll. Es
wird also kreuz und quer gelaufen. Diejenigen,
die kommuniziert haben, kommen nur schwer
zurück zu ihrem Sitzplatz. Wäre es nicht angebracht, wenn sich Seelsorgeteams und Pfarrgemeinderäte um einen würdigeren Kommunionempfang in ihren Kirchen bemühten?
Und ein Zweites: Warum kommt es immer
wieder vor, dass die ersten fünf Sitzreihen im
Gottesdienst wenig bis gar nicht besetzt sind?
Zahlreiche Gläubige scheinen einfach nicht den
Schritt „nach vorne“ zu wagen. Sicher: Es mag
sein, dass viele – vielleicht schon seit der Kindheit – ihren „Stammplatz“ in der Kirche haben.
Aber entsteht so eine wirklich feierliche Atmosphäre, eine Atmosphäre von Gemeinschaft?
Wenn die ersten Bänke leer bleiben? Wenn –
bei geringem Gottesdienstbesuch – jeweils zwei
Gläubige sich eine der hinteren Bänke teilen
und dabei noch gebührend Abstand zueinander
halten? Feste Regeln zum Sitzplatz kann es sicherlich nicht geben. Aber jeder Einzelne kann
darüber nachdenken: Eine Konzentration der
Gottesdienstbesucher auf die ersten Bänke trägt
garantiert zu einer schöneren Atmosphäre bei –
für die Gläubigen wie auch für den Priester.
Mehr Ordnung in unseren Gottesdiensten
können wir also durchaus gebrauchen. Regeln
für den Friedensgruß sollten dabei allerdings
TOBIAS GLENZ
nicht an erster Stelle stehen.
Beten hat noch nie geschadet
Was macht einen
Raum zur Kirche?
Gott wohnt auch in der
Holzschuppenkirche in einer
brasilianischen Favela
Seite 15
Titelbild: Nächste Woche ist für viele
Mädchen und Jungen der erste Schultag.
Erkennbar sind sie an ihrer Schultüte.
Acht Jahre liegt dieser Tag für Julia
Priedigkeit zurück. Die Schülerin hält
heute ihr erstes Buch in Händen. Mehr
dazu auf der Seite 51. (Foto: KNA)
2 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Während der Produktion dieser Ausgabe Ihrer Kirchenzeitung geht ein barbarisches Bild
um die Welt. Es zeigt den siebenjährigen Sohn
eines IS-Terroristen, der den abgeschlagenen
Kopf eines syrischen Soldaten lächelnd in die
Kamera hält. Am Abend zuvor konnte man in
den Nachrichtensendungen des Fernsehens
„miterleben“, wie um ihr Leben fliehende Jesiden von amerikanischen und britischen Flugzeugen notdürftig mit Nahrung und Wasser
versorgt wurden. Die berüchtigten Tropfen auf
den heißen Stein. Die blutüberströmten Kinder
im Gaza-Streifen geraten bei dieser Nachrichtenlage etwas in den Hintergrund, wurde doch
auch gerade wieder eine Feuerpause vereinbart.
Und der mörderische Bürgerkrieg in der Ukraine wird zur Nebensache. Putin wird es freuen.
All dies scheinen wir nur zur Kenntnis nehmen zu können. Denn erstaunlich still sind all
diejenigen geworden, die ansonsten zu jeder
weltpolitischen Entwicklung ihren Senf geben
müssen. Aber vielleicht spüren ja gerade Politiker in diesen Wochen ihre Ohnmacht, wenn
es darum geht, sogenannte Gotteskrieger auf-
zuhalten. Politik folgt Regeln, die Terroristen
folgen diesen Regeln nicht.
Hilft jetzt nur noch Beten? Ja und Nein. Wer
das Gespräch mit Gott sucht, wird vielleicht
nicht umgehend auf die dringend gesuchte Lösung für das Heilige Land gestoßen, wird keinen Hinweis bekommen, wie die Terroristen im
Irak aufzuhalten und die Kämpfe in der Ukraine zu beenden sind.
Allerdings wird er auch nicht angesichts der
Greuelbilder verzweifeln. Aber, das ist notwendig, er wird sich fragen: Wie kann ich den terrorisierten Menschen helfen? Hilfe ist notwendig,
politische wie humanitäre. Es ist also an der
Zeit, den örtlichen Bundestagsabgeordneten zu
fragen, was denn die Große Koalition tut. Parlamentsferien gibt es, Politikferien nicht. Es darf
auch die Politik eines befreundeten Staates kritisch hinterfragt werden, wenn sie kritikwürdig
ist. Und man sollte nach den Spendenkonten
der Malteser und der Caritas fragen, die gerade
im Heiligen Land stark engagiert sind. Ihre Hilfe dort gilt es zu unterstützen. Ja und Beten, das
HELMUT PATHE
hat noch nie geschadet.
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
KIRCHE UND WELT
Ökumenisches
Friedensgebet
im Kölner Dom
KÖLN. Für die verfolgten Christen
in allen Kriegsgebieten der Erde findet am Samstag, 16. August, um 12
Uhr ein ökumenisches Friedensgebet
im Kölner Dom statt. Zuvor wird ein
Schweigemarsch durch die Kölner
Innenstadt hin zum Dom veranstaltet.
Startpunkt und Route des Marsches
sind noch nicht bekannt. Nähere Informationen soll es bald im Internet
geben.
➔ www.erzbistum-koeln.de
Auch in Deutschland
misshandeln muslimische
Extremisten Christen
BERLIN. Krankenhausreif haben Tschetschenen in einem Berliner Flüchtlingslager
christliche Syrer geprügelt. Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer spricht sich
deshalb dafür aus, Christen nicht zusammen
mit anderen Flüchtlingen unterzubringen. Immer wieder fänden sich Täter und Opfer von
Übergriffen radikaler Muslime auf Christen
im Ausland in einem deutschen Auffanglager
wieder. Eine getrennte Unterbringung sei nur
die zweitbeste Lösung. „Wir müssen Verfahren entwickeln, dass Täter das Asylrecht nicht
benutzen, um die Verfolgung von Christen
hier fortzusetzen“, so Singhammer.
IDEA
Nüchtern bleiben
Neue Regeln für den Friedensgruß
VATIKANSTADT. Der Austausch des Friedensgrußes soll innerhalb der Messe künftig in
nüchternerer Form erfolgen. Jedoch soll er an
seinem bisherigen Platz in der Liturgie bleiben.
Das geht aus einem Rundschreiben der vatikanischen Gottesdienstkongregation hervor, das
nun allen Bischofskonferenzen zuging. Damit
sind Überlegungen hinfällig, die Geste auf einen früheren Zeitpunkt in der Messe vorzuziehen, etwa vor den Gabengang. Die Weltbischofssynode vom Oktober 2005 und Benedikt XVI. persönlich hatten eine Überprüfung
des Friedensgrußes angeregt, da er an seinem
bisherigen Platz unmittelbar vor der Kommunionausteilung Verwirrung stiften könne.
Nur noch den Nächsten grüßen
Laut Rundschreiben soll der Friedensgruß
nun an seinem bisherigen Platz bleiben, um
nicht durch eine Verlegung zusätzlich Unruhe
zu schaffen. Allerdings sei es nicht nötig, dass
der Priester bei jeder Messe automatisch zum
Friedensgruß auffordere. Auch solle der Geistliche nicht seinen Platz am Altar verlassen, um
mit Gläubigen den Gruß persönlich auszutauschen. Weiter sollten zusätzliche Friedensgesänge vermieden werden. Auch die Gläubigen
sollten zum Austausch des Grußes an ihren
Plätzen bleiben und ihn auf ihre unmittelbaren Nachbarn beschränken. Insbesondere solle man die Geste nicht – etwa bei Hochzeiten
oder Totenmessen – zu Glückwünschen oder
Beileidsbekundungen ausweiten.
Die Weltbischofssynode 2005 über die Bedeutung der Eucharistie hatte sich unter ande-
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
Den Friedensgruß über seine direkten Sitznachbarn hinweg
soll es bald nicht mehr geben.
(Foto: KNA)
rem mit dem Friedensgruß befasst. Im Schlussdokument „Sacramentum caritatis“ schrieb
Benedikt XVI., es sei zweckmäßig, „diese
Geste, die übertriebene Formen annehmen und
ausgerechnet unmittelbar vor der Kommunion
Verwirrung stiften kann, in Grenzen zu halten“. Der „große Wert der Geste“ werde mitnichten geschmälert durch die Nüchternheit,
die notwendig sei, um ein der Feier angemessenes Klima zu wahren.
KNA/TMG
AUS DER REDAKTION
Mit dem Ende der Schulferien geht auch
die Zeit zu Ende, in der nachrichtentechnisch oft vom Sommerloch gesprochen
wird. Das fand, wie schon in der letzten Ausgabe angemerkt, in diesem Jahr
nicht statt. Die Krisenherde Ukraine und
Naher Osten kommen nicht zur Ruhe.
Verfeindete Parteien
finden nicht den Mut,
aufeinander zuzugehen und Lösungen zu
diskutieren, bei denen jeder nachgeben
müsste und nicht auf
seinen Maximalforderungen beharren
könnte. Doch angeblicher Macht- und
Gesichtsverlust stehen dem Frieden entgegen.
In dieser unschönen Weltlage gelingt
es auch der Kirche, in der Öffentlichkeit
Gehör zu finden. Doch die Themen sind
alles andere als schön. Der Fall des muslimischen Schützenkönigs wird zu einem
Aufregerthema vom Alpenrand bis zur
Nordseeküste. Für Schützen werden
ihre Satzung und ihr Wahlspruch „Für
Glaube, Sitte und Heimat“ zum Stolperstein. Viele – nicht alle – Bruderschaften
haben das Katholische aus dem Blick
verloren. Andere meinen, katholisch zu
leben sei gleichbedeutend mit heilig zu
leben. Aber selbst in der Bibel ist die
Liste der Unvollkommenen und Sünder
lang. Jetzt hat es die Schützen erwischt,
aber die Frage „Was ist katholisch?“
muss in allen katholischen Einrichtungen und Pfarrgemeinden neu diskutiert
werden bis hin zum Friedensgruß.
Nicht zur Ruhe kommt das Thema
„Kirchenaustritte“. Dieses Mal ist es die
Kirchensteuer auf die Kapitalertragssteuer. Eigentlich ändert sich nichts,
denn Kapitalerträge waren immer schon
kirchensteuerpflichtig und mussten in
der Steuererklärung angegeben werden. Jetzt zieht das Finanzamt die Steuer nur direkt an der Quelle, den Banken,
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IM BLICKPUNKT
Fünf Tage
Südkorea
Papst Franziskus lädt
zur Versöhnung ein
Die Seligsprechung von 124 koreanischen
Märtyrern und die Teilnahme am VI. Asiatischen Jugendtag stehen im Mittelpunkt der
fünftägigen Papstreise nach Südkorea, die am
kommenden Montag vor seinem Rückflug mit
einer Versöhnungsmesse in der MyeongdongKathedrale von Seoul endet.
Auch wenn die Katholiken in Asien bis auf
die Ausnahmen Philippinen und Ost-Timor
überall eine Minderheit sind, so ist ihr Wachstum erstaunlich hoch. Beispielsweise Korea:
Dort lebten nach dem Krieg etwa 190 000
Katholiken, heute sind es über 5,4 Millionen.
Aufgebaut ist die koreanische Kirche auf dem
Blut und Zeugnis von etwa 10 000 Märtyrern.
In kaum einem anderen asiatischen Land spielen Christenverfolgung und Wachstum eine so
große Rolle. Deshalb überrascht es nicht, dass
dieser Kontinent ein besonderes Augenmerk
durch Papst Franziskus erfährt.
Der erste Tag seiner Pastoralreise ist geprägt von offiziellen Treffen und einer Ansprache vor Politikern. An diesem Freitag, dem
Fest Mariä Himmelfahrt, wird der Papst in
Daejeon mit Jugendlichen eine Messe feiern
und mit ihnen zu Mittag essen. Nachmittags
sind Gespräche mit Teilnehmern des Jugendtreffens vorgesehen.
Land der Verfolgung und des Wachstums
In der Myeongdong-Kathedrale von Seoul möchte Papst
Franziskus am Montag kurz vor seinem Rückflug eine
Versöhnungsmesse feiern. (Foto: Pigprox / Shutterstock.com)
4 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Am Samstag feiert Franziskus an der historischen Pforte von Gwanghwamun in Seoul
eine Messe zur Seligsprechung von 124 Märtyrern, die im 18. und 19. Jahrhundert ihrem
Gott nicht widersagten. Das kostete den Gläubigen in der Regel den Kopf. Am Nachmittag trifft sich der Papst mit Behinderten, anschließend mit Ordensleuten und Laienvertretern. Am Sonntagvormittag ist ein Treffen mit
den Bischöfen Asiens im Heiligtum von Haemi vorgesehen. Am Nachmittag beschließt
Franziskus mit einer Messe den Asiatischen
Jugendtag.
Am Montag, dem letzten Besuchstag, trifft
der Papst mit Führern anderer Religionen zusammen. Bevor er nach Rom zurückfliegt, feiert er eine Versöhnungsmesse in der Kathedrale von Seoul. Nordkorea hat eine Einladung
abgelehnt, weil die katholische Kirche gemeinsame Militärübungen Südkoreas und der
USA nicht verhindert habe. SIEGBERT KLEIN
Die historische Pforte von Gwanghwamun in Seoul. In ihrer Nähe feiert der Pa
O
b die nordkoreanischen Arbeiter in der
Sonderwirtschaftszone Kaesong wissen, dass sie etwa 50 000 T-Shirts für
den Papstbesuch produziert haben, ist
nicht bekannt. Südkoreanische Unternehmen
beschäftigen an der Grenze zum kommunistischen Nordkorea etwa 50 000 Arbeiter aus
dem Norden der Halbinsel. Nördlich der innerkoreanischen Grenze wird der Papstbesuch
im Süden möglichst verschwiegen. Die staatsnahe „Vereinigung nordkoreanischer Katholiken“ hatte auch eine Einladung des Erzbistums Seoul an die Katholiken in Nordkorea, am Papstbesuch teilzuhaben, abgelehnt.
„Nördlich der Demarkationslinie reicht schon
der Besitz einer Bibel zu Arbeitslager oder
gar Exekution“, sagt Johannes Klausa, der das
südkoreanische Büro von „Kirche in Not“ leitet.
Mitgliederwachstum
Wie ist die Situation der Katholiken in Asien? In der kirchlichen Statistik stehen die Katholiken Asiens weit unten. Gerade 3,2 Prozent der vier Milliarden Bewohner des Kontinents sind katholisch, in Afrika sind es immerhin 18,6 Prozent, in Europa 40 und in Amerika
sogar 63 Prozent. Freilich ist die Kirche in der
Welt zuletzt fast nirgendwo so stark gewachsen
wie in Asien. Heute lebt dort jeder zehnte Katholik, insgesamt sind es 134 Millionen. Und
neben manchen Behinderungen und Verfolgungen präsentieren sich viele Ortskirchen in
dem Riesenkontinent mit seinen unterschiedli-
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
IM BLICKPUNKT
feiert der Papst am Samstag die Messe zur Seligsprechung von 124 koreanischen Märtyrern.
(Foto: Pioneron / Shutterstock.com)
Vital und dynamisch
Die Katholiken Asiens sind eine aufstrebende Minderheit
chen Kulturen und Gesellschaftsmodellen als
vital und dynamisch.
Das erklärt auch, warum Papst Franziskus
Asien zu einem geografischen Schwerpunkt
seines Pontifikats erklärt hat und jetzt fünf Tage
Südkorea besucht. Und auch der übernächste
Besuch gilt Mitte Januar Asien - mit Stationen
in Sri Lanka und Philippinen.
Bereits im ersten Jahrtausend war das Christentum von seinen Stammregionen des Nahen
Ostens aus auch in Zentral- und Ostasien präsent. Die Thomaschristen in Indien berufen
sich auf Gründungen durch den Apostel Jesu.
Im Mongolenreich zählte man im frühen 14.
Jahrhundert 30 000 Katholiken, die jedoch
bald spurlos verschwanden. Das lateinische
Christentum kam im Wesentlichen im frühen
16. Jahrhundert durch die großen Orden nach
Asien, durch Franziskaner, Dominikaner und
vor allem Jesuiten, durch Missionare wie Matteo Ricci oder Franz Xaver.
Die christlichen Missionare folgten dabei
auch den Kolonialherren. Diese Hypothek belastete für lange Zeit die Situation der Christen, ließ sie als Fremde, als Anhänger einer
exotischen Sekte aus Europa erscheinen. Zudem war die Inkulturation des Christentums in
die gewachsenen Hochkulturen und religiösen
Traditionen in Asien meist weniger erfolgreich
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
als in anderen Weltteilen. In China oder Korea
führte das von Rom verfügte strikte Nein zu
den staatsnahen Riten etwa der Verehrung der
Ahnen oder des Konfuzius im 18. und 19. Jahrhundert zu schweren Christenverfolgungen. In
den vergangenen 50 Jahren haben die Katholiken Asiens aber den Schritt von eurozentrierten Missionskirchen zu eigenständigen Ortskirchen mit meist eigener Hierarchie geschafft.
Herausforderungen
Abgesehen von den mehrheitlich katholischen Staaten Philippinen und Ost-Timor bilden die Katholiken in Asien überall eine Minderheit. Aber so unterschiedlich ihre Lage zwischen dem Kaukasus und Korea, zwischen
Japan und Indonesien, zwischen Peking und Islamabad ist, so gibt es auch ähnliche Herausforderungen. Erstarkende fundamentalistische
Strömungen im Islam machen den Christen in
Pakistan, Indonesien, Malaysia oder Bangladesch das Leben schwer. In Indien gewinnen
radikale Hindus an Einfluss und auf Sri Lanka
fundamentalistische Buddhisten.
Eine besondere „Erfolgsgeschichte“ erlebte die katholische Kirche in Südkorea. Hier er-
folgte die Christianisierung im späten 18. Jahrhundert zunächst nicht durch ausländische
Priester sondern durch einheimische Gelehrte,
die den neuen Glauben von Chinareisen mitbrachten. Von 190 000 Katholiken nach dem
Koreakrieg 1953 stieg ihre Zahl bis heute auf
5,4 Millionen. Während der Militärherrschaft
in den 70er- und 80er-Jahren gehörten die
Kirche und ihr Kardinal Stephen Kim zu den
schärfsten Kritikern der politischen Missstände
im Land, was ihr Ansehen stärkte. In Nordkorea gab es nach dem Koreakrieg infolge staatlicher Unterdrückung keine intakten kirchlichen
Strukturen. Der Vatikan nennt für den Norden
der geteilten Halbinsel keine Katholikenzahlen,
ausländische Beobachter sprechen von 4000.
Weniger geradlinig verlief die Entwicklung in Japan. Nach einem beachtlichen Aufschwung nach Kriegsende stagnieren die Mitgliederzahlen bei rund 550 000, gerade 0,4
Prozent der Gesamtbevölkerung. Unübersichtlich die kirchliche Lage in der Volksrepublik
China, wo man von rund zwölf Millionen Katholiken spricht. Während der Kulturrevolution zwischen 1966 und 1976 wurde die katholische Kirche besonders hart verfolgt. Seit den
1990er-Jahren verwischen die Grenzen zwischen romtreuer und patriotischer Kirche und
werden wechselseitig durchlässiger. KNA/KL
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KIRCHE UND WELT
Priester in China nach acht Jahren freigelassen. In China ist ein führender Vertreter der katholischen Untergrundkirche
nach acht Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen worden. Wie der römische
Pressedienst „Asianews“ berichtet, war
der Bischofsvikar der Diözese Baoding,
Joseph Lu Genjun, 2006 ohne Prozess
festgenommen worden, nachdem er sich
geweigert hatte, der staatlich kontrollierten und vom Vatikan nicht anerkannten
„Katholisch-Patriotischen Vereinigung“
beizutreten. Der 52 Jahre alte Lu Genjun sei seit Samstag auf freiem Fuß und
wohne im Haus des Bischofs von Baoding, Francis An Shuxin, einem Mitglied
der regimenahen offiziellen Kirche.
Vatikan-Fußballer unterliegen Gladbach-Altstars mit 1:8. Bei ihrem ersten
Auswärtsspiel verlor die Auswahlmannschaft des Vatikan gegen die Altstars
von Borussia Mönchengladbach am
Sonntag mit 8:1. Borussia-Vizepräsident Rainer Bonhof hatte seit einer Audienz 2011 beim damaligen Papst Benedikt XVI. laut Verein engen Kontakt mit
dem Vatikan gehalten und die Zusage
für dieses einmalige Gastspiel erhalten.
Im Team der Gäste standen Mitglieder
der Schweizer Garde sowie Mitarbeiter
aus dem Staatssekretariat, der Präfektur des Päpstlichen Hauses, der Verwaltung der Vatikanischen Gärten, Museen,
der Vatikanpost und der Gendarmerie.
Viele Deutsche leiden unter Spätfolgen des Zweiten Weltkriegs. Rund ein
Drittel der Deutschen leidet bis heute
unter belastenden Phänomenen, die
sich als Spätfolgen des Zweiten Weltkriegs erklären lassen. Das sagte die
Buchautorin Sabine Bode am Dienstag
der Katholischen Nachrichten-Agentur
(KNA) in Köln. Die Journalistin hat sich
in mehreren Büchern intensiv mit dem
Thema „Kriegskinder“ und „Kriegsenkel“ befasst. Es habe in Deutschland nur eine akademische Aufarbeitung der Kriegsjahre gegeben, keine
emotionale. Erst im Alter würden vielen Kriegskindern nun ihre Traumata
bewusst.
Kölner Dom gewinnt im Lotto. Erstmals
in seiner jahrhundertelangen Geschichte
hat der Kölner Dom im Lotto gewonnen.
Ein Tourist aus Berlin hatte bei seinem
Aufenthalt am Rhein nicht nur den Dom
besucht, sondern auch Lotto gespielt –
und gewonnen. Da er den Lottoschein in
Berlin nicht einlösen konnte, schickte er
ihn kurzerhand nach Köln zugunsten des
Doms. Der Gewinn liegt bei 166,10 Euro.
6 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Messdienerwallfahrt: Jugend bewegt Papst
ROM. Eine positive Bilanz der deutschsprachigen Ministrantenwallfahrt nach Rom hat Jugendbischof Karl-Heinz Wiesemann
gezogen. „Es waren bewegende Tage in Rom, erfüllt mit vielen Erlebnissen, die nachhaltig wirken werden“, sagte er bei einer
Abschlusspressekonferenz. Als Höhepunkt bezeichnete er die Begegnung der 50 000 Teilnehmer mit Papst Franziskus, der
bei diesem Anlass erstmals eine Ansprache auf Deutsch gehalten hatte. Franziskus selbst sei bewegt gewesen, als er bei
seiner Ankunft auf dem Petersplatz so viele Ministranten gesehen habe, berichtete Wiesemann.
(Foto: KNA)
„Es ist ein Drama“
300 000 irakische Christen auf der Flucht
KÖLN. Die katholische Kirche in Deutschland warnt vor einem neuen Flüchtlingsdrama im Mittleren Osten. Derzeit seien rund
300 000 irakische Christen auf der Flucht vor
der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS),
sagte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Sonntag dem
Sender WDR2. Sie stammten vor allem aus
dem Nordirak, wo die Christen eine Zeit lang
von den Kurden geschützt wurden, die aber
inzwischen selbst nicht mehr Herr der Lage
seien. „Es ist ein Drama“, sagte Kopp. Die
Zahl der Christen, die im Irak eine jahrtausendealte Tradition haben, habe sich zwischen 2000 und 2010 von 6,6 auf 3,3 Prozent
der Bevölkerung halbiert.
Die Menschen suchten Schutz in Flüchtlingslagern an der irakisch-jordanischen
Grenze, so Kopp. Weiter gebe es Fluchtbewegungen in Richtung Türkei, „solange die
Türkei die Grenzen offen lässt“. Der einstmals wichtige Flüchtlingskorridor nach Syrien existiere nicht mehr, weil dort auch die
IS patrouilliere. Demzufolge habe Jordanien „eine unglaubliche Masse von Menschen aufzunehmen“. Neben rund 1,2 Millionen Flüchtlingen aus Syrien kämen jetzt
etwa eine halbe Million Flüchtlinge – meistens Christen – aus dem Irak nach Jordani-
en. In den Lagern herrsche ein „unglaubliches Elend“ durch eine große Bereitschaft zu
Gewalt, durch Prostitution und eine Drogenmafia. „Ein Lager heißt nie Sicherheit, es ist
eine temporäre Heimstatt, wo keiner genau
weiß, wie es weitergeht“, so der Sprecher der
Bischofskonferenz.
Gewalt gegen Gewaltexzesse
Zu den US-Luftangriffen im Irak sagte
Kopp, „gerade in einer solchen dramatischen
Situation wie mit der IS, wo solche Gewaltexzesse existieren“, sei „Gewalt wahrscheinlich
nur als das letzte Mittel zu rechtfertigen“.
Die katholische und die evangelische Kirche
in Deutschland versuchten, durch ihre Hilfswerke wie die Diakonie-Katastrophenhilfe
und Caritas International den Menschen im
Irak zu helfen. Aber auch deren Partner vor
Ort seien in den letzten Tagen massiv von der
IS bedroht und teilweise überfallen worden.
„Aber wir versuchen als Kirchen in Deutschland, unsere Hilfe über die Katastrophenhilfe
zu steuern. Das sind die letzten Partner, die
vor Ort geblieben sind“, sagte der Sprecher
der Deutschen Bischofskonferenz.
KNA
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
ERZBISTUM aktuell
Einführung mit möglichst vielen geplant
Begegnung mit Erzbischof Woelki auf dem Roncalliplatz
KÖLN. Am 20. September wird Kardinal
Rainer Maria Woelki als Erzbischof von
Köln eingeführt. Zum Pontifikalamt um
10.30 Uhr im Hohen Dom und zur anschließenden Begegnung auf dem benachbarten
Roncalliplatz sind alle herzlich eingeladen.
Der Dom wird um 9 Uhr geöffnet und ist frei
zugänglich, bietet aber nur eine begrenzte
Anzahl von Plätzen. Der Gottesdienst wird
live auf domradio.de und im WDR-Fernsehen übertragen. Für die, die im Dom keinen
Platz mehr finden, ist eine Übertragung auf
eine Großleinwand auf dem Roncalliplatz
vorgesehen.
Anstelle von persönlichen Geschenken
zu seiner Einführung bittet Kardinal Woel-
ki um Spenden für das Caritas-Projekt „Mamica“ in den Städten Wuppertal und Solingen. Das Projekt fördert die gesellschaftliche und soziale Integration von schwangeren Roma-Frauen und Roma-Müttern mit
kleinen Kindern.
Kunstwerk als Einladungsmotiv
Ein besonderer Schwerpunkt ist die Förderung der Erziehungskompetenz und die
Entwicklung persönlicher Lebensperspektiven dieser Frauen mit ihren Familien. Dazu
gibt es ein Spendenkonto bei der Pax-Bank
Köln. Das Einladungsplakat, das an alle Gemeinden des Erzbistums Köln versandt
wird, zeigt als Titelmotiv nicht den neuen Erzbischof, sondern
das Kunstwerk „Portable Ocean“ (Tragbarer
Ozean, 1969) von Paul
Thek: einen kleinen,
blau-lackierten Holzwagen mit Bauklötzen, angehängt an einen Schweifstern, wie
ihm auch die Heiligen
Drei Könige einst gefolgt sind.
Der Wagen als Symbol für Mobilität und
Aufbruch und die Bauklötze als Möglichkeit,
etwas (neu) zu errichten, zu entwickeln, zu
gestalten; der Stern
wiederum als urchristliches Zeichen der verlässlichen
Orientierung, als Wegweiser.
Im Hinblick auf die
Einführung des neuen
Erzbischofs von Köln
soll dieses Motiv ein
Zeichen sein für neue
Chancen, Entdeckungen und Erfahrungen
und die Möglichkeiten, die Welt zu gestalten. Das Kunstwerk
von Paul Thek gehört
zur Sammlung von Kolumba, dem KunstmuZu den ersten Verpflichtungen des ernannten Kölner Erzbischofs Kardinal Rainer Maria seum des Erzbistums
Woelki gehörte ein Fototermin mit dem Düsseldorfer Fotografen Jochen Rolfes. Er Köln.
machte im Maternushaus die „offiziellen Fotos“ des neuen Erzbischofs. (Foto: Rolfes)
PEK
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
Erinnerung an WJT:
Messe auf dem Marienfeld
KERPEN. Zur Erinnerung an den feierlichen Abschluss des Weltjugendtages
2005 gibt es am Freitag, 22. August, um 19
Uhr einen Gottesdienst auf dem Marienfeld mit dem emeritierten Erzbischof Kardinal Joachim Meisner. Musikalisch gestaltet wird die Messe durch die Bedburger Familienchöre und die Oberaußemer
„Vincent‘s friends“. Priester und Diakone, die konzelebrieren oder assistieren
wollen, können sich im Kreisdekanat Euskirchen unter Telefon (0 22 71) 98 01 10
anmelden. Das Jugendpastorale Zentrum Crux lädt junge Menschen ein, gemeinsam aus Köln zum Papsthügel zu
fahren – entweder mit dem Fahrrad (Abfahrt am Crux ist um 17 Uhr, Rückfahrt
mit der Bahn) oder mit dem Auto (Abfahrt am Crux um 17.45 Uhr). Anmeldung
werden entgegengenommen per E-Mail
an [email protected] KB
Country-Musik in
Maria in der Aue
WERMELSKIRCHEN. Ein Freiluft-Konzert
der Country-Band „Mavericks“ findet am
Samstag, 16. August, um 19 Uhr im Innenhof des Erzbischöflichen Tagungshauses
Maria in der Aue statt. Eintrittskarten zum
Preis von fünf Euro gibt es an den Vorverkaufsstellen von Kölnticket und an der
Rezeption des Tagungshauses.
KB
Männer wallfahren zur
Bruder-Klaus-Kapelle
EUSKIRCHEN. Die Bruder-Klaus-Kapelle in Wachendorf ist Ziel der Wallfahrt,
zu der die Gemeinschaft Katholischer
Männer im Erzbistum Köln für Mittwoch,
10. September, einlädt. Um 10 Uhr wird
in der Kapelle der Bildungsstätte Maria
Rast in Euskirchen-Kreuzweingarten mit
Dechant Michael Cziba die Messe gefeiert. Anschließend geht es nach Wachendorf, wo es im Pfarrheim einen kleinen Imbiss gibt, und weiter zur Kapelle (insgesamt zirka 4,6 Kilometer). Nach
dem Rückweg gibt es für die Pilger gegen 16 Uhr Kaffee und Kuchen in Haus
Maria Rast und um 17 Uhr ein Schlussgebet. Anmeldungen nimmt Karl-Peter
Lichtenthäler entgegen per E-Mail an
[email protected] oder unter Telefon (0 22 51)
5 33 30.
KB
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ERZBISTUM aktuell
Solidarität mit Israelis und Palästinensern
Musikalisch-lyrischer Abend in St. Antonius
WUPPERTAL. „Zurzeit erschrecken uns
die Kriegsbilder aus dem Heiligen Land,
die wir täglich über die Medien mitverfolgen können. Das Leid so vieler Menschen
macht uns tief betroffen“, so Pfarrvikar
Malwin März und Kantor Stefan Starnberger von St. Antonius in Barmen. Deshalb
organisierten beide einen musikalisch-lyrischen Abend, der auch ein Zeichen der Solidarität mit der Jüdischen Kultusgemeinde
Gut 50 Katholiken nahmen an dem Abend der Solidarität mit allen Menschen im Heiligen Land teil. Rechts Rabbiner Dr. David
Vinitz im Gespräch mit Pfarrvikar Malwin März.
(Foto: PA)
sein sollte. Auf deren Synagoge war einige
Tage zuvor ein Brandanschlag verübt worden.
Vor etwa 50 Besuchern in der St.-Antonius-Kirche wurden drei Gedichte jüdischer Autoren, darunter eines der Wuppertaler Dichterin Else Lasker-Schüler, vorgetragen, aber auch ein Gedicht eines Palästinensers. Dazu verlas die Vorsitzende
des Pfarrgemeinderates Annegret Hirt einen Text aus dem Buch Jesaja. Musikalisch
begleitete Kantor Stefan Starnberger den
Abend mit Orgelmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Anschließend entzündeten die Teilnehmer des Abends Kerzen, die in einer kleinen
Prozession zur wenige 100 Meter entfernten
Synagoge getragen und dort auf den Stufen
zum Eingang abgestellt wurden. Hier betonte Pfarrvikar Malwin März noch einmal
deutlich, dass der Abend als Solidaritätszeichen mit allen Menschen im Heiligen Land
gedacht sei und: „Unsere Hoffnung wird
größer, wenn wir sie teilen.“ Der anwesende Rabbiner Dr. David Vinitz bedankte sich
für das Zeichen der Solidarität der Katholiken. Zum Abschluss wurde das Lied „Wir
wollen Frieden“ angestimmt.
PA
„Reingekniet bis zum Letzten“
Irmgard Siefen und Josef Scherer erinnern an die Arbeit von Klaus Martin Reichenbach
SCHILDGEN. Auf den ersten Blick haben
Irmgard Siefen, Hobby-Historikerin aus Leverkusen-Schildgen, und Diözesanrichter
Monsignore Josef Scherer, Pfarrer im Ruhestand, nicht viel gemeinsam. Doch die beiden eint die Erinnerung an den 2006 verstorbenen Pfarrer Klaus Martin Reichenbach und der Wunsch, dass dessen Arbeit
an einem Heiligenlexikon posthum gewürdigt wird. „Ja, so sehe ich ihn noch vor mir“,
sagt Scherer, als er ein Foto von Reichenbach
sieht mit Baskenmütze auf dem Kopf und einem schelmisch wirkenden Lächeln im Gesicht.
Einen prall gefüllten Aktenordner hat
Irmgard Siefen hervorgeholt mit Fotos und
Zeitungsausschnitten, Briefen und anderen
Dokumenten. Hans Martin Reichenbach und
seine Brüder kennt sie aus „alten Schildgener
Zeiten“. Bis 1937 hat die Familie Reichenbach nämlich in dem Leverkusener Stadtteil gewohnt, ehe die Brüder, weil sie Halbjuden waren, nach Holland gebracht wurden.
„Er war ein lustiger Mensch, der eine Bemerkung immer zu kontern wusste“, sagt Sie-
8 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Irmgard Siefen und Monsignore Josef Scherer sehen sich
gemeinsam Bilder von Klaus Martin Reichenbach an.
(Foto: Becker)
fen über Reichenbach. Sich ärgern heiße, die
Fehler anderer an sich zu bestrafen, habe er
zum Beispiel gerne gesagt, erinnert sich sein
Mitbruder Scherer. In dessen Gemeinde in
Bad Münstereifel hat Reichenbach 16 Jahre
als Ruhestandsgeistlicher gewohnt und gearbeitet. In dieser Zeit entstand zwischen 2002
und 2006 auch das Heiligenlexikon „Florilegium Martyrologii Romani“, in das Reichenbach viel Arbeit investiert hat. „Der hat sich
da wirklich reingekniet bis zum Letzten“, sagt
Monsignore Scherer. Unter anderem habe er
sich bemüht, die Namen der Heiligen und ihrer Orte in deren Muttersprache angeben zu
können.
Als Klaus Martin Reichenbach Anfang
2006 starb, war seine Arbeit beinahe fertig –
lediglich ein Register der verzeichneten Heiligen fehlte noch. Sein Bruder Hans machte es
sich zur Aufgabe, das Erarbeitete der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Und jetzt, wo
auch Hans tot ist, möchte ich mich dafür einsetzen, dass diese wertvolle Arbeit nicht unter
den Tisch gekehrt wird“, sagt Irmgard Siefen.
➔ www.heiligenlexikon.de/MRFlorilegium/
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
ERZBISTUM aktuell
Trifft den Dieb der Fluch?
Marienikone im Rheinviertel gestohlen – Polizei bittet um Hinweise
BONN. Eine wertvolle Marienikone
wurde vergangene Woche aus der Kirche
St. Hildegard in Rüngsdorf gestohlen.
Die aus dem 17. Jahrhundert stammende
byzantinische Ikone befand sich am Eingang des Kirchraums und war mit einem
Schutzgitter gesichert. Sie zeigt das seltene Motiv einer Madonna, die das Christuskind säugt. „Historische Aufzeichnungen sagen, dass sie von dem Mönch, der
sie malte, mit einem Fluchspruch gegen
alle belegt wurde, die sie verspotten oder
sich ihrer bemächtigen“, erklärt Dechant
Dr. Wolfgang Picken. „Wir sind empört
über die Entwendung der Ikone. Aber der
Dieb wird an diesem Frevel keine Freude
haben, wenn ihn der Bann des Mönchs
treffen sollte.“
das Gebet der Mönche in ein solches
Bild gelegt hat“, sagt Dechant Picken
und fordert den Dieb auf, die Ikone zurückzugeben.
In jedem Fall bitten Polizei und Gemeinde um sachdienliche Hinweise zur
Aufklärung des Diebstahls. „Es muss am
Mittwoch am hellen Tag geschehen sein,
vielleicht hat jemand etwas Auffälliges
beobachtet“, hofft der Dechant.
Stillende Gottesmutter
Wer hat Auffälliges beobachtet?
Die Ikone soll im 19. Jahrhundert
schon einmal aus einem Kloster gestohlen worden sein. Der Dieb brachte sie sehr bald zurück, weil ihn schwere Krankheit und Elend getroffen hatten. „Wir tun uns als moderne Menschen
schwer mit solchen Legenden, aber man
sollte die Kraft nicht unterschätzen, die
So sieht die gestohlene Ikone aus, die im Eingang der Kirche St.
Hildegard hing.
(Foto: privat)
Nach einem Gutachten des Bonner
Diplomrestaurators Ivan Bentchev handelt es sich um eine, wahrscheinlich
vom Ursprung her griechische Ikone
(Tempera auf Weichholz), welche die
Madonna Virgo Lactans (stillende Gottesmutter) darstellt. Diese verweist, so
Bentchev, in ihrer Bildhaftigkeit auf den
Typus der Passionsmadonna, der in der
postbyzantinischen Zeit der römischkatholischen Kirche nachzuweisen ist.
Aufschlussreich sei der in der rechten
Oberecke präsente Erzengel Michael;
dieser ist ausgestattet mit den traditionellen Passionsattributen: Kreuz, Lanze
und Schwamm.
KB
Erstmals zwei im dualen Studium
Auszubildende im Generalvikariat werden Kaufleute für Büromanagement
KÖLN. Kennenlernspiel und Fototermin, Kölsche Stadtführung und Eisessen – an ihrem
ersten Tag als Auszubildende im Generalvikariat und in den Rendanturen des Erzbistums Köln
hatten neun junge Männer und Frauen ganz angenehme Dinge im Terminkalender stehen.
Dazu gab es auch Informationen zur Ausbildung, eine Begrüßung durch den stellvertretenden
Diözesanadministrator Prälat Hans-Josef Radermacher sowie ein erstes Kennenlernen der
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
Ausbilder und Ausbildungsabteilungen. In den kommenden drei Jahren werden die sechs
Frauen und drei Männer ihre Ausbildung absolvieren im neuen Berufsbild „Kaufleute für
Büromanagement“, das die bisherige Ausbildung zu „Kaufleuten für Bürokommunikation“
ablöst. Zwei der Auszubildenden absolvieren erstmals zeitgleich ein duales Studium zum
Bachelor of Arts Business Administration an der privaten Hochschule FOM Köln. (Foto: KB)
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 9
BERICHT
Erst im Messgewand Paare trauen, dann im Elvis-Kostüm für sie singen – das macht Pfarrer Norbert Fink nur für Freunde.
(Fotos: Becker)
Hüftschwung und Halleluja
Pfarrer Norbert Fink verbindet dank seiner Elvis-Leidenschaft Welten miteinander
D
er 15. August ist für alle Katholiken ein
Gedenktag – die Kirche feiert das Fest
der Aufnahme Mariens in den Himmel.
Im Kalender von Pfarrer Norbert Fink folgt
am 16. August gleich der nächste, private
Gedenktag: der Todestag von Elvis Presley.
Vor vier Jahren war Fink, der als Kreisjugendseelsorger im Oberbergischen tätig ist,
an diesem Tag das erste Mal in Bad Nauheim beim Europäischen Elvis Festival. „Bis
dahin kannte ich nur Leute, die Elvis‘ Musik mögen, aber keine Fans, die sich auch in
der Biografie auskennen und mit denen man
sich austauschen kann“, sagt der 39-jährige
Geistliche.
In Bad Nauheim, wo Elvis Presley während seines Militärdienstes stationiert war,
sollte sich das ändern. Norbert Fink lernte jede Menge Fans kennen, bekam Kontakt
zur Elvis Presley Gesellschaft und fuhr 2012
mit diesem Verein nach Memphis, Tennes-
see, wo Elvis gelebt hat und gestorben ist. Er
traf Menschen, die den Musiker persönlich
gekannt haben, machte eine Kreuzfahrt mit
dessen ehemaligen Bandmitgliedern und seiner Ex-Frau Priscilla Presley. Eine Ausgabe
deren Buches „Elvis and Me“ mit der Widmung „to Norbert“ gehört zu seinen wertvollsten Sammlerstücken.
„Das fasziniert mich bis heute:
Elvis hat sich nicht prägen lassen,
von dem was ,in‘ war,
er hat selbst geprägt.“
Dass Pfarrer Fink sich nicht nur für Elvis
interessiert, sondern ab und zu auch selbst in
dessen Rolle schlüpft und als Imitator auftritt, rief im vergangenen Jahr das ZDF auf
10 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
den Plan. Ein Beitrag in der Sendung „Hallo
Deutschland“ über den Pfarrer, der mittags
Paare in der Kirche traut und abends im Glitzer-Kostüm für sie rockt, machte den Kreisjugendseelsorger bundesweit bekannt. Eine
ältere Dame schickte ihm daraufhin ein Original-Autogramm von Elvis, das ihr Vater zu
dessen Zeit in Bad Nauheim bekommen hat.
„Da Sie mit Ihren Elvisauftritten anderen
viel Freude bereiten, möchte ich Ihnen dieses Autogramm zukommen lassen“, schrieb
sie. „Ich hoffe, nein, ich weiß, es ist bei Ihnen gut aufgehoben.“ „Dass mir jemand
Wildfremdes ein solches Vertrauen entgegenbringt und etwas so Wertvolles schenkt,
berührt mich sehr“, gesteht Fink. Für ihn ist
die Elvis-Leidenschaft ein Hobby – aber eines, das ihn schon sehr lange begleitet und
ein Stück weit auch geprägt hat.
„Als Kind fand ich Elvis toll, weil er anders war als die anderen“, erzählt Fink. „Er
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
BERICHT
sah anders aus, hat anders gesungen, sich anders bewegt ... das fasziniert mich bis heute: Elvis hat sich nicht prägen lassen, von
dem was ,in‘ war, er hat selbst geprägt. Ganz
egal, was andere sagten – was ihm wichtig
war, das hat er durchgezogen.“ Dieses Rebellische hat Norbert Fink nicht nur bewundert, sondern sich auch ein bisschen zu eigen gemacht. „Als in mir der Wunsch aufkam, Priester zu werden, habe ich viel Gegenwind bekommen“, sagt Fink. „Aber ich
wusste ,Das ist mein Weg‘ und deshalb bin
ich ihn gegangen.“
Da passt es gar nicht schlecht, dass Norbert Finks erster „öffentlicher Auftritt“ als
Elvis nach der Primiz in seiner Heimatgemeinde in Bergneustadt war. „Es gab einen
Empfang, verschiedene Leute hatten etwas
vorbereitet und dann wurde ich aufgefordert,
eine Elvis-Nummer zu singen“, erinnert sich
Fink. Als er gemerkt habe „Hey, die lachen
dich nicht aus, die tanzen, die klatschen mit,
die lassen sich begeistern“, habe er Mut gefasst. „Der zweite Auftritt war im Pfarrkarneval in Leverkusen-Opladen, wo ich meine
erste Kaplansstelle hatte“, erzählt Fink. Damals musste er noch zum Kostümverleih für
einen passenden Glitzer-Anzug, heute hat er
seinen eigenen Jumpsuit. „Man mag das belächeln“, sagt Fink, „aber Authentizität ist
für mich eine Frage des Respekts.“
Mahner, dass die Leute nicht zu weit gehen
und Elvis so glorifizieren, dass sie ihn zu ihrem Gott machen. „Elvis wollte nicht ,The
King‘ genannt werden, der König“, erklärt
der Jugendseelsorger. „Er hat immer wieder
darauf hingewiesen, dass allein Gott ,the
King‘ ist.“
Das Angebot einer Touristik-Firma, er
solle als Schiffs-Seelsorger eine Kreuzfahrt
begleiten und abends als Elvis-Imitator auftreten, hat Norbert Fink abgelehnt. „Ich
habe schon einen Job“, sagt er. „Ich lebe
meine Berufung. Einen Nebenjob brauche
ich nicht.“ Das aufwändig gearbeitete Elvis-Kostüm, das er von einem anderen Fan
zu einem Freundschaftspreis überlassen be-
kommen hat, zieht Fink nur für Freunde an.
Hüftschwung und Halleluja … passt das
zusammen? „Bisher habe ich nur positive
Rückmeldungen bekommen“, sagt Norbert
Fink. „Bestimmt gibt es auch Leute, die das
unangemessen finden, aber die haben sich
noch nicht bei mir gemeldet.“ Eines seiner
schönsten Erlebnisse: eine Frau, die ihn um
eine Wiederaufnahme in die Kirche gebeten
hat, nachdem sie in der Regionalzeitung einen Artikel über ihn und seine Elvis-Leidenschaft gelesen hat. „Die Frau hatte Angst,
sich an einen offiziellen Kirchenvertreter zu
wenden“, sagt Fink. Die Elvis-Sache habe
ihr gezeigt: „Der ist auch nur ein Mensch!“
KATHRIN BECKER
„Wenn man sich intensiv mit
diesem Menschen beschäftigt,
kommt man um das Thema Religion
eigentlich gar nicht herum.“
Als Priester ist der 39-Jährige in der Elvis-Fan-Gemeinde absoluter Exot. „Viele Elvis-Fans haben mit Kirche überhaupt nichts
am Hut“, sagt er. „Die sind froh, wenn sie
mit Fragen zu mir kommen können.“ Oft
geht es dabei zunächst um Elvis‘ Spiritualität. „Wenn man sich intensiv mit diesem
Menschen beschäftigt, kommt man um das
Thema Religion eigentlich gar nicht herum“,
sagt Fink. „Ich will da nicht groß missionieren, aber ich kann schon sagen: Elvis hat vier
Gospelplatten gemacht, hat viele spirituelle
Bücher gelesen und sich mit der Bibel beschäftigt – wenn ihm das wichtig war, dann
guck doch auch mal rein.“ Dass sich ihm
in einem zweiten Schritt manche Fans auch
seelsorglich anvertrauen, freut den Priester.
„Da begegnen sich zwei Welten“, sagt er.
„Durch mich werden diese Menschen oft seit
langem das erste Mal wieder mit Kirche konfrontiert.“ „Du bist in unserer Welt“, habe
ihm ein Fan mal gesagt. „Und genau das fasziniert: Dass jemand in ihrer Welt ist, der aus
einer für sie fremden Welt kommt.“
Manchmal müsse er auch so etwas wie
ein Mahner sein, sagt Norbert Fink. Ein
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
Die „Top 3“ von Norbert Finks
Sammlerstücken: Eine CD mit Unterschriften
von Musikern, die Elvis begleitet haben
(unten), eine von Priscilla Presley signierte
Ausgabe ihres Buches „Elvis and Me“ (oben)
sowie ein Original-Autogramm von Elvis aus
seiner Zeit in Bad Nauheim (links).
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LITURGIE UND GLAUBE
Zum Gedenktag Maria Königin am 22. August
Seit den ersten Zeiten der katholischen
Kirche
ders auch in Perioden ernster Schwierigkeiten.
dass die Jungfrau und Gottesmutter
Maria mit mütterlichem Herzen
hat das christliche Volk an die Königin
des Himmels
Niemals wurde die Hoffnung getäuscht,
über das Universum herrscht und dass
sie gekrönt wurde
Gebete und Gesänge des Lobes und
der Liebe gerichtet,
sowohl in glücklichen Zeiten als beson-
die man der Mutter des göttlichen Königs Jesus Christus entgegenbrachte.
Niemals wurde der Glaube wankend,
der uns lehrte,
mit einer königlichen Krone der Glorie
in der himmlischen Seligkeit.
AUS DER ENZYKLIKA AD CAELI REGINAM
LITURGIE
Lesungen der Woche
Lesejahr A
Wochentagslesungen: Reihe II
Stundengebet: Vierte Woche
Sonntag, 20. Sonntag im Jahreskreis: L 1:
Jes 56,1.6-7; L 2: Röm 11,13-15.29-32; Ev:
Mt 15,21-28.
Montag: L: Ez 24,15-24; Ev: Mt 19,16-22.
Dienstag, hl. Johannes Eudes: L: Ez 28,110; Ev: Mt 19,23-30.
Mittwoch, hl. Bernhard von Clairvaux,
100. Todestag des hl. Papstes Pius X.: L: Ez
34,1-11 oder Sir 15,1-6; Ev: Mt 20,1-16a
oder Joh 17,20-26.
Donnerstag, hl. Pius X.: L: Ez 36,23-28
oder 1 Thess 2,2b-8; Ev: Mt 22,1-14 oder
Joh 21,1.15-17.
Freitag, Maria Königin: L: Ez 37,1-14 oder
Jes 9,1-6; Ev: Mt 22,34-40 oder Lk 1,26-38.
Samstag, hl. Rosa von Lima, Mariensamstag: L: Ez 43,1-7a; Ev: Mt 23,1-12.
Gottesdienste
Kölner Dom
Samstag: 18.30 Uhr Vorabendmesse. Bis
24 Uhr Nightfever – Gebetsnacht der Jugend.
Sonntag: 7, 8, 9, 12, 17, 19 Uhr Messe. 10
Uhr Kapitelsamt. 18.30 Uhr Andacht.
Werktags: 6.30, 7.15, 8, 9, 18.30 Uhr Messe. 12 Uhr Mittagsgebet. 18 Uhr Andacht.
Dienstag: 9 Uhr Messe besonders für die
Frauen. 18.30 Uhr Messe für den Schutz des
menschlichen Lebens.
Beichte: werktags 7.45 bis 9, Samstag zusätzlich 14 bis 15 Uhr.
In St. Antonius in Bonn-Holtorf wird am Freitag das Ewige Gebet gefeiert.
Sonntag: 5.30 Uhr Beichte. 6 Uhr Sühnegangmesse. 10, 11.30, 17 Uhr Messe. 14.15
Uhr Rosenkranz. 15 Uhr Marienfeier. 18.15
Uhr Vesper.
Werktags: 6.45, 10 Uhr Messe. 7.30 Uhr
Laudes. 18 Uhr Vesper (außer Samstag).
Dienstag: 19.30 Uhr Gebetskreis.
Mittwoch: 14.15 Uhr Rosenkranz. 15 Uhr
Marienfeier.
Donnerstag: 19 Uhr Wallfahrt nach Feierabend (Marienberg).
Freitag: 14.15 Uhr Rosenkranz. 15 Uhr Marienfeier.
Eucharistische Anbetung: täglich 11 bis 18
Uhr.
Beichte: täglich 9 bis 12, 15 bis 18 Uhr.
Altenberger Dom
Wallfahrtskirche Neviges
Samstag: 19 Uhr Messe in polnischer Sprache.
Samstag: 17.15 Uhr Beichte. 18 Uhr Vorabendmesse.
Sonntag: 7 Uhr Messe. 10 Uhr Hochamt
12 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Foto: Raspels)
zum Patrozinium. 12 Uhr Festmusik zum Patrozinium. 17.15 Uhr Messe, Vesper.
Dienstag bis Freitag: 7 Uhr Laudes, Messe.
Dienstag: 16 Uhr Vesper.
Mittwoch: 19 Uhr Messe.
Donnerstag: 20 Uhr Konzert.
Freitag: 17 Uhr Eucharistische Anbetung,
Beichte, Rosenkranz. 18 Uhr Messe (außerordentliche Form).
Ewiges Gebet
Freitag: Bonn-Holtorf (St. Antonius).
Orgelfeierstunde
im Kölner Dom
Dienstag: 20 Uhr mit Martin Schmeding,
Freiburg.
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
SONNTAG
20. Sonntag im Jahreskreis
ERSTE LESUNG: So spricht der Herr: Wahrt
das Recht, und sorgt für Gerechtigkeit; denn
bald kommt von mir das Heil, meine Gerechtigkeit wird sich bald offenbaren.
Die Fremden, die sich dem Herrn angeschlossen haben, die ihm dienen und seinen
Namen lieben, um seine Knechte zu sein, alle,
die den Sabbat halten und ihn nicht entweihen, die an meinem Bund festhalten, sie bringe ich zu meinem heiligen Berg und erfülle sie
in meinem Bethaus mit Freude. Ihre Brandopfer und Schlachtopfer finden Gefallen auf
meinem Altar, denn mein Haus wird ein Haus
des Gebets für alle Völker genannt.
Jes 56,1.6-7
gen meines Volkes eifersüchtig zu machen
und wenigstens einige von ihnen zu retten.
Denn wenn schon ihre Verwerfung für die
Welt Versöhnung gebracht hat, dann wird
ihre Annahme nichts anderes sein als Leben
aus dem Tod.
Denn unwiderruflich sind Gnade und Berufung, die Gott gewährt. Und wie ihr einst Gott
ungehorsam wart, jetzt aber infolge ihres Ungehorsams Erbarmen gefunden habt, so sind
sie infolge des Erbarmens, das ihr gefunden
habt, ungehorsam geworden, damit jetzt auch
sie Erbarmen finden. Gott hat alle in den Ungehorsam eingeschlossen, um sich aller zu
erbarmen.
Röm 11,13-15.29-32
ZWEITE LESUNG: Euch, den Heiden, sage
ich: Gerade als Apostel der Heiden preise ich
meinen Dienst, weil ich hoffe, die Angehöri-
EVANGELIUM: In jener Zeit zog Jesus sich in
das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Da
kam eine kanaanäische Frau aus jener Ge-
gend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir,
Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird
von einem Dämon gequält.
Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie
von ihrer Sorge, denn sie schreit hinter uns
her. Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.
Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und
sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht
recht, das Brot den Kindern wegzunehmen
und den Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die
Hunde bekommen von den Brotresten, die
vom Tisch ihrer Herren fallen.
Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein
Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.
Mt 15,21-28
Gottes Heilsplan erreicht alle Menschen
S
eltsam, diesen Jesu kennen
Menschen weitet sich seine
wir nicht. Dieses Verhalten
Enge. Das Evangelium will
trauen wir ihm nicht zu. Hauns Mut machen, uns wie der
ben wir nicht gelernt, dass JeHerr auf neue Menschen, Sisus bedingungslos gibt und
tuationen einzulassen und uns
heilt, dass er für jeden, der
nicht abzuwenden nach dem
ihm über den Weg läuft, jeMotto: „Der oder das passt
derzeit da ist. Hier aber sehen
mir nicht in den Kram“. Stattwir, wie er an seine Grenzen
dessen offen zu sein und zu
stößt. Jesus verweigert sich.
fragen: was will mir Gott in
Eine kanaanäische Frau,
dieser Situation sagen, auf
eine Heidin, wird ihm lästig.
welchen Weg schickt er mich?
Sie schreit hinter Jesus her,
Das kann schmerzvoll
nennt ihn Kyrios, Herr, Sohn
sein, weil die Antwort mir
Davids. Jesus überhört sie
vielleicht nicht in den Kram
und als sich schließlich die
passt. Das kann ungemütlich
Jünger einmischen, müssen
sein, weil das Leben dadurch
sie hören, dass die Frau nicht
unübersichtlich wird. Nur das
in das Konzept Jesu passt. Sie
Ziel bleibt bestehen: den Wilentspricht nicht der Vorstellen des Vaters tun.
lung, die er sich von seiner
Auf jeden Fall bleibt das
Aufgabe gemacht hat: Ich bin Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Inständig bittet die heidnische Frau Jesus, ihrer Tochter zu helfen. Leben dadurch spannend, weil
nur zu den verlorenen Scha- Im Gespräch mit ihr erkennt er, dass seine Heilstaten allen Menschen gelten, die an seine wir nicht fertig sind mit uns
fen des Hauses Israel gesandt. Gottessohnschaft glauben. Niemand ist von der Frohen Botschaft ausgeschlossen. Unser Bild zeigt selbst, mit den Menschen, mit
Jesus steht ganz in der Tra- eine Darstellung aus der Kathedrale von Treguier/Bretagne.
der Welt, mit Gott – und weil
dition der alttestamentlichen
wir nur so wie der Herr selbst
Propheten: die Frau gehört nicht zum Volk, Heilsplan Gottes erstreckt sich auf alle Men- den Gehorsam lernen dürfen.
WILFRIED SCHUMACHER
mit ihr hat er nichts im Sinn. Ich bin nicht zu- schen.
ständig, soll sie hingehen, wo sie hergekomNot und Glaube der Frau bringen Jesus in
men ist. Man fühlt sich fast in das Büro ei- seinem eigenen Lebensplan ein Stück weiter.
nes verknöcherten Beamten versetzt. So viel In der konkreten Situation erkennt er, was
Unser Autor, Monsignore
Enge hätten wir Jesus nicht zugetraut.
Gott von ihm will, erkennt er die neuen KonWilfried Schumacher, ist
Hartnäckig zwingt die Frau ihn in ein Ge- turen seines Weges, der für ihn darin besteht,
Pfarrer der Innenstadtspräch. Das unerschütterliche Vertrauen ent- den Willen des Vaters zu erfüllen.
Pfarrei St. Martin in Bonn
waffnet den Herrn. Er vergisst alle TheoloDer Hebräer-Brief formuliert es so: Obund Stadtdechant des
gie, alle Ordnungen, alle Unterschiede. Er wohl er der Sohn war, hat er durch Leiden
Stadtdekanats Bonn.
verlässt seine bisherige Marschroute und er- den Gehorsam gelernt (Hebr 5,8).
fährt seine Sendung weiter als bisher: Der
In der Begegnung mit einem konkreten
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
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ZUM GEISTLICHEN LEBEN
Heilige Maria
Gebet zu den Marienfesten
Heilige Maria,
deine Erwählung erinnert mich, dass
Gott sich für mich entschieden hat
und mir seine Verheißung gilt.
Heilige Maria,
deine Berufung sagt mir,
dass Gott auch mich berufen hat,
mir seine Gnade schenken zu lassen.
Heilige Maria,
dein Gehorsam ermutigt mich,
auf Gott einzugehen
und sein Wort geschehen zu lassen.
Heilige Maria,
dein Vertrauen weckt in
mir neues Zutrauen zu den
verborgenen Plänen Gottes.
Heilige Maria,
dein Magnificat erzählt mir von all dem
Großartigen, das Gott in denen wirkt,
die es ihm erlauben.
Heilige Maria,
dein Herz zeigt mir, dass die Liebe zu Gott
auch die Menschen mit einschließt.
Heilige Maria,
dein Weg führt mich
Der gotische Meister der Rückseite des Verduner Altars in Klosterneuburg zeigt um 1330 auf einer von vier Tafeln den Tod
und die Aufnahme Mariens in den Himmel. Hier im Ausschnitt: Christus selbst empfängt seine bereits gekrönte Mutter. Um
das Sterbebett stehen die Apostel.
(Foto: Raspels)
14 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
zu tieferem Vertrauen auf Gott,
der uns niemals aufgibt.
PAUL WEISMANTEL
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
ZUM GEISTLICHEN LEBEN
Gott wohnt auch in der Holzschuppenkirche einer brasilianischen Favela.
(Fotos: Läufer)
Was macht einen Raum zur Kirche?
Werden Gotteshäuser zu Museen, geht gar nichts mehr
W
enn ich unterwegs bin, besuche ich gerne fremde
Kirchen. Ich genieße es,
Glasfenster, Fresken, bäuerliche
Volkskunst ebenso zu betrachten
wie die strengen Gestalten der Romanik und/oder die hohen Hallen,
die von einer Vielzahl der Säulen
getragen werden, die an Wälder
erinnern. Und da sind auch die
modernen Kirchen, mit ihren oft
nüchternen Konstruktionen, dem
Nachhall der Tritte längs der leeren Wände aber einer Raumkunst
und Ausstattung, die zum Nachdenken zwingt. Manchmal sagen
Leute, da könnten sie nicht richtig
andächtig werden. Sie vermissen
eine bestimmte Atmosphäre.
Was macht eigentlich einen
Raum zur Kirche? In der Kirche
einer Favela in Rio de Janeiro
feierten wir einmal Gottesdienst
in einem Verschlag aus Brettern
und Wellblech, mit einem Kreuz
davor und dem Schild „Comunidade Santissima Trinidade“.
Wohnt Gott lieber in Kathedralen? Was ist eigentlich ein Gotteshaus? Können wir sagen ein
Menschenhaus, aber mit einer
ganz bestimmten Zielsetzung?
Ein Ort, um gemeinsam zu beten,
andächtig zu werden, miteinander
die heilige Eucharistie zu feiern?
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
Dann lacht der menschgewordene Gott die Armen nicht aus, die
in einer Bruchbude sich zum Beten versammeln und doch die Seelen ins Weite geführt werden. Zumal in manchen Domen und Kathedralen schlendernde Touristen
mit Händen in den Hosentaschen
oder der Kamera vor Augen sich
in Schloss Neuschwanstein genau
so gut machen.
Es ist nicht gesagt, dass man
in berühmten Kirchen heutzutage
immer Gott findet. Sie wurden erbaut, als Gott noch Lebensmittelpunkt der Gesellschaft war und da
war das Beste gerade gut genug
für Gott. Sonst wäre zum Beispiel
nie die hochgerühmte Wieskirche
in einer Landschaft der kleinen
Leute gebaut worden.
„Der Gott der schönen Kirchen
ist nicht alles, vielleicht nur der
festliche Aspekt des Glaubens“
(Michael Graff). Von dem muss
man sich anstecken lassen. Er bewegt zur Kniebeuge, zum Weihwassernehmen, zum Begrüßungsgebet. So wird sowohl aus der Favelabaracke wie aus der Barockkirche oder dem Hohen Dom ein
Gotteshaus. Bleibt der Glaube auf
der Strecke, wird die Kirche zum
Museum. Dann geht gar nichts
ERICH LÄUFER
mehr.
Meister Mateos Portico de Gloriosa führt in die erhabene Herrlichkeit Gottes, wie hier in
Santiago de Compostela.
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KIRCHE UND THEOLOGIE
Reaktionen auf den
Grundlagentext der EKD
V
Das Treffen von Martin Luther mit Kaiser Karl V. auf dem Reichstag 1521 in Worms versteht das Dokument der Evangelischen
Kirche als Symbol „reformatorischer Freiheitserfahrung“, in der der Reformator die Prinzipien seines Theologieverständnisses
gegen staatliche und kirchliche Mächte energisch vertrat. Die Darstellung stammt aus dem Wormser Dom. (Fotos: Raspels)
Porzellan zerschlagen
Protestantisches Dokument zum Reformationsjubiläum 2017
M
it „Rechtfertigung und Freiheit“ hat die
Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
ein Dokument vorgelegt, das eine Antwort auf
die durch die Reformation hervorgegangene Herausforderung sucht.
Diesem innerprotestantischen Grundlagentext geht
es im Wesentlichen um
die heutige Bedeutung der
Rechtfertigungslehre. „Der
Text ist eine wohlbegründete Absage an die mit der katholischen Kirche geführWolfgang Thönissen.
ten ökumenischen Gespräche der letzten Jahrzehnte“,
urteilt Professor Dr. Wolfgang Thönissen, der
das Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumene in Paderborn leitet.
Der katholische Theologe führt in einer ausführlichen Kritik dazu unter anderem aus: „Als
Kernpunkte heutiger reformatorischer Selbstvergewisserung werden die fünf bekannten Exklusivpartikel – solus Christus, sola gratia, solo
verbo, sola scriptura, sola fide – für heute erläutert. Theologischer Grundgedanke ist hierbei
gerade nicht, zentrale Einsichten der Reformatoren historisch angemessen zu rekonstruieren
und dann für heute zu rezipieren, sondern sie
für eine protestantische Orientierung unhistorisch zu instrumentalisieren. Und protestantisch
heißt hier, sie so zuzuspitzen, dass eine ökumenische Verständigung von vornherein ausgeschlossen ist. So heißt es im Text völlig klar und
unverblümt: ‚Das ‚allein‘ spitzt jedes Kernelement exklusiv zu und schließt so anderes aus:
‚Allein‘ heißt hier also immer ‚nicht‘ (S. 47).“
Der Ökumene-Experte fährt fort: „Die-
ses protestantische Programm geht tatsächlich
nicht mit dem ökumenischen Programm zusammen. Um das zu verstehen, muss man jetzt
nur noch das lutherisch-katholische Dokument
‚Vom Konflikt zur Gemeinschaft‘ heranziehen.
Dieses Dokument hat sich in einer historisch
angemessenen Weise darum bemüht, die aus
dem 16. Jahrhundert stammenden Kontroversen im Lichte der ökumenischen Verständigung
zu beleuchten. Dann müsste das Programm hier
so lauten, nämlich: das solus Christus ist nicht
ohne die Kirche, die Gnade nicht ohne die vom
Heiligen Geist inspirierten Werke, die Heilige
Schrift nicht ohne die Überlieferungsgemeinschaft der Kirche, sprich Tradition, der Glaube
nicht ohne Liebe und Hoffnung . . . Das muss
man ökumenisch so interpretieren: Das ‚allein‘
schließt hier nicht aus, sondern ein, nämlich so:
keine Gnade ohne Antwort des Menschen, diese Antwort folgt der Gnade und geht ihr nicht
voraus. Das ist die Hierarchie: die Gnade ist
der Grund, dem der Mensch in seiner Antwort
folgt. So muss man die Rechtfertigung verstehen, sonst bleibt sie allein. Wenn aber das ‚allein‘ zugleich zwingend immer das ‚nicht‘ bedeutet, ist das ‚zusammen‘ ausgeschlossen.
Deshalb schließt diese protestantische Deutung
die ökumenische Verständigung von vornherein aus.“
„Was kann nach diesem Grundlagentext
auf die katholische Kirche zukommen?“, fragt
Thönissen und antwortet: „Der in dieser Form
vorliegende Grundlagentext der EKD lässt keine andere Entscheidung zu, als alle gemeinsamen Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum, die auf dieser Grundlage beruhen, zurückzuweisen.“
BR
16 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
erständnis für Kritik am Text des Rates der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
zum Reformationsjubiläum hat der CatholicaBeauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD),
Landesbischof Karl-Hinrich Manzke, geäußert.
„Ich verstehe das Bedauern gut, dass wesentliche Texte des ökumenischen Gespräches aus
der jüngsten Zeit in dem Dokument der EKD
keine Erwähnung finden.“ Es hätte dem Text
gut getan, auf ökumenische Fortentwicklungen
aus den letzten Jahren zu verweisen. Er verwies
dabei auch auf die Gemeinsame Erklärung zur
Rechtfertigungslehre von 1999 (GER) und vor
allem auch auf das Dokument „Vom Konflikt
zur Gemeinschaft“ von 2013.
Der frühere päpstliche „Ökumeneminister“,
Kardinal Walter Kasper, hat den rund 100 Seiten langen Text für unzureichend befunden. Die
GER werde von der EKD „mit keinem Wort
auch nur erwähnt“, so Kasper. Das habe ihn
„enttäuscht“, und die Art und Weise, wie die
„von vielen Seiten geäußerte Kritik“ zurückgewiesen wurde, habe ihn „entsetzt“.
Dass es sich bei der Nichterwähnung keinesfalls um ein Versehen handelt, machte der
Kirchenhistoriker Christoph Markschies in einer
Antwort an Kritiker deutlich. Markschies leitete die
Ad-hoc-Kommission, die
den EKD-Text ausarbeitete, und ist auch Vorsitzender der EKD-Kammer für
Theologie. Er bezeichnete
Dr.
die GER als einen „nicht Professor
sonderlich erfolgreichen Christoph Markschies.
Versuch der Ökumene der
Konsenspapiere“, aus dem „nichts“ gefolgt sei.
Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige
meinte zu dem EKD-Papier: „Der Text vermittelt nicht den Eindruck, tatsächlich ökumenisch
aufgeschlossen zu sein.“ „Befremdlicherweise“
werde trotz ausführlicher Erschließungsversuche der Rechtfertigungsproblematik „nirgendwo erwähnt, dass darin seit 1999 offiziell zwischen Katholiken und Lutheranern ein ‚differenzierter Konsens‘ besteht“ und
die eigentliche Streitfrage damit „ihre Bedeutung
verloren“ habe. Stattdessen
werde das Verständnis der
reformationstypischen Formulierungen noch exklusiv zugespitzt. Nach Auf- Bischof Dr. Gerhard
fassung des Vorsitzenden Feige.
der Ökumenekommission
der Deutschen Bischofskonferenz macht es der
Grundlagentext der EKD „Katholiken nicht unbedingt einfacher, sich stärker auf 2017 einzulassen“.
BR
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
LESERBRIEFE
Sehr berührt
Zur Berichterstattung über die Ernennung
des neuen Kölner Erzbischofs in Nr. 29-30
Über die Nachricht des „neuen“ Erzbischofes habe ich mich riesig gefreut. Zumal ich
von Anfang an gespürt habe, dass er es nur
werden könnte. Die Idee, das Hedwig-Brot
vor dem Dom zu verteilen, hat mich sehr berührt. Vielleicht liegt es daran, dass wir selbt
eine Bäckerei besitzen, die nun in der 4. Generation geführt wird. Möge „Gottes Segen“
den Erzbischof stets begleiten!!!
WILMA KRAUS,
Bedburg
Nicht für die Bevölkerung
konzipiert
Zu „‚Diebesgut‘ kehrt in den Dom zurück“ in
Nr. 31-32, Seiten 10, 11
Meine Frau und ich sind jeweils erfreut über
die entsprechenden Beiträge in der Kirchenzeitung, so auch über die Artikel zur „Übertragung der Gebeine der Heiligen Drei Könige“. Der Anregung, in diesem Zusammenhang die Schatzkammer des Kölner Domes zu
besuchen, sind wir nachgekommen und sind
jeweils von der Raumgestaltung sehr angetan.
Die Frage, ob eine Schatzkammer ein Museum ist oder nicht, wäre vielleicht ein akademischer Streit. Für die Bevölkerung ist dies
auch nicht so von Belang. Es ist jedenfalls ein
Ort, wo Objekte sakraler Kunst den Menschen
zur Schau dargeboten werden. Ein trefflicher
Ort Dom- und Kölner Kirchengeschichte über
lange Strecken der künstlerischen Entwicklung im Rahmen der Gold- und Silberschmiede nahe zu bringen. Welch trauriges Ergebnis
mussten wir konstatieren. Die Beschriftung
der einzelnen Objekte ist teilweise schlecht
oder von der Beleuchtung in Dunkel gehüllt,
ist eine Zumutung. Meine Frau hat anderen
Besuchern in tief gebückter Haltung freundlicherweise einige Texte vorgelesen. Das be-
Kirchenzeitung
für das Erzbistum Köln
Herausgeber: Der Diözesanadministrator des Erzbistums Köln
Chefredakteur: Robert Boecker
Redaktion: Siegbert Klein (Chef vom Dienst), Kathrin Becker,
Helmut Pathe, Bernhard Raspels, Almud Schricke
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15. August 2014 | Ausgabe 33/14
deutet die „Ausstellung“ ist nicht für die köl- oder seiner kunstfertigen Bearbeitung? Oder
ner Bevölkerung konzipiert, sondern für ei- gab es darüber hinausgehende Bezüge zwinen erlesenen Kreis intellektueller Ästhe- schen dem Dreikönigsschrein und den geten, die sich an der Veränderung des Designs schnittenen ägyptischen königlichen Persöndurch die Zeit delektieren, da das Design häu- lichkeiten des Ptolemäus II. und der Arsinoe
fig höherwertig ist als der Materialwert. Inter- II.? Zu der Art des Steins (Chalzedon) heißt es
essanterweise wunderten wir uns nicht mehr, im Lexikon, dass man ihm in der Antike magida einige Besucher mit der Bemerkung gin- sche Bedeutung zuschrieb: Die Heiligen Drei
gen, „ich weiß nicht, wofür das alles ist, Könige heißen auch Magier. Dass der große
komm wir gehen wieder, den Eintritt stiften Gelehrte Albertus Magnus in seinem Minerawir dem Kölner Dom.“ Hier ist also eine Ge- lien-Buch eine „detaillierte Beschreibung des
Kameos“ für wichtig hielt,
legenheit sakraler Aufklärung
wie Sie erwähnen, spricht
bewusst leider vertan worden.
wohl auch für inhaltliche BeMuseumsdidaktik und -pädagozüge von Stein und Schrein.
gik sind nicht erst seit gestern
DR. HERBERT JACOBS,
bekannt. Gedanken sind frei,
ZUM CHEFREDAKTEUR
Meerbusch
und könnte es sein, dass auch
hier unterschwellig, wie schon
beim Domfenster von Richter,
ein allgemeiner Atheismus, wie
in der bürgerlichen Gesellschaft
zu konstatieren, langsam aber
DONNERSTAGS VON
stetig Raum greift? Sind dann
die Gelder des Dombauvereins
9.30 BIS 10.30 UHR
Zu „Braucht kaum Worte“ in
noch in der richtigen Weise aus(02 21) 16 19-131
Nr. 27-28, Seite 19
gegeben?
DIETER FUXIUS,
Vorab möchten sich meine
Köln
Ehefrau und ich recht herzlich für die beiden Karten für „Brasil Brasileiro“ im Rahmen des Kölner Sommerfestivals
bedanken. Sie haben uns hiermit große Freude bereitet. Die Darbietungen über zwei Stunden waren gekennzeichnet durch GlanzleisZum selben Thema
tungen von 30 Brasilianer/Inneren, die nicht
Zunächst bedanke ich mich sehr über Ihre ein- nur von uns, sondern von allen Besuchern im
gehende Berichterstattung zu den mit dem Ju- komplett ausgebuchten Haus mit Beifallsstürbiläum der Translatio der Heiligen Drei Köni- men belohnt wurden. Akrobatik, Gesänge und
ge zusammenhängenden aktuellen Ereignis- tänzerische Einlagen waren einzigartig und
sen, die einen verlockt, einmal wieder Köln von absoluter Spitzenklasse. Sie haben uns
mit seinem Dom und Schätzen aufzusuchen. ein Erlebnis zukommen lassen, das noch lanBei Ihrer Darstellung über den Ptolemäer- ge in Erinnerung bleiben wird, hierfür nochKameo als „wertvollstem Schmuck am Drei- mals herzlichen Dank. Ich gehe nicht fehl in
königenschrein“ des Meisters Nikolaus von der Annahme, dass wir seit über 40 Jahren die
Verdun fragte ich mich, welche Besonderhei- Kirchenzeitung beziehen; sie ist für uns ein
ten ihn veranlasst haben mögen, den wertvol- absolutes „Muss“ und wird mit Gründlichkeit
len und schon in der Antike geschätzten Stein (multum, non multa) gelesen.
WILLI WITTEK,
in seinen Schrein einzubauen. War es nur der
Köln
Wert des besonders schönen Materials und/
DIREKT

Spitzen
Sommerfestival
Welche Bezüge gab es?
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Kreis Altenkirchen (Dekanat Wissen) siehe unten.
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Bücher
Die Berlinreise
Siehst du den Mond?
Bittersüße Liebe
Lest, Zeitgenossen, dieses wunderschöne, einfühlsam und feinfühlig geschriebene Buch. Die
Erinnerungen eines 13-jährigen Kölners – Johannes – an eine Reise in das Berlin des Jahres
1964, auf den Spuren der Eltern, begleitet aber
nur von seinem Vater. Geschrieben ist das Buch
als Tagebuch in der Sprache eines hochbegabten, von nie gestillter Neugier geplagten Kindes. Musik und Literatur vor allem, aber auch
Geschichte und eben „die
Gegenwart“ (auch die von
Ostberlin) – gespiegelt alles
auf Grund der Erzählungen
und Erklärungen des Vaters,
zwischendurch in Einschüben fast ein wenig altersklug reflektiert von Johannes, der auch seine Mutter
durch Postkarten am Erlebten teilhaben lässt. Zeitgenossen, taucht ein in dieses Buch, in den Rausch
dieser beglückenden Sprache, in die einprägsamen und oft überraschenden Bilder und die Erfahrungen von Johannes. FvW
Das ist etwas für Liebhaber. Der Mond – er
nimmt zu, und er nimmt ab. Er ist es, der bei
Ebbe das Wasser aus dem Meer zieht, und er
ist es auch, der es bei Flut wieder an Land
wirft. Es heißt, der Mond locke die Schlafwandler nicht nur aus den Betten, sondern
manchmal auch ins Freie. Und wer gar besonders empfindlich ist,
dem macht der Vollmond
sogar Probleme. Wer hat
nicht einmal die Hunde
heulen hören, wenn sie
den Mond anbellen? Und
Liebende? Sie umarmen
einander und können den
stillen Freund am Himmel
nicht lange genug betrachten.
Das Büchlein „Siehst du den Mond? Gedichte aus der deutschen Literatur“ enthält die schönsten Mond-Gedichte. Es passt
in jede Jackentasche und in jede (fast jede)
Handtasche. EL
Achtung, dies ist eine herzzerreißende Liebesgeschichte. Bittersüß und so traurig, dass
es eine reine Freude ist. Will war ein erfolgreicher Geschäftsmann, klug, sportlich, sexy.
Nach einem Unfall sitzt er im Rollstuhl, vom
Hals abwärts gelähmt. So ein Leben will er
nicht führen. Seine Mutter
stellt die arbeitslose Kellnerin Louisa als seine Gesellschafterin ein, mit einem Vertrag für ein halbes
Jahr. Sie braucht das Geld
und lässt sich nicht durch
Wills barsche Art abweisen. Da prallen Unter- und
Oberschicht witzig und
zunächst unüberbrückbar
aufeinander. Allein diese Dialoge sind kleine Highlights englischen Humors. Aber allmählich nähern sich die beiden aneinander
an. Es wird das glücklichste halbe Jahr ihres
Lebens. Zu lesen mit einer Packung TempoTaschentücher. DPS
Dietrich Bode (Hrsg.), Siehst du den Mond? Gedichte aus
der deutschen Literatur. Reclam Verlag. ISBN 978-3-15019254-2. 160 Seiten, 6 Euro.
Jojo Moyes, Ein ganzes halbes Jahr. Roman. Aus dem Englischen von Karolina Fell. Rowohlt. ISBN 978-3-499-267031. 520 Seiten, 14,99 Euro.
Hanns-Josef Ortheil, Die Berlinreise. Luchterhand. ISBN
978-3-630-87430-2. 288 Seiten, 16,99 Euro.
18 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
KULTUR
D
as ganze Jahr über ist im Katholisch-Sozialen Institut (KSI) in Bad Honnef Kunst
zu sehen. Da hängen Porträts von Kölner
Erzbischöfen an den Wänden, da kann Zeitgenössisches bestaunt werden. Aber einmal
im Jahr verwandelt sich das ganze Haus in
ein Atelier, eine Schreibwerkstatt und auch
in eine Bühne. Denn seit einigen Jahren
zieht im Sommer die von Renate Goretzki organisierte Kunst-Aakademie ins Haus.
Jetzt hieß es schon zum wiederholten Mal
„Mit Künstlern leben und arbeiten“.
Gut 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, viele von ihnen zum ersten Mal, hatten sich zu einem der zehn Kurse angemeldet. „Aber es macht den Reiz unserer Akademie aus, dass jeder Teilnehmer in jedes
Angebot hineinschauen kann“, so Renate
Goretzki. Der interdisziplinäre Austausch
wird gepflegt. So treffen sich am Abend die
„Maler“ aus dem Kurs von Lüpertz-Schüler Friedrich Dickgießer zum Austausch mit
den Schreibern aus dem Angebot von Tanja
Dückers. Ebenso prominent sind auch die
anderen Referenten oder vielleicht sollte
man besser sagen Anleiter, denn ob Harald
Naegeli, Benedikt Birckenbach, Helmut
Hungerberg, Andrea Ostermeyer, Milan
Sladek, Nicola Stäglich, Franziskus Wendels oder Qi Yang, sie alle versuchen, den
Teilnehmerinnen und Teilnehmern nichts
zu referieren. Die Förderung der Kreativität steht im Mittelpunkt. Er wolle „bloß keine Schulstunde“ anbieten, so etwa Friedrich
Dickgießer. Und das kommt an.
Nicht Alltägliches fördern
So schwärmen die Akademieteilnehmer
ohne Ausnahme von ihren Dozenten. Man
werde gefördert in Bereichen, die ja eben
nicht zum Alltag gehörten. Dass die Tage
dann auch mit Gesprächen bis tief in die
Bad Honnefer Nacht reichten, war nicht
Das KSI wurde während der Sommerakademie zum Atelier, der Garten zur Galerie: hier Arbeiten von Volker Niederhofer
aus dem Kurs von Nicola Stäglich..
Vom Institut zum Atelier
Die sechste Sommer-Kunst-Akademie im KSI
verwunderlich. Aber auch kreativ gearbeitet wurde oft noch Stunden nach offiziellem
Ende des Programms. Zu
dem gehörten aber auch
Exkursionen wie ins
Rheinische Landesmusum in Bonn, wo „Der
Künstler als politisch
denkender Mensch“ das
Thema war.
Vielen gingen die Tage
im KSI viel zu schnell
Renate Goretzki.
vorbei, auch „wenn ich
von hier etwas für meine
Arbeit zu Hause mitnehmen kann“, so eine
Teilnehmerin, wäre sie gerne noch eine
Woche geblieben. Ein anderer Teilnehmer
Gut war die Stimmung bei der Sommer-Kunst-Akademie im KSI. Hier zeigt Heidrun
Pfalzgraf ihr Werk Dozent Friedrich Dickgießer.
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
lobte die besondere Kreativität, die aus der
gewachsenen Gemeinschaft entstanden sei.
Natürlich stand am Ende der Woche
auch ein Atelierfest, bei dem die entstandenen Werke von vielen Besuchern begutachtet wurden. Was dem regelmäßigen Besucher dabei auffiel: Von Jahr zu Jahr sind
die Ergebnisse qualitätvoller geworden.
Professor Qi Yang führt es darauf zurück,
dass es in der Atmosphäre des KSI eben
gut gelinge, den Ehrgeiz der Teilnehmer
und ihren Leistungsdruck in Kreativität zu
wandeln und zu öffnen. Und so plant Renate Goretzki auch für nächstes Jahr wieder
eine Sommer-Kunst-Akademie.
HELMUT PATHE
Auch Inge Mrówczynski malte im Kurs von Lüpertz-Schüler Dickgießer. Ihre Arbeiten waren
gegenständlich.
(Fotos: PA)
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MEDIEN
Verdis Requiem aus
Venedigs Markusdom
Die Symphonica Toscanini unter der
musikalischen Leitung von Lorin Maazel spielt die „Messa da Requiem“ von
Giuseppe Verdi im Markusdom in Venedig mit seinen faszinierenden Goldmosaiken. Hier hat Musik eine lange
Tradition. ARTE zeigt die Aufzeichnung als Hommage an den kürzlich
verstorbenen Dirigenten. Es beginnt
mit schwebenden Stimmen und mit leisen Streicherklängen. Und dann bricht
das Jüngste Gericht mit Wucht über die
Zuhörer ein.
ARTE, So., 17. 8., 17.35 bis 19.15 Uhr
HÖRFUNK
Radio Vatikan
Empfang im Internet über www.radiovatikan.de.
Im Radio: 16.00 und 18.00 auf Radio Horeb;
19.00 auf domradio.de.
Täglich Nachrichten. Sonntag Sonntagsmagazin. Dienstag Radioakademie. Die Kirche in Asien. Täglich auch: 7.30 Lateinische Messe. 16.00
und 20.20 Nachrichten/Magazin. 17.00 Vesper.
20.40 Lateinischer Rosenkranz.
Radio Horeb
Sonntag 10.00 Messe. Werktags 9.00 Messe.
Täglich 16.00 und 18.00 Radio Vatikan.
Lokalradio
Sonntags von 8.00 bis 9.00 Magazin der Kirchen
„Himmel und Erde“. Montag bis Freitag 5.45,
Samstag 6.15 Augenblick mal.
WDR 2
RELIGIÖSE SENDUNGEN IM FERNSEHEN
Werktags
8 bis 9 Uhr, Center TV Köln und EWTN
(Satellit Astra, Frequenz 12460 MHz): Gottesdienst. Übertragung aus dem Kölner Dom.
Samstag, 16. August
2.45 bis 5.15 Uhr, EWTN: Papst Franziskus
in Südkorea. Live-Übertragungen.
13.25 bis 13.30 Uhr, Bayerisches Fernsehen
(BR): Glockenläuten aus der Pfarr- und Wallfahrtskirche in Dorschhausen.
16.15 bis 16.45 Uhr, BR: Anselm Grün. Auf
Gedankengängen mit Michael Harles. Das
Böse – Faszination und Abscheu.
17.30 bis 18 Uhr, EWTN: Vaticano. Magazin.
18.30 bis 19.30 Uhr, EWTN: Gottesdienst.
Aus der Marienbasilika in Kevelaer.
23.35 bis 23.40 Uhr, ARD: Das Wort zum
Sonntag.
Sonntag, 17. August
9.15 bis 11.30 Uhr, EWTN: Papst Franziskus in Südkorea. Live-Übertragungen. Darin:
9.30 Uhr Messe zum Abschluss des 6. Asiatischen Jugendtags.
9 bis 9.30 Uhr, ZDF: Sonntags. TV fürs Leben.
9.30 bis 10.15 Uhr, ZDF: Katholischer Gottesdienst aus der Propsteikirche St. Lamberti
in Gladbeck mit Propst Andre Müller.
9.50 bis 10.35 Uhr, BR: Stationen. Schönheit
um jeden Preis? Die Jagd nach der ewigen Jugend.
10 bis 11.30 Uhr, Center TV Köln: Gottesdienst. Übertragung aus dem Kölner Dom.
12 bis 12.30 Uhr, EWTN und K-TV: Angelus mit Papst Franziskus.
14.45 bis 15 Uhr, Bibel TV: Bibellesen.
16.15 bis 16.45 Uhr, WDR FS: Glaube - Liebe - Lust (1/3). Erste Liebe.
17.30 bis 18 Uhr, ARD: Gott und die Welt.
Glück im Chaos. Leben in einer großen Familie.
Der Film berichtet über das alltägliche Organisationskonstrukt, das das Leben in einer
großen Familie mit sich bringt. Mit starken
Frauen und Männern – und mit Kindern, die
sagen, was sie von ihren Geschwistern, den
Eltern und der ganzen „Familienkiste“ halten.
20 bis 20.15 Uhr, Bibel TV: Andacht.
21.30 bis 22 Uhr, Bibel TV: Das Gespräch
Montag, 18. August
2.15 bis 5.15 Uhr, EWTN: Papst Franziskus
in Südkorea. Live-Übertragungen.
23.40 bis 0.05 Uhr, 3sat: Der Zirkuspfarrer.
Unterwegs mit Ernst Heller.
Mittwoch, 20. August
10.30 Uhr bis 12 Uhr, EWTN und K-TV:
Mittwochs-Audienz des Papstes.
19 bis 19.45 Uhr, BR: Stationen. Zerbrechliche Kämpfer – Oswald und seine Brüder.
Donnerstag, 21. August
17 bis 17.30 Uhr, BR: Aufbruch in die Normalität. Die jüdische Familie Schuster.
Freitag, 22. August
14.45 bis 15.30 Uhr, SWR FS: Bilderbuch:
Das Wittekindsland.
Sonntag 7.45 Hör mal – Kirche in WDR 2.
Werktags 5.55 Kirche in WDR 2.
WDR 3
Samstag 18.05 Vesper. Sonntag 8.30 Lebenszeichen. Weisheit nach Westen. Zen und traditionelle
chinesische Medizin verändern sich auf dem Weg
nach Europa. 9.05 Geistliche Musik. Werktags
7.50 Kirche in WDR 3. Choral und Ansprache.
domradio.de
WDR 5
An Sonntag, 17. August, um 10 Uhr, wird
das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom im
Internet-TV übertragen.
Zeitgleich ist im Radio das Hochamt
zum Patronatsfest aus dem Altenberger
Dom zu hören.
Werktags um 8 Uhr wird der Gottesdienst aus dem Kölner Dom live unter
www.domradio.de übertragen.
Sonntag 8.40 Das Geistliche Wort. Es muss
nicht gleich vom Teufel sein. 9.20 Diesseits von
Eden. Die Welt der Religionen. 22.05 Lebenszeichen. Werktags 6.55 Kirche in WDR 5.
Deutschlandfunk
Werktags 6.35 Morgenandacht. Sonntag 6.10
Geistliche Musik. 8.35 Am Sonntagmorgen.
Mit seidenem Faden – Friedenspfarrer im Ersten Weltkrieg. 10.05 Katholischer Gottesdienst
aus der Wallfahrtskirche St. Marien in Bochum.
Es predigt Pater Pirmin Johannes Holzschuh.
Montag bis Freitag 9.35 Tag für Tag. Mittwoch
20.10 Aus Religion und Gesellschaft.
Südwest-Rundfunk 2
Samstag 19.05 Geistliche Musik. Sonntag 7.55
Lied zum Sonntag. 8.03 Kantate. 12.05 Glauben.
Ursprünge des Christentums (4/4) Die Entstehung der Bibel. Werktags 7.57 Wort zum Tag.
20 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Thema: „Bei Kirchens was lernen“
Gottesdienste
Tagesevangelium
Von Montag, 18., bis
Samstag, 23. August,
um 8 Uhr spricht Pater
Ludger Ägidius Schulte OFMCap, Münster,
Gedanken zum Tagesevangelium.
Das ASG-Bildungsforum in Düsseldorf ist
mit über 3000 Veranstaltungen im Jahr einer
der großen Anbieter der Weiterbildung und
nimmt auch die Aufgaben der katholischen
Erwachsenen- und Familienbildung für das
Stadtdekanat Düsseldorf wahr. In diesem
Jahr seit genau 60 Jahren. Darüber sprechen
in „Thema“ Martina Deutsch, Leiterin Katholische Familienbildungsstätte Bonn; Antonius Kerkhoff, Leiter des ASB-Bildungsforums und Elmar Funken, Leiter des Katholischen Bildungsforums, Leverkusen
(Mi., 20. 8., 10 bis 12 und 20 bis 22 Uhr).
Reisen – Goethes Weimar
Ludger Schulte
OFMCap
Weimar war Brennpunkt europäischer
Geistesströmungen und Wohnort Goethes.
Es ist aufregend auf seinen Spuren zu wandeln, aber auch nach dem modernen Weimar Ausschau zu halten (Fr., 22. 8., 10 bis
12 und 20 bis 22 Uhr).
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
MEDIEN
Glaube zwischen Tradition und Moderne
Reliquiensuche
„Stella Days“: ARTE-Spielfilm über einen irischen Pfarrer
Die heilige Vorhaut Christi
Nach Jahren im Ausland wird der irische Pater
Daniel Barry aus der Vatikanischen Bibliothek
in Rom abberufen und als Pfarrer in einer kleinen, wenig entwickelten Gemeinde eingesetzt.
Nach drei Jahren Dienst hofft er, 1956 vom Bischof wieder nach Rom entsandt zu werden.
Der will ihn nur gehen lassen, wenn er genug
Geld eingetrieben hat für einen großen neuen
Kirchenbau. Zum Konflikt kommt es, als der
filmbegeisterte Pater gemeinsam mit dem jungen Lehrer Tim die Idee hat, ein Kino zu eröffnen, um Geld für die geplante Kirche zu sammeln. „The Stella – Der Stern“ soll es heißen.
Mit Begeisterung machen sich der Priester
und der Lehrer an die Arbeit. Die Sache hat nur
einen Haken: Bischof Hegerty ist ein entschiedener Gegner von Spielfilmen; er hält sie für die
Ursache des moralischen Verfalls der Gläubigen. Die Geschichte dieser Auseinandersetzung
erzählt der irische Spielfilm „Stella Days“.
Martin Sheen spielt den weltoffenen Priester mit großer Sensibilität. Man kann in seinem Gesicht lesen, wie er unter der seltsam
banalen Haltung seiner Gläubigen leidet. Ablenkung findet Pater Barry, wenn er filmt. Mit
einer Schmalfilmkamera hält er fest, wie die
Arbeiter die Strommasten in den verschneiten
Landschaften von Tipperary Country errich-
Pater Daniel Barry (Martin Sheen) spricht zu seiner
Gemeinde.
(Foto: ZDF/ARTE/Newgrange Pictures/John O‘Donnell)
Fast 2000 Jahre lang war die Vorhaut von Jesus Christus eine Reliquie der katholischen
Kirche, das einzige Stück vom Fleische Jesu,
das auf der Erde verblieben ist, nachdem er
zum Himmel aufgefahren war. Das Sanctum
Praeputium, ein Teil des Göttlichen! Karl der
Große soll die Reliquie Papst Leo geschenkt
haben, später soll sie Katharina von Valois
bei der Geburt von Heinrich dem VI. beigestanden haben.
Schließlich landete sie nach einem Umweg über Chartres wieder in Rom, genauer
gesagt im Altar der Pfarrkirche von Calcata,
einem kleinen Dorf nahe Rom. Doch dann
passierte es: Zu Neujahr 1983 musste Pater Don Dario den erwartungsvollen Pilgern
verkünden, dass ihre geliebte Reliquie von
Dieben gestohlen wurde.
Der amerikanisch-italienische Film „Die
Suche nach der Heiligen Vorhaut“ will das
mysteriöse Verbrechen nun aufklären. Es
geht nach Calcata Vecchia in Italien, in deutsche DNA-Labore und bis tief in den Vatikan
selbst. Kann der Film Christi letzte menschliche Überreste in dieser Welt wiederfinden
und das nun schon seit mehr als 30 Jahren
bestehende Geheimnis lüften?
ARTE, Fr., 22. 8., 17.30 bis 18.25 Uhr
Der Rhein ab Bad Honnef
Die Welt im Jahr 0
Berge umschließen den Rhein, wo er bei Bad
Honnef Nordrhein-Westfalen erreicht, enge
Fachwerkdörfer schmiegen sich an die Hänge. Bis der Strom die weite, offene niederrheinische Bucht bis nach Emmerich durchzieht, haben seine Ufer ein beeindruckendes
Kontrastprogramm von Natur und Industrie
zu bieten: Die fischreiche Siegmündung bei
Bonn etwa, wo üppige Vegetation vergessen lässt, dass die befahrenste Wasserstraße
Deutschlands nur wenig entfernt liegt.
SWR FS, Mi., 20. 8., 14.45 bis 15.30 Uhr
Die Dokumentation „Zeitreise – Die Welt im
Jahr 0“ fragt: Was geschah im Rest der Welt,
als mit Jesu Christi Geburt das Jahr 0 für unsere Zeitrechnung festgeschrieben wurde?
Was machten eigentlich die Maya, als die
Chinesen die Große Mauer bauten? Warum
gibt es überhaupt diese Ungleichzeitigkeit
in der Entwicklung der Völker? Zum ersten
Mal im Deutschen Fernsehen entsteht so eine
Parallelgeschichte der Menschheit, die durch
das Miterleben zum Staunen einlädt.
ZDF, So., 17. 8., 19.30 bis 20.15 Uhr
Eine Villa in Königswinter
Verlorene Söhne
Es ist schon ein sehr ungewöhnliches Haus
an der Rheinpromenade in Königswinter.
Eine Villa in einem kantigen Baustil, ohne
jeden Schnörkel und mit einem kleinen Park,
der direkt zum Rhein führt: Die Villa Leonhart. Der Film „Häuser mit Vergangenheit –
Geheimnisse einer alten Rheinvilla“ begibt
sich auf die Suche in den Archiven und deckt
Stück für Stück die Geheimnisse des Hauses auf. Der Wandel der Villa wird so für den
Zuschauer sichtbar, unterstützt auch durch
Spielszenen in historischen Kostümen.
WDR FS, Fr., 22. 8., 20.15 bis 21 Uhr
Bauer Hermann Kortüm hat gerade erst geheiratet, als er 1914 in den Krieg ziehen muss.
Fortan schreibt er seiner Frau fast jeden Tag
– seine Briefe geben Einblicke in die Gedanken und Gefühle eines einfachen Soldaten.
Es sind Fundstücke wie diese, die am Anfang
der Erkundungsreise „Die Suche nach den
verlorenen Söhnen“ stehen: 100 Jahre nach
Beginn des Ersten Weltkriegs spürt die Dokumentation Etappe für Etappe dem Schicksal junger Menschen nach, die 1914 bis 1918
das Grauen der Schlachtfelder erleben.
ZDF, Di., 19. 8., 20.15 bis 21 Uhr
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
ten. Gleichzeitig ermutigt er seine Gemeindemitglieder, sich an das Stromnetz anschließen
zu lassen. „Stella Days“ führt die Zuschauer zurück in das Irland der 50er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Er hält eine Art Happy End
bereit, allerdings eines, das für viele einen bitteren Beigeschmack hat.
ARTE, Mo, 18. 8., 20.15 bis 21.40 Uhr
und Fr., 22. 8., 14 bis 15.25 Uhr
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KLEINANZEIGEN
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Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
Erzählung
Und mit der selben Andacht, mit der sie
dem Vortrag des Museumsführers gelauscht
hat, versenkt Almut nun ihren Löffel in den
Traum aus Eis und Sahne.
„Friede?“, fragt Walter leise.
„Friede“, lächelt Almut, wissend, dass
kein Gemälde der Welt ihr dieses Glück beRenate Dopatka
scheren könnte. Eine altchinesische Fabel
Katze bleibt Katze
A
n diesem Bild sehen Sie besonders gut,
wie genial der Künstler die verschiedenen Grautöne einzusetzen weiß!“
„Genial ist gut“, raunt Walter seiner andächtig lauschenden Frau zu. „Der hat doch
nur seine Aschenbecher ausgeleert.“
„Jetzt sei doch endlich still!“, zischt Almut leise. Sie spürt, wie ihre Freude an der
Ausstellung immer mehr schwindet. Zu jedem Bild hat ihr Mann seine ganz spezielle
Meinung, und die muss er auch kundtun. Es
dauert nicht lange, und der Museumsführer
wendet sich mit kühlem Lächeln dem Unruhestifter zu.
„Ich bin gerne bereit, nach unserem
Rundgang mit Ihnen über das vermeintliche
Unvermögen des ausstellenden Künstlers zu
diskutieren. Jetzt muss ich Sie aber bitten,
diese Führung nicht länger zu stören.“
Während Walter kampfeslustig stehenbleibt, glaubt Almut im Boden versinken zu
müssen. Ihre Wangen brennen vor Scham,
sie spürt die Blicke der Umstehenden, hört
das Getuschel und sucht ihr Heil in der
Flucht. Hinter sich hört sie Walters Stimme,
was ihre Wut noch verstärkt. Alles muss er
einem verderben – dieser Kunstbanause! Die
Ausstellung, auf die sie sich so lange gefreut
hat, kann sie nun in den Wind schreiben.
Draußen empfängt sie warmes Sonnenlicht
und Vogelgezwitscher. Gleich hinterm Museum beginnt der Park mit hohen alten Bäu-
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
men, Blumenbeeten und – was im Moment
das Wichtigste für Almut ist – einer Bank,
,auf der nochniemand sitzt. Schon nach wenigen Minuten kommt Almut zur Ruhe. Ihr
Ärger verraucht, sie genießt die von Blütenduft getränkte Sommerluft, hört dem Flöten
der Amseln zu und erfreut sich am bunten
Bild der Spaziergänger: Händchen haltenden jungen Leuten, Kleinkindern, die Gänseblümchen pflücken, und älteren Paaren, die
in vertrautem Schweigen gemächlich an ihr
vorbeiflanieren.
Almut verspürt einen kleinen Stich. Sehnsucht nach ihrem energischen, fröhlichen
Walter. Ja, er ist ein rechter Kunstbanause.
Und doch der beste Ehemann der Welt.
„Erfrischung gefällig?“, hört sie plötzlich
eine tiefe Stimme. Erschrocken blickt sie
sich um und blickt auf zwei bis zum Rand
gefüllte, große Eisbecher. Über den Bechern
blinzelt ein verschmitztes Augenpaar.
„Im Museumscafé haben sie so ziemlich
alles – nur keine Friedenspfeife. Aber vielleicht tut‘s das Eis ja auch?“
Die beiden Eisbecher vorsichtig balancierend, windet sich der „Eismann“ um die
von Sträuchern umstandene Bank herum und
lässt sich neben seine Frau fallen.
Almut vermisst zwar in den Augen ihres Mannes den Ausdruck tiefen Schuldbewusstseins, die Wiedersehensfreude lässt sie
jedoch großmütig darüber hinwegsehen.
Dschi-Yen hatte eine prachtvoll schöne Katze zum Geschenk bekommen und wollte dem
Tier einen ganz besonderen Namen geben.
„Ich möchte sie Tiger nennen“, sagte er zu
einem Freund.
„Ein Tiger“, meinte dieser, „ist zwar ein
mächtiges Tier, aber doch nicht so gewaltig
wie ein Drache. Nennen wir sie Drache.“
„Gewiss, der Drache ist mächtiger als der
Tiger“, sagte ein anderer, „doch ein Drache
kann nicht bestehen ohne Wolken. Du musst
das Tier Wolke nennen!“
„Die Wolken können den Himmel bedecken“, erklärte ein dritter, „bedenke aber,
ein plötzlich anbrechender Sturm vermag sie
wieder zu verteilen. Nenne sie Sturm!“
„Eine Mauer“, fiel ein vierter ins Wort,
„ist stark genug, um auch dem ärgsten Sturm
zu trotzen. Nenn sie doch Mauer!“
„Hört“, rief ein anderer. „Zugegeben, eine
Mauer ist stark. Ihr habt aber die Mäuse vergessen, die sie unterhöhlen und sie zusammenstürzen lassen. Nein, Freund, du musst
die Katze Maus nennen!“
Da begann der Hausherr herzlich zu lachen. „Die Maus“, rief er aus, „wird doch
von der Katze gefressen! Da kann ich ihr ja
gleich den Namen Katze lassen. Katrin Martin
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BERICHT
Papst amputierte sich selbst
Zur Wiederzulassung der Jesuiten vor 200 Jahren
I
ch habe mir soeben meine rechte Hand abgeschnitten.“ Das soll Papst Klemens XIV.
am 27. Juli 1773 gesagt haben, nachdem er
unterschrieben hatte, den Jesuitenorden aufzulösen. Für uns kaum nachvollziehbar, dass
ein Papst unter dem Druck hasserfüllter politischer Machenschaften in Spanien, Frankreich,
Portugal und teilweise auch in Italien einen
Beschluss zur Aufhebung und Auslöschung
des Jesuitenordens unterzeichnete. Ausgerechnet der Orden, von Ignatius von Loyola
gegründet und mit einem besonderen Gehorsamsgelübde gegenüber dem Papst dem Pontifex zur Seite gestellt, wird mit päpstlicher
Unterschrift unterdrückt, ausgelöscht und abgeschafft. Betroffen davon waren damals rund
22 500 Jesuiten, fast 700 Schulen, 176 Priesterseminare und hunderte Missionsstationen.
Es dauerte fast 200 Jahre, bis sich Rom und
die Päpste bewusst wurden, welch immenser
Schaden für die Kirche mit der Aufhebung der
„Gesellschaft Jesu“ – der Societas Jesu (SJ) –
angerichtet worden war. Wahrscheinlich hatte Papst Pius VII. während seiner durch Napoleon verfügten Gefangenschaft in Fontainebleau Zeit genug darüber nachzudenken, wie
schlimm mit dem Erbe des Ignatius seine Vorgänger verfahren waren. Nach der Freilassung
stellte er mit einer feierlichen Erklärung am 7.
August 1814 den Orden wieder her.
Die neue Ordensleitung in Rom sah die
erste und wichtigste Aufgabe darin, die zerstörten Seelsorgestrukturen, die verbotenen
Schulen und die Missionsarbeit in Indien,
China und Japan wiederaufzunehmen. In Lateinamerika aber wurde nach den verschiedenen Unabhängigkeitskriegen in den neuen
Staaten Argentinien, Bolivien, Paraguay und
Brasilien ihr Wirken behindert. „Erst spätere
Jesuitengenerationen konnten in Lateiname-
Die Vertreibung der Jesuiten von 1773 auf einer päpstlichen
Gedenkmedaille: „Ich habe euch nie gekannt, weicht von
mir.“
(Foto: Läufer)
rika wieder Wurzeln fassen“ (Ludwig Wiedenmann SJ). Umso größer ist jetzt die weltweite Freude, dass Papst Franziskus nicht nur
der erste Papst aus Lateinamerika ist, sondern
auch der erste Papst aus dem Jesuitenorden.
ERICH LÄUFER
KLEINANZEIGEN
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AUS DEM ERZBISTUM
Treue über den Tod hinaus
NEUSS, DORMAGEN UND
GREVENBROICH:
Thilo Zimmermann,
Telefon (0 21 31) 46 10 27
Besondere Grabstätte für Kolping-Mitglieder
WEISSENBERG. Als erste Ortsgruppe im
Erzbistum Köln hat die Kolpingsfamilie NeussFurth eine Grabstätte für ihre Mitglieder angelegt. Die Namen der verstorbenen Weggefähr-
An der neuen Kolping-Grabstätte: Pater Georg (links) und
Hermann-Josef Cleve.
(Foto: ZIM)
ten, die künftig auf dem Friedhof der Gemeinde St. Josef in Weißenberg beerdigt werden, sollen auf einer steinernen Stele mit einem großen
Kolping-„K“ verewigt werden. „Unsere Mitglieder gehören teilweise seit ihrem Eintritt ins
Berufsleben unserer Gemeinschaft an und bauen zeitlebens mit am Werk Adolph Kolpings
und der Idee des verantwortungsvollen Lebens
und solidarischen Handelns. Deshalb besteht
der Wunsch, auch einmal eine gemeinsame Ruhestätte zu finden”, so Vorsitzender HermannJosef Cleve. Er und seine Vorstandskollegen
Marlene Weyers, Herbert Gondorf und Bernd
Welbers haben das Anliegen in die Tat umgesetzt und mehrere Felder zu einer Grabstätte zusammengefasst. Auch Präses Pater Georg vom
Orden von der Nachfolge Christi ist voll des
Lobes über die Initiative. Die lebenden Mitglieder der Kolpingsfamilie sorgen für Pflege und
Bepflanzung des Areals und tragen so zu einem
würdevollen Ort des Erinnerns bei. Damit übernehmen sie Verantwortung dafür, den Friedhof in angemessener Weise mitzugestalten und
schließen eine Lücke, die im ungünstigsten Fall
dem Wildwuchs ausgesetzt wäre.
ZIM
Neue Heimat
Pfarrzentrum mit Kindergarten gebaut
NEUSS. Beim ersten Rundgang durch den fertigen Komplex kam Monsignore Guido Assmann aus dem Staunen kaum heraus: „Ein
tolles Projekt“, schwärmte der leitende Pfarrer des Seelsorgebereichs „Neuss-Mitte“. Bei
dem Neubau handelt es sich um das Pfarrzentrum Heilige Dreikönige mit Kindergarten, das
für 3,7 Millionen Euro an der Kirche errichtet
worden ist. Am Sonntag, 17. August, wird dort
ab 11.30 Uhr ein Gottesdienst gefeiert, danach
sind Segnung und Empfang vorgesehen. In 16
Monaten ist unter Regie von Architekt Richard
Wichmann ein Ersatzbau für das alte Pfarrzent-
rum sowie die Kindergärten Heilige Dreikönige
und St. Vinzenz entstanden. Die gemeinsame
Tagesstätte mit nun vier Gruppen verfügt über
900 Quadratmeter. Das Pfarrzentrum hat eine
Nutzfläche von rund 450 Quadratmetern. Die
Klinkerziegel stammen aus dem Münsterland
und orientieren sich am Farbschema der Kirche, die jetzt wieder rundherum frei steht, nachdem der alte Gemeindesaal abgerissen worden
ist. „Von außen heißt es häufig, die Kirche ziehe
sich zurück, aber das ist nicht der Fall“, so Assmann. Jetzt habe der ganze Seelsorgebereich
eine neue Heimat.
ZIM
Freude über das neue Pfarrzentrum Heilige Dreikönige mit Kindergarten: Monsignore Guido Assmann.
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
NEUSS. Mit großer Trauer haben die
Neusser Katholiken auf den Tod von Ehrendechant Heinrich Pilligrath (Foto) reagiert. Der Seelsorger verstarb im Alter von 81 Jahren im
Reuschenberger St.Hubertus-Stift, wo er
als Hausgeistlicher
wirkte. Pilligrath wurde 1933 in Neuss geboren, besuchte das
Quirinus-Gymnasium,
studierte in Bonn und
empfing 1960 die Priesterweihe. Nach
seinen Kaplansjahren trat er 1972 die
Pfarrstelle St. Martinus in Uedesheim an.
1981 übernahm er auch St. Cyriakus in
Grimlinghausen und war damit einer der
ersten Priester, die für zwei Gemeinden
verantwortlich zeichneten. Zwölf Jahre
leitete Pilligrath das damalige Dekanat
Neuss-Süd. Er wurde in Uedesheim beigesetzt.
GLEHN. In einem Gottesdienst im syromalabarischen Ritus indischer Katholiken verabschiedet sich Pater Jose Peter als Kaplan vom Pfarrverband „NeussWest/Korschenbroich“. Die Messe beginnt am Sonntag, 17. Au-gust, um 10 Uhr
in St. Pankratius in Glehn. Anschließend
ist Begegnung im Pfarrzentrum. Dabei
können indische Spezialitäten probiert
werden. Pater Jose, wie ihn alle nennen,
wechselt in eine Klostergemeinschaft
seines Ordens der Unbeschuhten Karmeliten im Bistum Regensburg.
BÜDERICH. „Die zehn Gebote“ heißt
eine Ausstellung im Alten Küsterhaus
St. Mauritius. Gezeigt werden Bildtafeln
des Künstlers Roger Gerhold. Die Vernissage beginnt am Freitag, 22. August,
um 18 Uhr. Zur Einführung spricht Niklas
Hebing vom Hegel-Institut der Ruhr-Universität Bochum. Am Klavier spielt Uwe
Rössler Variationen zu Johann Sebastian
Bachs „Dies sind die heil‘gen zehn Gebot“. Monsignore Wilhelm Terboven aus
Düsseldorf spricht am Dienstag, 26. August, ab 19 Uhr über „Die zehn Gebote“.
Die Ausstellung ist bis zum 7. September zu sehen; freitags und samstags von
16.30 bis 18.30 Uhr und sonntags von 11
bis 13 Uhr.
(Foto: ZIM)
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AUS DEM ERZBISTUM
DÜSSELDORF:
Ronald Morschheuser,
Fax (0 21 73) 96 79 98
BENRATH/HILDEN. Großveranstaltung
beim Schützen-Bezirksverband Düsseldorf-Süd: Er richtet am Sonntag, 17.
August, den Diözesan-Jungschützentag aus. Wer mitfeiern möchte, kann
zum Beispiel am Jugendgottesdienst
auf der Südterrasse von Schloss Benrath teilnehmen. Er beginnt um 10 Uhr
und wird bei Regen in die Pfarrkirche
St. Cäcilia an der Hauptstraße verlegt.
Ab 11.30 Uhr findet ein Festzug durch
Benrath statt. Die offizielle Eröffnung
ist um 12.30 Uhr im Festzelt an der Bayreuther Straße. Die Schieß- und Fahnenschwenkwettbewerbe werden in
einer Sporthalle im benachbarten Hilden durchgeführt. Siegerehrung ist um
17.30 Uhr im Festzelt.
DÜSSELDORF. Das Massaker von Oradour ist Gegenstand der Fotoausstellung „Oradour-sur-Glane – Fotografien von Martin Graf“. Sie ist bis zum
14. September im „maxhaus“ an der
Schulstraße zu sehen. Am Donnerstag, 21. August, spricht ab 19 Uhr der
belgische Schriftsteller und Historiker
Bruno Kartheuser über die barbarische zweite Mordaktion der SS-Division „Das Reich“ mit ihrem Kommandeur
Heinz Lammerding aus Düsseldorf im
gut 100 Kilometer von Oradour-sur-Glane entfernten Tulle. Kartheuser rekonstruiert die Ereignisse von Tulle schon
seit 1997 und hat die Ergebnisse seiner
Recherchen in einer vierbändigen Dokumentation veröffentlicht. Nach dem
Vortrag besteht die Möglichkeit zur
Diskussion. Der Eintritt ist frei.
DÜSSELDORF. Sein Name wird auch
in der Bundeshauptstadt nicht vergessen: Für den gebürtigen Düsseldorfer Dr. Carl Sonnenschein gibt es
jetzt eine Gedenktafel an der Fassade
des Humboldt-Palais´ in Berlin-Mitte.
Der als „Großstadtapostel“ bezeichnete Seelsorger Sonnenschein war
am 15. Juli 1876 in Düsseldorf geboren worden. Am 20. Februar 1929 starb
er in Berlin. In seiner Heimatstadt erinnern unter anderem die Carl-Sonnenschein-Schule in Unterbach und
die Carl-Sonnenschein-Straße in Stockum am Pfarrzentrum Heilige Familie
an ihn.
Kapelle ins beste Licht rücken
Stiftung ruft zu Teilnahme an Fotowettbewerb auf
DÜSSELDORF. Bis zum 30. September läuft
ein Fotowettbewerb, mit dem die Stiftung St.Josephs-Kapelle nach den schönsten Darstellungen des barocken Kleinods an der Rheinuferpromenade sucht. Seit 2011 kümmert sich
die Stiftung um die dauerhafte Erhaltung des
Kirchleins, die Pflege der in ihm enthaltenen sakralen Gegenstände und Kunstwerke sowie um
das historische Erbe des früher dort ansässigen
Lohnendes Fotomotiv: Der Altar der Kapelle mit dem von
Gabriel de Grupello geschaffenen Kreuz. (Foto: Privat)
Ordens der Töchter vom Heiligen Kreuz. Beim
Fotowettbewerb prämiert werden Arbeiten, die
den besonderen äußeren Rahmen oder den Innenraum mit seiner neobarocken Illusionsmalerei ins beste Licht rücken. „Die künstlerische
Herausforderung ist es, das Gotteshaus in der
Öffentlichkeit noch lebendiger werden zu lassen“, sagt der stellvertretende Stiftungsvorsitzende Klaus Schulgen. Eine besondere, nicht
absehbare Schwierigkeit: Nach Orkanschäden
wird die Fassade zurzeit teilweise durch ein Gerüst verdeckt. Deswegen lohnt sich möglicherweise die Auswahl eines Motivs aus dem Innenraum: Am Wochenende, 29. und 30. August, ist
die Kapelle jeweils von 10 bis 16 Uhr für Fotografen geöffnet. Die Bilder dürfen farbig oder
schwarz-weiß, gerne auch als Collage, gestaltet
werden. Die ersten 55 Foto-Einsendungen erhalten einen Einkaufsgutschein eines Düsseldorfer Foto-Geschäfts. Eine Jury bewertet alle
Wettbewerbsbeiträge. Die drei Hauptpreise bestehen aus Gutscheinen für die Teilnahme an einer Foto-Akademie. Die fünf besten Arbeiten werden nach Abschluss des Wettbewerbs
in der Kapelle ausgestellt. Bis zu drei Bilder
können im jpeg-Format auf der Homepage
www.fotokoch.de/stjoseph.html hochgeladen
werden. Weitere Informationen gibt es unter Telefon (01 72) 21 174 24 und im Internet. RM
➔ www.josephskapelle-duesseldorf.de
Kreuz wieder an altem Platz
Dominikaner-Kirche St. Andreas jetzt barrierefrei
ALTSTADT. Es geht voran mit der Renovierung der Dominikaner-Kirche St. Andreas: Bis
Ende des Monats sollen die Malerarbeiten abgeschlossen sein, dann können die Gerüste wieder verschwinden und den Blick auf das erneuerte, prachtvolle Äußere der ehemaligen Hof-
kirche freigeben. „Wir rechnen auch damit,
dass schon im September die Rampe zur linken Kirchtür fertiggebaut wird, sodass unsere
Kirche künftig barrierefrei erreichbar ist“, freut
sich Pater Manuel Merten, Prior des Düsseldorfer Dominikanerklosters. Besondere Sorgfalt
wurde bei der Überarbeitung der Kirche auf das
übermannsgroße, rund
400 Kilogramm schwere
Metallkreuz verwendet,
das acht Wochen lang
restauriert und schließlich mit einem großen
Kran an seinen alten
Platz in 45 Metern Höhe
zurückgehoben wurde.
Korrosion hatte dem Metallkreuz zugesetzt. Dank
eines speziellen Schutzlacks ist es jetzt gegen
Ein Kran hievte das rund 400 Kilogramm schwere Kreuz der Kirche St. Andreas nach der Witterungseinflüsse besRestaurierung an seinen angestammten Platz in 45 Metern Höhe.
(Foto: Privat) ser gewappnet.
RM
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AUS DEM ERZBISTUM
Mit Kompetenz und Esprit
HILDEN, LANGENFELD, MONHEIM:
Ronald Morschheuser,
Katholisches Bildungswerk stellt neues Programm vor
Fax (0 21 73) 96 79 98
KREIS METTMANN. Einen Schwerpunkt auf
Weiterbildung für Ehrenamtliche legt das neue
Programm des Katholischen Bildungswerks im
Kreis Mettmann für die zweite Jahreshälfte. Es
umfasst 88 Seiten mit Veranstaltungen, Seminaren und Begegnungen in den Monaten August
bis Dezember. „Wir konzentrieren uns auf die
Bereiche Religion, Persönlichkeit, Kultur, Familienbildung, Gesellschaft, Politik, Ehrenamt
und Medien“, erklärt Julia Krebel, Leiterin des
Bildungswerkes. Im großen Kreisgebiet werden
auch regional unterschiedliche Akzente gesetzt:
So findet etwa in Monheim am Rhein der erste
Qualifizierungskurs zur Begleitung von Menschen mit Demenz statt, während ehrenamtliche Lernpaten und Hospizbegleiter Schulungsangebote in Ratingen, Hilden und Langenfeld
wahrnehmen können. Ebenfalls in Ratingen
gibt es zwei Schnupperveranstaltungen der Radiowerkstatt. Und in Kooperation mit der Gemeinde St. Peter und Paul
wird dort die Reihe „Mit
Kompetenz und Esprit“
angeboten, in der es um
Kommunikation, Selbstschutz, Achtsamkeit und
Spiritualität geht.
Das Programm liegt
ab sofort in den Pfarrgemeinden, Familienzentren und weiteren
öffentlichen Einrichtungen aus. Es kann
auch im Internet eingesehen werden.
RM
Leiterin Julia Krebel präsentiert das neue Halbjahresprogramm des Katholischen ➔ www.bildungswerkBildungswerks im Kreis Mettmann.
(Foto: Privat) mettmann.de
Gesund und bequem zur Arbeit
Radstation hat ein neues Angebot für Pendler
RATINGEN. „Die Idee für das Pendlerbike hat- Neumann, Mitarbeiter der Radstation. Laut
te unser Radstationsleiter Marc Toczek“, er- Wierichs gebe es drei gute Gründe, das Angeklärt Robert Wierichs, Bereichsleiter beim So- bot zu nutzen. „Die Gesundheit wird gefördert,
zialdienst katholischer Frauen (SkF) Ratingen. es wird ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet
Das Pendlerbike sei für Berufstätige interes- und gleichzeitig werden die Angebote des SkF
sant, die vom Ratinger Ostbahnhof per Rad zu Ratingen zur Beschäftigung und Qualifizierung
ihrem Arbeitsplatz fahren wollen, so Wierichs. unterstützt.“ Alle Informationen sind unter TeleAb 15 Euro pro Monat lässt sich ein solches fon (0 21 02) 7 11 66 01 erfragbar.
M
Fahrrad mieten. Im Angebot sind die Bereitstellung des Fahrrads entweder in Standard- oder
Extra-Ausführung und
die Unterbringung im
Parkhaus der Radstation enthalten. Zudem ist
die Reinigung, Reparatur und Wartungsservice
sowie der Wechsel von
Sommer- auf Winterreifen inklusive. „In der
Extraausführung gibt es
auch eine USB-Ladestation, einen Handyhalter
und einen Tachome- Carsten Neumann mit einem Pendlerbike vor der Radstation des SkF Ratingen. Er hofft,
(Foto: MM)
ter“, erläutert Carsten dass viele Interessenten das Angebot nutzen werden.
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
METTMANN, RATINGEN:
Maximilian Moll,
Telefon (02 02) 96 31 19 49
UNTERFELDHAUS. Das Gemeindezentrum am Niermannsweg wird seit einiger
Zeit nicht nur von der katholischen, sondern ebenfalls von der evangelischen Kirchengemeinde genutzt. Ab sofort wird
auch die „Kinderkirche“ ökumenisch gefeiert. Kindergarten-Kinder und Grundschulanfänger werden regelmäßig zu
einer kindgerechten Liturgie, einer biblischen Geschichte und theologischer
Vertiefung eingeladen. Wer sich in die
Vorbereitung der Kinderkirche einbringen möchte, kann sich bei Andrea Ungermann unter Telefon (02 11) 28 07 10 91
melden.
HILDEN. Versierte Männerstimmen sucht
die Schola Gregoriana St. Jacobus, um
die Messe „Cum jubilo“ von Maurice Duruflé einzustudieren. Die Aufführung wird
Ende September sein. Männer, die in dem
Projekt mitarbeiten wollen, können sich
bei Kirchenmusiker Carlos A. Reigadas
unter Telefon (01 72) 2 46 67 04 melden.
Die Proben finden dienstags von 19 bis 20
Uhr im Jugendheim St. Konrad statt.
HILDEN. Ein „Ma(h)l am Abend“ findet
am Samstag, 23. August, nach der um 17
Uhr in der Pfarrkirche St. Jacobus gefeierten Vorabendmesse statt. Dazu laden
der Ortsausschuss St. Jacobus und die
ganze Gemeinde dazu ein, an Tischen in
der Mittelstraße Platz zu nehmen. Es gibt
Brot, Wein und künstlerische Einlagen.
LINTORF. Mit dem Thema „Was sagen
die Texte aus dem Johannesevangelium uns über Gott und das Leid, unsere
Erlösung durch Jesus und die Stellung
der Frau in der Kirche?“ beschäftigt sich
der Gesprächskreis mit Pater Jilesen im
zweiten Halbjahr Der nächste Termin
ist am Montag, 25. August, um 16 Uhr im
Pfarrsaal, Am Löken 69.
METTMANN. Zum Chorprojekt „Mozartmesse“ lädt der Kirchenchor St. Lambertus jeweils dienstags ab dem 19. August
um 20 Uhr ins Kaplan-Flintrop-Haus ein.
Die Mozartmesse wird am Samstag, 20.
September, in Haan und am Sonntag, 16.
November, in Mettmann mit Chor, Solisten und Orchester aufgeführt. Weitere Informationen bei Matthias Röttger
unter Telefon (0 21 04) 7 46 71.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 35
AUS DEM ERZBISTUM
REMSCHEID UND SOLINGEN:
Michael Möller,
Telefon (0 21 91) 34 05 37
WUPPERTAL: Helmut Pathe,
Telefon/Fax (02 02) 8 54 08
WUPPERTAL. Der Kreuzbund, eine
Suchthilfeorganisation für Betroffene
und Angehörige, feiert am Samstag, 6.
September, sein traditionelles Sommerfest mit Tombola. Wie immer wird im
Breuer Saal, Auer Schulstraße 9, gefeiert. Beginn ist um 17 Uhr (Einlass 16.30
Uhr). „The Jet Set Band“ wird musikalisch für gute Stimmung sorgen, für das
leibliche Wohl wird ebenfalls gesorgt.
Der Eintritt ist frei.
WUPPERTAL. Zum inzwischen traditionellen Laurentiusempfang am ersten
Freitag nach Ende der Sommerschulferien lädt der Katholikenrat am Freitag,
22. August, ein. Beginn ist um 18 Uhr in
der Basilika minor St. Laurentius. Der
anschließende Empfang findet im Stadthaus statt. Dort spricht nach der Begrüßung durch die Katholikenratsvorsitzende Sabine Schmidt Pater Frido Pflüger
SJ über die Arbeit des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes. Für die musikalische Begleitung des Abends sorgt Lutz Griebel,
Gitarre. Wer am Laurentiusempfang des
Katholikenrates teilnehmen möchte,
kann sich auf der Internetseite des Gremiums anmelden.
➔ www.katholikenrat-wuppertal.de
WUPPERBOGEN-OST. Diözesanadministrator Dr. Stefan Heße hat Kreuzherrenbruder Dirk Wasserfuhr OSC mit einer 50-Prozent-Stelle für die Seelsorge
in der Pfarreiengemeinschaft beauftragt
und gleichzeitig eine Beerdigungserlaubnis erteilt. „Ich bin froh und dankbar
für diese Verstärkung und wünsche unserem Bruder Dirk, auch im Namen des
Seelsorgeteams, viel Freude und Gottes
Segen für seinen Dienst im Weinberg
des Herrn“, so Benedikt Schmetz, Leitender Pfarrer im Seelsorgebereich.
GRÄFRATH. Für das Wochenende 16.
und 17. August lädt die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Mariä Himmelfahrt, Klosterhof, zum Schützenfest
ein. Die Schützen freuen sich auf eine
rege Teilnahme am Bürgerkönigschießen am Samstag ab 11 Uhr. Am Sonntag, 17. August, findet die „SchützenMesse“ um 9.30 Uhr unter Mitwirkung
des Kinderchores „Simply Go(o)d“
statt.
Mitten im Leben
„Lotsenpunkt“ mit vielschichtigem Angebot
LENNEP. Mit dem „Lotsenpunkt“ in der Kölner Straße 3 ist die Kirche in Lennep nun wirklich mitten im Leben. In der Altstadt hat die
Verbindungsstelle zwischen der Gemeinde St.
Bonaventura/Heilig Kreuz, der Caritas und
den Menschen ihren Platz gefunden. Wie Rosina Wastl von der Caritas Remscheid feststellte,
waren die Beratungsangebote und Fachdienste
nur wenig in den Stadtteilen bekannt. Das soll
sich nun mit dem neuen Angebot ändern. Die
zwölf ehrenamtlichen Mitarbeiter sind Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr da. Die Hilfe reicht vom Unterstützen beim Ausfüllen von
Formularen über eine allgemeine Sozialberatung und bis zum Engagement des Migrationsdienstes. Der „Hasenberger Jobtreff“ hat seinen
Treffpunkt auch in die
Kölner Straße 3 verlegt.
Auch der leitende Pfarrer Jürgen Behr
hat seine Sprechstunden vom Pfarrbüro in
die Räume des „Lotsenpunktes“ verlegt. Die
Einrichtung steht Menschen jeden Alters und
Herkunft offen. So könne hier ein zentraler Treff
für Hilfe oder einfach
nur für den ungezwungenen Kontakt zur „KirCaritas-Mitarbeiterin Rosina Wastl hält die Tür des Treffs in der Lenneper Altstadt für che“ entstehen.
MÖ
alle offen.
(Foto: MÖ)
Letztes Fest auf der Baustelle
Im Kinderhospiz kann ein Musterzimmer besichtigt werden
WUPPERTAL. Wenn sich am Sonntag, 31. August, der Bauzaun am ehemaligen Kinderheim
im Burgholz zum Sommerfest öffnet, ist es bis
zum Bergischen Kinderhospiz Burgholz nicht
mehr weit. Zum letzten Mal vor der geplanten
Eröffnung der Einrichtung (wohl Anfang 2015)
wird rund um die Häuser gefeiert.
Dabei warten auf die großen und kleinen
Besucher nicht nur die „üblichen“ Sommerfestattraktionen wie Clown Klärchen, Live-Musik und Speisen und Getränke. Bis zu diesem
Sonntag will Architekt Wolf-Dieter GawehnHarnisch ein Musterzimmer fertiggestellt haben. Die Besucher und Spender sollen sehen
können, wie eins der zehn Gästezimmer aussehen wird. „Geplant haben wir alles zusammen
mit den Hospizfachleuten der Caritas“, so der
Architekt. Bisher sei man auch im Rahmen des
gesteckten Kostenrahmens geblieben. Der Umbau des ehemaligen Kinderheims kostet gut
fünf Millionen Euro, eine Million wird für die
Inneneinrichtung ausgegeben. „Und dann wird
noch für 300 000 Euro
die Zufahrtsstraße saniert“, so Zita Höschen
von der Kinder-Hospiz-Stiftung Bergisches
Land. Sie war in den vergangenen Jahren vielen
als das Gesicht des Hospizes bekannt geworden.
Die Eröffnung der Einrichtung wird Zita Höschen aber nur als Gast
erleben. Sie wechselt
im Oktober zum Landschaftsverband WestfaAlles nach Plan: Zita Höschen und Wolf-Dieter Gawehn-Harnisch in einem der Gästezimmer len-Lippe.
PA
im Kinder-Hospiz im Burgholz.
(Foto: PA) ➔ www.kinderhospiz-burgholz
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AUS DEM ERZBISTUM
„Drachenflieger“ neu im Programm
OBERBERGISCHER KREIS:
Heike Cosler,
Telefon (01 71) 3 60 96 14
ALTENKIRCHEN: N.N.
Telefon
Psychologische Beratungsstelle zieht Bilanz
WIPPERFÜRTH. Der Jahresbericht der Psychologischen Beratungsstelle für 2013 liegt
vor. „Die Zahl derer, die sich an uns wenden,
ist gleichbleibend hoch geblieben“, sagte Leiter
Ansgar Nowak. Neben den zahlreichen Hilfsangeboten, die die Beratungsstelle bereits organisiert, startet im September eine neue Veranstaltungsreihe für Kinder, deren Eltern psychisch- und suchtkrank sind. Unter dem Namen
„Drachenflieger“ richtet die Psychologin Maren Schneider ein Gruppenangebot für Kinder
ein. „Da sich schon viele Eltern mit einer psychischen Störung bei uns gemeldet haben, wissen wir um den Bedarf dieser Neuerung“, erklärte Nowak.
Das Hauptanliegen lag 2013 in der Beratung
und Therapie von einzelnen Kindern und Jugendlichen und deren Familie. Darüber hinaus
ist die präventive Arbeit an sechs Grundschulen, sechs weiterführenden Schulen und in zehn
Familienzentren von großer Bedeutung. „Gestiegen ist die Zahl der strittigen und hochstrittigen Eltern, die sich nicht über Sorgerecht oder
Umgangskontakte einigen können“, sagte Nowak. „Hier versuchen wir mit dem Gruppenangebot ‚Kinder im Blick‘ zu helfen.“ Infor-
GUMMERSBACH. „Hauptaufgabe oder
Beiwerk? Das Zweite Vatikanische Konzil
über die Bedeutung der Ökumene“. Zum
gemeinsamen Nachdenken über die ökumenische Dimension im geistlichen Leben laden das Männerwerk St. Franziskus und das Bildungswerk ein. Beginn ist
mit der Wort-Gottes-Feier am Freitag, 22.
August, um 19 Uhr in der Pfarrkirche St.
Franziskus.
Ansgar Nowak, Leiter der Psychologischen Beratungsstelle,
mit dem Jahresbericht.
(Foto: HC)
mationen zur Arbeit der Beratungsstelle und
eine anonyme Onlineberatung gibt es im Internet.
HC
➔ www.beratung-in-wipperfuerth.de
Hemmschwellen abbauen
Ferienwoche für Menschen mit und ohne Behinderung
ENGELSKIRCHEN-EHRESHOVEN.
Die
Malteser Kommende bietet seit sieben Jahren
eine Ferienwoche für Erwachsene mit und ohne
Behinderung an. „In diesem Jahr habe wir 34
Teilnehmer im Alter von 20 bis 93 Jahren, die
von 20 ehrenamtlichen Betreuern unterstützt
werden“, erklärte Beate Schwick vom Vorbereitungsteam. Die gemeinsamen Ferientage geben
Menschen mit und ohne Behinderung die Möglichkeit Freude miteinander zu haben, Schönes
miteinander zu erleben, Grenzen zu bejahen
und Hemmschwellen zu überwinden. In diesem
Jahr hat das Vorbereitungsteam wieder ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Der
Circus Gioco und der Besuch im Garten der Familie Schwick haben Teilnehmerin Michaela
Rank besonders gut gefallen. „Die Clowns waren supertoll und haben uns in ihre Vorstellung
mit einbezogen“, erzählte sie. „Im Garten haben wir gemeinsam einen Geburtstag gefeiert.“
Die ehrenamtliche Helferin Ingeborg Peters
ist bereits zum sechsten Mal dabei. „Ich nehme immer etwas von der guten Stimmung,
die hier herrscht, mit“, sagte sie.
HC
HÜCKESWAGEN. Die Kolpingsfamilie
lädt zum Bezirksfamilienfest am Sonntag, 24. August, ein. Der Tag beginnt um
11 Uhr mit einer Festmesse in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt. Um 12.30 Uhr
folgt eine Führung durch das Heimatmuseum und die Hückeswagener Konfessionsgeschichte. Alternativ kann an einer
Stadtrallye für Groß und Klein teilgenommen werden. Anschließend gibt es ein
gemeinsames Mittagessen und um 14.30
Uhr werden auf dem Kirchplatz Gruppenspiele angeboten. Information und Anmeldung unter Telefon (0 21 92) 8 23 71.
WIPPERFÜRTH. Die Kirchengemeinde
St. Nikolaus feiert am Sonntag, 24. August, um 9.30 Uhr ein Festhochamt in der
Pfarrkirche St. Nikolaus. Anschließend
folgt eine Sakramentsprozession über
den alten Agathaberger Kirchweg nach
St. Agatha. Damit erinnert die Gemeinde
an den Siebenschläfertag 1456, an dem
die Stadt Wipperfürth zu einem Drittel
durch ein Feuer zerstört wurde. Damals
gelobte die Bevölkerung, eine Wallfahrt
zur heiligen Agatha zu unternehmen, die
als mächtige Fürsprecherin bei Feuersnot
gilt. Im Jahre 1474 errichteten die Menschen auf dem Berg bei Dierdorf eine Kapelle zu Ehren dieser Heiligen.
LINDLAR. Zum dritten Mal erarbeiten die
Sängerinnen und Sänger der oberbergischen Kirchen- und Jugendchöre ein
großes Chorwerk. Die „Franziskusmesse“ wird mit Regionalkantor Bernhard
Nick als Welturaufführung einstudiert.
Zu den Proben und zum Konzert sind alle
Sangesinteressierten eingeladen. Probentermine sind ab dem 25. September
bis 23. Oktober immer donnerstags um
19.30 Uhr im Severinushaus. Die Aufführung im Kulturzentrum Lindlar ist am
Sonntag, 26. Oktober, um 16 Uhr.
Gemeinsam besuchte die Feriengruppe der Malteser Kommende den Schwickschen Garten.
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
(Foto: HC)
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 37
AUS DEM ERZBISTUM
RHEINISCH-BERGISCHER KREIS:
Siegbert Klein,
Mobil (01 77) 6 12 20 10
LEVERKUSEN:
Kathrin Becker,
Mobil (01 62) 9 40 70 14
RÖSRATH. Auch in der Pfarrgemeinde
St. Nikolaus von Tolentino stehen jetzt
je eine „Caritasbox“ zur Rohstoffsammlung im Eingangsbereich der Kirchen,
Kindertagesstätten und des Jugendzentrums JUZE.
HERKENRATH. Eine Wegekreuzführung
durch Bergisch Gladbach-Herkenrath
bietet Ursula Wenzel am Sonntag, 24.
August, um 14.30 Uhr an. Treffpunkt ist
vor der Kirche St. Antonius Abbas.
KÜRTEN. Eine süße Spurensuche veranstaltet die Pfarrei St. Marien in Kürten. Am Samstag, 27. September, heißt
es „Kölsche Kaffeeklatsch-Konditoreitour“. Es ist ein Ausflug zum Thema
Kaffeekränzchen mit sahnigen Stopps
in Kölner Caféhäusern und Konditoreien. Von der Bergischen Kaffeetafel, der
Torte für den Papst bis hin zum „Coffee
to go“ wird vielerlei geboten. Informationen und Anmeldung bei Anja Blumberg, E-Mail [email protected]
LÜTZENKIRCHEN/QUETTINGEN. Wer
sich das neue Gotteslob einmal in Ruhe
zu Hause ansehen möchte, kann sich
dazu eines der roten Exemplare aus
den Kirchen St. Maurinus und St. Maria Rosenkranzkönigin mitnehmen. Das
Angebot ist kostenlos; die Bücher sollen spätestens nach einigen Wochen
zurückgegeben werden. Wer „auf den
Geschmack kommt“ kann sich anschließend ein eigenes Exemplar bestellen.
OPLADEN. „Kolpingjugend gegen jung
gebliebene Kolpinger“ heißt es, wenn
beim Sommerfest der Kolpingsfamilie
Opladen-Zentral am Sonntag, 17. August, um 15 Uhr das Hallenfußballspiel
angepfiffen wird. Nach der Messe, die
um 10 Uhr in der Kapelle der Marienschule gefeiert wird, gibt es im Schulgarten (bei Regen drinnen) Frühschoppen und Spiele für die Kinder.
FETTEHENNE. Das Frauen-KabarettKrefeld gastiert am Freitag, 22. August,
um 19 Uhr im Pfarrsaal von St. Matthias. Eintrittskarten gibt es in den Pfarrbüros von St. Franziskus, St. Matthias,
St. Nikolaus sowie im Pastoralbüro in
Schlebusch.
Prägen das Bild des VPH
Drei Ordensschwestern feiern ihr Professjubiläum
BENSBERG. Mit einem feierlichen Gottesdienst begehen die Pallottinerinnen am Vinzenz-Pallotti-Hospital (VPH) in Bensberg am
Samstag, 16. August, die Ordensjubiläen von
drei Mitschwestern. Die Dankmesse beginnt
um 18 Uhr in der Kapelle des Krankenhauses.
Schwester Dominica Rose begeht den 60.
Jahrestag ihrer Ewigen Profess und Schwester Nicola Schubert sowie Schwester Fernandis Westhoven jeweils ihren 50. Jahrestag.
Schwester Dominica unterrichtete viele Jahre
an der Krankenpflegeschule und betreut heute das Archiv der Gemeinschaft. Schwester Nicola, gelernte Finanzbuchhalterin, war über 40
Jahre in der Verwaltung des Hauses tätig und
betreut heute die Bücher des Fördervereins
Hospiz. Schwester Fernandis war viele Jahre in
der Krankenpflege und in der Krankenpflegeschule im Einsatz. Im Ruhestand kümmert sie
sich um den Kräutergarten des Krankenhauses.
Alle drei Ordensfrauen prägen mit ihrem Einsatz noch heute das Bild des Hauses.
KL
Sie feiern am Samstag ihr Ordensjubiläum in Bensberg: von links Schwester Nicola, Schwester Dominica und Schwester
Fernandis.
(Foto: Tomasetti)
„Da freu ich mich das ganze Jahr drauf“
Ferienprogramm bringt Familien zusammen
STEINBÜCHEL. „Endlich mal aus Leverkusen rauskommen und zwei Tage lang nicht
kochen, nicht putzen, sondern Zeit haben für
mein Kind – da freu ich mich das ganze Jahr
drauf.“ Diese Aussage einer Mutter aus dem
Projekt „Frühe Hilfen“ zeigt Eva Pallast von
der Katholischen Erziehungsberatungsstelle,
dass der Aufwand sich lohnt. Der Aufwand,
Mit einem gemeinsamen
Sommerferienprogramm.
38 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Grillen
endete das
(Foto: KB)
ein Wochenende in der Eifel zu organisieren
für rund 20 Erwachsene und zehn Kinder.
Für die Träger, die bei „Frühe Hilfe“ zusammenarbeiten, war das der Auftakt zum Sommerferienprogramm, das jetzt mit einem gemeinsamen Grillen am Wohnpark Steinbüchel seinen Abschluss fand.
„Wir waren zum Beispiel beim NaturGut
Ophoven, im Kölner Zoo und im Irrland“,
berichtet Agnes Dahlem von der Caritas. Mit
„im Boot“ war dabei auch der Familienpädagogische Dienst. „Für uns ist das natürlich
total spannend, die Familien auch mal außerhalb ihres häuslichen Umfelds und länger als die anderthalb Stunden eines Hausbesuchs erleben zu können“, sagt Mitarbeiterin Monika Hofen. Zu den positiven Effekten des Sommerferienprogramms zählen für
sie und die anderen auch, dass auch die Väter
und ältere Geschwisterkinder mal dabei sein
können. „Gemeinsame Erlebnisse stärken
die Familien“, erklärt Marianne Harsebrink,
Fachbereichsleiterin bei der Caritas. „Und
auch der Kontakt, der durch solche Aktionen
zwischen den Familien entsteht, ist eine große Bereicherung.“
KB
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
AUS DEM ERZBISTUM
Ein Dorf feiert seinen Pastor
Goldenes Priesterjubiläum von Pfarrer Werner Buchholz
EISBACH. Das ganze Dorf hatte Pfarrer
Werner Buchholz eingeladen, sein Goldenes
Priesterjubiläum mitzufeiern. Und alle packten mit an. Auf den Tag genau 50 Jahre nach
seiner Primiz am 2. August 1964 in Süchteln
feierten zahlreiche Verwandte, Nachbarn,
Freunde und Besucher aus Alsdorf in und
vor der Eisbacher Marienkapelle die Dankmesse. Buchholz war am 25. Juli 1964 in seiner Heimatpfarrei St. Clemens in Süchteln
vom Aachener Bischof Johannes Pohlschnei-
Pfarrer Werner Buchholz.
(Foto: CG)
der zum Priester geweiht worden. 35 Jahre
lang wirkte er als Seelsorger an St. Kastor in
Alsdorf, bevor er als Ruheständler 2002 nach
Eisbach zog.
Die dortige Kapelle „Zur Rosenkranzkönigin“, die seit ihrer Erbauung vor 144 Jahren im Familienbesitz war, hatte er von seinem älteren Bruder Prälat Peter Buchholz junior geerbt und er sorgte für sie. 2010 entschloss er sich aus dem Gedanken heraus,
dass er auf absehbare Zeit der letzte Priester aus Eisbach sein werde – 18 Priester und
Ordensleute gingen seit der Erbauung der
Kapelle aus dem kleinen Ort hervor – mit
Freunden die Stiftung Eisbacher Marienkapelle zu gründen, die nun die Pflege und den
Erhalt der Kapelle sichert. „Das Priestertum
aller Christen gründet auf drei Säulen“, predigte Pfarrer Buchholz, „auf der Verkündigung der frohen Botschaft, dass Gott alle
Menschen liebt, der Feier dieser Liebe in der
Eucharistie und der Umsetzung dieser Liebe, die Christus uns vorgelebt hat, damit die
Welt etwas menschlicher wird. Darum bin
ich seit 50 Jahren Priester.“
CG
Sankt Michael sucht neuen Standort
Das Antoniuskolleg erhält ein neues Aussehen
NEUNKIRCHEN. Sankt Michael blieb lange standhaft: Doch schließlich musste das
Wahrzeichen des Antoniuskollegs (AK), das
als Wetterfahne den ehemaligen Internatstrakt zierte, doch weichen. Nach dem Trägerwechsel von den Salesianern zu den Maltesern (die Kirchenzeitung berichtete) stand
die nächste große Veränderung an: Bei manchem alteingesessenen Neunkirchener oder
ehemaligen AK-Schüler kam Wehmut auf,
als der Abbruchbagger anrückte, um den
1958 errichteten ehemaligen Internatstrakt
niederzureißen. Dieser Gebäudeteil zwischen historischem Altbau und Quertrakt
mit Hauskapelle und Turnhalle konnte nicht
mehr saniert werden und wurde nun Stück
für Stück abgetragen.
Mitte September soll der Rückbau abgeschlossen sein. Dann wird an dieser Stelle
über eine neue Treppenanlage der Hauptzugang zur Schule entstehen. Außerdem wurden noch Restarbeiten in den bereits vor
den Sommerferien bezogenen Klassen und
erste Rückbauarbeiten in den vor den Ferien ausgeräumten Klassen durchgeführt. Ab
den Herbstferien soll mit der Erstellung des
neuen Treppenhauses am Sporthallen-/Kapellenkomplex und mit der Herstellung der
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
neuen Giebelfassade am historischen Altbau
begonnen werden. Die Fertigstellung des gesamten Schulkomplexes ist bis Januar 2015
geplant. Wo dann der bis dahin frisch aufpolierte St. Michael seine neue Bleibe findet,
steht noch nicht fest.
CG
EITORF, HENNEF, KÖNIGSWINTER,
NEUNKIRCHEN, SIEGBURG,
SANKT AUGUSTIN UND
TROISDORF:
Christa Gast,
Telefon (0 22 44) 46 85
TROISDORF. Der bistumsweit bekannte Musiker Heinz-Josef „Mecki“ Ossendorf verstarb Anfang August im Alter von
67 Jahren. In den 60er-Jahren begann er
seine aktive Arbeit in verschiedenen Arbeitskreisen der Erzdiözese. In Troisdorf
gründete die „Swinging Prayers“, pflegte gute persönliche Kontakte zu Textern
und Komponisten des Neuen Geistlichen
Liedes, gründete 1973 in Eitorf den Chor
„Young Hope“, mit dem er nicht nur in
den Gottesdiensten der Pfarrei sondern
auch bei Katholiken- und Kirchentagen
sowie beim ersten Papstbesuch auf dem
Butzweiler Hof auftrat. 1984 gründete Ossendorf in Troisdorf Chor und Band „Koinonia“, 1996 den Jugendchor Akkord. Regelmäßig gestalteten die Chöre Gottesdienste im Altenberger Dom mit, sangen
im Kölner Dom – keine Sternsingeraussendung ohne „Mecki“. 2003 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum „Ritter des Silvesterordens“. Ossendorf ging
es nicht um Auftritte und Konzerte, ihm
war es wichtig mit Hilfe der Musik seinen
Glauben zu bezeugen.
KÖNIGSWINTER. Eine Stadtjugendmesse feiert der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) am Sonntag, 17.
August, um 17 Uhr in der Chorruine Heisterbach. Im Anschluss wird zum gemütlichen Beisammensein eingeladen.
WARTH. Zwei neue Eltern-Baby-Kurse
des Familienzentrums Liebfrauen in Kooperation mit der Familienbildungsstätte
der Lebenshilfe beginnen am Donnerstag, 28. August, im Pfarrheim. Die Kurse
umfassen zehn Termine. Informationen
unter Telefon (0 22 41) 34 18 38, Anmeldung per E-Mail unter [email protected]
EITORF. Zum Sommerfest in ihrem Sinnesgarten laden die CBT-Wohnhäuser
„Villa Gauhe“ am Sonntag, 17. August,
ein. Das Fest beginnt um 14.30 Uhr mit
einem ökumenischen Gottesdienst.
Das Wahrzeichen des Antoniuskollegs, eine Wetterfahne in
Form des Erzengels Michael, wurde vor den Abbrucharbeiten
heruntergeholt.
(Foto: CG)
BRUCHHAUSEN. Mit einer Lichterprozession nach dem Festhochamt mit
Weihbischof Ansgar Puff in St. Johann
Baptist (Beginn: 20.15 Uhr) feiert der
Wallfahrtsort am Samstag, 16. August,
das Fest Maria Himmelfahrt.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 39
AUS DEM ERZBISTUM
BAD MÜNSTEREIFEL, EUSKIRCHEN
UND ZÜLPICH: Anja Krieger
Telefon (0 22 51) 5 51 36
BORNHEIM, MECKENHEIM UND
RHEINBACH: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
BAD MÜNSTEREIFEL. Im Rahmen des
Orgelsommers führt am Sonntag, 17.
August, der Kinder- und Jugendchor
„Schola Cantorum Weimar“ mit etwa
70 Kindern und Jugendlichen geistliche mehrstimmige Chorwerke auf.
Dazu wird Matthieu Pignède, Kirchenmusiker im Seelsorgebereich Bad
Münstereifel, Orgelwerke von Bach
spielen. Beginn ist um 16 Uhr in der
Jesuitenkirche. Spenden für das Konzert werden auch diesmal für den Orgelumbau der Stiftskirche verwendet.
EUENHEIM. Zur Feier des Hochfestes
„Mariä Aufnahme in den Himmel“ lädt
die Frauengemeinschaft (kfd) auch
Nichtmitglieder zum Binden von Kräutersträußen am Samstag, 16. August,
um 15 Uhr im Pfarrheim in St. Brictius
ein. Die Kräutersegnung findet in der
Messe am Sonntag, 17. August, um
10.30 Uhr statt, anschließend werden
die Sträuße an die Messbesucher verteilt.
EUSKIRCHEN. Ein gemeinsames Konzert des Kammerchores St. Martin und
des spanischen Chores Coro Ciudad
de Almeria findet am Samstag, 23. August, um 20 Uhr in der Pfarrkirche St.
Martin statt. Die musikalische Leitung
hat José Maria Azurmendi.
BLEIBACH-HARDT. Unter dem Thema „Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite
Welt“ lädt der Pfarrgemeinderat zum
Familienwandertag ein. Treffpunkt ist
am Samstag, 30. August, um 14 Uhr
auf dem Parkplatz am Stadtwald Euskirchen. Von dort aus geht es über
die Felder nach Billig und Maria Rast.
Nach einer Pause und dem Besuch
der Gnadenkapelle erfolgt der Rückweg.
RHEINBACH. Die Frauengemeinschaft
(kfd) St. Martin lädt ein zu einer Fahrt
nach Zülpich zur Landesgartenschau
am Montag, 15. September. Weitere
Informationen und Anmeldungen bis
zum 25. August bei Ulla Bühler unter
Telefon (0 22 26) 52 08 oder Helena
von der Gracht unter Telefon (0 22 26)
39 42.
Kursleiterin Sabrina Keller (links), Teilnehmer sowie Vertreter der Kirchengemeinden, des Ökumenischen Arbeitskreises
und der Sponsoren.
(Foto: ES)
Deutsch für „Neue Wachtberger“
Ökumenischer Arbeitskreis organisiert Sprachkurs
WACHTBERG. Mit Erfolg hat der Ökumenische Arbeitskreis Wachtberg in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule einen Sprachkurs
für Asylbewerber durchgeführt. Zur Finanzierung des Kurses waren 4000 Euro notwendig.
Der Betrag wurde durch die evangelische und
katholische Kirchengemeinde, den Lionsclub
Meckenheim/Wachtberg und weitere Spender aufgebracht. Der Kurs, geleitet von Sabrina Keller, ging über 200 Unterrichtsstunden.
Harald Uhl und Kurt Zimmermann vom Ökumenischen Arbeitskreis begründeten ihr Engagement in Sachen Unterricht mit einem Zi-
tat aus dem Buch Levitikus: „Der Fremde, der
sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten.“ Die Kirchen stünden auch in
Wachtberg in großer Verantwortung für einen
menschlichen Umgang mit Flüchtlingen. In der
Gemeinde sind 49 Personen als Asylbewerber
untergebracht. „Für die meisten hat noch keine
Anhörung zu ihrem Fall stattgefunden“, erläutert Zimmermann. Sie haben daher kein Recht
auf einen Sprach- oder Integrationskurs. Aus
diesen Gründen war es dem Ökumenischen Arbeitskreis wichtig, den „neuen Wachtbergern“
den Deutschkurs anzubieten.
ES
Hoffnung auf Solidarität
Erzbischof em. Flavien Melki aus Beirut zu Gast
STOTZHEIM. „Ich freue mich, erneut hier zu
sein und Freunde zu besuchen“, begrüßte Flavien Joseph Melki die Besucher des Pontifikalamtes in der Pfarrkirche St. Martin. Melki ist
emeritierter Erzbischof der mit Rom unierten
Syrisch-Antiochenisch-Katholischen Kirche
und Großkanzler des Syrisch-Katholischen Patriarchats in Beirut. Einmal jährlich besucht er
im Rahmen einer medizinischen Routineuntersuchung Deutschland und verbindet den Auf-
enthalt mit einer Pastoralreise, die ihn in verschiedene Bistümer führt. Begleitet und organisiert werden die Reisen von Bruder Hellmuth
Dieken von der Apostolatsgemeinschaft der
Vereinten Herzen Jesu und Mariens mit Sitz in
Waldbröl. Im benachbarten Windeck war Pfarrer Anton Lodziana tätig, bevor er die Leitung
des Seelsorgebereiches Bleibach-Hardt übernahm. Er kennt Melki seit 15 Jahren, bereits
zum fünften Mal konnte er ihn jetzt als Gast begrüßen.
Aufmerksam verfolgten
die Messbesucher Melkis Bericht zu Christen
aus dem Nordirak und
Syrien, die mittellos auf
der Flucht seien. „Wir
hoffen auf die Solidarität unserer Mitchristen in
Europa“, sagte er. In den
sechs Gemeinden Bleibach-Hardts
wurden
die Sonntagskollekten
für die Unterstützung
Gemeindemitglieder kamen nach der Messe mit Erzbischof em. Flavien Melki ins der christlichen FlüchtGespräch.
(Foto: AK) linge bestimmt.
AK
40 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
AUS DEM ERZBISTUM
„Die Freude hat mich nie verlassen“
BONN: Beate Behrendt-Weiß,
Telefon (0 22 26) 1 55 43
BORNHEIM, MECKENHEIM UND
RHEINBACH: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
Prälat Johannes Schlößer feiert Goldenes Priesterjubiläum
BONN. Er hat sein Geld schon mal als Straßenbahnschaffner, als Reiseleiter oder im Archiv des Bundestages verdient – aber nur, um
sein Studium zu finanzieren. Denn Prälat Johannes Schlößer ist vor allem eines: Priester
– und das seit nunmehr 50 Jahren. Am ersten
Wochenende nach den Ferien, am Sonntag, 24.
August, wird dieses Jubiläum mit einem Gottesdienst um 11 Uhr in St. Marien, Adolfstraße, und einem Empfang im Gemeindesaal gefeiert. In Bonn als ältestes von vier Kindern in
einem katholischen Elternhaus aufgewachsen,
studierte Schlößer zunächst Jura. „Die Kirchenverbundenheit unserer Familie und das Erleben
guter Jugendseelsorger“ veranlassten ihn, nach
dem ersten juristischen Staatsexamen zur Theologie zu wechseln. Während dieses Studiums
in Bonn, Innsbruck und Köln hätten ihn besonders das Konzil sowie die Vorlesungen bei Joseph Ratzinger und bei P. Karl Rahner stark motiviert, so der 82-Jährige, der am 15. Juli 1964
zum Priester geweiht wurde. Anschließend war
Schlößer Kaplan in Troisdorf und Köln, bevor er
für das juristische Referendariat und das zweite Staatsexamen beurlaubt wurde. Stationen als
Abteilungsleiter im Generalvikariat (1974 bis
1980) und als Vizeoffizial im Erzbischöflichen
Offizialat (1981 bis 2006) sowie unterschiedli-
BONN. Im Rahmen der Sommerkonzerte
im Bonner Münster gibt es am Donnerstag, 21. August, um 21 Uhr „Orgel pur“
mit Gereon Krahforst aus den USA.
Begeht sein Priesterjubiläum: Prälat Johannes Schlößer.
(Foto: BBW)
che besondere Aufgaben folgten. Seit seinem
Eintritt in den Ruhestand 2007 ist der Ehrenprälat als Diözesanrichter tätig und wirkt an seinem jetzigen Wohnsitz in der Gemeinde St. Petrus als Subsidiar. „Ich hatte den Wunsch, mit
den Aufgaben eines Priesters als Christ zu leben
und den Menschen zu dienen. Diese Freude daran hat mich nie verlassen.“
BBW
Fördern und entlasten
Familienbildungswerk verabschiedet Demenzbegleiterinnen
MECKENHEIM. Fünf Monate dauerte ein
Qualifizierungskurs für ein Dutzend Demenzbegleiterinnen, denen Familienbildungswerksleiterin Anne Schmidt-Keusgen jetzt ihre Zertifikate aushändigte. In 46 Ausbildungsstunden
hatten sich die Frauen fit gemacht für die Betreuung Demenzkranker und deren Familien.
Das Zertifikat wird von den Pflegeversicherungen anerkannt. Vermittelt werden die Demenzbegleiterinnen über das Sozialpsychiatrische
Zentrum (SPZ) in der Adolf-Kolping-Straße 2,
Telefon (0 22 25) 9 99 76-24. Die Helferinnen
entlasten die Angehörigen und fördern die noch
vorhandenen Fähigkeiten der dementen Personen. Schmidt ermutigte die Teilnehmerinnen,
zukünftig als ehrenamtliche Demenzbegleiter
Familien zu entlasten. Das Familienbildungswerk steht für die weitere Fortbildung und die
Supervision aktiver Demenzbegleiter zur Verfügung. Informationen – auch über künftige
Qualifizierungskurse – unter Telefon (0 22 25)
92 20 20.
ES
Anne Schmidt-Keusgen vom Familienbildungswerk (links) verabschiedete nach einem Qualifizierungskurs die frischgebackenen Demenzbegleiterinnen in die Praxis.
(Foto: ES)
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
BONN-SÜD. Mit einem „Tag der offenen Tür“ feierte die DRK-Schwesternschaft das 20-jährige Bestehen ihres Betreuten Wohnens in der
Bonner Südstadt und in Poppelsdorf.
Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, sich einen Eindruck von den
Häusern zu verschaffen. Die DRKSchwesternschaft, die ihren Ursprung in der katholischen Krankenpflege hat, leistet seit über 100 Jahren einen wichtigen Beitrag zur pflegerischen Versorgung von kranken
und alten Menschen im Großraum
Köln-Bonn. Ein besonderes Anliegen
ist aktuell die Förderung von jungen
Menschen durch das Freiwillige Soziale Jahr und das Angebot von Ausbildungen in Pflegeberufen.
BONN-HOLZLAR. Für die Gemeinde
Christ König ist ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen: Der bisher namenlose
Weg zwischen der
Christ-König-Straße
und dem Heideweg
wurde jetzt offiziell
nach dem geschätzten Pfarrer Kurt Padberg (Foto) benannt,
der 31 Jahre Seelsorger in Holzlar und
2010 überraschend
verstorben war. Zuvor hatte die Bezirksvertretung Beuel
dem Antrag des Pfarrausschusses zugestimmt. Die Schilder wurden von Pastor
Pater Thomas Arakkaparambil im Beisein
von über 100 Gästen enthüllt.
ALFTER. Zur Messe mit Kräutersegnung lädt die Pfarrgemeinde St. Matthäus am Sonntag, 17. August, um 10
Uhr in den Jakob-Wahlen-Park ein.
Für ältere Menschen, denen der Weg
zum Veranstaltungsort zu beschwerlich ist, gibt es um 9.30 Uhr ab dem
Pfarrheim eine Mitfahrgelegenheit.
Anmeldungen dafür werden erbeten
unter Telefon (0 22 22) 25 85. Bei anhaltendem Regen findet der Gottesdienst in der Pfarrkirche statt.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 41
AUS DEM ERZBISTUM
BEDBURG, BERGHEIM, KERPEN,
PULHEIM, BRÜHL, ERFTSTADT,
FRECHEN, HÜRTH, WESSELING:
Benedikt Boecker,
Telefon (01 77) 8 77 24 94
[email protected]
FRECHEN. Die Pfarrgemeinden St. Antonius aus Habbelrath und St. Mariä
Himmelfahrt aus Grefrath in der Pfarreiengemeinschaft Frechen laden zu
einer Pfarrwallfahrt am Mittwoch, 27.
August, nach Rüdesheim-Eibingen ein.
Das Thema für den Tag heißt: „Auf
den Spuren der Heiligen und Mystikerin, Ärztin und Apothekerin, Visionärin und Prophetin Hildegard von Bingen – Verliebt in die Schöpfung!“ Anmeldung und weitere Informationen im
Pastoralbüro St. Antonius und St. Mariä Himmelfahrt unter Telefon (0 22 34)
99 04 10.
BERGHEIM. Der achte Tag „Für uns
als Paar“ findet am Sonntag, 31. August, von 10 Uhr bis 18 Uhr statt. Das
Referat Ehepastoral im Rhein-Erft-Kreis
lädt dazu gemeinsam mit der Ehe-, Familien- und Lebensberatung sowie der
Familienbildungsstätte
Anton-Heinen-Haus Paare ein, sich einen Tag zu
zweit zu gönnen. Veranstaltungsort ist
das Anton-Heinen-Haus in Bergheim.
Anmeldung bei Pastoralreferentin Regina Oediger-Spinrath unter Telefon
(0 22 33) 7 12 55 37 oder unter regina.
[email protected]
WESSELING. Die päpstliche Auszeichnung „Pro Ecclesia et Pontifice“ hat Annegret Kirsch erhalten. Damit wird ihr jahrzehntelanges Engagement im Pfarrgemeinderat und im Kirchenvorstand gewürdigt – zunächst in
der Pfarrgemeinde St. Germanus und
seit Gründung des Kirchengemeindeverbandes (KGV) Wesseling in diesem
Gremium. Ihr ehrenamtliches Engagement komme dem einer hauptberuflichen Tätigkeit gleich und sei wertvoll
sowie unverzichtbar, heißt es in der
Laudatio.
WESSELING. Diözesanadministrator
Dr. Stefan Heße hat Pfarrer Silvio Eick
nach Beendigung seines Einsatzes als
Pfarrvikar im Seelsorgebereich/Dekanat Wesseling bis auf Weiteres beurlaubt. Damit solle Pfarrer Eick Gelegenheit erhalten, persönliche und grundsätzliche Fragen seines priesterlichen
Dienstes in Ruhe zu überdenken, heißt
es in einer Erklärung des Erzbistums.
Wallfahrt
Fortbildung
Führung und Festmesse
Kurs für Ehrenamtliche
RHEIN-ERFT-KREIS. Das Kreisdekanat
Rhein-Erft-Kreis bietet am Mittwoch, 3. September, in Zusammenarbeit mit der Abteilung
Berufe der Kirche sowie der Rogamus-Gebetsgemeinschaft eine Wallfahrt nach Altenberg an.
Es sind zwei Bus-Routen organisiert worden,
die nach Altenberg führen. Der erste Bus im
Bergheimer Bereich fährt am Bürgerhaus Oberaußem, Zur Ville / Am Bohnenbach um 15 Uhr
ab. Der zweite Bus startet ebenfalls um 15 Uhr
von der Haltestelle Brühl-Mitte, Straßenbahnlinie 18 aus. Anmeldungen für den Bus ab Bergheim können unter Telefon (0 22 71) 5 26 80
beim Pastoralbüro Bergheim-Ost getätigt werden. Für den Bus ab Brühl können sich die Teilnehmer im Pastoralbüro St. Margareta unter Telefon (0 22 32) 50 16 10 melden.
Auf dem Programm stehen unter anderem
eine Führung durch den Altenberger Dom sowie eine Geistliche Stunde um 18 Uhr und eine
Festmesse um 19 Uhr, die von Kreisdechant
Monsignore Achim Brennecke unter Beteiligung der Kirchenmusik Rhein-Erft gestaltet
wird.
BB
RHEIN-ERFT-KREIS. „Ehrenamt begleitet
im Glauben“ ist der Titel eines Projektes, das
der Caritasverband für den Rhein-Erft-Kreis
anbietet. Es richtet sich an Christen mit Interesse daran, Bewohner in einem Caritas-Seniorenzentrum im Kreis oder eines anderen katholischen Trägers im Glauben zu begleiten
– durch Zuhören, Fragen aushalten und Hilfestellung bei der Suche nach dem, was im
eigenen Leben trägt. Sie teilen Freude und
Dankbarkeit und können dabei unterstützen,
zusammen eine hoffnungsvolle Perspektive
aus dem Glauben heraus zu finden. Die Fortbildung mit Zertifikat startet ab Januar 2015.
Weitere Kooperationspartner des Angebots
sind der Diözesan-Caritasverband, die Altenheimseelsorge des Erzbistums Köln und das
Katholische Bildungswerk Rhein-Erft-Kreis.
Eine erste Informationsveranstaltung ist am
Freitag, 7. November, von 15 Uhr bis 18 Uhr
in der Kreisgeschäftsstelle der Caritas, Reifferscheidstraße 2-4, in Hürth, geplant. Weitere Details gibt es bei Dr. Brigitte Saviano
unter Telefon (0 22 33) 79 90-98 27. STO
Ambulante Versorgung gesichert
Neues Angebot im Maria-Hilf-Krankenhaus
BERGHEIM. Im Bereich des Maria-Hilf-Krankenhauses ist ein neues Medizinisches Zentrum
entstanden für Patienten, die eine gastroenterologische Behandlung benötigen, also im Magen- und Darmtrakt. Das Versorgungszentrum
ist zugleich Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Es steht unter der Leitung von Dr. Manfred Fromme, der zuvor als
leitender Oberarzt am St.-Elisabeth-Krankenhaus in Köln-Hohenlind und zwei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Gastroentero-
logie der Universitätskliniken Kölns aktiv war.
20 Jahre lang führte er die Gastroenterologische
Schwerpunktpraxis in Kerpen-Horrem, bis er
nun seine Aufgabe im Medizinischen Versorgungszentrum übernahm. Carsten Claus, Geschäftsführer des Maria-Hilf-Krankenhauses,
und Dr. Wolfgang Mück, Chefarzt der Inneren
Medizin, sind mit der Einrichtung des Versorgungszentrums sehr zufrieden, da durch dieses auch die ambulante gastroenterologische
Patientenversorgung im nördlichen Erftkreis
abgesichert sei. Ferner
hat die ärztliche Psychotherapeutin Sabine Ziegler einen neuen
Platz im Medizinischen
Versorgungszentrum.
Die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie ist spezialisiert
auf die Behandlung von
Depressionen, Angstzuständen, posttraumatische Belastungsstörungen,
Essstörungen und chronischen
Schmerzzuständen. BB
Dr. Wolfgang Mück (von links), Dr. Sabine Ziegler, Dr. Manfred Fromme und Carsten Claus vor ➔ www.maria-hilf-krankendem Eingang des neueröffneten Medizinischen Versorgungszentrums.
(Foto: BB) haus.de
42 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
AUS DEM ERZBISTUM
Spende für benachteiligte Jugendliche
KÖLN: Felicitas
Rummel-Volberg,
Telefon (02 21) 87 88 55
6250 Euro von Kerzenfabrik Schlösser an Kolping-Büro
MARSDORF. Mit diesen Jugendlichen hat Stephan Zimmermann gute Erfahrungen gemacht
und sie in seinem Betrieb zum Wachszieher und
zum Wachsbildner ausgebildet. Vermittelt wurden sie ihm vom Mülheimer Jugendbüro des
Kolping-Bildungswerks.
Jetzt hat sich die Familie Zimmermann als
Inhaber der Kerzenfabrik Johann Schlösser
beim Kolping-Jugendbüro revanchiert und
überreichte Christian Herberg, Leiter des
Büros, einen Scheck über 6250 Euro.
Anlässlich des 250-jährigen Bestehens
der Firma hatte die Familie um Spenden für
das Jugendbüro gebeten. Auch Josef Schneider vom Kolping-Bezirksverband, der mit
den Kolpingsfamilien ebenfalls die drei Kölner Jugendbüros unterstützt, war zur Übergabe gekommen.
Seit 14 Jahren werden in den Einrichtungen Jugendliche begleitet, die keinen Schulabschluss, schlechte Noten oder persönliche Probleme haben. Zu den betreuten Jugendlichen gehören der 17-jährige Giovanni, der gerne Koch
werden möchte, die 18-jährige Samantha, die
sich für Kosmetik interessiert, und Aykut, der
Stephan Zimmermann (rechts) übergab an Josef Schneider
(links) und Giovanni einen Scheck für das Jugendbüro.
(Foto: RUM)
im Sicherheitsdienst tätig ist. Alle erhalten ein
intensives Coaching, in dem unter anderem Bewerbungsschreiben erstellt werden und für Vorstellungsgespräche trainiert wird.
RUM
Spezialist für Rettung
Malteser-Hilfsdienst wird 60 Jahre alt
KÖLN. Sie gelten als die Spezialisten für
Schutz und Rettung. Jetzt feiern die Malteser
das 60-jährige Bestehen des Malteser-Hilfsdienstes (MHD) in der Stadt Köln. Wie sich
Ernst Brück, Stadt-Geschäftsführer von 1963
bis 1996, erinnerte, gab die Bundesregierung
den Auftrag, unter dem Eindruck des Krieges
die Bevölkerung in Erster Hilfe auszubilden
und Einheiten für den Katastrophenschutz bereitzustellen.
Beim Aufbau eines flächendeckenden Rettungssystems gehörte der MHD zu den Pionieren. Zu den großen Einsätzen gehörten das
Taizé-Treffen 1984, die Papstbesuche und der
Weltjugendtag. Auch heute hilft er bei den Kölner Lichtern und im Karneval. Viele erinnern
sich noch an die Polen-Hilfstransporte: Im Auftrag der Stadt mit Unterstützung des Katholikenausschusses unter Rudi Conin unternahmen
die Malteser rund 250 Fahrten mit Lebensmitteln, Kleidung und Medikamenten in Richtung
Osten. Der Stadtverband umfasst 440 ehrenamtliche und 130 hauptamtliche Helfer. Das Jubiläum wird gefeiert am Samstag, 23. August,
um 9.30 Uhr mit einer Messe in St. Peter, Jabachstraße. Von 13 bis 16 Uhr findet auf dem
Neumarkt eine Präsentation der verschiedenen
Dienste und Gruppen statt.
RUM
Zu den Angeboten des MHD gehört auch ein Begleitdienst, der älteren Menschen zum Beispiel einen Besuch im Museum
ermöglicht.
(Foto: RUM)
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
MÜLHEIM. Die Kapelle des Redemptoristenklosters in der Holsteinstraße kann eventuell erhalten bleiben.
Damit zeigt die Unterschriftenaktion der Initiative „Et Kapellche muss
blieve“ Wirkung (die Kirchenzeitung
berichtete in Nr. 31/32). Wie die Initiatoren erklärten, habe ihnen die
GAG, die den Gebäude-Komplex gekauft hatte und zum Jahresende dort
Wohnungen bauen will, signalisiert,
dass sie versuchen wolle, die Kapelle zu erhalten und in die künftige Bebauung zu integrieren. Geplant ist die
Nutzung als Multifunktionsraum.
LINDENTHAL. Die Waldmesse des
Vereins der Freunde und Förderer
des Lindenthaler Tierparks beginnt
am Sonntag, 24. August, um 11 Uhr
im Tierpark in der Kitschburger Straße. Diözesanadministrator Dr. Stefan
Heße und Konzelebrant Pfarrer Thomas Iking werden den Gottesdienst
im Tierpark feiern. Anschließend informiert die „Rollende Waldschule“
der Kölner Jägerschaft über Fauna
und Flora in der Region.
ZOLLSTOCK. Angeregt durch die
Frauengemeinschaft (kfd) sammelten mehr als 20 Frauen rund um die
Kirchen Zum Heiligen Geist, St. Pius,
St. Maria Königin und St. Matthias einen Betrag in Höhe von 4769,60 Euro.
Gesammelt wurde bei Kollekten in
den Sonntagsmessen, bei Büchsensammlungen auf der Straße und mit
Listensammlungen in den Häusern.
Das Geld geht an das Müttergenesungswerk, das Müttern und deren
Kindern hilft, bei übermäßiger Belastung in einer Kur neue Kräfte für den
Alltag zu gewinnen.
MESCHENICH. Die Kolpingsfamilie
„Rund um Immendorf“ lädt zu einem
Wochenende für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein. Vom 14. bis
zum 16. November treffen sich die
Teilnehmer in der Bildungsstätte Don
Bosco in Jünkerath. Die Teilnahme
pro Familie kostet 120 Euro. Nähere
Informationen zum geplanten Programm und weitere Details gibt es
unter Telefon (0 22 32) 93 94 65.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 43
AUS DEM ERZBISTUM
Es geht „weltwärts“
Vierzehn junge Erwachsene unterstützen Gemeinden und Einrichtungen in Afrika und Lateinamerika
KÖLN. Einen Monat haben sie
noch Zeit, um sich von ihrer
Familie und ihren Freunden zu
verabschieden und sich auf ihre
Reise vorzubereiten. Dann werden vierzehn junge Erwachsene
aus dem Erzbistum Köln in einen Flieger nach Kenia, Südafrika, Chile oder Peru steigen. In
diesen vier Ländern unterstützen sie ein Jahr lang Kirchengemeinden und soziale Einrichtungen. „Zwei der Jungs werden beispielsweise im Armenkrankenhaus ,Hogar san Pedro‘
in Peru mitarbeiten“, sagt Dominik Lieske, der bei der weltwärts-Entsendeorganisation
„Freiwillige soziale Dienste im
Erzbistum Köln e.V.“ (FSD) arbeitet. Während es für die 18-
Pfarrer Dirk Bingener (vorne links) und Bildungsreferent Dominik Lieske (hinten
rechts) mit elf der Freiwilligen, für die es „weltwärts“ geht. (Foto: FSD)
bis 20-Jährigen in die weite Welt hinausgeht, wird er die Freiwilligen von Köln aus
via Skype und E-Mail begleiten. Zusätzlich
haben die vierzehn Frauen und Männer Ansprechpartner vor Ort. „Nach der intensiven
Vorbereitung in den vergangenen Monaten
freue ich mich für die Freiwilligen, dass es
nun bald losgeht.“
„weltwärts“ ist ein Förderprogramm des
Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „Wir wollen mit ,weltwärts‘ jungen Menschen ermöglichen, ihren eigenen Horizont zu erweitern“,
sagt Pfarrer Dirk Bingener, Vorsitzender des
FSD. Zusätzlich verfolge der FSD das Ziel,
mittels des weltwärts-Einsatzes bestehende Beziehungen von Kirchengemeinden und
kirchlichen Institutionen aus dem Erzbistum
Köln und ihren Partnern im Ausland zu intensivieren.
EB
➔ www.fsd-koeln.de
VERLAGSSONDERVERÖFFENTLICHUNG
Brillen für Afrika
Bergdorf in Ghana erhält Brillen-Spende der JONEN Augenoptik Hörakustik
G
utes Sehen ist wichtig. Und das Tragen einer Brille garantiert nicht nur beste Sicht;
moderne Brillen verleihen auch modischen
Schick und eine ganz persönliche Note. Völlig anders ist das in vielen Ländern der dritten
Welt, etwa in Ghana. Hier sind dringend erforderliche Sehhilfen für viele Menschen immer noch ein unbezahlbarer Luxus. Gute Gelegenheit, um Gutes zu tun, dachten sich die Augenoptik-Spezialisten von JONEN Augenoptik
Hörakustik. Für das private Hilfsprojekt, das
die Heinsbergerin Barbara Jähnigen seit mehreren Jahren in Ghana betreibt, spendete JONEN
rund 250 neue Brillen. Vor einigen Wochen erreichten diese ihren Bestimmungsort, Gbadzee,
ein abgelegenes Bergdorf in der Volta-Region,
wo sie seitdem vielen Menschen wertvolle Sehhilfe bieten.
Barbara Jähnigen sammelt Sach- und Geldspenden, organisiert und begleitet halbjährlich
eine Hilfslieferung. Die Stadt Heinsberg unterstützte ihre Initiative bereits mit Schultischen,
Schultafeln und Stühlen für die Dorfschule. Neben einem ghanaischen Rechtsanwalt hilft mittlerweile sogar die Regierung von Ghana, um
abzusichern, dass die Spenden ihre Adressaten
sicher erreichen.
„Die Leute dort brauchen unsere Hilfe“, so
Jähnigen. „Zwar ist Ghana politisch stabil. Aber
viele Menschen leben in sehr bescheidenen
Verhältnissen. Sie ernähren sich von Landwirtschaft, die sie mit einfachsten Mitteln betreiben.
Es gibt keinerlei soziale Netze. Es fehlt an vielen Dingen, die für uns selbstverständlich sind.
Dennoch sind diese Menschen überaus herzlich
und offen. Sie lachen gern, freuen sich, wenn
man zu ihnen kommt, und teilen das wenige,
was sie haben.“
Besonders wichtig ist für Barbara Jähnigen die Nachhaltigkeit ihres Hilfsprojektes:
„Mir liegt daran, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, den Menschen neue Möglichkeiten zu er-
öffnen.“ Zur Brillen-Spende von JONEN sagt
sie: „Das ist super! Auch der Pfarrer des Ortes
hat sich riesig gefreut. Er ist nun endlich wieder im Stande, seine Bibel zu lesen. Um etwas
lesen zu können, muss man sehen können“, so
die engagierte Frau. Sicherlich gibt es auch in
Ghana Augenärzte und Brillengeschäfte. Doch
die einfachen Leute aus den Dörfern können
sich das unmöglich leisten. In Gbadzee gibt es
jetzt wöchentlich einen Termin beim Bürgermeister. Wer eine Brille braucht, kann zu ihm
kommen und sich aus den vielen SpendenBrillen eine aussuchen.
Wieder sehen können dank der JONEN Brillenspende.
44 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
AUS DEM ERZBISTUM
ZUR PERSON
aus dem Amtsblatt des Erzbistums Köln
KLERIKER
Aufgaben – als Subsidiar an der Pfarrei Heilige Familie in Köln im Dekanat Köln-Dünnwald entpflichtet.
Pfarrer Alf Spröde als Pfarrer an der Pfarrei
Hl. Drei Könige in Köln im Dekanat KölnRodenkirchen entpflichtet.
Es wurden ernannt:
Es starben im Herrn:
Kaplan Rodrigo Dalarosa Amaral – unter
Beibehaltung seiner bisherigen Aufgaben –
zum Präses der Kolpingsfamilie in Wuppertal-Sonnborn im Dekanat Wuppertal.
Monsignore Karl-Klemens Kunst weiterhin
bis zum 30. Juni 2015 zum Subsidiar an der
Pfarrei St. Maximin in Wülfrath im Dekanat
Mettmann.
Pfarrer Torsten Kürbig – unter Beibehaltung
seiner bisherigen Aufgaben – zum Präses der
Kolpingsfamilie in Wuppertal-Vohwinkel im
Dekanat Wuppertal.
Pfarrer Benedikt Schmetz – unter Beibehaltung seiner bisherigen Aufgaben – zum Präses der Kolpingsfamilie in Wuppertal-Beyenburg im Dekanat Wuppertal.
Es wurden:
Pfarrer Josef Rottländer mit Ablauf des 31.
Mai als Subsidiar an den Pfarreien St. Nikolaus in Bergisch Gladbach-Bensberg und St.
Joseph in Bergisch Gladbach-Moitzfeld im
Seelsorgebereich Bensberg/Moitzfeld des
Dekanates Bergisch Gladbach entpflichtet.
Pfarrer Franz Albert Düren in den Ruhestand versetzt und gleichzeitig für die Dauer von zunächst drei Jahren zum
Subsidiar an den Pfarreien St.
Laurentius in NiederkasselMondorf, St. Dionysius in Niederkassel-Rheidt und St. Lambertus in Troisdorf-Bergheim im
Seelsorgebereich Siegmündung
des Dekanates Troisdorf ernannt.
Kaplan Suk Joon Oh – im Einvernehmen mit seinem Heimatbischof – als Kaplan zur Aushilfe an den Pfarreien St. Benediktus in Düsseldorf-Heerdt/Lörick
und St. Antonius in DüsseldorfOber- und Niederkassel im Seelsorgebereich Linksrheinisches
Düsseldorf des Dekanates Düsseldorf-Mitte/Heerdt entpflichtet.
Kaplan Pater Pasquale Viglione
CS – im Einvernehmen mit seinem Ordensoberen und dem Nationaldirektor für die Ausländerseelsorge – als Kaplan der italienischsprachigen Katholischen
Mission in Köln im Erzbistum
Köln entpflichtet.
Pater Juan Maria Garcia Latorre TC – im Einvernehmen mit
seinem Ordensoberen und unter Beibehaltung seiner übrigen
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
Dechant Klaus-Josef Blank, 56 Jahre.
Pater Johannes Feller OSC, 81 Jahre.
Pfarrer im Ruhestand Herbert Zbiek, 87
Jahre.
Pfarrer im Ruhestand Monsignore Heinrich
Kochem, 87 Jahre.
LAIEN IN DER SEELSORGE
Es wurden beauftragt:
Bruder Dirk Albert Wasserfuhr OSC – im
Einvernehmen mit seinem Ordensoberen –
bis zum 30. April 2015 mit der Leitung von
Begräbnisfeiern in den Kirchengemeinden
des Seelsorgebereiches Barmen-Wupperbogen Ost im Dekanat Wuppertal.
Olivia Höffinger mit Wirkung vom 15. August als Gemeindereferentin an der Pfarrei
St. Bonaventura und Hl. Kreuz in Remscheid
im Dekanat Remscheid.
Thomas Döker mit Wirkung vom 15. August
als Pastoralreferent an der Pfarrei St. Dionysius in Köln-Longerich/Lindweiler im Dekanat Köln-Nippes.
Ulrike Peters bis zum 31. August 2016 als
Gemeindeassistentin an der Pfarrei St. Chrysanthus und Daria in Haan im Dekanat Hilden/Langenfeld.
Robert Sins mit Wirkung vom 15. August als
Pastoralreferent an der Pfarrei St. Franziskus
Xaverius in Düsseldorf im Dekanat Düsseldorf-Ost.
Winfrid Schäfer bis zum 31. Dezember als
Gemeindereferent in der Krankenhausseelsorge der KMR-Kliniken Düsseldorf im Augusta Krankenhaus, Marienkrankenhaus,
Krankenhaus Ellbroich und St. Mauritius
Klinik.
Es wurden entpflichtet:
Johannes Euteneuer – unter Beibehaltung
seiner übrigen Aufgaben – als Gemeindereferent an der Pfarrei St. Marien in Kürten im
Dekanat Altenberg.
Schwester Marcellina Rossato – im Einvernehmen mit ihrer Ordensoberin – mit Ablauf
des 30. September als Helferin in der Seelsorge in der Italienisch Katholischen Mission in Köln.
Judith Weih mit Ablauf des 31. Juli als Gemeindereferentin für das Erzbistum Köln
sowie als Gemeindereferentin an den Pfarreien St. Joseph in Morsbach-Lichtenberg,
St. Gertrud in Morsbach, St. Bonifatius in
Reichshof-Wildbergerhütte, St. Sebastianus
in Friesenhagen und St. Mariä Heimsuchung
in Morsbach-Holpe im Seelsorgebereich
Morsbach/Friesenhagen/Wildbergerhütte
des Dekanates Gummersbach/Waldbröl.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 45
AUS DEM ERZBISTUM
ZUR PERSON
aus dem Amtsblatt des Erzbistums Köln
KLERIKER
Es wurden ernannt:
Monsignore Oliver Boss zum Pfarrer an der
Pfarrei St. Dionysius in Köln-Longerich/
Lindweiler im Dekanat Köln-Nippes.
Pfarrer Paul Ludwig Spies weiterhin bis zum
31. Dezember 2017 zum Subsidiar zur besonderen Verfügung des Dechanten im Dekanat Düsseldorf Süd.
Studiendirektor im Ruhestand Hans Jürgen
Roth bis zum 15. Mai 2015 zum Präses der
Kolpingsfamilie im Dekanat Remscheid.
Pfarrer Thomas Jablonka – unter Beibehaltung seiner bisherigen Aufgaben – zum Präses der Kolpingsfamilie in Wipperfürth im
Dekanat Wipperfürth.
Kaplan Martin Ostheimer zum Kaplan an
der Pfarrei St. Remigius in Leverkusen-Opladen im Dekanat Leverkusen.
Pfarrer Ludger Möers – unter Beibehaltung
seiner bisherigen Aufgaben – zum KolpingBezirkspräses des Bezirksverbandes RheinErft-Kreis.
Pater Geevarghese Thomas OIC – im Einvernehmen mit seinem Ordensoberen und
unter Beibehaltung seiner bisherigen Aufgaben – zum Präses der Kolpingsfamilie in
Neuss-Furth im Dekanat Neuss/Kaarst.
Diakon Bernd Waskowski – unter Beibehaltung der bisherigen Aufgaben – zum Präses
der Kolpingsfamilie in Langenfeld/Rheinland im Dekanat Hilden/Langenfeld.
Diakon Michael Werner – unter Beibehaltung seiner bisherigen Aufgaben – zum Präses der Kolpingsfamilie in Rösrath im Dekanat Overath.
Pfarrer Gerhard Schröder weiterhin bis zum
31. Mai 2015 zum Subsidiar an den Pfarreien
St. Benediktus in Düsseldorf-Heerdt/Lörick
und St. Antonius in Düsseldorf-Ober- und
Niederkassel im Seelsorgebereich Linksrheinisches Düsseldorf des Dekanates Düsseldorf-Mitte/Heerdt.
Kaplan Krzysztof Zasanski – im Einverneh-
46 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
men mit seinem Heimatbischof – zum Kaplan an der Pfarrei Heilig Geist in Ratingen
im Dekanat Ratingen.
Kaplan Mawuli Emmanuel Degbe – im Einvernehmen mit seinem Heimatbischof – bis
zum 30. September 2015 zum Kaplan zur
Aushilfe an den Pfarreien St. Marien und St.
Servatius in Bonn-Bad Godesberg, St. Martin und Severin in Bonn-Bad Godesberg und
St. Andreas und Evergislus in Bonn-Plittersdorf im Seelsorgebereich Bad Godesberg im
Dekanat Bonn-Bad Godesberg.
Kaplan Dr. Juraj-Domagoj Ledic – im Einvernehmen mit seinem Heimatbischof – zum
Kaplan an der Pfarrei St. Nikolaus in Wipperfürth im Dekanat Wipperfürth.
Kaplan Michael Maxeiner zum Kaplan an
den Pfarreien St. Rochus in Overath-Heiligenhaus, St. Mariä Heimsuchung in Overath-Marialinden, St. Walburga in Overath,
St. Barbara in Overath-Steinenbrück, Maria
Hilf in Overath-Vilkerath, St. Lucia in Overath-Immekeppel und St. Mariä Himmelfahrt
in Overath-Untereschbach im Seelsorgebereich Overath des Dekanates Overath.
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
FORUM
Briefmarken für
Kinder in Not
4.6. Kath. Bildungswerk im Oberberg.
Kreis, Bergisch Gladbach. Christel Bartscher, Bonn. M. Kessel, Zülpich. Bernhard Schwarz, Köln. 5.6. St. Thomas Morus, Mettmann. G. Zech. Dr. Hilde Jungblut, Haan. M. Spielemann, Köln. Katharina Timmer, Bergheim. Maria Backhaus,
Pulheim. Franz Müller, Hennef. Domradio, Köln. Klara Blatt, Overath. 6.6. Ursula
Hermann, Bonn. Käthe-Marianne Lukowiak,
Stadt Zons. Annemarie Haas, Meckenheim.
Maria und Paula Schmitz, Bonn. Engelbert
Büth, Nümbrecht. 10.6. Prof. Dr. Hans-Bruno Makoski, Ratingen. Margarete Nallinger,
Bonn. A. Thiesen, Niederzier. Franz Völker,
Remscheid. Dorothée Wendling, Leverkusen. Ursula Müller, Ruppichteroth. A. Feldes,
Lohmar. Felizitas Bunzel, Wuppertal. Anni u.
Albert Prommersberger, Dormagen. Ingrid
Kreis, Königswinter. Inge Küpper, Bonn. Ursula Jaresch, Gummersbach. Edith Kotsian,
Lohmar. Klara Kraus, Hilden.
Allen Sammlern sei herzlich gedankt.
Bitte schicken Sie Ihre Briefmarken an
die Kirchenzeitung für das Erzbistum
Köln, Ursulaplatz 1, 50668 Köln.
VERLAGSSONDERVERÖFFENTLICHUNG
Für einen gleichmäßigen Takt
Wie Kalium und Magnesium am Herzen wirken
U
nser Herz vollbringt als wichtigstes
menschliches Organ täglich Höchstleistungen. Gerät dieser Motor einmal
ins Stolpern, ist das beunruhigend, muss
aber nicht gleich gefährlich sein. Trotzdem
sind Menschen, deren Herz kurzfristig aus
dem Takt gerät, schnell besorgt. Wer seinem Herz etwas Gutes tun möchte, sollte
auf eine ausreichende Versorgung mit den
herzaktiven Mikronährstoffen Kalium und
Magnesium achten – denn diese regulieren und stabilisieren gemeinsam den Herzrhythmus.
Wofür benötigt unser Herz Kalium und
Magnesium?
Jede Minute pumpt der Herzmuskel
durch rhythmisches Zusammenziehen ca.
fünf Liter Blut durch unseren Körper. Der
elektrische Impuls, der die Kontraktion
auslöst, entsteht im Herzen selbst. Verantwortlich dafür sind unter anderem die Mikronährstoffe Kalium und Magnesium. Sie
sorgen gemeinsam dafür, dass die für die
Herzkontraktion notwendigen Impulse gebildet und von Zelle zu Zelle weitergeleitet werden. Unser Herz will deshalb stets
mit beiden Mineralien gleich gut versorgt
sein. Ein Ungleichgewicht kann insbesondere bei Menschen, die vorbelastet sind,
zum Beispiel durch eine Herzschwäche,
durch Durchblutungsstörungen, Diabetes
oder Bluthochdruck, zu Unregelmäßigkei-
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
ten im Herzschlag führen. Herzbeschwerden wie Herzrhythmusstörungen können
die Folge sein.
Auch Stress bringt das Metronom des
Lebens aus dem Takt
Dass wir uns Stress gerne zu Herzen
nehmen, ist mehr als eine Redensart: Unter Anspannung produziert der Körper
Stresshormone, die zu einer verstärkten
Ausschwemmung von Kalium & Magnesium führen. Spürbare Anzeichen sind Herzklopfen oder -stolpern, Schwindel, Kurzatmigkeit sowie ein Druckgefühl auf der
Brust. Davon können auch junge, eigentlich gesunde Menschen und sportlich Aktive betroffen sein. Diese Taktunregelmäßig-
Alles im Takt.
keiten ohne medizinische Ursache werden
im Fachjargon funktionelle Herzrhythmusstörungen genannt. Nicht nur Kalium und
Magnesium sind für eine gesunde Herzfunktion wichtig. Auch Folsäure und die BVitamine B12 und B3 spielen eine nicht zu
unterschätzende Rolle: Während Folsäure
und Vitamin B12 unsere Gefäße schützen,
gilt Vitamin B3 als „Fänger“ aggressiver,
freier Radikale und versorgt unser Herz mit
Energie. Da unser Körper aber all diese Vitamine und Mineralien nicht selbst bilden
kann, ist er auf eine Zufuhr aus der Nahrung angewiesen. Menschen, bei denen der
Kalium-Magnesium-Haushalt außer Lot
geraten ist, hilft in vielen Fällen die Einnahme einer Fixkombination herzaktiver
Mineralstoffe aus der Apotheke (zum Beispiel Tromcardin® complex).
DR. ANDREAS SCHMITT
(Foto: Wefrat)
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BERICHT
Zu vieles wird gleichgültig
Schützenbundespräses Domdechant Robert Kleine bezieht Position
Die Krönung eines muslimischen Schützenkönigs im westfälischen Werl-Sönnern hat eine
bundesweite Diskussion losgetreten – schließlich hätte der katholische Verein den türkischstämmigen Muslim Mithat Gedik (33) laut Satzung des Bundes der Historischen Deutschen
Schützenbruderschaften gar nicht aufnehmen
dürfen. Der Bundespräses des Dachverbandes,
Kölns Domdechant Robert Kleine, erläutert im
Interview die Hintergründe.
Monsignore Kleine, wie bewerten Sie die
Debatte um den muslimischen Schützenkönig in Werl-Sönnern?
KLEINE: Ich bin überrascht über das Ausmaß der
Kritik, angefangen vom Zentralrat der Muslime
bis zu Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Guntram Schneider (SPD), der von einem
„Stück aus dem Tollhaus“ redet. Da wird das
Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Die Frage
ist doch, wie man mit dem Glauben von Menschen umgeht. Die meisten Historischen Schützenbruderschaften sind nun einmal konfessionell gebunden und haben ein religiöses Fundament, das – für manche vielleicht überraschend
– hin und wieder auch zum Ausdruck kommt.
Warum passt ein gut integrierter Muslim,
der offenbar kein Problem hat mit der religiösen Ausrichtung, nicht in einen katholischen Schützenverein?
KLEINE: Die Bruderschaften haben eine jahrhundertelange Tradition: Ihr Zeichen ist das Kreuz,
Schutzpatron ist der Heilige Sebastianus oder
ein anderer Heiliger, der vorbildlich als Christ
gelebt hat. Wenn ich den Glauben von Muslimen ernst nehme, kann ich doch nicht erwarten,
dass ein muslimischer Schützenbruder etwa das
christliche Kreuz ansteckt oder an Fronleichnam hinter dem Allerheiligsten hergeht.
Aber Herr Gedik ist doch freiwillig eingetreten...
KLEINE: Es ist wirklich ein Dilemma: Da ist jemand eingebunden in eine Bruderschaft, ist anerkannt, fühlt sich wohl. Das ist in den Augen
der Gesellschaft eine gelungene Integration,
und jetzt kommt die Kirche und haut da wieder
drauf. Ich denke, es ist gut und richtig, dass es
Vereine mit einem bestimmten Profil und entsprechenden Mitgliedern gibt. Aber wir erleben solchen Widerspruch bezüglich der katholischen Kirche auch beim Thema Homosexuelle oder wiederverheiratete Geschiedene. Da wir
jedoch ein katholischer Verband sind, treten wir
für bestimmte Traditionen und Werte ein.
Der Verband hat die Schlagworte „Glaube – Sitte – Heimat“. Das klingt für manchen fast befremdlich.
KLEINE: Im Gegenteil, sie sind aktuell: Glaube
steht für das christliche Fundament, Sitte für das
gute Miteinander in der Gemeinschaft, getragen
von Gottes- und Nächstenliebe, und Heimat
steht nicht etwa für Heimattümelei oder irgendeinen Nationalismus, sondern für den Ort, wo
ich zu Hause und geborgen bin, wo die Menschen sind, die ich liebe und für die ich da bin,
aber auch für den verantwortlichen Umgang
mit der Schöpfung.
Was können die Historischen Schützenbruderschaften aus der aktuellen Debatte lernen?
KLEINE: Sie ist vielleicht ein Ausgangspunkt
für eine neue Diskussion über unser Selbstverständnis: Ist unseren Schützen bewusst, dass sie
in einer katholischen Bruderschaft sind? Wollen sie das? Wenn man sich aber weiterhin für
ein kirchliches Profil entscheidet, verwahre ich
mich gegen den Vorwurf, man sei damit gegen Integration. Nur wenn ich meinen eigenen
Standort kenne, kann ich in einen fruchtbaren
Dialog mit anderen treten. Das ist übrigens besser, als wenn jemand gar keine Haltung hat.
Warum ist das Ihrer Meinung nach in der
Öffentlichkeit so schwer zu vermitteln?
KLEINE: Wir haben in unserer Gesellschaft die
Tendenz, dass alles für alle möglich sein muss,
alles gleich gültig ist. Dadurch wird aber vieles
gleichgültig. Das hat nichts mit Ausgrenzung zu
tun, sondern mit einer drohenden Profillosigkeit. Es kann doch auch nicht im Sinne der Integration sein, dass man religiös gebundene Vereine – ob für Christen, Juden, Muslime oder andere – als provinziell und von gestern diffamiert.
Was soll jetzt mit Schützenkönig Gedik
geschehen?
KLEINE: Ich wünsche ihm ein schönes Königsjahr, aber er soll bitte dafür Verständnis haben,
dass er beim Bezirksschießen und nächsten
Wettbewerben nicht antreten kann, weil es der
Satzung unseres Verbandes widerspricht.
KLEINANZEIGEN
48 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
FIT DURCHS LEBEN
Urlaub von der Pflege
Pflegeversicherung bietet Hilfen für pflegende Angehörige
V
iele pflegende Familienangehörige kennen für sich nur wenig Erholung, doch
die Pflegeversicherung bietet ihnen dazu die
Möglichkeit. Bis zu 1550 Euro pro Jahr stehen für eine Verhinderungspflege oder eine
Kurzzeitpflege des Pflegebedürftigen zur
Verfügung. Darauf weist die AOK Rheinland/Hamburg jetzt hin.
Bei der Verhinderungspflege wird der
Pflegebedürftige zu Hause von einer Ersatzperson versorgt. Anders die Kurzzeitpflege:
Hier lebt der zu Pflegende vorübergehend in
einem Pflegeheim. Voraussetzung ist immer,
dass eine Pflegestufe vorliegt.
Seit Kurzem sind bei der Verhinderungspflege auch Demenzkranke mit der Pflegestufe 0 einbezogen. Eine Ersatzpflege, sei es
zu Hause oder in einem Pflegeheim, kann für
maximal 28 Tage in Anspruch genommen
werden. Diese Zeit lässt sich auch auf mehrere Urlaube aufteilen. Verhinderungs- und
Kurzzeitpflege können im Jahresverlauf auch
kombiniert werden.
Rolf Buchwitz, stellvertretender Vor-
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
Deshalb ist es für jeden
pflegenden Angehörigen
wichtig, selbst einmal verschnaufen und in Urlaub
gehen zu können. Die
Pflegekassen beraten pflegende Familienangehörige kompetent, wie sie die
gesetzlichen Vertretungsmöglichkeiten nutzen können.“
Allein die AOK Rheinland/Hamburg hat im vergangenen Jahr als Pflegekasse für Verhinderungsoder Kurzzeitpflege ihrer
Versicherten 54 Millionen
Euro ausgegeben.
Auch pflegende Familienangehörige müssen mal Urlaub machen, um zu verInformationen zur Verschnaufen. Für diese Zeit kommt eine Fachkraft ersatzweise ins Haus. hinderungs- oder KurzzeitInformationen liefern dazu alle Pflegekassen und Caritasverbände. (Foto: KNA) pflege erteilen alle Pflegekassen und auch die
standsvorsitzender der AOK Rheinland/ Fachabteilung Altenpflege der örtlichen CaHamburg, sagte: „Pflege kostet Energie. ritasverbände.
KL
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 49
Nach der Blüte
ist vor der Blüte
Lavendel verträgt einen beherzten Schnitt – und bereichert das Gewürzregal
L
etzte Chance: Wer seinen Lavendel dieses Jahr vielleicht noch einmal austreiben sehen möchte, der muss spätestens
jetzt die Schere ansetzen. Empfohlen wird,
die Pflanze um etwa ein Drittel zu stutzen.
Beim Frühjahrsschnitt dürfen es dann sogar zwei Drittel sein, damit der Lavendel
kompakt bleibt und sich gut verzweigt.
Davon haben dann nicht nur die Augen
etwas und die Nase, sondern auch der Geschmackssinn. In der Küche kann Lavendel nämlich eine echte Bereicherung im
Gewürzregal sein. Er hat ein herb-würziges, leicht bitteres Aroma und ähnelt geschmacklich etwas dem Rosmarin. Sowohl die frischen als auch die getrockneten Blüten und jungen Blätter lassen sich
verarbeiten.
„Die Blatttriebe passen gut zu kräftigen
Gerichten, zum Beispiel zu Braten, Fisch
und Eintöpfen“, ist in dem Buch „So
kocht und isst der Gartenbau“ zu lesen.
„Gut schmeckt Lavendel auch zu Schimmelkäse, wie beispielsweise Roquefort,
und zu Schafs- oder Ziegenkäse. Die duftenden Blüten geben Süßspeisen, Gebäck,
Eis und Marmeladen eine liebliche Note.“
Will man Lavendel wegen seiner Farbe als Dekoration auf Speisen einsetzen,
macht man sich am besten die Mühe, die
Blättchen einzeln abzuzupfen. Der gesamte Blütenstand ist nämlich recht holzig und kann nicht mitgegessen werden.
Mit Essig oder Öl, Salz oder Zucker
lässt sich der besondere Geschmack des
Lavendels gut einfangen und einfach nut-
zen. Zum Aromatisieren von Zucker oder
Salz mischt man dieses mit Lavendelblüten und füllt es am besten in ein Glas mit
Schraubverschluss. Nach zwei bis drei
Wochen haben das Salz oder der Zucker
den Geschmack angenommen und man
kann die Blüten heraussieben. Will man
Essig oder Öl eine mediterrane Note verpassen, gibt man frisch geschnittene Lavendelähren in Flaschen oder Einweckgläser, füllt diese mit der Flüssigkeit auf
und stellt sie drei bis vier Wochen an einen dunklen Ort.
Grundsätzlich gilt: Während Lavendel im Garten besonders gut zur Geltung
kommt, wenn er möglichst großflächig
angepflanzt wird, sollte man ihn als Gewürz eher sparsam einsetzen.
KB
KLEINE KIRCHENZEITUNG
Talent
entdeckt
Ulli besucht Kinderbuchautorin Julia Priedigkeit
E
s ist ein schönes Gefühl, das eigene Buch
gedruckt in der Hand zu halten“, sagt Julia
Priedigkeit zu Ulli. Vor acht Jahren kam
sie als I-Dötzchen in die Schule. Mittlerweile
besucht sie das Theodor-Heuss-Gymnasium in
Radevormwald und hält nicht mehr eine Schultüte in den Händen, sondern ihr erstes Buch.
Ulli besuchte jetzt die 14-jährige Schülerin, die
im Schatten der Kirche St. Marien lebt.
Im Rahmen eines sogenannten Drehtürmodell-Projektes an ihrer Schule wählte Julia, im
Fach Deutsch eine Geschichte zu schreiben.
Als kleines Mädchen habe sie Schneekugeln
gesammelt, verrät sie Ulli. Daran habe sie sich
erinnert. „Da hatte ich die Grundidee zu meiner Geschichte. Diese wurde von Tag zu Tag
länger und füllte über hundert handgeschriebe-
Zum Abschluss des Schulprojektes füllte die handgeschriebene Geschichte eine dicke Kladde.
Stolz hält Julia Priedigkeit ihr erstes Buch „Ein Geschenk aus Frankreich“ in die Kamera, das ihren Namen trägt. In ihrem
Zimmer sind die Regale übervoll mit Büchern, die sie alle gelesen hat. Aus diesen holt sich die Jungschriftstellerin unter
anderem Anregungen und Tricks der Profis. Die ersten Zeilen zu ihrem Buch schrieb sie Ende 2011.
(Fotos: Klein)
Lila Haare und Seetang-Gratin
Ein merkwürdiges Geschenk erhält der zehnjährige Hannes von seiner Oma. Die alte reiselustige Dame mit lila gefärbten Haaren hat
ihm aus Frankreich eine Schneekugel als
Souvenir geschickt, in der sich eine kleine
Nixe befindet. Der Junge ist total überrascht
und verwirrt, als er feststellt, dass die Nixe
nicht aus Plastik, sondern eine echte ist. Sie
ist lebendig und spricht Deutsch mit feinem
französischem Akzent.
Hannes befreit Nixe Nadelle aus ihrer
misslichen Lage. Sie weiß nicht, warum und
wie sie in die Schneekugel gekommen ist.
Hannes und dessen Freundin Anna beschlie-
1. August 2014 | Ausgabe 31-32/14
ßen, Nadelle zu helfen, ihre verlorenen Erinnerungen zurückzuholen. Die Suche entwickelt die Schreiberin Julia Priedigkeit zu einer fantastischen Abenteuergeschichte.
„Ein Geschenk aus Franzkreich“ entführt
Dich in eine andere fremde Welt mit Unterwassergeheimdienst und Seeigelmarathon. Auf den
Tisch kommen Seetang-Gratin und Seetanggeleebrötchen. Und Du erfährst den Unterschied
zwischen Nixe und Meerjungfrau ehe sich alle
SIEGBERT KLEIN
Rätsel lösen.
Julia Priedigkeit. Ein Geschenk aus Frankreich. 148 Seiten.
Verlag tredition. ISBN 978-3849544508. 9,99 Euro.
ne Seiten in einer Kladde. Ihre Lehrer hielten
sie an, ihr Talent in die Hand eines Verlages zu
geben. Der Tipp eines Lehrers war erfolgreich.
„Das war noch ein gutes Stück Arbeit: abtippen, Sprache und Spannungsbögen überarbeiten, Korrektur lesen und Titelblatt entwickeln“,
zählt Julia auf. Letzteres hat sie mit Mutter
Alexandra gestaltet. Dann konnte das Werk gedruckt werden. „Einige Wochen später habe ich
nervös und aufgeregt die Büchersendung des
Verlages geöffnet. Mein Buch mit meinem Namen drauf. Toll! Es ist in jedem Versandbuchhandel erhältlich, seit ein paar Wochen auch als
E-Book“, erklärt sie.
Und Julia verrät Ulli, wie man erfolgreich
Bücher schreibt: „Man schaut bei den Profis
ganz genau nach, wie sie es machen.“ Die Ideen liefere das Leben und Ereignisse des Alltags. „Das Talent habe ich von meiner Mutter, die hat mir als kleines Mädchen abends
immer selbst erfundene Geschichten erzählt.“
So hat Julia schon jetzt genügend Material für
die Fortsetzung in einem zweiten Buch, auf das
viele Leser des ersten schon warten.
SIEGBERT KLEIN
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FAMILIE
Zwischen Abgrenzung und Verbundenheit
Über die Rolle von Schwiegermüttern und anderer Verwandter für eine Paarbeziehung
In diesem Jahr beschäftigen sich
die Beiträge der Katholischen Ehe-,
Familien- und Lebensberatung
des Erzbistums Köln mit einem
biblischen Thema: Die Beraterinnen
und Berater greifen einige Paare aus
der Bibel exemplarisch heraus, um
an deren gemeinsamem Lebensweg
Aspekte herauszustellen, die auch für
Partnerschaften heute von Bedeutung
sein können und Denkanstöße geben.
Nach dem Tod ihres Mannes folgt Rut ihrer Schwiegermutter Noomi in deren Heimatland. Als Rut dort dem reichen Boas begegnet, weiß Noomi genau, wie Rut ihn für
sich gewinnen kann. Auf Noomis Ratschläge antwortet Rut: „Alles, was du sagst, will
ich tun.“ Und tatsächlich nimmt Boas Ruth
zur Frau.
Welche junge Frau wünscht sich das
nicht: eine Schwiegermutter, die es gut mit
ihr meint und die ihr aus ihrer reichen Lebenserfahrung heraus unterstützend zur
Seite stehen kann. Welche Schwiegermutter wünscht sich das nicht: eine junge Frau,
die ihr zuhört, die die Vorschläge der Älteren überdenkt und für gut befindet. Im biblischen Buch Rut wird – entgegen landläufiger Meinung, die das Verhältnis von Schwiegertochter und Schwiegermutter meist als
problembehaftet ansieht – von einer gelungenen Beziehung zwischen der älteren und
der jüngeren Frau erzählt. Sogar der in vielen Traugottesdiensten so gern zitierte Satz:
„Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und
wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk
ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott“
(Rut 1,16), gehörte ursprünglich keineswegs
in eine Paarbeziehung, sondern wird von
Rut zu ihrer Schwiegermutter gesagt.
Blick auf das verwandtschaftliche Gefüge
Die biblische Geschichte von Noomi,
Ruth und Boas kann heutzutage Anlass sein,
den Blick einmal auf das gesamte verwandtschaftliche Gefüge zu lenken, in dem ein
Paar sich befindet. Zwei Menschen, die zusammenfinden, bringen ganz verschiedene
Erfahrungen aus ihren Herkunftsfamilien
mit. Die Gewohnheiten, die Werte, die Lebensart der eigenen Familie werden in der
Eine Darstellung von Rut und Boas auf einem Gemälde von Nicolaes Moeyaert, Amsterdam um 1625.
Regel erstmal als „normal“, als „richtig“ angesehen. Wo sie erheblich abweichen von
denen der Familie des Partners, kann sich
Befremden, Reibung, im schlimmsten Fall
Abwertung in der Partnerschaft ausbreiten.
„Furchtbar, wie man in deiner Familie zusammengluckt.“ „Bei euch macht man alles
mit Geld. Von Wärme ist da nichts zu spüren.“ Gefährliche Sätze – und die vertane
Chance, interessiert über den Tellerrand des
eigenen Familiensystems hinauszuschauen,
sich mit Andersartigem respektvoll auseinanderzusetzen und sich selbst in seiner Eigenart ergänzen zu lassen. Warum soll ein
Paar zum Beispiel die emotionale Verbundenheit in der einen Herkunftsfamilie nicht
ebenso schätzen wie die finanzielle Großzügigkeit der anderen?
Ein Prinzip, das ein Paar weiterführen
könnte: statt Unterschiedlichkeiten gegeneinander auszuspielen das Beste aus beiden Familien für sich übernehmen. Und immer wieder ein Balanceakt: Die Verbindung
zu wichtigen Menschen der Verwandtschaft
zu erhalten und zugleich der eigenen Partnerschaft, der eigenen neuen Familie genügend Raum zu verschaffen. „Wir hören, liebe Mutter, Schwiegermutter, Tante, Schwester, lieber Vater, Schwiegervater, Onkel,
Bruder, was ihr sagt zu Kindererziehung,
Hausbau, beruflicher Tätigkeit, finanziellen Transaktionen, Kirchenbesuch… und…
und… Wir werden es überdenken, miteinander besprechen und dann handeln, wie wir
es für richtig halten.“ Manchmal nicht leicht
52 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Foto: Raspels)
für ein Paar, sich mit solch einem Satz abzugrenzen, aber notwendig für die Eigenständigkeit. Manchmal nicht leicht für die
Verwandtschaft, solch eine Abgrenzung zu
„verdauen“, aber notwendig, um Verbundenheit nicht zu gefährden, sondern eine andere
Ebene von Verbundenheit zu ermöglichen.
Abgrenzung und Verbundenheit
„Wie du lebst, so will auch ich leben. Wie
du glaubst, so will auch ich glauben. Was du
sagst, will ich tun.“ Sätze, wie sie heutzutage zwischen Menschen verschiedener Generationen wohl selten ausgesprochen werden
– übrigens in beide Richtungen. Das ist die
eine Seite. Die andere Seite findet sich, ein
wenig augenzwinkernd formuliert, in dem
Ausspruch: Erwachsen ist man, wenn man
tut, was man für richtig hält – auch wenn
die Eltern (und sogar Schwiegereltern!) es
ebenfalls für richtig halten.
CLAUDIA RICHTER
Claudia Richter war Leiterin der
Katholischen Ehe-, Familien- und
Lebensberatungsstelle in Gummersbach, Telefon (0 22 61) 2 77 24, E-Mail:
[email protected] Jetzt ist
sie im Erzbistum Paderborn tätig.
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
JUGEND
Jung und Alt – Hand in Hand
Solingen: Grundschüler und Senioren treffen sich regelmäßig zum Spielen, Basteln, Singen
A
chtzig Lebensjahre trennen sie voneinander. Doch das hindert sie nicht daran, miteinander zu spielen, zu basteln und zu singen: Schüler der Offenen Ganztagsgrundschule Böckerhof in Solingen treffen sich
regelmäßig mit dem Seniorenkreis der Pfarrgemeinde St. Suitbertus. „Generationenübergreifendes Arbeiten“ nennt sich das Projekt, in dem Kinder und Senioren miteinander Zeit verbringen und voneinander lernen
sollen. Finanzielle und materielle Unterstützung gibt es dabei von der Katholischen Jugendagentur Wuppertal.
Heiter, unbeschwert, neugierig
Die Idee entstand vor vier Jahren: „Wir
hatten beobachtet, dass viele unserer betreuten Kinder nur noch wenig Kontakt zu älteren Menschen haben, und wollten Brücken
schlagen“, sagt Christiane Erkelenz von der
OGS Böckerhof, die das Projekt zusammen
mit ihrer Kollegin Christina Asbeck betreut.
Die Kinder sollten laut Erkelenz vom Erfahrungsschatz der Senioren profitieren. Andersherum sollten die Senioren durch die
„heitere, unbeschwerte und neugierige Art
der Kinder“ bereichert werden.
Christiane Erkelenz von der Offenen Ganztagsgrundschule
Böckerhof mit ihrem Schützling Devin.
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
Gemeinsames Spielen verbindet in der Solinger Gemeinde St. Suitbertus die Generationen.
Einmal im Monat machen sich nun sieben Grundschüler der Jahrgangsstufen 1 bis
4 zusammen mit ihren beiden Betreuerinnen auf den Weg. Die Treffen mit dem Seniorenkreis finden in den Räumen von St.
Suitbertus statt. Hier
haben Jung und Alt
schon zahlreiche gemeinsame Aktionen
durchgeführt: Spiele- und Singnachmittage,
Martinsfeste
mit Laternenumzug,
Nikolausfeiern, Bastelstunden – „im Februar haben sie zum
Beispiel jecke Karnevalsmasken gebastelt“, berichtet Erkelenz.
Die Theater-AG der OGS Böckerhof führt
zudem alljährlich ein Theaterstück bei den
Adventsfeiern des Seniorenkreises auf.
„Die Senioren freuen sich immer über die
Fröhlichkeit und Heiterkeit der Kinder“, sagt
Seniorenkreisleiterin Roswitha Röttger. An
Spielenachmittagen seien sie beeindruckt
davon, wie geschickt die Grundschüler bei
den Gesellschaftsspielen vorgehen. Zu anderen Gelegenheiten – etwa dem gemeinsamen Besuch eines Waschküchen-Museums –
würden die Kinder gespannt den Geschichten der Senioren lauschen: „Seht ihr? So ein
Waschbrett habe ich früher noch selbst benutzt“, zitiert Röttger. Es sei ein Geben und
(Fotos: Privat)
Nehmen. Ein Einander-Ergänzen und Voneinander-Lernen, so die Seniorenkreisleiterin.
„Bei dem Projekt werden außerdem gegenseitige Unsicherheiten und Berührungsängste abgebaut“, sagt Erkelenz und verweist
dabei auf ein BusSicherheitstraining,
das Kinder und Senioren zusammen absolviert haben: Die
Grundschüler hätten
etwa gesehen, dass
ein Ein- und Aussteigen mit Rollator sich
häufig schwierig gestalte und dass dann
Hilfsbereitschaft angebracht sei, so Erkelenz. „Die Senioren
wiederum haben vom nicht immer einfachen
Alltag der Kinder erfahren – auch ein Kind
ist nach der Schule müde, und der Tornister
wiegt im Bus schwer.“ Gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme würden solche
Aktionen fördern, betont Erkelenz.
Vorfreude auf die Treffen herrscht nicht
nur bei den Senioren, sondern auch auf Seiten der Kinder, wie der sechsjährige Devin bestätigt: „Die Senioren sind so lieb,
man kann schön mit ihnen spielen – und der
selbstgebackene Kuchen ist immer so lecker!“ Im neuen Schuljahr will er unbedingt
wieder dabei sein – wenn Jung und Alt Zeit
TOBIAS GLENZ
und Erfahrung teilen.
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RÄTSEL
Was die Buchstaben 1 bis 15 ergeben, bringt viele zum Lachen.
Die Lösung zeigen wir nächste Ausgabe. Die Lösung aus Nr. 31-32 sehen Sie in der Rätselmitte.
54 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 33/14 | 15. August 2014
BUNTE SEITE
Sagt der Vater zu Max: „ Trag doch mal den
Mülleimer raus, du hast jüngere Beine.“
Max: „Meinst du nicht, wir sollten zuerst
deine alten aufbrauchen?“
„Warum hat denn Ihr Sohn die U-Boot-Einheit wieder verlassen?“ – „Er konnte es sich
nicht abgewöhnen, bei geöffnetem Fenster
zu schlafen...“
Das ehrliche Geständnis nach Mitternacht:
„In letzter Zeit bin ich wahnsinnig zerstreut,
kann ich nur sagen. Es gibt Tage, da lege ich
meine Kleider ins Bett und schlafe über der
Stuhllehne.“
„Kollege Müllers Tunesien-Urlaub müsste eigentlich gestern auch zu Ende gewesen sein...“
ich groß und stark werden?“ Mutter: „Damit
du dir dein täglich Brot verdienen kannst.“
Robin: „Ich mag aber doch gar kein Brot...“
Die Mutter zu ihrem Sohn: „Robin, iss dein
Brot auf!“ Darauf er: „Ich mag kein Brot!“
Mutter: „Du musst aber Brot essen, damit du
groß und stark wirst!“ Robin: „Warum soll
15. August 2014 | Ausgabe 33/14
Betrunkener daheim lallend zu seiner Frau:
(Cartoon: Jakoby)
„Ach hier bist du, Liebling. Ich suche dich
seit Stunden in allen Kneipen der Gegend.“
Mutter: „Dein neuer Freund gefällt mir gut!“
Tochter: „Wieso dir? Du hast doch Papa...“
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BERICHT
E
s seien über 500 Kirchenführungen seit
Beginn der Bauarbeiten im Jahr 2010
gewesen, die man organisiert habe, so
Weihbischof em. Hans-Georg Koitz. Diese
Zahl nannte der Vorsitzende des Hildesheimer Domkapitels nicht ohne Stolz, mache
sie doch das große Interesse an der Kirche
deutlich. Und vielleicht, so wohl die heimliche Hoffnung des Bischofs, würde über das
Interesse an diesem Kirchenbau auch wieder
ein Interesse an der Kirche selbst wachsen.
Dabei ist der Mariendom zu Hildesheim,
Bischof Norbert Trelle wird ihn am Hochfest Maria Himmelfahrt wiedereröffnen, ein
wirklich stilvoll restauriertes Bauwerk.
Mit seinem Bischofsstab wird Trelle an
die Bernwardtür im Westwerk des Domes
klopfen. Dann öffnen sich die Türflügel für
den Hildesheimer Bischof und 35 weitere
Bischöfe und Geistliche aus anderen Diözesen. Zu den erwarteten Ehrengästen zählen
als Vertreter des Papstes Nuntius Dr. Nikola Eterovic und auch Bundespräsident a.D.
Christian Wulff.
Hell, klar, weit – so wirkt der Hildesheimer Dom jetzt. Das verdankt er dem Kölner Architekten Johannes Schilling, sein Vater hat mit Peter Kulka das Maternushaus
geplant, und dem Hildesheimer Domkapitel, dem Bauträger. Die überaus gelungenen Veränderungen reichen vom Fußboden
bis zum Lichtkonzept in der Decke. Aus der
Kirche wurde mit der Sanierung wieder ein
romanisches Bauwerk mit Charakter. Dieser
war durch die Einbauten der 1950er-Jahre
kaum noch zu erkennen gewesen. Die neuen
Fenster sind am Rand sichtdurchlässig. Da-
Liegen in einer liturgischen Achse: das romanische
Taufbecken, der Heziloleuchter und der Altar.
Der neue Altar aus Anröchter Dolomit wurde von Ulrich Rückriem geschaffen.
Diese Kirche interessiert
Festwoche zur Eröffnung des Hildesheimer Mariendoms
mit schaffen sie eine Verbindung vom Dominneren nach außen, also auch zum „Tausendjährigen Rosenstock“. Statt der alten
Kirchenbänke gibt es nun Stuhlreihen mit
rund 200 Stühlen aus hellem Eichenholz.
Bei Bedarf werden weitere Stühle aufgestellt, sodass über 600 Menschen im Dom
sitzen können.
Mit dem Pontifikalamt zur Dom-Wiedereröffnung beginnt auch das Programm
„1200 Jahre Bistum Hildesheim - Ein heiliges Experiment“. Mit diesem Motto will
man unverkrampft auf die Geschichte blicken, aber auch in die Zukunft sehen. Ausgehend vom „neuen Dom“ sollte das nicht
HELMUT PATHE
schwer fallen.
Mit vielen Details wie der Verehrung des Christuskindes
durch die Heiligen Drei Könige: die Bernwardtür.
Auch von innen sichtbar ist jetzt der „Tausendjährige
Rosenstock“ an der Apsis.
(Fotos: PA)
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