SASAEine Welt Oratorium Samstag, 7. Mai 2016_16.30 Uhr Gerry

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SASAEine Welt Oratorium Samstag, 7. Mai 2016_16.30 Uhr Gerry
SASA
Eine Welt Oratorium
Uraufführung:
Samstag, 7. Mai 2016_16.30 Uhr
Gerry-Weber-Stadion
Montag, 9. Mai 2016_19.30 Uhr
Dienstag, 10. Mai 2016_19.30 Uhr
St. Marienkirche, Minden
Messiaserwartung? Jetzt! Sasa!
Das Warten auf den Messias, den Gesalbten, den Sohn Gottes spielt für
den christlichen Glauben eine zentrale Rolle. Paul Tillich hat in einer Rede
die Bedeutung der Messiaserwartung beschrieben:
„Vor dem Nürnberger Kriegsverbrecherprozess trat ein Mann als Zeuge
auf, der die Gaskammer überlebt hatte, weil er sich in den hohen Gräbern
des jüdischen Friedhofes in Vilnius (Litauen) Monate lang versteckt
hielt. Dort hatte er, wie er erzählte, folgendes erlebt:
„In einem Grab, ganz in seiner Nähe, gebar eine junge Frau einen Sohn.
Der 80jährige jüdische Totengräber, in ein Leichentuch gehüllt, half bei der
Geburt. Als das neugeborene Kind seinen ersten Schrei ausstieß, betete der
alte Mann: ‚Großer Gott, hast Du endlich den Messias zu uns gesandt?
Denn wer anders als nur der Messias selbst könnte in einem Grab geboren
werden?' Drei Tage später sah der Zeuge, wie das Kind die Tränen seiner
Mutter trank, weil sie ihm keine Milch geben konnte.“
Wir sind der unendlichen Spannung gegenüber unempfindsam geworden,
die auch in den Worten des Apostolischen Glaubensbekenntnisses liegt:
„gelitten, gekreuzigt, gestorben und begraben... am dritten Tage auferstanden von den Toten… Für ihn (den alten jüdischen Totengräber) war
die unermessliche Spannung der Messias-Erwartung eine Wirklichkeit, die
in dem unendlichen Kontrast zwischen den Dingen, die er sah, und der
Hoffnung, die er in sich trug, hervorbrach.“
Messias-Erwartung führt uns nicht von den Problemen der Welt weg oder
an ihnen vorbei, sondern genau auf sie zu. Wir lernen, die Spannung auszuhalten, zu sehen und zu erkennen, welche Hoffnungen enttäuscht werden und welche Ursachen diese Enttäuschung hat. In den Proben spielten
deshalb die Nachrichten u.a. vom Flüchtlingselend auf der Balkanroute,
von den menschlichen Tragödien in den Kriegsgebieten von Syrien und
Irak eine wichtige Rolle.
Messias-Erwartung weiß von Jesus, der aus dem Grab auferstand und
schon jetzt das Himmelreich unter uns aufgerichtet hat (Lukas 17, 21).
„Sasa“ bedeutet in Swahili-Sprache „Jetzt“. Auf die Bedeutung des Augenblicks weist der Schriftzug von „MessiaSASAmbura“ hin. Die europäische
Kultur wird von der afrikanischen Kultur lernen, wenn sie sich der Bedeutung des Augenblicks öffnet.
Messias-Erwartung öffnet die Erwartung zum Ende der Zeit, wenn alle
offenen Fragen beantwortet, alle Tränen getrocknet und alle Kinder ein
Zuhause gefunden haben. Das ist unsere gemeinsame Zukunft, eine
Richtung, in der wir Weggemeinschaften entdecken können.
Frieder Küppers
(Paul Tillich, Religiöse Reden, 1. Folge, Stuttgart 1952)
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Grußworte
Hannelore Kraft
Dr. Ulrich Möller
Ministerpräsidentin
Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche
von Westfalen
Das berühmte „Halleluja“ aus Georg Friedrich Händels „Messias“ kommt einem in diesen Zeiten nur schwer über die Lippen: Krieg
und Hunger, Flucht und Vertreibung bestimmen ja nicht nur die Schlagzeilen, sondern
das Leben von Millionen von Menschen auf
der ganzen Welt. Diese Menschen brauchen
Hilfe – und Hoffnung auf ein besseres Leben.
„MessiaSASAmbura“ versprüht diese Hoffnung und gibt zugleich jenen die nötige
Kraft, die Menschen in Not helfen.
Darüber freue ich mich sehr, danke allen
Mitwirkenden und wünsche Ihnen, liebe
Zuschauerinnen und Zuschauer, viel Freude
beim Zuhören, Mitsingen und Mittanzen.
Aus der Sicht der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) und des
Dezernenten der Landeskirche für Mission,
Ökumene und kirchliche Weltverantwortung
möchte ich die besondere exemplarische
Bedeutung des Community Dance Projektes
„MessiaSASAmbura“ unterstreichen. Es versteht sich sowohl als Umsetzung des Mottos
des Themenjahres „Reformation und Eine Welt“ wie auch aller grundlegenden Absichten des Festivals, nämlich weite Räume für Vorstellungen
zu öffnen, Horizonte von neuen Begegnungen auf zu tun, Quellen der
eigenen und anderen Kommunikationsfähigkeit zu entdecken, Ressourcen
der weltweiten Lebensgemeinschaft wahrzunehmen und zu schützen
lernen, Platz für Phantasie zwischen Chancen und Gefahren des ökumenischen Miteinanders zu schaffen.
Wir danken Maximilian Guth für seine Komposition, dem Kirchenkreis
Minden für sein Engagement und wünschen allen Beteiligten gesegnete
Aufführungen.
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Der Komponist
Jürgen Tiemann
Evangelischer Kirchenkreis Minden
Superintendent
In einer Zeit, in der die Begegnung verschiedener Kulturen bei manchen Irritationen und
Enge-Gefühle auslösen, möchten wir mit dem
Reichtum unserer partnerschaftlichen Verbindungen zu Kirchengemeinden in Tansania
dazu beitragen, Weite in das öffentliche Leben
einzubringen.
Der Evangelische Kirchenkreis Minden freut sich, mit „MessiaSASAmbura“
eine musikalische Begegnung von europäisch-klassischer Kultur und afrikanischer Musik möglich werden zu lassen. Altbekannte Sätze aus beiden
Kontinenten werden in der Komposition von Maximilian Guth zu neuen
Tonsätzen verschmolzen und in der Choreografie des Tanzprojektes unter
der Leitung von Petra Nottmeier in Bewegung gesetzt. So wirkt Ökumene:
Aufeinander hören, die Traditionen der anderen ernst nehmen und mit
den eigenen in Kontakt bringen. Für die Gestaltung der weltweiten Gemeinschaft der Zukunft bietet die Aufführung des EineWeltOratoriums
„MessiaSASAmbura“ kreative Beispiele.
Wir danken allen, die sich den Herausforderungen dieses Projektes
gestellt haben und wünschen den Aufführungen diese ansteckende
Begeisterung, die bereits bei den Probenphasen zu erkennen war.
Maximilian Guth
Der mehrfach ausgezeichnete Komponist
aus Hannover hat aus Teilen des Oratoriums
von G.F. Händel, avantgardistischen Neukompositionen und Elementen traditioneller Musik aus Tanzania ein ökumenisches
Oratorium komponiert, das musikalisch die
Ergebnisse der Partnerschaft zwischen der
westfälischen und ostafrikanischen Kirche
verarbeitet. Maximilian Guth hat mit
seiner Komposition „MessiaSASAmbura“
die Größe des Händel-Werkes mit der Weite afrikanischer Musikkulturen verbunden. Neben die originalen „Messias“-Partien werden
ungewöhnliche Klangfarben, zirkuläre Formteile, perkussive und polyrhythmische Muster sowie die Chorgesänge der Shambaa (NordostTanzania) gestellt. Der dabei entstehende musikalische Weg von
bekanntem musikalischen Terrain zu unerwarteten Klangereignissen
wird im Sinne der Botschaft Jesu verstanden. Das Andersartige der
verarbeiteten Musikstilistiken wird als Chance begriffen. Die verschiedenen Musikkulturen werden auf eine Stufe gestellt, die vorhandenen
Spannungen und Widersprüche bleiben bestehen.
Maximilian Guth kam 2011 im Rahmen einer Jugendbegegnung das
erste Mal in den Nordosten Tanzanias, wo sein Urgroßvater als
Missionar ab 1926 tätig war. Er war fasziniert von der elementaren
Kraft der Shambaa-Lieder mit ihrer sanft bewegten Rhythmik.
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Der „Messias" von G. F. Händel ist weltweit bekannt. Die hinreißenden Impulse der Chor- und
Solopartien dieses Musterbeispiels europäischen Hochbarocks begeistern Menschen auf allen
fünf Erdteilen. Das „Hallelujah“ gehört zum Repertoire aller großen Chöre von Helsinki bis
Kapstadt. Nach seiner Uraufführung in Dublin im Jahr 1742 durch Händel selbst gelangte es
1772 über Hamburg nach Deutschland. Mozart würdigte es 1789 mit einer eigenen Bearbeitung. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war dieses Werk fester Bestandteil der abendländischen
Kulturgeschichte. Als eine der am häufigsten aufgeführten sinfonischen Chorwerke kann der
„Messias“ von Händel als ein prägnantes Beispiel für das Motto des Festivals „Weite wirkt“
angesehen werden.
MessiaS
Im Sommer 2013 während eines deutsch-tanzanischen Jugendaustausches der St. Mariengemeinde Minden wurde das Ensemble Asambura von Maximilian Guth und Lennart Smidt
gegründet. Das Ziel war, eine Brücke zwischen den beiden unterschiedlichen musikalischen
Kulturen von Mitteleuropa und Ostafrika zu schlagen. Dazu wurde die originale Chorliteratur
der Shambaa (Mehrheitsethnie der Usambaraberge) aus Mtae als Basis für die Arrangements
genommen. Mittlerweile setzt sich das Ensemble „Asambura“ aus Musikerinnen und Musikern
unterschiedlicher Nationalitäten zusammen. Die vielseitige Instrumentierung des Ensembles
erlaubte in der Begleitung der afrikanischen Vokalmusik viele unterschiedliche Stilfacetten
der Weltmusik. Diese Erfahrungen waren die Grundlage für die Komposition von Maximilian
Guths „MessiaSASAmbura“
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Während der Probenphase im März 2016 in Mtae
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Programm
Die Komposition von Maximilian Guth
folgt in seinen vier Teilen im Wesentlichen der Aufteilung Händels:
Verheißung des Gottessohnes, Geburt,
Passion, Auferstehung. Der Rahmen
nimmt die Vielsprachigkeit Babels auf
und schließt mit der Coda. Kein Happy
End, doch eine Öffnung zu den wichtigen Themen interkultureller Verständigung.
Die Choreografie unter der Leitung
von Petra Nottmeier nimmt die
Komposition von Maximilian Guth
auf und entwickelt Bewegungsassoziationen.
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Teil l
01 ULE MZIGO
WACHSENDE SEHNSUCHT
„Keine Bürde ist so hoch, als dass
es keine Hoffnung geben könnte.“
02 BABEL
FINSTERNIS...
Das alte bliblische Motiv „Babel“ als
Chiffre für das gegenseitiges NichtVerstehen verschiedener Kulturen.
Flüstern steigert sich zu ohrenbetäubender Stimmenverwirrung, in der gegenseitiges Wahrnehmen unmöglich wird.
05 FOR UNTO US A CHILD IS BORN
FROHE BOTSCHAFT
Engel als Boten der hoffnungsbringenden Nachricht.
06 KARANGA
VERSUCHUNG
Bedrohlicher, spannungsvoller Tumult.
Teil II
07 MBALI
KRAFT DER LIEBE
Von einem Berg erklingen weite Klänge
der menschlichen Sehnsucht.
03 DARKNESS SHALL COVER THE SEA
…BREITET SICH AUS
Es bilden sich suchende Schemen, ein
Weg ins Ungewisse.
08 KUENDELEA
SCHICKSALSFETZEN
Ein Ruf aus der Gruft beschwört
unheimliche Schattenspiele.
04 TUMAINI
SEELENBEFREIUNG
Spurensuche in der Dunkelheit. Kurze
Irrlichter verlocken zur hoffenden
Erwartung in der Fremde.
09 WHO MAY ABIDE?
HOFFNUNGSSCHIMMER
Wechselspiel zwischen ewiger
Transzendenz und apokalyptischen
Reitern.
I
10 MASSAI
ESKALATION
Bedrohliche Kraft
11 AND HE SHALL PURIFY
VERBREITUNG VON ZUVERSICHT
12 AND THE GLORY
OFFENBARUNG DER
HERRLICHKEIT
13 HALLELUJAH
ERFÜLLUNG DES URTRAUMES
Teil III
14 BEHOLD THE LAMB
STEINIGER WEG
ZUR WAHRHEIT
Verrat an der Friedensvision
15 TUIMB’AFRICA
LEIDENSWEG
Todesangst in der sengenden Hitze der
Wüste. Eigener Herzschlag und Atem
als letzte Wegbegleiter.
16 HE TRUSTED IN GOD
HETZJAGD UND
GEBROCHENES HERZ
Schauriges Flüstern des Kreuzigungschores als höllischer Ritt ins Verderben.
Im Moment des Todes steht die Zeit
still.
17 THY REBUKE
GRABESKLAGE
Trauertanz der Zurückgelassenen
18 BEHOLD AND SEE
SCHARFE KLINGE DES SCHMERZES
Suche nach Trost und Erinnerungen
Teil IV
19 BARIDA
EIN NEUER TAG BRICHT AN
Frühlingshaftes Erwachen der Natur,
das Leben geht weiter.
20 SURELY
WIDERHALL DES CHORES
Aufruf zur gegenseitigen Verständigung.
21 SINCE BY MAN CAME DEATH
IM GARTEN EDEN
Werden und Vergehen
23 WORTHY IS THE LAMB
ERHABENER JUBEL DER
GLÜCKSELIGKEIT
Vergebung
24 AMEN
DIE WAHRHEIT WIRD WEGWEISER
Segnung aller Völker
25 CODA
EWIGES SUCHEN
Die Zeit steht still. Die Posaune,
theologisches Symbol für Apokalypse
und Friedensvision, tritt in einem
sehnsuchtsvollen Solo hervor. Zeitlose
Glockenklänge und haltsuchende
Menschen als Mahnmal für fortwährende Fragen nach einem Dialog mit dem
Unbekannten, der sich uns immer
wieder aufs Neue stellt.
22 DESIRE FOR FREEDOM
VISION ODER UPTOPIE
Das drängende Verlangen nach
Freiheit spürt seine Fesseln.
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Tanz
Petra Nottmeier
Petra Nottmeier ist Tänzerin, Choreografin und
Studienrätin am Ratsgymnasium in Minden.
Die tänzerische Umsetzung der musikalischen
Werke aller Epochen gehört zum wichtigen
Bestandteil ihrer Arbeit.
Unter ihrer Leitung sind am aktuellen Tanzprojekt „MessiaSASAmbura“ drei Kurse der Mittelund Oberstufe beteiligt. Die Choreografien
wurden im Unterricht erarbeitet und einstudiert. Nach der musikalischen und sakralen
Vorlage ist ein Tanzdrama über existenzielle Themen des menschlichen
Daseins entstanden. Durch einen aktiven körperlichen Zugang und eine
emotionale Auseinandersetzung haben Jugendliche eine Tanzsprache
erworben, die das komplexe Werk um eine neue Nuance bereichert. Der
Fachbereich Tanz des „Kulturgymnasiums NRW“ ist fest im Schulkonzept
verankert und ermöglicht den SchülerInnen, sich dem Tanz von der fünften
Klasse bis zum Abitur durchgehend widmen zu können.
Die Entwicklung der Choreografien bezog Nachrichten
über Flucht und Vertreibung ein. Die Zerstörung der
syrischen Städte Aleppo, Palmyra und Raqa fanden
über Bewegungsassoziationen Aufnahme wie auch die
Berichte über die Flucht auf der Balkanroute und die
Zustände in den Lagern von Lampedusa bis Idomeni.
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Community Dance Minden
Die Grundlagen von „Community Dance Minden“ wurden vor zwanzig
Jahren in der St. Marienkirchengemeinde mit der Mitbeteiligung des
Ratsgymnasiums Minden gelegt: Mit den Mitteln der Chor- und Orchestermusik und des Tanzes wird ein aktuelles Thema auf die Bühne gebracht
und bühnenreif dargestellt. Im Laufe der Jahre ist in Minden ein festes
Netzwerk entstanden, in dem professionelle KünstlerInnen aus dem Bereich Tanz mit SchülerInnen weiterführender Schulen entwickeln und in
Zusammenarbeit u.a. mit professionellen Orchestern, den Chören der
Kirchengemeinde und der St. Marienkirchengemeinde Tanzprojekte erfolgreich aufführen. 2011 wurde der Gemeinde für die Aufführung des VerdiRequiems in der Form des Community Dance der Kulturpreis der EKD
verliehen.
Das getanzte Oratorium „MessiaSASAmbura“ wird von den SchülerInnen
des Tanzprojektes Ratsgymnasium Minden unter der Leitung von Lehrerin
und Choreografin Petra Nottmeier präsentiert. Bei diesem Projekt begegnen
die SchülerInnen für sie einem neuen musikalischen Spektrum. Es bietet
ihnen die Chance, sich auf eine spannende Reise zur neuen Dimension
der Körpersprache zu begeben.
7-9 Jg._Engel
Cecilia Heeren
Marie Knöchelmann
Surya Kugachandrar
Amelie Mai
Leona Meier
Romy Schwagmeier
Anna Peters
10 Jg._Seelen
Klara Hermine Bonhage
Celina Diersen
Eveline Fast
Luca Marie Fronckowiak
Johanna Hoffmann
Carolin Christin Hohensee
Maje Kaske
Paula Kerlen
Shalia Sophie Meier
Marlene Neuhaus
Esther Plöger
Anna Schneider
Amy Stanesby
Milena Tielke
Sophie Zerth
11 Jg.a_Menschen
Gizem Nur Aksoy
Ksenia Dmitrienko
Linda Jacob
Carolin Kromer
Kristin Kruse
Johanna Lepsien
Nike Schnitker
Kea Sebening
Verena Rosa Wilhelm
Wächter
Klaudia Kurlanc
Sina Lillemäe
Katharina Reichling
May Jongsawat Wimwipaporn
Nasrin Rasho
Die Hoffnung
Sina Magdalena Sonntag
Das Paar
Lovis Celine Wolf [Er]
Maria Wróbel [Sie]
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Gäste aus Westfalen sind herzlich willkommen in Mtae
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Chor
Die Geschichte der Partnerschaft von St. Marien und Mtae
Chor Viyana ya Mtae
1993 zum 100. Geburtstag der lutherischen Gemeinde von Mtae kam das
erste Mal eine Delegation aus St. Marien/St. Martini Minden nach Mtae.
Die gemeinsam verabredete Gemeindepartnerschaft zwischen Minden und
Mtae trug bald erste Früchte. 1994 erfolgte der Gegenbesuch in Minden.
Es wurde verabredet, eine Jugendbegegnung zwischen St. Marien und
Mtae ins Leben zu rufen. Zunächst trafen sich Jugendliche zu Workcamps –
in Mtae (1996 und 1999) und in Minden (1997).
Der Chor „Vijana ya Mtae" ist inzwischen ein bekannter Nachwuchschor
aus dem Nordosten Tanzanias. Unter der Leitung von Yamazi Kaoneka
interpretiert dieses Ensemble mehrstimmige Chorsätze der ostafrikanischen Literatur. Sie ist geprägt durch lokale musikalische Einflüsse, den
Melodie-Fundus der Swaheli-Kultur, der interaktiven Struktur von Sologesang und Chorantwort des Pambio und die harmonische Entwicklung
der mitteleuropäischen Chormusik, die vor über 100 Jahren durch die
westfälischen Missionare in den Usambarabergen bekannt wurde. Im Titel
„Massai“ werden zudem Elemente ostafrikanischer Ursprungskultur ohne
den Einfluss der europäischen Kultur deutlich.
Nach diesen Erfahrungen wurden die folgenden Begegnungen als TheaterCamps gestaltet. Anders als bei den Work-Camps war die gegenseitige
Kommunikation zwischen den Jugendgruppen bei den Theaterprojekten
besser zu garantieren. Die Arbeitsweisen von Asambura setzen die Erfahrungen der Jugendbegegnung mit neuen Akzenten fort.
Daudi Buheri Mussa
Perpetua Issay Shedangilo
Eliwine Jackson Mdundwa
Toni Alfred Madambo
Helena Thomas Kibada
Afkato Issai Kabonda
Joseph Absalom Shelukindo
Waridi Raphael Kapara
Yohana Ngwanyemi Kibiriti
Yambazi Alfred Kaoneka
Frank Richard Mntangi
Zur Vorbereitung des Oratoriums empfing der Chor im Februar/März
2016 die Mitglieder des Asambura-Ensembles in Mtae. Gemeinsam wurde
das Programm einstudiert und in einigen Dörfern der Gegend dem begeisterten Gemeindepublikum vorgestellt.
Zur Aufführung des ökumenischen Oratoriums „MessiasSASAmbura“ kommen zehn Mitglieder des Chores für einen Monat nach Deutschland, um
in einer intensiven Probenphase die Aufführungen im Eventcenter des
Gerry Weber Stadions und der St. Marienkirche in Minden vorzubereiten.
Zeichen der nachhaltigen Wirkung der Jugendbegegnung zwischen den
beiden Gemeinden ist die Mitwirkung von Mindener Jugendlichen in diesem afrikanischen Chor.
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Chor
Orchester
Kammerchor St. Marien
Orchester L’Arco
Der Chor entstand 2003 aus einem Projektchor von Kantor Manuel Doormann. Aus dem Wunsch ein festes Ensemble wachsen zu lassen, gründete
sich mit einem Frühlingskonzert 2004 der Kammerchor St. Marien. Der
Chor widmet sich vorwiegend der anspruchsvollen a-capella Chorliteratur
aus der Renaissance bis zur Gegenwart. Diese werden bei Motetten, Konzerten und Konzertreisen präsentiert. Des Weiteren werden Oratorien und
Passionen in kleiner Besetzung mit Kammerorchesterbegleitung aufgeführt, z.B. Händel: Messias, Bach: Johannespassion, Messe h-Moll, u.a. Im
Dezember 2013 übernahm Justus Barleben die Leitung des Kammerchores.
Die Mitglieder verfügen alle über fundierte Chorerfahrung. Die stilspezifische Profilierung und die intensive Arbeit an einem homogenen Chorklang
sind besondere Kennzeichen des Chores.
Beherrschung der alten Instrumente und Kenntnisse historischer Musizierpraxis sind die Grundlagen, auf denen die Musikerinnen und Musiker ihr
facettenreiches Spiel entwickeln. Dabei ermöglichen die Konzerte immer
wieder Begegnungen mit unbekannten Werken und wenig gespielten
Komponisten. Schon bald nach der Gründung 1992 durch Absolventen
der Hochschule für Musik und Theater Hannover wurde der Name des
Ensembles in der Fachwelt bekannt. Nicht zuletzt dazu beigetragen hat
neben Auftritten bei Festivals wie den Niedersächsischen Musiktagen,
den Göttinger Händelfestspielen oder den Dresdner Musikfestspielen die
Zusammenarbeit mit dem Knabenchor Hannover unter seinen Leitern
Heinz Hennig und Jörg Breiding, die durch mehrere CD-Einspielungen
dokumentiert ist.
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CHOR
ORCHESTER
Sopran
Elisabeth Fendel
Johanna Gartmann
Annette Harting
Sinje Meyer
Annegret Prante
Angela Woschée
Violine 1
Alt
Bettina Bosien-Wildhagen
Christine Kahl
Susanne Lämmel
Dorothee Münden-Fabry
Jana Neuhaus
Ulrike Schmidt
Cathrin Schulze Dorfkönig
Martina Wrachtrup-Klaß
Elke Wunderlich
Tenor
Reinhard Bauer
Martin Becker
Gregor Fendel
Andre Harting
Martin Wieser
Bass
Bernhard Erdlenbruch
Martin Guth
Suitbert Koch-Rose
Frieder Küppers
Lutz Zieseke-Michaelis
Dominik Vatovic
Christoph Heidemann
Karoline Steidl
Susanne Wente
Christine Philippsen
Violine 2
Birgit Fischer
Sabine Kuhlmann
Peter Schultze
Ulrike Teille
Viola
Marie Harders-Sauer
Donate Schack
Sebastian Grünberg
Violoncello Martin Seemann
Sven Holger Philippsen
Violone
Cordula Cordes
Oboe
Margret Schrietter
Simon Böckenhoff
Fagott
Christian Walter
Trompete
Andreas Kalthoff
Guntram Sellinger
Pauken
Kai Altendorf
Cembalo
Yo Hirano
Musikalische Leitung:
Justus Barleben
Die musikalische Leitung dieses Projektes
stellt einige besondere und spannende
Herausforderungen dar. Auf der Bühne werden Menschen mit ganz unterschiedlichen
kulturellen Erfahrungen und Wahrnehmungen
miteinander musizieren. Zudem gibt es eine
Vielfalt an Instrumenten, welche musikalisch
in den Dialog treten sollen. Für diese musikalische Koordination und
Zusammenführung der Musiker ist der Chor- und Orchesterleiter Justus
Barleben zuständig.
Justus Barleben (*1992) ist in Hannover und Umgebung als Chor- und
Orchesterleiter tätig. Er ist künstlerischer Leiter des Vokalensembles „vox
aeterna“ und des „Kammerchores St. Marien“ aus Minden. Seit 2012 singt
er zudem den 2. Tenor im gemischten und doppelchörig besetzten Vokalensemble „Voktett Hannover“, welches unter anderem den 1. Preis beim
Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerb 2015 in der Kategorie
„Vokalensemble“ gewann. Justus Barleben studiert zurzeit einen Master of
Education für Lehramt an Gymnasien an der Hochschule für Musik,
Theater und Medien Hannover und der Leibniz Universität Hannover. Im
Fächerübergreifenden Bachelor erhielt er Dirigierunterricht bei Prof. Frank
Löhr und nahm regelmäßig an Meisterkursen teil, unter anderem bei Prof.
Anne Kohler.
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Asambura
Ensemble Asambura
Marimba
Djembe
Perkussion
Sebastian Gokus
Georg Benhöfer
Johannes Ludwig
Violoncello
Violoncello
Kontrabass
Klavier
Cornelius Rauch
Akustische Gitarre,
Laute
Daniel Seminara
Elektrische Gitarre Raphael Jaspert
Querflöte, Altflöte Jule Hillmann
Querflöte, Bassflöte Anne Bischof
Klarinette,
Bassklarinette
Bassklarinette
Kontrafagott
Tenorposaune
Bassposaune
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Sarah Herzog
Maximilian Guth
Susanne Fasenacht
Elisabet Cada
Sebastian Voß
Santur
Mbira
Kora
Rawman Pang
Robert Colonius
Frederik Möhle
Ehsan Ebrahimi
Linda Felicia Kniep
Djelifily Sako
Das Ensemble „Asambura“ aus Hannover setzt sich aus Musikerinnen und
Musikern unterschiedlicher Nationalitäten zusammen. „Asambura“ wurde
im Sommer 2013 für ein musikalisches Austauschprojekt mit tansanischen
Jugendlichen von Maximilian Guth und Lennart Smidt gegründet. Der
Name entstand durch einen Vokaltausch der Bezeichnung des Gebirgszugs
„Usambara“. Er spielt damit auf den Ursprung des Ensembles in der
Partnerschaft zwischen Minden und dieser tansanischen Region an. Die
Klangsprache von „Asambura“ hat sich kontinuierlich weiterentwickelt.
Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Einbeziehung von Instrumenten
aus anderen Kulturkreisen (Santur aus dem Iran, Kora aus Mali, Mbira aus
Simbabwe oder Marimba aus Ostafrika sowie Perkussionsinstrumente aus
dem afro-arabischen Raum). Der Ensembleklang von „Asambura“ steht
damit für eine individuell-exotische Klangfarbe.
Das Stück „Babel“ (02) ist in Kooperation mit dem Ensemblemitglied
Ehsan Ebrahimi entstanden.
Organisation | Dank
Maximilian Guth
Justus Barleben
Petra Nottmeier
Komposition, Musikalische Konzeption,
Leitung des Ensembles Asambura
Leitung des Kammerchores St. Marien,
Musikalische Gesamtleitung
Inszenierung, Choreografie,
Leitung Tanzprojekt Ratsgymnasium Minden
Christoph Heidemann
Yambazi Kaoneka
Lena Bierwirth
Frank Mntangi
Frieder Küppers
Organisation Orchester L’Arco
Leiter des Chores Vijana ya Mtae
Chorcoach Vijana ya Mtae
Leiter der Gruppe aus Mtae
Produktion und Leiter der Gruppe Minden
Anne-Marie Miene
Monika Schröter
Raphaela Weygandt
Kostümbild
Mitarbeit Kostüm
Assistenz Tanzprojekt Ratsgymnasium
Eileen White
Videotechnik | Dokumentation
Oliver Roth, Konstantin Fried Beleuchtung, Technik
Anja Richter
Grafik und Layout
Wir danken folgenden Unterstützern und Sponsoren
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für Stella