Erfahrungsbericht für Finnland Tampere University of applied

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Erfahrungsbericht für Finnland Tampere University of applied
Erfahrungsbericht für Finnland Tampere
University of applied sciences (TAMK) im
Wintersemester 2015/ 16, Fakultät 05
Quelle: http://johtoryhmablogi.tamk.fi/tamk/
1. Bewerbung an der Hochschule in Tampere:
Nach der Nominierung durch die eigene Universität bekommt man eine E-Mail von der TAMK,
dass man in deren Onlineportal alle nötigen Angaben machen soll. Darunter sind
selbstverständlich Sachen wie: persönliche Daten, Informationen zum Studiengang dort und in
der Heimatuniversität, welche Fächer man gerne wählen möchte und man muss dort auch sein
Motivationsschreiben, Foto, bisherige Noten, einen Lebenslauf und irgendeine Art von
Sprachtest hochladen. Hier bekommt man auch seine Zusage und kann angeben wann man wo
ankommt und ob man einen Tutor haben möchte, der einen abholt. Ich hatte mit dem Portal ein
bisschen zu kämpfen, da es mir nicht möglich war den gewünschten Studiengang „Energy and
environmental Engineering“ auszuwählen, ich habe dafür die Mitarbeiter der TAMK anschreiben
müssen, die es mir dann geändert haben und dann aber wieder zu „construction engineering“
geändert haben, da es besser zum Studiengang in der Heimat Universität passt. Die Mitarbeiter
im „Incoming students office“ sind sehr freundlich und hilfsbereit und meistens schnell mit ihren
Antworten per Mail.
Sobald man die Zusage hat kann man sich für die Studentenkarte bei Tamko- Studentunion
bewerben. Man braucht den Ausweis nicht unbedingt, aber man bekommt oft Rabatte in Bars
und Cafés, und vor allem bei Bus, Bahn und Fähren. Die internationale Studentenkarte wird
selten akzeptiert.
2. Fächerauswahl:
Das Fächerauswählen ist nicht so schwer, da es eine Liste mit Fächern für Austauschstudenten
gibt. Allerdings kann man angeben was man will, da es kann sein, dass man das eh noch etwas,
wegen Überschneidungen oder Fächern die doch nicht angeboten werden, ändern muss.
Prinzipiell kann man sowohl Fächer von „construction engineering“ als auch von „Energy and
environmental Engineering“ auszuwählen. Dabei ist zu beachten, dass der Studiengang
„construction engineering“ hauptsächlich in Finnisch ist und die Leute dort nicht besonders gut
an Austauschstudenten gewöhnt sind. Ich selbst habe nur einen Kurs „task and site planing“ aus
diesem Studiengang belegt und dieser war in Unterrichtssprache Finnisch. Dieser wurde aber für
Austauschstudenten angeboten, da man ja die Gruppenarbeit in Englisch machen kann. Es hat
okay funktioniert, war aber trotzdem ungünstig, dass man die Erklärungen und
Aufgabenstellungen nicht verstanden hat, bis einem einer das übersetzen konnte.
In “Energy and environmental Engineering “ war dafür fast die Hälfte der Studenten
Austauschstudenten. Hier sollte man versuchen möglichst viel Kontakt zu den einheimischen
Studenten zu haben, da man normalerweise viel unter den internationalen Studenten ist.
Hier habe ich gewählt:

Energy Management, was eine abgespeckte Version von Regenerative Energien ist und
außerdem sehr verwirrend, da der Lehrer alle zwei Wochen wechselt und mehr oder
weniger gut unterrichten kann. Dafür war die Prüfung relativ einfach, auch wenn man
nichts mitbringen durfte.

Environmental economics and entrepreneurship: Ich denke nicht, dass ich in diesem
Fach etwas Nützliches gelernt habe, aber schön war, dass wir mit diesem Fach am
Innoevent teilgenommen haben. Das ist ein Event in dem man in einer Woche versucht
für eine Firma mit einem richtigen Problem etwas zu erfinden.

Industrial processes and automation: Das war denke ich mein liebstes Fach. Der Lehrer
kann sehr gut unterrichten und ist auch motiviert auch viel zu lernen. Man muss
vielleicht ein bisschen mehr machen (zwei Gruppenarbeiten und eine Arbeit mit
Referat), aber dafür hat man ein Onlineexamen, d.h. man logged sich in der MoodlePlattform Tabula ein und hat dort einige Multiple- Choise Fragen in einem bestimmten
Zeitraum zu bearbeiten.

Vor dem Semesterbeginn/ Anfang August habe ich den Summerschool- Kurs Basics of
Finnish belegt. Ich habe dort relativ viel gelernt, was einem im nächsten halben Jahr
weiterhilft und hatte auch sehr viel Spaß, weil ich viele Leute kennen gelernt habe. Zu
diesem Kurs gibt es ein Aktivitäten Programm, das sich wirklich lohnt. Man macht jeden
Tag eine andere tolle Sache, die man sich sonst eventuell nicht leisten würde und lernt
damit auch ganz schnell die Stadt kennen.

Um mein Finnisch noch weiter zu verbessern habe ich mit meinem Tutor an dem Kurs
„Each one teach one“ teilgenommen. In diesem Kurs trifft man sich mit einer weiteren
Person oder einer ganzen Gruppe und bringt den jeweils anderen seine eigene Sprache
bei. Man trifft sich mindestens zehnmal, aber wo und wann man will, und schreibt
darüber einen Blog. Das gibt dann 2 Kredits, dafür, dass man sich mit netten Leuten trifft
und coole Sachen macht wie: Museum besuchen, oder Lebkuchenhaus backen, einen
trinken gehen….
3. Bewerbung für ein Zimmer:
In Tampere gibt es eine große Organisation von Studentenwohnheimen: TOAS. Ich selbst habe
nicht dort gewohnt, aber was ich von Berichten und Besuchen dort weiß, sind die Häuser in
allgemein schlechtem Zustand, die Zimmer relativ klein, die Küche oft unbenutzbar und die
Abende sehr laut. Ich habe mich dort beworben, aber anscheinend gab es Probleme mit der
Bewerbung, weil ich einen anderen Explorer als Internet Explorer benutzt habe, und sie ist dort
niemals angekommen. Auf meine Nachfragen waren sie sehr langsam (über eine Woche).
Zudem habe ich gehört, dass man sich dort am besten schon bewirbt bevor man die Zusage für
das Auslandssemester hat.
Ich habe mein Zimmer mit Int- housing gefunden. Diese Gesellschaft mietet normale EinFamilien- Wohnungen in Tampere und vermietet diese an Austauschstudenten. Man hat eine
Wohnung meistens mit drei anderen Leuten vom selben Geschlecht. Bei uns gab es zwei
Einzelzimmer und ein umfunktioniertes Wohnzimmer in dem 2 Leute schliefen. Wir hatten eine
große Küche, Bad mit Sauna, einen Balkon in der Wohnung und eine kostenlose Waschmaschine
im Haus. Gezahlt habe ich dafür 327€ im Monat, was ein bisschen mehr war als bei den TOAS
Zimmern, aber dafür sehr viel komfortabler. Die Wohnung war ein bisschen außerhalb (Tampere
ist nicht so groß, also 30 min mit dem Bus zur Stadtmitte), aber dafür war sie sehr nahe an der
TAMK (nur 10 min mit dem Bus). Möbel waren schon in der Wohnung, sogar eine Wifi Box und
Lampen waren da, weil ich Int- housing schon vorher danach gefragt habe. Den Schlüssel konnte
mein Tutor ein paar Tage vor meiner Ankunft schon abholen, ich musste dann nur zum Büro
gehen und meinen Vertrag unterschreiben.
4. Survival Kid:
Die TAMK bietet ein „Survival Kit“ zur Miete an. Man bekommt Bettwäsche, Geschirr und Töpfe
und ein Küchenhandtuch (Kein Badehandtuch). Mein Tutor konnte auch dieses schon vor
meiner Ankunft abholen, ich musste nach meiner Ankunft in das Büro der „Tamko- StudentUnion“ gehen und es bezahlen.
5. Anreise:
In Tampere gibt es einen Flughafen, aber ich bin nur bis Helsinki geflogen, da dorthin die Flüge
billiger und regelmäßiger sind. Von dort kann man mit dem Shuttlebus zum Bahnhof oder nach
Helsinki gebracht werden und dann mit Zug oder Bus nach Tampere kommen, aber am
bequemsten ist, direkt vor dem Terminal in den Expressbus zu steigen und sich von dort direkt
nach Tampere bringen zu lassen. Da man bei der Ankunft noch keinen Finnischen
Studentenausweiß hat, kostet das aber auch mehr (27€) als von der Helsinki Stadtmitte mit dem
Onnibus (je nach Angebot ca. 5€) zu fahren, ist aber dafür schneller und ohne Umsteigen dort.
Der Onnibus ist eine gute Wahl für Besuche in Helsinki.
6. Registrierung:
Wenn man in Finnland ein Austauschstudent ist muss man eine Finnische personenbezogene
Nummer haben und diese an die Hochschule weitergeben. Dazu muss man entweder zur Polizei
gehen (wenn man über 3 Monate bleibt), dies kostet 50€, oder zum Registrierungsamt, hier ist
es kostenlos. Prinzipiell kann man zum Registrierungsamt gehen, da die Behörde bei
Austauschstudenten davon ausgeht, dass sie mindestens einmal zwischendurch das Land
verlassen und deshalb unter 3 Monaten da sind.
7. Freizeitgestaltung:
Es gibt die Organisationen ESN und Tamko, diese organisieren viele Events. Bei ESN kann man
leicht Mitglied werden, man zahlt 2€ und bekommt einen Sticker auf seine Studentenkarte.
Beide Organisationen veranstalten Events wie: Spiele Nachmittag, Exchange- Partys, PubCrawls, Filme Abende, Museums Besuche, Wandertouren und Survival Wochenende, und auch
große Trips nach Stockholm, Lappland und Sankt Petersburg (Denk daran deinen Reisepass
mitzubringen).
8. Fazit:
Tampere ist eine sehr freundliche Stadt, die einen gerne willkommen heißt. Ich kann jedem
empfehlen sein Austauschsemester hier zu machen und prinzipiell ein Austauschsemester zu
machen. Das ist eine super Erfahrung, die man nie vergessen wird.
Ich selbst werde bestimmt bald zurückkommen um in Finnland Urlaub zu machen.